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Wie kamt ihr nach dem Heim mit eurem Leben klar?

Antworten im Thema: 14 » Der letzte Beitrag (18. Februar 2018, 01:41) ist von Rudi.

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JW1HAL

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Stier

1

Freitag, 24. November 2017, 20:11

Wie kamt ihr nach dem Heim mit eurem Leben klar?

Hallo,

Das Thema gab es bereits vor Jahren schon mal hier und hier. ich möchte es aber ganz neu aufgreifen und bin gespannt, was dabei heraus kommt.

Wie war es genau bei eurer Entlassung aus dem Heim?
Wie war der Abschied?
Habt ihr noch Kontakt?

Wie wurdet ihr zu Hause und/oder in der Gesellschaft aufgenommen?
Hattet ihr einen Stempel "Heimkind" auf der Stirn oder spielte die Vergangenheit überhaupt keine Rolle?
Seit ihr draußen klar gekommen?

Auf eure Antworten bin ich sehr gespannt.

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Krebs

2

Freitag, 24. November 2017, 21:46

Das ist wirklich eine gute Frage Jan. Also im letzten Heim war es für mich sehr schön. als die Entlassung anstand, war ich innerlich sehr nervös, angespannt und hatte Angst was auf mich zukommt. Zu Hause angekommen war ich nur der Bierschinken. Meinen Namen habe ich nie von meiner Stiefmutter gehört. Ihre eigenen Kinder hatte sie auch mit ihren Phantasienamen angesprochen. Ich war das moderne Aschenputtel was alles sauber gehalten hat. Meine Lehre habe ich sehr gut abgeschlossen. Allerdings war ich viel lieber auf Arbeit als zu Hause. Ich kam nicht wirklich unter die Menschen, da meine Lehrwerkstatt nur ein paar Meter von unseren Haus entfernt war. Früh raus in die Lehre, danach wieder heim. Mein Tagesablauf war eher für Hausarbeiten, die ich nie zur Zufriedenheit meiner Stiefmutter erledigt hatte. Am Wochenende musste ich 2 Eimer Kartoffeln schälen für die Kloßzubereitung. Ansonsten kam ich mit meinen Lehrlingen sehr gut aus. Ab und an stand auch mal eine Fahrt an. Leider durfte ich nicht immer mit außer einmal nach Leipzig. Viel wars nicht mit meiner neuen Freiheit. Mitten in meiner Lehrzeit kam es zur Körperverletzung an mir von meiner Stiefmutter sodas die Lehrmeisterin sich einklinkte. Ich kam dann ins Lehrlingswohnheim. Am Wochenende hätte ich nach Hause gehen können, hab ich aber nicht gemacht, da ich meinen ersten Mann schon hatte und ich eher bei ihm gewohnt hatte. Meine Lehrzeit war dann zuende und ich zog vollständig zu meinen damaligen Mann. umgang mit Geld musste ich mir selber aneignen. Ich hatte ja nie Geld in der Tasche weil meine Stiefmutter alles vereinnahmt hatte.
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Stier

3

Samstag, 25. November 2017, 05:58

Also Verhältnis zu Hause richtig ScheiXXX ...
Wie haben dich die anderen Lehrlinge als Ex-Heimkind behandelt? Spielte das eine Rolle? Gab es da Hänseleien, Mobbing oder war denen das egal oder haben die das gar nicht gewusst? man hörte ja oft, dass die Vergangenheit einem zum Verhängnis wurde, weil ja Heimkinder im Allgemeinen ganz schlechte Menschen sind.


Ich kann dazu zu meiner Person nichts sagen, weil ich mich einfach nicht daran erinnere. ich weiß nur, dass ich ab der 7. Klasse zu meinen Großeltern kam und ich es dort gut hatte, weil wir uns alle lieb hatten. Ab da waren es dann zwar nicht mehr ganz die lieben Großeltern, wo man immer alles durfte, wenn man dort mal zu Besuch war, sondern eben eher die Eltern, wo es Regel gab, wo man seine Aufgaben hatte. Dennoch waren es eher die Großeltern, als die Eltern, weil es nicht ganz so streng war.

Und wenn ich mir nun im Nachhinein so überlege, was sie für mich für ein Opfer gebracht hatten ..... das rechne ich ihnen ganz groß an. Ich bin jetzt fast selbst in dem Alter, indem sie damals waren. Und wenn ich mir so vorstelle, dass ich ein Kind groß ziehe und 10-15 Jahre später nochmal damit anfange ..... ich weiß nicht, ob ich das machen würde, ob ich dazu bereit bin, ob ich das schaffen würde, ob ich das Opfer bringen würde, ob ich bereit wäre mich darauf ein zu lassen, mich einzuschränken, mein Leben genau darauf umzustellen .... ich weiß es nicht. Deswegen Hut ab, vor solchen Leuten. Von daher kann ich nur sagen, das es ganz feine Leute waren, die mich vermutlich vor Schlimmeren bewahrt haben. Und genau deswegen bin ich ihnen genau dafür sehr dankbar.

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Krebs

4

Samstag, 25. November 2017, 07:53

Naja, ich hab mich selbst von allen ein bissel zurück gezogen. Ich war schüchtern und hatte mir nichts selbst zugetraut. Das haben die anderen gemerkt. Sie haben schon getuschelt, aber ob es wegen mir war weiß ich nicht, ich hatte es nur vermutet. Da fühlt man sich schon wie eine Aussetzige. Aber weil ich sehr gut in meiner Lehre war hatte ich schon 2 gute Freundinnen. Wir waren damals nur 8 - 10 Lehrlinge für die Näherei. Ich hatte mich sehr in meine Arbeit gestürtzt weil mir das Spaß gemacht hatte und somit hatte ich auch einen ehr guten Abschluß gehabt.
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Stier

5

Samstag, 25. November 2017, 16:36

Ich weiß gar nicht, ob es bei mir Hänseleien oder so gab. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern. Vermutlich war es zu meiner Zeit auch gar nicht mehr so schlimm, dass man Heimkindern nur Schlechtes nachsagte. Vielleicht hat mich aber auch nicht weiter interessiert und ich habe darüber gestanden und es ignoriert. Irgendwie war ich aber ganz normal in meiner Klasse, hab weiter mehr im Mittelfeld Blödsinn gemacht, so dass meine arme Oma ab und zu in der Schule antreten dürfte, ein Eintrag im Hausaufgabenheft war oder auch der Lehrer sich persönlich meldete. Ich weiß jetzt zwar überhaupt nicht, was ich angestellt hatte, aber es gab schon ein paar Dinger. Pflichtbewusst hatte ich aber immer an Veranstaltungen teilgenommen, hab immer am gleichen Tag die Hausaufgaben gemacht und habe auch nie im Unterricht unentschuldigt gefehlt, soweit ich mich erinnern kann. Das war für mich irgendwie alles Pflicht, auch später in der Lehre und auf der Arbeit.


Sind wir hier die einzigen, die berichten können, wie wir mit dem leben klar kamen?

Da sind doch bestimmt noch mehr. Traut euch, hier beißt keiner.

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Waage

6

Samstag, 25. November 2017, 18:46

Die ZEIT nach der Heimentlassung

Ja die Entlassung war ein Segen aber wiederum auch ein Fluch.Im Heim war irgend wie ein zusammenhalt.Wenn du 3 Heime besucht hast wird das irgend wann zur Gewohnheit.Zu hause hatte Ich nichts zu erwarten. da war ALKOHOL an der Tagesordnung.Ich wollte Maurer werden.Aber das Heim sagte Tiefbauer wäre noch frei.Also blieb einen nichts anderes übrig.Habe meine Lehre erfolgreich abgeschlossen.Ne Wohnung war schwer zu kreigen,also wohnte ich notgedrungen bei meiner MUTTER UND IHREN LOVER:ein bunter Junge der auch wo anders zu Besuch war.Er schaukelte sich immer dran hoch vor allem wenn noch die Buddel auf dem Tisch stand.Das hat mich so angewiedert.Von mir wollte sie Kostgeld und er lebte in den Tag rein.Und als Dank bekam sie dann einen Aschvoll.Ich kam wieder mit den alten Jungs zusammen.Ein riesen FEHLER!Bin meiner Arbeit nach gegangen Aber der falsche Umgang,also war der WEG leider der alte.Zu guter Letzt hat der Lover von meiner Mutter wieder von kraft geträumt und sich an meiner Mutter ausgelassen.Da habe Ich rot gesehen und Ihm die jacke in brand gehauen.Mein PECH bewährung anzeige vom Weichei und 17 MONATE FREIHEIT WEG:Und der hammer sie blieb mit IHM zusammen.Jetzt bin ich 17 jahre verheiratet.Habe 2 grosse KInder.Habe meine geregelte ARBEIT.Bin zu frieden .Also ein langer Weg der ein gutes Ende genommen hat. :thumbsup:

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Stier

7

Samstag, 25. November 2017, 19:07

Mein PECH bewährung anzeige vom Weichei und 17 MONATE FREIHEIT WEG

Wie ist das gemeint? Bewährung oder Freiheit weg? Du hattest schon Bewährung und bist dann deswegen eingefahren?

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Sonntag, 26. November 2017, 21:31

An meinen Weggang aus dem Kinderheim kann ich mich sehr gut erinnern.

Das Haus, in dem wir in zwei Kindergruppen gelebt haben, stand vor dem Abriss. Zuvor hatte ich meine Ausbildung beendet, musste aber mangels Masse weiter im Heim bleiben. Dort war ich permanent von Obdachlosigkeit bedroht und wurde quasi so dazu gezwungen, unentgeltlich zu putzen. Unser Weggang wurde organisiert, was dazu führte, dass ich in so etwas, wie ein Obdachlosenheim untergebracht war, in das Leute ziehen müssen, wollen sie nicht auf der Straße leben.

Trotzdem sollte ich weiter kostenlos im Heim putzen, was ich natürlich nicht mehr tat. Die Folge war, unsere Schwester Oberin tauchte eines Tages mit unserem Hausmeister bei mir auf, stellte meine Bude auf den Kopf, nagelte ein Kreuz an die Wand und verschwand wieder, nachdem sie einige Drohungen abgelassen hat. Ich bin trotzdem nicht putzen gegangen.

Mit Hilfe anderer Menschen gelang es mir schließlich, eine vernünftige Wohnung und einen Arbeitsplatz zu finden. Da dieser jedoch auch mit der kath. Kirche zu tun hatte, stand ich auch immer noch unter der Aufsicht des Heims. Das hat sich erst geändert, nachdem ich den Arbeitsplatz und auch meine Wohnung gewechselt hatte.

Über 20 Jahre hat es gedauert, ehe ich den Kontakt zu dem Heim wieder zulassen konnte. Heute hat es eine weltliche Leitung, die mit den Nonnen nichts zu tun hat. Man steht auch zu der Geschichte des Hauses und die Leitung achtet auch darauf, dass diese von uns erzählt wird. Auch gibt es Versuche, den Kontakt der Heimkinder untereinander zu vermitteln.

So konnte ich Carmen wiederfinden. Wir waren zwar keine Geschwister, fühlten uns aber so, was damals von den Nonnen nicht gern gesehen wurde. Dieses intrigante Pack hat es sogar geschafft, dass wir uns später furchtbar geschlagen haben. Heute haben wir darüber gesprochen, die Unklarheiten beseitigt und wir haben da weitergemacht, wo es uns zuletzt gefallen hat - will sagen, wir sind wieder Geschwister.

So, wie ich das beurteilen kann, fühlen wir uns beide wohl damit. Wir sprechen viel über das Erlebte, aber nicht nur. Carmens Partner meinte, nicht die Gene, aber das Erlebte macht uns zu Schwestern - ich finde, er hat Recht.

Den Stempel "Heimkind" hatten wir beide, heute stört mich das nicht mehr. Wem das nicht passt, der möge doch bitte gehen.

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Donnerstag, 8. Februar 2018, 06:09

Gründe der Haft

Mein PECH bewährung anzeige vom Weichei und 17 MONATE FREIHEIT WEG

Wie ist das gemeint? Bewährung oder Freiheit weg? Du hattest schon Bewährung und bist dann deswegen eingefahren?
Ich habe dafür das ich ihn zusammen gefaltet habe 8 Monate Bewährung bekommen.Bin mit Kumpels nach Berlin zum Fußball.Haben auf den roten Platz in der Nähe vom Rathaus so ein scheiss Denkmal entweiht.Wurden eigekesselt ab zur Stasi.Anzeige 9 Monate Freiheitsstrafe und die Bewährung drauf.Politisch .

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Samstag, 10. Februar 2018, 14:15

Als ich mit 11 das erste mal auf probe zu meiner Mutter nachhause entlassen wurde, das war noch zu DDR Zeiten, freute ich mich riesig da ich kein Heimkind mehr sein wollte und während der zeit wo ich zuhause war waren meine Klassen auch aderst zu mir da ich ja kein Heimkind mehr war. Meine Mutter musste zu der zeit viel arbeiten so das ich nach der Schule oft anlein zuhause war und lieber Ferngesehen habe als meine Hausaufgaben zu machen das meine Mutter natürlich nicht so toll fand. Da mir auch oft langweilig war kam ich auch auf ein par dumme Gedanken und bin auch mal ohne zu bezahlen aus der Kaufhalle gegangen und habe mich an der Haushaltskasse meiner Mutter vergriffen. Dafür gabs dann erstmal den Hintern voll und ich musste das Geld von meinem Taschengeld wieder zurück zahlen. Ein par Wochen später brachte mich meine Mutter eines morgens, noch vor der Schule, wieder zum Heim zurück. Da die Haustür noch abgeschlossen war lies sie mich davor stehen und sagte das sie für ne weile ins Krankenhaus müsse und ich erstmal wieder in Heim leben würde bis es ihr wieder besser ginge. So blieb ich bis zur Wende im Heim.

Im Januar 1990 kam meine Mutter als ich an einem Besuchswochenende bei meiner Mutter zu besuch war auf die Idee das ich nicht mehr ins Heim zurück gehen solle. Zuvor hatte sie sich noch entschieden gehabt ich solle am kommenden Wochenende wenn ich wieder zu ihr komme meine Schulsachen mitbringen aber da sie angst hatte ich könne mich verplappern. Entschloss sie sich gleich in den kommenden Tagen mit mir in den Westen zu Fahren. Damit nicht die Polizei mitten in der Nacht auf der Matte stehen würde ging sie schnell noch ein Telegramm ans Heim schicken in dem sie ihnen dort mitteilte das ich krank sei und am nächsten Tag mit meiner Mutter zusammen zum Arzt gehen würde.
Am nächsten Tag ging wir dann los das Visum was man noch brauchte zu besorgen. Und einige andere Besorgungen für die fahrt am nächsten Tag zu machen. Als wir dann bei meiner Großmutter waren tauchte auch noch eine Frau vom Jugendamt auf um sich nach mir zu erkundigen. Meine Mutter versteckte mich schnell im Bad das die Frau mich nicht mitnehmen konnte bis sie wieder Weg war. Am nächsten Tag ging es dann mit den Zug nach Hof in den westen. Nach dem wir erst mal eine Weile in einer Erstaufnahme Einrichtung und dann in einem Hotel in Baden Baden verbringen mussten bekam meine Mutter einen neuen Job und eine Wohnung. Es war einfach toll bei ihr zu leben und nicht im Heim auch wenn das Geld immer knapp war und wir uns manchmal nicht mal die Fahrkarte für mich zur schule leisten konnten. Als meine Mutter Krankheitsbedingt ihren Job verloren hatte wurde es mit dem Geld noch knapper und wir sind einige male in eine günstigere Wohnung umgezogen. So ginge es etwas über ein Jahr bis meine Mutter länger und Krankenhaus musste und ich alleine lebte. Da ich erst 15 War fand das das Jugendamt nicht so gut und ich musste wieder ins Heim. Da War ich erstmal mehr als nieder geschlagen und hatte gar kein Interesse darauf. Aber nach dem ich eine Woche in einer betreuten WG verbracht hatte fand ich mich mit dem Gedanken ab.

Als es nach meiner Lehre soweit war das ich mich nach einer eigenen Wohnung umschaue war ich am Anfang sehr aufgeregt und freute mich auch schon auf meinen Auszug. Als ich eine passenden Wohnung hatte und auch umgezogen war über kam mich erstmal ein mulmiges Gefühl da ich nun ganz allein war und niemand mehr wo ich wenn es mal klemmte hingehen konnte und keine anderen Jugendlichen mehr zum abhängen. Aber es dauerte nicht lang und ich hatte mich daran gewöhnt wirklich für mich zusein.

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Krebs

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Samstag, 10. Februar 2018, 18:24

Heimendlassung in der DDR

Heimentlassung in der ehemaligen DDR

Nach den Abgang aus der Schule mit der 8 Klasse. Kam ich vom Kinderheim

Kreuztanne 19.69 in das Jugendwohnheim nach Aschersleben.

Dort sollte ich den Beruf als Steinsetzer erlernen. Konnte meine Lehre dort nicht beenden

da es Schwierigkeiten mit meiner Arbeit und dem Umfeld gab.

Von dort aus kam ich Anfang 70 in den Jugendwerkhof nach Eckartsberga.

Und wurde 14 Tage vor meinen 18 Geburtstag vom geschlossenen Werkhof Torgau

wo ich mich 3 mal befand. Nach Halle auf den Goldberg gebracht in das Durchgangsheim.

Zu meinen Geburtstag wurde ich von einem Ehepaar aus meinen ehemaligen Kinderheim

abgeholt. Die mich nach Quedlinburg brachten, da sie in Ballenstedt ihre Eltern besuchten.

Der Abschied war kurz und schmerzlos ? Sie fuhren mich auf den Marktplatz vor

das Hotel zum Bär, ich musste aus den 311 Wartburg aussteigen und bekam mein Köfferchen

in die Hand gedrückt sowie 50 Ostmark.

Und ehe ich was sagen konnte waren sie weg. Es war Freitags Nachmittag und Abteilung

Inneres schon lange zu. Ich konnte es einfach nicht fassen, so wenig Geld in den Jahren der

Arbeit. Da ich momentan keinen hatte konnte ich bei keinen schlafen ? Mir blieb

nur das Wochenende das Hotel.

Nun könnt ihr euch vorstellen wielange man mit den paar Piepen hin kam ?

Da wir als Heimkinder nie gelernt haben mit Geld umzugehen., und wir Jugendlichen

meistens den Weg des geringsten Wiederstandess gegangen sind. das heißt keine

Verantwortung zu übernehmen sonder immer vor den Problemen weggelaufen sind.

War es nur eine Frage der Zeit wann man Kriminell wurde ?

Zu 1000senden gingen die Jugendlichen ins Jugendhaus und wurden rückfällig.

Sie kannten kein geregeltes Leben. Und nach der Heimentlassung war unser Weg schon

Vorgezeichnet um am Ende im Knast zu landen.

Die Maueröffnung und der Fall der DDR war für viele Vorbestrafte ein Segen.

Um ein neues Leben Anzufangen, und eine Familie aufzubauen.

Und genau so habe ich es gemacht, bin nach Bayern gezogen und lebe hier seit 13.03.90.

Dass ist meine Meinung zum Thema Kinderheim und mehr.

PS: War selber 11 Jahre da drin

Gruß Jacky 2012

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12

Montag, 12. Februar 2018, 15:05

Vorab möchte ich erwähnen, daß ich einige Schlussfolgerungen bezüglich des Werdegangs nach dem Heimaufenthalt, nicht nachvollziehen kann.
Manche hatten einen leichten Start und manche eben nicht, je nach dem wie die Umgebungsbedingungen es gerade zugelassen haben.
Bei "Versagen"/ Rückfall, dem Heimaufenthalt die Schuld zu geben, halte ich persönlich für nicht selbstkritisch genug, vor allem auch nicht hilfreich für das eigene Leben.
Jeder ist seines Glückes Schmied, aber jeder hat auch andere Startvoraussetzungen, welches zu Bedenken gilt.
Es liegt letztlich an dem eigenen Selbstvertrauen, der Charakter- und Willensstärke eines jeden einzelnen, um Herausforderungen in den Griff zu bekommen, und ein gesetztes Ziel auch tatsächlich zu erreichen..
Das ist aber nur meine bescheidene Meinung und daher äußerst relativ.

Ich selber hatte auch keinen guten Start nach meinen Heimaufenthalten, die Bedingungen waren nicht optimal und ich habe einige Jährchen gebraucht, um das in den Griff zu bekommen. Habe mich aber deshalb nie als Verlierer gesehen, und bin immer mit erhobenen Kopf weiter gegangen.
Man sollte auch nicht die positiven Dinge vergessen, die einem im Heim beigebracht wurden, Nähen/stopfen, Sauberkeit, Ordnung, etc. Das sind Dinge, die gleichaltrige zu Hause in der Art nie beigebracht bekommen haben. Welche Eltern lehren ihrem Kind schon wie man Socken und Risse in Kleidung flickt, welcher Junge muss schon zu Hause putzen, Bett machen, seine Stullen selber schmieren, etc etc.

Ich bin direkt in die Ausbildung als Tiefbau FA aus dem Heim entlassen worden.
Eine sinnvolle Absprache meiner Eltern mit dem Ausbilder war gewesen, das niemand erfährt, das ich im Heim gewesen bin, um eben etwaige Vorurteile, die zu einer Belastung oder Ausgrenzung und damit Erschwerung für den Neustart führen können, von vorneweg aus zu schliessen.
Im ersten halben Jahr hat das wunderbar funktionert, ich hatte einen tollen Ausbilder.
Der hat sich dann allerdings zu Ruhe gesetzt und wir haben einen Neuen, einen richtigen Vollidioten, besser gesagt Fachidioten, als Lehrmeister bekommen.
Der hat sich dann nicht mehr an die Absprache gehalten und war selber als Person auch absolut wiederlich.
Schleimscheisser wurden gehätschelt, und wer ihm nicht zu Diensten war, Frühstück abholen, Einkaufen gehen, Botendienste leisten, Kaffee kochen, Schuhe putzen und solchen Schwachsinn, der wurde gegängelt, hat grundsätzlich schlechte Noten bekommen und auch seine Beurteilungen, waren entsprechend schlecht.
Ein A...-Loch, wie er im Buche steht.
Meine Eltern haben den Braten allerdings anfänglich nicht gerochen, und ich hab deshalb viel Ärger zu Hause gehabt.
Später dämmerte ihnen etwas, und sie haben mitbekommen, wie mein Lehrmeister seine Azubi Truppe führt und sind ihn massiv angegangen.
Dieses 1 Jahr war auch für mich wie ein "Rückfall" habe keinen Sinn gesehen, mich weiterhin den allgemeinen Erwartungen anzupassen. Ich habe grundsätzlich schlechte Noten und Bewertungen bekommen. Soetwas ist sehr zermürbend. Aber ich hatte noch nicht ganz aufgegeben.
Und letztlich war es wichtig die Ausbildung mit Abschluß zu beenden und das habe ich auch getan, wenn auch nur mit Durchschnitt 3.
Von da an war ich übrigens auch den "Makel" des Heimkindes los.
Ich suchte nach beruflichen Möglichkeiten, bei denen ich Spaß und Freude hatte, und bin quasi mit 19 wirklich in mein eigenes Leben gestartet, so wie ich es mir vorstellte.
Dann sind natürlich noch viele taktische Patzer gekommen, war ja noch ein "Eleve", aber habe meist immer aus allen Fehlern gelernt.
Mit 20 war ich bereits Scheinselbstständig in der DDR und habe mein Wissen und meine Erfahrungen immer weiter und weiter ausgebaut, weil ich es so wollte, weil es Spaß gemacht hat und weil ich Ziele definiert habe. Und es hat sich immer ausgezahlt!, denn von nix kommt nix.
Wenn ich Mist gebaut habe, Fehler gemacht habe, etc, musste ich "meine Suppe natürlich auch selber auslöffeln", wichtig bei jedem Misserfolg, Faupax oder groben Fehler war gewesen, 1. dazu zu stehen, auch sich selber gegenüber, und 2. die besagte " Suppe auch auslöffeln".
Erst dann hat man den Punkt erreicht, um aus diesem Fehler nachhaltig zu lernen.

Und ich schliesse nun diesen kleinen Exkurs aus meinem Leben damit: alles was wir tun, hat Folgen.
Es ist an uns selbst, unser Tun präszise auszusteuern, und nach Möglichkeit jede Handlung vorab genau zu analysieren, auf Folgen und darüber hinaus gehende weitere Folgen,..wie ein Schachspiel.
Deshalb lasse ich nicht gelten, nur weil ich ein Heimkind gewesen bin, ein Versager zu sein.
Es liegt an jedem selbst, sich zusammen zu reissen und seine eigenen Ziele zu definieren und im Idealfall auch direkt zu verfolgen, und zwischendurch eben auch nicht aufzugeben.
In diesem Sinne, einen schönen nachmittag euch allen.
Lutz

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löwin1

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Löwe

13

Montag, 12. Februar 2018, 20:42

Ich kam und Komme sehr gut damit klar, da ich nicht zurück sondern nach vorne schaue, und habe nichts davon, dass ich mich selber bemitleide, und auch nichts davon halte. :thumbsup: :thumbup: Oder so. :D
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Montag, 12. Februar 2018, 21:16

Nach dem Heim wie ich zurecht kommen bin.
Für mich war es ein neues Leben ohne Zaun. Alles fremd, ein eigenes Geld. Neue Regeln neue Stadt, alles neu.
In meiner neuen Arbeit führte ich gleich eine Brotzeit ein, weil ich dass gelernt habe in meiner Ausbildung.
Mehr Kohle trotzdem sehr wenig für ein Führerschein.
Ich war Impulsiv reagierte zu schnell, war auf der Kippe Gefängniss oder frei Leben. Lernte erst wie man sich in bestimmten Situationen sich verhält.
Habe es irgend wie versäumt wie man lebt.
Habe später mein Fürerschein gemacht und anschließend einen tollen Job bekommen.
Sport war wichtig für mich, das ich einen Kontakt habe mit anderen.
Ich gab nie auf.
jetzt kann ich sagen komme jetzt viel besser klar und lerne immer noch dazu.
Viele Grüße
Fledermaus

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Fische

15

Sonntag, 18. Februar 2018, 01:41

aller Anfang ist schwer!

Das ist auf jeden Fall eine interessante Frage. Ungern habe ich mich jetzt nochmals in diese Zeit zurück versetzt. Da ich eine weniger schöne Kindheit bei meinen Eltern erleben mußte, war für mich die Heimzeit eher eine Erlösung. Wir Kinder waren in einer Gemeinschaft die das Zweifeln an dem Tun der Nonnen nicht aufkommen ließ. Man lebte das "HEIMLEBEN" so gut es ging. Wir wurden wie unter einer Glasglocke behütet und die Außenwelt wurde dadurch ausgegrenzt................Leider, denn gerade dieses behütet sein, weckte in mir eine große Unsicherheit gegenüber der Außenwelt. Bereits ein Jahr vor meiner Entlassung machte ich mir Gedanken über das was so auf mich zukommen würde. Freude, Unsicherheit und Angst machten sich in mir breit.

1977 war es dann soweit. Ich wurde aus dem Liebfrauenhaus Herzogenaurach entlassen und vom Jugendamt Fürth in ein Lehrlingsheim untergebracht. Mit den neuen Eindrücken der Außenwelt kam ich ganz schwer zu recht. Meinen ersten Arbeitstag erlebte ich mit enormer Unsicherheit. Nein, ich wurde nicht gemobbt, aber dieses Mitleidsgetue meiner Umwelt ("Ach du armer") regte mich am meisten auf. In meinem ersten Lehrjahr fühlte ich mich immer als schwarzes Schaf und irgendwie immer ausgegrenzt. Erst als ich ein Mädchen kennen lernte wurde es besser.............allerdings konnte ich mich mit ihr nicht über meine Heimzeit reden. Einerseits schämte ich mich, andererseits wollte ich natürlich den Starken spielen.

Mein Verdienst ging ausnahmslos ans Jugendamt und vom Lehrlingsheim erhielt ich ein monatliches Taschengeld in Höhe von 50,- DM.

1979 Nachdem ich durch einen Kunden erfuhr das er einen Nachmieter für seine 1 Zimmerwohnung suche, versuchte ich vom Jugenamt loszukommen. Meine Hartnäckigkeit lohnte sich und ich konnte endlich mein Leben starten......so wie ich mir das immer vorstellte. Leider (und das findet man erst raus wenn man erfahrener ist) ging nicht alles so einfach. Ich fühlte mich wohl, aber auch allein..................und dieses Alleinsein beamte mich geradewegs in die Kindheit und das Erlebte im Heim zurück. Ich kämpfte täglich gegen diese Gedanken, denn so langsam enstand in mir eine gewißes Selbstmitleid. Irgendwann war es dann soweit, ich benötigte professionelle Hilfe. Mein Arzt schickte mich zu einen Psychologen und das war vielleicht meine Rettung. Klar, es war im ersten Moment sehr unangenehm und es wurde vieles wieder aufgewühlt...........kurzum es half mir.

Zwischenzeitlich lernte ich ein neues Mädchen kennen und ja, ich dachte das ist die Liebe meines Lebens. Es ging einige Jahre gut, bis........ja bis der Zeitpunkt kam das ein großer Knall meine Träumerei beendete. Wieder ging alles von vorne los.....Selbstvertrauen weg, Selbstachtung weg und dann die Angst vor dem alleine sein. Ich lenkte mich mit der Fahrschule ab. Mit einem Auto kam auch mein Selbstwertgefühl zurück. Nur mit der Liebe hatte ich so meine Problem. Ich konnte niemanden mehr Vertrauen.

1982 lernte ich dann doch wieder eine Mädchen kennen die dann auch meine Frauz wurde. Leider ging diese Ehe nach 10 Jahren in die Brüche. Wieder stand ich mit beiden Füßen in dieser Außenwelt und wußte nicht weiter. Durch Zufall lernte ich ein Mädchen kennen die sich in einer ähnlichen Situation befand. Dies Frau wurde dann endlich die erhoffte und ersehnte Liebe des Lebens...............seit 1994 sind wir verheiratet und noch immer bin ich in meine Frau verknallt.

Als zum ersten Mal die Debatte "Entschädigung für Heimkinder" aufkam, wendete ich mich an die dafür zuständige Stelle in München. Ich dachte das mach ich mit links. Tja, als es dann zu einem Gespräch kam, spülte sich das längst Verdrängte wieder nach oben. Es war schrecklich und ich erlebte diese Heimzeit aufs Neue, fast sogar intensiver. Plötzlich sah ich Sachen die mir als Kind als Normal vorkamen...............und erst jetzt wurde mir bewußt das doch nicht alles so rosig verlief.

Dieses Erlebnis und der Suizid meiner Schwester (die ebenfalls in dem Heim ihre Kindheit verbrachte) waren für mich seelisch nochmals die Hölle. Nun verging einige Zeit und ich fühl mich gut.................ob ich aus meinem Erlebten etwas gelernt habe? Ich weiß nicht, nach wie vor kämpfe ich mit meinem Selbstwertgefühl, aber es gewinnt nicht mehr die Oberhand und so und nicht anders möcht ich mein Leben leben.

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