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bin ich Schwererziehbar? Was war(h) ICH?

Antworten im Thema: 52 » Der letzte Beitrag (22. September 2011, 21:06) ist von Frietje.

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Mittwoch, 7. September 2011, 14:51

bin ich Schwererziehbar? Was war(h) ICH?

bin ich Schwererziehbar? Was war(h) ICH?


Es ist an der Zeit, dass auch ich mir die meine Seele
freispreche/SCHREIBE bei all dem was mir in den meinen Gedanken! Nur wenige
bzw. keiner kennt mich in diesem Forum, wo doch alle nach dem Sinnen was
Vergangenheit/Zukunft oder wie auch immer. Ich bin einfach der welcher „NACHTS“
mit seinem Löffel auf dem Kühlschrank, Bruder, Freund und Fremder. Was ich
heute in diesem Leben tue ist nichts anderes wie ein jeder von UNS, ich lebe,
habe mal ein Tief aber auch sehr oft das Glück im Herzen. Ich bin selbstständiger
Malermeister und verdiene mir so mein Aus/EINkommen. Irgendwann habe ich mich
entschlossen zu studieren was ich dann auch tat. Also wurde aus mir auch noch
ein Grafiker/3d Artartist, so dass ich auf diesen Markt auch ein wenig
aufgefallen bin. Allerdings ist dies nicht meine Berufung denn ich liebe Farben
und das was ich daraus gestallte. So erlebe ich mein Leben wie ein jeder hier
in all dem was virtuell oder auch real!


Nun in einem Alter, wo ich mir doch mehr Gedanken mache,
Fragen über Fragen habe/hatte die mir nicht beantwortet, brennt mir so vieles
auf der Seele was für mich unbeantwortet. Und im Übrigen, ich habe vielen
verziehen was mir in der Kindheit/Jugend.


Mein Leben ist ein Faden der sicher irrelevanten Abläufen
unterzogen, so dass ich all das fatale aufarbeiten wollte/möchte um Gewissheit
zu haben ob ich „SCHWERERZIEHBAR“ bin/war oder wie auch immer. Mit nur wenigen
Monaten kam ich in meiner Stadt in ein Waisenheim und „DANK“ meiner Omi kam ich
nach Monaten wieder nach Hause. In der ersten Klasse begann meine Karriere
welche unaufhaltsam war. Ich kam in das Spezialkinderheim nach Bräunsdorf. Ab
und an sehe ich mich dort an diesem alten für mich großen Gebäude stehen mit
Tränen in den Augen. Ich schreie meiner Mutter hinterher nachdem Sie mich
abgegeben hat. Nach zwei Jahren kam ich nach Eisenach zu meiner Schwester in
ein Normalkinderheim, das Jenny Marx. Auch hier war ich „WOHL“ Schwererziehbar,
so dass ich nach einem Jahr nach Altengottern in das Jan Amadeus Komensky
Spezialkinderheim kam. Nun habe ich hier einige Jahre verlebt bis zu einem
Vorfall über den ich hier nicht sprechen möchte. Nur so viel für die Menschen
welche es kannten, es ging um einen Vorfall mit dem Erzieher Herr Leander. Also
habe ich die nächste Station angestrebt und kam in ein Spezialkinderheim nach
Wenigenlupnitz. Nun ja, ich war ein Jugendlicher von 14 Jahren, habe mich nie
unterordnen können so wie es scheint, also beging ich mit 3 weiteren
Jugendlichen im jugendlichen Leichtsinn Republikflucht. Hier waren Andrea W.
aus Sömmerda, Martina W. aus Magdeburg und Dirk S. aus Leinefelde mit dabei.
Also haben wir uns einen Plan gemacht und wollten die ehemalige DDR verlassen-
hm, welch ein fataler Irrtum zu glauben das dies so einfach ging. Wir machten
uns auf den Weg und irgendwann im Sperrgebiet hinter Worbis (Südthüringen) war
damit Schluss. Ich erinnere mich nicht mehr richtig an diese Situation der wir
nun ausgesetzt waren. Es gab eine Verhandlung in Erfurt durch diese WIR in
einzelne Jugendwerkhöfe aufgeteilt wurden. Also habe ich nun auch noch in
Wolfersdorf Station gemacht für 3 Jahre. Als 1983 meine Schwester verstarb durfte
ich nicht zur Beerdigung, so dass ich hier auch geflüchtet bin um auf die
Beerdigung zu gehen- nur zu diesem Zweck. So lernte ich durch diese Tat dann
auch den geschlossenen Jugendwerkhof Torgau kennen für 3 Monate, was solls- „ALLES“
oder nichts. Nun kam hier meine Entlassung und ich sollte nach all dieser Zeit
zur Armee der DDR. Dies habe ich natürlich nicht gewollt und habe mich all dem
verweigert, so dass ich zu guter letzt nun auch noch nach Bautzen ging. Bin ich
nun nach diesem menschlichen Wertegang oder Versagen wirklich ein
Kind/jugendlicher gewesen der Schwererziehbar ist/war? Ich wollte in den
vergangenen Jahren von meiner Mutter erfahren was nun war und doch erfuhr ich
nichts. Sie sagte mir, dass Sie all dies verdrängt hat und nicht mehr über dies
Sprechen möchte was in der Vergangenheit. Ich habe noch drei Schwestern welche
alle älter sind und auch von Ihnen erfuhr ich nichts was das meine Leben
anbelangt. B. sagte mir, na Du warst Schwererziehbar, Du hast in der ersten
Klasse ein Fahrrad geklaut und die Schule gebummelt. Also fragte ich A. Sie ist
die Älteste von UNS Geschwistern. Auch von Ihr kam nur das ich Schwererziehbar
war, Sie sagte mir dass ich mich immer auf dem Fußboden geschmissen habe und
gebockt habe wenn ich etwas nicht bekam, auch hast Du die Schule gebummelt und
bist lieber Rollschuhe gefahren. Von E. kam selbiges, so dass ich mich wirklich
Frage ob ich wirklich mit Recht dieses Leben bestreiten musste. Ich war doch
ein Kind! Mein Mutter ist nun seit Anfang Mai verstorben, so dass mir nur die
Gewissheit verbleibt, dass Sie mir nichts mehr sagt. Ich habe Gründe gesucht
und habe mich vor ca. zwei Jahren von Ihr abgenabelt, habe Sie nur noch selten
besucht weil ich tief in meinem Herzen wusste, dass Sie mich aufgegeben hatte
und ich durch all dies ein Leben erlebte was doch eigentlich nicht das meine
sein sollte. Als Sie nun im Mai verstarb stand ich an Ihrem Grab mit Tränen in
den Augen, einem schweren Herzen und habe Ihr verziehen, es war Zeit dies zu
tun weil ich bemerkte, dass ich daran zerbreche. Und doch stelle ich mir die
Frage ob ich wirklich „Schwererziehbar“ war. Was oder wer war ich? Eigentlich
könnte ich all dies länger Interpretieren aber ich glaube diese „MEINE“
Kurzform sollte reichen. So verbleibt mir nur Euch allen eine schöne Zeit zu
Wünschen und ICH, verbleibe Euch derweil mit einem Lächeln und Besten Grüßen,
es verbleibt Euch Uwe





Und heute Abend, ich drehe den Löffel in meinem Mund und
werde nach vielen Sinnen was mir im Herzen…

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2

Mittwoch, 7. September 2011, 16:21

uwe
ich bin mal so frech,ich sage ja
es gibt normen im leben,die von den jeweiligen machthabern bestimmt werden
sowas gibt es auf grosser wie auf kleiner ebene
es wäre müssig darüber zu diskutieren,was dabei recht oder unrecht ist,denn normen sollen ein übergeordnetes ziel unterstützen
ziele,die man selber manchmal nicht begreift,weil man seine eigenen prioritäten hat
übrigens war ich selber mal in bräunsdorf,1974-75,haus3 gruppe 9,ich kenn sogar noch meine kleidernummer,9/3
wir waren zwar im gleichen spezie,aber wir beide unterscheiden uns trotzdem,weil jeder seine individuelle geschichte besitzt,die irgendwann mal den gleichen schnittpunkt hatte
auch ich war damals schwererziehbar und werde das auch keinesfalls anzweifeln,da auch ich mit den damaligen normen zu kämpfen hatte
sicherlich war mein damaliges elternhaus die basis für meinen wertegang,aber ich hatte mir auch schon öfters überlegt,was wäre geworden,wenn ich mit anderen normen hätte kämpfen müssen
denn schlieslich habe ich den entschluss gefällt,die schule zu schwänzen und nicht meine mutter
und nur meine mutter dafür verantwortlich zu machen,wäre einfach zu oberflächlich und auch keine ehrliche aufarbeitung
sicherlich war ich damals noch ein kind,aber ich wurde nicht nur von meiner mutter erzogen,mein ganzes damaliges umfeld beeinflusste meinen wertegang
meine mutter war da schon geschieden und ich lasse mal bewusst die zeit davor weg
auch als kind und vielleicht gerade als kind,hat man lebenswidersprüche ganz besonders gut erkannt und ist mit diesen widersprüchen sehr naiv umgegangen,weil die persönliche zukunft noch weit entfernt war und konsequenzen noch ein fremdwort waren
ich war nur 1 jahr im heim,ich dachte immer,weil ich so gut in der schule war hatte man mich schon nach einen jahr entlassen
meine mutter hatte in dieser zeit wieder geheiratet,mein leiblicher vater wurde aus dem knast in den westen entlassen
und glaub mir,was ich dann nach dem heim erlebte,übertraf eigentlich alles
der neue wollte wahrscheinlich was ganz besonderes aus mir machen und meine mutter lies alles gewähren(damals dachte ich noch,sie hatte nur angst,den neuen zu verlieren)
ich durfte die wohnung nur in seinen beisein betreten(ich hatte ein zimmer im obergeschoss)
5 mark taschengeld bekam ich in der woche,aber nur schriftlich eingetragen in einen büchlein,welches dann dazu verwendet wurde,wenn eine neue klamotte für mich anstand
er hatte wohl damals den begriff"schwererziehbar"ganz neu erfunden :D
nach der wende habe ich dann durch akteneinsicht viele zusammenhänge erst begriffen,auch das meine mutter IM war,ein IM der den eigenen sohn verriet
nochmal uwe
natürlich waren wir schwererziehbar,aber man muss dieses wort ja nicht immer negativ betrachten :D

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Zwillinge

3

Mittwoch, 7. September 2011, 19:19

.

Hallo Uwe,

ich danke Dir erstmal für deine Geschichte. An deiner Geschichte kann man sehen wie unterschiedlich die einzelnen

Erlebnisse und Kindheitserinnerungen in punkto Kinderheim und Jugendwerkhof sind. Was ist schwer erziehbar? Das

ist für mich ein Begriff mit dem ich selbst nichts so richtig anfangen kann. Denn ich bin der Meinung das man sich grade

mit Kindern auseinandersetzen muß und sollte. Ich selbst habe es grade in der Kindheit oft erlebt das man einfach über

mich bestimmt hat und ich mich in folge dessen unter allen Umständen durchsetzen wollte, worauf es auch wieder neuen

Ärger gab den ich dann aber auch in Kauf nahm. Ich würde denken bei Dir waren es auch Menschen die über Dein Leben

verfügen wollten, aber Du bist halt ein streitbarer Charakter. Leider gibt es auch nicht viele Menschen die an einem Schicksal

wie Deinem nicht zerbrochen sind oder sich in Alkohol und Drogen geflüchtet haben. Ich ziehe meine Hut vor deiner Leistung.

Was ich persönlich gut finde ist, dass Du deiner Mutter vergeben konntest. Denn Hass bringt dich bei der Aufarbeitung auch

nicht weiter, dann eher Vergebung, ich weis das klingt ein wenig abgedroschen mir fällt im Moment aber auch nichts

besseres ein. Ich wünsche Dir das Du diese ganzen Erlebnisse für Dich aufarbeiten kannst. Vielleicht können wir Dir ein wenig

dabei helfen.

FG Bodo
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Steinbock

4

Mittwoch, 7. September 2011, 19:52


Heute weiß ich, das Leben ist kein Ponyhof
Ich wünsche mir zu Weihnachten, hoffentlich ist Papi tot
Und meine Mutter, ich hoffe sie ist stark genug
Und leidet eine Weile
Der Track hier ist mein Tagebuch
Ich schreib es auf, ich hab keine Mutter mehr
Doch in der Bibel steht, man soll Vater und auch Mutter ehren
Ich sag danke, danke für das Retalin
Später dann das Taxilan
Danke für die Medizin
Danke Mama, ich sags dir ins Gesicht
27 Jahre man, ich danke dir für nichts
Denn du hast nie an mich geglaubt, mich niemals aufgebaut
Ich hab dir nie was anvertraut, niemals zu dir aufgeschaut
Ich denke nach und merk' wie es mich runterzieht
Wenn du nicht weißt, nicht weißt, ob dich die Mutter liebt
Du denkst an dich und ich bin dir scheiß egal
Gefahr für die Gesellschaft? Ich hatte keine Wahl!

Schwer Erziehbar, weil ich immer noch nicht artig bin
Schwer Erziehbar, keiner spielt mehr mit dem Straßenkind
Schwer Erziehbar, Mama heute Nacht enttäusch ich dich
Ich bin wie ein Teufel, ich weiß du bist nicht stolz auf mich
Schwer Erziehbar, ich hoff du kannst mir verzeihn
Schwer Erziehbar, doch ich bin so wie ich bin
Ich bleib, schwer erziehbar
Mama, warum ist dein Herz aus Stein?
Warum schickst du mich ins Heim?
Bitte lass mich nicht allein.

Ich bin krank, warum?
Du hast mich krank gemacht
Und wenn ich nachts geträumt hab
Dann immer nur von Angst und Hass
Was du getan hast? Du hast nur an dich gedacht.
Für andere Typen schick gemacht
Doch für mich hast du nichts gemacht
Ein paar Geschenke, doch Liebe geben kannst du nicht
Erzähl mir nichts von:
Bitte Patrick ich hab solche angst um dich
Weißt du noch damals? Verdammt du hast mich angezeigt.
Dein eigenes Fleisch und Blut war obdachlos die ganze Zeit
Ab ins Heim
Du sagst du bist nicht stark genug für Kinder und Familie
Du lügst mit jedem Atemzug
Jeden Tag von der Schule ein Brief
Ihr Sohn ist laut, passt nicht auf und ist hyperaktiv
Verdammt, du hast mich abgeschoben
Patrick ist zu unbequem
Draußen in der Kälte musste ich allein im Dunkeln stehn
Du gings weg, doch das Ghetto, es bleibt.
Und ich bleib wie ich bin: Der Rapper Frank White.

Das ist mein Song
Ich schenk ihn dir zu Muttertag
Ist das nicht schön?
Das Leben ist so wunderbar
Ich will dich hassen, doch weiß nicht, ob es richtig ist
Ich will dich Lieben, doch weiß, ich hab dich nicht vermisst

Schwer Erziehbar, weil ich immer noch nicht artig bin
Schwer Erziehbar, keiner spielt mehr mit dem Straßenkind
Schwer Erziehbar, Mama heute Nacht enttäusch ich dich
Ich bin wie ein Teufel, ich weiß du bist nicht stolz auf mich
Schwer Erziehbar, ich hoff du kannst mir verzeihn
Schwer Erziehbar, doch ich bin so wie ich bin
Ich bleib, schwer erziehbar
Mama, warum ist dein Herz aus Stein?
Warum schickst du mich ins Heim?
Bitte lass mich nicht allein.

Interpret; Fler
Album; Flensgutenjunge

Diesen Song habe ich zufällig gefunden und habe gedacht, ich stell ihn mal rein.
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media98

unregistriert

5

Mittwoch, 7. September 2011, 21:34

schwererziehbar ??

hallo zeiler - ich habe nun schon mehrmals gelesen - bin sehr betroffen - und muss alles erst mal sacken lassen - bevor ich etwas antworten will.
beim lesen hatte ich ein bild vor mir, wie du bei deiner mutter vergeblich versuchst, antworten zu finden.....und mir fiel immer wieder dein ps ein....

ich sehe deine mutter, wie sie dir, ohne dich anzusehen, sagt: bedenke, daß du mich nicht kennst, wenn du hörst, was ich sage - es ist lediglich
das, was ich dich hören lassen will...
und wortlos spricht sie weiter: und ich will dich nicht mehr von mir wissen lassen.....aus welchen gründen (schämen, überfordert, krank, die chemie stimmt nicht zwischen mutter und kind u.s.w.) auch immer.....

LG media98

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Steinbock

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Mittwoch, 7. September 2011, 22:55

Können Kinder mit 6 Jahren eigentlich auch schon schwer erziehbar sein? Ich kenne jemanden der aus einem Heim abgeschoben wurde..eben mit 6 Jahren, weil es für das Heim nicht mehr tragbar war. Laut Akte war dieses Kind sehr aggressiv unruhig, sprach kaum. Andere Kinder sonderten sich ab, weil es so anders war. Also wortwörtlich hatte in der Akte gestanden..nicht mehr erziehbar. und das mit 6 Jahren. Es wurde ein neuer Heimplatz gesucht, aber einige Heime lehnten ab oder begründeten, das sie keinen Platz mehr frei hätten. Schließlich landete dieses Kind in ein Heim für Geistig-und körperlich behinderte Kinder, wobei eine psychatrische Untersuchung, das Kind als schwachsinnig diagnostizierte.Obwohl dieses Kind keineswegs schwachsinnig war. Ich denke kein Kind wird schwer erziehbar geboren..wie kann man ein 6 jähriges Kind als nicht mehr erziehbar bezeichnen?
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Stier

7

Donnerstag, 8. September 2011, 01:01


Heute weiß ich, das Leben ist kein Ponyhof

[...]

Warum schickst du mich ins Heim?
Bitte lass mich nicht allein.

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Diesen Song habe ich zufällig gefunden und habe gedacht, ich stell ihn mal rein.



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Schütze

8

Donnerstag, 8. September 2011, 09:26

Schwererziehbar - was soll das ein?

Auch ich hab das mal gesagt bekommen von sonem Fuzzi bei der Fürsorge, ich sei schwererziehbar. Ich glaube, es nannte sich "erziehungsresistent". Ich war nie, bin nicht und werde nie gewillt sein, mich unterzuordnen. Nicht zu verwechseln mit einordnen! Man schreibt mir auch grundsätzlich nicht Alles Mögliche vor, ohne Sinn und Verstand. Klar, es gibt bestimmte Gesetze, die müssen natürlich eingehalten werden, aber es gibt Grenzen. Auch für Vater Staat, nicht nur für Bürger!

Als Kind hab ich einiges schlimmes miterleben müssen, danach fragte aber niemand von den Herrschaften. Ich hab eben auf meine kindliche naive Art versucht, damit umzugehen. Es war natürlich nicht gut für mich, das weiss ich heut, wo ich erwachsen bin. Ich denke, die Schreibtischhengste sollten sich mal hinter den Fassaden genauestens umsehen, ohne sich vorher erst grossartig anzumelden. Aber leider ist das kaum möglich, Eindringung in die Privatsphäre und so. Ist zwar zum Teil verständlich, aber wenn man bestimmte Auffälligkeiten wahrnimmt, dann muss man doch hellhörig werden und schnell reagieren.

Noch heute weiss ich nicht, warum ich diesen Werdegang in meiner Jugend nehmen musste, ich find nichtmal mehr Angaben zu dem Jugendwerkhof Krumbach, Biensdorf 1, in dem ich mich u.a. befand.(war in Klaffenbach, bei Freiberg), selbst Google schweigt. :(

Man wusste nicht, wie man mit den Auffälligkeiten umgehen sollte, nur das war es. Ich glaube, es gab und gibt noch heute viel zu wenig Wissen über Kindererziehung, psychologisches Wissen ist oft nur mangelhaft, die Zeit auch zu knapp, um sich mit dem einzelnen Fall genauestens zu befassen.

Das Schlimmste an der ganzen Sch.... ist, ich hielt es eine lange Zeit für richtig, was die mit uns taten. Ich gab mir allein die Schuld, so jämmerlich versagt zu haben, ALS KIND!!! Das war so schlimm, dass ich es an meine Kinder viele Jahre weitergab, es war ja "richtig" so. Sehr spät kam bei mir die Erkenntnis, dass die wahren Versager nicht wir Kinder waren, sondern jene, die mit uns nicht umzugehen wussten.

Ihre Erziehungsmethode bestand darin, unseren Willen zu brechen. Dass ich mich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen wehrte, könnt Ihr Euch sicher denken. Aber welche Mittel standen mir als Kind/Jugendliche zur Verfügung? Trotz, Verschlossenheit, Krawall, Protest gegen Alles undJeden, eben schwer erziehbar, Punkt. Heim, D-Heim, JWH, dank Euch für das Alles, es hat mich nicht umgebracht, nur ein wenig kaputt gemacht. Glaubte ich doch letztendlich wirklich viele Jahre Euren Worten, was richtig sei und was falsch.

Aber ich bin wieder wach geworden und aufgestanden, es hat nur sehr lange gedauert.

Ob ich wirklich schwer erziehbar war? Nein, ich denke heut, ich hab mir schon als Kind meine Gedanken gemacht, warum muss ich nun gerade das machen oder das sein lassen, warum sagt der jetzt so und wenn jemand anderes dabei ist sagt er so.

Ich bin Sternzeichen Schütze, u.a. Gerechtigkeitsfanatiker. Wenn man das als Kind zeigt, bekommt man eben diesen Stempel aufgedrückt. Nun bin ich erwachsen, immernoch Gerechtigkeitsfanatiker, heut bin ich ein Querschläger, Meckerkopf,Ruderer gegen den Strom. Ich pfeiff drauf, mag eben nicht mit den Wölfen mitheulen. Hab mein liebes Köpfchen ja nicht nur zum Haare schneiden. Da ist ja noch was kleines drinnen, es nennt sich Gehirn. Damit kann man auch wunderbar denken, und zwar ohne Vorgaben von anderen.

Es gibt ganz sicher keine schwer erziehbaren Kinder sondern nur Menschen, die von der Erziehung eines Kindes viel zu wenig verstehen. Man kann das Auto fahren, das Fahrrad fahren lernen, aber ein Kind zu erziehen ist glaub ich nicht so zu erlernen, denn jedes Kind ist einmalig und anders. Man hat kein Rezept zur Hand, wie es gemacht wird, um es richtig zu machen. Das macht es so unwahrscheinlich schwer, für Alle, Eltern/Erzieher wie

auch für Kinder.

L G von zicke
Signatur von »zicklein« :herz: "Einen Menschen lieben,heißt einzuwilligen,mit ihm alt zu werden." :herz:

Albert Camus(1913-1960) frz.Erzähler und Dramatiker

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9

Donnerstag, 8. September 2011, 10:01

Also ich kam mit 9 Jahren mit meinem Bruder 6 Jahre, zu einer unmöglichen Pflegefamilie. Meine Mutter wurde geschieden und hat sich an das Jugendamt gewandt. Sie war an einem Punkt angelangt, wo sie mit der Betreuung ihrer Kinder schlichtweg überfordert war. Wir waren eigentlich ruhige Kinder. Die Pflegefamilie hat uns schlimme Sachen angetan, so das wir nach einem dreiviertel Jahr in eine Kinderklinik eingewiesen wurden. Mein Bruder 13 Wochen ich selbst 11 Wochen. Danach in Kur und ab in´s Heim. Ich war nie auffällig, eher ein schüchternes Mädchen das sich ab und an mit ihrem Bruder gezofft hat. Bin nie abgehauen, hab mich nicht geschlägert, war gut in der Schule, hab mich angepasst und nie aufgelehnt. In meinen Akten stand auch "Schwererziehbar"!!!! Ich vermute mal dass das damals ziemlich schnell von Erziehern ausgesprochen wurde.Und wenn ich heute noch an den für uns zuständigen Herrn vom Jugendamt zurück denke mit meiner heutigen Erfahrung und Menschenkenntnis muss ich schlichtweg behaupten, dieser Herr hat seinen Beruf verfehlt! Ich habe auch mitbekommen das er zwei Jahre nach unserer Heimentlassung, da war ich 14, den Beruf nicht mehr ausgeübt hat, weil seine inkompetenz auch seinen Vorgesetzten auffiel. Nochmal zurück zu dem wörtchen "Schwererziehbar" wie definiert man dieses Wort? Mir kommt es so vor als hätte da jeder eine andere Definition dazu. Gehört da nicht Verhaltensgestört; stellt besondere Anforderungen an erziehenden Personen, gefährdet sich und andere mit seinem Verhalten, Verschließt und widersetzt sich der Erziehung, dazu? Damals als Kind war ich verwundert das man mich so bewertet hat, heute weiss ich da hat sich aber jemand gewaltig vertan.Denn ich weiss ich war nicht "Schwererziehbar".

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10

Donnerstag, 8. September 2011, 10:04

Ich will es mal aus der "anderen" Sicht verdeutlichen: Auch ich habe in 10 Jahren Heimerziehung kein einziges schwererziehbares Kind kennen gelernt. Problemkinder, ja, aber hier wurden von Seiten der Eltern und Erzieher in der Vergangenheit schwere Fehler begangen und selbst hier konnte ich immer einen Zugang finden. In der Zeit, in der ich auf Leitungsebene tätig war, habe ich einen einzigen Jugendlichen abgeben müssen, in eine Strafvollzugsanstalt. Er hatte neben diversen Eigentumsdelikten zuletzt auch seine Kameraden im Jugendwohnheim bestohlen. Aber auch er war alles andere als schwererziehbar. Ist der Stempel "Schwererziehbar" vielleicht nur ein Synonym für kollektives Versagen, eine Umkehrung der Schuld zulasten derer, die sich nicht dagegen wehren können?

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gerhardt

unregistriert

11

Donnerstag, 8. September 2011, 11:21

Schwer erziehbar!?
Viele Kinder meiner Generation deren Eltern im Krieg verschollen, getötet oder sogar in den Gefängnissen der russischen Besatzer einsaßen hatten mitnichten die Chance familiäre Obhut und elterliche Erziehung zu genießen. In den sogenannten staatlichen Fürsorgeeinrichtungen, später wurde auch wieder das Wort Kinderheim dafür verwendet, selektierten sich die Erziehbaren und Nicht- oder Schwererziebaren nach Gutdünken der Behörden, sprich Jugendämter.
Gründe als schwer erziehbar eingeschätzt zu werden gab es zu Hauf.
ADS (Aufmerksamkeits-Defizit_Syndrom) behaftete Kinder oder Kinder mit legasthenischer Veranlagung galten prinzipiell als schwer oder sogar nicht erziehbar, dabei spielte das Alter nur eine untergeordnete Rolle.
Zunächst versuchte man in den ersten Nachkriegsjahren den Nimbus der Heime von nationalsozialistischer Erziehungsmethodik zu reinigen, verfiel aber schon kurze Zeit später in ein ebenso indiskutables System nach Vorbild russischer Heimerziehung im Osten. Selbst im Westen setzten sich althergebrachte Erziehungsmethoden aus den Vorkriegsjahren wieder durch.
Da ich im Osten Deutschlands in Heimen und Werkhöfen meine Kinder- und Jugendjahre verbrachte, demzufolge nur die sozialistische Erziehung erfuhr, steht es mir nicht an spezialisierte Vergleiche zum anderen Teil Deutschlands vorzunehmen.
Die Heimerziehung im Osten war seit 1949 geprägt von der Vorstellung Kinder zu willige, dem Staat treu ergebene, Bürger zu erziehen. Dies versuchte man zum Einen durch Infiltrierung mit sozialistischem Gedankengut, nach Art Makarenko. Wenn diese Methode keinen Erfolg zeigte, sollte Strafe und Zwang Kinder zu Sozialisten formen. Jeder individuelle geistige Widerstand dagegen hatte zur Folge, dass der oder die Betroffene als schwer erziehbar eingestuft wurde und in dafür speziell geführte Heime, sogenannte Spezialkinderheime, verbracht wurde.
Das Leben in diesen Erziehungseinrichtungen unterschied sich wesentlich von anderen, sagen wir normalen, Heimen. Zumindest kann ich dies aus eigener Erfahrung der Jahre 1952 bis 1962 in Anspruch nehmen.
Lg

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Steinbock

12

Donnerstag, 8. September 2011, 11:40

Aber auch er war alles andere als schwererziehbar. Ist der Stempel "Schwererziehbar" vielleicht nur ein Synonym für kollektives Versagen, eine Umkehrung der Schuld zulasten derer, die sich nicht dagegen wehren können?
Kein Kind wird schwer erziehbar geboren. Auch ich war ein "schwer erziehbares Kind", das zu Folge hatte, das sich Heimaufenthate bis zum 20. Lebensjahr vollzogen. Nein, kein Kind, wenn es geboren ist, ist schwer erziehbar, denn es kommt ja auch nicht gleich als Drogensüchtiger, Alkoholiker oder Einbrecher zur Welt.
Kinder die in einer intakten Familie aufwachsen kommen nicht ins Heim. Oft spielt sicher das soziale Umfeld auch eine Rolle, wo ein Kind aufwächst vor allem in welchen Familiären Verhältnissen es hinein geboren wird, welche ganz unterschiedlich sein können. Das Kind wurde nicht gefragt, welche Eltern es haben möchte..ob es in gute oder schlechte Verhältnisse aufwachsen möchte..ob es geliebt werden will oder nicht. Ein Kind ist nicht schuld daran, wenn es als schwer erziehbar bezeichnet wird, nein, die Schuld ist definitiv da zu suchen, dem das Kind anvertraut wurde, sei es in der eigenen Familie, Pflegefamilie oder bei Erzieher/innen in den Heimen. Sie begleiten das Kind bis zum erwachsen sein, sie tragen dazu bei, wie sich ein Kind entwickelt, sie weisen erst mal die Richtung in der ein Kind gehen sollte.
Wenn ein Kind nicht auf seine Eltern hört, vielleicht auch aggressiv ist, hyperaktiv, verschlossen, liegt es sicher nicht an dem Kind, sondern an dem Erziehungsberechtigten und der sollte sich fragen, was da verkehrt läuft und sich evtl. Hilfe holen. Schwererziehbare Kinder..ne..da brauchen die kein Heim für, sondern Menschen die auf sie zu gehen, mit Ihnen reden, auf das Kind eingehen, ihnen Liebe, Wärme und Geborgenheit geben. Nein, es wird stattdessen die Fehler beim Kind gesucht und wenn ein Kind einen Fehler macht..so liegt der Ursprung in der Erziehung.
Nicht die Kinder gehören in Heime für schwer Erziehbare, sondern die, die die Fehler an Kinder begehen.. nicht Kinder und Jugendliche müssten therapiert werden, sondern die Erziehungsberechtigten, die die Fehler an Kindern begehen.
Was nutzt es einem Kind oder Jugendlichen, wenn es therapiert nach Hause kommt, sich aber dort aber auch rein gar nichts geändert hat?
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13

Donnerstag, 8. September 2011, 19:51

ich bin der meinung,dass es sich hier einige zu einfach machen
schuld allein sind die erziehenden eltern
ist das nicht auch ein wenig egoistisch gedacht?
hier wird von den eltern eine perfektion verlangt,die meiner meinung nach schon wirklichkeitsfremd ist
auch eltern waren mal kinder und auch ihnen muss man probleme zugestehen können und die wenigsten eltern haben mutwillig in der erziehung versagt
und eins stell ich hier jetzt auch mal in den raum
nicht alle kinder sind gleich bei der geburt,es gibt genauso unterschiedliche erbgute wie es unterschiedliche elternhäuser gibt
und genauso gibt es auch unterschiedliche user in foren,die unterschiedliche moralansichten besitzen,soll heisen,jeder erzieht seine kinder auf seine art
und ein kind wird nicht nur von der elterlichen erziehung beeinflusst,das äuserliche umfeld spielt auch eine grosse rolle

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Steinbock

14

Donnerstag, 8. September 2011, 21:27

ist das nicht auch ein wenig egoistisch gedacht?
Wenn ich an meine Kinder denke, deren Erziehung, ist einiges schief gelaufen. Aber ich habe immer versucht einen Weg zu meinen Kindern zu finden. Ich hätte sie niemals als schwer erziehbar eingestuft und abgeschoben. Ich habe sie nicht geschlagen und sie wurden nicht missbraucht. Mein Fehler war, das ich Ihnen nicht immer zuhörte, mich mit Arbeit oder keine Zeit rausredete. Eine zeitlang war es so schlimm, das ich an meine Tochter gar nicht mehr ran kam. Sie redete lieber dann mit ihren Freunden oder legte ein Tagebuch an. Wir haben einiges aufarbeiten müssen und sind eigentlich immer noch dabei. Gut, ich kann jetzt nicht alles darlegen was schief lief. Als ich das 1. mal mit 28 Jahren schwanger wurde, da wurde mir erst klar, das ich auch mir gegenüber eine Verantwortung habe und dem Kind gegenüber erst recht. Bis dahin verlief mein Leben ruhelos und ziellos. Fühlte mich nirgends zu Hause und fand keinen Halt. Auch durch meinen Ex nicht. Die Ehe war von Anfang zum scheitern verurteilt und meine Kinder steckten jahrelang in dieser Krise und bekamen sie mit. Nach der Trennung, habe ich nur noch gearbeitet. Von Morgens bis Abends. Meine Tochter war damals 14 und mehr oder weniger allein auf sich gestellt. Wenn sie mit mir reden wollte, winkte ich ab, weil ich müde und zerschlagen war. Es war eine schlimme Zeit und an manches, ich gebs zu, knabber ich selbst heute noch herum. Vieles würde ich, wenn ich die Chance hätte, anders machen....

Aber was damals in den Heim zum Beispiel abging, da lagen die Erziehungsfehler definitiv bei den Erzieher/innen dort. Und eigentlich ist mein Beitrag auch darauf gezielt. Ich selbst hatte keine Eltern und kann sofern nicht mitreden, da ich, seit ich den 1. Schrei tat in irgendeiner Einrichtung war.
Es sind einfach Gedanken die ich mir gemacht habe und ich habe auch einige Kinder aus meiner Zeit erlebt, samt ihren Eltern.
Und trotzdem bleibe ich dabei Rolf...kein Kind kommt böse auf die Welt. Vielleicht mögen Gene und Veranlagungen auch eine Rolle spielen..sowie das soziale Umfeld, Freunde, Schule, Elternhaus und Medien wie Fernseh, Computer u.s.w. die die Persönlichkeit eines Kindes oder Jugendlichen beeinflussen. Aber ich bin trotzdem davon überzeugt, das gerade vielleicht die ersten Lebensjahre die wichtigsten sind. Denn wenn sich ein Kind geborgen und verstanden und angenommen fühlt, warum sollte es dann ausbrechen?
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Stier

15

Freitag, 9. September 2011, 07:05

Es können ganz viele Faktoren eine Rolle spielen. Ich würde auch nicht alle Schuld auf Erziher oder Elern schieben, erst recht nicht auf´s Kind. Jedoch ist es möglich, dass alle in gewisser Weise schuldig sein können bzw. ihren Teil dazu beitragen.

Das Kind ist zu jung, unerfahren und in gewisser Weise einfach viel zu dumm, um zu wissen, was am sinnvollsten ist. Es feht ganz einfach die Lebenserfahrung. Genau so ist es mit jungen Erziehern und auch Eltern, ihnen könnte auch die Erfahrung fehlen.

Aber woher bekommt man Lebenserfahrung? Die kann man nicht einfach so haben! Diese erhält man nun mal aus positiven und negativen Erfahrungen. Also muss man zwangsläufig eventuell einiges oder alles verkehrt oder auch richtig machen.

Wie oft hat man sich gedacht, das ist der richtige Weg, genau so muss das gemacht werden, um dann festzustellen, dass man damit gewaltig auf dem Holzweg ist? Keiner ist perfekt und wird es auch nie sein! Es wird immer bestimmte Umstände geben, durch die man einfach nicht anders kann oder eben verleitet wird etwas anders zu machen.

Von der Kindesseite ist es so, dass man für sich den richtigen Weg finden muss. Und wenn man nun den Weg findet, wo man für andere als schwererziehbar gilt, dann ist es eben so. Wer sagt, dass das der falsche Weg ist. Ich sage, es ist der falsche Weg. Ich sage auch, man trägt als Kind meistens einen gewissen Teil dazu bei, schwererziehbar zu sein. Ich sage auch man weiß es nicht besser, als dummes unerfahrenes Kind. Man macht das, was einen Spass macht, was einen für richtig vorkommt.

Aber was ist richting und was ist falsch? Liege ich mit meiner Meinung richtig oder falsch? Was ist richtig oder falsch? Ich glaube, das kann keiner so recht sagen. Für den einen ist das und für den anderes was anderes richtig.

Es können natürlich auch zufällige ungünstige Folgen eine Rolle spielen, wie ich hier las. Nur einer braucht mal irgendwann ein Kind in ein Spezi zu stecken, was sich dann später so entwickelt, dass es auch in den Knast kommt. Ohne diese Entscheidung wäre der Knast vielleicht auch erspart geblieben? Ohne diese Entscheidung wäre vielleicht auch was Schlimmeres passiert? Das kann man weder vorher noch hinterher wissen!

Ich gehe mal von mir aus und behaupte, ich hätte nie in ein Spezi kommen müssen! Denn nach dem Spezi habe ich bei Oma meine Schule und Lehre gemacht! Vielleicht war das Spezi auch gut und genau das Richtige?

Letztendlich sind das alles Erfahrungen, wo man Kinder in Schubladen einsortiert. Manchmal hat man die Zeit und bekommt das ohne Spezi hin. Manchmal hat man die Zeit nicht und es wird einfach entschieden. Vielleicht fehlen auch die entsprechenden Personen zur sanften Erziehung?

Ich frage mich auch öfters an verschiedenen Verhaltensweisen von mir, ob das durchs Heim kommt? Meistens schiebe ich es darauf, überlege aber dann doch, ob es vielleicht auch ohne Heim so wäre?

Meine Töchter, haben unterschiedliche Väter und liegen 5 Jahre auseinander. Die Große hat die Schule mit einem Jahr länger gepackt, jedoch dann die Lehre abgebrochen und vermasselt nun auch des Öfteren ihr Harz4.

Die Kleine hingegen, hat auch die Schule fertig und macht nun die Lehre. Man soll den Abend nicht vor den Morgen loben. Aber ich sehe hier schon einen Unterschied, obwohl wir beide gleich erzogen haben.

Was ist unterschiedlich?
Die Zeit ist unterschiedlich!
Die Tatsache, dass die Kleine altersbedingt auch mal bevorzugt wurde.
Die Gene, der Charakter, das Wesen?
Das Umfeld?
Die Große ist leicht beeinflußbar, die Kleine hingegen hat ihren eigenen Kopf!

Haben wir nun was falsch gemacht?
Liegt es daran, weil wir einen mittelmäßigen Lebensstandart führen und nun nicht zu den Reichen gehören und somit in einer Umgebeung wohnen, wo eben viel, ich sage einfach mal arbeitsscheue Menschen mit vielen Kindern leben?

Auch unter den Reichen gibt es verkorkste Kinder.
Und unter den Armen gibt es auch superschlaue Kinder.

Es spiel also nicht unbedingt eine Rolle, woher man kommt, wer die Eltern der Kinder sind usw. ... Irgend was wird schon eine Rolle spielen. Aber was, das wird man wohl nie erfahren. Man macht sich am besten nicht so viele Gedanken darüber, was mal war. Man sollte sich eher Gedanken darüber machen, was wird! Denn die Vergangenheit kann man nicht ändern, die Zukunft schon.

Ich behaupte übrigens schon von mir, dass ich schwer erziehbar bin und war, da mich meine Frau auch nicht mehr erziehen kann und ich früher schon bissel Mist gebaut habe. Wodurch das nun zustande gekommen ist und ob es unter anderen Umständen auf keinen Fall so gekommen wäre, weiß man auch nicht so genau ...

Über das Thema kann man wahrscheinlich diskutieren, bis man alt und grau wird. Es wird nie ein eindeutiges Ergebnis geben ...
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16

Freitag, 9. September 2011, 08:57

alles liegt im auge des betrachters - meine kinder sind so unterschiedlich - für ein kind ist alles alles gut - das andere kind leidet und findet 100 fehler -
das eine kind steht im blauen raum und sagt: wie schön, springt in die luft und lacht - das andere kind sagt: das ist bedrohlich, ich fühl mich so allein -
mir ist kalt - was sollte ich als mutter machen? mit dem ersten kind mithüpfen und mitlachen (ich empfinde das wie dieses kind, es ist schön hier)- das zweite kind in den arm nehmen und gut zusprechen, vielleicht kann es dem raum auch was gutes abgewinnen - aber das kind sträubt sich - weint und quält sich - das ist für mich nicht nachvollziehbar - und schon kann ich als mutter dem kind nicht alles das geben, was es braucht - das kind braucht jemanden, der es versteht - der das nachfühlen kann - ich kann das nicht - bin ratlos, weil ich die seele des kindes nicht verstehe - bei mir ist keine tür, die geöffnet wird, um nah beim kind zu sein - und das kind spürt das - und so kann das kind später sagen, dass ich es dabei alleine liess - hat es recht? natürlich hat es recht. aus seiner sicht, die ich nie verstanden habe. bin ich schuldig? nein, denn es war mir überhaupt nicht möglich, dies zu verstehen.
sollte man nun jahrelang darüber diskutieren, wer etwas falsch machte? sollte das kind mir jahrelang vorwerfen, daß ich fehler machte und mir erklären, wie ich es hätte anders machen können? ja, es kann mir jahre später vielleicht genau erklären, was ich hätte machen müssen, und ich würde das heute auch so machen - aber es ist nun mal vergangenheit, ich kann die zeit nicht zurückdrehen - also muss auch das kind lernen, daß menschen unterschiedlich sehen, fühlen, denken, reagieren....
und erste, wenn das kind dies begreift und mir zugesteht, daß ich kein spiegelbild nur dieses kindes bin, können wir uns in den arm nehmen, das kind wird mir verzeihen können - wenn das kind dies aber nicht begreift, wird es auch nach 50 jahren noch sagen: meine mutter ließ mich dabei allein......
LG media98

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17

Freitag, 9. September 2011, 09:31

Ein interessanter Gedanke, den Jan angesprochen hat, ist das Alter der Erzieher/Eltern.
Ich selbst bin ja auch ein Nachkömmling, meine Mutter war 40, mein Vater 49 Jahre bei meiner Geburt, während meine Geschwister schon 17 und 16 Jahre alt waren. Ich sehe es jetzt auch an meinem Schwager, der mit 53 Vater wurde...aber ich denke, alles hat Vor-und Nachteile.
Aber um nochmal auf das Alter der Erzieher in einem Heim zu kommen:
Ich war 21 als ich im Jugendwohnheim Nordhausen anfing und war damit etwa 2 Jahre älter, als die damals ältesten Jugendlichen in dem Heim. Mit 22 wurde ich Heimleiter und war damit der jüngste Erzieher auf Leitungsebene in der DDR. Ich habe das aber nie als Nachteil gesehen, im Gegenteil, meine Kollegen waren fast ausnahmslos 50 aufwärts. Ich will niemand von ihnen schlecht machen, alle haben sich auf ihre Weise Mühe gegeben, aber ich habe mir damals gesagt, mit 50 übe ich diesen Beruf nicht mehr aus, ich denke, damit sage ich alles über die damaligen Verhältnisse.
Was ich damit sagen will? Ich war mit den mir anvertrauten Jugendlichen fast gleichalt, hatte noch keine eigenen Kinder, kam frisch vom Studium und der NVA....Für mich war es eigentlich keine Arbeit im herkömmlichen Sinn, es war etwas, was ich tierisch gern gemacht habe und bekam dafür auch noch eine Menge Geld. Und ich denke, das ist der springende Punkt: liebe ich meinen Job, gehe ich jeden Tag mit Freude auf Arbeit, kompensiere ich damit auch all das, was mir in dem Alter noch fehlt. Genauso geht es Eltern.
Andersrum, was erwartet man von Eltern, die ihre Kinder als Last empfinden, die sie eigentlich nur bekommen haben, um nicht arbeiten zu müssen und Kindergeld zu kassieren, die in ihrem Leben selbst nichts auf die Reihe bekommen und für die es völlig normal ist, wenn ihre Kinder genauso werden, wie sie selbst? Die Schulbummelei und Diebstähle entweder tolerieren oder es als Erziehungsmethode ansehen, ihre Kinder zu verprügeln, wenn sowas rauskommt, ihnen aber täglich vorleben, wie schlau man doch ist, wenn man sich um Arbeit drückt? Selina hat es schon mal treffend geschrieben, nicht deren Kinder sind schwer erziehbar, sondern hier muss man bei den Eltern und den familiären Verhältnissen ansetzen, aber genau da liegt das Problem. Fehlende Einsicht, auch Intelligenz und die nicht vorhanden Bereitschaft, erst einmal das eigene Leben zu ändern, machen dies extrem schwer.

Und genau diese Probleme gab es auch schon zu DDR-Zeiten, dazu kam, dass ich die von Gerhardt treffend geschilderten Zustände der Makarenko-geprägten Erziehungsmethoden für veraltet und nicht mehr zeitgemäß gehalten habe. Nun, ihr wisst wie ich heute bin, auch jetzt sage ich meine Meinung, wenns sein muss auch heftig und sehr deutlich...das ist nichts im Vergleich zu dem, wie ich Anfang 20 war. Ich dachte wirklich, ich könne etwas verändern und bin damit viel zu vielen Leuten auf den Schlips getreten. Die Folge war, dass man mich unter völlig fadenscheinigen Gründen meines Amtes enthob und in das Kinderheim Krimderode strafversetzte. Man war auch noch so feige, dies nicht beim Namen zu nennen, nein "sozialistische Hilfeleistung" wurde es betitelt. Aber es war keine Strafe, auch wenn ich dort nach kurzer Zeit wieder leitender Erzieher wurde, die Arbeit hat auf eine andere Art und Weise eigentlich noch viel mehr Spass gemacht, als die mit den Jugendlichen.

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18

Freitag, 9. September 2011, 09:39

Ob ich mein Kind richtig erzogen habe, weiß ich erst, wenn es erwachsen ist, sagt ein Spruch. Erwachsene wie Kinder und Jugendliche machen Fehler, daraus lernen beide. Die Kinder sammeln die Erahrungen die zwangsläufig machen und auch machen müssen. Wenn ein Kind an die heiße Herdplatte anfassen möchte, kann ich es davor warnen, das es sich die Hand verbrennt, weil die Platte heiß ist. Bei meiner Tochter war es so, das sie sich selbst davon mit 4 Jahren überzeugen wollte, Sie hat daraus gelernt und hat es nie wieder versucht. Kinder probieren aus wie weit sie gehen können. Aber ich als Elternteil muss auch bereit sein, ihnen die Grenzen aufzuzeigen. Nicht nur Erwachsene sind Regeln und Normen unterworfen, das sind Kinder auch..und ich glaube, das sie lernen müssen das zu begreifen. Aber das kann man ihnen mit einer verständnisvollen und warmen Art beibringen. Sicher mag es Kinder geben, die total aus der Art schlagen und an die man trotz voller Verständnis nicht heran kommt. Aber es gleich mit "schwer erziehbar" abzutun, finde ich, ist nicht der richtige Weg. Wenn ich bei einem Kind nicht weiter komme, dann suche ich mir fachliche Hilfe.
Als meine Kinder noch klein waren, konnte ich oft beobachten, das sie andere Kinder schlugen oder ein Spielzeug wegnagmen, was sie unbedingt haben wollten. Heute weiß ich, das das schlagen nicht bös gemeint war, sondern der versuch einer Kontaktaufnahme zum anderen Kind, oder mit dem Spielzeug, das es sich nicht ausdrücken konnte, "ich möchte dieses Spielzeug haben. Und wen ich sowas beobachte, dann bin ich wieder als Elternteil gefragt und muss dem Kind halt zeigen, das es auch anders geht. Manchmal habe ich Mütter beobachtet, die den Kindern dann auf die Hände schlugen und schimpften und verlangten, das sich das Kind jetzt beim anderen Kind entschuldigt. Ich muss mich dem Kind erklären, das Kind sich nicht mir und was ich heute auch weiß ist, das man unbedingt konsequenz sein muss. Aber so koneqent, das ein Kind das auch nachvollziehen kann. Es wird so oft mit Strafen gedroht "und wenn Du jetzt nicht lieb bist, dann"...das Kind wächst praktisch mit Drohungen auf..und wird so gezwungen, teilweise ein Verhalten der Erwachsenen anzunehmen bzw deren Willen unterworfen. Mag sein das ich das falsch sehe...aber ich weiß es nicht anders zu beschreiben.
Was ich glaube ist auch, das Kinder gute Beobachter sind und auch vieles nachahmen und annehmen was ihnen Eltern z.B. vorleben. Ich denke, wenn sich Eltern nur streiten, sich nur beschimpfen oder aufeinander losgehen, wird das Kind es auch. Weil es kennt es ja nicht anders. Und dann fangen die Schwierigkeiten für ein Kind erst recht an. Wie soll es sich anpassen, in Kindergarten, Schule? Dort muss dem Kind dann beigebracht werden, das dies ein Fehlverhalten ist...und wie soll das Kind begreifen, wenn es nach Hause kommt, seine Eltern sich schon wieder kloppen, das es sich falsch verhält..Das meinte ich damit, das die Erwachsenen eher eine Therapie brauchen...denn Kinder können ihr Verhalten nicht ändern..wenn es die Erwachsenen auch nicht tun. Jedes Kind reagiert vielleicht anders darauf. Sie werden schlecht in der Schule, sind entweder aggressiv oder depressiv. Andere hauen ab, andere suchen sich falsche Freunde, andere rutschen in die Drogenszene und andere betrinken sich. Aber das liegt nicht daran, das Kinder schwer erziehbar sind.
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19

Freitag, 9. September 2011, 10:02

Ehrlich gesagt, kann ich mit dem Begriff "schwer erziehbar" eigentlich gar nichts anfangen. Ich betone es nochmal, in den 10 Jahren, in denn ich in dem Beruf tätig war, habe ich in den beiden Heimen vielleicht ca. 300 Kinder/Jugendliche kennen gelernt. Kein einziges dieser Kinder war auch nur ansatzweise schwer erziehbar. Natürlich ist es ein großer Unterschied, ob ich ein 3jähriges Kind vor mir habe, oder einen 17jährigen, der durch das, was er erleben musste, entsprechend geprägt ist. Auch sind die Charaktere selbstverständlich sehr verschieden, manche Kinder gehen sofort auf einen zu, andere verhalten sich abwartend, ja auch ablehnend. Aber ich denke, Kinder spüren sehr schnell, ob man ihnen etwas vormacht, ob man ehrlich ist, ob man den Beruf liebt, ob man sie achtet und ihnen auch mit Zuneigung und Respekt begegnet. Und so dauert es bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger Zeit, bis man Zugang findet und eine Basis zur Verständigung.

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zicklein (09.09.2011), WernerR (09.09.2011), jw1hal (09.09.2011)

20

Freitag, 9. September 2011, 12:59

alles liegt im auge des betrachters - meine kinder sind so unterschiedlich - für ein kind ist alles alles gut - das andere kind leidet und findet 100 fehler -
das eine kind steht im blauen raum und sagt: wie schön, springt in die luft und lacht - das andere kind sagt: das ist bedrohlich, ich fühl mich so allein -
mir ist kalt - was sollte ich als mutter machen? mit dem ersten kind mithüpfen und mitlachen (ich empfinde das wie dieses kind, es ist schön hier)- das zweite kind in den arm nehmen und gut zusprechen, vielleicht kann es dem raum auch was gutes abgewinnen - aber das kind sträubt sich - weint und quält sich - das ist für mich nicht nachvollziehbar - und schon kann ich als mutter dem kind nicht alles das geben, was es braucht - das kind braucht jemanden, der es versteht - der das nachfühlen kann - ich kann das nicht - bin ratlos, weil ich die seele des kindes nicht verstehe - bei mir ist keine tür, die geöffnet wird, um nah beim kind zu sein - und das kind spürt das - und so kann das kind später sagen, dass ich es dabei alleine liess - hat es recht? natürlich hat es recht. aus seiner sicht, die ich nie verstanden habe. bin ich schuldig? nein, denn es war mir überhaupt nicht möglich, dies zu verstehen.
sollte man nun jahrelang darüber diskutieren, wer etwas falsch machte? sollte das kind mir jahrelang vorwerfen, daß ich fehler machte und mir erklären, wie ich es hätte anders machen können? ja, es kann mir jahre später vielleicht genau erklären, was ich hätte machen müssen, und ich würde das heute auch so machen - aber es ist nun mal vergangenheit, ich kann die zeit nicht zurückdrehen - also muss auch das kind lernen, daß menschen unterschiedlich sehen, fühlen, denken, reagieren....
und erste, wenn das kind dies begreift und mir zugesteht, daß ich kein spiegelbild nur dieses kindes bin, können wir uns in den arm nehmen, das kind wird mir verzeihen können - wenn das kind dies aber nicht begreift, wird es auch nach 50 jahren noch sagen: meine mutter ließ mich dabei allein......
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ein wunderbares beispiel
und sofort misst man sich selber an der reaktion des kindes

solange man sich zuerst die frage stellt,wer schuld hat,wird man zu der eigentlichen lösung nie kommen
für mich ist übrigens eines der grössten mankos der erziehung,dass wenn ein kind etwas falsch gemacht hat,dass man den kind zu allererst mitteilt,dass es was falsch gemacht hat und die frage,warum hast du das eigentlich gemacht,später oder auch garnicht gestellt wird,denn erst dann könnte man eigentlich reell beurteilen,ob das kind etwas falsch gemacht hat
ich habe gestern mal beckmann geschaut
da war der vater zu gast,dessen sohn der kopf der sogenannten sauerlandgruppe war,er wurde zu 12 jahren verurteilt
der vater unternehmer,die mutter ärztin,dann getrennt lebend,dem sohn wurde immer ein sehr symphatisches und lebensfrohes erscheinen von anderen nachgesagt
eigentlich hätte man hier von einen klassischen perfekten elternhaus reden können,bis auf die scheidung vielleicht
mich hat dieser vater in der sendung sehr beeindruckt,sein mut überhaupt,sich der öffentlichkeit überhaupt zu stellen
er konnte nicht beantworten,wieso sein sohn plötzlich so eine richtung angenommen hat und ich glaube ihm das aufs wort
manchmal ist es nur ein kurzer moment,ein augenblick,was das kind plötzlich über etwas nachdenken lässt,was wir garnicht mitbekommen
kinder stellen sich selber mehr fragen als es erwachsene tun,weil kinder vieles als neues erleben und auch unweigerlich vergleiche anstellt um so zu einer lösung zu kommen
und ich behaupte,das solche fragen die eltern grösstenteils garnicht erreichen
und ich habe gestern abend auch 3sat geschaut,wo es über ehemalige zöglinge in westheimen ging
sehr erschütternd was damals mit den kindern so getrieben wurde
ich glaube focke hies ein ehemaliges heimkind,auch sein bericht war sehr erschütternd
aber nur bis zu einen gewissen punkt,da war ich dann doch etwas erstaunt,wo es dann um seinen weiteren wertegang ging
er war nach dem heim im knast,ok,auch das kann zum teil verständlich sein
aber das er dann als zuhälter unterwegs war,das brachte mich dann doch etwas ins stocken und lies mich die ganze sache aus einen neuen blickwinkel sehen
sollte man focke dafür auch bedauern und die schuld dafür in seiner erziehung suchen?
gerade er,der doch so viel schlimmes durchgemacht hat ,gerade er müsste doch ein ganz besonders ausgeprägtes gerechtigkeitsgefühl besitzen und wissen,was ausnutzung bedeutet
und gerade er macht sich selber zum zuhälter und nutzt andere menschen plötzlich selber aus und sucht obendrein heute nach schuldigen für sein erlebtes von damals
ich glaube das viele heimkinder ihre vergangenheit nur einseitig aufarbeiten,dass ihnen ihre vergangenheit wichtiger zu seinen scheint als was sie in der zukunft noch erreichen könnten
und ich wills mal ganz hart ausdrücken,für mich ist das ein wenig selbstbetrug

und zum eigentlichen thema möchte ich noch sagen
schwererziehbar,ja oder nein
um dies beantworten zu können muss man erstmal das wort erziehung zweifelsfrei definieren können

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