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bin ich Schwererziehbar? Was war(h) ICH?

Antworten im Thema: 52 » Der letzte Beitrag (22. September 2011, 21:06) ist von Frietje.

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21

Freitag, 9. September 2011, 14:44

@all, nun wo ich mir alles durchgelesen habe, beinahe mehrmals das eine oder andere findet man aber doch keinen Sinn/UN über dieses eine Wort was man Dir als Kind sagte. Sicher hat ein jeder von uns allen eine andere Sichtweise nur bleibt die Art immer erhalten wenn ich mir Gedanken mache um die meine Vergangenheit. Sicher sollte all dies auch ausgesprochen/geschrieben sein und doch fragt man sich in der einen oder anderen ruhigen Minute nach dem Warum. Ich weiss nicht ob ich dieses Wort für mich Annehmen kann, da ich von jedem etwas anderes gesagt bekomme und doch streuben sich mir die Haare bei all den Gedanken. Ich habe zwei Kinder, Christoph und Anna Louisa. Mein Sohn studiert in Frankreich Germanistik und meine Tochter in Amerika Pädagogik. Ich habe mich nie mit meinen Kindern über meine Vergangenheit unterhalten, habe damals versucht der beste Papis( so haben Sie mich genannt) zu sein und all das genossen was ich Ihnen gutes bringen/BEI konnte. Als mein Sohn im Kindergartenalter war bis hin zur ersten Klasse, war er sehr aufgeweckt, hatte seinen Dickkopf und doch habe ich nicht einmal daran gedacht das er eventuell Schwererziehbar sein könnte, dies kam mir nicht ein einziges mal in den Sinn. Er war halt so und ich habe Ihn dafür geliebt das er so war wie er war/ist. Ich habe Ihnen immer von dem erzählt was mir im Herzen war wenn ich an die Zukunft denke, habe Sie versucht zu lenken aber nie gegen Ihren Willen. Und wisst Ihr was all das aus der Vergangenheit gut macht? Es mag gar egoistisch Klingen und dennoch bekräftigen mich all die Gedanken hier. Ich habe die Namen in meiner Vergangenheit vergessen und doch weiss ich Euch einzuordnen, es ist beinahe so, als hätten wir alle mit/einander im selbigen Zeit/RAUM erlebt und sind nun da angekommen wo alles fliessend schön, da wo sich der Sinn vom Unsinn löst, im hier und jetzt wo wir Erwachsen sind und Wege gehen welche nur durch UNS bestimmt. Ich möchte meine Vergangenheit vergessen machen, verzeihe sehr vielem was geschehen und doch bedarf es der Zeit. Und wenn ich nach Feierabend bzw. in meiner Freizeit hier lese, dann fühlt es sich "GUT" an zu wissen das ich hier sein darf. Nun ist wieder Wochenende und ich Wünsche Euch allen wundervolles, es verbleibt Uwe

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22

Freitag, 9. September 2011, 16:03

meine hunde sind meine kinder
der kleinste ist sowas von aufgeweckt,dass ich mir sicher bin,das er ein gutes hundestudium mal ablegt
für echte kinder hatte ich wahrscheinlich damals die falsche liebe getroffen,denn sie hatte schon 3
heute lebe ich im nebel von meinen alter und vielleicht auch in meinen träumen
ich denke öfters an den tod und rechne das zu meinen alter auf
natürlich wären nachkommen geil,aber nicht ums verrecken
ich habe eine tolle partnerin gefunden,die sowas von intellegent ist,das ich mich manchmal fragen muss,lieb ich sie oder ihre ausstrahlung
ich weiss nicht,warum zeiler diesen thread eröffnet hat
aber seine goldenen kinder hätte er mir auch auf andere art vorstellen können

Forengeist

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Steinbock

23

Freitag, 9. September 2011, 16:22

Meine Kinder wissen auch nichts von der meiner Vergangenheit. Sie wissen zwar das ich in einem Heim groß geworden sind, aber haben nie danach gefragt, wie es für mich war und wo meine Eltern waren. Hätten sie danach gefragt, wäre ich wahrscheinlich in eine riesengroße Verlegenheit gekommen, denn ich hätte ihnen diese Frage nicht beantworten können. Meine Kinder wissen so gut wie nichts aus meinem Leben..und sie haben nie danach gefragt.
Meine Vergangenheit habe ich mit der Geburt meines 1. Kindes hinter mich gelassen und habe versucht positiv in die Zukunft zu schauen. Eigentlich habe ich erst über meine Heimzeit nach gedacht, seit ich in diesem Forum bin. Vorher habe ich nie mit irgendjemand darüber gesprochen. Klar meine Vergangenheit kann ich nicht vergessen machen, sie wird mich auch ständig begleiten, aber sie wird mein Leben nicht mehr beeinflussen, wie es in jungen Jahren war.
Nein und da gebe ich Rolf recht...ich kann nicht alles auf die schlechte Kindheit schieben...weil der Mensch entwickelt sich im laufe der Zeit weiter und wird ob Heim oder nicht, irgendwann zu einem eigenständig, denkenden und handelnden Menschen und im Gegesatz zu einem Kind, weiß ein Erwachsener genau, welche Konsequenz es mit sich zieht...wenn diese oder jene Straftat begeht....und ich könnte darauf kotzen, wenn dann einer vor Gericht steht, der ein Kind missbraucht hat...und man mit solchen Entschuldigungen kommt, ihn als krank oder unzurechnungsfähig bezeichnet wird. Es ist ja so leicht alles auf eine schlechte Kindheit zu schieben.
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Schütze

24

Freitag, 9. September 2011, 21:33

Da stimme ich dir voll zu

Man (sprich das Volk) wollte schon zu DDR-Zeiten die Unzurechnungsfähigkeit unter Alkoholkonsum abschaffen, leider bis heut immernoch gängige Praxis, dass ich mir einen "anballer", dann bin ich mit Strafminderung fein raus. Sollte jemand im Suff einen Bonzen kalt machen, gälte dann der Paragraph auch noch? Er würde anschliessend sicher rasch abgeschafft.
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Frietje

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25

Freitag, 9. September 2011, 22:38

Um ehrlich zu sein sehe ich diesen Thread mit sehr wechselnen Gefühlen...

einerseits wird immer wieder betont,wir..die empfindsamen Heimkinder sind auf Grund unserer Vergangenheit so wie wir sind

und bedürfen besondere Aufmerksamkeit,rücksichtsvoller Umgang..wir sind etwas Besonderes....und widerum dann..

wir haben uns weiter entwickelt und sind für unser Handeln selbst verantwortlich...was stimmt denn nun.

Eines ist gewiß...man kann seinen jetzigen Lebensstil und eventuelles Vergehen in unserem Alter nicht schuldbar auf die Schultern andere lasten,

das nenne ich ein leichtsinniges abwelzen seiner eigenen Unzulänglichkeit.

Mein ganzes Leben hat nichts mehr mit meiner Heinzeit zutun ,obwohl immer wieder die Erinnerungen kommen,

deshalb kann das jetziges Handeln nicht entschuldbar sein und die Heimzeit als verantwortlich nennen.

Für mich gibt es keine schwererziehbaren Kinder...Kinder werden nicht so geboren.

Sicherlich bekommen sie von beiden Elternteilen die Gene mit was den Charakter ausmacht

mit seinen Eigenschaften,denn in jedem steckt versteckt etwas Bösartiges und Gutes

und das Denken und Handeln sind auch zweierlei Maßstäbe....ob man es gebraucht und nutzt..das liegt wohl an jedem selbst...

denn meine Schandtaten haben mit dem heutigen Leben nichts mehr gemein.

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Steinbock

26

Samstag, 10. September 2011, 00:25

einerseits wird immer wieder betont,wir..die empfindsamen Heimkinder sind auf Grund unserer Vergangenheit so wie wir sind

und bedürfen besondere Aufmerksamkeit,rücksichtsvoller Umgang..wir sind etwas Besonderes....und widerum dann..

wir haben uns weiter entwickelt und sind für unser Handeln selbst verantwortlich...was stimmt denn nun.
hm... also von dem zitierten Satz habe ich eigentlich nichts gelesen. Ich selbst, wenn ich meine Beiträge durch lese, kann davon nichts finden. Klar, haben wir uns weiterentwickelt, wäre ja schlimm, wenn wir alle irgendwo auf eine Stufe stehen geblieben wären. Wir sind mittlerweile erwaschsen, die meisten haben Kinder und sogar Enkelkinder, und jeder ist nun mal für das was er tut selbst verantwortlich. Was ist da verkehrt dran?. Nur weil man Heimkind war, heißt es ja nicht, das man jetzt sein Leben lang ans Händchen genommen werden muss. Es gibt nun mal unterschiedliche Charakteren und es mag Menschen geben, die auch im erwachsenenalter noch sehr viel Aufmerksamkeit benötigen. Vielleicht weil sie noch zu sehr im Trauma ihrer Vergangenheit hängen, vielleicht weil sie sich einsam und depremiert fühlen, weil sie aufgrund dessen sehr empfindlich, sensibel sind und dann gibt es Menschen, die sich in sich zurück ziehen. Wem sollte man da einen Vorwurf machen... Was man nicht wirklich tun sollte ist, seiner Vergangenheit hinterher rennen, denn dann bleibt man irgendwann auf der Strecke. Sie aufarbeiten ja, versuchen aus dem Trauma zu kommen ja und wenn man es nicht alleine schafft dann eben mit fachlicher Hilfe.
Richtig ist schon, das denken und handeln auf keinen Fall gleich zu setzen sind...ich kann so denken, aber ganz anders handeln. Es ist ja auch nur die Rede davon, das ein erwachsener Mensch, der eigenständig denken und handeln kann, sich auch der Konseqenz bewußt sein sollte, wenn er etwas tut z .B. straffällig wird, im gegensatz zu einem Kind. Ich kann einem Kind, wenn es etwas unrechtes getan hat, die Konsequenz aufzeigen und welche Folgen es für ihn hätte...ihm verständlich machen, warum es unrecht ist...und um den ganzen Nachdruck zu verleihen ist es ja oft so, das dem Kind oder auch dem Jugendlichen z.B mit Taschengeldkürzung oder Hausarrest, Fernsehverbot u.s.w. auferlegt wird. Ob das aber immer der richtige Weg ist, bleibt dahin gestellt.
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27

Samstag, 10. September 2011, 01:10

Hmmmm....Sich auf seine schlechte Vergangenheit berufen...
Welche Auswirkungen hatte meine Kindheit auf mein späteres Handeln...
Ich habe hier mal irgendwo etwas geschrieben...über meine Kindheit....über meine Vergangenheit..

Hat mich meine Kindheit geprägt??....Ja!..sogar sehr.Mir ging es wie vielen anderen...Ich wurde als Kind schon *zerbrochen*.
Ich kann behaupten : Eigentlich habe ich alles schlechte erlebt,das man erleben kann....ich bin durch die Hölle gegangen...
Als Kind unschuldig...
Später war ich allein dafür verantwortlich....denn ich habe einen gesunden Menschenverstand mitbekommen als ich geboren wurde....und dieser Verstand ..den konnte mir keiner nehmen.
Damals,als ich vor Gericht stand,wollte mein Anwalt auch mit meiner schlechten Kindheit argumentieren...was ich strikt verbot.
Weil ich begriffen hatte : So weit hatte ich es gebracht....in den Knast.
Als ich verhaftet wurde war ein Gedanke in mir : Gott sei Dank ist es vorbei...
Dieses Denken beherrschte mich über viele Monate in der Einzelhaft....und ich ließ mein Leben Revue passieren...: Scheißkindheit...aber ich kam in ein Kinderheim das für mich ein Paradies war...
Danach eine Lehrstelle...die ich nicht wollte...aber eine gebotenen Chance war, etwas beruflich zu werden.
Das waren Chancen...die ich in den Wind schlug...die ich nicht nutzte....
und alles,was sich später daraus entwickelte...das hatte ich selber zu verantworten...egal,wie meine Kindheit war...eben weil mein Hirn funktionierte.
Hmmmmm...ich überlege gerade : Ich habe aus meiner Vergangenheit viel gelernt : Ich wurde 1973 aus der Haft entlassen....habe ohne jede Hilfe alle damaligen Hürden genommen....und bin nie wieder Straffällig geworden.
Meine Kinder wissen einen Teil meiner Vergangenheit...gefragt haben sie mich nie...
Wenn sie mal fragen,werde ich abwägen,was ich erzähle...wahrscheinlich nicht viel..ich muss sie nicht mit meiner Vergangenheit belasten..es war mein Leben..

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Sindbad

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28

Samstag, 10. September 2011, 05:34

Sicherlich bekommen sie von beiden Elternteilen die Gene mit was den Charakter ausmacht





Na dann bin ich ja froh das das bei mir nicht funktioniert hat mit dem Übertrag des Charakters.

Ich weis nicht und ich will es heute auch nicht mehr wissen warum ich ständig aus der "Laune" meines Vaters heraus Prügel bezogen habe und nur dieser Umstand dazu führte das ich später als Schwererziehbar eingestuft wurde... aber.......... ich weis, dass es durchaus möglich ist nicht so zu werden wie die eigenen Eltern. Ich habe in der Vergangenheit viel und alles getan um meine Kinder zu verstehen....mit ihnen zu reden.... immer wieder geholfen wenn einiges nicht so lief.........immer wieder auf die Kinder zugehen.......das ist das was ein Kind braucht.....Dadurch bin ich mir sicher das ich wahrscheinlich zwar die Gene meiner Eltern habe,...aber Gott sei dank nicht deren Charakter...Natürlich sind die Eltern die, die die Größte Schuld tragen wenn ein Kind anders tickt als normal.........wie geht es denn zu in manchen Kinderstuben......lass mich in Ruhe...ich habe keine Zeit...mach das mal schön alleine...geh auf dein Zimmer...mach dies mach das...usw.usw. Dass ist keine Hilfe das ist einfach nur grausam was Kinder so miterleben müssen. Daraus kann sich selbstverständlich etwas entwickeln was dann als Schwererziehbar eingestuft wird wenn dann noch andere Dinge wie Prügelexzesse dazu kommen dann hat das Kind schon verloren. Es wird Rebellieren und versuchen seinen eigenen Weg zu gehen....und dieser Weg ist nun einmal immer falsch...denn als Kind sehe ich nicht Unrecht oder Recht. Als Kind weis ich nicht was gut und böse ist. Als Kind werde ich immer verlieren.......dass ist der Umstand warum Kinder dann ins Heim kommen als "Schwer" Erziehbare.

Zu mir kann ich sagen,...ja ich fand es schön im spezi genauso wie im JWH.......aber trotz allem weis ich das es nicht sein musste. Meinen Kindern habe ich mittlerweile auch meine Vergangenheit geschildert........und,.......warum nicht. Ich habe mir nichts vorzuwerfen.

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Frietje

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29

Samstag, 10. September 2011, 21:00

Selbstverständlich hat uns unsere Kindheit geprägt,das ist auch nicht abzuweisen

und selbstverständlich mag es den einen oder anderen geben,der auch heute noch Alpträume haben mag.

Das ist aber die gering verschwindene Anzahl die daran zerbrechen mag....das sind Erfahrungswerte und

selbst Erfahrungen durch Gespräche mit Ehemaligen und meine eigenen.

Jahrzehnte sind inzwischen vergangen und ich stelle mal dahin,dass ich durch lesen von einigen Threads immer wieder lesen mußte...

wie sehr die Heimkinder zerbrechlich und empfindlich sind ,von äußeren Einflüssen geschützt werden müssen

und gerade hier im Forum doch ihren Seelenfrieden wollen/möchten.

Da widerum wird das Normalleben nicht dabei gefördert..das ist gewiß.

Gruß Frietje

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Steinbock

30

Samstag, 10. September 2011, 22:58

Was heißt Normalleben? Ich kann meinen Kummer, meine Sorgen, meine Nöte hier im Forum lassen. Ich kann, wenn ich es will, mich hier aussprechen. Genauso kann ich hier über meine Vergangenheit schreiben und ich sehe, das ich nicht allein da stehe. Das mache ich, weil ich hier Verständnis finde, weil ich kein Einzelschicksal bin. Aber wenn ich den Rechner runter fahre, geht mein Leben weiter. Ich gehe meiner Arbeit genauso nach wie vorher, kümmer mich um all die kleinen und großen Dinge die im Alltag anfallen, ohne in meine Vergangenheit zurück zu fallen. Viele haben trotz ihrer Jugendwerhof- und Heimzeit ihr Leben gemeistert und wurden gerade wegen ihrer Vergangenheit gefordert und es ist aus vielen ja auch was geworden. . Es mag auch Menschen geben, die an ihrer Vergangenheit zerbrechen, die damit nicht zurecht kommen, mit denen sollte man sensibel und einfühlend umgehen , deren Wunden bis heute noch nicht geheilt sind,, denn wir wissen selbst wie schnell eine Wunde wieder aufreissen kann, wie verletzlich man selbst ist.
Ja bei manchen mag die Wunde noch nicht ganz geschlossen sein und genau auf die sollte man Rücksicht nehmen. Andere haben die Jahre vielleicht hart gemacht...
Nein Heimkinder sind nichts Besonderes, nur es gibt einen ganz kleinen Unterschied zu Kindern oder Jugendlichen die in Normalen Familien aufgewachsen sind, nämlich den, das sie schon als Kinder teilw. durch die Hölle gehen mussten und das Böse schon im kleinsten Kindesalter erleben mussten.
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Frietje

unregistriert

31

Samstag, 10. September 2011, 23:32


Was heißt Normalleben?

Selbstverständlich innerhalb der eigenen Familie,Freunde ,Bekannte und dem Arbeitsleben ..

die eigenliche Normalität auch mit seinen Sorgen und Kummer,das ist ein enger Kreis der Vertrautheit.

Ich kann meinen Kummer, meine Sorgen, meine Nöte hier im Forum lassen. Ich kann, wenn ich es will, mich hier aussprechen. Genauso kann ich hier über meine Vergangenheit schreiben und ich sehe, das ich nicht allein da stehe. Das mache ich, weil ich hier Verständnis finde, weil ich kein Einzelschicksal bin.

Das mag sein,wenn man ganz alleine ist und die Nähe von Menschen sucht mit den gleichen Bedürfnissen und Befindlichkeiten.

Aber wenn ich den Rechner runter fahre, geht mein Leben weiter. Ich gehe meiner Arbeit genauso nach wie vorher, kümmer mich um all die kleinen und großen Dinge die im Alltag anfallen, ohne in meine Vergangenheit zurück zu fallen.

Das wird für Dich zu treffen und einigen anderen auch,

wie viele stehen dann mit ihren Leid danach wieder alleine da,gerade,wenn sie tatsächlich ihre Aufarbeitung beginnen

und echte Probleme haben und die Dinge anderst empfinden und sehen als manche .

Viele haben trotz ihrer Jugendwerhof- und Heimzeit ihr Leben gemeistert und wurden gerade wegen ihrer Vergangenheit gefordert und es ist aus vielen ja auch was geworden.

Das stimmt und es ist die Überzahl die was angepackt haben und das Leben voll gemeistert haben ohne einen Rückblick..

Es mag auch Menschen geben, die an ihrer Vergangenheit zerbrechen, die damit nicht zurecht kommen, mit denen sollte man sensibel und einfühlend umgehen , deren Wunden bis heute noch nicht geheilt sind,, denn wir wissen selbst wie schnell eine Wunde wieder aufreissen kann, wie verletzlich man selbst ist.
Ja bei manchen mag die Wunde noch nicht ganz geschlossen sein und genau auf die sollte man Rücksicht nehmen. Andere haben die Jahre vielleicht hart gemacht...
Nein Heimkinder sind nichts Besonderes, nur es gibt einen ganz kleinen Unterschied zu Kindern oder Jugendlichen die in Normalen Familien aufgewachsen sind,


Was sind denn normale Familien mit dem feinen kleinen Unterschied....sicherlich gibt es noch die unbeschwerte Kinder-und Jugendzeit

und dennoch ist in den meißten Familien heute keine Normalität zu finden,umsonst gibt es nicht auch heute noch Einrichtungen

für gestrauchelte Jugendliche,wo natürlich sich die Eltern in Unschuld wiegen.

nämlich den, das sie schon als Kinder teilw. durch die Hölle gehen mussten und das Böse schon im kleinsten Kindesalter erleben mussten.

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zicklein (16.09.2011)

gerhardt

unregistriert

32

Sonntag, 11. September 2011, 08:55

noch etwas zum Thema "Schwererziehbar"

Rainer Maria Rilke sagte zum Kindsein in einem seiner Gedichte treffend:
Du musst das Leben nicht verstehen,
doch lass es jeden Tag geschehen,
dass du von jedem Windeswehen
dir viele Blüten schenken lässt.
Sie zu sammeln oder gar zu sparen
liegt nicht im Kindessinn,
du hältst in deinen jungen Jahren
nach neuen Blüten deine Hände hin.
Träume, was du träumen willst,
wünschen darf man viel,
doch vergiß dass Eine nicht,
auf dem Weg zu deinem Ziel.
Vieles liegt in deiner Hand,
habe Mut, nutz den Verstand.
Ein Rest aber bleibt, das bedenk,
versteh das Leben als Geschenk.

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gerhardt

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33

Freitag, 16. September 2011, 10:07

Schwer erziehbar?.... oder schon im Kindesalter durch familiäre Umstände von den Behörden als solche abgestempelt?

Schwer erziehbar!?
Viele Kinder meiner Generation deren Eltern im Krieg verschollen, getötet oder sogar in den Gefängnissen der russischen Besatzer einsaßen hatten mitnichten die Chance familiäre Obhut und elterliche Erziehung zu genießen. In den sogenannten staatlichen Fürsorgeeinrichtungen, später wurde auch wieder das Wort Kinderheim dafür verwendet, selektierten sich die Erziehbaren und Nicht- oder Schwererziebaren nach Gutdünken der Behörden, sprich Jugendämter.
Gründe als schwer erziehbar eingeschätzt zu werden gab es zu Hauf.
ADS (Aufmerksamkeits-Defizit_Syndrom) behaftete Kinder oder Kinder mit legasthenischer Veranlagung galten prinzipiell als schwer oder sogar nicht erziehbar, dabei spielte das Alter nur eine untergeordnete Rolle.
Zunächst versuchte man in den ersten Nachkriegsjahren den Nimbus der Heime von nationalsozialistischer Erziehungsmethodik zu reinigen, verfiel aber schon kurze Zeit später in ein ebenso indiskutables System nach Vorbild russischer Heimerziehung im Osten. Selbst im Westen setzten sich althergebrachte Erziehungsmethoden aus den Vorkriegsjahren wieder durch.
Da ich im Osten Deutschlands in Heimen und Werkhöfen meine Kinder- und Jugendjahre verbrachte, demzufolge nur die sozialistische Erziehung erfuhr, steht es mir nicht an spezialisierte Vergleiche zum anderen Teil Deutschlands vorzunehmen.
Die Heimerziehung im Osten war seit 1949 geprägt von der Vorstellung Kinder zu willige, dem Staat treu ergebene, Bürger zu erziehen. Dies versuchte man zum Einen durch Infiltrierung mit sozialistischem Gedankengut, nach Art Makarenko. Wenn diese Methode keinen Erfolg zeigte, sollte Strafe und Zwang Kinder zu Sozialisten formen. Jeder individuelle geistige Widerstand dagegen hatte zur Folge, dass der oder die Betroffene als schwer erziehbar eingestuft wurde und in dafür speziell geführte Heime, sogenannte Spezialkinderheime, verbracht wurde.
Das Leben in diesen Erziehungseinrichtungen unterschied sich wesentlich von anderen, sagen wir normalen, Heimen. Zumindest kann ich dies aus eigener Erfahrung der Jahre 1952 bis 1962 in Anspruch nehmen.
Lg

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Sonntag, 18. September 2011, 13:26

Mein Sohn studiert in Frankreich Germanistik und meine Tochter in Amerika Pädagogik.

Alle Achtung. Germanistik in F. Das kann nur bedeuten, dass man in D wohl kein richtiges Deutsch mehr gelehrt bekommt, wenn man schon im Ausland seine Muttersprache studieren muss. :rolleyes: Wenn aber die Tochter in U.S.A. vermutlich, Pädagogik studiert, dann hoffe ich für sie, dass sie dort richtig aufgehoben ist, das Fach in den Nordstaaten studiert und nicht etwa in den Südstaaten, also in denen, in denen noch gewisse fragwürdige Disziplinarmaßnahmen an vielen Schulen gepflegt werden. :huh: Das muss man wohl nicht näher erläutern.

Fragwürdig ist es sowieso, wieso man sogenannte Schwererziehbare mit solchen Maßnahmen erziehen will oder wollte. Da war man doch in den Staaten hinter dem Eisernen Vorhang ein kleines Stück weiter, denn dort wurde es immerhin auf dem Papier stehend, verboten, Kinder zu schlagen. Ob dem auch immer so war, wie es das Gesetz vorschrieb, werden diejenigem am besten wissen, die dennoch solche schmerzlichen Erfahrungen gemacht haben.

Leider, und das haben viele zuhauf erfahren müssen, wurden sie, wie Gerhardt es just mit anderen Worten schrieb, im Geiste vergiftet, denn, wer derart drangsaliert wurde mit sogenanntem sozial. Gedankengut gefüttert wurde, sich dagegen gewehrt hatte, bekam nicht selten zu spüren, dass er kollektiv umerzogen werden müsse und als schwererziehbar eingestuft wurde, obwohl ganz andere Ursachen für diese Diagnose angefallen sein dürften. Wahrscheinlich war man damals einfach nur unwissend genug, genug kindern alternativ eine sogenannte sozialistische geprägte Heimerziehung angedeihen zu lassen. :rolleyes: Wahrscheinlich aber auch nur, war nicht alles schlecht, was hier oder dort geschah.. :S

Als "Schwererziehbar" galten ganz sicher Außenseiter, die weder hier, noch dort richtig hineingehör/ten. :rolleyes: So etwas soll sich ein Leben lang forsetzen, wenn ihnen erst einmal die Anlagen dafür eingeimpft wurden. Andere wiederum sollen auch ganz angepaßt und gute Staatsbürger geworden sein, immer treu und redlich...

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Sonntag, 18. September 2011, 15:33

Leider lässt sich die Frage von schwer erziehbaren Kindern in solch einem Forum nicht klären.,dazu bedarf es einer speziellen Ausbildung. Für alle die mit diesen Fragen nicht so richtig vorwärts kommen, wäre es gut sich an die eigens dafür geschaffenen Beratungsangebote zu wenden. Die jeweiligen Landesbeauftragten für die Stasiunterlagen der ehemaligen DDR sind dabei die ersten Ansprechpartner. Von dort werdet Ihr an die entsprechenden Mitarbeiter weiter geleitet. Das Land Thüringen ist in dieser Angelegenheit führend. Aber auch Sachsen wird demnächst in der Beratung nachrüsten. Dieses Angebot ist verbindlich und seriös. Die Inanspruchnahme dieser Beratung ist in jedem Fall kostenfrei. Ich könnte noch viele andere Dinge hier anführen, aber das ginge dann zu weit. Jeder von Euch hat eine ganz persönliche und individuelle Sicht der Dinge und so wird es auch bei der Beratung sein.



mfg Slow

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Sonntag, 18. September 2011, 15:47

Diese Beratungsstellen kommen, wenn denn viel zu spät, warum sollte ich nach fünfzig Jahren noch darüber nachdenken, ob ich schwererziehbar war oder nicht.!?

Jetzt wollen andere wieder Geld machen, in dem sie uns, an irgendwelche Beratungsstellen weiterleiten, obwohl man nichts mehr daran ändern kann.!
Sie sollten lieber dafür sorgen, das solches Schicksale nicht wieder geschehen und jedem Kind solche Hilfen zur Verfügung stellen, die nur wenigen bis jetzt geboten werden.

Schwererziehbar ist ein Begriff von Erwachsenen, die sich der Probleme von Kindern nicht annehmen können oder wollen.

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Bodo Kühn (18.09.2011), WernerR (18.09.2011)

Sindbad

unregistriert

37

Sonntag, 18. September 2011, 16:23

warum sollte ich nach fünfzig Jahren noch darüber nachdenken, ob ich schwererziehbar war oder nicht.!?



Sazeni

Genau darum geht es doch in diesem Thema..........um das Nachdenken ob ich Schwererziehbar war oder nicht............oder nicht ???
Natürlich interessiert es mich gerade auch nach zig Jahren warum ich so eingestuft wurde.




Slow

Deinen Beitrag verstehe ich nicht so richtig.......was haben Beratungsstellen mit dem Gedanken eines Jeden zu tun der sich fragt war ich oder war ich nicht Schwererziehbar.......Hier geht es nicht um ein Hilfeersuchen, hier geht es nur um die Frage ....warum wurde ich als Schwererziehbar eingestuft. Dies kann nur von denen Beantwortet werden die unmittelbar an dieser Entscheidung dabei waren...........Noch etwas....die sogenannten Beratungsstellen......um es mal milde auszudrücken kannste alle in die Tonne kloppen.......

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Bodo Kühn (18.09.2011), WernerR (18.09.2011)

38

Sonntag, 18. September 2011, 17:29

Damit fange ich nicht erst nach fünfzig Jahren an, so denke ich, denn es gibt nichts, was du nun daran ändern kannst, dass dich Menschen so beurteilt haben.
Sinnlose Zeitvergeudung, denn niemand wird dir wirklich Rede und Antwort stehen, reden sich bloß alle raus.
Nimms aber nicht persönlich, meine Stimmung ist gerade nicht so gut und wenn ich lese, wie wir uns immer wieder damit quälen, warum wieso weshalb, zieht es mich nur mehr runter. Der Erziehungsstil war vorgegeben und alle die nicht reinpassten wurden als schwer erziehbar abgestempelt, so ist es auch heute noch. :)

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Bodo Kühn (18.09.2011), WernerR (18.09.2011)

Sindbad

unregistriert

39

Sonntag, 18. September 2011, 17:40

Damit fange ich nicht erst nach fünfzig Jahren an,

Wieso nicht ?

Ich habe 35 Jahre gebraucht um mich wieder mit dem Thema Heim zu beschäftigen..................warum ?.......keine Zeit,... ;( .....keinen Bock,... ;( .... kein Internet. :D

Sazeni.............deine Stimmung ist nicht so gut ?.....................sag.... was kann dich aufheitern............ ?(

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Bodo Kühn (18.09.2011), WernerR (18.09.2011)

40

Sonntag, 18. September 2011, 17:44

das man stimmung zum thema heim haben muss
ist mir nicht ganz neu

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WernerR (18.09.2011)

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