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bin ich Schwererziehbar? Was war(h) ICH?

Antworten im Thema: 52 » Der letzte Beitrag (22. September 2011, 21:06) ist von Frietje.

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Slow

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41

Sonntag, 18. September 2011, 18:38

Es sei jedem freigestellt ob er die Beratung in Anspruch nimmt. Es sind auch nicht irgendwelche Beratungsstellen, womit Geld verdient wird. Es arbeiten dort wirklich für diesen Bereich qualifizierte Personen Mit dem SED-Unrechtsbereinigungsgesetz, sind die Landesbeauftragten verpflichtet diese Beratung durchzuführen und zu ermöglichen. Übrigens besteht diese Möglichkeit schon seit vielen Jahren, um sich als Betroffener dort Hilfe zu holen.


mfg Slow

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Bodo Kühn (18.09.2011), WernerR (18.09.2011)

42

Sonntag, 18. September 2011, 19:04

Slow, wir sind ein Forum für alle Heimkinder und nicht ein ostdeutsches Heimkinderforum. Wo bleiben in deiner Sichtweise die westdeutschen Heimkinder deren Schicksal für mich persönlich schwerer wiegen, als ostdeutsches Heimkind . Wo bleibt die Solidarität mit den Westdeutschen Heimkindern???

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gerhardt

unregistriert

43

Sonntag, 18. September 2011, 19:25

Erziehbar - schwererziehbar - nicht erziehbar = lohnt es sich darüber nachzudenken?

Damit fange ich nicht erst nach fünfzig Jahren an
Zunächst, und ich meine die Zeit nach der Entlassung aus einem Heim in das Leben, versucht man zu vergessen und zu verdrängen.
Für viele von uns ehemalige Heimkinder sicherlich nicht immer einfach; denn unser Leben wurde über Jahre hinweg durch Menschen geprägt, deren Verständnis für ihre Aufgabe uns die Familie zu ersetzen, uns auf das Leben als Erwachsener vorzubereiten voller abstruser und irrationaler Vorstellungen behaftet war.
So völlig auf einLeben nach dem Heim unvorbereitet, waren Zweifel am eigenen Selbstwert nicht selten und wer nicht auf die Hilfe und Unterstützung durch Freunde, Verwandte oder Familie hoffen konnte schlug mit an Sicherheit grenzender Warscheinlichkeit den Falschen Weg ein.
Diese Zweifel waren aber auch der Auslöser vieler Gedanken, nicht immer die besten, das Hintersichliegende zu verarbeiten.
Das Leben in der damaligen DDR bot weder ein Möglichkeit sich in einer Selbsthilfegruppe auszutauschen, noch staatliche Hilfe und Rat zur Selbsthilfe.
Allein gelassen mit diesen Problemen bot oft die Gründung einer eigenen Familie einen Halt. Hier war die Verdrängung schließlich vollkommen und man verschwieg sein Leben mit all seinen Erlebnissen im Heim oder wich diesem Thema so gut es eben ging aus.
Doch das Bemühen seinen eigenen Kindern ein solches Erleben zu ersparen führte gedanklich unweigerlich zur eigenen Vergangenheit zurück.
Manchmal durchlebte man deswegen im Geist das Zurückliegende und quälte sich mit der Vorstellung, schon als Kind versagt zu haben. Die alten Zweifel an sich selbst kamen dabei auf. Nicht immer der eigenen Familie dienlich!!!
Dies sind wohl auch vielerorts die Gründe, warum Menschen nach 20, 30, oder mehr Jahren das Internet als Plattform nutzen, um sich endlich von all ihren Zweifeln, ihren unbewußten Ängsten zu befreien. Die Erfahrungen und Erlebnisse als Kind in einem Heim, als Jugendlicher in einem Werkhof oder gar als Häftling in einem DDR-Gefängnis offen darzulegen, bedeutet wirkliche Aufarbeitung der innersten Gefühlswelt.
Umso weniger verstehe ich jene, die ihrem eigenen Ego frönen und ein Thema dieser Art, auch wenn der Betreff Jahrzehnte zurückliegt, leichtfertig abzutun versuchen.
Es lohnt sich darüber nachzudenken, zu sprechen und Gedanken auszutauschen. Soll sich dieses nicht für nachfolgende Generationen wiederholen, so ist es nur zu richtig sein eigenes Erleben mit dieser Art von Kindeserziehung öffentlich zu machen.

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Slow

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44

Sonntag, 18. September 2011, 19:37

Für die westdeutschen Heime gab es doch den runden Tisch in Berlin, oder sehe ich das falsch. Bislang fühlten sich die Heimkinder der ehemaligen DDR im Nachteil. Jetzt wurde erreicht, dass alle Heimkinder bei Entschädigungen bedacht werden sollen. Daher ist mein Beitrag spezifisch ostdeutsch.


mfg Slow

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45

Sonntag, 18. September 2011, 19:51

Gerhardt, ich fing damit trotz Familiengründung an, nachzudenken und wie ich schrieb, bin ich wie andere, ein Ostheimkind. Ich möchte das Thema nicht kleinreden



Ich habe nur nicht wie andere verdrängt, ich habe bewusst immer meine Kinder erklärt, wenn ich erzieherisch ihnen nicht verständliche Fehler getan habe, warum ich so handle.
Ich wollte auf keinen Fall, dass meine Kinder irgendwann, ein Heim von innen kennenlernen müssen, nur weil ich es mir einfach machen wollte und sie abschiebe, nur weil ich mit irgendetwas im Leben nicht klarkomme.
Es war jedoch nur mein Weg und ich erwarte von niemanden, diesen auch zu gehen, denn heute weiß ich auch, wirkliche Hilfe wäre super gewesen, doch die hatte ich nicht und so gingen wir gemeinsam durch Höhen und Tiefen, die auch ich, meinen Kindern gerne erspart hätte.
Dafür kann ich jedoch nur mir die Schuld geben und keinen der meinen Weg begleitet hat.

Bitte seht mir nach, ich hab gerade meinen moralischen nachdenklichen Tag, da kann es passieren dass ich mich etwas umständlich ausdrücke.

Slow, Entschädigung für Ostdeutsche Heimkinder, gab es schon vor der Wende, wenn es politische Gründe hatte.

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Sonntag, 18. September 2011, 20:59

Gerhardt, ich fing damit trotz Familiengründung an, nachzudenken und wie ich schrieb, bin ich wie andere, ein Ostheimkind. Ich möchte das Thema nicht kleinreden

Ich habe nur nicht wie andere verdrängt, ich habe bewusst immer meine Kinder erklärt, wenn ich erzieherisch ihnen nicht verständliche Fehler getan habe, warum ich so handle.
Ich wollte auf keinen Fall, dass meine Kinder irgendwann, ein Heim von innen kennenlernen müssen, nur weil ich es mir einfach machen wollte und sie abschiebe, nur weil ich mit irgendetwas im Leben nicht klarkomme.
Es war jedoch nur mein Weg und ich erwarte von niemanden, diesen auch zu gehen, denn heute weiß ich auch, wirkliche Hilfe wäre super gewesen, doch die hatte ich nicht und so gingen wir gemeinsam durch Höhen und Tiefen, die auch ich, meinen Kindern gerne erspart hätte.
Dafür kann ich jedoch nur mir die Schuld geben und keinen der meinen Weg begleitet hat.

Bitte seht mir nach, ich hab gerade meinen moralischen nachdenklichen Tag, da kann es passieren dass ich mich etwas umständlich ausdrücke.

Slow, Entschädigung für Ostdeutsche Heimkinder, gab es schon vor der Wende, wenn es politische Gründe hatte.



Hallo sazeni,Dein letzter Satz stimmt nicht,denn vor der Wende hätte sich mit Sicherheit kein DDR-Heimkind geoutet,denn dann wäre es sicherlich in den Jugendwerkhof oder in den Knast gekommen.Liebe Grüße Micky

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Sonntag, 18. September 2011, 23:16

Micky, outen ein Heimkind gewesen zu sein, brachte einen nicht in den Jugendwerkhof oder in den Knast, es brachte nur eines, du standest unter ständiger Aufsicht, durftest dir keinen Fehler erlauben.
Noch etwas ich schreibe von Heimkindern, die in den Westen gingen, vor der Wende. Meist sind sie vom Knast aus, in den Westen freigekauft worden.

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Zwillinge

48

Sonntag, 18. September 2011, 23:34

Hallo sazeni,jetzt habe ich Dich verstanden :) Du hattest das Glück vor der Wende in den Westen gehen zu dürfen oder zu müssen ,aber wir im Osten so zu mindest bei mir habe ich die Klappe gehalten.Nicht umsonst durfte ich 1987 zum ersten Mal meine Oma in Witten besuchen.Meine Familie durfte natürlich nicht mit und meine Mama erst recht nicht,denn sie war alleinstehend und wollte schon immer zu ihren Verwandten.Liebe Grüße Micky

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49

Montag, 19. September 2011, 07:54

Liebe Micky,
ich bin nicht vor der Wende in den Westen, ich ging erst 2008 in den Westen und dies aus familiären Gründen, mein Kind verschlug es 2006, der Liebe wegen hin und ich zog nach.
Es gab aber genug andere, die das Land vor der Wende verließen und sie bekamen Unterstützung.

Micky ich habe nie die Klappe gehalten, denn damit hätte ich ihnen ja in die Hände spielen können, doch ich hab mich auch nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt, um die Zukunft meiner Kinder nicht zu gefährden. Ich ging meiner Arbeit nach, ansonsten kümmerte ich mich nur um meine Kinder. Politisch war ich nicht aktiv. :)

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gerhardt

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50

Dienstag, 20. September 2011, 12:40

Ostheimkind oder Westheimkind...

... welcher Unterschied, klammert man den politischen Hintergrund einmal aus, besteht hier eigentlich?
Ich denke: KEINER!!!
Auf beiden Seiten wurden Kinder aus den unterschiedlichsten Gründen, sei es als Waise, erzieherischen Gründen oder durch staatliche Willkür, in Heime verbracht.
Und, auch die Heime ansich waren sowohl im Westen als auch im Osten sehr unterschiedlich strukturiert.
Beiderseits der Grenze wurde versucht Kinder zu erziehen. Hüben wie Drüben kam es dabei zu unentschuldbaren Fehlern, zu seelischen Grausamkeiten oder sogar sexuellen Übergriffen.
Die Erlebnisberichte ehemaliger Heimkinder, ganz gleich ob aus dem Westen oder dem Osten, sind nicht zuletzt auch ein Signal und die Aufforderung Vergangenes mit allen Irrungen und Wirrungen in der Gegenwart nicht zu wiederholen.
Unser aller Leben in frühester Kindheit ist durch Heimaufenthalte manchmal in völlig anderen Bahnen verlaufen. Aber wir haben begriffen, dass es unverzichtbar ist darüber zu reden - solcherart Beiträge in den Foren richtet den Fokus auf die Heime und Einrichtungen, in denen Kinder heute ihre Erziehung erleben - sie sind aber auch zugleich Warnung!

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gerhardt

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51

Donnerstag, 22. September 2011, 17:08

Grosses Univerallexikon (Corvus Verlag Berlin) 1976

schwererziehbar,ja oder nein
um dies beantworten zu können muss man erstmal das wort erziehung zweifelsfrei definieren können
Erziehung: bewirkt die körperliche u. geistige Formung, die eine harmonische, wertegeordnete Entfaltung der Kräfte sein soll.
In allen Zweigen ist Erziehung Pflicht und Recht der Eltern und vollzieht sich zunächst in der Familie.
Anstaltserziehung (Heimerziehung) ist ein Notbehelf.
Die Familienerziehung wird durch die Gemeinschaftserziehung der Schule u. des Berufes ergänzt, deren Träger Gesellschaft, Kirche und Staat sind.
Die Erziehung gründet auf der Autorität des Erziehers und der zunehmenden Freiheit des zu Erziehenden.

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WernerR (22.09.2011)

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Steinbock

52

Donnerstag, 22. September 2011, 18:13

Die Erziehung gründet auf der Autorität des Erziehers und der zunehmenden Freiheit des zu Erziehenden.

Es gibt verschiedene Definitionen von Erziehung

Allgemeine Definition

In Meyers großes Handlexikon findet man folgende Definition:
"Erziehung, Bezeichnung für alle pädagogischen Maßnahmen durch die ein Mensch an die Normen und Wertvorstellung seiner gesamten Umwelt angepasst wird, wobei eine richtig verstandene Erziehung zu einer kritischen Haltung gegenüber der Gesellschaft und ihren Normen ermutigt. Ziel ist also die Fähigkeit, sich in der Gesellschaft zurechtzufinden und sich in ihr zu behaupten."

Im Brockhaus wird Erziehung folgendermaßen beschrieben:
"Erziehung ist im weiteren Sinne der Inbegriff für alle pädagogischen Maßnahmen und Prozesse, durch die das Kind zur Erwachsenheit (Mündigkeit) gelangt. Das Wort bezeichnet den doppelseitigen Vorgang der Einwirkung des Erziehers und die Formung des Zöglings wie auch das Ergebnis der Erziehung".

Dolchs Definition geht weiter als die der Lexika Meyer und Brockhaus. Hier wird Erziehung nicht nur auf den zu Erziehenden beschränkt, sondern auch auf den Erzieher ausgedehnt. Nach Dolch nehmen beide eine Verbesserung wahr.

"Erziehung heißen wir zwischenmenschliche Einwirkungen dann und insoweit, als durch sie eine mehr oder minder dauernde Verbesserung fremden oder eigenen Verhaltens und Handelns beabsichtigt oder erreicht wird."

Der Erziehungswissenschaftler Brezinka , hat eine sehr pragmatische und zugleich allgemein gehaltene Definition gegeben:

"Als Erziehung werden Handlungen bezeichnet, durch die Menschen versuchen, die Persönlichkeit anderer Menschen in irgendeiner Form zu fördern."


nostars.de

Im Heim war ich einer sehr autortären Erziehung unterworfen. Es wurde einfach bestimmt, was wir/ich zu tun und zu lassen hatten und es wurde uns auch nicht ein klein wenig Spielraum gegeben. Als Kind oder Jugendliche wurde mir einfach die Freiheit, auch etwas zu entscheiden einfach genommen. Als Jugendlicher nahm mir das Jugendamt diese Freiheit. Man wurde nicht gefragt und man hatte sich einfach den Entscheidungen zu fügen. Was folgte war dann eben, abhauen aus dem Heim, oder nichtgewollte Jobs hinschmeißen, Aufsässigkeit und Trotz, das widerum nicht verstanden werden wollte oder konnte und dann kurzerhand mit "Schwererziehbar", abgetan wurde.

Kam man den Entscheidungen nicht nach, folgten eben Schläge, Prügel, wegsperren u.s.w. Wir als Kinder oder Jgendliche waren den Erziehern/innen völlig egal, was mich betrifft, galt dies auch fürs Jugendamt, die Bedürfnisse und Wünsche wurden einfach ignoriert.

Was die Freiheit der Erzieher/innen betraf, weiteten sie die sogar noch aus, in dem sie Kinder missbrauchten und das durch Androhungen von Strafen, oder zwangen, selber den Missbrauch an andere durchzuführen.
Signatur von »Forengeist«
Hinweis:

Der Forengeist beinhaltet mehrere Accounts von ehemaligen Teammitgliedern,
die uns vor langer Zeit verlassen haben und welche viele Erstbeiträge von den Heimen erstellten.

Es ist somit also ein reiner Systemaccount,
hinter dem keine reale Person steht, die auf Beiträge oder PN´s antworten kann.

Seht also bitte davon ab, dem Forengeist zu schreiben, da ihr keine Antwort erhalten werdet.

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WernerR (22.09.2011)

Frietje

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53

Donnerstag, 22. September 2011, 21:06

Ich glaube schon,dass man egal in welchem Heim man untergebracht war

sich jeglichen Regeln unterwerfen mußte.

Entweder man hat gespurt oder es kamen unweigerliche Bestrafungen angefangen von Prügel bis Einzelzellen,

egal ob Ost oder West.

Für mich war es immer wichtig den eigenen Kindern eine Kindheit und Jugendzeit zu schenken,

die einem selbst verwehrt war.

Wenn ich lese,wem es nun schlimmer erwischt hat,sprich Ost oder West,

dann finde ich das Haarsträubend nicht angemessen überhaupt daran einen Gedanken zu verlieren.

Jeder hat auf seiner Weise diese Zeit weniger hart oder als abgründig tief verletzend empfunden.

Für manche ein Segen in ein Heim zu kommen...für andere die Hölle.



Der Erziehungswissenschaftler Brezinka , hat eine sehr pragmatische und zugleich allgemein gehaltene Definition gegeben:
"Als Erziehung werden Handlungen bezeichnet, durch die Menschen versuchen, die Persönlichkeit anderer Menschen in irgendeiner Form zu fördern."


Allgemein gesehen sehr einleuchtend...denn jeder Mensch hat ja ein Recht auf Förderung wenn es im positiven Sinne zu verstehen ist.

Pädagogen haben aber leider oft eine andere Empfindung für Persönlichkeitsförderung .


Gruß Frietje

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WernerR (22.09.2011)

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