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Erinnerungen an Heimeinweisung/Verlegung/Entlassung

Antworten im Thema: 15 » Der letzte Beitrag (18. Februar 2012, 21:15) ist von Raubbau.

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JW1HAL

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Stier

1

Montag, 30. Januar 2012, 17:43

Erinnerungen an Heimeinweisung/Verlegung/Entlassung

Hi,

ich habe ja in einigen Themen schon ab und zu mal was darüber gelsen, wie es dem einen oder anderen so erging, als er/sie in das Heim eingwiesen oder in ein anderes Heim verlegt wurde. Über Entlassungen habe ich ehrlich gesagt, etwas weniger gelesen.

Ich habe nun leider absolut keine Erinnerung daran, wie es genau war, was ich für Gefühle hatte, wie es mir ging oder ich aufgenommen wurde usw., weder bei meiner Einweisung, Verlegung, noch Entlassung.

Wie erging es euch so?
Wie lief das genau ab?
Was hattes ihr für Gefühle?
Wie wurdet ihr aufgenommen, von den Erziehern/Heimleitung und auch von den anderen Heimkameraden?


Gruß Jan
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1980/1981 KH "Martha Brautsch" Krosigk
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2

Montag, 30. Januar 2012, 20:05

Ich kann nur sagen, dass ich mich bei der Verlegung vom Heim in den JWH über die verschiedenen D-Heime wie ein Stück Vieh gefühlt habe.
Sooft wie ich die Schiebetür des Barkas B1000 gehört habe und "Raus hier", "Da lang" kann ich garnicht mehr zählen.....
Es war sehr schlimm.
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83-84 Jugendwerkhof "August-Bebel" Burg (Gruppe Matern)
85-87 Jugendwerkhof "August-Bebel" Burg (Gruppe Matern)
mehrere Male in den D-Heimen Berlin / Alt-Stralau und Potsdam / Am Kapellenberg

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Skorpion

3

Montag, 30. Januar 2012, 21:36

Ich kann mich daran errinnern als obs erst gestern gewesen wäre, als mein Vater der alleinerziehend war,uns drei Geschwister damals ins Heim brachte
ich war 4 Jahre alt, meine Brüder 2 und 6 Jahre alt, mein Vater gab uns ab, regelte die Formalitäten und ging, am nächsten Tag mußte er uns wieder abholen, weil wir so ein Theater gemacht haben und vor lauter schreien und weinen nicht zur Ruhe gekommen sind, den Tag darauf brachte er uns wieder in das Heim, da half das ganze schreien und weinen nichts mehr, wir haben uns in den Schlaf geweint. Ich vermisse meine Papa, er ist dann mit 46 Jahren an Darmverschluß gestorben.
Signatur von »rehlein7« Die Zeit heilt keine Wunde,
man gewöhnt sich nur an den Schmerz!

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Jungfrau

4

Montag, 30. Januar 2012, 22:33

Heimeinweisung

guten abend,

ich kam 1972 in das kinderheim FC weißkopf in Kurort Gohrisch ca.3 kilometer von meinen elternhaus entfernt.
es war eine schlimme sache man kam in die schule holte mich aus den unterricht und ich musste mit einer Frau mit fahren ins heim.meine eltern habe ich dann erstmal nicht gesehen,keine verabschiedung nichts,klar hab ich gheult ich liebte meine Mutter,auch wenn nicht alles perfekt bei uns war,im heim angekommen zur heimleitung er sagte mir das ist jetzt dein zu hause und wir sind deine familie,daswar schlimm für mich.
die heimkinder waren bis auf einige nett und freundlich,aber das sollte ich noch merken wer mich mochte und wer nicht.
die eine war befreundet mit dem sohn der heimleitung die hatte da auch was zusagen und wenn man dann nicht hörte gab es strafen,so musste ich mich immer im beisein von ihr und ihren freund waschen nackt stand ich da egal ob ich das wollte oder nicht,es war nicht schön,und dann die nächte wo der heimleiter dienst hatte waren auch nicht besser,nur in der schule da hatte ich schwierigkeiten zwischen heimkindern und dorfkindern viele mochten die kinder aus dem heim nicht.aber meine deutschlehrerin die mochte ich der hintergrund sie hatte meine geschwister schon unterrichtet und kannte mich.
es sollte 2 monate dauern dann durfte ich meine eltern wieder sehen es war für mich eine ewigkeit.
mir fällt soviel ein aber heute mache ich erstmal schluss mit schreiben.
Liebe Grüße michi

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5

Dienstag, 31. Januar 2012, 08:42

erinnerung an heimeinweisung/verlegung,entlassung

hierzu kann ich soviel sagen, ich bin als baby gleich ins heim gekommen damals noch in ein babyhaus mehr weis ich davon nicht. aber von da an bin ich von einem heim ins andere gebracht. das schlimste fuer mich war, wenn ich verlegt wurde dann geschah dies immer ohne das man es wuste, ich mochte des morgens nicht zur schule bies ich erfuhr das ich in ein anderes heim kam. ich war dann immer so boese, weil ich nicht mal mich von meinen heimkollegen verabschieden durfte, irgen wie hatte mann doch ein fraundschaft aufgebaut. die machte mich immer sehr traurig. wie ich entlassen wurde in dorsten, da ging ich ein paar tage vorher mit einem bueroangestellten neue kleidung kaufen, da bekam ich dann zu hoeren das ich die woche darrauf nach hause durfte. ich wurde mit 20.00dm und einer fahrkarte in den zug gesetzt und das wars dann. wie ich dann bei meiner mutter ankamm, merkte ich von beginn an das ich nicht wilkommen war. sie war schon informiert das ich kam. ehrlich gesagt ging es mir nach meiner heimentlassung noch schlechter. ich bekamm mein leben nicht auf der reihe, ich fuehlte mich fremd. aber das ist ein anderes thema.

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alrosch

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Jungfrau

6

Dienstag, 31. Januar 2012, 10:42

Heimeinweisung.

Es war das Jahr der Olympiade in Deutschland 1936, da kamen schwarze Limosienen vorgefahren, an unserem Elternhaus und haben meine 5 Geschwister und mich eingeladen in die Limosienen und in verschiedene Anstalten abgeliefert, wie Tiere. Bruder 15 J. alt, Schwester 14 J. alt, Schwester 11 J. alt, Bruder 9 J. alt, Schwester 4 J. alt und ich 2 J. alt. Wir Geschwister haben uns nicht mehr gesehen. :(
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Fische

7

Dienstag, 31. Januar 2012, 11:21

Das ist ja schrecklich alrosch.
Hast Du denn deine Geschwister wieder gefunden?
Schlimm,schlimm was viele Heimkinder erleben mussten.
Es wurden viele von euch nur hin und her geschoben in der Kindheit.
Versucht recht zu bekommen,denn das ist der Staat euch schuldig.
Siggi.
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Jungfrau

8

Dienstag, 31. Januar 2012, 17:04

Heimeinweisung.

Siggi, ich werde mal auf Deinen Beitrag antworten. Der "MDR" in Leipzig hat im Jahr 2008 von meiner Geschichte erfahren und dann danach geforscht, anschliessent einen Film gedreht, unter dem Titel: "Die Spur der Ahnen. Im Visier der Nazis". Erst bei dieser Forschungsarbeit habe ich alles erfahren müssen, was mit meinen Eltern und meinen Geschwistern passiert ist. Von unseren Eltern werde ich nichts berichten, nur von meinen Geschwistern. Der älteste Bruder wurde in Bernburg 1941 vergast, eine Schwester wurde sterilisiert. Die Eltern und alle Geschwister waren schon gestorben, als ich das erfahren habe. Es war die Organisation "T4" die uns 1936 abgeholt hat.
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Fische

9

Dienstag, 31. Januar 2012, 17:17

Da mich das sehr interessiert habe ich es mir mal durchgelesen was eigentlich T4 bedeutet.
Ich denke mal,das Du da immer dran dachtest und dein Leben dadurch nicht so einfach war.
Siggi
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Angi90

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Krebs

10

Mittwoch, 1. Februar 2012, 12:21

Heimeinweisung

Ich bekomme wieder mal Gänsehaut beim lesen!

Pelle, lass dir gesagt sein, das wir nicht böse waren, wir waren gegen diese Ungerechtigkeit rebellig,
da wir das ganze nicht begreifen konnten. Es wurde entschieden und keiner wurde gefragt warum auch?
Bei mir war der Wechsel in ein anderes Heim immer schlimm.
Ich wurde auch schon als Baby in ein Heim gesteckt, das hat mir meine Cousine erzählt.
Danach ging es von ein Heim ins andere, da ja die Heime immer nur bis zum bestimmten Alter gingen.
Entlassen wurde ich mit 16 Jahren nach 8.Klasse Abschluss, da ich dann auch meine Lehre als Näherin begann.
Dazu möchte ich noch sagen, das ich auch erst mit 8 Jahren eingeschult worden bin.
Die Hölle sollte noch nicht vorbei sein......meine Stiefmutter tat so einiges dafür!
Signatur von »Angi90« Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Mann kann ihm nur Dinge zumuten,
die er verdauen kann.

- Winsten Churchill-

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isurfnix

unregistriert

11

Mittwoch, 1. Februar 2012, 18:15

lang her das ganze einweisung und entlassung.

über die einweisung hab ich ja schon an anderer stelle geschrieben.

wenn es eine verlegung gab dann auf den schäbbes (schönbühl)

die entlassung na ja

am tag der entlassung 20.7.73 musste ich zum heimleiter hr. gramit bekam meine "papiere" und das einzige was mir
noch in erinnerung ist, ist sein letzter satz.
wir sehen uns dann in schwäbisch hall vor dem jugendgericht wieder so wie du bist dauert das nicht lange.
sorry den gefallen hab ich ihm nicht gemacht bis heute nicht. naja jugendgericht is ja eh hinfällig grins.
gruss isurfnix

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Jungfrau

12

Mittwoch, 1. Februar 2012, 18:36

Entlassung

An eine Entlassung aus irgend ein Heim, kann ich mich nicht entsinnen, denn ich bin ja immer nur abgehaun. Im Bericht Nr. 11 lese ich gerade "Schwäbisch-Hall", ?( da musste ich 6 Wochen Jugend-Arrest absitzen, davon 4 Wochen in einer einzel Zelle ;( (1953), danach ab, zum Mattenpflechten. :D
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Glocke

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Widder

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Mittwoch, 1. Februar 2012, 18:43

Erinnerung an Heimeinweisung/Verlegung

Ich wurde mehrere Male neu eingewiesen bzw. verlegt. Erst im Alter von 2 Jahren vom Säuglingsheim ins Waisenhaus, Reaktion: ich konnte weder sprechen, noch essen- nur Milch und Brötchen.
Beim zweiten Mal, wurde ich vom Heim zu Pflegeeltern gebracht, die mich systematisch fertig gemacht haben - erneute (freiwillige Einweisung ins Heim). Das dritte Mal, ein halbes Jahr später, wurde ich von einer Minute auf die andere in ein geschlossenes Heim verlegt. All die Jahre war ich nach außen stark und immer der Klassenclown, aber da zerbrach etwas in mir und ich lief laut weinend durch die Gruppen und konnte es nicht fassen. Dies war doch mein Zuhause, das Einzige das ich kannte. Für den Direktor war es nur sein
Arbeitsplatz! Ich habe ihm nie verziehen! Im geschlossenen Heim wollte ich Selbstmord begehen, was Gott sei Dank nicht geglückt ist. Aber meine Einsamkeit war namenlos!
Mit achtzehn war ich dann volljährig, bekam ich den obligatorischen Brief vom Jugendamt, daß man jetzt nicht mehr für mich zuständig sei und mir alles Gute wünsche.
Na ja, lang lang ist`s her!

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Mittwoch, 1. Februar 2012, 18:57

Damals war der Knast in Schwäbisch Hall ein uraltes Gebäude mitten in der Stadt, den gibts nicht mehr,
vor ca. 3 Jahren wurde ein riesig, nagelneuer gebaut, in einem Industriegebiet in Schwäbisch Hall, die haben da eine tolle
riesige Sporthalle wo mein Sohn mit seinem Verein 1x in der Woche zum Fussball trainieren geht, vorher werden sie alle
durchgefilzt bevor sie das Gebäude betreten.
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Skorpion

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Donnerstag, 16. Februar 2012, 14:06

Erinnerungen an Heimeinweisung/Verlegung/Entlassung

ich mußte3mal das heim weckseln mann hat seine freunde verloren die man im heim hatte im andres heim sagte mann und das wir in schulliche leistung sooo weit zurücklagen .

also haben sie uns gleich als dumme kinder hingestellt das war in alle 3 heime so erst richtig runtermachen und dann langsam wieder aufbauen zuckerbrot und beitsche

bloß das ich in allen heime zur schule gegangen bin gute zeugnis erhalten habe auch in der berufschule

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Samstag, 18. Februar 2012, 21:15

Mich hatten damals 2 vom Jugendamt aus der Schule abgeholt, ich weiß nicht mehr unter welchem Vorwand und erstmal ins Durchgangsheim meiner Heimatstadt gesteckt. Meine Mutter wollte mich noch besuchen und mir Sachen bringen aber da war ich schon weiter unterwegs ins nächste Durchgangsheim. Ich war 2 Wochen unterwegs bis ich endlich an meinem Bestimmungsort ankam und realisiert hatte was hier eigentlich los ist. Selbst meiner Mutter hatten sie 2 Wochen im Ungewissen gelassen wohin sie mich verfrachten. Unglaublich, wenn das einer mit meinen Kindern machen würde, würde ich Amok laufen.

Kann mich auch noch gut an die erste Nacht errinnern, ich lag unten im Doppelstockbett und der über mir hatte seine Matratze zurückgeschlagen und sich mit mir unterhalten. Plötzlich beendete er das Gespräch und schlug die Matratze zurück und ich redete weiter auf ihn ein und wollte wissen was plötzlich los ist und da stand auch schon der Erzieher Herr Borchardt neben meinem Bett. Ich muste sofort raustreten, hab eine gepfeffert bekommen, dann hat er mich geschubst und mir die Beine weggehauen, danach durfte ich noch 2 Stunden vor seinem Erzieherzimmer stramm stehen.

Im nachhinein hatte ich erfahren das mein Bettnachbar den Erzieher in der Glasscheibe der Tür ankommen gesehen hat und deshalb das Gespräch so abrupt beendete.

Bei allem scheiß den ich da erlebt habe von seiten der Erzieher, bleibt mir als gute Erinnerung das wir Jungs alle im selben Boot saßen und dieser gewisse Zusammenhalt war auch zu fühlen.
Signatur von »Raubbau«
Es ist besser für das was man ist gehasst, also für das was man nicht ist geliebt zu werden.

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