Sie sind nicht angemeldet.

Umgang der kath. und ev. Kirche mit Missbrauchsopfern

Antworten im Thema: 2 » Der letzte Beitrag (29. März 2017, 11:26) ist von Pitterchen.

Guten Tag lieber Gast, um »Treffpunkt ehemaliger Heimkinder | Regenbogenstadt« vollständig mit allen Funktionen nutzen zu können, sollten Sie sich erst registrieren.
Benutzen Sie bitte dafür das Registrierungsformular, um sich zu registrieren. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Pitterchen

unregistriert

1

Dienstag, 28. März 2017, 09:33

Umgang der kath. und ev. Kirche mit Missbrauchsopfern

Hab vorhin 2 Mails mit folgendem Inhalt erhalten:

Theater des Schweigens

netzwerkB Pressemitteilung vom 03.03.2017 http://netzwerkb.org/2017/03/03/theater-des-schweigens/

Am 1. März 2017 trat Marie Collins, Mitglied der Kinderschutzkommission des Vatikans, die Papst Franziskus vor drei Jahren gegründet hatte, zurück. Collins war selbst als Kind Opfer von sexualisierter Gewalt durch katholischer Geistlicher geworden. Sie legte nun ihr Amt in der Kinderschutzkommission nieder wegen mangelnder Kooperation der Behörden der römischen Kurie.

Ein weiteres Mitglied der Kommission, Peter Saunders, ebenfalls ein Betroffener, hatte sich mit öffentlicher Kritik an Klerikern unbeliebt gemacht und wurde schon im Februar 2016 rausgeworfen.

Der Vorsitzende von netzwerkB, Norbert Denef, nimmt dazu wie folgt
Stellung:

Aus Sicht von netzwerkB sind wir nicht verwundert über die aktuelle Situation der Kinderschutzkommission des Vatikans, denn unsere Erfahrungen mit der katholischen Kirche in Deutschland, was die Aufarbeitung der Verbrechen von sexualisierter Gewalt betrifft, zeigen ähnliche Muster. Es wird nach wie vor verschwiegen, verleugnet und vertuscht, anstatt aufzuarbeiten.

Bischof Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz, redet seit 2010 von Aufarbeitung, Taten sind bisher nicht gefolgt.
netzwerkB hat ihm Unterlagen zukommen lassen mit komplett dokumentierten, aktenkundigen Fällen, einschließlich schriftlicher Tätergeständnisse.
Auch dies wird von ihm ignoriert. Er schweigt.

Wir von netzwerkB währen sehr erfreut wenn die deutschen Medien sich der Sache annehmen würden und darüber berichten.

Weitere Informationen:
http://netzwerkb.org/2017/03/02/lieber-papst-franziskus/


Wie der Herr, so’s Gescherr

netzwerkB Pressemitteilung vom 27.03.2017 http://netzwerkb.org/2017/03/27/wie-der-herr-sos-gescherr/

Die Päpstliche Beraterkommission gegen den ‘sexuellen Missbrauch‘ von Kindern in der Katholischen Kirche will nach dem Rückzug aller Opfer-Vertreter mit ihrer Arbeit fortfahren.

Das irische Missbrauchsopfer Marie Collins hatte unter Protest als letzte Vertreterin der Betroffenen sich aus der Kommission zurückgezogen, weil die Kongregation für die Glaubenslehre ihre Vorschläge für den Schutz von Kindern ignoriere.

Der Vorsitzende von netzwerkB, Norbert Denef, nimmt dazu wie folgt
Stellung:

Der Rücktritt von Marie Collins hätte den Chef der katholischen Kirche, Papst Franziskus, veranlassen können, sich auf die Seite der Opfer zu stellen und die angebliche Beraterkommission für gescheitert zu erklären.

Stattdessen müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass der Protest von Collins ignoriert wird und das verlogene Scheintheater der Päpstlichen Beraterkommission weiter geht.

Wie der Herr, so’s Gescherr, sagt der Volksmund und drückt damit das aus, was seit vielen Jahren im Bistum Magdeburg geschieht:

Der Bischof von Magdeburg, Dr. Gerhard Feige, wurde 2003 über die sexualisierten Verbrechen an Kindern und Jugendlichen des Pfarrers Alfons Kamphusmann in Kenntnis gesetzt. In sieben verschiedene Gemeinden hatten seine Vorgänger diesen Pfarrer immer wieder versetzt, um die Verbrechen zu verschweigen, verleugnen und zu vertuschen.

Auch Bischof Feige ist 2003 diesen Weg des Verschweigens gegangen, in dem er das Opfer, der den Mut hatte über das Erlebte zu sprechen, versuchte mit 25.000 Euro zum Schweigen zu bringen. Entweder Sie schweigen oder Sie bekommen kein Geld, so hieß es damals.

Das Opfer lehnte ab zu schweigen und nahm den Kampf mit dem Bistum Magdeburg auf. Nach zwei Jahren zermürbender Auseinandersetzung, bis hin zum Selbstmordversuch des Opfers, hat das Bistum Magdeburg auf die Schweigeklausel verzichtet. Der SPIEGEL hat im Dezember 2005 ausführlich darüber berichtet.

Eine Aufarbeitung der Verbrechen des Serientäters Alfons Kamphusmann lehnt Bischof Feige nach wie vor ab. Wir von netzwerkB haben ihn diesbezüglich mehrfach darum gebeten. Auch den Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz Bischof Ackermann haben wir mit Schreiben vom 23.09 2016 um Unterstützung gebeten. Bis heute haben wir von beiden Bischöfen keine Antwort erhalten.

Anstatt die Verbrechen Aufzuarbeiten, verschweigen, verleugnen und vertuschen nach wie vor auch deutsche Bischöfe - ignorieren die Opfer wie es der Vatikan vormacht.

Weitere Informationen:

SPIEGEL ‘Verirrte Hirten’ 5.12.205:
http://netzwerkb.org/2005/12/05/413/

Schreiben Bischof Feige, Bischof Ackermann 23.09.2016:
http://netzwerkb.org/wp-content/uploads/2017/03/2016-09-23_an-Bischof-Feige.pdf

Für Rückfragen:
netzwerkB – Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V.
Telefon: +49 (0)4503 892782 oder +49 (0)160 2131313 presse [at] netzwerkb.org www.netzwerkB.org

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

sterni (28.03.2017)

2

Dienstag, 28. März 2017, 11:59

Heute erlaube ich mir mal eine gepflegte Portion Sarkasmus - und was sonst noch dazu gehört.

Pitterchen, glaubst du wirklich allen Ernstes, dass die Kirchen an einer vernünftigen Aufarbeitung der von ihnen begangenen Taten interessiert? Guck dir doch mal das ganze Hick-Hack an. Das zieht sich durch alle Ebenen.

Es sind verbitterte alte Männer - und Frauen, die entweder gezwungenermaßen oder auch freiwillig ein Leben gewählt haben, von dem sie erst nach Jahrzehnten begreifen, was wirklich dranhängt. Raus - können sie kaum, denn sie haben seinerzeit alles aufgegeben, was mal Bestandteil eines früheren Lebens war. Manche Sachen lassen sich aber nicht so einfach aufgeben. Dazu gehört Sexualität und wenn man die unterdrücken muss, weil irgend ein Papst 1400 anno Piependeckel unglücklich verliebt war, dann ist das wider die Natur. Dann stehen diese Leute zwischen zwei Fronten.

Mitleid habe ich da nicht, denn jeder dieser Menschen hat eine Kindheit und zumindest das Abitur absolviert, ehe er Priester o. Ä. geworden ist. Die Leute sind einer Lüge aufgesessen, die es unbedingt gegenüber der Öffentlichkeit zu erhalten gilt. Ob andere unter ihren Taten oder Lügen leiden, ist doch schnurz. G.tt wird es ihnen vergelten...

Unglaublich, diese Naivität.

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

sterni (28.03.2017), Günter1953 (28.03.2017)

Pitterchen

unregistriert

3

Mittwoch, 29. März 2017, 11:26

Du hast völlig Recht Kliv und ich sehe das so wie Du.

Niemand hat ein wirkliches Interesse an Aufarbeitung.
Stattdessen wird vertuscht, geheuchelt und gelogen, bis sich die Balken biegen und darüber hinaus.

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

sterni (29.03.2017)

Counter:

Hits heute: 30 617 | Hits gestern: 45 241 | Hits Tagesrekord: 68 010 | Hits gesamt: 25 912 209 | Hits pro Tag: 8 686,73 | Klicks heute: 35 430 | Klicks gestern: 54 792 | Klicks gesamt: 145 292 639 | Klicks Tagesrekord: 338 265 | Klicks pro Tag: 48 707,48 | Alter (in Tagen): 2 982,96 | Gezählt seit: 16. September 2010, 18:34

Legende:

Forum enthält keine neuen Beiträge
Forum enthält neue Beiträge
Forum ist geschlossen
Forum ist ein externer Link