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Missbrauchsopfern droht der Maulkorb

Antworten im Thema: 70 » Der letzte Beitrag (13. April 2012, 16:09) ist von Ralf Aust.

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micky

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Samstag, 25. Februar 2012, 00:10

Hallo zeiski,ich kann Dich verstehen,und trotzdem werde ich mich für alle ehem.Heimis dafür Einsetzen,egal ob einer einen Antrag stellt oder nicht,denn egal aus welchen Grund wir im Heim gelandet sind,haben die meisten von uns dort die Hölle erlebt. :cursing: Eigentlich hätten die Heime das Ausgleichen müssen was den Kindern zu Hause passiert ist.Liebe Grüße Micky :)

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WernerR (25.02.2012), jw1hal (25.02.2012)

geostationär

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62

Samstag, 25. Februar 2012, 00:56

Eigentlich hätten die Heime das Ausgleichen müssen was den Kindern zu Hause passiert ist

Leider ist in den meisten Fällen das Gegenteil der Fall gewesen.
Die Kinder bekamen keine Zuwendung im Elternhaus, oder bekamen Schläge weil sie ungewünscht waren, oder die Eltern ähnliches erlebt haben, wurden aufsässig, rebellisch, und kamen in die Heimhöllen um sie zu disziplinieren.
Das ist hüben wie drüben gleichermaßen geschehen. Ob dat Dingen nun St. Josef Hastenichgesehen oder Jugendwerkhof hieß ist für mich unerheblich.
Und nun will niemand von den Verursachern oder ihren Rechtsnachfolgern dafür geradestehen.

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jw1hal (25.02.2012), WernerR (25.02.2012), Ralf Aust (20.03.2012)

63

Samstag, 25. Februar 2012, 09:33

Missbrauchsopfern droht der Maulkorb

mecky jeder muß selbst endscheiden pb er ein antrag macht oder nicht ich selbst habe mich endschieden kein antrag zu machen ich habe angst das ich vor die leuten alles erzählen muß was ich in ein heim erlebt habe mit den schlagen künnte ich aber nicht mit das andere was ich 2 1/2 jahre noch erlebt habe und das war alles in 1 heim pasiert von 4 wo ich drin war in dieses heim war ich 4 jahre drin von meinen 16 jährigen heimoffenhalt kann ich leider nur was sagen was im heim passiert ist ich möchte hier nich in detei gehen was in die 2 1/2 jahren passiert ist das mußt du verstehen wenn iches hier reinschreiben würde , würdes du verstehen warum ich es nich kann

mecky ich finde es gut was du machen tust hut ab ,ich selbst habe schon aufgegeben ich lese ja wie die kirche und die politiker mit uns umspringen uns was unterschreiben lassen damit wir keine weiteren anspüche an staat stellen und das schnell wie möglich gras darüber wächst die benehmen sich wie täter und in der öffendlichkeit hört man nicht mehr

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WernerR (25.02.2012), jw1hal (25.02.2012), Ralf Aust (20.03.2012)

transporter02

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64

Montag, 5. März 2012, 23:27

opfer.täter

Ich hab nichts anderes erwartet.......... ;(

Nein ich auch nicht Mandolinchen...und langsam frage ich mich, warum der runde Tisch überhaupt ins Leben gerufen wurde. Schuldzuweisungen und Profilismus (gibt es sowas) sind und waren nur angezeigt und ich bin überzeugt davon, das das Thema Entschädigung nur als ein Alibi fungieren sollte um sich mal wieder ins rechte Licht zurücken.
Ich finde es auf deutsch gesagt sch..ße, wie man mit diesen Menschen, den schon als Kind alles genommen wurde, man auch jetzt noch das bischen Hoffnung auf Gutmachung nimmt. Es wird weiterhin mit ihnen gespielt...und ich frage mich, ob diese Leute überhaupt das Grundgesetz kennen, indem steht; Jeder „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.
Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur
aufgrund eines Gesetzes eingegriffen werden.“
Aber dieses Grundgesetz scheint nur für die Täter zu gelten, das Opfer bleibt weiterhin mit all seinen Hoffnungen und Verletzungen allein.
Sicher wäre die Einberufung des runden Tisches ein kleiner Erfolg gewesen, wenn wirklich die Interessen der Betroffenen im Vordergrund gestanden hätten...

hast du prima geschrieben.es war schon immer so,das die minderheit über die mehrheit herrsch.wann und weshalb sollte es anders sein??hab ja schon mehrfach geschrieben,das sich menschen,die nie betroffen waren,sich das recht herausnehmen,darüber zu urteilen,was sie selbst nie erleben und durchleben mussten??wahrscheinlich kennen die nicht mal dar wort SADISMUS und MENSCHENUNWÜRDIG.sie betrachten uns eben heute als erwachsene,und können sich niemals in die kindliche und jugendliche lage versetzen,denn da geschahen ja die an uns begangenen taten.wieviel narben und und unverheilte wunden wir mit uns täglich herum tragen,interessiert sie wohl wenig oder gar nicht.die werden schon das grundgesetz kennen,zumindest das,was ihnen zum vorteil gereicht.wir waren als kinder nicht geschützt,und jetzt wird gar kein interesse daran gehegt,uns recht und schutz zu gewähren.ich schreibe mal besser nicht,was ich solchen menschen wünsche.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »jw1hal« (5. März 2012, 23:43)
Grund: Zitat korrigiert


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WernerR (15.03.2012), Ralf Aust (20.03.2012)

65

Dienstag, 6. März 2012, 16:21

" Die Würde des Menschen ist unantastbar, Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt"
galt das zu unserer Heimzeit nicht ? ;(

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WernerR (07.03.2012), Ralf Aust (20.03.2012)

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Mittwoch, 7. März 2012, 19:42

Fall Elisa
Missbrauchsopfer kämpft um Entschädigung

Mit 14 wurde "Elisa" von ihrem Sportlehrer schwanger. Der Schuldirektor vertuschte den Fall - Elisa ließ das Kind abtreiben. Nun fordert die Anwältin von „Elisa“ Geld vom Land Hessen.

Muss das Land Hessen einer jungen Frau Entschädigung zahlen, die als 14-Jährige von ihrem Sportlehrer geschwängert, zur Abtreibung gedrängt und noch lange danach von dem 30 Jahre älteren Mann massiv bedrängt worden war?

Die Anwältin der heute 31-Jährigen jedenfalls hat eine solche Entschädigungsforderung an das hessische Kultusministerium gerichtet. Das war Ende Januar.

„Ich lese immer wieder von Opfern, die Entschädigung bekommen“, sagt Sibylle Schwarz und verweist auf Fälle wie der katholischen Kirche, der Odenwaldschule oder misshandelter Heimkinder. „Und wir haben bis heute noch nicht einmal eine Antwort, ob die Forderung zur Kenntnis genommen wurde“, sagt Schwarz.

Die Wiesbadener Anwältin vertritt die 31-Jährige, die den Leserinnen und Lesern der Frankfurter Rundschau als „Elisa“ bekannt ist. Sie hatte vor zwei Jahren die Geschehnisse aus den Jahren 1995 bis 1998 in der Rundschau öffentlich gemacht.

Das Kultusministerium bestätigt auf Anfrage den Eingang des Briefes von Rechtsanwältin Schwarz. Allerdings, so heißt es weiter, stehe eine Konkretisierung der Schadenersatzforderungen noch aus. Bis dahin könne man dazu nichts Weiteres sagen. Gegen Elisas Sportlehrer läuft seit dem vergangenen November ein disziplinarrechtliches Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Wiesbaden.

Seine Anwältin Jutta Cromm sagt, ihr Mandant sei aufgrund seines sehr schlechten Gesundheitszustandes nicht verhandlungsfähig. Der Lehrer ist deshalb schon längere Zeit nicht mehr im aktiven Schuldienst.

Es gibt noch mehr Beteiligte

„Es geht darum zu prüfen, ob dem Lehrer die Ruhestandsbezüge aberkannt werden sollen“, sagt Gerichtssprecherin Patricia Evers. Dies könnte der Fall sein, wenn die Vorwürfe gegen ihn so schwer wiegen, dass er aus dem Beamtenverhältnis entfernt würde. Möglich wäre auch eine anteilige Kürzung seiner Bezüge. Oder die Einstellung des Verfahrens. Mit einer Entscheidung, so Evers, sei ab Spätsommer zu rechnen.

Nach Ansicht von Anwältin Schwarz muss auch geprüft werden, welche Schuld andere Beteiligte auf sich geladen haben. So hatte eine Lehrerin, die noch heute an der Schule unterrichtet, Elisa zur Abtreibung begleitet – kurz nach deren 15. Geburtstag. Und der damalige Schulleiter, heute im Ruhestand, hielt die Angelegenheit unter der Decke.

Gegen die beiden indes wird nicht ermittelt, bestätigt Gerichtssprecherin Evers. „Wir warten ab“, sagt Ulrich Kirchen, kommissarischer Leiter des Staatlichen Schulamts Wiesbaden, das für die beiden Pädagogen zuständig ist. Erst einmal, so Kirchen, müsse geklärt sein, wie das Verfahren gegen den Sportlehrer ausgehe. Danach werde geprüft, ob auch gegen die Lehrerin und den Ex-Schulleiter ein Disziplinarverfahren eröffnet werde: „Wir wollen das rechtlich sauber machen.“

Nicht nur Rechtsanwältin Schwarz, die Elisa vertritt, sondern auch die Anwältin des Sportlehrers hält dies für unbefriedigend. „Vor 16 Jahren hat man an der Schule alles zugedeckt, und nun wird niemand anderes als mein Mandant belangt“, sagt Jutta Cromm. Mit etwas Gerechtigkeitssinn müsste es auch um die anderen Beteiligten gehen.

Quelle: Frankfurter Rundschau

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WernerR (07.03.2012), Ralf Aust (20.03.2012)

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Mittwoch, 14. März 2012, 23:06

das ist doch gang und gäbe

mega schlimm,was der elisa angetan wurde,aber aus eigener erfahrung weiß ich,das es nichts neues ist,alles vertuschen und verschleiern zu wollen,und auch noch als lügner dargestellt zu werden.wie können solche mi..schweine überhaupt noch so frei rumlaufen??und wie dezent alles geregelt wurde ist doch schon ein skandal.ne 14jährige so seelisch zuzusetzen ist doch unter aller würde.und solche menschen bekommen noch staatliche gelder.und die junge frau muß dafür kämpfen.wird sich denn jemals etwas in der deutschen gesellschatf diesbezüglich ändern????

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WernerR (15.03.2012)

Ralf Aust

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68

Montag, 19. März 2012, 16:31

Zum Thema Missbrauch und Misshandlung.

Es waren ja nicht nur die Katholische Kirche in schuld, sondern die Ämter und Behörden waren in aller erster stelle in schuld, denn Sie haben ja bei uns die Vormundschaft übernommen und waren Schiermherr gewesen. Man will nur Verschweigen, dass wir in den 60er Jahren auch Leute in den Slbst Mord getrieben haben, die wir Verloren haben und Heute noch daran denken. Es wurde ja auch nicht lange gewartet, ob wir im Heim rein kommen mußten oder nicht. Wir wurden erst garnicht gefragt. Ich muss den Runden Tisch in Berlin die frage stellen was die Behörden und Ämter mit Freiheitsberaubung, Körperferletzung und Seelische grausammkeit halten.

Gruß

Ralf Aust


Drei Bundesministerinnen, 60 Experten: Am Runden Tisch zum Missbrauch stehen die Interessen von Institutionen und Parteien im Zentrum, nicht die der Opfer. Jetzt geht es um mögliche Entschädigungen. Etliche Betroffene haben ganz andere Probleme: Sie sehen sich Klagen mutmaßlicher Täter ausgesetzt.

Nachzulesen bei Spiegel online.de

Edit: Habe den Text leider editieren müssen.

Bei einer telefonischen Nachfrage wurde mir nochmals bestätigt, dass wir keine Texte von Spiegel-Online vollständig übernehmen dürfen.

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WernerR (19.03.2012)

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Löwe

69

Dienstag, 20. März 2012, 07:25

Katholischer Missbrauchsbeauftragter schont Pädophile

18.03.2012
Bischof Ackermann
Katholischer Missbrauchsbeauftragter schont Pädophile
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann beschäftigt nach SPIEGEL-Informationen in seinem Bistum sieben als pädophil aufgefallene Pfarrer. Einer von ihnen soll sexuelle Beziehungen zu einem Schüler gehabt haben, zwei weitere sind wegen Besitzes von Kinderpornografie verurteilt.

Hamburg - Der Trierer Bischof Stephan Ackermann ist der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofkonferenz und hatte in dieser Funktion eine "Null-Toleranz-Linie" gegenüber Sexualstraftätern gefordert. Nach SPIEGEL-Informationen verfährt er in der Praxis jedoch anders und beschäftigt Pädophile weiterhin als Seelsorger.
In seinem Bistum sind mindestens sieben als pädophil aufgefallene Pfarrer im Einsatz, darunter ein Geistlicher, der als Lehrer in einem Internat sexuelle Beziehungen zu einem seiner Schüler unterhalten haben soll, und zwei wegen des Besitzes von Kinderpornografie verurteilte Priester.

Das Bistum möchte die genaue Zahl der Priester, die im "eingeschränkten Einsatz unter Auflagen" tätig sind, derzeit nicht preisgeben. Kirchenmitarbeiter und Opfer kritisieren die Zustände als unhaltbar. "Bischof Ackermann lässt ehemalige und potentielle Täter weiter Seelsorger sein", so Thomas Schnitzler von der Opferinitiative "MissBiT". Das Risiko, dem er Kinder aussetze, sei "absolut nicht vertretbar".
Ein 72-jähriger Pfarrer, der als Seelsorger in einem Krankenhaus arbeitet, gab gegenüber dem SPIEGEL zu, immer wieder versetzt worden zu sein. Dabei sehe er seine Pädophilie selbst als riskant an: "Es ist wie eine Sucht, eine Schizophrenie", bei der er "ganze Teile des Bewusstseins" ausschalte. Seine Vorgesetzten hätten es zwar gut mit ihm gemeint. Die Perspektive sei aber "einseitig nicht auf die Opfer, sondern auf die Interessen der Kirche gerichtet" gewesen.

"Für eine einzelne Seele gibt es keinen Preis"Auf einem Kongress in Rom beschäftigten sich erst vor wenigen Wochen ranghohe Katholiken mit dem Missbrauchsskandal. Denn die zahlreichen bekannt gewordenen Fälle von Kindesmissbrauch haben die katholische Kirche nach Schätzungen von US-Experten mehr als zwei Milliarden Dollar (etwa 1,5 Milliarden Euro) gekostet. Zwei Mitarbeiter eines US-Hilfswerks schätzten diese Summe als "vermutlich vernünftig" ein. In ihre Rechnung bezogen Michael J. Bemi und Patricia Neal demnach die Kosten für Entschädigungen, Untersuchungen, Prozesse und die Behandlung von Opfern ein.
Diese Summe stehe jedoch "in keinem Verhältnis" zum Leid der betroffenen Kinder und Erwachsenen, sagten sie. "Für eine einzelne Seele gibt es keinen Preis." Bemi und Neal wiesen die Konferenzteilnehmer auf zahlreiche psychische Krankheiten hin, unter denen die Opfer leiden, ihre langwierige Behandlung und auf die angerichteten innerfamiliären Schäden.
Papst Benedikt XVI. hatte die viertägige Konferenz in der Päpstlichen Universität Gregoriana eröffnet.
(Quelle: spiegel.de)
Das ist die eine Seite der Medaille und die andere Seite sieht etwas anders aus und zwar so:

19.3.2012
Bischof Ackermann räumt nach "Spiegel"-Vorwürfen Klärungsbedarf ein
Gratwanderung im Umgang mit den Tätern
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann weist die "Spiegel"-Kritik gegen seine Arbeit als Missbrauchsbeauftragter zurück. Gleichzeitig räumt er im domradio.de-Interview ein, dass die Frage nach dem Umgang mit Tätern neu gestellt werden muss.

domradio.de: Was sagen Sie zu den Vorwürfen, die "Der Spiegel" erhebt?
Ackermann: Ich habe den Eindruck, dass "Der Spiegel" versucht, das Thema wieder neu in die breite Diskussion zu bringen und eine neue Empörung zu erzeugen - allerdings mit bereits bekannten Tatsachen, die keinen Neuigkeitswert haben, aber neu zusammenstellt und gedeutet wurden.

domradio.de: Stimmt es denn, dass die Interessen einseitig auf die Interessen der Kirche ausgerichtet sind - und nicht die der Kirche?
Ackermann: Man muss bei dem Artikel sehen, dass Vergangenheit und heute zusammengeschoben werden. Dadurch wird der Eindruck erzeugt, was früher praktiziert wurde, gilt heute weiterhin: dass der Schutz des guten Rufes der Kirche vor den Blick auf die Opfer das Handeln bestimmte. Das kann man heute wirklich nicht mehr sagen. Aber durch die Darstellung in dem Artikel klingt es, als gälte das unverändert so, auch durch die mit den Tätern geführten Interviews.

domradio.de: Können Sie erklären, wo die Schwierigkeit für Sie als Missbrauchsbeauftragten liegt, pädophile Priester, die nicht verurteilt sind, weiter zu beschäftigen?
Ackermann: Der Punkt ist der, dass wir mit breiter Beteiligung - auch der von Experten aus dem außerkirchlichen Raum - 2010 die Leitlinien überarbeitet und dann in Kraft gesetzt haben. Mit Blick auf die Täter versuchen wir hier den richtigen Weg zu finden, nämlich den der null Toleranz gegenüber dem Verbrechen sexueller Gewalt. Da gibt es überhaupt keine Abstriche. Nur ist null Toleranz gegenüber den Tätern eine zweite Perspektive. Natürlich müssen die Taten ganz klar und angemessen bestraft werden. Aber die Fälle, über die wir sprechen, sind in den meisten Fällen verjährt. "Der Spiegel" nennt Täter, die rechtskräftig verurteilt wurden. Und die Leitlinien sehen vor, dass es nach einer forensisch-psychiatrischen Begutachtung die Möglichkeit eines Einsatzes gibt, natürlich nicht in der Kinder- und Jugendarbeit, nicht als normaler Pfarrer, sondern in eingeschränkten Feldern und mit Auflagen. Das ist der Weg, mit dem wir versuchen, mit den Tätern als Menschen und Priestern umzugehen - ohne das Verbrechen zu tolerieren. Das ist die Gratwanderung, die auch die Schwierigkeit ausmacht.

domradio.de: Wo ist die Grenze? Wann ist der Punkt erreicht, dass ein Priester ganz aus dem Dienst entfernt wird?
Ackermann: Das hängt natürlich von der Schwere des Vergehens, der Taten ab. Das Zweite ist, wenn jemand keine Einsicht zeigt; wenn Täter bagatellisieren und nicht sehen, was ihre Taten in den Opfern über Jahrzehnte bewirkt haben, wie schwer die Menschen traumatisiert wurden. Wenn sich jemand überhaupt nicht seiner Verantwortung, seiner Neigung und seiner Schuld stellt, gibt es keine Möglichkeit mehr für einen Einsatz in der pastoralen Arbeit, selbst unter eingeschränkten Bedingungen nicht.

domradio.de: Seit 2010 gibt es die neuen Leitlinien. Wo gibt es - auch mit der Erfahrung der vergangenen Jahre - Nachbesserungsbedarf?
Ackermann: Wir haben die Leitlinien ja ad experimentum für drei Jahre in Kraft gesetzt. Im kommenden Jahr steht auch die Bewertung noch mal neu an, dann wird man neu schauen müssen, ob es Punkte die Praktikabilität betreffend gibt, bei denen nachjustiert werden muss. Im Moment sehe ich keinen grundsätzlichen Änderungsbedarf. Aber eine Frage stellt sich natürlich schon: die nach der Glaubwürdigkeit. Kann ein Priester, der Missbrauchstäter geworden ist, glaubwürdig in der Seelsorge auch in beschränkten Bereichen tätig sein? Hier geht es nicht um Prävention, im Sinne von Gefährlichkeitsgesichtspunkten. "Der Spiegel" wirft vor, es sei absolut unverantwortlich, solche Männer weiter einzusetzen. Aber: Es hat hier eine Begutachtung stattgefunden. Und ich als verantwortlicher Bischof gehe noch eine Nummer sicherer als der Forensiker in seinem Gutachten und seiner Prognose. Unter gefährlichkeitsprognostischen Gesichtspunkten weise ich die Vorwürfe deshalb zurück, sie sind vollkommen überzogen. Aber der Punkt bleibt natürlich: Wie kann jemand weiter glaubwürdig als Priester arbeiten, wenn er Täter geworden ist. Das ist die Frage, der wir uns noch mal zu stellen haben.

domradio.de: Wie noch könnte man denn Priester einsetzen, die Täter geworden sind?
Ackermann: In früheren Jahrzehnten im Archiv, in der Bibliothek oder im Bereich der Verwaltung. Aber auch das ist problematisch: Jemand muss ja auch in diesen Bereichen eine Qualifikation mitbringen. Und da haben die Experten uns Bischöfen auch immer gesagt: Unter Präventionsgesichtspunkten - auch im Sinne einer Überwachung - ist es besser, wenn jemand in der Kirche als Mitarbeiter bleibt. Wenn jemand aus dem Klerikerstand entlassen wird, ist der Bischof der Verantwortung entledigt. Es kann darum gehen, zu sagen: Jemand ist Täter, er wird weggesperrt und damit Schluss. So einfach dürfen wir es uns nicht machen!

Das Gespräch führte Christian Schlegel.
(Quelle: domradio.de)
Signatur von »Hobel«
Warum liebt mich Jesus? Weil ich ja zu Ihm sagte. Und nun liebe ich Jesus auch.

„Was für eine Welt könnten wir bauen, wenn wir die Kräfte, die ein Krieg entfesselt, für den Aufbau einsetzen. Ein Zehntel der Energien, ein Bruchteil des Geldes wäre hinreichend, um den Menschen aller Länder zu einem menschenwürdigen Leben zu verhelfen.“
Albert Einstein

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Stier

70

Donnerstag, 22. März 2012, 15:59

Missbrauch und Misshandlung

Liebe Leute.

Auch ich lasse mir kein Maulkorb geben und schon erst recht werde ich mein Mund nicht halten.

Gruß

Ralf Aust

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WernerR (22.03.2012), Hobel (23.03.2012), Seelenschmerz (01.05.2012)

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Stier

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Freitag, 13. April 2012, 16:09

Missbrauch und Misshandlung

Die Ämter und Behörden haben damals ja auch mit gemacht und haben geglaubt in den Heimen wären Wunderheiler gewesen und haben in der ganzen sache mit gemacht und es war ein gemeinschafts werk gewesen zwischen den Ämter / Behörden und der Kirchen. aber weil wir das herraus bekommen haben, wollen Sie uns einen Maulkorb verpassen.



Gruß

Ralf Aust

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WernerR (13.04.2012), Seelenschmerz (01.05.2012)

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