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Kloster Johannesburg in Börgermoor

Antworten im Thema: 5 » Der letzte Beitrag (4. September 2018, 23:43) ist von Martin MITCHELL.

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Steinbock

1

Dienstag, 26. Oktober 2010, 08:22

Kloster Johannesburg in Börgermoor

Die Jugendhilfe Johannesburg ist eine katholische Einrichtung der stationären, teilstationären und ambulanten Jugendhilfe in Surwold, Ortsteil Börgermoor. Ihr Träger ist die Johannesburg GmbH, deren Alleingesellschafterin die Kinder- und Jugendstiftung der Hiltruper Herz-Jesu-Missionare im Emsland ist. In der Einrichtung werden bis zu 600 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene beiderlei Geschlechts mit unterschiedlichen psychosozialen Problembelastungen in der Altersgruppe zwischen 6 und 21 Jahren durch vielfältige sozialpädagogische, schulische und berufliche Hilfen betreut.

Im Jahr 1996 wurde die Johannesburg als „Reha-Einrichtung“ anerkannt und ist seit dem für junge behinderte Menschen ein regionales Zentrum der beruflichen Rehabilitation.

Quelle: Wikipedia

Wer war im Kloster Johannesburg in Börgermoor? An was könnt ihr euch aus dieser Zeit erinnern? Hier könnt ihr über alles schreiben, was euch dazu einfällt.
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Der Forengeist beinhaltet mehrere Accounts von ehemaligen Teammitgliedern,
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Seht also bitte davon ab, dem Forengeist zu schreiben, da ihr keine Antwort erhalten werdet.

2

Mittwoch, 4. Juli 2012, 14:08

Ich war da von 1965 bis 1972.

"War eine schöne zeit da. Morgen Schule, und Mittags sind wir auf den Abenteuerspielplatz." Scherz gemacht!

8 Uhr antreten zum Appell dann bis 10 Kartoffeln Schällen.
Dann raus in Moor Torf auf setzten oder um setzten je nachdem was an lag.
Und kurz vor Arbeitsende noch ein paar Loren laden, und mit zur Verladestation bringen.
Für 5 reihen mehr auf setzten bekam man eine Zigarette. (ich nicht war ja erst 12 einhalb Jahre alt)

Ich war der Jüngste der je da eingewiesen worden, sonst erst ab 14.

Für Heute reicht es mal.

Gruß Melker

Es haben sich bereits 3 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

jw1hal (04.07.2012), WernerR (05.07.2012), Martin MITCHELL (04.09.2018)

3

Montag, 10. Februar 2014, 16:25

Von der Johannesburg soll man für jeden Monat die man da war 300€ bekommen! habe ich von einem Freund der auch da war über eMail zugesand bekommen.

Gruß Melker

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Löwe

4

Dienstag, 4. September 2018, 04:20

Kloster Johannesburg in Börgermoor

.
"Börgermoor, Kloster Johannesburg" | "Kloster Johannesburg, Börgermoor"
Kette von sehr nahegelegenen Konzentrationslagern in den dortigen Mooren im Dritten Reich in der ganzen Umgebung.
Nachkriegsdeutsche katholische Erziehungsanstalt im Börgermoor, Papenburg.
Nackriegsdeutscher Zeitzeuge Josef Dorsten bezüglich demKloster Jonnesburg“ @
http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Dem-Zoegling-Dankbarkeit-mit-dem-Zuchtstock-eingeblaeut_-_Josef-Dorsten-erzaehlt-aus-seiner-Zeit-in-der-kath-Erziehungsanstalt-Johannesburg-im-Boergermoor-bei-Papenburg.php

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Löwe

5

Dienstag, 4. September 2018, 11:05

Kloster Johannesburg in Börgermoor

.
Weiterführend zum unmittelbar vorhergenden Beitrag hier in diesem Thread, getätigt von mir in den heutigen frühen Morgenstunden: Beitrag Nr. 4.

"Börgermoor, Kloster Johannesburg" | "Kloster Johannesburg, Börgermoor"

Surwold-Börgermoor, Kloster Johannesburg (Erziehungsanstalt) (katholisch)

»Surwold ist eine Gemeinde im äußersten Norden des Landkreises Emsland im westlichen Niedersachsen (Deutschland). Sie ist Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Nordhümmling, deren Verwaltungssitz Esterwegen ist.« ( QUELLE: https://de.wikipedia.org/wiki/Surwold )
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Löwe

6

Dienstag, 4. September 2018, 23:43

Kloster Johannesburg in Börgermoor

.
HEIMKINDER-FORUM.DE: Beitrag von Boardnutzer »frankbiermann« vom Sa. 03.01.2015, um 12:36 Uhr:

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Hi Marbot, ich frage mich gerade wie ein Mann aus Haselünne nach Börgermoor kommt. Ich war ja auch dort, Ende der 50er. War vorher u.a. in Klausheide, da hätte ich Dich eher vermutet. Ich bin in Börgermoor gelandet, weil kein Heim Westfalens mich mehr aufnehmen wollte. Nach langem Hin und Her hat sich Börgermoor bereit erklärt mich aufzunehmen. War anfangs in der Gruppe Friedburg bei diesem ominösen Bruder Hiltrup, später gemeinsam mit Bruder Köster. Voll im Torf gearbeitet. Später dann Gruppe Junghorst und bin dann in der hauseigenen Druckerei eine Druckerlehre angefangen. Aber auch Börgermoor konnte mich nicht halten und ich war mehr auf Walze wie dort. []
.

HEIMKINDER-FORUM.DE: Beitrag von Boardnutzer »frankbiermann« vom Sa. 03.01.2015, um 17:32 Uhr:

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Stimmt, Hiltrup hatte immer seine Lieblinge. Die durften dann immer im Bruderzimmer Cigaretten drehen. Ich stand mit ihm auf ewigem Kriegsfuß. War eben der Rebell dort. Im Torf habe ich regelmäßig Loren entgleisen lassen und somit zusätzliche Pausen geschaffen. Ja habe da Bilder gesehen. Hat sich viel verändert. Bruder Köster war damals noch blutjunger Neuanfänger gewesen. Ich mochte ihn damals nicht, war ein eigenartiger Mensch. Damals war der Pater Direktor Güldenberg oder so.
.

HEIMKINDER-FORUM.DE: Beitrag von Boardnutzer »frankbiermann« vom Do. 08.01.2015, um 18:27 Uhr:

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Hi Mabot, hi Egon, nun den van der Zanden kannte ich nur aus meiner Wettringer Zeit. Drecksack hoch drei. Eine Ohrfeige hatte ich mal von ihm bekommen, dann nie wieder, bin ihn damals gleich angegangen und ihm versprochen beim nächstenmal die Kehle durchzubeißen. 1 Woche D-Zug war die Folge.
Nun Marbot, für unsere Arbeit gab es Null und es war verdammt hart im Torf. Ob Regen Schnee oder Sonne, es ging raus in den Torf. Im Sommer wenn der Torfbagger Torf gestochen hat und der Scheiß da in Reihen lag ging es los. 80 Reihen waren Soll. Dann später vor dem Sodensammler, Soden draufschmeißen aufs Band und da wurden die Mieten angelegt, von denen wir den Torf per Gitterlore reinkarrten. Immer zwei Mann an der Lore. Druck ohne Ende. Und gnadenloser Sklaventreiber war da der Bruder Hiltrop, der schwule Etwas. War dick und warm eingepackkt mit seinen Kommißstiefeln. Stand da wie ein SS Scherge und wachte über alles mit seinen Adleraugen. Oh wie habe ich das Moor gehaßt. Habe auch immer Sabotage hoch drei betrieben. An den Loren, an den Schienen. Jedes Stündchen was ich so für uns rausschinden konnte war ein Gewinn, []. War nicht schön, Nein.

.

.
Die Arbeit in den Mooren war schon immer eine schlecht bezahlte Knochenarbeit. Nur wer wirklich keine andere Möglichkeit sah, sein Leben zu fristen, ging freiwillig ins Moor.

Kriegsgefangene wurden bereits im 1. Weltkrieg in die zahlreichen Moore Norddeutschlands geschickt. Streng bewacht und oftmals misshandelt, kultivierten sie große Flächen für die deutsche Landwirtschaft und bauten gleichzeitig den Torf ab, der in erster Linie als Brenn- und Energiemittel zum Einsatz kam.

In Nazi-Deutschland wurden hauptsächlich Kriegsgefangene und KZ-Insassen und natürlich Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen zu Moorarbeiten herangezogen. Streng bewacht, unterernährt, misshandelt, ließen viele ihr Leben im Moor.

Berühmt-berüchtigt wurde das Börgermoor bei Papenburg durch das Lied „Die Moorsoldaten“:


Zitat

.
„Hier in dieser öden Heide
ist das Lager aufgebaut,
wo wir fern von jeder Freude
hinter Stacheldraht verstaut.
Wir sind die Moorsoldaten
und ziehen mit dem Spaten
ins Moor.

.

( Dies ist die 2. Strophe des Liedes, die hier von mir zitiert wird; der ganze Text ist hier zu finden @ http://www.diz-emslandlager.de/moorlied.htm )

In der Nachkriegszeit wurden sofort Kinder und Jugendliche aus den umliegenden Heimen (besonders „Johannesburg“ und „Freistatt“) in den Mooren zur Arbeit herangezogen. Auch für diese galt: härteste Arbeit, unzureichende Ernährung, kein Lohn für die Knochenarbeit, strengste Bewachung, schlechte Unterbringung, schlechte Kleidung, Misshandlungen durch die “Aufseher”.

Wie dies in den Nachkriegsjahrzehnten für westdeutsche Heimzöglinge in westdeutschen Heimen aussah, spiegelt sich jetzt sehr realitätsnah im aktuell in deutschen Kinos laufenden KINOSPIELFILM "FREISTATT" wider.

Wer sich hier weigert, von Zwangsarbeit zu reden, ist entweder geschichtsblind oder schlicht bösartig!


Torfgewinnung und Torfverarbeitung in deutschen Mooren und Torfwerken - ORTE DER ZWANGASARBEIT
(mit nahegelegenen staatlichen und kirchlichen Heimen/Erziehungseinrichtungen/Anstalten/Lagern zu diesen Torfabbau- und Torfproduktionsstellen)

( Diese Liste ist nicht unbedingt vollständig! )


Zitat

.
Torf-Werke, Turba, Teufelsmoor; bremische Teufelsmoor
Toten Moor, Neustadt am Rübenberg; Torfwerk Neustadt: im Toten Moor bei Neustadt am Rübenberge
[ ……… ]
Geschichte der Saline/Alpentorfwerke Rosenheim, Bayern
Geschichte des größten südostbayrischen Hochmoores - den "Kendlmühlfilzen"
[ ……… ]
Deutsche Torfverwertung GmbH (German Peat Processing Co. Ltd.)
[ ……… ]
Torfwerk Brinkmann; Torfwerk Brinkmann GmbH & Co KG. []
Saterland-Scharrel, zwischen Papenburg und Oldenburg, Niedersachsen
[ ……… ]
Schwaneburgermoor auch Friesoythe-Schwaneburgermoor genannt, Landkreis Cloppenburg
Torfwerk Wittemoor (Nähe Kanalstraße), Oldenburg
[ ……… ]
Torfwerk Klasmann; Torfwerk Klasmann-Deilmann,
Surwold-Börgermoor,
100 Jahre Heseper Torfwerk der Firma Klasmann-Deilmann
[ ……… ]
Emsland … LÖNINGEN Lastrup 63 Torfwerk Hahnenmoor
Torfwerk Hahnenmoor Grafelder Straße 44
[ ……… ]
Edewechterdamm-Vehnemoor
Vehnemoor GmbH
Torfwerk Klasmann in Mappen
Torfwerk Klasmann-Deilmann, Werk Twist-Schöningsdorf
Torfwerk Bernhard Hülskamp
50 Jahre Torfindustrie in Velen
Torfgewinnung Velen-Ramsdorf
Torfwerk Klostermoor
Torfwerk Tiste
[ ……… ]
Torfwerk Klostermoor
Torfwerk Möllenberg, Edewecht
Torfwerk Union, Scharrel
Torfwerk Wirsing, Edewecht
Torf-Werke, Sauensiek
Lager der Torfwerke in Uchte, Landkreis Nienburg/Weser
Zwangsarbeit in Uthlede … Torfwerk
Gefangenenlager am Torfwerk im Himmelmoor
dem Torfwerk des Landesvereins für Innere Mission (in Schleswig-Holstein)
Geschäftsführer des Torfwerkes Moorkultur Ramsloh, ... der Zwangsarbeit auf dem Moorgut Ramsloh
Hoeveler & Dieckhans, Aschendorfer Moor
[ ……… ]
Die Schweger Moorzentrale im Dammer Moor galt als das größte Torfwerk
In der Region Ravensburg waren dies beispielsweise das Torfwerk in …
Michael Nickl sein Torfwerk in der Kollerfilze
[ ……… ]
Torfwerkes im Quickborner
in Oberteisendorf und am Forstamt Teisendorf bzw. im Torfwerk Ainring
Arbeiter im Torfwerk Oldendorf
Torfwerk Aschhorn
[ ……… ]
Haidgauer Torfwerk
im Torfwerk im Landkreis. Vechta
a 14-year-old Polish girl worked in Torfwerk in Sedelsburg (Sedelsbwerk)
das neuerbaute Torfwerk in Neu Valm
in Feilnbach ein Torfwerk
Torfwerk Haspelmoor bei München
[ ……… ]
(1975) [kam ich] mit 15 anderen Gastarbeitern [aus der Türkei] in einem Torfwerk, in der Nähe des kleinen Dorfes Esterwegen im nördlichen Emsland unter: „Man hat uns diese Arbeit gegeben, weil die Deutschen sie nicht wollten.“
[ ……… ]

.

Bei der Zusammenstellung dieser Liste habe ich mich jetzt einfach mal auf die kurzen GOOGLE-Index-Zitate – bzw. Zitat-Brocken – beschränkt.

[ ……… ]

.

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