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Kinderheim Obermaiselstein bei Oberdorf Kinderheim Marianne

Antworten im Thema: 12 » Der letzte Beitrag (19. Oktober 2017, 14:24) ist von JW1HAL.

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JW1HAL

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Stier

1

Sonntag, 23. Mai 2010, 08:00

Kinderheim Obermaiselstein bei Oberdorf Kinderheim Marianne

Kinderheim Obermaiselstein bei Oberdorf Kinderheim Marianne

Heutige Anschrift:
Mutter-Kind-Kurheim „Marianne“
Niederdorf 17
D-87538 Obermaiselstein
Tel: 08326-36250
anfrage@mutterkindkurheim.de

http://www.mutterkindkurheim.de

Geschichte:

Zitat

04.05.2006
Verwundete gepflegt und Knirspe aufgepäppelt

Obermaiselstein (sme).
„Ich war immer glücklich im Geben“: So beschreibt Marianne Schleich-Straßer ihr Leben als Rotkreuz-Krankenschwester und Leiterin eines Kinderheims. Erlebt hat sie dabei vieles: Von gefährlichen Kriegseinsätzen bis zur Heimgründung in wirtschaftlich schwerer Zeit. Vor kurzem wurde die engagierte Oberallgäuerin 90 Jahre alt.
Geboren wurde Marianne Schleich-Straßer 1916, während des Ersten Weltkriegs. Aufgewachsen zusammen mit sieben Geschwistern im Ostallgäuer Geblatsried bei Marktoberdorf, absolvierte sie nach der Schule zuerst eine Ausbildung als Köchin im Krankenhaus Füssen. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ließ sie sich zur Rotkreuz-Helferin und schließlich zur Krankenschwester ausbilden.
In den Jahren des Zweiten Weltkriegs hat die Oberallgäuerin für das Rote Kreuz in verschiedenen Lazaretten verwundete Soldaten gepflegt, etwa in Oberstaufen. Später wurde sie zum Fronteinsatz ins finnische Kemi versetzt, wo auf einem Sportplatz Baracken für die Versorgung der Verwundeten eingerichtet waren.
Die junge Krankenschwester aus dem Allgäu war für die „Baracke Chirurgie“ zuständig und pflegte die Schwerverletzten nahezu rund um die Uhr. Bis Mitte des Jahres 1944 dauerte der Einsatz dort, dann ging es für Marianne Schleich-Straßer in einer lebensgefährlichen Reise auf einem Lazarettbehelfsschiff zurück nach Deutschland und von dort aus zum nächsten Einsatz ins ehemals tschechische Marienbad. Dort erlebte sie im Mai 1945 das Ende des Krieges, geriet in amerikanische Gefangenschaft und wurde erneut als Krankenschwester eingesetzt - diesmal in Lazarettzügen, die unter amerikanischer Führung Verwundete nach Ungarn und Italien transportierten.

Dem Leben eine Wende geben
Nach sechs Jahren Krieg und einem Jahr Gefangenschaft folgten weitere Einsätze in verschiedenen Krankenhäusern und schließlich in einem Kurheim für Tuberkulosekranke im Schwarzwald. Dort fasste sie den Entschluss, ihrem Leben eine Wende zu geben und als „freie Schwester“ ein eigenes Kinderheim zu eröffnen.
Mit viel Tatkraft und wenig Erspartem gelang es ihr, in Trieblings am Alpsee einen geeigneten Bauernhof zu finden, in dem sie im Mai 1956 ihre ersten 43 Kurkinder begrüßte. „Viele der Kinder waren unterernährt und mussten erst einmal aufgepäppelt werden“, erinnert sie sich. „Sie hatten die Erholung dringend nötig.“ Sechs Wochen dauerte damals ein Kuraufenthalt bei „Schwester Marianne am Alpsee“.
Zwei Jahre später wagte sie sich bereits an ihr zweites Projekt. Sie verließ Trieblings und eröffnete in Niederdorf bei Oberdorf (Gemeinde Obermaiselstein) ihr zweites „Kinderheim Marianne“ - wobei sie bei den Bauarbeiten selbst kräftig mit anpackte. Über 12 000 Kinder hat die heute 90-Jährige in den folgenden Jahrzehnten unter ihrem Dach beherbergt. Gearbeitet hat Marianne Schleich-Straßer „eigentlich immer“ - bis auf zehn freie Tage im Jahr an Weihnachten.
Zusätzlich ließ sie sich in Kempten als Erzieherin ausbilden, machte noch eine Ausbildung als Hauswirtschafterin und bildete Lehrlinge aus. 1991 schließlich übergab sie ihr Haus an ihre Großnichte Marianne Osterried. Mittlerweile ist aus dem reinen Kinderheim ein Mutter-Kind-Kurheim geworden.

Marianne Schleich-Straßer hat schwere Jahre überstanden, hat Todesangst erlebt bei Bombenangriffen und bei der Flucht mit den Kranken in die Luftschutzkeller. Auch die Sorge um die wirtschaftliche Existenz hat sie geprägt, als sie ganz auf sich gestellt den Bau eines eigenen Kinderheims wagte. Trost und Zuversicht hat sie dabei stets im Gebet gefunden. Und so hatte sich Marianne Schleich-Straßer geschworen, als Dank für die Heimkehr aus Krieg und Gefangenschaft eines Tages eine Kapelle zu bauen. Anfang der 90er Jahre hat sie ihr Versprechen eingelöst. In den Nachkriegsjahren hatte Marianne Schleich-Straßer den Kaufbeurer Ludwig Straßer kennen gelernt. Er wurde ihr in den Aufbaujahren ein treuer Wegbegleiter. Im Jahr 1990 haben beide geheiratet. Marianne Schleich-Straßer war damals 75 Jahre alt.

Quelle: https://www.allgaeuer-anzeigeblatt.de/index.shtml?2006&press=0000007362



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Juli

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Skorpion

2

Freitag, 13. Februar 2015, 20:25

Kinderheim Marianne in Obermaiselstein, Allgäu

Hallo,
Ich bin zufällig hier gelandet, nachdem ich seit langer Zeit nach dem damaligen Kinderheim Marianne in Obermaiselstein forsche. Ich wurde dorthin Anfang 1967 für 6 Wochen "verschickt" wie es damals hieß. Ich war erst 6 Jahre alt und das erste Mal alleine und dann praktisch am anderen Ende von Deutschland, ich kam aus Hamburg. Obwohl ich nicht kränklich war, übernahm die Krankenkasse die Kosten.
Die Grausamkeiten die dort geschahen sind aus heutiger Sicht Grund zur Strafverfolgung.
Ich wurde regelmäßig geschlagen und getreten, besonders von "Schwester Uta".
Die Anlässe dafür waren banal: ein Toilettengang während der Mittagsruhe, das Schuhe schnüren dauert zu lange oder einfach so.
Dazu kam die Einsamkeit und emotionale Kälte.
Persönliche Geschenke wurden anderen Kindern gegeben, so ein Osterhase aus Plüsch. Ich habe den Jungen beneidet, der ihn bekommen hat und war enttäuscht, dass ich garnichts bekommen habe. Zuhause fragte meine Mutter nach dem Geschenk und konnte nicht glauben, dass es mir nicht gegeben wurde.
Für mich ist es unvorstellbar, wie man als Eltern und insbesondere als Einrichtung kleinen Kindern so etwas antun kann.
War sonst noch jemand dort?
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Steinbock

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Dienstag, 24. November 2015, 08:15

Erfahrungen Kinderheim Marianne

Hallo,

mir geht es genauso. Ich recherchiere auch seit einiger Zeit zum Kinderheim Marianne, in dem ich 1973 im Alter von 6 Jahren für 6 Wochen untergebracht war.

Die Erfahrungen waren traumatisch und beschäftigen mich noch heute. Das Heim wurde von Nonnen streng geführt. War man abends zu laut, musste man lange in einer kalten Ecke im Flur stehen bleiben.

Viele Erinnerungen habe ich nicht - gute Erinnerungen gar keine - nur schlechte Erinnerungen sind mir im Gedächtnis geblieben.

Es fing schon bei der Aufnahme an. Im Essens-Saal stand ein großer Konzertflügel. Alle Kinder mussten die Süßigkeiten, die ihnen die Eltern mitgegeben hatten, auf diesem Flügel ausbreiten. Davon haben die Kinder dann nichts mehr gesehen. (Das haben die Nonnen sicherlich unter den Armen verteilt!!! 8| )

Das schlimmste war das Frühstück. Es gab jeden morgen Haferschleim. GRAUENVOLL. Man musste so lange sitzen bleiben, bis der Teller leer war. Wer zu schnell war, bekam Nachschlag.

Trinken durfte man nur zu festen Zeiten und es gab nicht viel und auch nur Tee.

Geschlagen wurde ich nicht. Ich musste nur in der kalten Ecke stehen. Aber auch das hat gereicht.

Gruß

Thomas

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Warpkern24

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Steinbock

4

Sonntag, 17. Januar 2016, 09:32

Dachbodenfund - Gruß aus dem Kinderheim Marianne

Hallo,
ich möchte hier zwar keine bösen Erinnerungen wecken, trotzdem möchte ich den ehemaligen Besuchern des Kinderheim Marianne in Obermaiselstein die anhängenden Bilder nicht vorenthalten.
Habe diese kürzlich auf dem Dachboden wiedergefunden in der Originalverpackung "Zur Erinnerung an meinen Aufenthalt im Kinderheim Marianne"
»Warpkern24« hat folgende Dateien angehängt:
  • IMG_7229.JPG (123,49 kB - 36 mal heruntergeladen - zuletzt: 23. September 2017, 16:16)
  • IMG_7230.JPG (159,46 kB - 28 mal heruntergeladen - zuletzt: 23. September 2017, 16:16)
  • IMG_7231.JPG (155,68 kB - 30 mal heruntergeladen - zuletzt: 23. September 2017, 16:16)
  • IMG_7232.JPG (157,35 kB - 32 mal heruntergeladen - zuletzt: 23. September 2017, 16:16)
  • IMG_7233.JPG (123,83 kB - 32 mal heruntergeladen - zuletzt: 23. September 2017, 16:16)
  • IMG_7234.JPG (86,91 kB - 30 mal heruntergeladen - zuletzt: 23. September 2017, 16:15)

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Skorpion

5

Mittwoch, 3. Februar 2016, 07:32

Hallo Warpkern 24,
diese Pappe mit den Bildern habe ich damals auch erhalten als "Erinnerung an die schöne Zeit". Es fällt schwer sie ohne Emotionen zu betrachten
Mein Exemplar habe ich irgendwann vernichtet. Allerdings galt nicht: aus den Augen aus dem Sinn, sondern ich habe mich später geärgert sie entsorgt zu haben.
Deshalb danke ich dir, dass du die Bilder eingestellt hast. :S
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Wesley

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Waage

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Mittwoch, 3. Februar 2016, 07:56

Das vernichten von Bildern hat immer seine zwei Seiten.
Ich bekam damals auch ein Fotoalbum als Erinnerung an die Zeit im Heim.
Allerdings nicht von der Heimleitung, sondern von einer voll, ganz toll, lieben Erzieherin (ja sowas gab‘s auch).
Ich bin auch froh das Album noch zu besitzen und schau immer mal wieder rein.
Ich denke die Gefühle dabei sind bei jedem einzelnen so individuell und verscheiden, wie die Erlebnisse selbst.
Signatur von »Wesley« Life is unfair. Kill yourself or get over it.

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Fische

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Dienstag, 1. März 2016, 22:06

Hallo,
ich möchte hier zwar keine bösen Erinnerungen wecken, trotzdem möchte ich den ehemaligen Besuchern des Kinderheim Marianne in Obermaiselstein die anhängenden Bilder nicht vorenthalten.
Habe diese kürzlich auf dem Dachboden wiedergefunden in der Originalverpackung "Zur Erinnerung an meinen Aufenthalt im Kinderheim
Auch ich war 1969 für 6 Wochen dorthin "verschickt". Es war die Zeit der Mondlandung und ich erfuhr davon nur durch Zeitungsausschnitte, die mir meine Eltern schickten.

Die Bilder lassen die Erinnerungen hochkommen zu Ohrfeigen und Maßregelungen bei Tisch.

Es war eine sehr schreckliche Zeit. Ich erinnere mich aber an nicht mehr so viel und bin froh darüber.

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Waage

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Montag, 16. Januar 2017, 08:26

Kinderheim Marianne, Obermaiselstein

Ich wurde, weil ich zu dünn wa, mithilfe der AOK FRANKFURT, zur 'Erholung' nach Obermaiselstein in das Kinderhaus Marianne geschickt. Meine Eltern meinten es gut mit mir, ich sollte aus der Grossstadt auf' Land und 'gesünder' werden (ich war davor länger krank). Meine Erfahrungen decken sich meistenteils mit den vorherigen Forumsteilnehmern, Ungerechtigkeit war an der Tagesordnung, Haferschleim versuchte man so schnell wie möglich herunterzuschlucken damit man es hinter sich hat.... und bekam die nächste Kelle auf den Teller. Aufessen war Pflicht. Die Post nachhause wurde zensiert. Ich schrieb meinen Eltern, dass es jeden Tag Haferschleimsuppe gäbe. Das wurde von den Mitarbeitern dort in Haferschleim'MILCH'suppe geändert (habe ich nach meiner Rückkehr festgestellt). Am Wochenende wurde sie mit Kakao 'verfeinert'. Ich persönlich wurde weder geschlagen noch getreten, habe dort aber festgestellt, daß es ander Kinder deutlich schlechter und manche auch deutlich besser behandelt wurden. So manche taten mir wirklich leid. Und im Alter von ca. 8 Jahren! Mit der dortigen 'Körperhygiene'hatte ich auch so meine Probleme ( ein Foto des 'Waschraum s' wurde gepostet): Abwechselnd mussten wir Ober- und Unterkörper entkleiden um uns dort gemeinsam zu waschen). Außerdem war Mittagsschlaf Pflicht. Es wurde dabei auch kontrolliert, ob der gesamte Unterkörper von der Bettdecke bedeckt ist (es war Sommer und sehr war, ich hatte meine Beine außerhalb der Decke), also wurde ich streng gerügt. Ich hatte schreckliches Heimweh. Mir fiel damals als Kind schon auf, dass manche Kinder besser (die Betreuer sassen beim Essen an deren Tischen und lachten mit ihnen) und andere drangsaliert wurden. Einen Grund dafür konnte ich nicht feststellen. Lag es daran, dass wir Kinder unterschiedliche 'Elternhäuser' hatten???? Ungerechtigkeit hatte ich dort extrem beobachtet. Das hat mich geprägt und ich kämpfe seitdem dagegen.

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Schütze

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Mittwoch, 15. Februar 2017, 14:26

Hallo, ich war ebenfalls im Kinderheim Marianne. Es müsste 1964 gewesen sein. Ich war damals sieben Jahre alt. Fast alles, was Daggi geschrieben hat, habe ich genauso erlebt. Nicht erinnern kann ich mich an die Waschprozedur und das Zudecken. Insgesamt war es einfach schrecklich dort! Die Zensur der Post fand ich damals schon extrem schlimm und die allgemeine Ungerechtigkeit und Willkür. Ergänzend zu Daggi kann ich noch berichten: der Haferbrei war gelegentlich angebrannt und schmeckte dann noch schlimmer; jeden Morgen und Abend wurde über meine langen Haare gemeckert, dass sie so schwierig zu kämmen seien. Selber machen durfte ich es nicht, obwohl ich das natürlich konnte. Es wurden mir Zöpfe geflochten, obwohl ich immer einen Pferdeschwanz hatte etc.........
Ich fände es ja klasse, wenn sich hier jemand finden würde, der mit mir dort war. Ich war im Winter dort, ich meine Februar und März. Ich komme aus dem Emsland und fuhr von dort mit dem Zug quer durch Deutschland. Unterwegs wurden immer mehr Kinder eingesammelt. Ich als Mutter kann mir gar nicht vorstellen, wie meine Eltern diese sechswöchige Trennung ausgehalten haben. Sie haben es nur gut gemeint - ich sollte auch mehr auf die Rippen bekommen.

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JW1HAL

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Stier

10

Mittwoch, 15. Februar 2017, 16:06

Ich fände es ja klasse, wenn sich hier jemand finden würde, der mit mir dort war.

Hallo UtaMarie,

"Herzlich Willkommen"


bei uns in der


Regenbogenstadt


Es wäre schön, wenn du noch HIER deine Heimeinrichtung(en) eintragen würdest.

Anschließend kannst du direkt auf die Einrichtung(en) klicken und landest genau in dem entsprechenden Bereich (hier).

Dort kannst du alles posten, an was du dich aus deiner Heimzeit erinnerst, zum Beispiel wann du dort gewesen bist, was du dort so alles erlebt hast, an wen du dich noch erinnerst, wen du gerne wieder treffen möchtest oder zu wem du vielleicht noch Kontakt hast. Klicke dazu am Besten auf "Antworten"! Alles was du dort schreibst, kann dann auch über die Suchmaschinen gefunden werden. Einer muss wohl den Anfang machen, also trau dich! Denn somit könnte man auch dich finden!

Das sind eben die Voraussetzungen, damit man auch andere Kameraden findet und sie dich auch finden, sofern sie das selbe tun und sich überhaupt bei uns einfinden.

Ich wünsche dir einen angenehmen Aufenthalt bei uns. Bedenke bitte, dass die Suche nach Ehemaligen auch etwas länger dauern könnte. Einige werden hier sofort fündig oder brauchen nicht lange warten, andere warten aber auch schon ewig. Schau dich in der Zeit einfach in aller Ruhe bei uns um. Es gibt hier auch viele andere interessante Themen, über die man sich austauschen kann.

Gruß jw1hal
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Freitag, 22. September 2017, 22:43

Kinderheim Marianne Obermaiselstein Allgäu

Hallo,
ich bin erstaunt, dass ich nach so vielen Jahren noch Beiträge und Einträge zu dem Kinderheim Marianne gefunden habe. Ich war 1972 mit 5 Jahren in das Kinderheim Marianne gekommen um dort "Essen zu lernen", da ich nach ärztlichem Ermessen viel zu dünn war. Offensichtlich ein häufiger Grund, dass Kinder dorthin in Kur geschickt wurden. Seitens meiner Eltern sicher gut gemeint. Aber mit fünf! Auch für mich - wie für alle, die vorher gepostet haben - war die Zeit ein echter Albtraum. Es gibt nicht viele Dinge, an die ich mich konkret erinnern kann. Leider gibt es auch nur die Post der Nonnen und Schwestern, die in meinem Namen an die Eltern berichtet haben. Darin wird kurz geschildert, dass es mir gut gehe und ich Freunde gefunden hätte. Was ich noch konkret erinnere, deckt sich mit den Eintragungen die ich hier in dem Forum vorfinde. Ich weiß z. B. noch, dass ich alle mitgeführten Bilder meiner Eltern nicht behalten durfte. Was ich noch konkret erinnere ist u. a. dass ein weiteres Kind an meinem Tisch diese Haferschleimsuppe nicht vertragen hat und sich immer wieder in den Teller übergeben hat. Sie musste dann den Teller mitsamt dem Erbrochenen aufessen. Alle an dem Tisch mussten so lange sitzen bleiben. Auch die verordnete Mittagsruhe ist mir noch lebhaft in Erinnerung. Die Türen zu den Schlafräumen wurden für diese Zeit versperrt und ein Toilettengang unmöglich. Alle die auf die Toilette mussten wurden bestraft. Kinder die aus Angst die Toilette nicht aufsuchen mochten und es nicht mehr ausgehalten haben und aus Angst unter sich gelassen haben, wurden an den Ohren gezogen und für einen längeren Zeitraum in eine Ecken gestellt.. Strafen und seelische Grausamkeiten waren dort mit uns Zuhause. Ich bin in dieser Zeit meines Aufenthaltes dieser "sog. Kur" 6 Jahre alt geworden und weiß noch, dass ich ein Paket von meinen Eltern erhalten habe, was mit weggenommen wurde. Die Süßigkeiten daraus wurden unter allen Kindern aufgeteilt. Die Geschenke habe ich nicht erhalten. Großer Bonus war, dass ich einmalig mit meiner Mutter telefonieren durfte. Was man festhalten kann ist, dass man so etwas nicht vergisst und man mag nicht ermessen, in welchem seelisch tiefen Winkel das seine Spuren hinterlassen hat.
Es ist erstaunlich, dass sich meine Erinnerungen aus der frühen Kindheit sich hier so sehr mit Euren Eindrücken decken.

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Donnerstag, 19. Oktober 2017, 11:33

Geteilte Erinnerungen

Ich bin überrascht, wieviele Menschen sich nach 50 Jahren noch an diese schlimme Zeit erinnern. Ich habe manchmal gezweifelt, ob es nur an meiner Empfindung liegt, dass ich mit Schrecken und Entsetzen noch heute an diese schlimme Zeit denke. Ich überlege den Ort noch mal aufzusuchen, traue mich aber nicht so recht dorthin. Die Spuren sitzen tief und sind unauslöschlich. Danke für Eure Beiträge ich schaue von Zeit zu Zeit, ob jemand dazu gestoßen ist. :blush2: :freunde:
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JW1HAL

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Stier

13

Donnerstag, 19. Oktober 2017, 14:24

Hallo Juli,

Es wäre schön, wenn du noch HIER deine Heimeinrichtung(en) eintragen würdest. Da kannst du und die anderen sehen, wer alles zur selben Zeit, davor und danach in dieser Einrichtung waren.


Gruß jw1hal
Signatur von »JW1HAL«
Wer lesen kann ist klar im Vorteil!


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