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Knüllwald-Rengshausen, Burschenheim Beiserhaus

Antworten im Thema: 6 » Der letzte Beitrag (23. April 2018, 08:50) ist von Martin MITCHELL.

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Forengeist

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Steinbock

1

Samstag, 13. November 2010, 18:31

Knüllwald-Rengshausen, Burschenheim Beiserhaus

Niederbeisheimer Str. 28-34
D-34593 Knüllwald
die Geschichte des Beiserhauses

http://www.beiserhaus.org/03c19898d60ed5…950d/index.html

Das Beiserhaus
wurde 1844 durch den Erweckungsprediger Emil Rausch († 1884) als
Rettungshaus für verwahrloste und bettelnde Kinder gegründet. Rausch war
wegen seines pietistischen Denkens vom kurfürstlichen Konsistorium in
Kassel nach Rengshausen (zwangs-)versetzt worden.

Wenn Du in dieser Einrichtung warst, kannst Du hier alles posten,
an was Du Dich erinnerst
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Löwe

2

Sonntag, 15. April 2018, 03:56

Knüllwald-Rengshausen, Burschenheim Beiserhaus

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Zur Frage, ob ich, neben »Freistatt«, auch noch in anderen Heimen war, kann ich bestätigen, dass dem so war. Ich war, z.B., auch in dem Erziehungsheim der Inneren Mission/Diakonie »Burschenheim Beiserhaus« in Knüllwald-Rengshausen, in Hessen; und ich wurde auch dort arbeitsweise ausgebeutet, dh. zur unentlohnten Arbeit gezwungen; mußte also auch dort Zwangsarbeit leisten. Dort war ich in 1961.
.

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Jacky2012 (15.04.2018), chazz17 (15.04.2018)

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Löwe

3

Dienstag, 17. April 2018, 01:26

Knüllwald-Rengshausen, Burschenheim Beiserhaus

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Ich habe mich mal, im Jahre 2007, um die Herausgabe meiner 1961er/1962erFürsorgeerziehung-Akteaus dem Burschenheim Beiserhaus, in Knüllwald-Rengshausen bemüht; leider aber völlig vergeblich:

Anhaltspunkte sind hier auf meiner seit dem 17. Juni 2003 bestehenden Homepage festgehalten:


HEIMKINDER-UEBERLEBENDE.ORG / CARE-LEAVERS-SURVIVORS.ORG

http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Der-Ort-meiner-Qualen-unter-der-Fuersorge-.-Obhut-der-Evangelisch-Lutherischen-Kirche-im-Jahr-1962-.-das-Burschenheim-Beiserhaus-der-damalig-so-genannten-Inneren-Mission-.-Diakonie.html

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chazz17 (17.04.2018), Angi90 (21.04.2018)

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4

Dienstag, 17. April 2018, 21:29

Knüllwald-Rengshausen, Burschenheim Beiserhaus

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Und das hier ist ein ein Jahr älterer Kumpel von mir aus meiner „Fürsorgeerziehung-Zeit“ im Kieferngrund, (WEST-) Berlin-Lichtenrade; Jugendhof-Schlachtensee, (WEST-) Berlin-Schlachtensee; Burschenheim Beiserhaus, Knüllwald-Rengshausen in Hessen; und Anstalt Freistatt im Wietingsmoor in Niedersachsen:

Zitat

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»Hans-Joachim Wolff«

Ich war ein Idiot

1. November 2010

Bin [1961/62] freiwillig nach Rengshausen Burshenheim Beiserhaus gegangen, und war schlimmer dran als in Berlin [WEST] im Jugendhof Schlachtensee und im Kieferngrund in Lichtenrade.

Dazwischen ein Jahr Haus 9 festes Haus [d.h., geschlossenes Haus mit vergitterten Fenstern] im Jugendhof Schlachtensee, da ich immer wieder entwichen bin. Ich bekam eine FE [„Fürsorgeerziehung“] weil ich mich nicht bumsen lassen wollte von einem Heinz Steuerich der erst Lehrer und Rektor an der Ernst Reuter Schule [Oberschule praktischen Zweigs in Berlin-Wedding (siehe @
http://westberlin.tumblr.com/post/7160539953/ernst-reuter-schule-wedding-1958)] war; dann wegen Missbrauch der vom Schulamt vertuscht wurde zur Jugendbehörde kam wo er den damaligen Jugendnoteinsatz geleitet hat; er also wieder Zugriff auf Jugendliche hatte.

Desweiteren war er Chef der Pfadfinder Gruppe Schwarze Schar, wo ich rein musste weil ich angeblich von der Straße muss da ich sonst „verwahrlose“, was immer das sein sollte.

Als er mich dann vögeln wollte habe ich seine Bude platt gemacht, bekam vier Wochen Dauerarrest und die FE [„Fürsorgeerziehung“].

Es wurde erst einmal behauptet ich würde lügen, aber die weibliche Kripo hat meine Angaben mit zehn Jugendlichen die missbraucht wurden untermauert und der Heinz Steuerich wurde von der Großen Strafkammer in Berlin von der vorsitzenden Richterin Gräfin von York zu fünf Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und Berufsverbot auf Lebenszeit verurteilt.

Auch weil von seiner Anwältin behauptet wurde wir wären ja alles Stricher, was bewiesen werden konnte dass wir das nicht waren.

Und als ich als „u.v.b.“ „unverbesserlich“ entlassen werden sollte habe ich darum gebeten dass ich in ein Lehrlingsheim nach Westdeutschland komme um Schneider zu lernen.

Was auch vom Senator für Jugend und Sport von Berlin [WEST] genehmigt wurde; also kam ich nach Rengshausen, wo ich um Ausbildung und Lehre betrogen wurde.

[Im Burschenheim Beiserhaus in Rengshausen] habe ich Wiesen trockengelegt, für den Neubau Steine geschleppt und Nachts in der Heizung gearbeit im Durchschnitt 15 Stunden am Tag, immer in der Hoffnung doch noch meine Lehre zu bekommen, aber denkste, das habe ich nicht geschafft.

Deshalb ging ich in Hungerstreik als Folge davon kam ich nach Rotenburg an der Fulda ins Krankenhaus was als allgemeine Schwäche angegeben wurde um zu vertuschen was wirklich war !

Ich bin natürlich auch entwichen hat aber auch nix gebracht als Folge davon durfte ich nicht mehr raus und musste die Duschen reinigen dabei hat dann ein Diakon mit Namen Zechmeister versucht mich zu vernaschen, da ich ihm richtig in die Teile getreten habe musste ich zum Direktor Görisch der mir mitteilte am kommenden Tag käme ich [nach Freistatt] ins Moor, die bekommen mich sicher klein.

Ich bin dann ohne Winterkleidung direkt entwichen; wurde beim Klauen von Essen am Tag darauf in Kassel erwischt; bekam Dank einer Falschaussage durch einen Diakon 1 bis 3 Jahre Jugendstrafe weil behauptet wurde der versuchte Missbrauch durch den Zechmeister wäre erstunken und erlogen, ich sei ja für solche Aussagen bekannt schon aus Berlin !

In diesem Sinne diese Ar…f…er haben mich sechs Jahre gekostet und den Rest meines Lebens auch was ich erst sehr spät in den Griff bekam !

Den Einzigen aus der Zeit den ich kenne ist Martin Mitchell, habe aber auch niemanden gesucht aus der Zeit.

.

QUELLE: http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/11800-Habt-ihr-aus-Eurer-Heimzeit-jemanden-hier-im-Forum-gefunden/?postID=205722#post205722
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5

Samstag, 21. April 2018, 04:06

Knüllwald-Rengshausen, Burschenheim Beiserhaus

.
Die heutige „Stiftung BEISERHAUS - Mitglied der Diakonie Hessen“ stellte (derzeit: 2014) auch ihre ungefähr 170-jährige Geschichte kurz dar @ https://www.beiserhaus.de/unsere-geschichte.html .
Über die späten 1950er Jahre und die frühen 1960er Jahre des Burschenheims Beiserhaus jedoch wird darin nicht berichtet !!

Im Netz gibt es dann auch noch folgende kurze Aussagen zum Beiserhaus:


Zitat

.
1969 besuchten Mitglieder der APO [ Außerparlamentarische Opposition : https://de.wikipedia.org/wiki/Au%C3%9Ferparlamentarische_Opposition ] im Rahmen der "Heimkampagne" auch das Beiserhaus und forderten u.a. die Heimbewohner auf, das Haus zu verlassen. Diesem Aufruf folgten rund 20 der 110 Bewohner, unter ihnen Peter-Jürgen Boock (* 1951), Autor, Ex-Mitglied der Rote Armee Fraktion.
.

QUELLEN FÜR DIESE AUSSAGEN: https://www7.dict.cc/wp_examples.php?lp_id=1&lang=de&s=Ex-Mitglied und https://de.wikipedia.org/wiki/Beiserhaus und http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/9151-Knüllwald-Rengshausen-Burschenheim-Beiserhaus/?postID=131770#post131770

Irgendwo im Netz war dann auch mal folgender Leserbrief eines Diakons namens Hans-Hermann Kleem zu finden:


Zitat

.
Leserbrief

Rückblick auf das Jahr 1969 berichten Sie u.a. über die Aktionsgruppe der APO [ Außerparlamentarische Opposition :
https://de.wikipedia.org/wiki/Au%C3%9Ferparlamentarische_Opposition ] im Beiserhaus. Als Zeitzeuge war ich damals Erziehungsleiter im Beiserhaus und führte die direkten Gespräche mit den APO Aktivisten.
Der Leser sollte wissen, dass die Frankfurter Gruppe glaubte, durch Agitation die Heimbewohner als sogen. „Heimgefangene“ gegen die damals gültige Staatsordnung aufwiegeln zu können, indem sie eine Heimrevolte organisieren wollte.
Die APO ist damals im Beiserhaus kläglich gescheitert, weil die große Mehrheit der Heimjugendlichen zusammen mit der Bevölkerung des Ortes die ca. 30 Aktivisten ausgebuht und unter Androhung von Schlägen verjagt haben.
Das erzeugte bei den APO Aktivisten nahezu einen Schock, weil sie sich nicht vorstellen konnten, dass im Beiserhaus zwischen den Heimjugendlichen, der Leitung, den Mitarbeitern und der Bevölkerung ein gutes Einvernehmen bestand und bereits damals liberale Erziehungsziele verfolgt wurden.


QUELLE: http://www.kassel-live.de/ [ ist aber jetzt nicht mehr dort zu finden - MM ]
Hans-Hermann Kleem, Knüllwald

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QUELLE DES GANZEN:[ (29. Oktober 2009) http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/9151-Knüllwald-Rengshausen-Burschenheim-Beiserhaus/?postID=131770#post131770
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6

Sonntag, 22. April 2018, 00:48

Knüllwald-Rengshausen, Burschenheim Beiserhaus

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Bruder[ so mußte man ihn anreden als ich da war in 1962 ! ] [ damals ein junger Diakon Anfang seinen 20er Jahren ! ] Hans-Hermann Kleem, Knüllwald[-Rengshausen] [ damals ein weitgehend unqualifizierter Erzieher], später, in den 1970er Jahren – nachdem er sich „hochgearbeitet“ hatte – „Erziehungsleiter der Anstalt wurde !, kann man als befangen ansehen !!! – Denächst wird er uns noch erzählen wollen, daß alleInsassenfreiwillig dort waren, freiwilligüber Jahre hinweg !dort verblieben, und sich auch gerneim Dienste des Herrn“ „zwangsarbeitenließen.

Ich hatte sogar einen Cousin aus Rheinland-Pfalz, der das Glück hatte dort ( Mitte bis Ende der 1950er Jahre ! ) eine Schreiner-Lehre zu absolvieren ( erst Geselle und später Schreinermeister wurde und dann selbst in seinem eigenen Betrieb Lehrlinge ausbildete ); aber auch er, bis zu seinem Lebensende ( an Krebs verstorben mit 54 Jahren ) hatte nie etwas gutes über dieses „Burschenheim Beiserhaus“ zu berichten !!!

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7

Montag, 23. April 2018, 08:50

Knüllwald-Rengshausen, Burschenheim Beiserhaus

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Damaliger Erzieher im Burschenheim Beiserhaus, Hans Hermann Kleem, verneint Anwendung von Gewalt in dieser Erziehungseinrichtung der Inneren Mission während seiner Dienstzeit dort: 1960 bis 1998 --- die er wie folgt dargestellt :

QUELLE: HNAHessische/Niedersächsische Allgemeine @
https://www.hna.de/lokales/fritzlar-homberg/pruegel-waren-verboten-1000051.html :


Zitat

.
Hans-Hermann Kleem: Jugendheim Beiserhaus gab gute Startbedingungen

Ex-Leiter des Jugendheims Beiserhaus:
Berichte über angebliche Gewalt falsch


10.11.2010, 18:08

[ FOTO: „Die Redakteure Claudia Brandau und Heinz Rohde mit dem ehemaligen Direktor des Beiserhauses, Hans-Hermann Kleem (vorne rechts) sowie seinem Nachfolger Harald Recke.“ ]

Rengshausen. Vier Jahrzehnte war Hans-Hermann Kleem im Beiserhaus Rengshausen beschäftigt, knapp 30 Jahre leitete er es. Seit 1998 ist er im Ruhestand. Im Redaktionsgespräch nimmt Kleem zusammen Stellung: Zwei ehemalige Bewohner hatten über die Gewalt geklagt, die in den 60er- und 70er-Jahren in der Jugendhilfeeinrichtung geherrscht haben soll.

Als Hans-Hermann Kleem 1960 seine Arbeit im Rengshäuser Beiserhaus aufnahm, galt das Jugendheim als eine Adresse für die ganz harten Fälle. Junge Bewohner, die versuchten, aus der geschlossenen Einrichtung zu fliehen, wurden kahl geschoren, in Sträflingskleider gesteckt und mit Holzpantinen versehen. All das machte eine Flucht unmöglich.

Der 23-jährige Kleem hatte gerade die Erzieherschule in Hephata absolviert und damit einen für damalige Verhältnisse seltenen Beruf ergriffen: Erzieher gab es im ganzen Land nur wenige. Der Berufsanfänger war bei Dienstantritt schockiert über die Methoden im Beiserhaus, die häufig noch aus des Kaisers Zeiten stammten. Die Jugendlichen sollten zu Leistung, Unterordnung, Gehorsam und Mitmenschlichkeit erzogen werden. „Die damalige Jugendfürsorge hatte ganz andere Werte und Vorstellungen als heute“, sagt Kleem.

Vor allem die Vorstellung, dass der Staat derart massiv in die Familie eingreifen darf. Doch Kinder aus Scheidungsfamilien waren in jenen Jahren gesellschaftlich geächtet und trugen noch dazu ein großes Risiko, im Heim zu landen. Denn das sollte sie vor Verwahrlosung und Vernachlässigung schützen. „Nach dem Zweiten Weltkrieg waren viele Familien zerrissen oder zerrüttet“, sagt Kleem. Für die Kinder jener Familien habe das oft Heimatlosigkeit und Orientierungslosigkeit bedeutet. „Solch schlimme Erfahrungen haben den Start ins Leben massiv erschwert.“ Im Beiserhaus habe man versucht, den Kindern zu helfen.

„Vielleicht waren die Methoden andere als heute: Aber wir haben aus dem damaligen Zeitgeist heraus unser Bestes gegeben“, betont Kleem. Wenn heute empört berichtet würde, dass damals Bettnässer auf saugfähigen Torfmatratzen schlafen mussten, so sei das doch mit guter Absicht geschehen: „Wir wollten die Kinder doch nicht in der eigenen Brühe liegen lassen. Und über die Ursachen, warum sie Bettnässer waren, wussten wir damals wenig.“

Gewalt war verboten

Gewalt als offizielles Mittel der Erziehung habe es im Beiserhaus nicht gegeben, betont Kleem. „Ich kann nicht ausschließen, dass jemand einen Klaps oder eine Ohrfeige erhalten hat, aber Prügel hat es – zumindest seit den 60er-Jahren – nicht gegeben. Wenn ein Jugendlicher wirklich sehr auffällig gewesen sei, habe er Karzerhaft oder eine Ausgangs- oder Urlaubssperre bekommen. 1973 wurde das Züchtigungsrecht gesetzlich abgeschafft und arbeitsvertraglich verboten.

Viele ehemalige Bewohner hätten ihre Zeit im Beiserhaus in guter Erinnerung: Kleem verweist auf die ungezählten positiven Rückmeldungen, die er erhalten habe. Die Vorwürfe, mit denen die Einrichtung vor kurzem konfrontiert war (siehe Textbox oben) weist deren ehemalige Leiter massiv zurück. „Die Berichte über die angebliche Gewalt in diesen Jahren sind schlichtweg falsch.“

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Fritzlar-Homberger Allgemeinen.

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