Sie sind nicht angemeldet.

Guten Tag lieber Gast, um »Treffpunkt ehemaliger Heimkinder | Regenbogenstadt« vollständig mit allen Funktionen nutzen zu können, sollten Sie sich erst registrieren.
Benutzen Sie bitte dafür das Registrierungsformular, um sich zu registrieren. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Tappi

Stadtradio Moderator

  • »Tappi« ist der Autor dieses Themas
  • Deutschland

Beiträge: 321

Level: 26 [?]

Erfahrungspunkte: 120 767

Nächstes Level: 125 609

Danksagungen: 731 / 80

  • Nachricht senden

Seit über 12 Monaten Mitglied Seit über 12 Monaten Mitglied

Wassermann

1

Mittwoch, 15. Februar 2012, 13:04

Wegen einer verrückten Unfallverhütungsvorschriften durfte Feuerwehr nicht retten

Am 25. Juli 2008 stürzt die 44-jährige Rechtsanwältin Alison Hume gegen Mitternacht nahe ihres Hauses im schottischen Galston 14m tief in den Schacht eines alten Bergwerks. Sie erleidet schwere Brustverletzungen, die jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht akut lebensbedrohlich sind.

Etwa zwei Stunden später findet ihre Tochter die zwischenzeitlich Vermisste und wählt den Notruf. Eine Stunde später seilt sich ein Feuerwehrmann des Strathclyde Fire and Rescue Services zu der Verletzen ab, um deren Gesundheitszustand zu erkunden. Seine Kollegen bereiten im späteren Verlauf eine Rettung mittels Schleifkorbtrage und mehreren Gerätesätzen Absturzsicherung vor.

Dann kommt es zum Streit: Gegen vier Uhr untersagt der den Einsatz übernehmende Commander den Rettungsversuch und weist die Feuerwehrleute an, die Ausrüstung abzulegen und abzuwarten. Hintergrund ist eine Weisung des Feuerwehrkommandos, die die Benutzung der Absturzsicherung nur für Feuerwehrleute zulässt, und eine Rettung von Zivilisten damit ausdrücklich untersagt.

Erst fünf Stunden nach dem Eintreffen der Feuerwehr wird Alison Hume von der Bergrettung aus dem Schacht gerettet. Mittlerweile ist sie durch langes Liegen im eiskalten Wasser massiv unterkühlt und in einem kritischen Zustand. Sie erleidet während der Rettung einen Herzstillstand und wird wenig später im Krankenhaus für tot erklärt.

Schnell werden die Umstände der missglückten Rettung öffentlich, bis heute schlägt der Fall in Großbritannien hohe Wellen *edit* (google.de/#q=alison+hume+death): Feuerwehrleute beschweren sich über Bevormundung durch “irrwitzige Unfallverhütungsvorschriften”, eine lange Diskussion über “Sicherhysterie” und “Risikoscheu” bei der Feuerwehr schließt sich an:

“Current health and safety rules were having the cumulative effect of putting firefighters in a position where they are more fearful of the legislation than they are of risking their lives.”

“Die aktuellen Unfallverhütungsvorschriften bringen Feuerwehrleute im Endeffekt in eine Situation, in der sie mehr Angst vor rechtlichen Konsequenzen als vor dem Risiko für das eigene Leben haben.”

Brian Sweeney, Strathclyde’s fire chief

Eine Feststellung, die sicher viele Feuerwehrleute in Deutschland im Hinblick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen auch unterschreiben würden.

“If firemen and police officers are instructed to stand and watch us die, rather than improvise or intervene, the implication is that our survival is dependent on an individual at the scene being willing to step in and break the rules.”

“Wenn Feuerwehrleute und Polizisten angewiesen werden, uns tatenlos beim Sterben zu zusehen anstatt zu improvisieren oder einzugreifen, hängt unser Leben davon ab, dass jemand am Einsatzort ist, der gewillt ist, einzugreifen und die Regeln zu brechen.”

Louise Turnbull, Spiked Magazine *edit* (spiked-online.com/index.php/site/article/8311/)

Vor wenigen Wochen erscheint schließlich der Abschlussbericht *edit* (scotcourts.gov.uk/opinions/2011FAI51.html) zum Unfallursachenermittlungsverfahren. Ganz kurz zusammenfassen lässt er sich so: Hätte die Feuerwehr richtig gehandelt, könnte Alison Hume heute eventuell noch leben.

Man muss wohl kein Pessimist sein, um festzustellen, dass sich dieser Vorfall so auch in Deutschland hätte ereignen können. Oft lässt der Vorschriftendschungel hier bei genauen Hinsehen sogar einen legalen Ausweg in solchen Situationen (“Im Einzelfall kann bei Einsätzen zur Rettung von Menschenleben von den Bestimmungen der Unfallverhütungsvorschriften abgewichen werden.” aus der UVV Feuerwehr dürfte den meisten bekannt sein), trotzdem sorgt er durch seine Komplexität und Fallstricke immer wieder für eine große Verunsicherung und auch zahlreiche Legenden bei den Einsatzkräften.

Man kann nur wohl hoffen, dass einem selbst und den Vorgesetzten immer gelingt, im Einsatz das angemessene Maß an Wagnis zu finden. Denn ist es nicht das, was die Feuerwehr eigentlich tun soll: Risiken übernehmen? Wir sind daran gewohnt, uns durch Ausbildung, Taktik, Ausrüstung usw. gegen Risiken zu schützen, so dass wir oft eigentlich gar keine mehr eingehen müssten. Aber diese Schutzmaßnahmen haben ihre Grenzen und hinter diesen Grenzen können wir Erfolg nur noch dadurch erzielen, dass wir unsere eigene Gesundheit riskieren. Hoffentlich dann auch für ein lohnendes Ziel und nicht, um die Scheune in Vollbrand zu löschen, deren Reste in ein paar Tagen ohnehin abgerissen werden.

Eine schwer verletzte Frau fünf Stunden in kaltem Wasser liegen zu lassen, um nicht von Vorschriften abweichen zu müssen, darf bei den vorliegenden Umständen jedenfalls keine naheliegende Option für die Feuerwehr sein.

Fire chief sorry for mineshaft death of Alison Hume *edit* (bbc.co.uk/news/uk-scotland-glasgow-west-15776931)



*edit* Bitte keine aktiven externen Links! Bei externen Links bitte immer das "h t t p : / / w w w" entfernen und gegebenenfalls den Link auch als Link, mittels Farbe (blau) und Unterstreichen kenntlich machen!
Signatur von »Tappi«
Du interessiert dich für die Feuerwehr oder bist sogar in einer HiOrg drin? Klick Feuerwehrlive


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »JW1HAL« (15. Februar 2012, 15:24)
Grund: Links deaktiviert


Es haben sich bereits 3 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

JW1HAL (15.02.2012), micky (15.02.2012), WernerR (16.02.2012)

zeiski

Anfänger

  • »zeiski« ist männlich

Beiträge: 53

Registrierungsdatum: 11. Februar 2012

Land: niedersachsen

Staat: deutschland

Beruf: früh rentner auf dem bauernhof (treckerfahrer

Hobbys: camping natur auto und noch vieles mehr tiere gehören auch da zu mi freunde zusammen sein

Onlinezeit: 4 Tage, 1 Stunde, 52 Minuten, 37 Sekunden

Level: 14 [?]

Erfahrungspunkte: 5 347

Nächstes Level: 5 517

Danksagungen: 250 / 460

  • Nachricht senden

Skorpion

2

Donnerstag, 16. Februar 2012, 14:58

Wegen einer verrückten Unfallverhütungsvorschriften durfte Feuerwehr nicht retten

eigendlich ist es unterlassend hilfeleisung wenn ein mench in not ist dann gibt es kein wenn und aber es wird geholfen es zeigt immer wieder das beamtenwarnsinn in manchen länder übersteigt so wie in amerika wo die feuerwehr nicht den brand löschen darf weil sie keine 29 doller bezahlt haben an gemeine

solche leute müssen entweder in knast oder nervenheilanstalt

beamte sind der untergang der länder

es gibt auch gute beamte aber die meisten sind holl in birne 8)

Es haben sich bereits 3 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

WernerR (16.02.2012), JW1HAL (16.02.2012), micky (16.02.2012)

Counter:

Hits heute: 1 950 | Hits gestern: 2 048 | Hits Tagesrekord: 40 752 | Hits gesamt: 2 565 132 | Hits pro Tag: 4 177,02 | Klicks heute: 11 463 | Klicks gestern: 13 890 | Klicks gesamt: 13 528 479 | Klicks Tagesrekord: 237 614 | Klicks pro Tag: 22 029,58 | Alter (in Tagen): 614,11 | Gezählt seit: 16. September 2010, 18:34

Legende:

Forum enthält keine neuen Beiträge
Forum enthält neue Beiträge
Forum ist geschlossen
Forum ist ein externer Link