Durchgangsheim Berlin Alt Stralau

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      Durchgangsheim Berlin Alt Stralau

      Durchgangsheim Berlin Alt Stralau
      Alt-Stralau 34
      Berlin Alt Stralau

      DDR-Bezirk: Berlin

      Im Netz (http://i-psp.de/kinderheime/durchgangsheime-2/) findet man noch die Rigaerstr. als Anschrift. Aber ob das stimmt ...

      Von 1952-1990 war es ein Durchgangsheim der Jugendhilfe in der DDR

      Heute befindet sich in diesen Gebäude die Thaila Grundschule

      Heute ist es eine Schule mit folgender Anschrift:
      Alt-Stralau 34
      10245 BERLIN

      (Stadtteil: Friedrichshain)


      Telefon: 03029347830
      Fax: (030) 293478315

      URL: http://www.thalia-grundschule.cidsnet.de
      http://www.kmk.org/fileadmin/pdf/PresseUndAktuelles/2002/modernisierung3.pdf

      Hier kannst du alles posten, an was du dich aus deiner Heimzeit erinnerst, zum Beispiel wann du dort gewesen bist, was du dort so alles erlebt hast, an wen du dich noch erinnerst, wen du gerne wieder treffen möchtest oder zu wem du vielleicht noch Kontakt hast. Klicke dazu am Besten auf "Antworten"! Alles was du hier schreibst, kann dann auch über die Suchmaschinen gefunden werden. Einer muß wohl den Anfang machen, also trau dich! Denn somit könnte man auch dich finden!
      Ich war fast 1 Monat hier und für mich war es die Hölle. Hier konnte man nicht raus, war den ganzen Tag in seinem "Zimmer" (außer zu den Mahlzeiten, wenn man sich diese denn verdient hatte).

      In einer Nacht und Nebelaktion (um 24:00) wurde ich meinem Elternhaus entrissen und hier "geparkt", bis feststand das ich in den JWH nach Finsterwalde kommen sollte.

      Auslöser war der, von meinen Eltern, gestellte Ausreiseantrag. Zuvor war ich in einem Kinderheim in Berlin Marzahn. Von dort entwich ich aber um Fluchtgedanken wirklichkeit werden zu lassen. Die Einweisung, über Strahlau, in den JWH erfolgte:

      .......aus Gründen der Nichteinhaltung sozialistischer Erziehungs- und Umformungsmaßnahmen.
      wurde Anfang der 70iger vom Jugendamt dahin verfrachten, weil meine Eltern TBC hatten.
      Ich kann mich noch an Eiserne Doppelstockbetten erinnern, an die große Dachterrasse, am Einschluss irgendwann abends.
      Ich glaube ich war ein halbes Jahr dort. Immer wenn ich unartig war, wurde ich zwischen 2 Türen gesperrt. Eine Tür davon war
      gepolstert wegen Schallschutz. An mehr kann ich mich nicht bei diesen Aufenthalt erinnern. Ich kam dann in ein Gutes Heim.
      Später als ich Ausreißer war, wurde ich öfters nach Alt-Stralau gebracht. Wurde immer als erstes mit einer Backpfeife begrüßt.
      Mehr weiß ich nicht, habe alles über Jahre gut verdrängt.

      Alt Strahlau "Holiday Inn"

      ich war im April
      1967 2 Wochen dort: Ich bin aus Westberlin und dachte mir damals - fährste halt
      mal mit der Bahn nach Westdeutschland, kann ja nicht die Welt sein. Tja, in den
      Osten konnte ich rein, ohne bemerkt zu werden, war in ein leeres Abteil unter
      die Sitzen gekrochen, aber dann kamen die Vopos kurz vor Helmstedt zur
      Ausweiskontrolle, da ich natürlich keinen hatte, war ja erst gerade 14, war ich
      so doof, auf die Hilfe der Reisenden zu hoffen : mich nicht zu verpetzen. Was
      glaubt Ihr wohl, was dann kam? Ein paar Alte Ziegen hatten nix besseres zu tun,
      als mich bei den Vopos anzuscheißen ! Die haben wohl gedacht, ich bin der
      Erzfeind und Teufel in einer Person. Soviel zu den guten Wessis!



      Die Vopos haben mich unter dem Sitz vorgezogen wie einen Schwerstverbrecher,
      gleich Hände auf den Rücken und so. Kein Schwein hat in dem Zug auch nur einen
      Mucks gesagt - ist ja nicht mein Problem, bloß wegsehen...



      Zuerst wurde ich auf die Grenzwache geschleppt, wo ich 9 Stunden auf einem
      Holzstuhl sitzen musste, eine (!) Marmeladenstulle und ein Glas Wasser war
      alles, was ich bekam, ein einziges Mal durfte ich pinkeln gehen. Dann haben sie
      meine Angaben "zur Person" aufgenommen und alles 5 x abgetippt.
      Irgendwann in der Nacht kam ein Kleintransporter und 2 Männer in Uniform, die
      mich wortlos in den Karren gestopft haben (ungelogen, mit einer Handschelle am
      Wagen fixiert, damit ich nicht während der Fahrt aus der verschlossenen Tür
      springe) und mich in irgendeinem Heim in/bei (?) Potsdam ablieferten. Dort
      musste ich 4

      Tage bleiben (West-Kleider wurden mir weggenommen), bis ich dann wieder in ein
      Auto kam, dass mich nach Alt Stralau brachte. Das war vielleicht eine
      Nummer, als sich rumsprach, dass ich aus dem Westen bin. Wir hatten alle viel
      zu erzählen, mussten aber wegen der Wachhunde immer vorsichtig sein, wir wurden
      immer gleich belauscht. Ich bekam meine Sachen wieder und bekam auch anständig
      zu essen, man war im Grunde sogar dort höflich zu mir. Montags abends saßen wir
      dann, wenn ich mich noch recht entsinne, auf einer Veranda oder Dach, wo wir Musik
      hören durften. Ich war dann mal so mutig, einen anständigen Sender zu suchen=
      RIAS, Schlager der Woche mit Lord Knut, was einen riesen Jubel herzauberte. Der hielt
      natürlich nicht lange an, ich wurde sachlich darauf hingewiesen, dass man hier
      so ein subversives Zeug nicht hört, hier hört man DT64! Basta. Gut, auch meine
      Musik, schließlich haben wir im Westen auch Ost-Radio + TV konsumiert. Ich
      liebe noch heute das Ostsandmännchen und Bummi + Schnatterinchen (klaro Montags
      16:00h Prof. Flimmerich + Samstags Meister Nadelöhr!!! :)



      Ich wurde gefragt, ob ich in meiner Aufenthaltszeit nur rumsitzen will, oder
      was tun - ich wollte was tun. Also habe ich Fenster geputzt (zur Straße hin,
      war toll, da war das "blühende Leben, ha ha". Ich glaube, ich befand
      mich damals im Soutterain, ja).



      War für mich ja alles irgendwie exotisch, sorry...



      Nach ca. 14 Tagen hatte man dann endgültig geklärt, dass ich wirklich aus dem
      Westen war, dann ging alles SEHR schnell. Konnte mich gerade noch so von
      einigen verabschieden, die heulten Rotzblasen, ich auch! Waren alle echt feine
      Kumpels, die ich am liebsten alle mitgenommen hätte. 2 haben mich gehasst wie
      die Pest, sagten, dass ich wirklich ein dekadenter Feind bin, den man gleich
      hätte ins Wasser schmeißen sollen. Ich war ein 14jähriger Teenager, was für ein
      Feind könnte ich schon sein ???? Ich liebte die Bee Gees und nicht den
      Teufel...



      Tja, dass ist mal eine andere Geschichte aus Westsicht. Als ich dann ins
      Westberliner Durchgangsheim Ollenhauerstr. gebracht wurde, lebte ich im 2Bettzimmer
      wie die Made im Speck, bis ich wieder von da die Kurve gekratzt habe. So war
      die Zeit halt. Später, als ich erwachsen war, hatte ich in den 70ern viele
      Jahre in der US-Army gearbeitet und bin jedes Mal, wenn ich nach Helmstedt
      fuhr, doppelt kontrolliert worden und fand zufällig in meinem Ausweis immer
      neue kleine Tintenpunkte, die ich mir nicht erklären konnte. Das tat dann der
      US-Geheimdienst ausführlich: 1 Punkt in DDR 53 geboren (56 nach West), 1 Punkt
      für die "Reise" 1967, 1 Punkt Alliiertenmitarbeiter bei der US-Army,
      1 Punkt für Geheimnisträger, weil ich Bauzeichnungen kannte (ha ha,
      ausgerechnet ich). Die exakte Positionierung dieser Punkte (hauptsächlich im
      Stempel) hatte einen Sinn wie eine Lochkarte. Hmmm, Erich wusste schon, wer bei
      ihm ein + ausging.



      All diejenigen hier, die das bis zum bitteren Ende durchleiden mussten, möchte
      ich meine Grüße senden, ich denke oft an solche Zeiten, hängt wohl mit dem
      älter werden zusammen. Ich nehme mal nicht an, dass jemand aus genau meiner
      Zeit dort hier das Forum liest, es würde mich freuen, von wenigstens Einem zu
      lesen !

      Bleibt alle gesund! Hannelore
      Liebe Hannelore,

      das ist ja mal eine Geschichte. Ich wusste gar nicht, das Kinder aus der Bundesrepubilk zu uns gekommen sind.
      Naja, eben heimlich oder so. Aber eine tolle Erinnerung, da musste ich schon ein bissel schmunzeln.
      Ich glaube nicht, das Erich alles erfahren hatte. Das hat die Stasi schon so geklärt, das möglichst viel Tumult
      verhindert worden ist. Das geht oder ging doch nicht, das jemand aus dem "ach so bösen Land" es schafft in
      die DDR einzureisen. :D Wenn er es gewusst hätte, dann hätte seine Frau einen kurzen Prozess gemacht.
      Denn ihr waren alle Heime unterstellt. Ich sage nur deutsche Gründlichkeit.
      Du hast recht unsere Sendungen waren nicht schlecht. Flimmrich und Meister Nadelöhr habe ich auch sehr gern
      gesehen.
      Mich hätte aber mal interessiert, wie es dir dann erging als du wieder in deiner Heimat warst.
      Wer jedes Wort auf die "Goldwaage" legt, bekommt seelisches Übergewicht.
      -Fred Ammon-

      Wirklich weise ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann!
      -Unbekannt- Indianerweisheit
      Wie ich´s verstanden habe, wollte sie nicht in den Osten, sondern von West-Berlin nach West-Deutschland reisen. Da es nun mal mit dem Zug durch den Osten ging, wurde sie beim Grenzübertritt von West-Berlin in den Osten nicht entdeckt, aber als es dann über die Grenze von den Osten nach West-Deutschland ging, hat man sie verpetzt und der Osten hat sie natürlich dann einkassiert, bis die Personalien geklärt waren. Ich hoffe, ich hab´s richtig verstanden.

      Ich finde die Geschichte jedenfalls sehr interessant. Mal etwas anderes.
      Genaus so war es: ich kleines WessiMädchen wollte die weite Welt umsonst sehen und wurde im Osten entdeckt - ganz dumm gelaufen. Angi90: nach meinem Ostdeutschen Reiseerlebnis kam ich erstmal in die Ollenhauer Str. (Reinickendorf, Sammellager für Wegjelooofne) wurde von Papa Staat hübsch 2fach neu eingekleidet und dann hat man sich mit meinen Eltern geeinigt, dass doch der Aufenthalt und Schulabschluß in der Weihermühle (siehe meinen anderen Beitrag) genau die richtige Richtung für mich wäre. Wie schon gesagt, war das genau das, was mir den Lebensweg ebnete und ich noch heute (wenn auch leicht verklärt) der Zeit dort dankbar bin. Aus mir ist ein anständiger Mensch geworden, habe im Leben nie aufgehört dazuzulernen, wurde eine berufliche Kanone, habe gut verdient, und ein gutes Leben geführt. Was will man mehr, ich bin bis heute zufrieden und beneide niemanden um Materielles oder Verpasstes, war mein eigener Lebensschmied.

      Ich muß natürlich auch sagen, dass zu meiner Zeit (sind wir ein Alter = 60 ?) Eltern noch auf Erziehung und Allgemeinbildung Wert legten, sie nicht lieber mit der Kippe im Hals rumhingen, oder auf ihren Handys rumklimperten, sondern mit uns spielten, Schularbeiten machten und uns die Welt erklärten. Das hat heute leider nicht mehr den gleichen Stellenwert, schade...!

      Euch allen ein schönes Wochenende :rolleyes:
      hallo Hannelore,

      Hannelore Jülicher schrieb:

      Ostsandmännchen und Bummi + Schnatterinchen
      diese bücher haben wir auch, die haben wie unseren kindern fasst jeden abend forgelessen ( sie gehören meiner frau ).

      da kann man gar nicht aufhören zu lessen, da gibt es noch ein unser, der feselt, mit seiner
      schreibweise ( er heisst manfredo ).
      danke für den beitrag wie geschrieben sehr fesselt. :)

      ...schemenhafte Erinnerung

      Ich war in den Jahren 1984 bis 1987 in alt-Stralau im Heim. Leider sind meine Erinnerungen an diese Zeit eher mager, weshalb ich hier poste.

      Nach meinen Erinnerungen waren wir in einer Baracke direkt neben der Arbeitseinrichtung von Berlin Kosmetik untergebracht. Nun bin ich mir nicht sicher, ob diese Einrichtung zum Durchgangsheim alt-Stralau, oder zu einer anderen staatlichen Einrichtung gehörte. Dagegen spricht eigentlich schon die Länge der Unterbringung von ca. 3Jahren.

      Ich bin Berliner und wurde 1981 über das Jugendamt Berlin Friedrichshain (Frau Kachur) in das Kinderheim Calbe/Saale verbracht. Nach Vollendung der 8Klasse und Beendigung der Schule, wurde ich in besagte Einrichtung überführt. Dort verblieb ich bis zu meinem 18Geburtstag und wurde im April 1987 wieder in meine Familie entlassen.

      Vielleicht erinnert sich ja jemand an diese Einrichtung, an diese Zeit oder andere, die zu dieser Zeit dort untergebracht waren.
      Mein Vorname ist Mohammed, für DDR Verhältnisse ein eher etwas exotischer Name, erhöt aber die Wahrscheinlichkeit, dass sich vielleicht doch jemand an mich erinnert.

      In meinem Avatar habe ich nur ein Bild von 1990, welches meinem Aussehen in dieser Zeit aber sehr nahe kommt.

      Gruß Mohrle

      Durchgangsheim oder Kennenlernen der Wahrheit

      Ich war mehrfach da.Und meistens unten im Keller wo die zwei knastzellen waren.Da fing immer alles an und nach ein paar Tagen durfte ich dann in die Gruppe.Und wir mußten jeden Tag das ganze Haus putzen und den Boden bohnern. Und wehe er war nicht glänzend.Dann haben sie einen fertig gemacht und man mußte es mehrfach nacharbeiten.Sonntags im Sommer war auch mal Spaziergang da kriegten wir Mädchen Sonntagskleider cremfarbig mit roten Blümchen zum anziehen und alle das gleiche Kleid wie eine Uniform.Da hätte man nie abhauen können man wäre sofort geschnappt worden.
      1986? 3 Tage war ich dort.
      Von der Dachterrasse konnte man den Wasserturm am Bahnhof Ostkreuz und das Riesenrad vom Vergnügungspark im Plänterwald sehen.
      Es war ein Haus auf der Halbinsel.
      Ich konnte nicht durch Wände gehen.
      Rumpelstielzchen, der Riese und die Hexe aus der Serie "Spuk unterm Riesenrad" haben mich nicht besucht.
      Oh ja an diese Zeit kann ich mich nur sehr gut erinnern.
      Ich verbrachte einen Monat im Keller. Jedes Mal wenn jemand kam musste man sagen:" Isolierraum 1 befindet sich die Jugendliche B.M. keine besonderen Vorkommnisse" dann war gut und sie sind wieder gegangen.
      Denn wenn man dieses nicht gemacht hat durfte man zur Belohnung gleich noch ein bisschen länger dort bleiben.die

      Ganz besonders gut kann ich mich noch an das Bett und die Toilette erinnern.


      Das Bett war eine Matratze, die natürlich hart war und auf dem Boden lag. Und dazu gab es eine dünne edel Decke.
      Im Winter war es besonders kuschelig denn da konnte man die ganze Zeit im Bett sein und sich zudecken denn eine Heizung gab es nicht.

      Die Toilette strotzte natürlich vor Luxus. Es gab einen wunderschönen luxuriösen Blecheimer, in diesen durfte ich meine Geschäfte hineintun, wurde natürlich auch ganz brav einmal täglich für mich gelehrt.

      Auch ein wunderschönes Fenster gab es. Aus diesem könnte man theoretisch rausschauen wenn man praktisch nicht zu klein war. Ob sich der Blick gelohnt hat kann ich leider nicht sagen denn ich war zu klein.

      Ja was sollte man natürlich vor lauter Langeweile tun ? Das was jeder tun würde. Ich übe meinen Namen an die Wand zu schreiben auch das war den wieder nicht recht. Zur Belohnung bekam ich einen Eimer und eine Hanbürste um es abzuschruppen. Und weil es doch so schön war durfte ich noch eine weitere Woche im Keller bleiben.

      Auch im Isolier Raum 2 war jemand.
      Es war ein kleiner Junge der permanent weinte. Nachdem er lang genug weinte wurde er wieder mit nach oben genommen.
      Vielleicht hätte ich es auch so probieren sollen.

      Nach einem Monat und einer Woche durfte ich dann nach oben zu den anderen. Ich durfte baden gehen und ich bekam natürlich auch gleich eine neue Frisur. Denn die fanden mein Ponni war zu lang. Aber dieses ging natürlich auch nicht ohne Probleme. Ich wollte natürlich nicht dass mein Ponni ab kommt also wurde ich kurzerhand von zwei Person festgehalten und dass mein Ponni geschnitten werden konnte. Ich kann euch sagen das sah hinterher bescheiden aus, schön schief.
      Mit den anderen Bewohnern aus Stralau kam ich gut zurecht. Es war auch wesentlich angenehmer als im Keller.
      Ich durfte in einem kleinen Zimmer (im 4 Bett Zimmer) schlafen. Damit die Betten auch nicht zu viel Platz wegnehmen waren es natürlich Doppelstockbetten.
      Die Matratze und die Decke waren auch wesentlich komfortabler.



      Aber ich glaube ich hätte trotz allem auf diese Erfahrung gern verzichtet.

      Anschließend bin ich dann zum Jugendwerkhof Friedrichswerth gebracht worden. Da war es dann wesentlich angenehmer als in Stralau.

      Durchgangsheim Alt- Stralau

      Hallo Leute,

      ich war 1968 im Durchgangsheim Alt- Stralau.
      Ich schreibe derzeit an meiner Biografie, wo Heime insbesondere Stralau eine große Rolle spielen.

      Ich suche auf diesem Wege Hilfe von ehemaligen Insassen die dort zu dieser Zeit auch waren. Hauptsächlich in der Jungsabteilung und sich an Erziehernamen erinnern können.

      Ich bedanke mich für jeden Hinweis im voraus.

      LG Horst
      ich bin auch ein ehemaliges westkind..geboren in berlin wilmersdorf ...ich kam nach alt-strahlau weil das kinderheim haus tornow aufgelöst wurde mitte der 60ziger jahre. ich war ca. 5-6 monate in alt-strahlau ..gefühlte jahre denn für mich als unschuldiges kind war es die hölle ..seit ich dort gewesen bin habe ich mich später auffällig verhalten wegen der ungerechtigkeiten die mir dort in alt-strahlau widerfahren sind. von alt-strahlau kam ich dann ins kinderheim a.s. makarenko in berlin schöneweide, johannisthal...doch ich war ein anderer mensch geworden und kam schwer mit den heimaufenthalt dort klar. nach haus tornow kam ich weil meine mutter republikflüchtig gewesen sein soll obwohl sie im westen gelebt hat. ich denke mal sie hat mich abgeschoben als die grenzen geschlossen wurden. das gleiche schicksal nur einen tuck schlimmer widerfuhr mein bruder ..wir wurden auseinander gerissen und er kam zuerst in ein spezialheim und später ins jugendwerkhof...nach der wende habe ich ihn gesucht doch seine spur verlor sich in hamburg. 2012 unternahm einer meiner söhne noch einen versuch ihn zu finden und so erfuhr ich die traurige geschichte das er 2009 schon im alter von 59 jahren einsam in einem pflegeheim bei lübeck verstorben war...wir hatten als kinder sehr aneinander gehangen ...er war der einzige den ich noch gehabt hätte aber ich kam zu spät... alt-stralau wie auch all die jugendwerkhöfe ...sie waren für uns die wir kinder waren bzw. jugendliche zum teil die hölle ...doch eines muss ich hinzufügen...ich verurteile nicht nur die damaligen jugendämter und einrichtungen sondern auch die eltern die ein teil mit dafür verantwortlich sind was mit uns geschehen ist bzw. passiert ist...nach der wende habe ich einmal meine mutter wieder gesehen die in bayern inzwischen lebte . ich fragte sie nach dem warum...ich bekam keine antwort ...sie war mir fremd und ich dachte verzweifelt ..an sie hatte ich doch all die jahre geglaubt das sie mich aus dieser hölle wieder rausholen würde und sie meinte nur: so waren halt die zeiten damals man müsse das nun langsam vergessen...sorry ...es bewegt mich heute noch besonders auch wenn ich eure berichte dazu so lese...

      Ein oder zwei Tage Stralau

      War auch einmal 1 oder 2 Tage in Stralau. Das war um 1979.
      Ich war flüchtig auf Abenteuer Tour aus dem Heim Caputh.
      Hatte schon vorher von Stralau gehört, und es war nicht Gutes.
      Kann mich aber auch nicht mehr wirklich erinnern. Weiss nur noch, das es sehr streng war und das ich von Anderen dort gewarnt wurde, das bei kleinsten Fehlverhlten Maulschellen von den Erziehern kassiert werden. Von dort bin ich nach Potsdam (Durchgangsheim) gebracht worden, dort (wo ich untergebracht war) waren nur ältere Mädels um die 15/16 Jahre alt ( ich war ca.12 Jahre alt), die tagsüber irgendwelche Lötarbeiten gemacht-, und sich wirklich gut um mich gekümmert haben, bis ich dann zurück nach Caputh gebracht wurde.
      Wenn ich in Stralau hätte länger bleiben müssen, wäre ich sicher stiften gegangen, auch wenn alles sehr eingemauert war.
      Lutz
      Ich war sehr lange in Stralau und habe sehr viel dort erlebt. In der Zelle im Keller war ich auch .Meine damalige Freundin und ich wollten von dort abhauen und da wir keine andere Möglichkeit sahen, haben wir Nägel und Schrauben geschluckt. Dann bekamen wir im Keller zu jeder Mahlzeit SAUERKRAUT. Und am 3. oder 4. Tag hatte sich die Sache von selbst erledigt. Wochen später sollten wir dann den Müll in den Heizungsraum bringen - naja wir steckten unseren Kopf durch das Gitter (ohne zu wissen,ob es funktioniert ) und ...dann hatten wir den Körper auch durch.Wir sind bis nach Pankow gekommen, wo ihre Eltern wohnten. Wir konnten baden und was essen. Was wir nicht wußten, ihre Eltern hatten schon lange in Stralau angerufen .Somit wurden wir von der Polizei abgeholt und kamen zurück. Nach dem Arrest hatten wir uns beruhigt.. Erzieher weiß ich nur noch Fr. Kath, Frl. Backhaus und Fr. Rau. Später durfte ich von dort aus in Treptow auf der weissen Flotte arbeiten.Zuerst auf der H. Mann und dann auf der B. Brecht. Ich habe in der Küche geholfen und ich bin von den Leuten dort total verwöhnt worden.Leckeres Essen und manchmal durfte ich sogar rauchen ! 4,5 Monate war ich dort bevor ich dann nach Jöhstadt kam. Diese 4,5 Mon. habe ich in sehr guter Erinnerung behalten. Geschlagen bin ich dort nicht geworden.
      Ich vertraue nur mir selbst

      Hamsa schrieb:

      Hallo Leute,

      ich war 1968 im Durchgangsheim Alt- Stralau.
      Ich schreibe derzeit an meiner Biografie, wo Heime insbesondere Stralau eine große Rolle spielen.

      Ich suche auf diesem Wege Hilfe von ehemaligen Insassen die dort zu dieser Zeit auch waren. Hauptsächlich in der Jungsabteilung und sich an Erziehernamen erinnern können.

      LG Horst


      Hallo Horst, du liest das hier nicht, ich weiß, wahrscheinlich weil du nur noch Gast bist und mit deiner Biografie längst abgeschlossen hast, mit der man eigentich bis zu seinem Ende nicht abgeschlossen haben kann. rofl

      Weshalb ich schreibe? Weil ich eine userin kannte, die da drinnen war, nein, es waren sogar zwei weibliche user und des Weiteren einen Gleichaltrigen, der mit mir seinerzeit ins Heim kam, nur dass er in eben dieses D-Heim nach Stralau kam und von dem ich später nie wieder auch nur einen leisen Ton gehört oder gelesen hatte. :(

      Mario, wo also bist du abgeblieben? Er muss zu deiner Zeit, Horst, dort gewesen sein. Vielleicht kanntet Ihr Euch sogar? Er war ziemlich klein für seine 11 Lenze, hatte ein südländisch markantes Aussehen, bulgarisch würde ich sagen, aber das war auch das letzte Mal und ich kannte natürlich seinen damaligen Lebenshintergrund genau, der in etwa so bescheiden war, wie meiner. :whistling:

      Zum Ort des Geschehens, als Ost-Berliner war die Einrichtung zumindest jedem schon dank seines häßlichen backsteinbau-Aussehens bekannt. Jeder, der Ostkreuz in Richtung Schöneweide / B`schulenweg passierte und zum Beispiel an der Dampferanlegestelle Treptow ausstieg, um vielleicht eine Schiffsfahrt auf der Spree zu unternehmen, kannte den Kasten gegenüber der Anlegestelle und ich wußte als 14 Jähriger, als ich mein Heim, an die 220 km von Berlin entfernt, längst verlassen durfte, was dort in etwa geschehen ist, denn schon der Anblick sagte einem, wenn das ein Heim ist, wie soll es erst denen dort ergangen sein, die da drinnen waren? Irgendwie beschlich mich immer ein mulmiges Gefühl, so ich dort vorbeikam, denn als Heimkind wußte man, was dort in etwa abgegangen ist, obwohl man selbst dort gar nicht war. Schon merkwürdig.

      Zum Schluss kommend, ich schreibe leider gerade wieder viel heute, dieser Thread gehört für mich zu den durchgängig am Interessantesten, denn er wird weder gestört, noch wird vom Wesentlichen abgschweift und das ist schon mal etwas sehr Schönes. :thumbup:

      Natürlich interessiert so ein Thema jemanden, der aus der Stadt kommt und sie seit praktisch seiner Geburt hat kennenlernen müssen. Mit allem für und Wider. :D

      @Mario, bitte melde dich, ich selbst habe schon vor Jahren in der Johannisthaler Königsheide versucht, dich ausfindig zu machen und weiß von jemandem, dass du ab 1970, 71 oder später dort länger warst. Wenn du dich nicht melden möchtest, dann ist das auch gut so. Ich hatte es jedenfalls heute noch einmal ernsthaft ein letztes Mal versucht. 8o

      LG Leser und Schreiber
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel

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