Narben in der Seele – Narben im Gehirn Münstersche Forscher weisen Langzeitfolgen von Kindesmisshandlung mittels Magnetresonanz-Tomografie nach

    Es gibt 13 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von conan.

      Narben in der Seele – Narben im Gehirn Münstersche Forscher weisen Langzeitfolgen von Kindesmisshandlung mittels Magnetresonanz-Tomografie nach

      Menschen, die als Kind misshandelt wurden, leiden meist ihr Leben lang unter den seelischen Folgen. So haben Erwachsene, die als Kind Gewalt, Missbrauch oder Vernachlässigung ausgesetzt waren, ein erheblich höheres Risiko, an psychischen Erkrankungen wie Depression oder Angststörungen zu erkranken. Wissenschaftler vom interdisziplinären Otto-Creutzfeldt-Zentrum für kognitive - und Verhaltensneurowissenschaften der Universität Münster haben nun erstmals gezielt die Langzeitfolgen von Misshandlungserlebnissen mittels Magnetresonanz-Tomografie (MRT) untersucht. Die Daten zeigen, dass die Folgen von Gewalterfahrungen im Kindesalter noch Jahrzehnte später in den Gehirnen der Betroffenen nachweisbar sind.



      Bitte weiterlesen unter:http://www.uni-muenster.de/Rektorat/exec/upm.php?rubrik=Alle&neu=0&monat=201112&nummer=15061
      Liebe Micky,

      ja, diese ganze Forschung um Gehrin, Trauma und Gedächtnis ist sehr interessant.

      Ich bekomme schon seit Jahren den Leonardo-Newsletter. Meist komme ich gar nicht dazu, alles zu lesen, aber an diesem Beitrag bin ich - gerade nach deinem Beitrag hier - heute hängen geblieben.

      (Zitat):
      Das emotionale Gedächtnis - Neuer Therapieansatz

      Erlebnisse neu bewerten und lernen
      Was wir als Kinder und junge Menschen erleben, prägt uns ein Leben lang. Emotionale Lernerfahrungen bewirken stabile Synapsenverbindungen im Gehirn. Wir können oft nicht anders, als unbewussten Prägungen zu folgen, selbst wenn sie uns nicht gut tun. Aber die Neurowissenschaft fand heraus, dass man solche Muster durchaus auflösen und durch neue ersetzen kann. Ein amerikanischer Psychotherapeut hat daraus eine neue Behandlungsidee entwickelt, die Kohärenz-Therapie.

      Emotional Gelerntes kann verändert werden
      Die Neurowissenschaft fand vor wenigen Jahren heraus, dass Erinnerungsmuster im emotionalen Gedächtnis veränderbar, "überschreibbar" sind. Der amerikanische Psychotherapeut Bruce Ecker kam
      nach zwanzig Jahre dauernden Fallstudien zu demselben Ergebnis.

      Das emotionale Gedächtnis lenkt das Verhalten
      Frühe emotionale Lernerfahrungen bewirken Verhaltensmuster, die das Leben prägen. Sie können gut tun, oder auch beeinträchtigen.
      Fallbeispiel aus Eckers Praxis: Ein Patient wechselt zwanghaft nach einiger Zeit immer wieder den Arbeitsplatz. Als Kind hat er erlebt, wie unglücklich sein Vater jahrelang über seinen Job am Fließband war. Das Gedächtnis im Gehirn reagiert auf solche Erfahrungen mit stabilen Verbindungen zwischen Synapsen: Der Mann kann auch beim besten Job nicht bleiben, denn er hat eine tiefsitzende, unbewusste Angst, es könnte ihm ergehen, wie seinem Vater. Dieses Verhalten ist für ihn absolut schlüssig. Es ist "emotional kohärent", weil es Leiden verhindern soll.

      Psychotherapeutischer Weg zur Veränderung
      Bruce Ecker formuliert keine eigenständige Therapieform, sondern beschreibt mit der "Coherence Therapy" die therapeutischen Schritte, die dazu führen können, frühe emotionale Lernerfahrungen zu verändern. Dabei wird nicht die Erinnerung an Erlebtes gelöscht, sondern seine emotionale Bewertung und damit die Muster, die das nachteilige Verhalten auslösen. Der Patient ruft in der Therapie eine emotionale Lernsituation auf und parallel dazu eine zweite, neuere, die der ersten widerspricht. Dabei wird die Gedächtnisspur im Kopf vorübergehend instabil und die alte Gedächtnisspur kann mit der neuen "überschrieben" werden. Die Therapieschritte der "Kohärenz-Therapie" können in vielen Formen der Psychotherapie angewendet werden.

      Linktipps
      Seite des Neurowissenschaftlers Joseph LeDoux (auf Englisch)
      http://www.cns.nyu.edu/ledoux/ledoux_bio.htm




      Über Gedächtnisspuren schreibt auch Jill Bolte Taylor, die Gehirnforscherin, die einen Schlaganfall erlitt und dadurch quasi aus der "Innensicht" die Funktionen ihres Gehirns beobachten und beschreiben konnte. Mich hat ihr Buch sehr fasziniert.

      Natürlich denke, glaube und weiß ich auch, dass das eine lange Zeit braucht - eine sehr! lange Zeit. Denn die "Schleifen", die man mal gelegt hatte in Gehirn, haben ja lange auf ihre Weise funktioniert und sind einigermaßen gut ausgebildet.

      Aber es ist sehr ermutigend zu erfahren, dass es auch physiologisch Wege raus aus einer Depression oder aus traumatischen Erfahrungen gibt. Ich finde es toll, dass es dazu vermehrt Forschungsergebnisse gibt.
      Letztlich, das fällt mir gerade auf, geht es doch darum, auch aus der Sicht der Gehirnforschung zu belegen, wie wichtig es ist: Freundschaft, Liebe, Gutes, Zuwendung, Fröhlichkeit..... All das hinterlässt offenbar nachweislich Spuren im Gehirn.

      Liebe Grüße
      Monika
      Möchte gern auch meine Sichtweise zu Narben im Gehirn äußern und hoffe darauf nicht mißverstanden zu werden.
      Mein Sohn hat auch am Kleinhirn Narben die aber von einer Hirnhautentzündung stammen. Die Narben verhindern
      eine Durchblutung wodurch er dann Anfälle bekommt. Muss ich jetzt Angst haben, das jemand vielleicht behauptet
      ich hätte meinen Sohn mißhandelt? Okay, klingt jetzt bissel absurd vielleicht habe ich den Link von Micky auch
      nicht richtig verstanden. Aber intresannt wäre doch, wenn die jenigen sich mal untersuchen ließen, die Mißhandlungen
      durchlebt ob sich da auch Narben im Hirn gebildet haben. Da müsste ich auch zur Untersuchung! Man das ist wieder
      spannend. Bitte versteht mich nicht falsch aber es entstehen gerade Fragen über Fragen.
      Wer jedes Wort auf die "Goldwaage" legt, bekommt seelisches Übergewicht.
      -Fred Ammon-

      Wirklich weise ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann!
      -Unbekannt- Indianerweisheit
      Hallo, Angi,

      wegen deinem Sohn solltest du dir keine Sorgen machen - denn hier liegt ja nachweislich eine organische Erkrankung zugrunde.

      Was deine Frage bezüglich der Narben in deinem Gehirn angeht, weiß ich nicht, inwieweit das im Alltag schon durch ist, dies zu machen. Solche Tomografien sind sehr teuer und ich denke, dies wurde "nur" im Rahmen der Forschungen in Münster durchgeführt. Allerdings kann ich das mit Sicherheit nicht sagen.

      Vielleicht wissen da Neurologen mehr drüber - falls du einen hast, frag den doch mal.

      Oder vielleicht wissen auch andere hier im Forum etwas darüber.

      Lieber Gruß
      Monika
      Liebe Angi,nein Du brauchst keine Angst zu haben,das jemand behauptet Deinen Sohn mißhandelt zu haben. :) Den Link habe ich auch aus persönlichen Gründen reingesetzt,da ich ja schon seit Jahren diese verdammten Angstzustände und zeitweise unter Depressionen leide und auch kein Arzt hatte während meiner stadionären Krankenhausaufenthalten,insgesamt 6 mal die Ursachen meiner Beschwerden rausbekommen.Liebe Grüße Micky
      Aus eigenen Erfahrungen weiß ich definitiv, daß es einen Weg aus der psychologischen Negativspirale gibt, egal wie tief die seelischen Verletzungen sind und sogar Traumatisierungen aus der Säuglingszeit lassen sich individuell beheben. Das verlangt natürlich viel Geduld mit sich selbst und ich glaube, wer es wirklich will, schafft es auch, egal wieviel Zeit es einem kostet.


      Wir mit unseren verletzten Seelen neigen nämlich meistens dazu, den "psychologischen Mülleimer" für Leidensgefährten zu sein, was völlig in Ordnung ist, solange unsereins dabei nicht selber "auf der Strecke" bleibt. Die Probleme der Anderen tun ja nicht weh, die eigenen schon. Wer also immer "stark" rüber kommen will, stolpert eines Tages über sich selbst.


      Psychologen, Psychiater, Neurologen und Neurochirurgen können so vieles untersuchen und bestätigen. An den Ergebnissen ist ja was wahres dran. Doch der beste Psychologe ist die eigene Seele. Nur wir selbst wissen, was wir wirklich brauchen. So verschieden wir Menschen alle sind, so verschieden sind auch die richtigen Behandlungsmethoden.


      Welche Behandlungsmethode zu einem paßt, sagt dir die eigene Seele. Wer sich selbst kennen lernt, an sich arbeitet, kann auch anderen wirklich helfen, sich selbst zu helfen. In einer meiner Beiträge habe ich bereits geschrieben, welche Methode ich für mich heraus gefunden habe. Seit ich die anwende, kommen immer mehr schöne Erinnerungen hoch, sehe ich vieles im anderen Licht, führe ich ein viel glücklicheres Leben.


      Das wünsche ich jeden vom Herzen, ein glücklicheres Leben.


      LG, Angela

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „19Angela70“ ()

      also ich wundere mich immer wieder, wie dreist doch diese Hirn"Spezialisten" die Leute verarschen. Dagegen sind ja die Priester aller Religionen die reinsten Wahrheitsapostel. Um zu zeigen, wie viel Unfug die moderne Hirnforschung treibt, hat ein Forscher die Hirnströme eines toten Lachses gemessen.
      http://www.sueddeutsche.de/wissen/neuronenforschung-ein-fisch-schaut-in-die-roehre-1.36460
      http://www.sueddeutsche.de/wissen/neuronenforschung-ein-fisch-schaut-in-die-roehre-1.36460-2



      Die Leutchen sollten besser endlich mal das breittreten, was sie seit mindestens 30 Jahren tatsächlich beweisen können. Dass nämlich "Narben", also Schäden im Gehirn durch Psychopharmaka und viele andere Medikamente entstehen.. Aber wem sollte die Pharmamafia dann noch ihre PsychoDrogen anbiedern können? Immerhin, der Anfang ist gemacht. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-90638344.html
      die pharmamafia - wir sollten endlich hellhörig werden!

      auch ich kenn einen jetzt 8-jährigen jungen der anzeichen von adhs aufzeigt, jedoch nicht adhs erkrankt ist. es stellt sich mir die frage, worin liegt der unterschied? er ist ein süßer junge, sehr aufgeweckt, sehr wissbegierig und eben ein zappelphilipp. verbote akzeptiert er kaum, die einsicht ist einfach kaum vorhanden. wenn er austickt kann er recht "böse" werden, gebraucht sehr derbe schimpfworte und man fragt sich, wo hat er die nur her? man muss sich zeit für ihn nehmen und ihm genau erklären warum das so und so nicht geht. dann kann er auch wieder ruhig sein und sieht es auch ein.

      er musste zwei medikamente einnehmen, eines zur beruhigung und ein weiteres um die aufmerksamkeit zu fördern. das medikament zur aufmerksamkeitsförderung wurde mit absprache des arztes abgesetzt. der junge ist jetzt in behandlung bei einer heilpraktikerin welche ich auch kenne. sie arbeitet zusammen mit der kinderärztin zum wohle des kindes. er ist etwa 4 monate bei dieser heilpraktikerin, ist ausgeglichener und tickt seltener aus. es gibt für mein empfinden viel zu wenig fachpersonal in kindereinrichtungen, schulen usw. um diesen kindern einen normalen alltag zu ermöglichen. schade, das geld hätte deutschland sicher, es könnte von unsinnigen rüstungsausgaben zum beispiel abgezogen werden. aber was zählt schon ein kind? es ist schlimm sowas zu lesen und zu wissen, gleichzeitig aber auch fast machtlos dem gegenüber zu stehen.

      liebe grüße zicklein
      :herz: "Einen Menschen lieben,heißt einzuwilligen,mit ihm alt zu werden." :herz:

      Albert Camus(1913-1960) frz.Erzähler und Dramatiker

      zicklein schrieb:


      auch ich kenn einen jetzt 8-jährigen jungen der anzeichen von adhs aufzeigt, jedoch nicht adhs erkrankt ist. es stellt sich mir die frage, worin liegt der unterschied?

      er musste zwei medikamente einnehmen, eines zur beruhigung und ein weiteres um die aufmerksamkeit zu fördern. das medikament zur aufmerksamkeitsförderung wurde mit absprache des arztes abgesetzt. der junge ist jetzt in behandlung bei einer heilpraktikerin welche ich auch kenne. sie arbeitet zusammen mit der kinderärztin zum wohle des kindes. er ist etwa 4 monate bei dieser heilpraktikerin, ist ausgeglichener und tickt seltener aus. es gibt für mein empfinden viel zu wenig fachpersonal in kindereinrichtungen, schulen usw. um diesen kindern einen normalen alltag zu ermöglichen. schade, das geld hätte deutschland sicher, es könnte von unsinnigen rüstungsausgaben zum beispiel abgezogen werden. aber was zählt schon ein kind? es ist schlimm sowas zu lesen und zu wissen, gleichzeitig aber auch fast machtlos dem gegenüber zu stehen.

      liebe grüße zicklein
      ADHS gibts nicht, also gibts auch keine Unterschiede. so einfach ist das :wissenschaftler:
      Für das Nichts musste das Kind zwei Medikamente schlucken. Eins zur Beruhigung, das andere zur Aufmerksamkeitsförderung. Krass, aber üblich.
      Das zur Beruhigung ist vermutlich eines aus der Familie der
      Hypnotica. Im humansten Fall also ein schwach wirksames pflanzliches Sedativ oder nebenwirkungsreichen Betablocker. Wahrscheinlicher aber ein Benzodiazepin oder - das ist groß in Mode - Neuroleptika mit extremstem Nebenwirkungen. Das zweite Medikament war dann wohl die Psychodroge Ritalin.
      Zu Nebenwirkunmgen und Risiken fragen sie bitte NICHT Ihren Art oder Apotheker. Die meisten informieren extra knapp, lügen absichtlich das Blaue vom Himmel herunter oder - und das ist wahrscheinlicher - sie haben tatsächlich keinen blassen Schimmer. Wer es nicht glaubt, besorgt sich die Fachinformationen im Netz und fragt dann einfach mal direkt nach. Beim Arzt oder in der Apotheke. Wetten dass die meisten dann zur roten Liste greifen müssten?
      Wenn das Absetzen der 2. Medikation abrupt geschah, so kommt es hier rüber, dann bleibt nur zu hoffen, dass nichts nachkommt. Entzugssymptome können locker bis zu einem Jahr auf sich warten lassen. welchen Sinn soll die Zusammenarbeit der Schulmedizinerin mit der Heilpraktikerin haben? Wie sieht die in der Praxis aus? (nein, ich meine doch nicht die Frau in ihrer Praxis
      X( )




      Erfinder des ADHS: «ADHS ist eine fabrizierte Erkrankung»

      von Moritz Nestor

      Die schweizerische Nationale Ethikkommission im
      Bereich Humanmedizin NEK (Präsident: Otfried Höffe) hat sich in ihrer
      Stellungnahme vom 22. November 2011 mit dem Titel: Über die
      «Verbesserung» des Menschen mit pharmakologischen Wirkstoffen
      erfreulicherweise sehr kritisch mit der Verwendung des ADHS-Medikaments
      Ritalin befasst: Das Verhalten des Kindes werde durch Chemie ohne
      jegliche Eigenleistung beeinflusst. Das sei ein Eingriff in die Freiheit
      und die Persönlichkeitsrechte des Kindes, denn chemische Wirkstoffe
      verursachten zwar gewisse Verhaltensänderungen, das Kind lerne aber
      unter Chemie nicht, wie es sein Verhalten selbst ändern könne. Damit
      würden ihm wichtige Lernerfahrungen für eigenverantwortliches und
      mitmenschliches Handeln vorenthalten, «die Freiheit des Kindes
      empfindlich eingeschränkt und es in seiner Persönlichkeitsentwicklung
      gehemmt», kritisiert die NEK.
      Schützenhilfe kommt für die alarmierten
      Kritiker der Ritalin-Katastrophe jetzt von ganz anderer Seite. Der
      Spiegel zitiert am 6.2.2012 in seiner Titelgeschichte den 1922 als Sohn
      von russisch-jüdischen Einwanderern geborenen US-amerikanischen
      Psychiater Leon Eisenberg, den «wissenschaftlichen Vater von ADHS», der
      sieben Monate vor seinem Tod in seinem letzten Interview im Alter von 87
      Jahren sagte:
      «ADHS ist ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung.»
      Seit 1968 aber, rund 40 Jahre lang, geisterte Leon
      Eisenbergs «Krankheit» durch die diagnostischen und statistischen
      Manuale, zunächst als «hyperkinetische Reaktion im Kindesalter», heute
      als «ADHS». Der Verbrauch von ADHS-Medikamenten stieg in Deutschland in
      nur acht Jahren von 34 kg (1993) auf die Rekordsumme von sage und
      schreibe 1760 kg (2011) – das ist ein 51mal grösserer Umsatz!

      In den USA schluckt von den zehnjährigen Jungen bereits jeder zehnte täglich ein
      ADHS-Medikament. Tendenz steigend

      weiterlesen http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=690

      sehr interessant

      hallo teeddy,

      dein medizinisches wissen verblüfft mich. nein das ist gewiss keine kritik, das ist ehrlich gemeint. ich interessiere mich aus persönlichen gründen für medizin, kann dem ganzen meist jedoch nicht so richtig folgen, da widersprüchliche aussagen kursieren und ich keine medizin studiert habe. was ich in den letzten jahren lese an medizinischen beiträgen, hab ich in meinem ganzen leben nicht gelesen.

      zu dem jungen: er bekommt jetzt z. z. noch risperdal und ich sah mir eben nach deinen schilderungen ein video an, welches mich völlig erschüttert. leider ist es in englischer sprache, aber es ist selbstredend. ich möchte es dir und anderen usern nicht vorenthalten.



      du schreibst teeddy, adhs gibt's nicht. ok, aber wenn ein 8-jähriges kind völlig ausrastet wenn es wegen grober verstöße (z.b. schlagen eines kindes, einen stuhl durch die gegend werfen zu einem kind oder erwachsenen) ausdrücke sagt, das wort mit v oder ähnliches, wenn er nen tobsuchtanfall bekommt weil er von einer schönen sache ausgeschlossen wird wegen seines verhaltens, dann nennt man es eben heute adhs. find ich ja auch überzogen da mit medikamenten ranzugehen, aber leider hab ich nicht das sagen. er ist ein zappelphillipp und rastet aus, weil er verbote nicht akzeptiert. er will mit seinem kleinen kindskopf durch die wand. irgendwie erkenn ich mich ein kleines stück darin wieder. aber nur ein kleines stück. keiner von uns ist froh wenn er etwas nicht darf, was er gern tun würde. wir schimpfen dann vielleicht auch, aber ansonsten haben wir uns sicher (so sollte es zumindest sein!) im griff. das fehlt dem jungen. vielleicht sollte er ein antiaggressionstraining absolvieren? wäre vielleicht für sehr viele kleine wie auch große erdenbürger nicht schlecht. wenn ich mir so die gewaltbereitschaft ansehe, welche immer mehr zunimmt.

      warum die heilpraktikerin mit der kinderärztin zusammenarbeitet? weil sich beide austauschen im interesse des kindes. der junge wird sehr genau beobachtet, das heißt sein verhalten, ohne es ihn merken zu lassen. sollte sich die absetzung des einen medikamends als nicht gut herausstellen, das heißt der junge würde sich im verhalten noch auffälliger benehmen, würde man evtl. eine neue methode anwenden oder das erste medikament wieder dazu geben. daher die kooperation. und die eltern haben natürlich auch ein mitspracherecht, soweit es ohne medizinische kenntnis geht.

      der junge ist im gegensatz zum jahresanfang bedeutend ruhiger geworden, natürlich reagiert er noch über, aber weniger spektakulär. er hört jetzt auch eine weile zu, wenn man geduldig mit ihm spricht. und er kann sich auch entschuldigen, wenn er "ausgebockt" hat. seine eltern gehen sehr ruhig und liebevoll auf ihn ein, bringen ihm aber auch bei dass es grenzen gibt, selbst für erwachsene. er ist ein so süßer kleiner kerl, seine fragen sind so umfangreich, er will alles wissen. stillsitzen ist schwer für ihn, sich an regeln zu halten. ich konnte auch nie lange stillsitzen. mit noch vollem mund wollt ich vom mittagstisch aufstehen und wieder raus spielen. natürlich durfte ich nicht, musste erst aufessen und anschließend noch OH SCHRECK MITTAGSSCHLAF machen. meist hab ich geheult ich sei nicht müde, aber nach 10 minuten schlief ich ein weil ich eben müde war. kaum ausgeschlafen, tobte ich wie wild durch die gegend, spielte fussball mit den jungs oder kletterte auf hohe bäume usw. . adhs kannte ich nicht, diese bezeichnung ist ein relikt der neuzeit. es muss ja alles einen namen haben. wenn ich mir vorstelle, ich hätt damals medikamente bekommen weil ich ein zappelphillip war? :thumbdown:

      soweit ich weiß, wurde das zweite medikament stufenweise reduziert und das verhalten beobachtet. es scheint gut zu laufen. ich hoffe es kommen keine schlimmen zwischenfälle nach.

      lg zicklein
      :herz: "Einen Menschen lieben,heißt einzuwilligen,mit ihm alt zu werden." :herz:

      Albert Camus(1913-1960) frz.Erzähler und Dramatiker

      Arzneimitteltests in der DDR: Testen für den Westen (II)

      Die klinische Medikamentenprüfung eines Psychopharmakons am Uniklinikum Jena – Ergebnisse einer Pilotstudie

      Die öffentliche Aufregung war groß, als im Mai 2013 etliche Medien über klinische Prüfungen von West-Medikamenten in der DDR berichteten. Angeblich seien Zehntausende Patienten unwissentlich als Versuchskaninchen missbraucht worden, und etliche hätten die Tests nicht überlebt. Politiker forderten umgehend Aufklärung, einstige Patienten meldeten sich zu Wort. Kliniken waren verunsichert, wie sie sich dieser Vergangenheit stellen sollten.


      Quelle: http://www.aerzteblatt.de/archiv/152714/Arzneimitteltests-in-der-DDR-Testen-fuer-den-Westen-%28II%29
      Traurig, aber auch wo anders Alltag und das im Jahr 2014
      http://cognito-magazin.de/eu-verordnung-soll-arzneimittel-versuche-an-menschen-ohne-deren-zustimmung-erleichtern/

      http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/53469/Aerzte-protestieren-gegen-Lockerung-bei-Arzneimitteltests-an-Menschen
      na sag ich doch: stoppt tierversuche, nehmt kinderschänder.
      ne im ernst, die werden immer dreister und ich denke, so langsam wird das volk vollkommen entmündigt. das hatten wir schon mal, lasst mich überlegen :hmm: ist 25 jahre her.
      :herz: "Einen Menschen lieben,heißt einzuwilligen,mit ihm alt zu werden." :herz:

      Albert Camus(1913-1960) frz.Erzähler und Dramatiker
      Magnetresonanz - Tomografie - Untersuchungen gab es zu meiner Zeit als Kinderheimkind noch nicht. Sicher hätte ich damals mit derartigen Untersuchungen auf Kriegsfuß gestanden.
      Bis ca. 1972 /73 wurde ich streng altmodisch evangelisch erzogen. Wir wurden des öfteren dazu aufgefordert in uns hineinzuhorchen und nach unseren Sünden zu suchen und diese Gott zu beichten, ansonsten...
      Mit einem neuen Heimleiter zog dann auch die moderne Kinderpsychologie in unser Kinderheim ein. Von da an hatte ich mich weniger mit meinen Sünden, dafür aber mit mir selbst als psychisch erkranktes Kind auseinandersetzen. Ich habe diese Stunden bei Frau Kinderpsychologin gehasst. Ich war zu dem Zeitpunkt etwa 9 oder 10 Jahre alt und wurde schon in diesem Alter mit Bezeichnungen wie "depressiv", "bindungs-und liebesunfähig" oder auch "verschlossen" traktiert. Mich hat das damals zutiefst verunsichert, kein normales Kind zu sein und Bezeichnungen wie z. B. "verhaltensgestört" empfand ich als genauso verletzend wie "blöde Kuh" oder ähnliches.
      Ich weiß noch, daß jedes Bild, das ich während des Zeichenunterrichts in der Schule gemalt hatte, früher oder später bei dieser Psychologin auf dem Schreibtisch landete und sie mir dazu Fragen stellte, wie etwa :"Die Sonne hast du aber sehr klein gemalt, scheint in deinem Herzen die Sonne auch nur so schwach?" (Wahrscheinlich damals eine Standardfrage, denn auch einige andere Kinder wurden zu ihren gemalten Sonnen befragt.) Ich konnte mit solchen Fragen wenig anfangen und hatte auch banalere Gründe dafür. Ich hatte die Bäume so groß gemalt, so dass für die Sonne anschließend zu wenig Platz vorhanden war (was auch der Wahrheit entsprach). Auf jeden Fall verlor ich ziemlich schnell die Achtung vor dieser Dame : "Komische Tante!".
      Einmal holte mich der Heimleiter aus meiner Kinderheimgruppe heraus und fuhr mit mir zum Jugendamt oder einer ähnlichen Einrichtung. Er brachte mich in eine Art Spielzimmer und ließ mich dort für lange Zeit (gefühlt vielleicht 2-3 Std.) alleine. Unter normalen Umständen hätte ich mir sicher ein Spielzeug (wahrscheinlich ein Puzzle) ausgesucht und damit gespielt. Aber an dem Tag hatte ich das ungute Gefühl, daß das alles wieder nur zum Zwecke der Beobachtung diente. Von anderen Kindern wusste ich, daß es solche Räume gab, heute würde man sagen videoüberwacht. Damit ich mich nicht wieder mit Fragen wie "Warum hast du dir ausgerechnet dieses Spielzeug ausgesucht?" und der dazugehörigen Aushorcherei auseinandersetzen musste, habe ich gar nichts davon angerührt, sondern die Zeit mit Aus-dem-Fenster-schauen verbracht. Irgendwann holte der Heimleiter mich von dort wieder ab. Er sprach auf der Rückfahrt kein Wort mit mir. Ich hatte das gute Gefühl in der Beziehung "gesiegt" zu haben. Die Erforschung meiner Psyche mochte ich eben nicht. Sie haben es dann aufgegeben und ich war von diesen Therapiestunden erlöst.
      Als ich 15 Jahre alt war, das war schon in meinem zweiten Heim, ich war gerade mit meinen Schulaufgaben beschäftigt, stand plötzlich eine Erzieherin vor mir und sprach mich mit den Worten an : "Uns ist aufgefallen, daß du nie weinst." Ich hasste diese Art des Beobachtet-und - Kontrolliert - Werdens noch immer und reagierte ziemlich patzig : "Na, schon wieder neues Handbuch der Psychologie geschenkt bekommen?" Sie war empört über meine aggressive Art. Es war doch alles so liebevoll gemeint, und sie wolle mir doch nur helfen.

      Warum konnten die Erzieherinnen nicht einfach ganz natürlich mit uns zusammenleben, eine Radtour unternehmen oder ähnliches? Es hätte mir mit Sicherheit mehr gebracht, als dieses Von-oben - herab - Getue. Wenn man selbst nicht bereit ist, über seine Erlebnisse und schlechten Erfahrungen zu reden, sollte man in der Hinsicht auch nicht dazu gezwungen werden. Und von schlechten Erfahrungen geheilt zu werden, bringt sicher auch nur dann etwas, wenn die Lebensbedingungen sich dementsprechend verbessert haben, sonst macht man eben genau diese Erfahrungen erneut. Da bringen dann auch Untersuchungen wie etwa die Magnetresonanz - Tomografie eigentlich nichts.