Es gab auch gutes

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      Nun. Das mit dem Heimweh hab ich nur als Vermutung einer Triebfeder zum Entstehen von Fernweh angeführt. So richtig Heimweh hatte ich gar nicht, weshalb ich wohl auch nicht abgehauen bin, war aber einmal an der Flucht zweier Jungen beteiligt. Stolz bin.
      Damals hatte ich kurz nachdem sie mich eingewiesen hatten, auch noch Angst, weil ich nicht wusste, was sie mit dir machen würden, wenn sie dich wieder gekriegt hätten, was man dann gekriegt hätte.

      Gut war vielleicht auch, sich insgesamt durchgebissen haben, so gut es ging. Vielleicht hatte ich einen guten Schutzengel?

      Später, vor 10 Jahren durch Fleiß an die Unterlagen des Heimes gekommen zu sein, musste ich feststellen, was dort alles an negativem über mich vermerkt wurde. Aus mir hätte nie etwas, wenn das alles gestimmt hätte, werden können. Vielleicht ist das eines der wenigen guten Dinge, nicht immer gleich aufgegeben zu haben, obwohl ich zweimal kurz davor stand, mich verloren zu haben. Den Selbsthass hatte ich lange nicht verloren.

      Aus einem südasiatischen Restaurant gepostet.
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel

      idefix schrieb:

      Gibts doch gar nicht !
      " Aus dem Bett gepostet ".
      Also lieber Leser, ich wüsste schon was ich im Bett zu tun hätte.


      Als Jüngling wusste ich es auch und klar, ich wusste das sogar noch mit 30, wie schön das sein konnte, doch ich bin nicht mehr 30 und hab für sowas, von dem du wüsstest, was es sei, auch gar nicht mehr die Zeit. Orgasmen kann man schließlich auch im Kopf erleben. Man muss sich nur entscheiden können, welche Art man vorzieht.

      Auch das muss doch einmal mit einem Handy nicht aus dem Bett gepostet werden dürfen.

      Das mit dem Abhauen ist schon klar. Man kann immer vor etwas flüchten, wenn man weiss, dass es das bessere Übel ist und einem weniger schadet. Das mache ich indirekt auch heute, denn ich finde, der Abstand bietet einfach die bessere Draufsicht auf sich dadurch öffnende Perspektiven. Es kann auch eine Art von Selbstschutz vor der Erdrosseln durch Andere sein. Den Telefonhörer heute nicht abnimmt.

      Zu viel Nähe erdrückt dich. Beispiel: Aus 11 km Flughöhe siehst du weniger, als wenn du in 80 km über der Erde wärst. Erst aus der Entfernung bekommst du Weitblick und schon im Heim hab ich so sehnsüchtig nachts aus dem Fenster die Sterne beobachtet, den Mond auch . :)

      Ich musste deshalb, weil man mich erwischte, ich wohl nicht müde war, wie es hieß, einmal vor dem Schlafzimmer auf dem Flur stehen, weil ich anstatt zu schlafen, am Fenster hockend in die schwarze Nacht schaute.
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel

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      Vielleicht aber war das wirklich Gute an dieser Zeit, dass sie dazu beitrug, mich hart zu machen. Meine wirklich sehr naive Mutter, ich gestehe es auch in diesem FORUM nach X Jahren erneut, war, dass sie tatsächlich glaubte, ich hätte im Heim Spielkameraden finden können, sich einbildend, um es sich schönzureden, es wäre das Beste für mich. Was glaubte sie, was mit uns geschah und was wir für Spiele spielten. Als ich 2006 meine "Notizen" als Tagebuch Erinnerungen postete, druckte sie jemand auf imheim.de aus, er war mit mir gleichzeitig im Heim und haute ihr meine veröffentlichen Erinnerungen seiner Mutter zu Weihnachten 2006 um die Ohren, "schau dir an, wie es war, hier steht es. Du glaubtest es mir ja nicht!" und auch das war geschönt. Dieser jemand lebte hier in der Nachbarschaft nur 2 km entfernt von mir. Ich sah ihn nie wieder.

      Heimkinderjahre, Vergangenes und das Gute ist, es in Worte kleiden zu können, etwas, was mir hätte 30 Jahre früher vergönnt sein müssen, heute nur Randnotizen sind, denn das Leben hat mich heute trotz Lockdowns voll im Griff und ich denke nur dran, wenn es mal wieder hochkommt.
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