Wie war eure Jugedweihe / Konfirmation?

    Es gibt 8 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von börni.

      Wie war eure Jugedweihe / Konfirmation?

      Und noch ein schönes Thema, Jugendweihe / Konfirmation.

      Ich persönlich kenne nur die Jugendweihe, also das Ding vom Staat.
      Konfirmation war ja das Ding von der Kirche.
      Ich weiß nun nicht, ob man auch beides machen konnte.

      Wie war es bei euch so?
      Wart ihr sehr aufgeregt.
      Was hattet ihr für Kleidung getragen.
      Wie war es so? Wo habt ihr gefeiert?
      Was habt ihr bekommen?


      Ich kann mich an ein paar Dinge erinnern und habe sogar noch Bilder davon. Ich hatte irgendwas in Blau an und musste extra deswegen zum Frieseur. Gelebt hatte ich zu dieser zeit bei meinen Großeltern, die dann schon darauf achteten, wie ich rum laufe. So bekam ich beim Frieseur immer so ne tolle Fönwelle, die ich gar nicht so mochte.

      Hier ein Bild davon:


      Die Feier von der Schuld war im Steintorvarietee in Halle. Dort wo Früher immer Herr Fuchs und Frau Elster und viele andere Dinge aufgeführt wurden. Unter anderem trat da auch mal Jörg Hindemith auf, wo ich auch mal war. Auf jeden Fall ein großes Haus mit großer Bühne. da oben standen wir dann, wurden einzeln aufgerufen und hatten ein Buch (Vom Sinn unseren Lebens), ne Urkunde und ne Blume oder nen Blumenstrauß bekommen. Das war schon so ein Erlebnis, da auch mal selbst auf dieser Bühne zu stehen.

      Anschließend ging es zur Familienfeier, wo die ganze Familie und paar Bekannte eingeladen war. Es waren bestimmt so um die 30-50 Leute und es war im Hubertus, den es heute nicht mehr gibt. Da gab es dann auch Geld von jeden, so um die 700 Mark. davon konnte ich mir dann den lang ersehnten Kassettenrecorder KR 650 oder KR 660 geholt habe.

      KR 650: https://tinkerer.jimdo.com/elektronik-rft-technik-sowie-eigene-projekte-entwicklung-aufbau-reparatur-restauration/ddr-rft-rundfunktechnik/rft-kr-650-mono-radio-recorder/
      KR 660: https://tinkerer.jimdo.com/elektronik-rft-technik-sowie-eigene-projekte-entwicklung-aufbau-reparatur-restauration/ddr-rft-rundfunktechnik/rft-kr-660-mono-radio-recorder/

      Anschließend sind wir dann nach Hause und ich durfte dann noch mit paar Klassenkameraden durch die Straßen ziehen. Da haben wir uns natürlich Alkohol besorgt und gesoffen, was das Zeug hält. Ich habe aber keine Ahnung, wie das ausgegangen ist. War aber schon toll.



      Und wie war es bei euch so?
      Ich bin sehr gespannt.
      Also bei uns Katholiken ist das so:
      wenn wir im Alter von 9 oder 10 Jahren in der 3. Schulklasse sind, gehen wir zur "ersten heiligen Kommunion" , darauf werden wir im Kommunionsunterricht vorbereitet, lernen die 10 Gebote (usw.) müssen dann vorher alle unsere Sünden beichten weil wir durch die "erste heilige Kommumion" erstmals "den Leib Christi" (Hostie) bekommen.
      Damals zu meiner Zeit waren wir Kinder alle wie kleine Bräute (Mädchen alles in weiß, von Kopf bis Fuß,weiße Lackschuhe, Gebetbuch, Rosenkranz, ALLES weiß) angezogen.
      Die Jungs waren in schwarzen oder dunkelblauen Anzügen, schwarze Lackschuhe, Gebetbuch schwarzer Einband,schwarzer Rosenkranz, usw.) weißes Hemd ...
      Wir sahen damals aus wie kleine Brautpaare, alle Jungs rechts vom Altar und die Mädchen links vom Altar ...
      Also das ist ca. 45 oder 46 Jahre her. Und wir hatten alle so eine ca. 40 cm lange weiße Kerzen und weiße Handschuhe ( ich glaube irgendwo habe ich noch ein Foto von mir davon, vielleicht stelle ich es demnächst mal hier ein). Ab diesem Zeitpunkt darf/muß man dann bei jedem Gottesdienst den "Leib Christi" in Empfang nehmen, wenn man frei von Sünde ist.
      Es gibt in aller Regel Geldgeschenke und eine Familienfeier, das weiß ich von meinen Schulfreundinnen und Schulkameraden, ich als Pflegekind hatte meine Kommunion und Ende.

      Zwei Jahre später, wenn man dann in der 5.Schulklasse ist hat man als Katholik die "Firmung", diese hatte ich damals im Dom in Regensburg beim Bischof Rudolf Graber. Zur Firmung ging ich damals mit meiner Firmpatin, das war meine Stiefoma, nach der Firmung gingen wir in den Wiener Wald zum Hähnchen essen.
      Zu meiner Firmung kann ich nicht mehr so viel sagen, im Dom war es fürchterlich kalt, ich glaube es war Mai und drassen war es total warm, entsprechend dünn waren wir angezogen. Der Bischof hörte mit seiner Rede einfach nicht auf, es zog und zog sich, als er dann endlich zu uns Kindern kam um uns über die Wange zu streifen (Segen?) waren wir bestimmt über 1 Stunde in dem kalten Dom und waren froh raus in die Wärme zu kommen.
      Auch zur Firmung gibt es eigentlich reichlich Geldgeschenke und Schmuck durch den Firmpaten und die Familie, aber ich war schon glücklich mit meiner geliebten Stiefoma in den Wiener Wald essen gehen zu können.
      Meine Kommunion war das Grauen. Ich in kurzer blauen von meiner Mutter selbst genähten Hose, hätte gerne auf eine lange Hose gehofft. Die anschliesende Feier im Verwandenkreis, naja, bist Du groß geworden..... und solche Sprüche. Als Geschenke gab es eine Taschenuhr und jede Menge `Sammeltassen`welche dann im Schrank meiner Eltern aufbewahrt wurden.
      Das war dann also das, was bei den anderen die Jugendweihe war. Na prima. Nur gut, dass ich das nicht machen musste.Das wäre überhaupt nicht mein Ding.

      Was ist eigentlich "Leib Christi"? ist das die komische Riesentablette, die alle in den Mund gelegt bekommen? ich weiß gar nicht, ob das Pappe ist oder ob man das essen kann .... ich bin da eher etwas mit dem Evangelischen Bekannt gemacht wurden. Aber auch nur zum Gottesdienst am Heiligabend. Da hatten mich Oma und Opa immer mit in die Kirche genommen. Früher fand ich´s schrecklich, später eigentlich ganz gut. Das ist wenigstens mal ein Tag im Jahr, wo man gezielt an was anderes denkt, wo man regelrecht damit konfrontiert wird. Und das empfinde ich als gar nicht mal so schlecht, wenn es bei dem einem Mal im Jahr bleibt. Ansonsten haben die Beiden noch so ein Losungsbuch gehabt, wo sie jeden Tag draus vorgelesen haben. Ich wollte das immer eine Zeit lang übernehmen und tat das auch. Aber nicht wegen dem Glauben, sondern weil ich´s einfach nur wollte.

      Ohhhh ohhhh, wenn man dieses schon mitmachen musste und dann noch komische Sachen hatte und letztendlich noch nicht mal viel Geld und Süsses als Ausgleich oder Art Bestechung bekam, ist das ja doppelt deprimierend. Für nen Sack voll Süsses und Geld hätte ich das bestimmt auch mitgemacht. Naja, letztendlich blieb einen ja nix anderes übrig ...
      Ach Jan, die Riesentablette ist eine Oblate sowas ähnliches wie die Backoblaten für die Kokoshäufchen. Wir gingen mit der Erzieherin Klamotten für die Jugendweihe kaufen. Ich suchte mir ein langes Kleid mit Stola und ein paar passenden Schuhen aus. Wir wurden zum Friseur gebracht damit wir eine schicke Frisur bekamen. Als ich aus den Friseur raus bin, hatte ich so geweint, das ich nicht zur Jugendweihe gehen wollte. Eine Frisur die ausgewachsene Damen bekamen hatte ich auf einmal. Ich hatte mir die Haare dann im Heim nochmal gewaschen und es sah dann auf jeden Fall besser aus wie vorher. Der Schnitt war nicht schlecht. Danach fuhren wir mit einen Bus nach Oppurg in eine Gaststätte und dort gab es Mittag. Wir bekamen unsere Geschenke, jeder das was er sich gewünscht hatte. Ich hatte einen Koffer mit einen Reisenecessaire bekommen. So konnte ich wenigstens meine Klamotten ordentlich einpacken bei der Abreise aus den Heim. Es war nichts aufregendes. Meine Jugendweihe lief auch ganz einfach ab Gefeiert aus und vorbei.
      Wer jedes Wort auf die "Goldwaage" legt, bekommt seelisches Übergewicht.
      -Fred Ammon-

      Wirklich weise ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann!
      -Unbekannt- Indianerweisheit
      Meine Konfirmation war 1970

      Hatte ja zwei Jahre Vorlauf bis dahin .1 Jahr Präparandenunterricht und dann 1 Jahr Konfirmandenunterricht bis zur Konfirmation.

      Wurde da neu eingekleidet...Dunkler Anzug, weißes Hemd , Fliege und schwarze Schuhe,
      Am Tage der Konfirmation ging es erst mal in die Kirche....da fand das Procedere mit Abendmahl und dem ganzen Drumherum statt.

      Danach wurde im kleineren Kreis..( meine Mutter und meine 4 in der BRD lebenden Geschwister...2 Tanten und Onkels) zu Mittag gegessen.
      Nachmittags kamen dann einige Freunde aus der Nachbarschaft zum Kaffee/ Kakao zu uns .
      War ganz okay und meine Mutter hatte , wie immer leckere Sachen gekocht und gebacken...obwohl es ihr Budget nur zuließ , da sie
      abends ab und an zum Putzen in umliegende Geschäfte und Arztpraxen ging,
      obwohl sie mit dem Haushalt und 5 Kindern schon mächtig ausgelastet war...
      Geschenke und einige hundert Mark gab es ebenfalls zur Konfirmation.

      Jedenfalls habe ich dieses Ereignis noch soweit in Erinnerung , dass es gut so abgelaufen ist.

      Der Kirche habe ich dann aber den Rücken zugewendet und bin nur noch in eine hinein, wenn es sich nicht vermeiden ließ.
      Dateien
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      Noch anzumerken! Ich bekam von meinen Vater eine russische Damenarmbanduhr geschenkt. Geld hab ich nicht gesehen und wenn ging es mit in den damaligen Hausbau meines Vaters.
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      -Fred Ammon-

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      -Unbekannt- Indianerweisheit

      Meine Jugendweihe

      Hallo Leute :thumbsup:

      Meine Jugendweihe war 19.69 im letzten Kinderheim Kreuztanne.
      Es lag immer noch Schnee im Erzgebirge um diese Zeit.
      Und wir sind auch Sachen kaufen gegangen wie Angi 90 es berichtet hat.
      Jeder bekam neue Schuhe, einen Anzug Unterwäsche und die passenden
      Manschettenknöpfe dazu.
      Dann der Große Auftritt mit Schlips und Kragen, und das Große Buch
      Weltall Erde Mensch was jeder bekam. In einen schönen Saal mit Bankett.
      Festessen und Sekt und alles was dazu gehörte.
      Und jetzt eine lustige Geschichte noch dazu, die wahrscheinlich keiner der Anwesenden
      mitbekommen hatte ???
      Könnt ihr euch vorstellen wenn 20 Mann Abends halb betrunken in einen Schlafraum sind ?
      Und alles schnarcht um die Wette, Fenster zu was da los ist.
      Und so ein Mief in der Bude, für viele war es dass erste mal das sie Alkohol getrunken hatten.
      Und dort wachte ich in der Nacht auf. So ein Durst auf den Lippen und musste schnell auf Klo. Bevor es die Treppe vom Schlafraum zur Tourlette runter ging, war rechts oben
      ein kleines Fenster. Dort lag Schnee auf dem Vordach was bis zu uns reichte.
      Ich lehnte mich aus den Fenster und wollte nach den Schnee greifen, und verlor dabei
      den halt. Ich hatte ja nur den Schlafanzug an, und stürzte in die Tiefe.
      Jetzt lag ich draußen in der Nacht im Schnee ! Wie sollte ich wieder zu uns in den Schlafsaal
      kommen ? Im Kinderheim waren Nachts alle Türen verschlossen dass wusste jedes Kind.
      Also war guter Rat teuer. Dann sah ich nebenan am Gebäude einen Blitzableiter und
      krabbelte dort zu uns hoch.
      Diese Pointe habe ich bis heute nicht vergessen, dass könnt ihr mir glauben.

      Gruß Jacky 2012