Verschickungskinder: Misshandlung im Ferienheim (WESTDEUTSCHLAND!)

    Es gibt 11 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Leser.

      Verschickungskinder: Misshandlung im Ferienheim (WESTDEUTSCHLAND!)

      .
      Heimerziehung - Alptraum Kinderkur

      Ich wurde kürzlich von jemanden gebeten keine diesbezügliche Werbung zu machen; und niemand soll jetzt denken, dass ich mich diesem Wunsch hiermit wiedersetze. Ich weise hiermit nur auf dieses mir ebenso wichtig erscheinende Thema hin (denn niemand hat das Thema für sich gepachtet, denke ich --- und jeder darf sich dazu äussern, auch ich).

      "Kurheim"+"NetzwerkB"
      ( 24.01.2010 )

      https://netzwerkb.org/2010/01/24/daniel-b-1976-im-kinderheim-niendorfostsee-timmendorfer-strand/ ( mit hunderten dortigen Leserkommentaren seither zum Thema: zwischen 2010 und 2019 )

      ( 01.05.2017 )

      https://www.deutschlandfunk.de/heimerziehung-albtraum-kinderkur.886.de.html?dram:article_id=384656

      ( 21.11.2019 )
      Verschickungskinder: Misshandlung im Ferienheim

      https://www.spiegel.de/geschichte/verschickungskinder-misshandlung-im-ferienheim-a-1297086.html ( einige Leserkommentare dazu sind dort auch schon abgegeben worden )

      Fotostrecke bezüglich den damaligen Verschickungsheimen / Kinder-Ferienheimen (insgesamt 10 Fotos)
      ( 21.11.2019 )
      https://www.spiegel.de/fotostrecke/misshandlungen-in-kinderkurheimen-verschickt-und-vergessen-fotostrecke-171641-3.html

      Beschlagwortet mit TAGS/LABELS: Kinderkurheime, Kinder-Kurheime, Kinder-Ferienheimen, Kinderferienheime, Verschickungsheime, Kinderverschickungsheime, Kinder-Verschickungsheime, Misshandlung, Misshandlungen, Verschickungskinder, Misshandlung im Ferienheim, Brutalitat, Sadismus, Schläge im Namen des Herrn, gepeinigte Kinder, Elend der Verschickungskinder, Erniedrigungen, Gewalt, Prügel, Isolation, eiskalte Duschen, sexueller Missbrauch, Zwangsfütterungen, an Stühle gefesselt, Erbrochene herunterschlingen, Alptraum Kinderkur, Heimerziehung

      .
      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Martin MITCHELL“ ()

      Habe mir die Verlinkungen zum DLF dem Netzwerk und dem Spiegel angeschaut. Das sind alles extreme und glaubhaft vermittelte Schilderungen. All das passt so sehr ins Nachkriegsdeutschland aus kalten Zeiten, dass man sich auch hier gar nicht wundern sollte dass es all das auch in solchen Kureinrichtungen gab. Die Zeiten waren einfach so, dass kranke und aus der Nazizeit stammende Zeitgenossinnen ihre emotionale Kälte, ihre dort vermutlich selbst erlebte sexualisierte Gewalterfahrungen weitergaben. Dass da heute kaum verwertbare Unterlagen vorhanden sind, ist auch eine Art von Geschichtsverklärung.
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel
      Alles dauert seine Zeit, bis solche Fälle nach Jahrzehnten des Verdrängens und Schweigens es dann endlich auch ins Fernsehen schaffen. Letzte Woche war es dann so weit. Ulrich Neumann und Philipp Reichert vom SWR berichten

      Zwischen 1950 und 1990 wurden Hunderttausende Kinder zur Erholung in Kuren geschickt. Recherchen von Report Mainz zeigen, dass viele von ihnen dabei systematisch misshandelt wurden. Sie mussten ihr Erbrochenes essen, wurden zur Strafe in dunkle Keller gesperrt oder mit Stöcken geschlagen. Für viele Kinder wurde ihre Erholungskur zum Albtraum, der bis heute anhält. Das zeigt eine Untersuchung des ARD-Politikmagazin Report Mainz.Die Autoren werteten systematisch 1000 Erfahrungsberichte ehemaliger Kurkinder aus. Es ist die erste empirische Untersuchung zu den mehrwöchigen Kuren, in denen Hunderttausende Kinder zwischen 1950 und 1990 auf Kosten der Sozialämter und Krankenkassen "aufgepäppelt" und gestärkt werden sollten.….

      tagesschau.de/investigativ/rep…?utm_source=pocket-newtab


      Ganz ehrlich, ich möchte nicht wissen, wie viele alte Menschen heute leben, denen das auch alles widerfahren ist, weswegen viele so sind, wie sie sind, was dabei alles zerstört wurde, mag man bei vielen heute spüren, was in ferner Vergangenheit bei ihnen nie aufgearbeitet wurde. Wenn man sich die Zahlen anschaut, kommt das beinahe einem deutschen Nachkriegstrauma gleich, nur einmal um am Beispiel Depressionen im Alter zu bleiben. Da muss offensichtlich sehr viel systematisch geschehen sein. Die Folgen für Viele oder auch deren Angehörige heute, man mag sie sich schwer vorstellen können.
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel
      Ich war, bevor ich meine Ausbildung begonnen hatte, auf Amrum im Dr. Ide-Haus. Es war Februar, die Mädchen schliefen in einem Friesenhaus und die Jungs im Hauptgebäude. Jeden Morgen mussten wir Mädchen erst durch den Schnee laufen und dann war für Alle Frühsport im Freien angesagt.
      Wir hatten uns an bestimmte Regeln zu halten (z. B. beim Essen nicht quatschen...). Aber Gewalt wurde uns nicht angetan. Ich habe an diese, und auch andere Kuren, die ich im Laufe meiner Ausbildung bekam (ich war in einem sehr schlechten Gesundheitszustand aus dem Heim entlassen worden, deshalb bekam ich jedes Jahr eine Kur) in guter Erinnerung.
      Mozart, und trotzdem gilt die Regel, je jünger die Kinder waren, die an solchen Kuren teilgenommen haben, desto gefährlicher für sie. Ich hatte eine Klassenkameraden, die schwer an Asthma erkrankt war und deswegen oft in solchen Kuren war. Sie hatte damals ähnlich schlimme Erfahrungen gemacht.
      Wir reden hier ausschließlich über Westdeutschland und sicherlich muss man auch hier genau hinschauen. Es wird nicht überall so gewesen sein, wie der Report Beitrag berichtete aber offensichtlich gibt es ja div. Berichte oder wie man auch sagt, Indizien, Aussagen, die das Gegenteil behaupten, wo eben all das vorgekommen ist. Den Zeitgeist berücksichtigend muss man davon ausgehen, auch in Anbetracht der Lage, dass es seinerzeit weder ausreichend ausgebildetes pädagogisches Personal gab noch sonst klar war, wie man jemandem anvertraute Minderjährige gerecht behandelt. Zum Zeitgeist gehörte Empathielosigkeit, soz. Kälte, vielleicht sogar Härte wahscheinlich, weil die, denen man Kinder in Ferien- und anderen Heimen anvertraute, es auch nie ausreichend erfahren hatten, wie man es richtig macht. Sie lernten eher, wie man es am besten falsch machte. Anders kann man das kaum werten. 8|

      Ich könnte ergänzen, dass ich aus Ostdeutschland komme und mit Ausnahme meiner Heimzeit auch jeden Sommer in verschiedenen Ferienlagern war, als 8-10 Jähriger und ab 14, 15 Jähriger nach der Entlassung auch noch einmal. Ich war auch einmal in einem Heim während einer mehrwöchigen Kur, und dort habe ich dann noch ziemlich hartbürstige Erinnerungen auf der Pfanne. Sie wuschen uns als 4, 5 Jährige in großen Badewannen und ob das was mit einer Kur zu tun hatte? Heute würde man dafür Begriffte haben, wenn waschen schmerzlich sein kann.

      Der Zeitgeist war auch so, dass man in einer Klinik als 7 Jähriger im Bett fixiert werde konnte, was mit mir/uns in einer Orthop. Kinderklinik zuvor geschehen ist. Auch das werde ich nicht vergessen, wie toll es war, stundenlang mit Mullbinden an ein Bett gefesselt zu sein, nur weil man im 4 Bett Zimmer nicht ruhig genug war. War das auch Zeitgeist, Kinder an Händen UND Füßen zu fixieren!? Jedenfalls gab es meines Wissens in Ostdeutschland keine Misshandlungen in Ferienlagern, denn die Zeit dort habe auch ich in guten Erinnerungen.

      Echte Verschickungskuren kannte ich aus den Erzählungen meiner Eltern. Da gibt es versch. Berichte über noch im Krieg teilweise mehrmonatige Überlandverschickungen und wenn man sich anschaut, was das bedeutet haben dürfte für Kinder, die ohne zu wissen, wohin es ging, noch ob sie wußten wie lange es dauerte oder ob sie etwa ihre Eltern wiedersehen würden, denn viele sahen sie nicht wieder, weil ihre Wohnhäuser bombardiert wurden und somit blieben viele als Waisen zurück und genau das wird sich bei den sehr vel Älteren auswirken, weswegen teilweise so gar kein Rankommen möglich ist. Den Rest kennt der Eine und Andere auch.
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „Leser“ ()

      Das ist genau das Problem. Ich könnte mir Viele vorstellen, die stumm in irgendwelchen Heimen leben, früher auch in irgendwelchen haben leben müssen und ihnen so Vieles widerfahren ist, was sie nie verarbeitet haben konnten.

      WIR aber selbst sind Opfer derer, so sehr man sich das vergegenwärtigte, denn deren Erlebnisse werden transgenerational in uns weiter getragen, und das ist womöglich noch nicht das Ende. Ich wollte gerade so sehr, auch das noch erleben zu können, es gäbe eines, ein Ende.

      Die Frage fällt mir doch tatsächlich jetzt gerade noch vor Sendeschluss rechtzeitig ein - weshalb gab es all das in Ferienheimen Westdeutschlands und in Ostdeutschlands nicht? hmm
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Leser“ ()

      Eben. Doch diejenigen, die das nicht können oder wollen, werden nicht selten als Märchenerzähler hingestellt.

      Mich erinnert das gerade wieder daran, als ich 2006 meine Heimmemoiren nenne ich es mal salopp veröffentlicht habe und jmd. der in meinem Heim bzw. im gleichen Haus war, sie mir aus den Händen frass. Ein Mitzögling haute diese meine Erinnerungen sprichwörtlich seiner Mutter zu Weihnachten um die Ohren. Er präsentierte sie ihr als Genugtuung, damit sie es endlich glaubte, was er dort erlebt hatte und auch das. Er fragte mich, weshalb ich das und dies nicht geschrieben hatte. Warum hätte ich untertrieben?

      Meine Erinnerungen waren seine Rache und ja. Ich schrieb wohl nicht alles, doch so ich schriebe, was ich nicht schrieb, glaubte man einem Heimkind?
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Leser“ ()

      Nun Leser. solange die ehemaligen Heimkinder sich gegenseitig der Lüge bezichtigen wird das nix mit der Gemeinsamkeit. :)
      In den Verschickungsheimen wird es nicht anders gewesen sein als bei uns: ist die Macht in falschen Händen , vielleicht auch noch in Händen mit Sado-Maso Neigung, sind Kinder ein willkommenes Opfer.

      Ist es denn heutzutage anders?
      Im Leben geht es nicht darum zu warten,
      dass das Unwetter vorbeizieht,
      sondern zu lernen im Regen zu tanzen. // Seneca
      Wenn die Frage an mich ging, ich kann es nicht beurteilen und muss mich daher auch erst informieren, nur sicher ist, dass die Zahlen der Kindesinobhutnahmen rasant gestiegen sein sollen, was wohl auf wachsende sozio-familiäre Konflikte zurückführt.

      Ich sehe das in unserem Forum auch als sehr problematisch an, was es mit dem gegenseitigem Vertrauen, Ehrlichkeit etc. anbetrifft. Vollkommen kontraproduktiv und wenn das hier schwieriger wird auf diesem Gebiet würde ich mir auch überlegen, ob ich hier richtig aufgehoben wäre.

      Ich jedenfalls stehe zu dem, was ich von mir gebe und halte mich an mein Motto. Erschlage die Menschen mit der Wahrheit. Man glaubt sie dir eh nicht. Wahrheit muss auch weh tun, damit Dinge heilen können.
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel