Rehabilitierung

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      Wenn du in einem Spezialkinderheim oder Jugendwerkhof warst, egal warum, hast du einen Anspruch darauf. Bei der Fond-Zahlung musstest du auch alle Einrichtungen angeben und sicher war auch das SKH dabei. Darüber sollten demnach Unterlagen vorhanden sein. Diese musst du dann an das LG einreichen und die Rehabilitierung beantragen. Und wenn nicht, dann schreibe das dem LG und die werden sich darum kümmern. Irgendetwas muss ja vorhanden sein. Zumindest wirst du in Eilenburg (da warst du wohl) im Einwohnermeldeamt auftauchen, mit der Anschrift deines Heimes.

      Mach es einfach. Du bist doch sonst nicht so schwer Kapee.
      Allmählich beginne ich endlich auch zu verstehen, wie sinnvoll Soziale Netzwerke dann einmal sein können, wenn sie einem von Nutzen sind. 8) Nicht selten werden sie in Medien teilweise auch in ein negatives Licht gestellt, was ich auch gar nicht bezweifeln möchte, denn man möchte es gar nicht wissen, was überall so steht, veröffentlicht wird und dann als Wahrheit verkauft wird.

      Auch dir nochmal herzlichen Dank für Deine/Eure Unterstützung! I`ll make it, also ich werde es angehen, zumal die Nachweiserbringung über meinen Aufenthalt damals auch kein Problem war. (Mein) Problem war / ist "nur" das Fehlen der Heimakte, aber das hat natürlich auch mit der lange zurückliegenden Zeit zu tun. Man mistet jat schließlich auch mal in staubigen Ämtern aus oder musste ausstauben und dabei sind dann eben schon mal für uns zumindest wichtige Unterlagen durch den Orcus oder Schredder gegangen. Mein LG wird sich über einen Antrag gewiß sehr freuen und mir behilflich sein. Wozu sind Ämter und Gerichte schließlich sonst da? :)
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel

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      Eine so lange Leitung habe ich dir nun wirklich nicht zugetraut. Aber schön, dass du es endlich kapiert hast.

      Die Heimakte, das weiß ich aus eigener Erfahrung, ist sehr schwer bis gar nicht zu bekommen. Was ich alles angeschrieben habe, Archive, Heime, Stadtverwaltungen u. u. u. Dabei ist nichts heraus gekommen. Bei einigen war/bin ich der Meinung, sie wollen gar nichts finden, weil das mit Arbeiten zu tun hat und diese haben dann über den Schreibtisch meine Fragen beantwortet, ohne auch nur einen Schritt in Richtung Archiv zu gehen.

      Die Einwohnermeldeämter haben hingegen alle geantwortet. Ich glaube in den Ämtern sitzen noch zu viele, welche aus der SED Zeit übrig geblieben sind. Oder aber denen ist es egal, wie es einem Betroffenen dabei geht. Da wird sehr gerne geschrieben: "Es tut mir sehr leid, aber ich muss Ihnen mitteilen, dass.....". Damit ist die Sache vom Tisch.
      Ich arbeite auch gern und viel im berufl. Alltag mit Textbausteinen, die ich mir zuvor zusammenbastelte. Sie können sehr nützlich sein. ;)

      Das mit den alten SED Kadern ist heute, 30/31 Jahre nach der Wende vermutlich kaum noch der Fall, denn diese MA müßten demzufolge damals noch sehr jung gewesen sein, in diese Partei einzutreten oder gar überzeugt von dem zu sein, wie man ihnen einredete. Das war doch sowieso eine Farce, wenn ich daran denke und ich habe es selbst gesehen, wie damals Krokodilstränen von einigen flossen, die öffentlich ins Mikro vor ihrer Belegschaft sagten, dass man sie mißbraucht habe für eine Sache, die sich nun als falsch herausgestellt hatte? Nanu?

      Ach, dachte ich, so ist das also. Wenn nichts mehr geht, kommt die Einsicht und man wechselt womglich ins andere Lage. So weit zur Wende und damit erst begann für uns Freiheit, die Neunziger empfand ich jedenfalls als echte Befreiiung, denn nun konnten wir auch endlich dorthin reisen, wohin uns die SED Schergen nie hatten reisen lassen wollen.

      Für den Westen eine Reise durchzukriegen, dafür war ich zu unzuverlääsig und so blieb es bei Reisen in den Osten. Ich reise jetzt auch gleich, ein Stük weit mit dem Fahrrad, auch wenn ich das Auto nehmen könnte, doch ich bin halt auch Umweltschützer und nehme das artig meinen Drahtesel. Bis später. 8o
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel

      Leser schrieb:

      So weit zur Wende und damit erst begann für uns Freiheit, die Neunziger empfand ich jedenfalls als echte Befreiiung, denn nun konnten wir auch endlich dorthin reisen, wohin uns die SED Schergen nie hatten reisen lassen wollen.


      Naja ... Freiheit hin, Freiheit her ... klar, die 90er waren geil. Einfach unvergesslich. Heute sieht vieles wieder anders aus ... man erkennt, dass auch das heutige System ein Blendwerk ist. Aber ja, du hast Recht, man kann reisen wohin mal will ... wenn man es kann.
      Die Regelungen mit den monatlichen "Renten" für Ehemalige finde ich toll und sie werden vielen von uns Ehemaligen durchaus helfen. Leider jedoch nicht allen. Mir persönlich ist auch nach der Wende Unrecht widerfahren ... ein Verurteilung im Jahr 1995 für eine Sache, die ich nie begangen habe. Drei Jahre und Acht Monate ... je mehr ich um eine Aufklärung kämpfte, um so mehr verkrampfte sich Justizias Hand um meinen Hals. Aber wie sollte es auch anders sein in einem Sumpf, der sich personell von einem System in das andere gerettet hat. Viele der damaligen DDR-Richter und Staatsanwälte saßen noch immer in ihren Ämtern. Vielleicht gelingt mir irgendwann eine Wiederaufnahme. Doch so lange mir das nicht gelingt habe ich leider keinen Anspruch auf diese "Rente", denn es werden all jene davon ausgeschlossen, die mal eine Verurteilung von mehr als Drei Jahre kassiert haben. Weshalb ein Mensch wegen eines Fehltrittes (so er ihn überhaupt begangen hat) nun keine Entschädigung für erittenes Unrecht in seiner Kindheit erhalten soll, erschließt sich mir nicht. Sooo ehrlich scheint der Entschädigungs-Wille demnach nun doch nicht zu sein.

      Es ist übrigens nicht das erste mal dass mir diese suspekte Verurteilung zum Nachteil gereicht wurde. Ich erlaubte mir eine Haftentschädigung für einer DDR-Verurteilung mit Freiheitsstrafe wegen Republikflucht zu beantragen - und mir wurde diese auch zugesprochen. Pro Hafttag Summe X ... zuzgl. anteiliger Rentenanbspruch. Bekommen habe ich aber nichts, weil es mit den Gerichtskosten der o.g. Verurteilung aus dem Jahre 1995 verrechnet wurde.

      Der Behörden-Faden der gegenwärtigen Gesellschaft zieht sich auch an anderer Stelle weiter. Ich war einer derer, die 1989 die Botschaft in Prag besetzten und dann nach Genschers Auftritt in die BRD ausreisen konnten. Um bei etwaigen Kontrollen auf der Fahrt von der DDR nach Prag nicht aufzufliegen, nahm ich keinerlei verräterische Unterlagen mit - also auch kein SV-Buch (Sozialversicherungs-Ausweis). Das war aus heutiger Sicht gesehen mein finanzieller Ruin. Denn vor einigen Jahren wurde ich aufgrund erheblicher gesundheitlicher Einschränkungen in EU-Rente geschrieben. Heute erhalte ich eine stattliche EU-Rente in Höhe von rund 80 Euro. Nicht eine einige Tätigkeit aus DDR-Zeiten wurde mir angerechnet ... weder Ausbildung noch meine Arbeitsstellen / Betriebe, weil es diese Betriebe nicht mehr gibt (die Treuhand hatte ganze Arbeit geleistet). Und obwohl ich sogar in die FZR (Freiwillige Zusatz-Rentenversicherung) eingezahlt hatte wird mir nicht ein einziger Tag meiner DDR-Zeit angerechnet. Ich kenne auch niemanden mehr von damals (also keine Kollegen), die mir bestätigen könnten, dass ich zu DDR-Zeiten tatsächlich gearbeitet habe. Und so befriste ich meinen Lebensabend mit Grundsicherung. Die neu gewonnene Reisefreiheit, von der mein Vorredner sprach, ist damit für mich genau so wertlos als würde ich mich heute noch in der DDR befinden.

      Was ich letztlich sagen will: Mir persönlich nützen diese ganzen Großzügigkeiten leider rein garnichts. Aber ich gönne sie jedem der sie nutzen kann.
      Hallo Junger Mann :P
      Nun möchte ich mich zu deinen Anliegen äußern.
      Die so ähnlich auf meinen Lebensweg einhergegangen sind wie bei dir.
      Ich hatte etwas mehr Glück mit den Behörden,seit ich die DDR verlassen habe. Der Paragraf § 213 mit 4 Jahre Naumburg und Rumelsburg Berlin insgesamt.
      Und einer Stasi Akte stand bei mir auf den Plan. Bin ich 19. 90 nach Bayern mit meiner Familie gegangen.
      Mit 2 Aldi Tüten und ein Kinderwagen mit Kleinkind habe ich dort angefangen. Und 300 Westmark Begrüßung Geld und Einweisung in ein Übersiedlungsheim.
      Habe dort Antrag auf Rehabilitierung und Kapitalentschädigung für die Haftzeiten gestellt. Und 31.000 DM erhalten. Suchte mir eine Arbeit auf den Bau, und bekam so fort eine Wohnung.
      Wegen der Stasi Akte um Einsicht muste ich nach Halle Neustadt.Bekomme auch die 300 Euro Haftentschädigung jeden Monat.
      Da ich zwei mal Krebs hatte bin ich 2003 Frührentner geworden. Und 2019 richtig Rentner, da ich 65 Jahre wurde. Bekomme aber nur 502,00 Euro Rente.
      Nun fragt ihr bestimmt warum ? Da ich meine Lehre im Jugendwerkhof als Steinsetzer nicht beenden konnte. Da man dort nur 2 Jahre ist, mit 16 rein mit 18 raus.
      Konnte ich keine 3 Jahre zusammenhängende Lehrzeit aufbringen. Es stand ja groß und breit in unseren SV Buch drin. Deshalb bekomme ich so wenig Rente.
      Obwohl ich meinen Facharbeiter in Berlin Tretow nachgeholt habe. Wurden meine Zeiten nicht anerkannt ?
      Dass soll es dazu erstmal gewesen sein.

      Gruß Jacky

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      Tut mir leid für @Rockylinie vor allem! Danke auch an Euch Beide noch einmal. Ich habe heute ein Stück weit geschafft und anhand der Anschreiben div. Ämter der letzten Jahre seit 2006 das noch einmal alles neu zusammengestellt, was ich alles schon hatte. Darunter ist ein mehrseitiger Heimeinweisungsbeschluss mit Anordnung zur Einweisung und detailerter Begründung etc., selbst ein Schreiben der Direktion aus dem Heim an das Jugendamt, als ich bereits dort war, liegt vor. Mehr Nachweis über den Aufenthalt geht kaum, dann eine Meldebescheinigung eines Amtes aus Sachsen sowie einen Aktenvermerk vom Amt f. Fam. u. Soziales vorliegend. Dazu noch eine Info, dass die Akte bei einem Hochwasser Anfang der Nuller Jahre vernichtet worden sein soll. Zuvor noch eine Telefonat mit dem ehem. JA, das noch heute existiert, geführt. Ich hatte genau die MA an der Strippe, die mir vor Jahren schon einmal bei der Nachforschung meiner Heimakte behilflich war.

      Mit dem Glück schicke ich jetzt eine Erkundung ans LG los, um zu erfahren, wer mir dort genau für meine Belange behiflich sein wird, um alles eintüten zu können. Ein paar Tage/Wochen wird es dauern und ich werde sehen, ob man mir den bald zu stellenden Antrag bewilligt. Wahrscheinlich wird man mir noch einmal einen langen Fragebogen schicken. Man kennt das schon, aber wenns sein muss, soll es so sein. Bis dann und auch Euch noch eimal viel Glück. @Jacky2012 hatte es ja schon. 8)
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel
      Was dir passiert ist, Karl-Heinz, ist schon traurig. Hast du denn keine Stasiakte angefordert. In meiner stehen alle Arbeitsstellen drin und sogar der Verdienst. Ich weiß ja nicht, wer dich alles observiert hat und was die alles geschrieben haben. Bei mir wurde alles sehr akribisch aufgeführt. Das habe ich dann der Rentenkasse zukommen lassen und wurde darauf berechnet. Die Zusatzversicherung ist natürlich auch bei mir nicht aufgeführt, welche demzufolge auch nicht zum tragen gekommen ist.

      Axel! Für dein Vorhaben wünsche ich dir viel Erfolg. Selbstverständlich wird es verdammt viel Schreiberei geben, was leider dazu gehört. Letztendlich zählt aber das Ergebnis. Mach das Beste daraus.
      Danke! Ich komme gerade wieder von draußen rein wegen der externen Essensbeschaffung, weil ich ja mal wieder allein zu Hause bin und dachte gerade darüber nach, dass mich das vorhin schon nur mal wieder 3 Stunden in der Summe gekostet hat, das Zusammenstellen all dessens was ich bereits seit Jahren vorliegen habe, das neue Anschreiben aufsetzen und habe mich in meinem soeben in der Post abgegebenem Schreiben auf das Jahr 2019 berufen, denn erst seit dem gibt es offenbar erleichterte Möglichkeiten für uns ehemalige Spezialheimkinder. Das was ich hier jetzt einstelle, fand ich vorhin zwar auf einer anderen Website, weil ich vorhin mit einem anderen PC schrieb, müßte ich das erst wieder suchen. aufarbeitung.brandenburg.de/no…echtsbereinigungsgesetze/ s. 3. Punkt. Interessant. Vorher wäre mein Vorhaben und das Anderer wohl kaum möglich (gewesen). Ob es zu Erfolg führt, man wird es sehen, doch danke @anklip für deine Wünsche dazu und Mithilfe, mich anzustubsen! Ohne Fleiß kein Preis und ohne Moos nix los. 8o

      LG Axel
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel

      Leser schrieb:

      aufarbeitung.brandenburg.de/no…echtsbereinigungsgesetze/ s. 3. Punkt. Interessant.


      Das sieht doch schon mal sehr gut aus. Wenn ich das richtig verstehe, dann könnte ich doch tatsächlich hier ansetzen, obwohl ich in keinem SKH war, aber mich in einer:
      ....vergleichbaren Einrichtungen der DDR-Jugendhilfe Umerziehung...
      befunden habe.

      Habe das, was du von Brandenburg eingefügt hast auch von Sachsen-Anhalt gefunden. Dann soll´s mal wieder los gehen. Bislang behaupteten die doch: Ich sei in einem Normalkinderheim gewesen, was so nun gar nicht stimmt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „anklip“ ()

      @anklip Würde mich für dich auch sehr freuen, wenigstens doch noch irgendwie ans Ziel zu kommen. Die Rechtslage ist jetzt deutlicher denn je und es hat eh alles schon sehr lange gedauert - das Warten, auch auf Ehemalige, ich hatte ja noch großes Glück gehabt, denn ich traf welche von damals wieder, zehrte schon auch. Nun sitze ich also endgültig an der Materie und ohne eure Anregung dazu hätte ich das Gebiet Rehabil. sehr wahrscheinlich nie angegangen. Der Brief dürfte jetzt das Gericht erreicht haben und ich werde dann vermutlich bald Nachricht bekommen, wie es weiter geht. Habe ich Erfolg, könnte ich endgültig mit allem Schluss machen. Nicht des Geldes wegen. Mitternacht ist auch gerade vorbei. Ich mache für jetzt dann auch mal Schluss. :)
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel
      Hallo Jacky2012,

      glückwunsch für deinen Erfolg vor Gericht. Nun was heißt das "Rehabilitierung" bzw. was bringt es?
      Zu Unrecht im SKH, dass das von einem deutschen Gericht zu bestätigt zu bekommen ist zwar 'ne juristische Bestätigung, bringt aber mehr nicht - oder ist hier eine Entschädigung für die Zeit im SKH vorgesehen oder was auch immer?


      Ich wurde aus dem DDR - Kinderheimfond 10.000 Euro bereits entschädigt. Eine doppelte Entschädigung wird bestimmt nicht stattfinden.
      Da auch ein Antrag für die Unterbringung in der ein Kinderpsychiatrie mit der Begründung "Bereits entschädigt durch Heimfond", abgelehnt wurde.

      Ich habe kürzlich aber einen Aufruf in einer Zeitung zu einer Studie zu DDR-Heimen und Jugendwerkhöfen in der Zeitung gelesen. Hier werde ich einen extra Post machen mit dem entsprechenden Link. Sonst geht der hier am Thema vorbei.

      LG

      René
      Genau davon, lieber Renė, gehe ich auch aus, ich werde kein zweites Mal für meinen Aufenthalt in einem DDR Spezialkinderheim entschädigt werden und sie werden fragen, was will der freche Lümmel denn noch? Er ist doch bereits entschädigt worden. Mir gehts gar nicht ums Geld.

      Mich schon auf deinen Extra Post freuend. :)

      FG, Leser
      heute aus Halle/Saale
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Leser“ ()

      Hallo Renė, der Heim-Fond hat nichts, aber gar nichts mit der Rehabilitierung zu tun. Dieser wurde gezahlt, weil du in einem Heim Warst, egal welcher Art. Du wurdest einmal dafür "entschädigt" und Ende damit.

      Eine Rehabilitierung kannst du beantragen, wenn du zusätzlich in einem SKH oder JWH warst. Wenn dieser Antrag genehmigt wird, bekommst du monatlich, bis auf weiteres, eine weitere Entschädigung, so ähnlich wie eine Opferentschädigung.

      Wenn du politisch im Knast warst, hast du auch eine Entschädigung, je nach Haftzeit, bekommen, was vergleichbar mit der Heim-Fond- Entschädigung zu setzen ist, welche jedoch eine festgesetzte Summe (diese 10.000€) waren. Wenn du also politisch zu unrecht im Knast warst, diese so vom Gericht festgestellt wurde, bekommst du weiterhin, zu dieser Haftentschädigung, bis auf weiteres, monatlich z. Z. 330 €.

      Und genauso ist das mit dem Heim-Fond gewesen, der an alle Heimkinder, welche einen Antrag gestellt haben, unabhängig von der Art des Heimes, gezahlt wurde. Die Rehabilitierung wird, falls du in einem SKH oder JWH warst , wenn sie denn genehmigt wird, zusätzlich gezahlt. Wenn du also in einem SKH oder JWH warst, stelle bei dem LG einen Antrag, wo dein einweisenden Jugendamt war. Warst das z. B. in Sachsen-Anhalt ist es das LG Halle/Saale. Brandenburg wäre dann das LG Potsdam,

      Die Umfrage, welche du hier erwähnt hast, kann dir sicher nur sehr wenig, bis gar nicht helfen, weil diese Leutchen wollen etwas erforschen, was schon zig mal erforscht wurde und wiederum nichts mit einer Rehabilitierung zu tun hat.

      Weiterhin schreibst du:
      Ich wurde aus dem DDR - Kinderheimfond 10.000 Euro bereits entschädigt. Eine doppelte Entschädigung wird bestimmt nicht stattfinden.

      Ja, das ist richtig - NUR: es handelt sich nicht um eine zweite Entschädigung, sondern um eine zusätzliche monatliche Zahlung, wenn das gerichtlich bestätigt wird.

      Hier kannst du dich unter Punkt 3 reinlesen, welcher freundlicherweise von @Leser raus gekramt und zur Verfüging gestellt wurde: aufarbeitung.brandenburg.de/no…echtsbereinigungsgesetze/

      Nochmals der Hinweis: Diese Rehabilitierung kann jede/r zusätzlich beantragen, der/die in einem SKH oder JWH - aber auch ähnliche Einrichtungen war, was bei mir zutrifft - es aber weitaus schwieriger macht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „anklip“ ()

      @René

      ich habe mal einige Gesetzesteile geöffnet, welche für dich vielleicht in Frage kommen. Diese ist im angegeben oberen Link zu finden. Du gehst bis zum Ende des Beitrages und klickst auf "Weitere Informationen", dann auf: § 2 Rechtsstaatswidrige Entscheidungen über Freiheitsentzug außerhalb eines Strafverfahrens. Daraufhin erscheint folgendes:

      Gesetz über die Rehabilitierung und Entschädigung von Opfern rechtsstaatswidriger Strafverfolgungsmaßnahmen im Beitrittsgebiet (Strafrechtliches Rehabilitierungsgesetz - StrRehaG)
      § 2 Rechtsstaatswidrige Entscheidungen über Freiheitsentzug außerhalb eines Strafverfahrens

      (1) Die Vorschriften dieses Gesetzes finden auf eine außerhalb eines Strafverfahrens ergangene gerichtliche oder behördliche Entscheidung, mit der eine Freiheitsentziehung angeordnet worden ist, entsprechende Anwendung. Dies gilt insbesondere für eine Einweisung in eine psychiatrische Anstalt sowie eine Anordnung einer Unterbringung in einem Heim für Kinder oder Jugendliche, die der politischen Verfolgung oder sonst sachfremden Zwecken gedient hat.
      (2) Der Freiheitsentziehung werden Leben unter haftähnlichen Bedingungen oder Zwangsarbeit unter haftähnlichen Bedingungen gleichgestellt.

      Damit dürfte deine Frage: "Da auch ein Antrag für die Unterbringung in der ein Kinderpsychiatrie...." beantwortet sein und dann gehe ich mal davon aus, dass du da sehr wohl Anrecht darauf hast. Das zusammen, also mit SKH und JWH sollte für eine Rehabilitierung ausreichen.

      Du musst natürlich den Anfang machen. Ein Gericht oder das Landesverwaltungsamt wird nicht zu dir kommen.

      Wir, die sich mit dieser Materie intensiv beschäftigen, können nur Hilfe geben. Anträge müsst ihr hingegen selber stellen. Auch solltet ihr lesen, um genau zu erfahren: Sind wir Berechtigte, oder halt nicht. Oder schreibt dem Landgericht als

      Betr: Politische, schulische und berufliche Rehabilitation


      an. Aus eigener Erfahrung wird darauf reagiert und ihr bekommt daraufhin ein Aktenzeichen, verbunden mit ganz viel Papierkram. Alles weitere liegt dann an euch. Ggf. solltet ihr einen Anwalt hinzuziehen, der im Sozialrecht bewandert ist. Wenn ihr dann auch noch Bezieher von Grundsicherung seit, könnt ihr am Gericht einen Antrag stellen, damit ihr einen Rechtsbeistand bekommt. Fragt da einfach beim Gericht nach - Amtsgericht reicht schon. Ich glaube es fallen einmalig 15 oder 20 € an, die der/die Rechtsanwalt/wältin abfordert - egal ob der Prozess gewonnen oder verloren wird. Aber das sollte es schon wert sein. Ohne Anwalt, das musste ich leider feststellen, ist nur schwer dem Gericht beizukommen - bei mir ist es nun mal leider so, dass ich weder in einem SKW oder JWH war, aber in einer ähnlichen Jugendamteinrichtung, was es etwas schwieriger macht.

      Ihr solltet einfach mal nachfragen, ob ihr Anspruch auf eine Kapitalentschädigung habt. Da ich z. b. schulisch und beruflich keine Förderung bekommen habe, obwohl sie vorhanden war, habe ich auch dazu einen Antrag gestellt. Denn eine 1er Schülerin aus der 8. Klasse zu schmeißen, ihr keine Ausbildung zu gewähren, ist schon ein Verbrechen. Und das alles, weil sich meine Eltern nach den Westen abgesetzt haben und ich dafür bestraft wurde, was nicht Recht sein kann. Ich habe nach der Schule in dem Wohnheim gearbeitet, wo alle anderen in der Ausbildung waren, bzw. schon einen Beruf hatten.

      Was noch wichtig ist, ist zu wissen, das es sich um eine Änderungen der Rehabilitierungsgesetze 2019 handelt und am 2. Dezember 2019 veröffentlicht wurde. Alles davor Gewesenes wurde mit dieser Änderung außer Kraft gesetzt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „anklip“ ()

      Gestern, am Donnerstag, habe ich ein Schreiben vom LG Halle bekommen. Nun habe ich 4 Wochen Zeit, diesem zu antworten.

      Das werde ich natürlich in Kurzform machen und bekannt geben, dass ich diese Sache an einen Anwalt abgebe. Im Prinzip wollen die den Antrag nicht wirklich bewilligen, was sie aber nicht so geschrieben haben. Sie wollen noch etwas nachgereicht bekommen - das kenne ich jedoch aus der Vergangenheit - immer schön schreiben und mürbe machen. Beim ersten Antrag habe ich über zwei Jahre gewartet, bis ich eine Antwort bekommen habe. Nachdem meine Mutter verstorben ist, hatte ich sehr schnell eine Antwort. Dann ging es über das Gericht Naumburg und Magdeburg und es hat nichts gebracht. Wenn die Gerichte was haben wollen, dann geht das recht zügig.

      Da ich inzwischen aber auch schon wieder was von der Stasibehörde bekommen habe, ist es etwas einfacher. Nur habe ich keine Lust mehr, es kot... mich an, wie die mit einem umgehen. Erst mal schön auf Zeit und dann der Knall: ABGELEHNT! Das kenne ich vom 1. Antrag. Was ich da geschrieben habe und immer gehofft hatte, jetzt muss es doch klappen. Damit das dieses Mal nicht passiert, geht gleichzeitig ein Schreiben, mit allen Unterlagen, zu einem Anwalt nach Halle.
      Aus dem Zug ganz kurz. Dich habe ich als Kämpferin kennengelernt und darum wirst du es mit Hilfe eines RA auch schaffen. Bleib zuversichtlich!

      Mein Schreiben müsste nun längst beim LG liegen. So ich nachher zu Hause ankomme, hoffe ich, eine AW im Briefkasten bekommen zu haben. Falls nicht, abwarten. Ich hab jedenfalls alles Notwendige an Papieren zusammen.

      Stand ich doch vorhin auf dem Bahnhof und die Bahnsteigdurchsage ward zu hören, dass der Zug in den Ort, wo mein Heim war, gleich vom Bahnsteig X abfahren würde. Vor Schreck habe ich kurz zuvor mein Avatar wieder geändert und bin mit Maske in eine andere Richtung von einem anderen Bahnsteig abgereist.
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel
      "Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren." Bertolt Brecht (angeblich)

      Mein Kampf mit den Gerichten hat natürlich Spuren hinterlassen, da dieser Kampf, ist glaube bereits das 4. Jahr, anhält. Erst musste ich über zwei Jahre auf die erste Antwort warten - dann ging es nach Naumburg - dann nach Magdeburg und wieder zurück nach Naumburg. Das Ergebnis war eine Ablehnung. Normal dürfte ich keinen neuen Antrag stellen. Da ich aber einige neue Informationen habe, dem Heim betreffend und von der Stasibehörde, ist das jedoch möglich, was ich natürlich ausnutze.

      Was es bei mir nicht gerade einfacher macht ist: Ich war weder in einem SKH noch in einem JWH. Aber alles was mir passiert ist (Schule und Ausbildung), erfüllt dem, was im Gesetz steht. Ich muss es nur nachweisen können, was ich auch kann, aber die Gerichte wollen dem nicht zustimmen, weil das ja am Ende bezahlt werden muss.

      Dann: Ich bekomme eine Rente, welche über den Sozialsatz liegt und somit kann es passieren, dass ich den Anwalt, so steht es im Gesetz, teilweise selber bezahlen muss. Das ist es mir aber dann auch wert. Das hätte ich schon früher machen sollen.
      Damit hab ich mich schon lange abgefunden, das man da nichts bekommt. Auch ich hab dreimal eine Ablehnung bekommen mit der Begründung das es nunmal die damailgen Eriehungsmethoden waren. Es sitzen einfach immer noch die Alten dran. Mich regt das nur noch auf deshalb nehme ich Abstand. Ändern kann man es leider nicht und verschulden möchte ich mich auch nicht. Anwälte sind auch nicht gerade billig.
      Wer jedes Wort auf die "Goldwaage" legt, bekommt seelisches Übergewicht.
      -Fred Ammon-

      Wirklich weise ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann!
      -Unbekannt- Indianerweisheit