Kinderheim Friedrichsbrunn Bruno Tesch

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      Kinderheim Friedrichsbrunn Bruno Tesch

      KINDERHEIM BRUNO TESCH D-06507 FRIEDRICHSBRUNN,
      HAUPTSTR. 77

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      an was Du Dich erinnerst
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      Kinderheim Bruno Tesch in Friedrichsbrunn

      Hallo,

      ich war von 1957 bis 1962 in Friedrichsbrunn.

      Es war ein Vorschulheim und wurde durch „Annemutti" (Anne Dorner) geleitet, welche ich in sehr guter Erinnerung habe.

      Da ich 1961 nicht eingeschult werden konnte, weil ich zu klein und zu dünn war, wurde ich im Kinderkurheim Alexisbad aufgepäppelt. Danach hat sich Tante (wir sagten zu allen Erzieher Tante) Christa mir das Lesen, Schreiben und den Umgang mit Zahlen beigebracht.

      Wir waren auch im Ferienlager, am Müritzsee. Haben zu Ostern die Eier im Wald versteckt. Weihnachten war immer der Weihnachtsmann da und wir sind sehr viel gewandert. Ich finde wir habe immer sehr viel unternommen, soweit ich mich erinnere.

      Einmal habe ich mich im Wald verlaufen und schlief an einen Bach, wo ich am nächsten Morgen gefunden wurde.

      Bereits in Friedrichsbrunn habe ich mit Papier und Schere gebastelt. Ich fand überhaupt, dass man in Friedrichsbrunn auf so etwas geachtet hat. Da wurden Fähigkeiten gefördert.

      Friedrichsbrunn war das einzige Heim, welches ich in positiver Erinnerung habe.

      Gruß Geno
      Ich war ja auch in Friedrichsbrunn. Und genau da habe ich meinen Urlaub gemacht, weil mir dieses Heim in guter Erinnerung ist. Hier war ich bis 1962 und dann halt ein Jahr in Güntersberge. Weshalb ich dann nach Thüringen musste, obwohl mein Jugendamt in Quedlinburg war, weiß ich bis heute nicht.

      Aber ich habe mit Frau Hause (Tante Christa) gesprochen. Sie ist 84 Jahre und noch total fit. Sie konnte sich an mich erinnern und hat so einiges erzählt - auch Sachen, welche ich nicht mehr auf den Schirm hatte.

      Ich habe am nächsten Morgen vor dem Kaffee gesessen und kam mit einem Friedrichsbrunner ins Gespräch und er kennt Frau Hause und gab mir auch die Anschrift. Das war am Mittwoch. Erst wollte ich nicht zu ihr, weil ich Bedenken hatte. Doch am Samstag nahm ich meinen Mut zusammen und klingelte bei ihr. Als ich meinen Namen nannte, wusste sie sofort wer ich bin. Und das nach fast 60 Jahren.

      Vom Kinderheim konnte ich keine Bilder machen, da es, durch Corona, nicht zugänglich ist. Im Heim gibt es keine Küche mehr, da hier nur noch Wohngruppen und jünge Mütter mit Kind untergebracht sind. Auch gibt es in Friedrichsbrunn keine Sprungschanze und kein Eisstadion mehr. Der alte Kurpark ist privat und kann nicht mehr betreten werden. Dafür wurde ein neuer Kurpark angelegt - wo früher das Freibad war, welches jedoch platt gemacht wurde. Und: er (der Kurpark) ist umzäunt und z. Z. geschlossen, wegen Corona.

      Viele alte Häuser, so auch der Brocken-Blick und die Eisdiele sind am zerfallen. Vom Ferienlager sind nur noch Fragmente übrig. Aber es sind auch verdammt viele neue Häuer hinzu gekommen. Aber wer diese Stadt kannte, der findet sich immer noch zurecht.

      Das Kinderheim ist jetzt wie folgt zu erreichen: Deutsches Rotes Kreuz Kinder- u. Jugendheim Zur Tannenspitze

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      Im Netz habe ich noch ein Bild, von vielen, gefunden, wo das Waldbad zu sehen ist, woran ich mich auch noch erinnere. Wir waren einige Male in diesem. Wie bereits geschrieben: Es existiert nicht mehr.

      Übrigens hat Frau Hause zum Heimkinder-Fonds auch eine Meinung. Die, welche es aus ihrem Verhalten ins Heim gekommen sind, davon gibt es ja auch einige, hätten nicht diesen beanspruchen dürfen. D. h. die welche durch ihr Verhalten ins Heim mussten, sollten diesen nicht bekommen. Ansonsten fand sie es richtig und die Höhe von 10.000 € für zu niedrig. Ich denke mit dieser Einstellung war sie nicht alleine. Da wo es durch das Verhalten der Eltern, z. B. wenn sie überfordert waren, oder wo der Staat aus politischer Sicht eine Einweisung vornahm, diese sollten diese Entschädigung bekommen. Auch das hat sie gesagt. Später wurde dieses Heim vom Vorschulheim zu einem normalen Kinderheim und da hat sie auch solche Kinder betreut, welche aus der Familie gerissen wurden, weil die Eltern nicht Systemrelevant waren, oder halt die Eltern nicht mit den Kindern zurecht kamen - da wo halt die Kinder nichts dafür konnten, dass sie ins Heim kamen.
      Dateien
      Wie viele Kinder von der Politik in diesem Heim waren, konnte mir auch nicht beantwortet werden. Aber hier in Friedrichsbrunn waren zu meiner Zeit 7 Kinder, welche ins Heim eingeliefert wurden, die angeblich in Gartenlauben ausgesetzt wurden. Weiterhin wurden einige Kinder von den Großeltern weg genommen, weil die Eltern sich nach den Westen abgesetzt haben. Das sind Informationen, welche ich von der ehemaligen Erzieherin bekommen habe. Da war z. B. ein Bruderpaar, wo ich fast der Meinung bin, dass ich einen von denen kenne, weil wir zusammen im Kinderkurheim Alexisbad waren und zusammen in Güntersberge eingeschult wurden.

      Wenn man aber bedenkt, dass wir nur 25 oder 30 Kinder im Heim waren, da stellt sich die Frage, wieso waren so viele, ich will mal behaupten, politisch im Heim. Vielleicht wurden, so wie auch bei mir, alle durch den Staat geklaut, wenn ich das mal so formulieren darf. Da ich dieses nun erfahren habe, kann ich natürlich das Landgericht diese Frage stellen, weil diese nämlich der Meinung sind, durch das Verhalten der Eltern bräuchte man keine Entschädigung an uns zahlen, weil wir ja selber Schuld hatten - denn das wurde als Ablehnung als Begründung angeführt. Normal ist das Urteil nicht anfechtbar - nur haben sich neue Erkenntnisse ergeben und die Erzieherin bestätigt das dann auch, falls es gefordert wird.

      Wer weiß mit wie vielen Kindern das so gemacht wurde, damit die DDR alles richtig gemacht hat. Jetzt heißt es im Urteil: "Zum Kindeswohl" eingewiesen. Natürlich ist es zum "Kindeswohl" passiert, weil sonst die Kinder in einer Gartenlaube keine Überlebensmöglichkeit gehabt hätten. Auch war es zum "Kindeswohl" die Kinder von den Großeltern weg zu nehmen, weil die Eltern sich nach den Westen abgesetzt haben.

      Einige wenige Kinder wurden in den 60ern nach den Westen überführt, wo die Eltern nicht locker gelassen haben. Meine Eltern waren leider nicht so sehr daran interessiert, was in späteren Gesprächen, von denen es nur sehr wenige gab, gesprochen wurde. Das hat sicher auch damit zu tun, dass meine Eltern nicht als intelligent zu bezeichnen sind. Vater war Melker und Mutter Haushaltshilfe. Und genau das hat sich die DDR zu Nutze gemacht.

      Eines habe ich noch: Ich war etwa 1 Jahr alt, als ich ins Säuglingsheim kam. Wie nun wirklich, dass weiß im Moment wirklich keiner und ich werde es vermutlich nie erfahren.

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