Kinderheim Wixhausen Aumühle

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      Kinderheim Wixhausen Aumühle

      Wenn Du in dieser Einrichtung warst, kannst Du hier alles posten,
      an was Du Dich erinnerst.
      Hinweis:

      Der Forengeist beinhaltet mehrere Accounts von ehemaligen Teammitgliedern,
      die uns vor langer Zeit verlassen haben und welche viele Erstbeiträge von den Heimen erstellten.

      Es ist somit also ein reiner Systemaccount,
      hinter dem keine reale Person steht, die auf Beiträge oder PN´s antworten kann.

      Seht also bitte davon ab, dem Forengeist zu schreiben, da ihr keine Antwort erhalten werdet.

      Erziehungsanstalt Aumühle bei Wixhausen (Darmstadt) --- ein Heim für schwererziehbare Jugendliche --- Erziehungsanstalt für schulentlasse Burschen --- eine geschlossene Einrichtung.

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      Nach einer intensiven meinerseitigen GOOGLE-SUCHE mit folgendem Suchstrang: "Wixhausen"+"Aumühle"+"Anstalt"+"Jugendliche"

      Im Internet – vom historischen Blickpunkt gesehen – ist nichts wirklich Zusammenhängendes zu dieser mindestens 150 Jahre lang bestehenden evangelischen Einrichtung finden.

      Kein ehemaliger Insasse dieser Einrichtung – ehemaliges Heimkind – hat sich bisher ( sagen wir mal seit dem Jahr 2003 ) irgendwo im Internet dazu geäussert und erzählt wie es ihm dort ergangen ist !

      Was da nicht noch alles zu Tage gefördert werden würde ??

      Aus Fragmenten hier und dort im Internet nur dies von Interesse --- Begriffe und Beschreibungen:

      »„Wäscherei in der BehinderteneinrichtungAumühle“ in Darmstadt-Wixhausen“, „
      Innere Mission Hessischer Landesverein Behinderteneinrichtung Aumühle“, „Darmstadt-Wixhausen, HESSEN. 1980 wird die seinerzeitigeAumühle“, die seit der Jahrhunderwende ein Heim für schwererziehbare Jugendliche beherbergte, abgerissen, bzw. „umgebaut“ und seither als eine große Behinderteneinrichtung mit Werkstätten und einer Großwäscherei genutzt.“«

      »„Darmstadt-Wixhausen - Wixhausen hat 6500 Einwohner“«

      »„Besichtigung der Erziehungsanstalt Aumühle bei Wixhausen“ ... „[ging] das hessische Justizministerium der Frage des Jugendgerichts nach“«

      »das JugendheimAumühlein Wixhausen«

      »AumühleErziehungsanstalt für schulentlasse BurschenWixhausen«

      [frühen 1970er Jahre] »das JugendheimAumühlein Wixhausen, eine geschlossene Einrichtung«


      »Aumühle Wixhausen Ansichtskarte von 1926« @ https://www.akpool.de/ansichtskarten/25534331-ansichtskarte-postkarte-wixhausen-darmstadt-in-hessen-erziehungsanstalt-und-lehrlingsheim-1899-bis-1924

      Offizielles Archivfoto: »1910Wixhausen, Erziehungsanstalt 'Aumühle' / Außenansicht« @ https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=v1013589

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      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!
      Ich kann das gut verstehen, weshalb man sich genierte, diesen Ort je irgendwo öffentlich zu erwähnen. Gut dass er schon 1977 eingemeindet wurde, sonst wäre er womöglich noch berühmt geworden. Heute wird ja alles irgendwie vermarktet und sei es auch noch der allerungewöhnlichste Ortsname. 8o

      Jedenfalls, so steht das geschrieben und das gedruckte Wort zählte immer, wäre das kein Platz für Kinder, denn

      Das derzeitige Angebot an Betreuungsplätzen kann laut Sozialdezernat die gegenwärtige Nachfrage vor Ort nicht decken. Es gebe eine Warteliste.


      echo-online.de/lokales/darmsta…der-in-wixhausen_20417970





      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel

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      Erziehungsanstalt Aumühle bei Wixhausen (Darmstadt) --- ein Heim für schwererziehbare Jugendliche --- Erziehungsanstalt für schulentlasse Burschen --- eine geschlossene Einrichtung.

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      ARCHIVE.ORG @ https://archive.org/stream/jahrbuchderschw04unkngoog/jahrbuchderschw04unkngoog_djvu.txt ( dort weit runter scrollen ! ) :

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      [ in einem dortigen Abschnitt nummeriert 334 ) : ]
      „der Hausvater der ErziehungsanstaltAumühlezu Wixhausen (Anstalt für evangelische, schulentlassene, männliche Zöglinge)“

      [334] Montag, 30. April; Fahrt nach Wixhausen (bei Darmstadt). Besichtigung der
      Erziehungsanstalt Ohlystift in Gräfenhausen. Vortrag von Pfarrer Zimmermann: Die Unterbringung von Zwangszöglingen ausserhalb der Anstalt. Besichtigung der Erziehungsanstalt Aumühle unter Führung von Hausvater Herrmann.

      Dienstag, 1. Mai, vormittags: Vortrag von Fräulein B. Pappenheim:
      Fürsorge für die gefährdete weibliche Jugend. Nachmittags: Fahrt nach Hofheim. Besichtigung des katholischen Magdalenenheims im Kloster Zum Guten Hirten" in Marxheim.

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      [ in dortigen Abschnitten nummeriert 443 und 444 ) : ]
      [443] Last, falls nicht durch Beschluss des Kreistags die fraglichen Kosten ganz oder zum Teile als Kosten des Kreises auf die Kreiskasse übernommen werden. Jedoch werden der betreffenden öffentlichen Kasse die Kosten des eigentlichen Unterhalts und der Erziehung, sowie der etwa notwendig werdenden Fürsorge bei der Beendigung der Unterbringung zur Hälfte aus Staatsmitteln ersetzt. Ist das Kind landarm und hat das Kind oder haben seine Eltern keinen ständigen Aufenthalt im Grossherzogtum, so können die bezeichneten Kosten, falls das Kind die hessische Staatsangehörigkeit besitzt, ganz aus Staatsmitteln ersetzt werden. (Art. 8, Alinea 1 und 3).

      Die beiden Erziehungsanstalten
      Ohlystift und Aumühle, denen wir einen Besuch abstatteten, haben verschiedenartigen Charakter. Die erstere ist eine Erziehungsanstalt für sittlich mehr oder minder verwahrloste Knaben und Mädchen im schulpflichtigen Alter, während die letztere eine Zwangserziehungsanstalt für Knaben im nachschulpflichtigen Alter ist.

      Die Anstalt Ohlystift wurde von einem Darmstadter Wohltäter im Jahre 1888 als konfessionslose Anstalt gegründet. Sie zählt 80 Zöglinge. Neben der Schule werden die Knaben hauptsächlich in der Landwirtschaft beschäftigt; doch ist auch eine Schneiderei und eine Schusterei für den Bedarf der Anstalt da. Die Mädchen sind im Haushalt tätig und verfertigen die Leibwäsche für die Anstaltsinsassen. Die Anstalt verfügt über lichte, sonnige Schul-, Wohn- und Schlafräume, und das Aussehen der Kinder lässt auf eine gute Verpflegung schliessen.

      Die Anstalt Aumühle, gegründet 1898, macht mehr den Eindruck einer Vorstufe des Gefängnisses. Die Mehrzahl der Insassen, deren Zahl sich zurzeit auf 45 - 50 beläuft, ist irgend auf die Verbrecherlaufbahn geraten; die Einweisung erfolgte durch die Gerichte. Einzelne haben auch bereits 6 - 8 Monate Gefängnis hinter sich, meist wegen Diebstahl oder Unterschlagung. Die Anstalt ist ganz für sich abgeschlossen; doch befinden sich grössere, der Landwirtschaft dienende Ländereien ausserhalb der Gebäudeanlage. Ursprünglich war die Anstalt als landwirtschaftliche Anstalt gedacht; mit der landwirtschaftlichen Betätigung kam man aber nicht aus, da man zur Überzeugung gelangte, dass man bei gewissen Fällen auf Internierung halten müsse. So werden die Knaben denn gruppenweise neben der Landwirtschaft und Gärtnerei intern in der Schuhmacherei, Buchbinderei, Schneiderei, Mühlerei beschäftigt; sie besorgen auch die Wäsche selbst. Die Arbeitsgruppen stehen unter ständiger Aufsicht von Gehilfen. Die Knaben werden nach ihrem Verhalten in drei Familien (Gruppen) eingeteilt, die mit A, B, C bezeichnet werden.

      In der Familie A sind die schwierigsten Elemente, die denn auch die [444] strengste Aufsicht erfordern, während die Familie C die Zöglinge umfasst die durch ihr gutes Betragen sich einige Vergünstigungen gesichert haben und auch vornehmlich mit den Arbeiten ausserhalb der Anstaltsgebäude in den Gärten und der Landwirtschaft beschäftigt werden.

      Unter den in die Anstalt eingewiesenen Knaben befinden sich schon dem Gesichtsausdrucke nach recht schwierige Elemente, eigentliche Verbrechertypen, von denen man wünschte, dass die Menschheit für immer von ihnen verschont sein möchte. Viele kommen in die Anstalt, ohne vorher beruflich etwas gelernt zu haben. Die Anstalt will durch geregelte Arbeit erzieherisch auf die Zöglinge einwirken. Aber scliwierig ist es, wie Hausvater Herrmann mitteilte nachher die Knaben bei geeigneten Meistern unterzubringen. Als erzieherisch verfehlt bezeichnet er es, wenn im Lehrlingszeugnis irgend ein Vermerk betreffend den Aufenthalt in einer Zwangserziehungsanstalt steht; eine Lehrzeit in der Anstalt sollte vielmehr ohne weitern Vermerk als Berufslehre anerkannt werden, wie wenn sie bei einem Meister erfolgt wäre. Hinsichtlich der Erziehungserfolge, die die Anstalt erzielt, drückte sich Hr. Herrmann dahin aus, dass die Prozentzahl der Gebesserten wesentlich reduziert werden müsse gegenüber frühem Annahmen. Die Knaben seien schon zu sehr auf Abwege geraten wenn sie in die Anstalt eintreten, als dass eine Korrektur ohne große Schwierigkeiten möglich wäre; besser wäre es, man wäre früher schon eingeschritten, bevor sittliche Verwahrlosung zum eigentlichen Vergehen oder Verbrechen ausgereift gewesen.

      7. Die Unterbringung von Zwangszöglingen ausserhalb der Anstalt

      Pfarrer Zimmermann-Wixhausen, der über dieses Thema referierte, steht mitten im Erziehungswerke der Zwangserziehungszöglinge. Er ist durch seine reiche Erfahrung zu der Anschauung gelangt, dass die Anstaltserziehung nur im Notfalle eintreten sollte, nur bei ganz schwierigen Fällen und wo dem Einfluss der Eltern nicht anders zu begegnen ist. Dann aber sollten nur kleinere Anstalten mit einer beschränkten Zahl von Kindern eingerichtet werden; denn nur so kann das erzieherische Moment gewahrt werden, während bei grossen Anstalten ein gewisser maschineller Betrieb eintritt und die individuelle Behandlung des einzelnen Zöglings unmöglich wird. Dann ist es auch sehr schwierig für eine große Anstalt ein geeignetes Hilfspersonal zu finden.

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      WIKIPEDIA @ https://de.wikipedia.org/wiki/Aum%C3%BChle_(Darmstadt) :
      re Aumühle-Wixhausen (Darmstadt)Im Jahr 1976 schloss die
      Innere Mission die Einrichtung für Jugendliche.
      ( Diese Seite wurde zuletzt am 29. Dezember 2018 um 23:28 Uhr bearbeitet. )


      WIXHAUSEN.DE https://www.wixhausen.de/index.php/geschichte :


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      „Zwei der drei Mühlen, die sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen lassen, werden abgerissen: 1978 die Kuchenmühle (Gärtnersmühle), 1980 die Aumühle, in der seit der Jahrhundertwende ein Heim für schwererziehbare Jugendliche untergebracht ist. Sie wird zu einer großen Behinderteneinrichtung umgebaut mit Werkstätten, einer Gärtnerei und Wohnheimen.
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      Der heutige Träger Mission Leben gGmbH und ihre 78-seitige "Jubiläumsbroschüre" :
      https://www.mission-leben.de/fileadmin/redaktion/public/pdf/Jahresberichte/Bildband_Jubilaeum.pdf ( Siehe, insbesondere die Seiten 10 bis 25 dieser 78-seitigen Broschüre, auch mit so einigen – vielfach nichtssagenden – Schwarz-Weiß Fotos ). Mission Leben ist Nachfolgerin der Inneren Mission Darmstadt von 1849 und Mitglied im Verbund der Diakonie. Sie ist der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zugeordnet.

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      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Martin MITCHELL“ ()

      Zitat "Pfarrer Zimmermann-Wixhausen, der über dieses Thema referierte, steht mitten im Erziehungswerke der Zwangserziehungszöglinge. Er ist durch seine reiche Erfahrung zu der Anschauung gelangt, dass die Anstaltserziehung nur im Notfalle eintreten sollte, nur bei ganz schwierigen Fällen und wo dem Einfluss der Eltern nicht anders zu begegnen ist." Zitatende.

      Das kann man gut nachvollziehen. Wenn so ein Pfarrer das schon mal sagte und der Meinung ist, weil er so reiche Erfahrungen besass, dann wird er schon erfahren haben, wie wenig nützlich solch eine "Erziehung" gewesen sein dürfte. Falls gefragt wrd, wie sich der Artikel liest? Gar als wenn mein Opa in einer solchen Anstalt war. Das scheint so eine ferne abartige Zeit gewesen zu sein, dass man sich gut hat vorstellen können, was aus diesen armen Kreaturen nur hat werden können, so sie denn etwas wurden und wo auch immer sie gelandet sein mögen.....
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel

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      Erziehungsanstalt Aumühle bei Wixhausen (Darmstadt) --- ein Heim für schwererziehbare Jugendliche --- Erziehungsanstalt für schulentlasse Burschen --- eine geschlossene Einrichtung.

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      Martin MITCHELL schrieb:

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      Nach einer intensiven meinerseitigen GOOGLE-SUCHE mit folgendem Suchstrang: "Wixhausen"+"Aumühle"+"Anstalt"+"Jugendliche"

      Im Internet – vom historischen Blickpunkt gesehen – ist nichts wirklich Zusammenhängendes zu dieser mindestens 150 Jahre lang bestehenden evangelischen Einrichtung finden.

      Kein ehemaliger Insasse dieser Einrichtung – ehemaliges Heimkind – hat sich bisher ( sagen wir mal seit dem Jahr 2003 ) irgendwo im Internet dazu geäussert und erzählt wie es ihm dort ergangen ist !

      Was da nicht noch alles zu Tage gefördert werden würde ??

      [ ……… ]

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      Aus dem CHEFDUZEN.DE-Forum :
      ( auf SEITE 8 des dortigen bisher 95-seitigen Threads »HEIMKINDER« ) :

      Boardnutzer
      Abraxas :

      Antwort #116 am: Mi. 22. Juli 2009, um 19:17:26 Uhr :
      @
      https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,10331.msg174724.html#msg174724 :


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      Aumühlsong Wixhausen 1973 :

      Willst du mal die Aumühl sehen - faria faria ho
      Musst du auf das Jjugendamt gehen - faria...
      Dort bekommst du dann einen Schein für das Landes Verbrecherheim - faria…
      Bist du dan dort angekommen - faria...
      Kriegst du alles abgenommen - faria…
      kommst du in den Speisesaal, Eintopf gab es fast jedes mal.

      Über dem Schreibtisch des Heimleiters einem Lumpen vor dem Herrn war ein Schild mit der Inschrift :

      "Willst du das wir, Stein
      dich in das Haus mit baun
      lass es dier gefallen Stein
      daß wir dich behaun"

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      Boardnutzer Abraxas war anscheinend die letzten zwei Male im CHEFDUZEN.DE-Forum am Mittwoch, 27. Oktober 2010 ( https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,12013.msg216877.html#msg216877 ) und noch einmal am Samstag, 6. November 2010 ( https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,12013.msg217444.html#msg21744 )
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      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!

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      Ich habs doch gesagt. Es wird sich niemand hergeben wollen, mit dem Namen in Verbindung gebracht zu werden. Anstalt hört sich sowieso schon Sch.... an und dann mit dem Zusatz der Bezeichnung, wenn man jemand fragen würde, wo einer war, er antwortete, in Wixhausen, ehrlich. Ich würds niemandem sagen, so es mich träfe. Allein für den Namen müsste man entschädigt werden und was die dort wohl neben dem immer nur hart arbeiten müssen sonst noch erlebt haben, muss der Phantasie der Leser ueberlassen bleiben.
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel
      Wixhausen klingt lustig. Kein Grund um sich zu schämen. Wer da wohl der größte Wixer im Ort war?
      Der Name der Erziehungsanstalt "Aumühle" erinnert mich ein bisschen an den Roman von Otfried Preussler "Krabat".
      Richtig klasse finde ich den Aumühlsong. In meinem Heim in Neukirchen - Vluyn kursierten ähnliche Spottgedichte und - lieder. Ende der 60er bis Anfang der 70er Jahre hatte ich auch so einen Lump als Heimleiter. Damals habe ich allerdings geglaubt er sei Gott. Warum weiß ich nicht. Weil er so aussah, wie man sich als Kind eben Gott vorstellt, oder weil er sich wie der Allmächtige verhalten hat, oder vielleicht, weil er sich mit "Vater" anreden ließ? Auf jeden Fall hatte ich Todesangst vor ihm, und ich habe mir in dieser Zeit oft gewünscht, nie auf die Welt gekommen zu sein.
      Zeitgleich mit meiner Einschulung kam ich in eine Gruppe zu den älteren Kindern.
      Mein erstes Licht damals war meine Leselernfibel aus der Schule. Darin ging es um eine ganz normale Familie, die in einem normalen Haus wohnten und anscheinend den ganzen Tag so schöne Sachen machten wie schwimmen gehen oder Ball spielen. Ich habe mich immer in diese Welt hinein geträumt.
      Mein zweites Licht waren allerdings die älteren Kinder in meiner Gruppe Sie waren sehr talentiert sich Spottgedichte und - lieder über unseren Heimleiter auszudenken und konnten sich stundenlang über ihn lustig machen. Ich habe mich als Kind gekringelt vor Lachen. Den Kindern bin ich heute noch dankbar, dass sie mich auf diese Art und Weise aus meinem Albtraum vom Heimleiter als unantastbaren Gottvater herausgeholt haben.
      Der Aumühlsong hat sicher in ähnlicher Weise seinen Zweck erfüllt. Also die Erkenntnis, daß nicht nur die Heiminsassen zu den Schwererziehbaren gehören, sondern eben auch die "da oben", denn die gehören eigentlich in den Knast.
      Danke dass ich das lesen durfte!!! Ganz schnell nur, das mit der Anrede VATER oder HAUSVATER habe ich überhaupt erst einmal aus dem Film "FREISTATT" gehört.

      Der Heimleiter, der den Kasten führte, ließ sich auch so anreden oder es war sogar Pflicht? Und, was für ein Teufel in ihm steckte, sah man in dem Film. Ja, die sollten alle auf die Bank gehört, auf die Anklagebank.

      Einen Heimsong gab es bei uns auch. Wir hatten einen Musiklehrer namens Niemann, der komponierte das Ding angeblich. Ich kannte user aus den Foren, die sich gut dran erinnerten und die Strophen beherrschten. Eine postete das Lied mal vor X jahren auf imheim.de Ich konnte mich gut beherrschen, den Mist auch noch zu singen. Zum Gespött der Leute.

      Sich dafür hat schämen müssen, also dafür, dass man im Heim war, OK. Es war halt so. Man lernte alles Mögliche, trotzdem habe ich mich bei der Überschrift des Themas vor Tagen schon nicht mehr eingekriegt vor Lachen. Was dort nicht alles zum Alltag gehörte. :saint:
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel

      Erziehungsanstalt Aumühle bei Wixhausen (Darmstadt) --- ein Heim für schwererziehbare Jugendliche --- Erziehungsanstalt für schulentlasse Burschen --- eine geschlossene Einrichtung.

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      Ich zitiere diese weiteren Quellen für nichts anderes als zu beweisen, dass es in Nachkriegsjahrezehnten – 1945 bis 1975 – diese evangelische geschlossene Erziehungsanstalt für Jungen in der Aumühle in Wixhausen (Darmstadt) gab, damit niemand daherkommen kann um zu behaupten, dass dies nicht den Tatsachen entspricht. ----- Der gesamte Thread dient – meinerseits – einzig und allein diesem Zweck !

      QUELLE: SEITE 145 @ https://dfg-vk-darmstadt.de/Lexikon_Auflage_1/Von_Adelung_bis_Zwangsarbeit_Auflage1.pdf :

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      Schenck - Bei der Firma Carl Schenck arbeiteten zwischen 1941 und 1945 ca. 200 Zwangsarbeiter aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Italien und der Sowjetunion. Sie waren in Lagern in der Heidelberger Straße, der Landwehrstraße, der Kahlertstraße, der Aumühle (Wixhausen) und der Bessunger Turnhalle untergebracht. Nähere Informationen sind nicht bekannt. Die Firma Schenck erklärte auf schriftliche Anfrage, keinerlei Unterlagen mehr aus dieser Zeit zu besitzen.
      Im Zusammenhang mit unzulässigen Lieferungen von kriegstauglichem Material in Spannungsgebiete wurde bei der
      Firma Schenck nach Ausbruch des Golfkrieges (1991) durch die Staatsanwaltschaft umfangreiches Material sichergestellt. Da kein eindeutiger Nachweis geführt werden konnte, wurde keine Anklage erhoben. Daß die Firma Rüstungsgüter produziert, steht außer Frage (z. B. Kreisel zur Steuerung von Raketen, Auswuchtmaschinen).

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      QUELLE: https://www.kriminalpolizei.de/ausgaben/2008/september/detailansicht-september/artikel/vermeidbare-verbrechen.htm :

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      [ ein Jugendlicher ] 1967 fällt er erstmals beim Klauen auf. In der Schule hat er lange Finger gemacht. Derartige Vorfälle häufen sich. Immer wieder greift er ungeniert zu, auch außerhalb der Schule. Seinen Eltern wird es schließlich zuviel. Oswald wird 1969 im protestantischen Waisenhaus in Pirmasens untergebracht. Auch hier geht er in die Sonderschule. Nach der 9. Klasse wird er geschasst – ohne Abschluss. „Faul“ und „renitent“ sei er, aus „schulischer Sicht zu dumm“, wird den Eltern mitgeteilt.
      Nach seiner Entlassung beginnt er zunächst eine Lehre als Heizungsmonteur, dann als Tankwart. Ihm wird jeweils nach wenigen Monaten gekündigt. Er hat die
      Ausbildungshilfe, die er im Heim abliefern sollte, unterschlagen und Kunden bestohlen. Auch im Waisenhaus in Pirmasens findet er sich nicht zurecht. Er reißt aus, wird wieder eingefangen, stiehlt sich abermals davon und so weiter. Oswald gilt als „unbelehrbar“ und „untragbar“, man steckt ihn in das Jugendheim „Aumühle“ in Wixhausen, eine geschlossene Einrichtung. Nachdem er auch dort wiederholt entweicht, wird er im September 1971 zurück in die Obhut der Familie gegeben.

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      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Martin MITCHELL“ ()

      Erziehungsanstalt Aumühle bei Wixhausen (Darmstadt) --- ein Heim für schwererziehbare Jugendliche --- Erziehungsanstalt für schulentlasse Burschen --- eine geschlossene Einrichtung.

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      NETZFUND - Ein weiterer Beleg für die damalige Existenz der Erziehungseinrichtung "Jugendhof Aumühle" Wixhausen (Darmstadt) @ https://www.ahnen-spuren.de/Members/inge4013/ostpreussische-nachrichten/ostpreussenblatt/ostpreussenblatt-1958/ostpreussenblatt-folge-12-vom-22.03.1958 :

      Und auch zu finden auf SEITE 8 im Das Ostpreußenblatt @
      http://archiv.preussische-allgemeine.de/1958/1958_03_22_12.pdf :

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      Seite 8 - Familienanzeigen

      Die glückliche Geburt unseres dritten Kindes, Frank Rainer, zeigen wir an in dankbarer Freude.
      Bruno Gailus, Erzieher und Ilse Gailus, geb. Krämer. Wixhausen, Kreis Darmstadt, den 7. März 1958, Jugendhof Aumühle. Früher Stenken, Kreis Labiau, Ostpreußen.

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      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!
      Ich weiß nicht, wieso du darauf kommst, die Existenz dieses Kinderheims beweisen zu müssen. Ich frage mich, ob ich Schuld daran bin. Vielleicht, weil ich geschrieben habe, dass es mich an den Roman von Ottfried Preussler "Krabat" erinnert? In dem Roman geht es um Waisenjungen die eine Lehre in einer Mühle bei einem grausamen Meister absolvieren.
      Mich hat einfach nur der Name "Aumühle" und die Tatsache, daß auch diese Jungen u. a. in einer Mühle beschäftigt waren, an diese Geschichte erinnert.
      Damit wollte ich allerdings nicht sagen, dass ich die Existenz dieses Kinderheims für einen Roman halte.
      Auch hier im Forum ist dieses Kinderheim bekannt und es ist in der Liste "Kinderheime von A - Z" unter Darmstadt Wixhausen zu finden.

      Erziehungsanstalt Aumühle bei Wixhausen (Darmstadt) --- ein Heim für schwererziehbare Jugendliche --- Erziehungsanstalt für schulentlasse Burschen --- eine geschlossene Einrichtung.

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      Ich zitiere diese weiteren Quellen für nichts anderes als zu beweisen und im Internet zu dokumentieren, dass es in Nachkriegsjahrezehnten – 1945 bis 1975 – diese evangelische geschlossene Erziehungsanstalt für Jungen in der Aumühle in Wixhausen (Darmstadt) gab, damit niemand daherkommen kann um zu behaupten, dass dies nicht den Tatsachen entspricht. ----- Der gesamte Thread dient – meinerseits – einzig und allein diesem Zweck !
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      Ich verbreite dies ja auch noch an so einigen anderen Stellen im Internet ! :

      GOTTVERBUNDEN | PROTESTANTISCH
      Mission Leben = Diakonie(Verbund) = evangelische Kirche als Ganzes
      Innere Mission = Diakonie = evangelische Kirche (EKD)
      Mission Leben ist der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zugeordnet

      Mission Leben / Diakonie / Evangelische Kirche gibt aber nirgens wirklich zu, dass diese geschlossene Einrichtung auf ihrem Grund und Boden existierte und jahrzehntelang dort von ihr betrieben wurde !!


      Die drei Nachkriegsjahrzehnte 1945 bis 1975 der Existenz der Fürsorgeerziehungsanstalt Aumühle bei Wixhausen (Darmstadt), werden, und was über diesen Zeitraum darin so vor sich ging, wird, in ihrer 78-seitigen "Jubiläumsbroschüre" völlig ausgeklammert !!!
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      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!
      Das sind aber recht ulkige Namen, die man unter der Rubik Familienanzeigen im Zusammenhang mit Geburten lesen darf. Hielt sich gar jemand in guter Erinnerung an einen römischen Kaiser für Cäsar wenn er denn schon so einen Erzieher Namen verwendete wie Bruno Gailus? Wie kommste denn nur da drauf? Warum nicht gleich Bruder Gaius Julius? Hatten die Nazis nicht auch einen Faible für die Römer? hmm

      Nun mal ganz ehrlich. Ich wüßte nicht, ob es zwingend notwendig ist, an eine Einrichtung zu erinnern, an die sich womöglich gar niemand mehr erinnern möchte, ob hier nun darüber gepostet wird oder nicht. Ich glaube eher, da läge Einigen daran, die Kiste in ewiger Ruhe ruhen zu lassen, denn wie gesagt, die merkwürdige sprachliche Einsprenkelung wird - so sie denn noch lebten - nicht wenige davon abhalten, sich von dieser Bezeichnung und den womöglich nicht guten Erinnerungen fernzuhalten.

      Ich finde es löblich, auch die merkwürdigsten Ortschaften und Einrichtungen ausfindig zu machen, aber ob das nun wirklich irgend einer armen Menschenseele hilft, sich daran zu erinnern? Man mag sich ja in Anbetracht der Tatsachen, dass die Einrichtung schon so alt ist, gar nicht vorstellen, was es alles Schlimmes gegeben hat. All das ist schon schlimm genug, aber einer Stigmatisierung gleichkommend wäre auch ich niemals mit dem Ort hausieren gegangen, so man mich in so eine Einrichtung verfrachtet hätte. Ich wäre vor lauter Scham in Sack und Asche gegangen. Was sollen denn die Leute denken? :huh:
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Leser“ ()

      Die Leute denken sich um so mehr, je mehr über diese Einrichtung geschwiegen wird. Wenn die Existenz von dem Träger dieser Einrichtung sogar ganz verschwiegen wird, ist das schon sehr verdächtig.
      Es geht ja nicht um den Ortsnamen Wixhausen, so heißt der Ort heute ja immer noch, sondern um die Erziehungsanstalt Aumühle. Vielleicht hat ja doch der ein oder andere das Bedürfnis darüber zu reden. Dann erst beweisen zu müssen, daß es diese Anstalt überhaupt gegeben hat, geht ja wohl gar nicht.

      Erziehungsanstalt Aumühle bei Wixhausen (Darmstadt) --- ein Heim für schwererziehbare Jugendliche --- Erziehungsanstalt für schulentlasse Burschen --- eine geschlossene Einrichtung.

      .
      .
      Diakonie Deutschland
      Perspektiven.
      Für Alle

      Strategie
      der Diakonie
      Deutschland
      2020


      [ QUELLE: https://www.diakonie.de/fileadmin/user_upload/Diakonie/PDFs/Ueber_Uns_PDF/Dokumentation-Strategieprozess_END.pdf ( dieses PDF-Dokument umfasst insgesamt 88 Seiten ) ] :

      [ AUF SEITE 67 EINFACH NUR DIESE NOTIZ ] :


      Einrichtungsgründung:

      [ ……… ]

      Erziehungsanstalt „Aumühle“ in Darmstadt‐Wixhausen (1885)
      [ in Zusammenhang mit dem
      Hessischen Landesverein für Innere Mission ]

      .

      QUELLE: TAZ ARCHIV @ https://taz.de/!1731312/ ( 21.02.1991 ) :

      .
      Eine Geschichte von Henry Förster [ über das Erziehungsheim "Aumühle" bei Wixhausen (Darmstadt) ]

      [ relevante Auszüge ]

      Als ich vierzehn Jahre alt war, lebte ich in einem hessischen Erziehungsheim. Ein paar Monate vorher war ich aus meiner Geburtsstadt Berlin und der mir vertrauten Umgebung herausgerissen worden, weil es zuhause und in der Schule Probleme gab. Ich sollte in diesem hessischen Heimumerzogenwerden.

      [ ……… ]

      Die Zustände in dem Heim waren mir von Anfang an unerträglich. Aber ich war in einer geschlossenen Abteilung und außerdem weit weg von Berlin, wo ich Freunde hatte, wo ich gewußt hätte, wo ich mich verstecken könnte, wenn ich mal abhauen wollte. Aber dieses Heim lag für mich am Arsch der Welt. Für mich war Westdeutschland wie Ausland. Dabei lag das Heim zwischen Frankfurt und Darmstadt, in einem Kaff, das sich bezeichnenderweise Wixhausen nannte. Das Heim selbst hießAumühle“. Au, Au, Au — nein, mein Unglück läßt sich auch jetzt nicht beschreiben: Wixmühle! Für mich war das Kaff so fern von Berlin wie der Nordpohl.

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      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!

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      Martini. Gratuliere. Was du alles findest. Die Beschreibung des 14 Jährigen ist leider nicht jugendfrei. Aber es ist ja nun auch schon weit nach mitternacht. Ansonsten herzlich gelacht. Sicher war den Zöglingen seinerzeit nicht danach.
      Ich muss mal einem Filmfreund das Material zukommen lassen. Der Titel steht schon mal fest. Vielleicht findet sich auch noch ein Drehbuchautor. ;)
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel