Entschädigungszahlungen!! Das Ergebnis des runden Tisches in Berlin

    Es gibt 134 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Angi90.

      GERMANY. - Wer soll für den Schaden der Heimopfer und Missbrauchsopfer haften? ---- Bezüglich den Heimopfern geschuldeten Entschädigungszahlungen!

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      Auch in Bezug auf den vorherigen Beitrag - Beitrag 40 ( oben ) - und die Aufforderung des Politikers Roland Busche, die Nutznießer derHeimkinder-Zwangsarbeit“ an den Entschädigunszahlungen zu beteiligen.

      Nachkriegsdeutsche Heimkinder-Zwangsarbeit-Firmen in Partnerschaft mit VATER STAAT und MUTTER KIRCHE.

      Um das ganze Ausmaß dieser erneuten Versklavung noch einmal genau in Erinnerung zu rufen.

      Kurzfassung

      Hella; Claas; Miele; Rowenta Sunbeam; Braun; Grundig; Siemens; Recticel Schalfkomfort, Schlaraffia Matrazen; Leitz; Quelle; Schwab; Neckermann; Stollwerck; BKS Schlösser; nordrohr; Oellerking; Mewes & v. Eitzen; Kölln Flocken; Holzland Gehlsen; Steinbeis Temming, Steinbeis Papier Glückstadt; Meyer-Lippinghausen, Meylip; Ölmühle; Osram GmbH; VDO - Continental Automotive GmbH; DER - Deutsches Reisebüro GmbH & Co. OHG; Tipon; Wanderer-Werke, Exacta Continental, Nixdorf Computer; Maddaus, Rottapharmgruppe; Gebra; Backhaus & Grass; Grasolin-Lackfabrik; Escho-Plast Kunstofferzeugnisse; Roller + Schneider in Biedenkopf; Lahnwerk in Biedenkopf; Varta Consumer Batteries, VARTA Batteriengroßhandel; DEA, RWE-DEA, RWE Dea, Shell Deutschland Oil GmbH; elasta & florex marketing GmbH; Sprick GmbH & Co; Dr.-Ries-Gruppe / BADISCHEN PLASTIC-WERKE IN BÖTZINGEN / Peguform-Werke GmbH / Pergaform / Tarkett / CEREBUS )

      [ Die Langfassung dieser „Heimkinder-Zwangsarbeit-Firmen-Liste ist hier zu finden: im EHEMALIGE HEIMKINDER BLOG NR. 1 @ heimkinderopfer.blogspot.com/2010/07/ehemalige-heimkinder-heimkinder.html ]

      Diese Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann jederzeit erweitert werden. Zeitzeugen ( „ehemalige Heimkinder“, sowohl wie auch „ehemalige Erzieher“ und „Betreiber von nachkriegsdeutschen 'Jugendwohlfahrtseinrichtungen'“ und „Betreiber von nachkriegsdeutschen Zwangsarbeitsfirmen“ = „post-war Slave-Labor-Firms“, und „Staatsekretäre“ und „Staatssekretärinnen“ [ Whistleblowers ] ) werden gebeten sich an der Vervollständigung dieser Liste zu beteiligen. --- Und selbst die Medien könnten mithelfen.

      Eine „Versöhnung“ kann nicht von den Heimopfern und Heimkinder-Zwangsarbeitern ausgehen, sie muß von den SCHÄDIGERN initiiert und getragen werden ( die SCHÄDIGER selbst und die ANSPRUCHSGEGNER selbst und die, die mit ihnen auf einer Seite stehen, wollen es natürlich andersherum ).

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      Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf ‚Landesverrat‘ genannt wird.“ ( Erich Kästner )

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit. Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit.“ ( MM )
      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!

      Entschädigung für ehemalige Heimkinder

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      ♦♦♦ Schreiben von Heidrun Dittrich, MdB DIE LINKE. an den VEH e.V. ♦♦♦

      Re: Entschädigung für ehemalige Heimkinder

      Heidrun Dittrich
      Mitglied des Deutschen Bundestages

      Heidrun Dittrich, MdB, Kötnerholzweg 47, 30451 Hannover

      Seniorenpolitische Sprecherin
      Mitglied im Beirat für Nachhaltige Entwicklung


      Berliner Büro
      Platz der Republik 1
      110111 Berlin
      Telefon: +49 30 227-726 15
      Fax: +49 30 227-766 15
      Heidrun.Dittrich@Bundestag.de

      Berlin 09.05.2011



      Verein ehemaliger Heimkinder
      1. Vorsitzende
      Frau Monika Tschapek-Güntner
      Sandwelle 10
      59494 Soest


      Bezug: Runder Tisch Heimerziehung
      Anlagen: Frage an die Bundesregierung


      Entschädigung für ehemalige Heimkinder



      Sehr geehrte Frau Monika Tschapek-Güntner,
      sehr geehrte Mitglieder des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V.,

      für die Bundestagsfraktion der Partei DIE LINKE. und als Mitglied der neu berufenen interfraktionellen Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Ergebnisse des Runden Tisches ehemaliger Heimkinder beantworte ich gern Ihren Brief vom 28.03.2011.

      Ihre Empörung über die Ergebnisse des Runden Tisches Heimerziehung (RTH) teile ich.

      Ich unterstütze in vollem Umfange Ihre Forderungen nach Entschädigung der Betroffenen mit einer Opferrente. Das systematische Unrecht, das den Betroffenen im Heimwesen der Bunderepublik Deutschland der 50er und 60 er Jahre angetan wurde, muss als Solches anerkannt werden. (Vgl. Prof. Dr. Kappeler: Vortrag in der 1. Arbeitssitzung des Runden Tisches zur Aufarbeitung der Heimerziehung der vierziger bis siebziger Jahre am 2./3.April 2009)

      Es wäre besser gewesen, auf die Überlebenden dieses einzigartigen Nachkriegsverbrechens zu hören, um mit einer angemessenen finanziellen Entschädigung den ehemaligen Heimkindern zumindest im Alter einen Teil der geraubten Würde zurückzugeben.

      Es ist beschämend, dass von den stimmberechtigten ehemaligen Heimkindern am RTH mit der Drohung: "Sonst gibt es gar nichts!" eine Zustimmung zu den unzureichenden Vorschlägen erpresst werden sollte. (Vgl. Brief von Jürgen Beverförden, Mitglied am RTH, an die Mitglieder der Bundestagsfraktion der SPD aus 04/2011 und Abgeordnete der LINKEN)

      Die Fondsregelung mit 100 Millionen Euro für Therapien und 20 Millionen Euro für nachzuzahlende Rentenversicherungsbeiträge halte ich für eine Abspeisung der berechtigten Ansprüche auf Opferentschädigung. Die Forderungen des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V. nach einer monatlichen Opferrente in Höhe von 300 Euro oder wahlweise 54.000 Euro Einmalzahlung ist ein Minimum, für entgangene Lebenschancen und Schädigungen an Leib und Seele. Die Einbeziehung von ehemaligen Heimkindern mit Behinderung, aus der damaligen DDR, Betroffenen mit Heimzeiten der 40er Jahre und Betroffenen aus Heimzeiten der 70er und 80 er Jahre wäre notwendig gewesen. Eine Aufteilung in Berechtigte und Nicht- Berechtigte ist nicht hinzunehmen.

      Diesem reichen Staat, der sich als Exportweltmeister rühmt, steht es schlecht an, für die Bankenrettung innerhalb einer Woche 480 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen, bei den ehemaligen Heimkindern hingegen, rigoros zu schachern.

      Die Kirchen dürfen als Institutionen nicht geschont werden. Vor allem die katholische Kirche hat noch bei den jüngsten Missbrauchsskandalen bewiesen, dass sie die Schutzbefohlenen nicht schützt. Statt im Interesse der Schutzbefohlenen, die Schuld anzuerkennen und den Missbrauch an Schutzbefohlenen aufzuklären, wurde einer Strafvereitelung der Vorzug gegeben.

      Der Abschlussbericht zum Runden Tisch Heimerziehung (RTH) wurde, wie Ihnen bekannt ist, am 19.01.2011 dem Bundespräsidenten übergeben. DIE LINKE. war nicht am RTH vertreten. Gleichwohl habe ich bei der Übergabe das Familienministerium befragt :

      "Inwieweit wurden die Ergebnisse des Runden Tisches Heimerziehung zur Entschädigung ehemaliger Heimkinder angesichts des hohen Alters der Betroffenen und der finanziellen und psychischen Not vieler umgesetzt, und was müssen Betroffene tun, um eine Entschädigung für entgangenes Entgelt, nicht gezahlte Rentenversicherungsbeiträge sowie einen Nachteilsausgleich wegen zwangsläufigen Abbruchs der Berufsausbildung durch Heimunterbringung zu erlangen?" (Vgl. Bundestagsdrucksache DS 17/4406, Frage 56 am 19.01.2011 S. 9339 von Heidrun Dittrich, in der Anlage beigefügt)

      Diese Frage stellte ich für einen Betroffenen, der mich in meinem Wahlkreisbüro besuchte und ebenso empört über die Ergebnisse des Abschlussberichts RTH ist.

      Vergangenes Leid darf nicht verjähren und nicht vergessen werden, denn sonst geschieht es wieder. DIE LINKE. wird geschlossene Kinder- und Jugendheime ablehnen.
      Ich setze mich für eine Entschädigung der Opfer nach einem neu zu beschließenden Entschädigungsgesetz für ehemalige Heimkinder in der Bundesrepublik und der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik sowie für ehemalige Heimkinder mit Behinderung ein.

      Der Personenkreis der ehemaligen Heimkinder muss insgesamt als geschädigt anerkannt werden. Eine Einzelfallprüfung fällt damit weg. Denn in diesem geschlossenen System der Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland wurde systematisch gegen Normen wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, das Grundgesetz und das Kindeswohl (Garantenhaftung) verstoßen!

      Die öffentlichen und privaten Träger der Jugendhilfe sowie alle beteiligten Institutionen, einschließlich der Betriebe, müssen benannt und zur Entschädigungszahlung herangezogen werden. Die Betriebe, die an den jungen Arbeitskräften verdienten, müssen aufgezählt und zur Verantwortung gezogen werden. Zumindest muss der volle Lohn einer tariflich beschäftigten Aushilfskraft zugrunde gelegt und nachgezahlt werden. Das entgangene Einkommen durch Verweigerung von Schul- und Berufsschulausbildung ist fiktiv anzunehmen. Dementsprechend wären die Entschädigungszahlungen anzusetzen, die als allgemeine Grundlage in einen Gesetzesentwurf eingehen.

      Das System der geschlossenen Heimerziehung bis in die 70er Jahre war staatlich organisiertes Unrecht. Die geschlossenen Heime in der Bundesrepublik Deutschland konnten erst durch die Jugendproteste der Heimkinder, der Studenten, Auszubildenden, Erzieher/ innen ab 1968 schrittweise verändert und abgeschafft werden.

      Eine Individualisierung des Unrechts in der Heimerziehung ist nicht hinzunehmen. Daher begrüße ich Ihre Absicht, die Ergebnisse des RTH für unzureichend zu erklären und den Klageweg bis zum Bundesgerichtshof und dem Europäischen Gerichtshof zu beschreiten.

      Angesichts der Verletzung der Menschenrechte von Kindern- und Jugendlichen zeigt sich, wie wichtig die Anerkennung von Kinderrechten ist. Daher fordert DIE LINKE. die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz.

      Eingedenk der vorenthaltenen menschlichen Wärme, Sorge und Förderung von Fähigkeiten im Kindes- und Jugendalter sollte ein Schadensausgleich zusätzlich zu einer Opferrente gefordert werden:

      Bei eingeschränkter gesellschaftlicher Teilhabe ist eine persönliche Assistenz ohne Eigenbeteiligung zu gewährleisten, um das Leben im selbstgewählten Umfeld fortzusetzen. Bei der Einstellung der Assistenz-Kräfte muss es sich um tariflich bezahlte Fachkräfte handeln.

      Für einen weiteren Meinungsaustausch mit Ihnen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

      Mit solidarischen Grüßen
      Heidrun Dittrich


      QUELLE: Ein Image des Originals dieses Schreibens ist hier zu finden: @
      veh-ev.info//media/umfrage/dittrich.pdf ( 2.69 MB )

      Alternative QUELLE dieses Schreibens in plain text: Webseite der Bundestagsabgeordneten Heidrun Dittrich DIE LINKE. @
      heidrundittrich.de/heimkinder.htm
      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!

      GERMANY. - Wer soll für den Schaden der Heimopfer und Missbrauchsopfer haften? ---- Bezüglich den Heimopfern geschuldeten Entschädigungszahlungen!

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      Schuldige für das Unrecht und Leid und ihre RECHTSNACHFOLGER

      Heimerziehung mit wirtschaftlicher Ausbeutung der Insassen

      Aufzählung der Schuldigen und Mitschuldigen deren RECHTSNACHFOLGER heute nicht für den Schaden den jenige vorsätzlich verursacht haben aufkommen wollen.

      Ein Australier wirft einen Blick auf deutsche Zeitgeschichte und stellt Fragen...

      Parteien und Politiker und ihr Einsatz für autoritäre FÜRSORGEerziehung/Bewahrung/BeugeHAFT und Arbeitsausbeutung zum Ziele der UMERZIEHUNG der Jugend

      Wer waren hauptsächlich die Parteien und Politiker und Personen des öffentlichen Lebens in Deutschland, die sich immer und immer wieder und über Jahrzehnte und alle politischen Systeme hinweg für authoritäre und menschenrechtswidrige Maßnahmen gegen junge Menschen eingesetzt haben ?

      Parteien / Organistionen / Befehlsgewalt:

      NSDAP
      Zentrumspartei
      Bund der Heimatlosen und Entrechteten (BHE)
      Deutsche Partei / Gesamtdeutscher Block
      CDU/CSU
      FDP
      SPD
      Katholische Kirche / Caritas / Schwestern Orden / Brüder Orden
      Evangelische Kirche / Innere Mission / DiakoniePolitiker / Organisationen / Religionsgemeinschaften / Organisatoren:Die damaligen deutschen Eugeniker - unter ihnen:

      • Agnes Neuhaus (1854-1944), Vereinsgründerin des Katholischen Fürsorgevereins für Mädchen, Frauen und Kinder(KFV);
      • Paula Müller-Otfried (1865-1946), protestantische Mitstreiterin von Agnes Neuhaus, deutschnationale Abgeordnete (DNVP);
      • Helene Simon (1862-1947), führende Theoretikerin der Arbeiterwohlfahrt und bedeutende SPD-Sozialreformerin und Frauenrechtlerin;
      • Anna Papritz (1861-1939), Frauenrechtlerin;
      • Anna Magarete Stegmann (1871-1936), sozialdemokratische Psychoanalytikerin und Frauenrechtlerin;
      • Hilde Eiserhardt (1888-1955), Dr. jur., (verheiratet mit Wilhelm Polligkeit),die damalige 2. Geschäftsführerin des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge;
      • Wilhelm Polligkeit (1876-1960), Jurist und Nestor der deutschen Fürsorge und Wohlfahrtspflege; einer der Gründväter des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge, dessen Geschäftsführer er war neun Jahre lang ab 1920;
      • Hermann Muckermann (1877-1962), der in den USA und Belgien studierte prominente katholische Priester (Jesuit), Biologe, Rassenhygieniker/Eugeniker;
      • Günther Roestel (1908-1986), Jurist, damaliger Geschäftsführer des Deutschen Vereins und in der Wanderer- und Asozialenfürsorge der Inneren Mission beschäftigt, seit 1.5.1933 Mitglied der NSDAP, nach dem Krieg Jugendrichter in Kiel, Schleswig-Holstein;
      • Marie-Elisabeth Lüders (1876-1966), deutsche Politikerin (DDP, später FDP) bedeutende Sozialpolitikerin und Frauenrechtlerin;
      • Helene Wessel (1898-1969), Sozialpolitikerin (Zentrumspartei) und Bewahrungsexpertin: Fachfrau für fürsorgerische und eugenische Bewahrung, gelernte Fürsorgerin;
      • Helene Weber (1881-1962), frühere Sozialpolitikerin in der Zentrumspartei (1945 Mitgründerin der CDU);
      • Max Quarck (1860-1930); Sozialdemokrat, Jurist, Journalist und SPD-Sozialreformer;
      • Heinrich Brüning (1876-1941), ein damaliger Reichskanzler;
      • Adam Stegerwald (1874-1945), Katholik (Zentrumspartei, später CSU), Mitbegründer der christlichen Gewerkschaften in Deutschland und der CSU in Bayern sofort nach dem Krieg;
      • Eugen Fischer (1874-1967), Rassenhygieniker und zeitweiliger Reichsarbeitsminister der Zentrumspartei;
      • Ernst Rüdin (1874-1952), schweizer Rassenhygieniker und überzeugter Nationalsozialist;
      • Fritz Lenz (1887-1976), Rassenhygieniker und überzeugter Nationalsozialist, Regierungsberater 1933-1945;
      • Alice Salomon(1872-1948 ), (Lehrerin von Agnes Neuhaus), verließ Nazi-Deutschland in 1937 und ließ sich in den USA nieder;
      • Hans Harmsen (1899-1989), Dr. rer. pol. treibende eugenische Kraft innerhalb des Centralausschusses der Inneren Mission. Er war Schüler des sozialdemokratischen Eugenikers Alfred Grotjahn, unterschied sich von diesem aber bereits früh durch rassenhygienische Argumentation. Dies geht auch aus einer Stellungnahme auf der evangelischen Fachkonferenz für Eugenik am 18. Mai 1931 hervor: „Dem Staat geben wir das Recht, Menschenleben zu vernichten – Verbrecher und im Kriege. Weshalb verwehren wir ihm das Recht zur Vernichtung der lästigen Existenzen?“;
      • Helmuth Schreiner (1893-1962), Pastor, ab 1926 Vorsteher des Spandauer Johannesstifts (Berlin), u.a. auch Diakone-Ausbildungsstätte;
      • Karl Emge (1866-1970), ab 1931 Mitglied der NSDAP, Professor für Rechtsphilosophie an der Akademie für Deutsches Recht, Berlin; Vizepräsident der ADR; 1949 Gründungsmitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz;
      • Heinz Ehaus (1906-1945), Anfang Mai 1933 wurde Ehaus Mitglied der NSDAP. Der SA gehörte er von November 1933 bis Juni 1936 an und wurde Ende Oktober 1936 Mitglied der SS. In der SS stieg Ehaus 1942 bis zum SS-Obersturmbannführer auf. Über den gesamten Zeitraum war er an verschiedenen Standorten bei der Gestapo tätig. 1938 war er dann auch Regierungsrat im Hauptamt für Sicherheitspolizei. Ehaus beging bei Kriegsende Suizid.
      • Ernst Nathan (1898-1974), jüdischer Jurist, Gerichtsassessor; 1936 Flucht nach Rom, 1939 in die USA;
      • Friederike Wieking (1891-1958 ), Leiterin der Frauenhilfestelle am Berliner Polizei Präsidium (ca 1925), Mitglied der NSDAP seit 1941 und oberste weibliche Kriminalbeamtin im Dritten Reich und Leiterin der Reichszentrale zur Bekämpfung der Jugendkriminalität, und ihr unterstanden damit in fachlicher Hinsicht auch die Jugendkonzentrationslager Moringen und Uckermark;
      • Magdalene von Tiling (1877-1974), ab 1925 intensive Zusammenarbeit und Auseinandersetzung mit dem Theologen Friedrich Gogarten in den Grenzbereichen von Pädagogik und Theologie. Evangelische Religionswissenschaftlerin und Politikerin; nach 1945 bis Mitte der 1950er Jahre war sie Dozentin im Evangelischen Johannistift in Berlin-Spandau; ferner unterrichte sie an der Sozialen Frauenschule der Inneren Mission und in der Katechetenausbildung der Berliner Kirche;
      • Elisabeth Zilken (1888-1980), Generalseketärin des Katholischen Fürsorgevereins für Mädchen, Frauen und Kinder (KFV);
      • Elisabeth Wolf (1884-1980), 1932 Leiterin des Pflegeamtes Frankfurt am Main; sie forderte die Anwendung „gegen Schädlinge der Gesellschaft“ „des Entmündigungsparagraphen des BGB“ so das bei „dieser Auslegung fast ein Bewahrungsgesetz unnötig“ werden würde;
      • Ellen Scheuner (1901-1986), Juristin; eng verbunden mit der evangelischen Wohlfahrtspflege; 1942-1966 Leiterin des Landesjugendamts in Münster;
      • Otto Mönkemöller (1867-1930), Jugendpsychiater, Direktor der Heil- und Pflegeanstalt Hildesheim;
      • Alfred Grotjahn (1869-1931), Berliner Professor für soziale Hygiene, und Reichstagsabgeordneter (SPD);
      • Friedrich Ettwein (1886-1937), ev. Pfarrer, Stuttgarter Stadtrat, hält Rede bzw. am 24.10.1935 legt vor einen Bericht über ein Lager für „asoziale“ Fürsorgeempfänger: HStA Stuttgart E 151 I Bü 53, n. fol. (Maschinenschrift);
      • Karl Eduard Spiewok (1892-1951), von November 1933 bis zum April 1938 Mitglied des nationalsozialistischen Reichstag für den Wahlkreis 3 (Berlin Ost); desweiteren ebenso 1934-1938 Leiter des Berliner Landeswohlfahrts- und Jugendamts; in der SS war er Führer (Mitgliedsnummer 6.128 );
      • Hans Muthesius (1885-1977) deutscher Fürsorgejurist und Sozialpolitiker zwischen Kaiserreich und Bundesrepublik, während der NS-Zeit tätig im Reichsinnenministerium (auch nach seinen Entwürfen wurden die Todeslager für Kinder organisiert);
      • Leonardo Conti (1900-1945), Reichsärzteführer;
      • Werner Villinger (1887-1961), Prof.Dr. med., Jugendpsychiater, während der NS-Zeit Chefarzt in Bethel und Obergutachter für Zwangssterilisierungen und Euthanasie nach dem Erbgesundheitsgesetz. Ende der 1940er, der gesamten 1950er und Anfang der 1960er Jahre war Werner Villinger an der Philips Universität Marburg tätig. 1961 wurde er „Gutachter im Wiedergutmachungsausschuss des Deutschen Bundestages“ und durfte erneut über seine früheren Opfer ‚gutachten‘. Dort hat er „Entschädigungsneurose“ erfunden. Ende 1961 als man ihm bezüglich seiner Nazi-Vergangenheit anscheinend auf die Schliche gekommen war und eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet worden war, soll er Selbstmord begangen haben.
      • Hermann Stutte (1909-1982), Professor Dr. med., „Erbbiologische Forschungen“, „Pionier der deutschen Kinder- und Jugendhilfe“, in der Asozialenfürsorge tätig bzw. in der Bekämpfung von Asozialen hoch engagiert. Seine (1944) Habil.-Schrift trug damals den Titel "Über Schicksal, Persönlichkeit und Sippe ehemaliger Fürsorgezöglinge. (Beitrag zum Problem der sozialen Prognose)". Hermann Stutte (1909-1982), Professor Dr. med., Philips Universität Marburg (1958-1978 ). Festschrift für Hermann Stutte zum 70. Geburtstag, 1979;
      • Robert Ritter (1901-1951), „Zigeunerforscher“ und Nervenarzt der Universitätsklinik Tübingen;
      • Robert Gaupp (1870-1953), Tübinger Psychiater; bereits 1910 gehörte Gaupp dem Vorstand der Gesellschaft für Rassenhygiene an; entschiedener Befürworter der rassenhygienischen Zwangssterilistierung; ab 1931 war Gaupp Mitglied des Kuratoriums des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Hirnforschung;
      • Wilhelm Frick (1877-1946), Reichsinnenminister;
      • Bruno Gerl (1907-0000), Dr. jur. Dr. rer. pol. Referent im Hauptamt für Volkswohlfahrt der NSDAP;
      • Georg Andreae (1888-1983), 1934-1945 Verwaltungsdezernent für Heil- und Pflegeanstalten in der Provinzialverwaltung Hannover, von 1926-1945 Landrat;
      • Otto Ohl (1886-1973), evangelischer Pfarrer und 50 Jahre lang Geschäftsführer der Inneren Mission im Rheinland;
      • Adalbert Gregor (1877-1971), Jugendpsychiater, einer der aktivsten Verfechter eugenischer Positionen in der Fürsorgeerziehung der zwanziger Jahreund zeitweilig Leiter der Fürsorgeerziehungsanstalt Flehingen bei Brettern (Karlsruhe);
      • Paul Gerhard Braune (1887-1954), Pastor, u.a. Leiter der Betheler Zweiganstalt Lobethal bei Berlin. Auf der Hauptversammlung der Wanderfürsorgeverbände am 12./13. Oktober 1933 in Goslar, plädierte der Geschäftsführer des [von Friedrich v. Bodelschwingh : Vater Bodelschwingh in 1886 ins Leben gerufenen] Deutschen Herbergsvereins, Pastor Paul Gerhard Braune für das Bewahrungsgesetz;
      • Carl Schneider (1891-1946), der an der [Aktion Tod] T-4-Euthanasie-Aktion beteiligte und in Bethel als Chefarzt angestellte Medizinalrat;
      • Werner Catel (1884-1981). Oktober 1933 Ordinarius und Leiter der Universitätsklinik Leipzig. 1937 NSDAP. 1939 Herausgeber des Buches „Die Pflege des Gesunden Und Kranken Kindes“. Zugleich ein Lehrbuch der Ausbildung zur Säuglingspflegerin und Kinderkrankenschwester (im Georg Thieme Verlag, Leipzig (1939)). Obergutachter beim Kindermord und Leiter der Mordabteilung seiner Klinik (unter seiner Überzeugung: „Vollidiotische Wesen sind religiös betrachtet keine Menschen, da sie über keine Personalität verfügen“). 1947 Leiter der Kinderheilstätte Mammolshöhe am Taunus. 1954-1960 Ordinarius für Kinderheilkunde in Kiel, Schleswig-Holstein. Werner Catel (1884-1981) [Todesanzeige der Universität: „Durch seine wissenschaftlichen und publizistischen Aktivitäten hat er weit über den engeren Wirkungskreis der Klink hinaus in vielfältiger Weise zum Wohle kranker Kinder beigetragen.“];
      • Carl Ludwig Krug von Nidda (1885-1976), langjähriger Mitarbeiter im Deutschen Verein und Verbindungsmann im Reichsministerium des Innern und treibende Kraft der Fürsorge für ein Bewahrungsgesetz; im Staatsdienst tätig von ca 1935-1945; erneut Referent im Deutschen Verein von 1947 bis 1961;
      • Heinrich Himmler (1990-1945), Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei;
      • Adolf Hitler (1889-1945), Reichskanzler;
      • Joseph Goebbels (1897-1945), Propaganderminister;
      • Paul Werner (1900-1970), Jurist, SS-Standartenführer;
      • Karl Fiehler (1895-1969 ), der bereits seit 1923 Anhänger der Hitler-Bewegung, Münchener Oberbürgermeister;
      • Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege“ (1933-1945), die sich aus [evangelische] Innere Mission, [katholische] Deutsche Caritasverband und [säkulare] Deutsche Rote Kreuz zusammensetzte;
      • Elisabeth Bamberger (1890-1984), nach 1945 u.a. Direktorin des Münchener Stadtjugendamtes;
      • Erich Hilgenfeldt (1897-1945), Vorsitzender der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt(spflege );
      • Alarich Seidler (1897-1979 ), NS-Anhänger, Vorsitzender der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt(spflege );
      • Matthias Heinrich Göring (1879-1945 ), NS-Funktionär, Psychiater und Psychotherapeut;
      • Joseph Mayer (1886-1967), katholischer Priester, später Prof. Dr., Mitarbeiter der Caritas und Mitbegründer des Caritaswissenschaftlichen Institutes Freiburg; Affinität zur Euthanasie des Nazi-Regimes;
      • Johannes Steinweg (1879-1960), Pastor, in den 1920er Jahren schon und auch Dekaden später noch mit Jugendwohlfahrtsppflege befasst, Direktor im Centralausschuss für die Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche;
      • Rudolf Sievert(1904-1980), Hamburger Jurist, Direktor des Arbeitshauses Groß-Salze (1919-1925), Leiter der Hamburger Wohlfahrtsanstalten (1925-1950), Mitglied in NSV und NSDAP, 1939-1950 und 1954-1960 Vorsitzender des Zentralverbandes deutscher Arbeiterkolonien;
      • Georg Steigerthal (1885-1975), Veröffentlichungen: „Die Bekämpfung asozialer Elemente durch die Nachhaftsstrafe“ (1925); „Besserungs- und Bewahrungsanstalten“ (1925); „Zwangsfürsorgerische Maßnahmen gegenüber erwachsenen Personen. Ein Beitrag zur Geschichte des Arbeitshauswesens und zum Problem der Bewahrung“ (1926);
      • Hermine Albers (1894-1955), maßgeblich am Aufbau des Hamburger Landesjugendamtes beteiligt; 1946-1953 Vorsitzende des AWO-Fachausschusses für Jugendwohlfahrt;
      • Robert Plank (1889-1949), Nürnberger Stadtrat; forderte (1934) das Bewahrungsgesetz, dass sich „grundsätzlich auf Anstaltseinweisung“ konzentrieren sollte;
      • Walter Becker (1905-1984) Staatsanwalt, von 1928-1943 und von 1946-1956 u.a. in Halle und Bielefeld tätig, seit 1956 leitender Regierungsdirektor in Hamburg, u.a. Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Vorstandsmitglied des AFET, der AGJJ und der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung, Mitglied im Deutschen Verein Hauptausschusses 1951-1969;
      • Maria Nigemeyer (1888-1968 ) (CDU/CSU), Stellvertretende Vorsitzende des Fürsorgeausschusses;
      • Robert Lehr (1883-1956), (CDU/CSU), Bundesinnenminister;
      • Herman Gottschick (1908-1995 ), (CDU/CSU), Oberregierungsrat;
      • Wilhelm Kitz (1890-1956), (CDU/CSU), Leiter der Sozialabteilung (Abt. V) des Bundesministeriums des Innern;
      • Luise Stetter (1900-1977), Frankfurter Fürsorgerin;
      • Josef Wagner (1904-1985), in der westfälischen Provinzialverwaltung tätige und aus Münster, Westfalen, stammende Landesrat;
      • Christine Teusch (1888-1968 ) (CDU), in den späten 50er Jahren Kultusministerin von Nordrhein-Westfalen;
      • Anton Oel (1900-1978 ), tätig für den Deutschen Städtetag und Mitglied des Deutschen-Verein-Hauptausschusses;
      • Franz Klein (1908-2001), Jurist; Caritasverband; als damaliger Justiziar des DCV einflussreichster Repräsentant der Freien Wohlfahrtspflege.
      All diese und viele andere mehr verlangten die Einführung solcher Gesetze (d.h. Gesetze zur Bewahrung und Internierung von jungen Menschen: „Geschlossene Unterbringung“ [auch für ältere junge Menschen !!!]) in Deutschland schon um 1918, und am 7. Dezember 1949 waren die CDU/CSU-Fraktion im deutschen Bundestag die Ersten in der Nachkriegszeit die sich DIESEM VERLANGEN anschlossen.

      Aber erst die Bundesregierung im Jahre 1961 mit Unterstützung der Wohlfahrtsverbände aller Konfessionen und mit Zustimmung aller politischen Parteien ! (mit Ausnahme der KPD-Abgeordneten !) setzte dies schlussendlich in die Tatsache um.

      Das Bundesverfassungsgericht aber erklärte dieses Gesetz verfassungswidrig – nicht im Einklang mit dem Grundgesetz ! – und es wurde aus diesem Grunde im Jahre 1967 als "nichtig" erklärt.
      Andererseits, das damalige (1924er) nach dem Zweiten Weltkrieg, bis zum Jahre 1991/92, weiterbestehende deutsche Jugendwohlfahrtsgesetz in Verbindung mit dem Bundessozialhilfegesetz und verschiedenen anderen Fürsorgeverordnungen der Länder, die jahrzehntelang gegen Kinder und Jugendliche in Deutschland angewendet wurden, und sie (in der Nachkriegszeit verfassungswidrig – nicht im Einklang mit dem Grundgesetz !) rechtswidrig ihrer Freiheit beraubten, die Verfügungen enthielten die dem von dem Bundesverfassungsgericht für rechtswiedrig erklärten Bewahrungsgesetz-Paragraph sehr ähnlich waren, prangerte niemand an. Aber auch ohne gesetzliche Richtlinien, Verordnungen oder andere förmliche Rechtsgrundlagen – bzw. unter Anwendung rechtsbeugender Praxis !!! – verschwanden Kinder und Jugendliche in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1945 und 1985 massenhaft hinter Mauern und Stacheldraht, besonders kirchlicher Einrichtungen verschiedener Arten, wo sie dann (ohne Berufungseinlegemöglichkeit !) ihren Peinigern hilflos ausgeliefert waren, und misshandelt, missbraucht und systematisch für ihre Arbeitskraft ausgebeutet wurden.

      Die Kirchen waren die Täter, die Jugendämter waren die Heeler, und der Staat war in jedem Fall mitverantwortlich für das den Opfern jahrzehntelang zugefügte Unrecht und Leid.
      Wer von den heutigen Politikern will sich also mit diesen Ihnen durchaus bekannten damaligen Politikern, und 'Fürsorgern' und 'Fürsorgerinnen' (all diesen oben aufgeführten Personen des öffentlichen Lebens) auf die gleiche Stufe stellen oder von den Wählern auf die gleiche Stufe gestellt werden ? --- oder vom Ausland als auf der gleichen Stufe stehend gesehen werden ?


      Das zum ersten mal in Deutschland am 1. Mai 1961 verwirklichte und am 1. Juni 1962 in Kraft tretende Bewahrungsgesetz wurde 5 Jahre und 2½ Monate später vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig – nicht im Einklang mit dem Deutschen Grundgesetz – erklärt. Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Verfassungswidrigkeit von § 73 Abs. 2 und 3 Bundessozialhilfegesetz vom 18. Juli 1967 [Auszug] @ heimkinder-ueberlebende.org/1961_Bewahrungsgesetz_1918-1967_verfassungswidrig.html (Auszug schon einmal von dem Australier Martin Mitchell im Jahre 2004 zusammengestellt und online gestellt: 15.06.2004 als er gerade erst mit dieser seiner Arbeit angefangen hatte und daher damals noch ziemlich unerfahren war).


      Das Ganze (damals und auch jetzt wieder) zusammengestellt von dem Australier Martin Mitchell mit Hilfe von – aber nicht ausschließlich mit Hilfe von – Information entnommen aus dem im Jahre 2003 erschienenen Sachbuch von MATTHIAS WILLING, »DAS BEWAHRUNGSGESETZ (1918-1967)«


      All dies wird jetzt auch wieder von mir ebenso an viellerlei anderen Stellen im Internet veröffentlicht werden !

      __________________________________

      Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf ‚Landesverrat‘ genannt wird.“ ( Erich Kästner )

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit. Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit.“ ( MM )
      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!

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      Speziel für ehem.DDR-Heimkinder.

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      Sachsen
      Mittwoch, 18. Mai 2011 14:16
      Clauß: "DDR-Heimkinder dürfen keine Opfer zweiter Klasse sein"
      Clauß: "DDR-Heimkinder dürfen keine Opfer zweiter Klasse sein"

      Sachsens Sozialministerin Christine Clauß hat sich für eine adäquate Entschädigung ehemaliger DDR-Heimkinder ausgesprochen. „Missbrauch und Misshandlung gab es nicht nur im Westen der Republik“, betonte die Ministerin.

      „Ich möchte, dass auch denjenigen, die in Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen der ehemaligen DDR Unrecht erlitten haben, geholfen werden kann. Deshalb müssen zeitgleich mit der Hilfe für die Opfer in den Heimen Westdeutschlands auch gleichwertige Hilfen für die Opfer aus Heimen der ehemaligen DDR beschlossen werden.“

      Die Diskussion insbesondere um sexuellen Missbrauch und Gewalt in Heimen oder Internaten sowie die Beschäftigung der beiden Runden Tische auf Bundesebene haben auch das Thema DDR-Heimerziehung erneut in die Öffentlichkeit gebracht.

      Christine Clauß sieht vor allem den Bund in der Pflicht, die jetzigen Aktivitäten zu bündeln und eine gemeinsame Lösung der alten und neuen Länder zeitnah herbei zu führen. So solle der jetzt vorgesehene Entschädigungsfonds, der bisher nur für Opfer aus der alten Bundesrepublik angedacht ist, geöffnet werden. „Damit könnten auch ehemalige DDR-Heimkinder Entschädigungsleistungen erhalten. Die Modalitäten müssen zügig unter Einbeziehung des Bundes, der Länder und der Kirchen getroffen werden“, so die Ministerin.

      Gleichzeitig fordert Christine Clauß die anderen ostdeutschen Bundesländer auf, sich ebenfalls für diese Lösung einzusetzen.

      Wiedergutmachungsleistungen wegen der Unterbringung in Heimen in der ehemaligen DDR sind bisher nach dem Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetz, dem Verwaltungsrechtlichen Rehabilitierungsgesetz und dem Opferentschädigungsgesetz möglich. Diese Ansprüche müssen im Einzelfall im gerichtlichen Verfahren durchgesetzt werden. Dies war und ist eine hohe Hürde, so dass es bisher lediglich in Einzelfällen dazu kam, z.B. bei dem einzigen geschlossenen Jugendwerkhof in Torgau.

      Betroffen sind Menschen, die als Kinder und Jugendliche im Rahmen ihrer Unterbringung in Spezialkinderheimen und Jugendwerkhöfen der ehemaligen DDR gravierende Gewalterfahrungen gemacht haben bzw. sexuellem Missbrauch ausgesetzt waren. Derzeit ist noch nicht abzusehen, wie viele Menschen sich zu den Opfern von Gewalt/Missbrauchserfahrungen in DDR-Heimen rechnen und wie viele sich tatsächlich um Entschädigungsleistungen bemühen werden.

      Quelle:Leipzig Fernsehen
      Gedenkstätte im Fokus
      von unserem Redakteur Christian Wendt

      Vorlesen


      Ex-Jugendwerkhof: CDU-Trio informiert sich

      Torgau (TZ). Über die Zukunft der Gedenkstätte Jugendwerkhof Torgau diskutieren heute der Sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Frank Kupfer, der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag Arnold Vaatz und der nordsächsische Bundestagsabgeordnete Manfred Kolbe (alle CDU) bei einem Vorort-Termin am Nachmittag.

      Seit dem letzten Jahr ist die Zahl bekannt gewordener Missbrauchsfälle in DDR-Heimen weiter stark gestiegen, hieß es dazu in einer Pressemitteilung der Einrichtung. Das Betreuungsspektrum der Gedenkstätte in Torgau als bundesweit einzige Anlaufstelle für DDR-Heimkinder bedürfe deswegen einer deutlichen Erweiterung und finanziellen Absicherung, um der neuen Opfergruppe der Missbrauchsopfer in angemessener Weise gerecht zu werden. Ebenso werde derzeit intensiv durch den Trägerverein die noch ausstehende gesellschaftliche Anerkennung und Wiedergutmachung des Unrechts in DDR-Heimen in die öffentliche Debatte zur Entschädigungsfrage der Heimkinder in West und Ost eingebracht.
      Kolbe, Kupfer und Vaatz werden neben einer Besichtigung der Dauerausstellung auch mit der Vereinsführung, Betroffenen und Mitarbeitern über Vorhaben und Probleme der Gedenkstätte ins Gespräch kommen.

      „Wir wissen, dass sich die Bundesregierung und der Bundestag mit der Aufarbeitung und der Entschädigung von Missbrauchsopfern in Heimen der DDR und BRD beschäftigen. Insbesondere das staatliche Erziehungssystem in der DDR stellt eine Besonderheit dar. Die Missbrauchsfälle müssen gesamtdeutsch einheitlich aufgearbeitet werden“, fordert Vereinsvorsitzende Gabriele Beyler.


      Quelle:Torgauer-Zeitung

      Entschädigungszahlungen!! Das Ergebnis des Runden Tisches in Berlin ( Themenstarter »Eggi« am Montag, 13. Dezember 2010, um 11:57 Uhr ) [ in der KATEGORIE: VEH Verein ehemaliger Heimkindeer e.V. ]

      .
      GERMANY. - Wer soll für den Schaden der Heimopfer und Missbrauchsopfer haften? ---- Bezüglich den Heimopfern geschuldeten Entschädigungszahlungen!


      ♦♦♦ Bundesfamilienministerium-Stellungnahme zur HEIMKINDERSACHE ♦♦♦


      Stellungnahme des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 6. Mai 2011 zu dem Schreiben (des VEH e.V. an alle Bundestagsabgeordneten)


      [
      d.h. 3-seitige Stellungnahme des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ( BMFSFJ ) vom 06.05.2011 zu dem 2-seitigen Schreiben desVereins ehemaliger Heimkinder e.V.“ ( „VEH e.V.“ ) vom 19. April 2011 an alle Bundestagsabgeordneten,

      ein Schreiben seitens des VEH e.V., das auch folgende Textpassage enthielt:

      Unsere Forderungen umfassen folgende Punkte:

      1.) 300 € monatlicher Opferrente pauschal für alle ehemaligen Heimkinder.
      2.) Auf Wunsch des/der Ehemaligen statt der monatlichen Opferrente eine Einmalzahlung von 54.000 € (300 € monatlicher Rente hochgerechnet auf 15 Jahre).
      3.) Die Möglichkeit für besonders geschädigte ehemaliger Heimkinder, bei Glaubhaftmachung ihrer besonderen Schädigung eine höhere Einmalzahlung oder Opferrente.
      4.) Die Einbeziehung von ehemaligen Heimkindern mit Behinderung.
      5.) Die Einbeziehung von ehemaligen Heimkindern aus der damaligen DDR.
      6.) Die Einbeziehung von ehemaligen Heimkindern, deren Heimzeit in den 40er Jahren lag.
      7.) Die Einbeziehung von ehemaligen Heimkindern, deren Heimzeit in den 70er und 80er Jahren lag.


      Eine hervorragende Kopie des vollständigen Schreibens des VEH e.V. ist hier zu finden @ hwelt.de/c/content/view/7981/1/ oder auch hier @ indymedia-letzebuerg.net/index.php?option=com_content&task=view&id=75553&Itemid=27 und an ungefähr fünfzig weiteren Stellen im Internet --- nur nicht in den etablierten Medien. ]

      [ eine 3-seitige Stellungnahme des BMFSFJ vom 06.05.2011 – ohne Briefkopf – eine Stellungnahme, die als solche auch nicht vom BMFSFJ an den Verein selbst adressiert oder versandt wurde – sondern nur aus dritter Hand zu seiner Kenntnis kam. ]


      [ eine 3-seitige Stellungnahme des BMFSFJ, die sich vorwiegend und maßgeblich mit der nachkriegsdeutschen ( westdeutschen ! ) »Fürsorgeerziehung« ( »FE« ) und »Freiwilligen Erziehungshilfe« ( »FEH« ) und den damals in diesem Zusammenhang in Westdeutschland praktizierten autoritären Erziehungsmaßnahmen und Methoden in der Heimerziehung ( ca 1945- ca 1991 ) befasst --- »FEH« und »FE« zuletzt in der alten Bundesrepublik abgelöst durch das überall in den alten Bundesländern erst am 1. Januar 1991 in Kraft tretende Kinder- und Jugendhilfegesetz ( KJHG ). Wenn umgangssprachlich vom »KJHG« oder vom »Kinder- und Jugendhilfegesetz« gesprochen wird, ist etwa seit 1996 immer der Kern des Gesetzes - sein Artikel 1 - gemeint, der als SGB VIII der achte Teil des Sozialgesetzbuches ist. ] [ siehe z.B. auch @
      de.wikipedia.org/wiki/Achtes_Buch_Sozialgesetzbuch ]


      Stellungnahme des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 06. Mai 2011 zu dem im Schreiben genannten Forderungen.

      Forderungen 1-3):

      Die Forderungen des VEH [
      „Vereins ehemaliger Heimkinder e.V.“ ] waren dem RTH [ „Runden Tisch Heimerziehung“ ], als er seinen Abschlussbericht formulierte, bekannt. Die in die gleiche Richtung ziehlenden Forderungen der am RTH vertretenen ehemaligen Heimkinder sind in den Abschlussbericht aufgenommen worden (S. 32/33). Nach einer ausführlichen Bewertung der Missstände in der Heimerziehung ( S. 7-31 ) hat sich der RTH diesen sehr weitgehenden Forderungen auch im Hinblick auf die Vergleichbarkeit mit anderen Opfergruppen nicht angeschlossen, sondern schlägt neben rehabilitativen Maßnahmen für die ganze Betroffengruppe zweckgebundene fiananzielle Maßnahmen zugunsten einzelner Betroffener vor ( S. 36-38 ).

      Forderung 4):

      Der RTH bemühte sich in Umsetzung der Empfehlung des Petitionsausschusses, die dem Auftrag des Bundestages zugrunde lagen, um Aufarbeitung und Anerkennung des Unrechts, das Kinder und Jugendliche in öffentlichen Erziehungsheimen der Bundesrepublik Deutschland erlitten hatten und erarbeitete Lösungsvorschläge für die Anerkennung und Rehabilitierung. Er war dabei mit der Aufarbeitung der Jugendhilfepraxis im Bereich des Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes (RJWG) bzw. Jugendwohlfahrtsgesetzes (JWG) beauftragt. Daher hat sich der RTH ausschließlich mit der damaligen Heimerziehung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe befasst. Erwaiges Unrecht, das in Einrichtungen der Behindertenhilfe und an dort untergebrachten Kindern und Jugendlichen begangen wurde, war nicht Gegenstand des Auftrages des Petitionsausschusses, daher auch nicht der Arbeit des RTH. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Empfehlungen des RTH keine Signalwirkung auf angrenzende Bereiche, wie etwa die Behindertenhilfe, entfalten könnten. Diese werden jedoch bezüglich ihrer Übertragbarkeit auf Einrichtungen der Behindertenhilfe gesondert zu prüfen sein.

      Forderung 5):

      Die Besonderheit der Situation der ostdeutschen Heimkinder wurde seitens des Petitionsausschusses im Rahmen seiner Beratungen vor drei Jahren behandelt, aber nicht weiter verfolgt.

      Die Regierungsfraktionen des Deutschen Bundestags [
      CDU/CSU, FDP, SPD, BÜNDNIS 90 GRÜNE, DIE LINKE ] und die Bundesregierung [ CDU/CSU und FDP ] teilen jedoch die Einschätzung, dass die Opfer der DDR-Heimerziehung bei der berechtigten Diskussion um die Auswirkungen der Heimerziehung in den Einrichtungen der alten Bundesrepublik in den 50er und 60er Jahren nicht vergessen werden dürfen.

      Im derzeit laufenden parlamentarischen Diskurs des Deutschen Bundestags setzen sich die Regierungsfraktionen deshalb von vornerein für eine mögliche Erweiterbarkeit der Lösungsansätze und Empfehlungen des Runden Tischs Heimerziehung für die ehemaligen westdeutschen Heimkinder auf die Situation der ehemaligen ostdeutschen Heimkinder ein. Damit sollen auch die Belange der ostdeutschen Heimkinder möglichst zeitnah eine angemessene Form der Wiedergutmachung finden.

      Forderung 6):

      Die Situation der Heimkinder vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland war aus den bereits bei Forderung 4) erläuterten Gründen nicht Gegenstand des Auftrages des RTH. Für die Aufarbeitung des NS-Unrechts sind andere Formen der Wiedergutmachung gefunden worden.

      Forderung 7):

      Der RTH hat sich gemäß dem Auftrag des Bundestages mit dem Schicksal der Heimkinder bis 1975 beschäftigt. Wie bereits der Petitionsausschuss festgestellt hat, erfolgte ab dem Beginn der 70er Jahre ein umfassender Wandel des Systems der Einweisung und der Unterbringung in den Einrichtungen der Erziehungshilfe selbst. Das vom RTH festgestellte Versagen des Systems Jugendhilfe wurde abgestellt. Gleichwohl gab es und gibt es bis in die Gegenwart immer wieder Fälle von Versagen von handelnden Personen. Doch im Gegensatz zu der im Bericht des RTH beschriebenen Situation insbesondere in den 50er und 60er Jahren können die Betroffenen, die durch einen vorsätzlichen, rechtswidrigen tätlichen Angriff eine gesundheitliche Schädigung erlitten haben, für seit dem 16. Mai 1976 in den alten und nach dem 2. Oktober 1990 in den neuen Bundesländern verübte Gewalttaten Versorgungsleistungen durch das Opferentschädigungsgesetz (OEG) erhalten. Auch für Gewalttaten, die vor dem 16. Mai 1976 in den alten bzw. vor dem 3. Oktober 1990 in den neuen Bundesländern stattgefunden haben, können Leistungen erbracht werden, hier allerdings nur dann, wenn das Opfer durch Schädigung schwerbeschädigt und wenn es wirtschaftlich bedürftig ist. Auserdem muss das Opfer seinen Wohnsitz in Deutschland haben. Somit kommen solche Leistungen nur in Ausnahmfällen in Betracht.

      Zum Leistungsspektrum des OEG zählen Rentenleistungen zum Ausgleich der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der Schädigung, Leistungen zur Heil- und Krankenbehandlung sowie fürsorgerische Leistungen zur Sicherstellung des Lebensunterhalts. Die Grundrenten nach dem OEG für Geschädigte und Hinterbliebene bleiben bei der Berechnung anderer Sozialleistungen anrechnungsfrei. Weitere Rentenleistungen nach dem OEG sind jedoch als Einkommen anzurechnen. Bestehen gesetzliche Schadensersatzansprüche des Gewaltopfers oder seiner Hinterbliebenen gegenüber Dritten, gehen diese auf den Bund bzw. die Länder als Kostenträger des Gesetzes über.

      Nach Bekanntwerden einer Reihe von Fällen sexuellen Kindesmissbrauchs in kirchlichen und weltlichen Einrichtungen Anfang des Jahres 2010 hat das [
      CDU/CSU / FDP ] Bundeskabinett als Reaktion und als Signal, dem von Vertuschen und Verdrängen geprägten Umgang mit dem Thema entgegenzuwirken, am 24. März 2010 die Einrichtung des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“ beschlossen. Um dem komplexen Thema gerecht zu werden, wurde der Vorsitz gemeinsam von der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Kristina Schröder [ CDU/CSU ], der Bundesministerin der Justiz, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger [ FDP ], und der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Annette Schavan [ CDU/CSU ], übernommen.

      Ziel des Runden Tisches [
      „Sexueller Kindesmissbrauch“ ] ist es, in Institutionen und Verbänden, aber auch im familiären Umfeld die Möglichkeiten von Prävention, Opferschutz, Aufklärung und Aufdecking zu verbessern, eine rechtzeitige und effektive Strafverfolgung der Fälle von sexuellem Missbrauch zu gewährleisten und die Forschung und Evauation zum Thema „Sexuelle Gewalt“ voranzubringen. Die Schicksale der Heimkinder sind dabei ohne Beschränkung auf die alte Bundesrepublik und die Zeit vor 1970 mit einbezogen. Der Runde Tisch Sexueller Missbrauch hat im Dezember 2010 zunächst einen Zwischenbericht vorgelegt, der unter rundertisch-kindesmissbrauch.de heruntergeladen werden kann. Anfang März 2011 hat sich zudem eine Bundesinitiative Betroffenrr gegründet (die-bundesinitiative.de).


      [ Das Original dieser offiziellen 3-seitigen Stellungnahme des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist hier zu finden: auf der Home-Page des „Verein ehemaliger Heimkinder e.V.“ ( „VEH e.V.“ ) @
      veh-ev.info


      [ Der eigentliche Verfasser/die eigentliche Verfasserin dieser BMFSFJ-Stellungnahme vom 06.05.2011 ist nicht bekannt. ]


      [ Für republikflüchtige Opfer des Unrechts und Leids ( Unrecht und Leid verursacht den Betroffenen in ihrer Kindheit- und Jugendzeit seitens der Bundesrepublik Deutschland ! ) zahlt die Bundesrepublik Deutschland nicht, und sie sieht sich anscheinend diesbetreffend auch nicht in der Pflicht. --- Im Ausland ansässige Ausländer ( d.h. damalig Betroffene ) haben somit keine aus ihrem Schaden resultierenden Ansprüche auf Hilfeleistungen geschweige denn auf Entschädigung - will die Bundesrepublik Deutschland jetzt anscheinend bestimmen. ]


      Bitte keine externen aktiven Links! Gruß jw1hal
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      Entschädigung für ehemalige Heimkinder

      .
      die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Dagmar Ziegler
      die familienpolitische Sprecherin der
      SPD-Bundestagsfraktion Caren Marks
      die zuständige [
      SPD ] Berichterstatterin Marlene Rupprecht

      melden sich zu Wort mit folgenden nichtspezifischen Aussagen – politic speak

      auf der Pressemitteilung-Plattform pressrelations @ pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?aktion=jour_pm&r=452691

      Pressemitteilung vom 19.05.2011 | 11:54
      Pressefach: SPD-Bundestagsfraktion

      Allen Opfergruppen wirksam und gleichermassen helfen

      Zu den vom stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Arnold Vaatz in einer Pressemitteilung erhobenen Vorwuerfen erklaeren die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Dagmar Ziegler, die familienpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Caren Marks und die zustaendige Berichterstatterin Marlene Rupprecht:

      Es ist nicht richtig, dass die SPD-Bundestagsfraktion verschiedene Opfergruppen gegeneinander ausspielen und eine Opfergruppe vorrangig bei Hilfsmassnahmen behandeln will.

      Selbstverstaendlich muss allen Opfern von Misshandlungen wirksam, gleichermassen und diskriminierungsfrei geholfen werden.

      Leid und Unrecht erlitten Kinder und Jugendliche in Heimen in der Bundesrepublik sowie in der ehemaligen DDR. Unrecht widerfuhr Kindern und Jugendlichen auch in Behinderteneinrichtungen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Dieses Leid muss gleichermassen aufgearbeitet und rehabilitiert werden. Selbstverstaendlich muessen alle Opfergruppen einen gleichwertigen Zugang zu Beratung, materiellen und finanziellen Hilfen haben.

      Der Runde Tisch "Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren" hat das Leid und Unrecht ehemaliger Heimkinder in der Bundesrepublik behandelt und Loesungsvorschlaege unterbreitet. Diese Vorschlaege muessen Anknuepfungspunkt fuer Loesungen sein, die weitere Opfergruppen einbeziehen. Dafuer setzt sich die SPD-Bundestagsfraktion ein.

      Kontakt:
      SPD-Bundestagsfraktion
      Pressestelle
      Internet:
      spdfraktion.de
      E-Mail: presse[a]spdfraktion.de
      Tel.: 030/227-5 22 82
      Fax: 030/227-5 68 69

      Berlin - Veröffentlicht von pressrelations

      Pressemitteilung-Plattform pressrelations @ pressrelations.de/pressrelations/index.cfm/de/impressum

      Impressum

      pressrelations GmbH

      Geschäftsführung:
      Joachim de Bruin (v.i.S.d.P)
      Kersten Mayer-Weppelmann

      Klosterstraße 112
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      Fon: +49-0211-175 20 77 - 0
      Fax: +49-0211-175 20 77 - 13

      HRB Düsseldorf 41594
      USt-IdNr.: DE219661414

      Die im Portal veröffentlichten Pressemitteilungen und das zugehörige Pressematerial können im Rahmen der geltenden Gesetze und Verordnungen ohne Rücksprache kostenfrei verwertet werden.

      [ .......... ]


      [ Ich habe selbst alle Links in diesem meinem Beitrag "entschärft" - hört sich ja beinahe so an als ob diese Links gefährliche Bomben wären. :D ]
      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!
      Lieber Martini,

      danke für das entschärfen der Link"bomben"
      ;) . Ich danke Dir trotzder Mehrarbeit ganz doll für deinen Beitrag und sei Dir sicher das diese auch zahlreich und gern gelesen werden ohne direkte Links. ich bin definitiv einer der Stammleser und wie ich es schon per PN schrieb ich hätte Deine Beiträge sehr vermisst, würde es sie nicht geben, denn es sind immer sehr interessante Informationen dabei.

      Wünsche Dir ein wunderschönes Wochenende

      1,9 Millionen für misshandelte Heimkinder


      Schöntal - Die katholische Kirche in Württemberg wird voraussichtlich 1,9 Millionen Euro als Entschädigung an misshandelte Heimkinder zahlen. Der Diözesanrat hat am Wochenende in Schöntal eine entsprechende Rückstellung im Haushalt beschlossen. Dies sei ein „weiteres Signal der Bereitschaft, Verantwortung für das in katholischen Heimen in Württemberg geschehene Unrecht“ zu übernehmen, teilte der Diözesanrat mit. Der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, hatte vor einigen Wochen um Vergebung für die massiven Züchtigungen gebeten, die Kinder auch in katholischen Heimen in den 1950er und 1960er Jahren erlitten hatten.

      Der sogenannte Runde Tisch Heimkinder hat sich auf Bundesebene darauf verständigt, einen Entschädigungsfonds in Höhe von 120 Millionen Euro zu bilden - das wären 2000 bis 4000 Euro pro Opfer. Vielen Betroffenen ist das viel zu wenig, Opfervereinigungen fordern weit höhere Entschädigungssummen.

      Auch wenn noch keine endgültige Entscheidung über den Entschädigungsfonds gefallen sei, wolle die Diözese ein Zeichen setzen, hieß es. Die 1,9 Millionen Euro seien keine endgültige, aber eine mögliche Summe, betonte eine Sprecherin des Diözesanrats am Montag. Dabei sei man davon ausgegangen, dass die katholische Kirche insgesamt 20 Millionen Euro in den Fonds einzahlen werde. Wenn diese Summe anhand der Finanzkraft auf die 27 Bistümer aufgeteilt werde, müsste die vergleichsweise große Diözese Rottenburg-Stuttgart 1,8 bis 1,9 Millionen Euro zahlen. Wann eine endgültige Entscheidung über den Entschädigungsfonds fällt, ist bislang unklar.
      23.05.2011

      Quelle: Stimme.de
      Bundestag will Heimkinder schnell entschädigen

      Bis zu 54 000 Euro sollen misshandelte ehemalige Zöglinge erhalten

      Berlin. Der Bundestag hat finanzielle Hilfen für ehemalige Heimkinder, die misshandelt oder sexuell missbraucht wurden, auf den Weg gebracht. Das Parlament beriet gestern über einen gemeinsamen Antrag von Union, FDP, SPD und Grünen zur Einrichtung eines Fonds, der zu je einem Drittel vom Bund, den Ländern und den Kirchen finanziert werden soll. Für die ehemaligen Heimkinder aus der früheren Bundesrepublik sollen 120 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

      Kinder und Jugendliche, die in DDR-Heimen Unrecht erlitten haben, sollen nach den gleichen Maßstäben entschädigt werden. Die Linksfraktion unterstützt den Antrag nicht. Sie fordert für die Opfer eine Entschädigung von 300 Euro im Monat oder 54 000 Euro pro Person.

      Der Bundestag folgt damit einer Empfehlung des runden Tisches Heimerziehung, der im Auftrag des Parlaments die Geschichte der Heimerziehung in der frühen Bundesrepublik aufgearbeitet hatte. Die Jugend- und Familienminister der westdeutschen Länder haben sich bereits auf Zahlungen verständigt. Für die Entschädigung der Ost-Heimkinder soll der Fonds aufgestockt werden. Mit den Zahlungen solle zum Beginn des kommenden Jahres begonnen werden, sagte die SPD-Berichterstatterin Marlene Rupprecht. 100 Millionen Euro seien für Folgeschäden vorgesehen, 20 Millionen Euro für Rentennachzahlungen. Viele Jugendliche mussten im Heim und in Betrieben arbeiten. Für sie wurden keine Rentenbeiträge eingezahlt.

      Von den 40er-Jahren bis in die 70er-Jahre hinein wuchsen in Westdeutschland 700 000 bis 800 000 Kinder und Jugendliche in Heimen auf. Mehr als die Hälfte der Einrichtungen befand sich in kirchlicher Trägerschaft. Der runde Tisch kam nach zweijähriger Arbeit zu dem Ergebnis, dass den Heimkindern vielfach schweres Unrecht angetan wurde. Dazu zählen demütigende und brutale Behandlung, Gewalt, sexuelle Übergriffe, Freiheitsentzug und Arbeitszwang.(HA)

      Quelle:Hamburger Abendblatt
      Bundestag fordert zügige Entschädigung mißhandelter Heimkinder

      Der Bundestag hat die Bundesregierung aufgefordert, zügig Regelungen zur Entschädigung von ehemaligen misshandelten Heimkindern auf den Weg zu bringen. In der Debatte am Donnerstag berieten die Parlamentarier über konkrete Hilfen für die Betroffenen. Hierzu hatten Union, SPD, FDP und Grüne einen interfraktionellen Antrag eingebracht, der die Empfehlungen des „Runden Tisches Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren“ aufgreift. Die Bundesregierung müsse in Abstimmung mit den betroffenen Bundesländern und den Kirchen zeitnah entsprechende Bestimmungen auf den Weg bringen. Ferner seien die Prävention vor weiteren Misshandlungen sowie die Einrichtung regionaler Anlauf- und Beratungsstellen notwendig.

      Quelle:domradio.de
      Hallo, Micki und Martini,

      Muss Euch beiden mal ein Lob aussprechen, das Ihr für uns alle wichtigen Tagesthemen zusammen tragt, ist einfach Klasse.

      Gerne wird auch alles gelesen und geistig aufgenommen, vieles würde vieleicht unter gehen?

      Macht Bitte weiter so!

      :thumbsup:

      Im Säuglingsheim fing alles an

      Autor: Sascha Knapek 16. Juni 2011 10:00 Uhr

      Jürgen Beverförden erzählt von seiner Kindheit mit psychischem und physischem Missbrauch Im Säuglingsheim fing alles an

      Bramsche. Seine Kindheit verbrachte Jürgen Beverförden (Jahrgang 1944) in verschiedenen Osnabrücker Kinderheimen. Mit den Folgen des psychischen und physischen Missbrauchs, dem er dort ausgesetzt war, hat er bis heute zu kämpfen.

      Beim Treffen des „Gesprächskreises SPD und Kirchen“ in Bramsche erzählte der 66-Jährige von seinem Schicksal und seinen Bemühungen um die Aufarbeitung der Geschehnisse und eine gerechte Entschädigung der damaligen Opfer.

      Im Säuglingsheim fing die Leidensgeschichte von Jürgen Beverförden an. Seine Mutter hatte das uneheliche Kind dort hingebracht, weil sie in Irland ein neues Leben beginnen wollte. Was der Junge, dem schnell der Stempel „Zappelphilipp“ anhaftete, dort erleiden musste, quält den studierten Sozialpädagogen bis heute. „Mit Mullbinden wurde ich ans Bett oder beim Essen an den Tisch angebunden. Die dazugehörigen Prügel gab es dann vom Hausmeister im Keller“, erzählte der heutige Sprecher der ehemaligen Heimkinder in Niedersachsen.

      Die psychischen und physischen Qualen, die Beverförden damals erleiden musste, merkte man dem 66-Jährigen während seines Vortrags immer dann an, wenn ihn die Schilderungen zu sehr in die Vergangenheit versetzten. Das überforderte Personal nahm Beverförden dabei größtenteils von seiner Kritik aus. „Die Rahmenbedingungen und die festgefahrenen Ideologien in den kirchlichen Häusern waren schuld an den Zuständen“, sagte er.

      Nach einer Bäckerlehre konnte Beverförden das Leben im Heim, dank der Hilfe seines Vormunds, hinter sich lassen. Über Berlin kam der Osnabrücker nach Hamburg und Bielefeld, wo er mithilfe eines Stipendiums der Friedrich-Ebert-Stiftung studierte. Zusammen mit anderen Betroffenen sorgte Beverförden dann vor ein paar Jahren dafür, dass die Debatte um die Schicksale der Heimkinder landes- und bundesweit auf die Tagesordnung gesetzt wurde. Der Sozialpädagoge saß sowohl am niedersächsischen als auch am bundesdeutschen „Runden Tisch“ und vertrat die Interessen der ehemaligen Heimkinder.

      Mit den Abschlussberichten der beiden Gremien ist Beverförden dennoch unzufrieden. „Ich muss mich heute noch schämen, dass ich dem Abschlussbericht auf Bundesebene zugestimmt habe. Aber der Druck, dass sonst niemand von uns etwas bekommen würde, war zu groß“, sagte Beverförden.

      Auch zur aktuellen Entschädigungsdebatte äußerte er sich kritisch. Die angedachten 100 Millionen Euro für Therapien seien keine gute Lösung. 90 Prozent der ehemaligen Heimkinder wollten, laut einer internen Umfrage, derartige Behandlungen, die eine so langwierige Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zur Folge hätten, nicht. „Es geht uns um eine angemessene Entschädigung, je länger man das hinauszögert, umso mehr ehemalige Heimkinder sterben“, mahnte Beverförden. Als er mit seinen bewegenden Schilderungen am Ende war, meldete sich ein Leidensgenosse und erzählte seine Geschichte, die ihn in den 50er- und 60er-Jahren ebenfalls in einige Kinder- und Erziehungsheime in der Region Osnabrück führte. Wie man als Geschädigter an seine Akte käme und welche Chancen man bei der Suche hätte, fragte der Mann. „Ich helfe Dir, dass wir Deine Akte finden“, versprach Beverförden und machte damit eines deutlich: Die Abschlussberichte der auf Landes- und Bundesebene abgehaltenen „Runden Tische“ mögen vorliegen, aber die Arbeit um Aufklärung und Entschädigung ist für die ehemaligen Heimkinder der 50er- und 60er-Jahre noch lange nicht vorbei.

      Quelle:Neue OZ-Osnabrücker Zeitung
      Hilfe für Opfer von Misshandlungen in Kinderheimen und Waisenhäusern
      Kinder spielen im Sand

      Fröhlich spielende Kinder: In vielen Kinderheimen sah die Welt ganz anders aus. © dpa - Report

      In einem gemeinsamen Antrag (17/6143) fordern die Fraktionen der CDU/CSU, SPD, FDP und von Bündnis 90/Die Grünen Entschädigungen für Kinder und Jugendliche, die während einer kommunalen oder kirchlichen Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR zwischen 1949 und 1975 zu Opfern von Unrecht und Misshandlungen geworden sind.

      Die Fraktion Die Linke brachte zum gleichen Sachverhalt einen eigenen Antrag (17/6093) mit dem Titel "Unterstützung für Opfer der Heimerziehung - Angemessene Entschädigung für ehemalige Heimkinder umsetzen" ein.

      Beide Anträge sind Gegenstand einer öffentlichen Anhörung am Montag, 27. Juni 2011 im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unter Leitung der Vorsitzenden Sibylle Laurischk (FDP). Die Anhörung findet von 13 bis 16 Uhr im Reichstagsgebäude, Sitzungssaal der SPD-Fraktion im Sitzungssaal 3 S 001 statt.

      Zeit: Montag, dem 27. Juni 2011, 13.00 Uhr bis ca. 16.00 Uhr
      Ort: Berlin, Reichstagsgebäude, Sitzungssaal: 3 S 001
      Geladene Sachverständige

      Gabriele Beyler Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau e. V.
      Dr. Uwe Kaminsky Ruhr-Universität Bochum Evangelisch-theologische Fakultät Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre
      Prof. Dr. Manfred Kappeler Professor für Erziehungswissenschaften und Sozialpädagogik
      Günter Saathoff Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“
      Prof. Dr. Christian Schrapper Universität Koblenz-Landau Institut für Pädagogik – Abteilung Pädagogik
      Prof. Dr. Peter Schruth Hochschule Magdeburg-Stendal Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen
      Norbert Struck Der Paritätische Gesamtverband e. V.
      Dr. Friederike Wapler Universität Göttingen Lehrstuhl für Rechts- und Sozialphilosophie
      Ralf Weber Opferbeirat GJWH Torgau
      Dr. Hans-Siegfried Wiegand

      Interessierte Besucher können sich beim Sekretariat des Ausschusses (Telefon: 030/227-37112 , Fax: 030/227-36805, E-Mail: familienausschuss @bundestag.de) unter Angabe des Vor- und Zunamens sowie des Geburtsdatums und der Personalausweis- oder Reisepassnummer anmelden. Zur Sitzung muss das Personaldokument mitgebracht werden. (ah)


      Quelle: Deutscher Bundestag
      Missbrauch in DDR-Heimen: Parteien fordern Entschädigung

      24. Juni 2011 | von afro

      SCHWERIN - Wer als Kind in DDR-Kinderheimen missbraucht oder misshandelt wurde, muss entschädigt werden. Das fordern SPD, CDU, Linkspartei und FDP in einem gemeinsamen Antrag, der in der kommenden Woche auf der letzten regulären Landtagssitzung vor der Neuwahl im September in Schwerin beraten werden soll. Die vier Parteien sprechen sich auch dafür aus, missbrauchte Kinder in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt besser zu betreuen. Weil das Thema nicht für parteipolitischen Zwist ausgenutzt werden dürfe, waren alle Seiten auf dem Weg zum Konsens zu Kompromissen bereit, berichteten Sprecher der Fraktionen.

      Es sei nicht hinzunehmen, "dass die Opfer der DDR-Kinderheime als Opfer zweiter Klasse behandelt werden", heißt es in dem Antrag. Für sie müsse eine Lösung gefunden werden, die dem 120-Millionen-Euro-Entschädigungsfonds gleiche, den der Bundestag für Opfer der Heimerziehung in der alten Bundesrepublik vor kurzem auf den Weg gebracht hat. Die Schweriner FDP hatte vor einem Jahr das Thema DDR-Heimerziehung auf die Landtagstagesordnung gehoben. Es folgten lange Beratungen in den Ausschüssen und eine Anhörung von Betroffenen, die offenbar viele Abgeordnete tief bewegt hat. Ihnen sei man es schuldig, das schwierige Thema nicht zum Ende der Legislaturperiode ad acta zu legen, so eine CDU-Fraktionssprecherin.

      In den Nordbezirken der DDR gab es 17 Jugendwerkhöfe und sechs Spezialkinderheime. Seitdem die öffentliche Debatte über sie vor etwa zwei Jahren entbrannt ist, haben sich 200 ehemalige Heimzöglinge gemeldet, die von Schikanen und sexuellen Übergriffen berichteten, heißt es bei der Landesbeauftragten für die Stasiunterlagen, die für ehemalige Heimkinder Anlaufstelle ist. Viele Betroffene sind traumatisiert.

      Der gemeinsame Antrag stellt fest, dass Kindern in DDR-Heimen Unrecht widerfahren ist - dies zuzugeben, fällt nicht jedem Mitglied der Linkspartei leicht. Aber, so heißt es weiter, das Unrecht war keine Folge des politischen Systems der DDR, wie manche Christdemokraten es darstellen.
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      Quelle: Schweriner Volkszeitung

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      Heimkinder sollen entschädigt werden

      14.10.2011 06:30

      München - Im Sozialausschuss des bayerischen Landtags waren sich am Donnerstag alle Fraktionen einig, dass das Leid der Kinder in zirka 200 Heimen Bayerns - davon zwei Drittel in kirchlicher Trägerschaft - anerkannt werden müsse. Dies habe auch finanzielle Konsequenzen. 7,2 Millionen Euro werden den Angaben zufolge in Bayern vom Freistaat und den Kommunen im Rahmen der 'Drittelfinanzierung' aufgebracht, unter anderem für Ausgleichszahlungen der Rentenversicherung, für Beratungen und Therapien. Ferner steuern die Kirchen und Wohlfahrtsverbände sowie der Bund jeweils ein weiteres Drittel dazu. Das ist das Ergebnis eines Runden Tischs. In seinem im Dezember 2010 vorgelegten Abschlussbericht war das Gremium zu dem Ergebnis gekommen, einen Fonds mit bundesweit insgesamt 120 Millionen Euro auszustatten. 'Es geht uns um ein sichtbares Zeichen', sagte der CSU-Sozialpolitiker Hermann Imhof. epd

      Quelle : sueddeutsche.de
      Verluderte Moral? Erzbischof Zollitsch und ein Bettelbrief
      Freitag, den 14. Oktober 2011 um 14:50 Uhr von Helmut Jacob

      Helmut Klotzbücher hat einen Brief erhalten. Briefsendungen erhalten Millionen Menschen täglich. Also ist das nicht ungewöhnlich. Interessant wird die Geschichte erst, wenn man Briefabsender, Empfänger und den Briefinhalt näher kennenlernt.Der Absender ist Robert Zollitsch. Er ist Freiburger Erzbischof und zur Zeit „Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz“. Dieses Gremium ist der Zusammenschluss der katholischen Bischöfe aller Diözesen in Deutschland.

      Helmut Klotzbücher ist Pressesprecher des “Vereins ehemaliger Heimkinder e.V.” (VeH), jener Gruppe, die vor einigen Jahren durch eine Petition an den Deutschen Bundestag den „Runden Tisch Heimerziehung“ unter Vorsitz der ehemaligen Grünen-Politikerin und Pastorin Antje Vollmer erreicht hat.

      Erschütternd ist das Leben dieses Helmut Klotzbücher. Von 1954 bis 1961 war er Heimkind in einer Einrichtung unter katholischer Trägerschaft. Dort hat er unendliches Leid, zahlreiche Verbrechen erdulden müssen. Die „Südwest Presse“: „Er sei ins St. Konradihaus nach der Scheidung seiner Eltern vom Jugendamt eingewiesen worden, berichtet Helmut Klotzbücher. Ein Priester habe das Heim damals geleitet, Nonnen aus Untermarchtal arbeiteten dort. Gleich nach seiner Ankunft habe er sich nackt ausziehen müssen, sei in die Dusche geschickt und mit einem ‚erbärmlich stinkenden’ Desinfektionsmittel überschüttet worden. Die Haare kamen ab. ‚Damit sollten die Parasiten, die angeblich an mir klebten, abfallen.’”

      Die gleiche Zeitung und die „sueddeutsche.de“ berichten von einer besonderen Scheußlichkeit, die auch sein weiteres Leben geprägt hat: „Nachts nässt er das Bett ein, mit 15. Am Morgen schlagen sie ihm das nasse Laken um die Ohren. Als das nichts hilft, kommt er nach Tübingen, da gibt es einen Arzt, der hat da eine neue Methode. Er wird festgeschnallt, sieht den Kasten mit den Drähten, die Klemmen befestigen sie an Glied und Hoden. “Du spürst, wie alles verbrennt, eine Bombe explodiert”, sagt er. Fünf Stunden ist er ohnmächtig. Er nässt weiter ein, sie wiederholen die Prozedur. Da ist er unfruchtbar.“

      Klotzbücher berichtet, dass er durch diese und andere Erlebnisse weder Frau noch Heimat gefunden hat. „Alle zwei Jahre muss er umziehen - immer, wenn ihn die Albträume gefunden haben. Dann ist wieder eine Zeit lang Ruhe, bis sie wiederkommen, die Träume.“, so in „sueddeutsche.de“. „Dann ist Schwester Joachim wieder da, die ihn im Heim gequält hat, sie schlägt ihn, zwingt ihn, Erbrochenes zu essen, nimmt seine Prothese weg. Erst in der neuen Wohnung ist wieder Ruhe; 24 Mal zieht er um.“

      Diesem Opfer der katholischen Kirche schickt Erzbischof Zollitsch einen Bettelbrief. Er soll aus Anlass des Papstbesuches „sei es im Gebet oder mit einer Spende“ den just zuvor gegründeten „Benedikt-Ostafrikafonds“ unterstützen. Zum Ende des Bettelbriefes gibt Zollitsch seiner Hoffnung Ausdruck, ihm, also Helmut Klotzbücher, „bei der Heiligen Messe zu begegnen“.

      Klotzbücher hat zwar den Glauben an die Kirche verloren. „Er will keine Entschuldigungen hören, er hat genug von den Kirchen, auch wenn sie heute freundlich sind und das Heim lange nach seiner Akte gesucht hat. Die haben Geld. Die sollen zahlen.“ Aber spendenbereit ist er dennoch. „50.000 Euro“ Opferentschädigung verlangt er, „einen Teil für sich, einen Teil zum Verschenken.“, wird er in der Presse zitiert.

      Nun weigert sich der Vertreter der Täterseite, nämlich Robert Zollitsch, beharrlich, ihm und vielen hunderttausend anderen Geschundenen der Katholischen Kirche, eine Opferrente von 300 Euro oder eine Abschlagszahlung von 54.000 Euro zu zahlen. Zollitsch und seine Mitstreiter von der Evangelischen Kirche verschanzen sich hinter den Empfehlungen des „Runden Tisches Heimerziehung“ und dem Beschluss des Deutschen Bundestages. Demnach soll es aus einem Opferfonds maximal 4.000 Euro, vornehmlich für Therapien und unter Nachweis noch heutiger Traumatisierung geben.

      So kann Helmut Klotzbücher also seiner Spendierlaune nicht nachgehen. Der evangelische Theologe und Mitstreiter auf Seiten der Heimopfer, Dierk Schäfer, mutmaßt in seinem Blog denn auch: „Herr Klotzbücher hat bestimmt die Freude über den Papstbesuch in Freiburg tief empfunden und wird sicherlich von seiner großzügigen Entschädigung als ehemaliges Heimkind mindestens die Hälfte abgeben.“

      Der Brief wirft ernste Fragen auf: Wie kommt die Adresse von Helmut Klotzbücher in die Spendenaquise der Katholischen Kirche? Er wird die Kirche angeschrieben, vielleicht dort sein Schicksal und die an ihm verübten Verbrechen geschildert haben. Weil er allerdings mit der Kirche gebrochen hat, wird er sicher nicht zugestimmt haben, dass seine Adresse in der Spendenkartei landet. Missbraucht die Katholische Kirche die Heimopfer ein weiteres Mal zum Zwecke der Spendeneintreibung? Hat sie überhaupt die Datenschutzbestimmungen eingehalten? Zumindest hat sie das Gebot der Vertraulichkeit, das sie in Sachen Heimkinder jahrelang - und auch im Zusammenhang mit dem Gespräch des Papstes mit fünf Opfern im Rahmen seines kürzlichen Besuches - wie eine Monstranz vor sich herträgt, schamlos gebrochen, um ein paar Euro mehr zu erbetteln. Es besteht Klärungsbedarf.

      Robert Zollitsch und „Deutsche Bischofskonferenz:

      Quelle : Readers Edition
      Skandalheim Wilhelminenberg: Grauen über den Dächern Wiens
      Vom Schloss Wilhelminenberg hat man einen wundervollen Blick auf Wien. Hinter den Mauern herrschte Terror.

      wilhelminenberg Herrschaftlich thront das Schloss über Wien-Ottakring: Eva L. (rechts) und Julia K. erlebten dort die schlimmste Zeit ihres Lebens
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      Es ist erschütternd, was sich hinter den Mauern von Jugendheimen abgespielt hat. Vor allem in den 1970er-Jahren wurden zur Betreuung in öffentliche Heime eingewiesene Kinder aufs Brutalste misshandelt, gequält, sexuell missbraucht. Ein Heim der Stadt Wien scheint das vernichtende Bild der Jugendwohlfahrt der damaligen Zeit noch bei Weitem zu übertreffen.

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      "Hölle"

      Faschistoide (© Kinder- und Jugendanwaltschaft der Stadt Wien), an die Nazi-Zeit erinnernde Erziehungsmethoden, schlimmste Herabwürdigung sechsjähriger Mädchen, Züchtigung bis zum Erbrechen oder bis zur Bewusstlosigkeit, Vergewaltigung durch Betreuerinnen und Betreuer: Willkommen im Kinderheim Schloss Wilhelminenberg, der "Hölle auf Erden", wie Eva L., die sieben Jahre dort lebte, sagt.

      All das schaut auf den ersten Blick übertrieben aus. Unglaublich. Unvorstellbar. Wer aber durch Interviews mit ehemaligen Heimkindern Einblicke in die Methoden der Erzieherinnen und Erzieher vor knapp 40 Jahren gewinnt, weiß, dass dies keine Erfindungen und Einbildungen ehemals geschundener Seelen sind, die Rache wollen. Ganz im Gegenteil: Die eingangs erwähnten Vorwürfe sind nur die Spitze des Eisberges an schrecklicher, systematischer Gewalt.

      Das grausame Regime enthemmter Autoritätspersonen hat wehrlose Kinder, meist ohnehin aus ärmsten Verhältnissen, zu Sex-Sklaven gemacht. Ein Drama, das noch lange nicht beendet ist. Viele, möglicherweise alle, die die Heimzeit überlebt haben, leiden heute noch an den Spätfolgen. Zu ihnen kehrt der Albtraum, den sie jahrelang erdulden mussten, Nacht für Nacht zurück. Seit vierzig Jahren.

      Die Verantwortlichen? Die können sich getrost zurücklehnen, weil sie sich im sicheren Fahrwasser strafrechtlicher Verjährung wähnen. Manche von ihnen, immerhin sind gut 40 Jahre vergangen, sind schon tot.

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      Amtlich

      Dass die Vorwürfe nicht aus der Luft gegriffen sind, ist mittlerweile amtlich. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft hat im Auftrag der Stadt Wien mit der Aufarbeitung der Misshandlungen in städtischen Heimen begonnen. Alleine die trockenen Fakten, die in ihrer Dokumentation aufgelistet sind, sprechen Bände. 343 Opfer haben sich schon gemeldet. Die Stadt Wien zahlte bereits erste Entschädigungen aus. Abgewickelt wird die Unterstützung ehemaliger Heimkinder über die Opferschutz-Organisation Weisser Ring.
      Stadt Wien: Aufarbeitung des Missbrauchs

      Die Stadt Wien hat im Jahr 2010 begonnen, die Missbrauchsfälle in Kinderheimen systematisch aufzuarbeiten. Opfern wird finanzielle Hilfe gewährt. Bisher haben sich 343 Personen, die von der Wiener Jugendwohlfahrt in Heime eingewiesen worden waren, bei der Opferschutz-Organisation Weisser Ring gemeldet. 31 davon waren am Wilhelminenberg untergebracht.

      "In hundert Prozent der Fälle kam es zu psychischen und physischen Übergriffen, manchmal unfassbar brutal, manchmal auch nur deutlich über der Grenze der damals herrschenden pädagogischen Ansicht", heißt es in einem Zwischenbericht der Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft. "In 40 Prozent der Fälle, die vom Gremium bearbeitet wurden, kam es zu teilweise schweren sexuellen Übergriffen."

      Die Stadt Wien hat den Opferfonds auf 5,8 Millionen Euro aufgestockt. 139 ehemalige Heimkinder haben bereits Zahlungen erhalten. Diese reichen von 5000 Euro in weniger schwerwiegenden Fällen über 15.000 Euro für mehrfache Übergriffe, bis hin zu 25.000 Euro in Fällen von über mehrere Jahre hinweg fortgesetzter (sexueller) Gewalt mit Verletzungsfolgen und seelischen Schmerzen. Eva L. und Julia K. wurde ebenfalls eine Entschädigung ausgezahlt: Weit mehr als 25.000 Euro.

      Quelle : Kurier -Nachrichten
      16. Oktober 2011 18:48
      Missbrauchs-Skandal
      Heimkinder für Geld verkauft?
      343 Opfer klagen an: „Wir wurden vergewaltigt und an Männer verkauft“, behaupten die Opfer.
      Heimkinder für Geld verkauft?
      © TZ ÖSTERREICH / SINGER

      Fast 40 Jahre schwiegen sie über das Grauen, das sie in den 70er-Jahren im Kinderheim der Stadt Wien am Wilhelminenberg ertragen mussten. Nun aber gingen zwei Schwestern (heute 47 und 49 Jahre alt) in die Offensive. In einem ORF-Interview schilderte Eva L. ihr Martyrium: „Pfleger, aber auch völlig unbekannte Männer haben sich an uns vergriffen“, sagte sie (ÖSTERREICH berichtete).

      Die Frau war damals acht Jahre. Ihre kleine Schwester sechs: „Sie haben uns regelmäßig geholt. Manchmal jeden Tag, manchmal nur zwei- oder dreimal pro Woche.“

      Die Mädchen wurden vergewaltigt, geschlagen, unter Druck gesetzt: „Die Aufseherinnen hätten doch unsere Schreie hören müssen“, schildert die Frau ihr Martyrium, „doch sie haben nichts unternommen, keine Anzeige erstattet.“ Mehrmals sei sie bei den Vergewaltigungen verletzt worden, doch selbst die Ärzte in der Krankenabteilung haben eisern geschwiegen, nie Alarm geschlagen.

      Kinderheim als „Bordell“ für zahlende „Kunden“.
      Der Wiener Rechtsanwalt Johannes Öhlböck, der die Schwestern und ein weiteres Opfer vertritt, zu ÖSTERREICH: „Das Grauen hatte System. Die Mädchen sind verkauft worden und alle machten mit – Heimleitung, Aufseherinnen, Ärzte. Deshalb fordert er nun, dass die Fälle neu aufgerollt werden: „Es muss alles auf den Tisch, auch die Täter dürfen trotz Verjährung nicht verschont werden.“ Unterstützt wird der Anwalt von den Ex-ORF-Stars Gerald Gross und Daniela Zeller.

      Bekannt ist der massive Kindesmissbrauch seit 2010. Die Stadt Wien gründete auch eine Opferhilfsorganisation. Chef ist Udo Jesionek, Ex-Richter und Präsident des Weissen Ringes (siehe Interview). 343 Opfer haben sich seither gemeldet. 3,6 Mio. stellte die Stadt als Opferentschädigung zur Verfügung – auch die beiden Schwestern erhielten jeweils 41.000 Euro. Doch erst ermittelt die Staatsanwaltschaft.

      ÖSTERREICH: Sie haben als Präsident des Weissen Ringes die Opfer betreut und für viele sogar Entschädigung erkämpft. Warum wird der Fall jetzt wieder aufgerollt?
      Udo Jesionek: Das geschieht durch den Anwalt von zwei Opfern, die auch wir begleitet haben. Wir vom Weissen Ring sind von der Gemeinde Wien mit der Aufarbeitung des Kindesmissbrauches in Heimen beauftragt worden. Im Februar starteten auch die ersten Auszahlungen. Insgesamt hat Wien 3,6 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Die beiden jetzt in den Medien dargestellten Opfer erhielten jeweils 41.000 Euro. Nun tauchten aber neue, noch schlimmere Vorwürfe auf.

      ÖSTERREICH: Welche?
      Jesionek: Es soll um systematischen Missbrauch gehen. Um Vergewaltigung und Verkauf der Mädchen an Männer. Auch von Körperverletzung ist die Rede. Das ist eine neue Dimension, die uns in dieser Form nicht bekannt war. Ich begrüße es, dass nun die Opfer Anklage erheben.



      Quelle : oe 24.at