War das Heim wirklich die schlechteste Alternative ?

    Es gibt 45 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Bambi.

      War das Heim wirklich die schlechteste Alternative ?

      In meinem Fall nein.

      Ich war 8 als ich das erste mal eine 4 in Mathe von der Schule mit nach hause brachte.Diese musste von beiden Elternteilen unterschrieben werden als Nachweis das die Eltern Bescheid wussten (wie abartig).Es kam was nicht hätte kommen müssen,ich bekam die erste Tracht Prügel (leider folgten zig weitere) in meinem Leben und eine die sich gewaschen hatte.Was folgte war das ich des öfteren aus heute mir unerklärlichen Gründen nicht nur vieren mit nach hause brachte.Bis ich, ich glaub ich war 10, eines Tages eben nicht mehr von der Schule nach Hause ging. Folge war,eine Traurige Karriere als Herumtreiber und Dieb (Nahrungsmittel)begann.Leider war dies alles andere als gut für mich da ich nie lange unentdeckt blieb und immer wieder zu meinen Eltern zurückgeführt wurde.Prügel auf Prügel folgten,bis ich eines Tages wohl auch Geistig in der Lage war zum damaligen Polizist zu sagen es reicht. Kein Elternhaus mehr.Stundenlanges hin und her begann ehe mir mitgeteilt wurde,ab nach Hause.Was da in mir vorging weis ich heute nicht mehr aber ich weis das ich alles kaputt geschlagen habe was mir in die Finger kam ein Ausraster der wohl kein ende genommen hätte wenn da nicht jemand gesagt hätte komm lass es bring den zum Goldberg.Es mag sich blöd anhören aber ich war auf einem Schlag ruhig.Es war Nachts als wir im Goldberg (Durchgangslager von Halle)ankamen.Alles war ruhig und dunkel bis plötzlich ein riesiges Tor aufging und ein Hund wohl dachte er bekomme Leckerli.Ich kannte das Gefängnis nur aus dem Fernsehen, aber in dem Moment dachte ich ernsthaft ich wäre in einem gewesen so barsch ging es auf einmal zu.Da alles Schlief wurde mir eine Zelle angeboten die noch nicht einmal eine Matratze hatte die musste dann aus irgendeinem Keller geholt werden.Erst am Morgen danach durfte ich auf Gruppe und bekam das was wohl alle bekommen hatten Holzlatschen und Nachthemd (und das als Junge).Naja ein ganzen Monat war ich dann auf dem Goldberg bis ich nach Sandersleben überstellt wurde.Sandersleben war dann für mich wohl die lehrreichste und schönste Station.Ein ganzes Jahr war ich da und wollte garnicht wieder weg.Sandersleben war meine "Familie" und mein ganzer halt,bis hmmmm ja bis eben alles mal zu ende geht.Ich weis nicht ob ich mit der Zeit 74/75 gerade eine gute Zeit erwischt hatte da ich immer mal wieder gegenteiliges über Sandersleben lesen musste aber ich Persönlich werde diese Zeit immer in guter Erinnerung halten.
      da ich ja nicht aus den "üblichen gründen" ins heim kam, die wochenenden und ferien bei meiner familie verbrachte, bin ich vielleicht nicht so befugt zum thema zu schreiben. ich hab ja auch keiner der erfahrungen gemacht, von denen ich hier mit grausen lesen musste. natürlich hab ich auch mal eine kopfnuss bekommen, das war aber so selten, dass ich es an einer hand abzählen kann. geprügelt wurde bei uns nicht, es gab eckenstehen, spielplatzverbot oder mal eine woche kein kompott, zu den feiertagen fehlte auf dem teller die schokolade (besonders nach ner kleinen kinderrevolte). manche kinder traf es härter - also mehr kopfnüsse oder auch ohrfeigen - aber das ist nichts gegen die ausfälle, über die ich hier und in den medien las. ich habe einige familien meiner "mit-kinder" kennengelernt, davon war nur ein geringer anteil verwahrlost, in den anderen familien gab es entweder kranke elternteile, ein elternteil im gefängnis oder aber bis zu 12 kindern. auch wenn die haushalte i. d. r. mehr oder weniger funktionierten, so waren der tagesablauf, die essensversorgung, die betreuung bei den hausaufgaben, das übernehmen von verpflichtungen ( zu dem "ämtchen kann ich mal mal was schreiben, wenn es interessiert) und die möglichkeiten der freizeitgestaltung im heim wesentlich besser. ich bin sicher, dass die meisten von uns ohne größere schäden das heim verlassen haben und dass, wenn schäden auftraten, diese bestimmt nicht größer waren als sie durch die familiäre erziehung gewesen wären. das klima kann auch so schlecht nicht gewesen sein, sonst würden etliche aus der mädchengruppe nicht immer noch kontakt zu ehemaligen schwester haben.
      Für mich gab es gar keine Alternative, das Heim hat mir das Überleben gesichert, ich war mit 5 Jahren Waise.
      Und ich muss sagen so schlecht war es nicht, wenn ich sah wenn Kinder ins Heim kamen die noch Eltern hatten,
      was mir immer unverständlich war, wieso ich im Heim war wusste ich ja, aber warum die ?
      Ich habe die immer um Ihre Eltern beneidet, aber nicht um Ihr Dasein...

      und es ging ja weiter

      Zunächst erst einmal sollte ich über die Ferien nach Hause. Nach Hause??? Wut und Panik schnürten mir die Kehle zu. Dies musste wohl sein, ehe ich nach Wittenberg ins JWH sollte. Erleichterung nach diesen Worten. Unter Wittenberg konnte ich mir nichts vorstellen, da mir alles recht war nur nicht nach Hause. Aber da sollte ich wohl erst einmal hin. Da angekommen, erwartete mich eine seltsame Stille und eine Kälte (obwohl, es war Sommer)die ich so noch nicht gespürt hatte. Ich war wohl in ein Harmonisches Familiendasein eingedrungen . Ich wurde sogar von meinen Geschwistern (4 an der Zahl)“Begutachtet, als ob ich von einem anderen Stern wäre. Leider kam alles noch viel schlimmer. Als abends mein “Vater“ (was für ein Wort) von der Arbeit kam war die Hölle los. Was der hier wolle und so weiter. Ein Brief, den ich mitbekam, brachte dann wohl auch ihn zur Beruhigung. Aber es sollte Regeln geben. Ich sollte in der äußersten Ecke vom Flur in einer kleinen Nische schlafen, ich durfte die Ferien nicht nach draußen, Essen gab es abends wenn alle anderen Fertig waren und ganz wichtig ich habe die Klappe zu halten. Wenn ich heute so darüber nachdenke…………………………………………………………und das alles wegen einer 4 .Wie grausam doch Eltern sein können. Was mich auch Jahre danach schwer zu schaffen gemacht hat, ist die Tatsache das meine Geschwister sich daran gehalten haben mit mir war nicht zu sprechen. Leider ist dies bis heute so geblieben.Der Tag X.Was war ich froh endlich raus aus dieser „Hölle“ weg nur weg soweit wie möglich und dann nie wieder dieses „Elternhaus“. Schweigend wurde ich von meinem “Vater“ zum Bahnhof gebracht und erst da brach er sein Schweigen um mir zu erklären wie ich nach Wittenberg kam. Mitbekommen habe ich in diesem Moment wohl nichts sonst wäre ich nicht in Dessau gelandet. Aber es gab sie auch in Dessau meine „geliebte Volkspolizei“. Einige Papiere und meine Aussagen waren dann wohl auch der Grund das es mit dem Streifenwagen nach Wittenberg ging. Es war Sommer und ehrlich gesagt ich habe noch nie so viele Mädels auf einmal gesehen. Ein “Paradies“ für jeden Jüngling. Ich damals selbst gut aussehend, :rolleyes: hatte schon am Abend beim gemeinsamen Abendbrot 5 Liebesbriefe in der Tasche (das waren noch Zeiten).Wittenberg war dann aber schon eine Nummer größer als Sandersleben. Es gab neben Schule auch Arbeit und das mit 14 Jahren. ;( Regeln gab es auch und GST und auf die Fresse.. :huh: denn hier gab es eine für mich bis dahin nicht gekannte Rang/ Hackordnung. Ich weis nicht warum ich vieles nicht so eng gesehen habe, aber eine Ursache war wohl der unbändige Wille raus aus dem Elternhaus, ein anderer Grund wird wohl Wittenberg selber gewesen sein. Besser hätte es mich wohl nicht treffen können. Auch aus Wittenberg kann ich nur Positives berichten und auch hier kann ich nur von mir sprechen, da ich weis das es anderen weniger gut ging Psychisch und Seelisch.
      So….. das war sie meine Kindheit und meine Jugend zumindest in groben Zügen (wäre ja noch schöner).Was habe ich daraus selber gelernt, ich denke sehr viel. Ich kann von mir sagen das ich meine drei Kinder gut und ohne Gebrüll und Schläge erzogen habe und darüber bin ich stolz wie Oskar.

      Sindbad schrieb:

      So….. das war sie meine Kindheit und meine Jugend zumindest in groben Zügen (wäre ja noch schöner).Was habe ich daraus selber gelernt, ich denke sehr viel. Ich kann von mir sagen das ich meine drei Kinder gut und ohne Gebrüll und Schläge erzogen habe und darüber bin ich stolz wie Oskar.
      Ja das war sicher auch für Dich keine leichte Zeit und auch sehr verletzlich für Dich.
      Aber was mir all bei den Schicksalen immer wieder auffällt ist, das Kinder die seelische und körperliche Verletzungen ertragen mußten, es nicht an ihre Kinder weiter gaben, sondern sie mit Liebe und Verständnis zu erziehen versuchten, obwohl oftmals sicher gern das Gegenteil behauptet wird, so auch in meinem Fall.
      Und Wesir gerade deswegen hast Du allen Grund auch, wirklich stolz auf Dich zu sein.
      Hinweis:

      Der Forengeist beinhaltet mehrere Accounts von ehemaligen Teammitgliedern,
      die uns vor langer Zeit verlassen haben und welche viele Erstbeiträge von den Heimen erstellten.

      Es ist somit also ein reiner Systemaccount,
      hinter dem keine reale Person steht, die auf Beiträge oder PN´s antworten kann.

      Seht also bitte davon ab, dem Forengeist zu schreiben, da ihr keine Antwort erhalten werdet.
      In meinem Falle war der Heimaufenthalt auch die bessere Alternative. Wäre ich bei meiner Mutter aufgewachsen, wüßte ich nicht wo ich wäre..aber ich weiß wo ich gelandet wäre....
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      und das Jugendamt ?

      Ich habe mir als Kind nie Gedanken über das Jugendamt machen können,weil ich überhaupt nicht ahnte und auch nicht wusste das es so etwas gab.Später, viel später habe ich mir so oft die Frage gestellt warum hat kein Lehrer und kein Jugendamt etwas unternommen.Es war ja zeitweise offensichtlich das da ein Kind des öfteren mit starken Schmerzen in die Schule kam.Ich kann über die Art und Weise der damaligen Behörden nur den Kopf schütteln mir kam es im nachhinein so vor, als ob unsere Eltern einen "Freibrief"hatten, um tun und lassen zu dürfen was sie wollten.
      Hm..ja das Jugendamt. Leider habe ich mit dem Jugendamt auch keine guten Erfahrungen gemacht. Man wurde nie gefragt, es wurde nur gemacht und Du wurdest irgendwo reingesteckt, was man nun wirklich nicht wollte. Also blieb als Alternative nur das abhauen.Wirkliche Hilfe war von dieser Institution nun wirklich nicht zu erwarten.
      Als dann das Gesetz heraus kam, das man mit 18 volljährig ist, fand ich nur einen abgerissenen Schmierzettel im Briefkasten, das ich jetzt auf mich allein gestellt sei. Keine Unterschrift, kein Gruß, gar nichts.

      Ich hoffe und denke, das nicht jeder diese Erfahrung hat machen müssen.
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      Sindbad schrieb:

      Ich habe mir als Kind nie Gedanken über das Jugendamt machen können,weil ich überhaupt nicht ahnte und auch nicht wusste das es so etwas gab.Später, viel später habe ich mir so oft die Frage gestellt warum hat kein Lehrer und kein Jugendamt etwas unternommen.Es war ja zeitweise offensichtlich das da ein Kind des öfteren mit starken Schmerzen in die Schule kam.Ich kann über die Art und Weise der damaligen Behörden nur den Kopf schütteln mir kam es im nachhinein so vor, als ob unsere Eltern einen "Freibrief"hatten, um tun und lassen zu dürfen was sie wollten.

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      Jugendamt.......
      das hat sie einen scheissdreck interessiert.
      in meinem fall war das jugendamt über mich ( die an mir begangenen mißhandlungen ) bestens informiert....durch dir polizei,die von damaligen nachbarn meiner familie herbeigerufen wurde...
      naja...irgendwann taten sie es doch---aber viel zu spät.ich war schon zu kaputt...an leib und seele...
      als ich später (gott sei dank) im heim war,besuchten mich einigemale die für mich zuständigen damen des jugendamtes....ich habe sie immer gefragt:,, warum"---,,warum habt ihr nicht früher eingegriffen"...eine antwort gaben sie nicht...es gab keine !
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      später...als ich selber beim jugendamt hilfe suchte,weil in meiner ersten familie alles den bach runterging....da begann ich zu begreifen...die greifen erst ein,wenn es zu spät ist...anders kann ich es nicht sagen.
      (ich habe es im anderen forum schon geschrieben und es ist kein geheimniss)...als meine töchter aus erster ehe ihre mutter umbrachten war hinterher die fassungslosigkeit groß...wie konnte das nur geschehen usw..usw...
      ich habe ihnen erklärt,wie oft ich um hilfe bat...und sie wussten es auch und konnten es nicht abstreiten...
      aber....hinterher wissen alle alles besser ;( ;(
      wieviel leid könnte kindern erspart bleiben......wenn dieses gesindel einmal eher ihre fetten ärsche in bewegung setzen würden...
      Wer weiß schon was aus uns geworden wäre, wenn wir nicht im Heim aufgewachsen wären ?
      Wesir, da gebe ich Dir Recht das Jugendamt stand immer auf der Seite der Eltern und Erziehern, wie oft mußte ich bei Jugendamt in Crailshein antreten und die Hände ausstrecken dann gabs richtig mit dem Rohrstock drauf, aber das war ja harmlos in Vergleich zu anderen Dingen. Nur eine Kurzfassung warum ich ins Heim kam mit 5 Jahren: Meine Eltern haben gesoffen und sich ständig geprügelt, meine Mutter nahm uns immer als Schutzschilder, eines Tages haute meine Mutter meinem Vater eine Bierflasche auf dem Kopf er brach zusammen und blutete wie verrückt, wir Kinder saßen wie immer vor lauter Angst unterm Tisch und dachten unser Vater sei tot, er wurde mit dem Rettungswagen abgeholt und unsere Mutter haute am selben Tag dann einfach ab, kurz danach kamen wir nach Mistlau. Mein großer Bruder sagte mir immer ich könne das nicht wissen da ich noch zu klein war das müsse mir jemand erzählt haben, aber ich kann mich an die o.g. Situation genau errinnern. Habe mir geschworen nie zu hairaten und das habe ich auch nie getan, ich ertrage keine Nähe, und vertraue keinem.... Man könnte soviel erzählen, wie viele andere auch.Aber meine 2 Kinder konnte ich immer meine ganze Liebe geben.
      Ich habe keine sehr guten Erinnerungen von den Heimen. Die Heime waren immer Alters begrenzt. Daher der ständige Wechsel.
      Das Jugendamt habe ich wie 10 Pfund Schmierseife gefressen. Wenn ich was erzählt habe, wurde ich immer als Lügner hingestellt
      und musste mich ständig entschuldigen. Das ging dann soweit, das ich gar nichts mehr sagte.
      Das letzte Heim habe ich doch noch in guter Erinnerung. Durch meine Stiefmutter die mich so verbrügelte, das ich im Krankenhaus lag,
      wollte ich freiwillig ins Heim und hatte das erste mal Glück, das ich in ein Heim kam, wo es lockerer zu ging.
      Wer jedes Wort auf die "Goldwaage" legt, bekommt seelisches Übergewicht.
      -Fred Ammon-

      Wirklich weise ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann!
      -Unbekannt- Indianerweisheit
      ich weis nicht in wie fern es zu meiner Zeit, um1970 andere Alternativen gab, als Kinderheime. Von Pflegeeltern z.B. habe ich zu der Zeit nie etwas gehört und ich kann mich auch nicht erinnern, das aus unserem Heim Kinder zu Pflegeeltern kamen.Würde mich mal interessieren in wie fern es andere Möglichkeiten gab, als Heime.
      Ich will nicht sagen, dass ich meine Heimzeit schön fand, aber FÜR MICH war das Heim zu der damaligen zeit wohl die EINZIGE Alternative.

      Das kann ich HEUTE mit dem genügenden Abstand gut und gerne behaupten.

      Ich fing mit 11 Jahren an, mich rumzutreiben, meine Mutter war entweder nicht da oder schlug mich, ich schwänzte zwischen der 6. und 8. Klasse immer mehr und mehr die Schule, trieb mich mit den falschen Leuten rum, begann zu trinken, so dass ich mit 12 bereits besoffen durch Berlin rannte, randalierte, rebellierte und war nur einen Steinwurf vom JWH entfernt. Ich blieb 8. Klasse sitzen (durch das ständige schwanzen) und sollte die 8. Klasse in Bad Langensalza nachmachen. Dort stellte sich raus,....das Kind ist nicht doof sonder war nur stinke-faul......Ich wurde dazu angehalten, meine 9. und 10. Klasse zu machen und nicht (wie geplant) mit 8. Klasse-Abgang den Facharbeiter für Schreibtechnik draußen zu machen. Ich entschied mich dafür und konnte dies zu dieser Zeit wirklich NUR im Heim erreichen, da ich noch zu labil war, draußen nicht wieder in das alte Muster zu verfallen. FÜR MICH war es also in diesem Punkt die beste Alternative.

      Schulschwänzerei

      Das ist es ja....keiner von uns hat sich freiwillig herumgetrieben. Alles hat irgendwo seinen Anfang. Ich wollte den Schlägen meines Vaters ausweichen und hatte dadurch überhaupt keine andere Wahl als nicht nach Hause zu gehen. Natürlich kann ich dadurch nicht jeden Tag in die Schule natürlich habe ich jeden Tag Hunger und Durst...... und kein Geld..... ;( folge war,Herumtreiben und Diebstahl (zum wohle meines Magens :rolleyes: )war ich deshalb ein Verbrecher ein Dieb ein Asozialer ? Für mich war die Einweisung ins Spezi und ins JWH die Beste Lösung war sie das aber auch ???Gerade Im Alter macht man sich viele Gedanken heute weiß ich das wenn man sich mit den Kindern beschäftigt und sich in die Kinder versucht hineinzuversetzen vieles nicht sein musste. Aber hätte wenn und aber.............
      Essen, trinken, schlafen, gehört zu den Grundbedürfnissen eines Menschen, egal wie klein oder wie groß er schon ist und ich denke, wenn man dies von seinen Eltern nicht bekommt, holt man sich das woanders. Ich denke, das jeder Mensch einen Selbsterhaltungstrieb hat und er ihn in manchen Dingen halt so handelt, das für ihn das Überleben garantiert.
      Und wenn es im Elternhaus nicht stimmt, mehr Schläge bekommt als zu Essen, dann finde ich das man in gewisserweise aus einer Notsituation heraus handelt, menschlich sicher sehr verständlich. Aber nicht jeder versteht das.



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      War das Heim wirklich die..........

      Hallo !
      Als Einführung zu meinem Beitrag möchte ich etwas vorranstellen.Der Staat und damit ist gemeint,die Geselltschaft,in der wir leben,hat sich auf die Fahne geschrieben,die Fürsorgepflicht als
      höchstest Gut für für Kinder und Jugendlichen zu sehen.Der Staat sieht sich aber neben dieser Fürsorgepflicht nicht an erster Stelle,sondern die Eltern in der ein Kind aufwächst.Nun hat die
      Vergangenheit gezeigt welche Schieflage der Begriff Fürsorgepflicht für Genertionen bewirkt hat.In der Natur wird zur Arterhaltung der Nachkommen,diese von den Elterntieren bis zum
      Einsatz ihres eigenen Lebens verteidigt.Wir als höchste Lebensform auf dieser Erde sind nicht einmal in der Lage,dieses was uns die Natur vorgelebt hat,unseren Kindern weiter zu ver-
      mitteln,deshalb haben wir uns Regeln und Normen auferlegt nachdem sich jeder richten sollte.Da es eben in der Sache der Natur eines Menschen liegt,in wieweit Er diese Regeln und
      Normen für sich annimmt,ist man noch einen Schritt weitergegangen,diese in Rechte und Pflichten in Form von Gesetzen zu fassen.Somit sind wir die einzigsten, unserer Gattung-Mensch-auf
      diesem Planeten-ERDE-die sich diesen Regeln und Normen bewußt unterworfen haben.
      So nun möchte ich zum eigentlichen Tema kommen.Für mich war es ein Weg,aber nicht die einzigste Alternative den Kreislauf meiner bisherigen Kindheit zu durchbrechen.Es hätte bestimmt
      aus heutiger Sicht mehr Möglichkeiten gegeben,um Sprichwörtlich in normalen Verhälltnissen aufzuwachsen.Es ist eben dem Regelwerk geschuldet,dem wir uns alle mehr oder weniger Frei-
      willig unterworfen haben.Diesen Kreislauf nun zu endkommen,ist praktisch unmöglich.Wir haben uns selber in unseren Regeln eingesperrt.Als Kind habe ich diese Sitiation nicht als proble-
      matisch gesehen.In der Regel hat man sich doch an andere Orientiert.Es war bei mir auch nicht anders.Man hat ein Vorbild gesucht an den man sich orientiert hat.Wie es im Leben so ist,
      entweder hat man den richtigen gefunden oder es war der Falsche.Ich habe dann im laufe der Zeit auch feststellen müssen,wer Freund und wer Feind war.Es war ein Lernprozess,den ich,
      so wie ich heute einschäzte,keinen Schaden bei mir hinterlassen hat.Ich möchte meine Vergangenheit kein zweites Mal wieder erleben.Es ist heute leider,genauso wie früher,das die Men-
      die Augen vor der Not der Anderen verschließen.Es hat noch nicht bei allen Menschen im Kopf ein Umdenken statgefunden.Die das am ehesten spühren,sind die Kinder.
      Als faziet,kann ich für mich sagen.Ich weis nicht was aus mir geworden wäre,wenn man diesen Schritt nicht gemacht hätte.Allerdings bleibt bei mir bis heute noch ein bitterr Beigeschmack
      aus dieser Zeit.Es war nicht schön.
      Euer Teddy 07.