Bindungsfähigkeit und Verlustangst

    Es gibt 13 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von zicklein.

      Bindungsfähigkeit und Verlustangst

      Bindungsangst und Verlustangst gehören unmittelbar zusammen. Aber um Verlustangst zu haben muss man erst das Gefühl der Bindung kennen. Beziehungsabbrüche im Kindesalter bis hin zur Pubertätszeit kann ein Kind traumatisieren und seelische Verletzungen zufügen. Die Bindungsfähigkeit wird eingeschränkt, das Vertrauen auf den Partner oder sich neu zu binden, verwandet sich in Misstrauen und bei machen Menschen ist es sicher so, das durch die Verlusterfahrungen in der Kindheit und auf dem Weg zum erwachsen werden zu einer inneren Leere führen und nicht mehr bereit sind, durch eingehen von Bindungen, wieder einen Verlust hin nehmen zu müssen oder zu riskieren.

      Bei mir ist es so, das die ersten drei Jahre meines Lebens völlig ausgelöscht sind und kein Mensch weiß, was mit mir bis dahin passiert war, wo ich untergebracht, versorgt wurde.
      Ich erinnere mich, das ich nicht in der Lage war, wirklich Freundschaften zu schließen, sich sogar Kinder von mir absonderten, weil sie spürten ich sei anders (steht sogar in meinen Akten). Vertrauen aufzubauen fiel mir schwer, war unruhig, in mich gekehrt, und redete nie und nur wenn ich gefragt wurde. Es gab eine Schwester (damals war ich in Aaachen in einem Kinderheim und ich war 6 Jahre alt) an der ich wahnsinnig hing und es machte mich wütend und aggressiv, wenn ich sah, das sie sich auch um andere Kinder bemühte. Nur wenn sie einem anderen Kind über die Haare strich, konnte ich schon ausrasten.
      Und genau diese Schwester an der ich mit meiner ganzen Faser meines "Kinderherzen" hang, brachte mich nach Essen in ein anderes Heim. Damals war ich wie traumatisiert und ich habe diesen Verlust bis heute nicht richtig verschmerzen können.
      Damals war ich acht Jahre alt und kam mt der Begründung ins Heim, das ich schwer erziehbar sei...

      Ich erinnere mich an sterotype Verhaltensweisen, Oder wenn andere Kinder vor unseren Augen halb zu Tode verprügelt wurden das ich erstarrte oder nichts mehr fühlen konnte, nicht mal mehr Mitleid, die Gefühle waren einfach wie eingefroren, Oftmals weit weg und fast schon in einem Tranceähnlichen Zustand mich befand. Ich schottete einfach nur noch ab.


      Viele von Euch sind in Heime oder Jugendwerkhöfe gewesen. Hattet ihr Angst Euch zu binden? Wie geht ihr mit Verlustängsten um? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

      Ich weiß das das ein Thema ist was einige sicher nicht gerade als angenehm empfinden und lässt sicher manches wieder hoch kommen. Aber ihr müsst darauf nicht antworten. Aber vielleicht mag der eine oder andere ja doch darüber schreiben.
      Hinweis:

      Der Forengeist beinhaltet mehrere Accounts von ehemaligen Teammitgliedern,
      die uns vor langer Zeit verlassen haben und welche viele Erstbeiträge von den Heimen erstellten.

      Es ist somit also ein reiner Systemaccount,
      hinter dem keine reale Person steht, die auf Beiträge oder PN´s antworten kann.

      Seht also bitte davon ab, dem Forengeist zu schreiben, da ihr keine Antwort erhalten werdet.
      Manchmal habe ich das Gefühl ein Eisberg zu sein. z.B. wenn jemand ein echtes Problem hat. Wenn ich dann wiederum etwas höre wo Kindern leid angetan wird, heule ich stundenlang. Zum Partner Gefühlskalter, Ironischer Humor usw. nur wenig gefühle zeigen. Ich bin seit 15 Jahren verh. mein Göttergatte hat es nicht leicht. Früher konnte ich ich garnicht binden. Überhaupt kein vertrauen kein zulassen von Gefühlen.


      Erst, wenn man anfängt, sich zu öffnen kann man auch Gefühle für andere zulassen. Verstehen muß man, was mit einem passiert ist, und auch erkennen, daß man nicht komisch ist, sondern das Resultat der traumatisierten Kindheit und Jugend. Wir sind nicht so komisch geboren worden, das haben Erwachsene mit uns gemacht, die es besser hätten wissen müssen und die schlichtweg versagt haben.

      Nun kommt aber der Zeitpunkt, wo man selber für sein weiteres Leben verantwortlich ist, und man muß sich durch Aufarbeitung von den Altlasten befreien, so weit und so gut es geht. Mit Hilfe, oder mit Freunden, Familie, je nach dem. Aber ich muß auch selber bereit sein und wollen, das sich was verändert. Und das meine ich mit sich öffnen. Erst, wenn man verstanden hat, das man auch liebenswert ist, kann man Liebe weitergeben.

      Ich hoffe für jeden hier, das er es so gut wie möglich für sich hinbekommt, denn wir haben ein Leben, nach der Kindheit und Jugendzeit.

      LG Hagiel


      Verlustangst!

      Mit Verlust von Menschen, seis in Trauer durch einen Todesfall, durch Verlust einer Freundschaft , Abschied wenn die Kinder aus dem Haus gehen u.s.w. umzugehen, ist ein ganz schwerer Teil des Lebens. Wie Selina schon schrieb, mußte vorher erst diese Bindung zugelassen und auch gelebt worden sein.

      Eine Zeit geht zuende, die nicht mehr wiederholbar ist. Einer schönen Zeit trauert man immer hinterher.

      Ich denke, uns Heimkindern fällt dieses Abschied nehmen besonders schwer. Erinnert es uns doch ans Verlassen werden und an Einsamkeit. Was besonders ins Gewicht fällt, ist diese Geborgenheit, die mit einem geliebten oder sehr vertrauten Menschen einhergeht.

      Ja, es bleibt eine Leere zurück, die Schmerzen verursacht. Aber, im Leben gibt es nun mal keine Garantien, und scheu ich mich, auf eine Bindung einzugehen, aus Angst vor Verlust, lerne ich aber auch nicht die andere Seite kennen, nämlich die, der Geborgenheit, Freude u.s.w.

      In diesem Sinne,verbleibe ich

      LG Hagiel

      wie hagiel schon schrieb,man muss sich erstmal von den altlasten befreien und nicht im selbstmitleid ertrinken
      nach vorne schauen heisst es immer,nur so kann man altes verarbeiten
      aber auch die zukunft beinhaltet nicht immer gutes und man kann immer wieder in ein neues loch fallen und man wird wieder nach neuen schuldigen suchen,das leben ist nun mal ein einziger kampf mit der umwelt und sich selber
      zufriedenheit ist dabei ein wichtiges ziel,aber kann auch eine selbstaufgabe bedeuten wenn die hoffnung nach mehr verloren geht

      verlustangst?
      was soll das eigentlich sein?
      hier versteckt sich doch schon eine negative einstellung und ein wenig hoffnungslosigkeit
      verluste können schmerzhaft aber auch aufklärend sein,können enttäuschungen hervorrufen
      sie aber schon vorher einzuplanen,bedeutet einen schritt zurück

      ich persönlich bin ein realistisch denkender mensch,der gerne zurück denkt und die gefahren der zukunft gerne mit einplant
      auch ich suche gerne die schuld bei anderen und trauer gerne meiner vergangenheit nach
      das ist doch einfach nur menschliche schwäche,die man aber nicht gerne zeigen möchte
      nach rezept kann man nun mal nicht frei leben
      ich finde dieses thema übrigens sehr wichtig
      nicht nur auf uns heimkinder bezogen
      das thema ist eine frage der ehrlichkeit zu sich selbst und anderen

      denn selbstzweifel sind der erste schritt zum selbstmitleid
      deswegen mag ich auch die kirche nicht,die die geschicke des einzelnen individiums in die hände eines glaubens legen will
      verdummung nenn ich sowas manche sagen auch rattenfänger dazu
      es macht halt den pöpel noch blöder,als er selber zu glauben mag
      ist halt meine meinung
      sorry hobel

      Rolf-K schrieb:

      verlustangst?
      was soll das eigentlich sein?
      hier versteckt sich doch schon eine negative einstellung und ein wenig hoffnungslosigkeit


      Hallo Rolf-K

      Verlustangst ist eine ..unvorhergesehene..Situation, die durch Schmerz, Verlust und durch Tod eines Partners eintreten. Verlustangst oder Ängste sind
      ,still und angespannte, Emotionen aus der man selber keinen Ausweg findet.

      Es hat nix mit negative Einstellung und ein wenig Hoffnung zu tun.


      Deine Frage, verlustangst ? was soll das eigentlich sein? Kleiner Tipp, siehe Google.
      Das ist ein ziemlich komplexes und schwieriges Thema. Erst jetzt beginne ich mir darüber Gedanken zu machen und ich bin zu folgender Erkenntnis gekommen:

      Mein Leben war bisher nie auf Rosen gebettet. Es lief nichts so, wie man es sich wünschen möchte. Ich bin sehr oft hingefallen, aber immerwieder aufgestanden. Mich haut nichts so schnell um.

      Eines Tages geschah etwas, was ich bis heute nicht verarbeitet hab. Auf Grund dessen fällt es mir auch sehr schwer, mich einem Menschen richtig zu öffnen.

      Es kam der Partner, dem ich mich endlich öffnen konnte, aber es lief anders als erhofft.

      Ich werde auch daran nicht zerbrechen. Aber es hinterlässt eine weitere tiefe Narbe auf meiner Seele.

      Für Bindungsfähig halte ich mich durchaus. Ich bin ein absolut treuer, auch sehr emotionaler Mensch. Verlustängste? Kann mir nicht vorstellen, dass man in einer Beziehung nicht Angst hat, den Partner verlieren zu können. Aber es darf nicht in Kontrollzwang oder Eifersüchtelei ausarten. Das zerstört eine Beziehung. Auch darf sich diese Angst nicht in den Vordergrund drängen.

      Mein Leben geht weiter, ich lerne wieder nach vorn zu blicken.

      Wer weiss, vielleicht erfüllt sich eines Tages mein sehnlichster Wunsch.
      :herz: "Einen Menschen lieben,heißt einzuwilligen,mit ihm alt zu werden." :herz:

      Albert Camus(1913-1960) frz.Erzähler und Dramatiker

      RE: Bindungsfähigkeit und Verlustangst

      Forengeist schrieb:

      Viele von Euch sind in Heime oder Jugendwerkhöfe gewesen. Hattet ihr Angst Euch zu binden? Wie geht ihr mit Verlustängsten um? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?










      Nein.........Angst mich zu binden hatte ich zum Beispiel nie,....da ich gut aussah, ( wurde immer behauptet :rolleyes: ) und die damaligen Damen dies auch nicht zugelassen hätten.....Zu meiner Freude...... :rolleyes:

      Verlustängste, dazu kann ich nicht wirklich etwas sagen da ich mir nicht wirklich Gedanken darüber mache was ist wenn........Ich und die meinen leben....... möge dies so lange wie möglich auch so bleiben.