So sieht „Heimkinder-Entschädigung“ im Vaterland aus !

    Es gibt 88 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Steffi.

      Evangelische Kirche entschädigt Opfer

      Bei der Diakonie haben sich weitere Missbrauchsopfer gemeldet. Experten des "Weissen Rings" prüfen jeden Fall. Zahlungen gelten als sicher.

      Was ich zu hören bekam, war schrecklich", sagt Hubert Stotter. Der Direktor der Diakonie de La Tour traf ehemalige Kärntner Heimkinder, die in evangelischen Einrichtungen missbraucht oder misshandelt wurden. "Konkret haben sich acht Personen bei uns gemeldet", sagt Stotter.

      Ausgelöst hat dies ein Oberkärntner, der seine Geschichte in der Kleinen Zeitung öffentlich machte. Der Betroffene war zwei Jahre im Kinderheim "Herrnhilf" in Treffen. Dort wurde er im Alter von acht bis zehn Jahren sexuell missbraucht. Von einem Erzieher, der wie damals üblich, "Onkel" genannt wurde. Dieser Mann sei regelmäßig mit Perücke und Stirnband in seinem Bett gekniet. "Dann hat er mit meinen Genitalien gespielt. Das ging oft Nacht für Nacht so."

      Bei zwei Personen sei man sich sicher, dass sie von diesem Onkel missbraucht wurden, so Stotter. Die anderen sechs Opfer seien im Graubereich der schwarzen Pädagogik anzusiedeln. "Gegen diese Kinder wurde auch Gewalt angewendet. Ich will keine Details nennen. Aber der Kochlöffel kam oft zum Einsatz", sagt Stotter. "Die Übergriffe geschahen vor allem in den 1960er-Jahren. Die Opfer hätten immer die gleichen Namen genannt - die Namen von zwei, drei Erzieherinnen, die regelmäßig handgreiflich wurden." Die Opfer waren großteils im Kinderheim Herrnhilf. Aber auch in einer evangelischen Einrichtungen in Waiern. Stotter: "Es ist einfach schrecklich, was da passiert ist. Die Kinder kamen in unsere Einrichtungen, weil es zu Hause Gewalt und sexuellen Missbrauch gab. Und dann ging es im Heim so schlimm weiter."

      Diakonie und evangelischer Kirche sei die Aufarbeitung der Vergangenheit wichtig. Nach Bekanntwerden des ersten Falles wurden etwaige Opfer offensiv aufgefordert, sich zu melden. Stotter: "Wir haben die Fälle dem ?Weissen Ring' übergeben." Der Opferschutzverein in Wien gründet nun eine spezielle Expertenkommission für Kärnten, die jeden Missbrauchsfall prüft.

      "Evangelische Kirche und Diakonie schenken dem ?Weissen Ring' ihr absolutes Vertrauen", so Stotter. Das geht so weit, dass die Expertenkommission allein festlegt, welcher ehemalige Heimbewohner, wie viel Entschädigung bekommt. "Was immer die Kommission entscheidet, werden wir akzeptieren." Soll heißen: Entschädigungszahlungen werden fließen, wie viel ist noch unklar.

      Stotter meint jedoch, den Opfern gehe es gar nicht so sehr ums Geld. "Ein heute 60-jähriger Mann hat mir gesagt, er will nichts. Er wollte mir nur einmal sagen, was ihm passiert ist. Weil damals als Kind, hätte er dem Chef des Heimes nichts von den Übergriffen sagen können. Damals hätte ihm niemand geglaubt."

      Quelle: Kleine Zeitung
      Bischöfe versprechen Entschädigung für Kinder aus DDR-Behindertenheimen
      Zollitsch zufrieden mit ersten Erfahrungen beim Heimkinderfonds

      Regensburg (dapd). Nach dem Willen der katholischen Bischöfe sollen auch ehemalige Heimkinder in Behinderteneinrichtungen der DDR eine Wiedergutmachung erhalten. Viele dieser Behinderteneinrichtungen hätten sich in kirchlicher Trägerschaft befunden. Deshalb müssten den Betroffenen vergleichbare Entschädigungsangebote unterbreitet werden, wie sie Heimkindern im Nachkriegs-Westdeutschland gemacht werden, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, am Donnerstag in Regensburg.

      Den Start des zu Jahresbeginn aufgelegten Entschädigungsfonds für ehemalige Heimkinder aus Westdeutschland beurteilte Zolllitsch als zufriedenstellend. Der Fonds werde "von den Betroffenen überwiegend gut angenommen". Bereits im Januar härten mehr als 1.100 Beratungsgespräche stattgefunden.

      Die Bischöfe haben sich seit Montag in Regensburg zu ihrer turnusmäßigen Frühjahrsvollversammlung getroffen. Dort wurde ihnen ein erster Bericht zum Heimkinderfonds vorgelegt.

      Zollitsch räumte zum Abschluss der Vollversammlung ein, dass es im Zusammenhang mit dem Fonds einige "Startschwierigkeiten" gegeben habe. So fehle es wegen der kurzen Vorbereitungszeit mancherorts noch an der nötigen Infrastruktur für die Beratungsangebote.

      Ehemalige Heimkinder, die in den Nachkriegsjahren in Einrichtungen misshandelt oder sexuell missbraucht wurden, können Leistungen aus dem von Bund, Ländern und Kirchen gemeinsam aufgelegten Fonds beantragen. Insgesamt stehen 120 Millionen Euro zur Verfügung.

      Wie die Entschädigung für die Betroffenen in Ostdeutschland im Einzelnen geregelt werden kann, steht nach Auskunft des Sekretärs der Bischofskonferenz, Hans Langendörfer, noch nicht fest. Es gebe aber ein klares Signal der Bischöfe: "Wir müssen da mittun."

      dapd

      Quelle: Freie Presse
      ich verweise hier mal auf meinen Beitrag in "Politik Innen und außen" Entschädigung Heime +JWH Plan der Länder
      geht auf den Link da steht wie sich das AGH in berlin bzw. die Arbeitsgruppe die Entschädigung vorstellt.
      Besonders erwähnenswert ist dort nachzulesen weiter unten in der PDF die DDR Heimkinder.

      alle sollen also weniger als nichts bekommen. Zumal DDR Heimkinder ja noch klagen können. Viele Heime in der DDR wurden entweder eingestampft oder es gab nachfolger bzw. Übernahme AWO Diakonie usw. hat deswegen die Kirche ein Interesse daran das DDR Heimkinder in die Fondsloesung bekommen?

      Eine Anpassung des gesetzes zu Auszahlung wenn nicht alle Länder zustimmen dürfte dann wieder etwas dauern, wegen der Anrechnung.
      jo bis Ende des Jahres Klasse ;) Will man wohl Gerichtsentscheidungen abwarten ? Kein Problem ich werde klagen bis zum bitteren Ende !! Wobei wenn das Geld schon auf den Konten ist dann gibt es ja reichlich Zinsen dafür *Schelm der dabei böses denkt* Bevor das Kind in den Brunnen fällt sollten alle laut aufschreien !!! Demo erst im September zu spät angesetzt !! Man solle sich die Acta Demos ansehen ;)

      Wer sitzt eigentlich in dieser Gruppe ?? Hat einer Namen ? Gerne PM oder Telefon

      So sieht „Heimkinder-Entschädigung“ im Vaterland aus !

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      Die Evangelische Kirche in Deutschland ( EKD ) und ihre Diakonischen Werke ( DW / Diakonie / Innere Mission ), im Hintergrund, versuchen ihr alles dafür zu sorgen, dass ihre freiwillige nicht rechtsverbindliche Almosengabe – der „Hilfsfonds Heimerziehung“ – an Ehemalige Heimkinder aufrecht erhalten bleibt und sie nicht dazu herangezogen wird ihrer Verantwortung nachzukommen wirkliche Entschädigung zu leisten. Gleichfalls die Katholische Kirche und der Staat.

      Kirchendiener Michael Häusler ( EKD /
      Diakonie / Innere Mission ) schreibt daher am Dienstag, 6. März 2012 im Diakonie-Forum ( um 'die gläubigen Schafe' zu beruhigen und wieder in 'die richtige Richtung' zu lenken )


      Das Gerücht über die angebliche Einstellung des Fonds kann von meiner Seite nicht bestätigt werden.

      Wie Sie wissen, befasse ich mich auf Seiten des Diakonie Bundesverbandes seit Jahren intensiv mit der Heimkinderproblematik. Von den Gerüchten hörte ich gestern erstmals. Seit gestern habe ich mich bei verschiedenen Personen aus dem Umfeld der Fonds-Verwaltung und -Lenkung informiert und nichts erfahren, was dieses Gerücht bestätigen könnte.

      Wenn man sich die Aussagen genauer anschaut, erscheinen sie schon aus sich heraus unwahrscheinlich:
      1. Das Verfassungsgericht erlässt keine Bescheide, sondern Urteile. Diese richten sich an die allgemeine Öffentlichkeit und nicht an die Regierung oder andere spezifische Organisationen.
      2. Das Sozialministerium (Bundesministerium für Arbeit und Soziales, BMAS) ist innerhalb der Bundesregierung für den Heimkinder-Fonds nicht zuständig, sondern das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Innerhalb des Bundestags hat sich auch nicht der Rechtsausschuss mit der Heimerziehungs-Problematik auseinandergesetzt, sondern zuerst der Petitionsausschuss und danach der Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
      3. Die Klagen beim Verfassungsgericht zielen – vereinfacht gesagt – in die Richtung, dass das BVerfG nach dem Willen der Kläger feststellen möge, dass die gegenwärtige Lösung (der Fonds Heimerziehung) die Ansprüche der Betroffenen nicht angemessen berücksichtige. Selbst für den Fall, dass das BVerfG den Klägern recht gibt, könnte nur festgestellt werden, dass die gegenwärtige Lösung eventuell nicht ausreiche. Der Fonds würde damit aber noch nicht automatisch "rechtswidrig". (Abgesehen davon sind aber die Errichter des Fonds – Bund, Länder und Kirchen – der Überzeugung, dass die gegenwärtige Lösung sinnvoll ist, weil in der Regel eben keine Rechtsansprüche mehr durchsetzbar sind.)
      4. Rein rechtlich gilt:
        Selbst wenn eine Vereinbarung (wie etwa die zur Gründung des Fonds) sich als rechtswidrig oder unwirksam herausstellt, sind damit noch nicht die Verträge und Vereinbarungen hinfällig, die aufgrund dieser (nun nicht mehr gegebenen) Ausgangslage geschlossen wurden.
      Schließlich noch eine Vermutung, wie das Gerücht zustande kam: Am Mittwoch [ 29.03.2012 in Köln ] tagte, wie die meisten von Ihnen wissen, der Lenkungsausschuss des Fonds. In dieser Sitzung sind einige Korrekturen an der bisherigen Praxis im Verfahren vorgenommen worden. Dazu zählt auch die einheitliche Festsetzung der Summe, die Betroffene für einen Monat Arbeit im Heim (ohne dass Sozialabgaben entrichtet wurden) aus dem Rentenersatzfonds erhalten können. Dieser Betrag, der zuvor nach Männern und Frauen, gelernter und ungelernter Arbeit gestaffelt war, wurde nun einheitlich auf 300 Euro festgesetzt. Da der Betrag von monatlich 300 Euro auch Teil der Forderungen von Betroffenen nach einer lebenslangen Opferrente war, kann die Entscheidung des Lenkungsuasschusses zu Verwirrung geführt haben. Vielleicht dachte jemand, mit dieser Entscheidung sei die frühere Forderung anerkannt worden, und setzte auf diese Weise das Gerücht in Gang. Das ist aber, wie gesagt, nur eine Vermutung, wie es gewesen sein könnte.

      Ich empfehle, die weiteren Entwicklungen abzuwarten. Sie können weiter davon auszugehen, dass die neuesten Entwicklungen zum Fonds auf der Website des Fonds veröffentlicht werden. Dort (
      fonds-heimerziehung.de) gibt es auch Informationen über die Beschlüsse des Lenkungsausschusses vom vergangenen Mittwoch.

      Freundliche Grüße

      Michael Häusler

      Dr. Michael Häusler – Archiv des Diakonischen Werkes

      QUELLE: Diakonie-Forum @ diakonie-forum.de/themen-und-arbeitsfelder-der-diakonie/heimkinder/p20800-heimkinder-brauchen-die-unterst-tzung-der-diakonie/#post20800 ( nicht jeder hat Zugang zum Diakonie-Forum. Mir, z.B., wird der Zugang dort verwehrt schon seit 03.05.2010 ).



      Ich persönlich schrieb schon Mitte des Jahres 2003 über diese Kirchendiener und darüber was diese selbst geäussert hatten – einschließlich Kirchendiener Michael Häusler – und gab diesbezüglich auf meiner Webseite HEIMKINDER-UEBERLEBENDE.ORG bekannt:

      45 Jahre mußten vergehen – und die fremdländischen Zwangsarbeiter des Dritten Reiches mußten warten – bevor ein Sprecher der Evangelischen Kirche Pfarrer Jürgen Gohde (Präsident des Diakonischen Werkes der EKD sowie des Europäischen Verbandes für Diakonie, Eurodiaconia), öffentlich zu diesen Menschenrechtsvergehen Stellung nahm, und sagte, "Indem diakonische Einrichtungen an dem nationalsozialistischen System der Zwangsarbeit partizipierten und teilweise profitierten, haben wir uns beteiligt an einem Unrechtssystem und sind damit mitschuldig geworden an den zumeist jungen Menschen, denen durch Zwang, Erniedrigung und Entmündigung Unrecht und Leid zugefügt wurden. Zwangsarbeit ist mit der Würde der Menschen nicht vereinbar." (Diakonie Korrespondenz 7/2000).

      Und Dr. Michael Häusler (Leiter des Archivs des Diakonischen Werkes der EKD, Berlin), und Prof. Dr. Jochen-Christoph Kaiser (der Neuere Kirchengeschichte an der Fakultät für Evangelische Theologie der Philipps-Universität in Marburg lehrt und Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats zur Diakoniegeschichte des Diakonischen Werkes der EKD ist) äußerten sich auch über die »Zwangsarbeit« der Nazizeit, folgendermaßen, "[ . . . ] Das Unrecht, das Menschen, [ . . . ] Minderheiten in Deutschland zugefügt wurde, klammert das kirchliche und kirchennahe Umfeld nicht aus. [ . . . ] Kirche und Innere Mission [ . . . ][machten sich zum Nutzen][ . . . ] Zwangsarbeit, von der sie [ . . . ] profitierten und damit mitverantwortlich für das Schicksal dieser Menschen wurden [ . . . ]." (
      Diakonie Korrespondenz 7/2000).

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      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!
      18:10 Uhr | Borken
      Ehemalige Heimkinder lehnen Entschädigungen ab
      Borken. Die Entschädigungen für ehemalige Heimkinder laufen nur schleppend an. Beim Landschaftsverband Westfalen Lippe haben bislang nur etwa 370 Betroffene einen Antrag gestellt. Insgesamt könnten aber 10.000 Männer und Frauen einen Anspruch haben.

      Hintergrund ist unter anderem, dass die Betroffenen mit der einmaligen Entschädigung auf weitere Forderungen verzichten sollen - zum Beispiel gegenüber den kirchlichen Orden. Darum fordern auch Heimkinderverbände die Betroffenen auf, die Entschädigungen abzulehnen.


      Wie die politischen Gremien des LWL im Oktober 2011 beschlossen haben, wird sich der Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) mit insgesamt 1,5 Millionen € an dem Entschädigungsfonds beteiligen.
      Für die Entschädigung ehemaliger Heimkinder, die bis 1975 Opfer körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt wurden, sollen von Bund, Ländern und Kirchen pauschal 120 Millionen € zur Verfügung gestellt werden, man geht von rund 30 000 Anspruchsberechtigten aus. Dies sei eine «Billige Abspeisung» sagt der Verein ehemaliger Heimkinder. Opfervertreter erklärten bereits im Jahr 2010, sie seien vor die Wahl gestellt worden, es gebe entweder die in Aussicht gestellte Minimalentschädigung oder gar nichts. Der LWL war erzieherisch und finanziell für rund die Hälfte, etwa 7.000 bis 10.000 Minderjährige, aller in NRW untergebrachten Kinder und Jugendlichen zuständig.

      Bis zu 4000 EUR Entschädigung pro Opfer für Zwangsarbeit und Mißbrauch

      Die Opfer hatten eine Rente von monatlich 300 € oder eine Einmalzahlung von 54 000 € verlangt. Nach dem vorgelegten Angebot können die einzelnen Opfer jedoch höchstens mit einer einmaligen Entschädigung zwischen 2000 und 4000 € rechnen.

      Kinder wurden zwischen 1949 und 1975 in Heimen geschlagen, gedemütigt und zu Zwangsarbeit herangezogen. So mussten sie beispielsweise in Wäschereien oder beim Torfstechen arbeiten, Bildung oder Ausbildung wurde den Waisen häufig vorenthalten. Dagegen waren Schikanen wie Essensentzug an der Tagesordnung, ein Teil der Kinder wurde auch sexuell mißbraucht.

      Im Jahr 2006 veröffentlichte der Spiegel-Autor Peter Wensierski sein Buch «Schläge im Namen des Herrn». Die darin geschilderten Schicksale von Heimkindern, die in den 50er und 60er Jahren unter Gewalt, Misshandlungen und harter Arbeit zu leiden hatten, sorgten für Aufsehen und machten die Missstände in der Heimerziehung der frühen Bundesrepublik erstmals seit der «Heimkampagne» der «68er» wieder zu einem Thema.

      Quelle: Kuvi
      Zeitung: Höhere Entschädigung für ehemalige Heimkinder beschlossen

      Für die ehemaligen Heimkinder aus Westdeutschland, die ohne Lohn in Industrie und Landwirtschaft gearbeitet haben, ist jetzt eine höhere Entschädigung beschlossen worden. Das bestätigte Katja Laubinger, Pressereferentin im Bundesfamilienministerium, dem WESTFALEN-BLATT. »Für jeden Monat Arbeit erhalten die Betroffenen jetzt pauschal 300 Euro.« Bisher seien 170 Euro für Männer und 200 Euro für Frauen vorgesehen gewesen. Die Erhöhung habe der Lenkungsausschuss des Heimerziehungsfonds in seiner letzten Sitzung am 29. Februar verabschiedet.

      Da der Fonds bislang noch kein Geld ausgezahlt hat, profitieren alle Betroffenen von der Neuregelung. Nach Angaben des Ministeriums hat der Lenkungsausschuss noch eine weitere Änderung im Sinne früherer Heimkinder verabschiedet: Wenn sie bisher einen Antrag auf Entschädigung stellten, mussten sie unterschreiben, dass damit alle Forderungen abgegolten sind. Diese Verzichtserklärung müsse jetzt nur noch unter Vorbehalt abgegeben werden, da eine Änderung angestrebt sei, sagte Katja Laubinger. Die Vorläufigkeit gelte auch für bereits unterschriebene Erklärungen. Seit dem 1. Januar können frühere Heimkinder aus den 16 alten Bundesländern Entschädigungen aus dem 120-Millionen-Euro-Fonds beantragen, auf den sich Bund, Länder, die beiden großen Kirchen, die deutschen Orden sowie Caritas und Diakonie geeinigt hatten. Doch es gibt kritik: »120 Millionen Euro hört sich gut an, aber die tatsächliche Summe ist geringer«, sagt Monika Tschapek-Güntner aus Soest, die frühere Vorsitzende des »Vereins ehemaliger Heimkinder«. Denn die Finanziers des Fonds hätten beschlossen, dass bis zu zehn Prozent, also zwölf Millionen Euro, für die Beratung der Antragssteller ausgegeben werden dürfen, sagte Tschapek-Güntner dem WESTFALEN-BLATT. Tschapek-Güntner sagte, in Niedersachsen brächten die Kommunen ihren Anteil an dem Fonds beispielsweise dadurch ein, dass sie in 47 Landkreisen Beratungsstellen für frühere Heimkinder eingerichtet hätten. »Das ist eine Mogelpackung!«, sagt Tschapek-Güntner. Denn für die Beratung seien keine Kräfte eingestellt worden, sondern die Jugendämter müssten diese Arbeit jetzt mit erledigen. »Wir wissen, dass die Beratung früherer Heimkinder mehrere Stunden dauern kann. Es ist doch klar, dass die alltägliche Arbeit der Jugendämter darunter leiden muss!«

      Quelle: Extrem News
      Fonds für Heimkinder will höhere Rentenersatzleistungen
      Leichte Startschwierigkeiten

      Zwei Monate nach seinem Start hat der Fonds zur Entschädigung ehemaliger Heimkinder mit einigen Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen. Jetzt hat der Lenkungsausschuss des Fonds Verbesserungen zugunsten der Betroffenen beschlossen.

      Ehemalige Heimkinder aus Westdeutschland, die in den Nachkriegsjahrzehnten ohne Lohn in Industrie und Landwirtschaft gearbeitet haben, erhalten eine höhere Rentenersatzleistung als ursprünglich geplant. Die Höhe der Einmalzahlung werde einheitlich auf 300 Euro je Monat geleisteter Arbeit festgelegt, teilte der "Fonds Heimerziehung West" auf seiner Homepage mit. Zuvor waren gestaffelte Zahlungen zwischen 170 und 300 Euro diskutiert worden.

      Auch eine weitere Regelung, die bei Betroffenen für Empörung gesorgt hatte, soll geändert werden: Ursprünglich war geplant, dass ehemalige Heimkinder mit dem Antrag auf Entschädigung eine Verzichtserklärung unterschreiben, mit der sie bekunden, dass alle Forderungen abgegolten sind. Diese Erklärung muss laut Internetseite jetzt nur noch unter Vorbehalt abgegeben werden. Geplant ist eine "grundsätzliche Überarbeitung zum nächstmöglichen Zeitpunkt".

      Seit Beginn des Jahres können ehemalige Heimkinder Anträge auf Hilfen stellen. Dazu wurden bundesweit 66 Anlauf- und Beratungsstellen eingerichtet, die bis Ende 2014 Anträge entgegennehmen. Zur Verfügung steht ein vom Bundestag beschlossener Fonds von 120 Millionen Euro, der zu je einem Drittel vom Bund, den Ländern und den Kirchen finanziert wird. Rund 20 Millionen Euro sind für Rentenersatzleistungen vorgesehen, 100 Millionen sollen zur Minderung von Folgeschäden eingesetzt werden, etwa für Therapien.
      Der Runde Tisch Heimkinder rechnet mit 30.000 Anspruchsberechtigten.

      1.136 Erstgespräche
      Die katholischen Bischöfe hatten vergangene Woche bilanziert, dass der Fonds bislang "überwiegend gut angenommen wird". In den Anlaufstellen hätten im Januar insgesamt 1.136 Erstgespräche stattgefunden. "Es sind aber auch Startschwierigkeiten deutlich geworden", erklärte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. Nach Einschätzung von Experten tun sich einige Anlaufstellen noch schwer, angemessen auf die Anliegen ehemaliger Heimkinder einzugehen.

      Fest steht allerdings auch, dass manche Heimkinder den Fonds grundsätzlich ablehnen. Sie sprechen von einer "billigen Abspeisung" und fordern monatliche Rentenleistungen oder eine Einmalzahlung von 50.000 Euro. Rund 400 ehemalige Heimkinder hatten im Januar angekündigt, vor Gericht zu ziehen - bis hin zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg.

      Darüber hinaus wird das Thema Heimerziehung Politik und Kirchen noch länger beschäftigen. Noch offen ist die Frage der Hilfen für Betroffene aus Säuglings-, Kinder- und Jugendheimen sowie Jugendwerkhöfen der DDR. Bis zum Sommer soll eine vergleichbare Lösung getroffen werden, die von Bund und Ländern getragen wird. Bislang völlig ausgeklammert wurden Kinder und Jugendliche, die in Heimen der Behindertenhilfe, darunter auch viele kirchliche, Schädigungen erlitten haben. Studien über das Ausmaß laufen. Wissenschaftler der Theologischen Fakultäten der Universität Bochum weisen darauf hin, dass bis in die 60er Jahre verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche von Fürsorgern oder Heimen, die mit ihrer Erziehung überfordert waren, mit der Diagnose "Schwachsinn" in solche Einrichtungen abgeschoben worden seien. Auch sie hätten vielfach unter großer Strenge, körperlichen Züchtigungen und harter Arbeit gelitten.

      Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe, hatte kürzlich erklärt, es wäre "absolut inakzeptabel", wenn diesen Betroffenen Unterstützung versagt werde, nur weil sie in einer Einrichtung der Behindertenhilfe waren. Auch die katholischen Bischöfe sprachen sich bei ihrer Frühjahrsvollversammlung vergangene Woche dafür aus, diesen Heimkindern vergleichbare Entschädigungsangebote zu unterbreiten. Denkbar ist Experten zufolge eine Anbindung an den Heimkinderfonds West - möglicherweise auch mit zusätzlichen Geldern.

      ( Christoph Arens / kna )

      Quelle: domradio.de
      Die hätten sich auf eine summe einigen sollen damit wäre alles ganz einfach aber es ist ja Deutsch es muss immer schwerer gemacht werden wie es ist
      Hallo,
      ich bin auf der Suche nach ehemaligen Heimbewohner die mit mir im Heime waren,
      wie im Kinderheim Reseberg in den Jahren von 1960-1970 in Hameln, sowie vom Kinderheim Johannes Falkhaus von 1970-1976 in Hephata Schwalmstadt und wie Kinderheim Ulmenhof im Johannesstift in Berlin von 1976-1980 wer da noch Bilder hat könnt mir die Bitte mal
      borgen für eine kopieren.

      Ich Bedanke mich Detlev

      Karlsruhe verwirft Klage gegen Heimkinder-Entschädigung 04.04.2012 | 11:53 Uhr

      Der 120 Millionen Euro umfassende Entschädigungsfonds von Bund, Ländern und Kirchen für ehemalige Heimkinder in Westdeutschland bleibt unverändert in Kraft. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe verwarf in einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss die Verfassungsbeschwerde eines Betroffenen gegen verschiedene Regelungen des "Fonds Heimerziehung".
      Karlsruhe (dapd). Der 120 Millionen Euro umfassende Entschädigungsfonds von Bund, Ländern und Kirchen für ehemalige Heimkinder in Westdeutschland bleibt unverändert in Kraft. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe verwarf in einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss die Verfassungsbeschwerde eines Betroffenen gegen verschiedene Regelungen des "Fonds Heimerziehung". Der 1952 geborene Mann lebte bis 1966 in mehreren westdeutschen Kinderheimen. Er war schon als Säugling von seiner ledigen Mutter getrennt worden.

      In seiner Beschwerde macht er geltend, er sei durch die Behandlung während seiner Heimaufenthalte in seinen Grund- und Menschenrechten verletzt worden. Die im Fonds vorgesehenen Leistungen für die ehemaligen Heimkinder seien nicht ausreichend. Eine "echte" finanzielle Entschädigung werde verweigert.

      Der Kläger argumentiert, die öffentliche Hand sei verfassungsrechtlich verpflichtet, wegen der Grundrechtsverletzungen, die ihm und anderen misshandelten Heimkindern während ihrer Kindheit und Jugend zugefügt worden seien, zusätzliche finanzielle Entschädigungsleistungen zu gewähren. Das Verfassungsgericht hielt dem entgegen, die Beschwerde sei "in weiten Teilen unzulässig", da der Kläger den Rechtsweg nicht ausgeschöpft habe.

      Der Fonds bezieht sich ausschließlich auf die Heimerziehung in Westdeutschland, und zwar in den Jahren 1949 bis 1975. Seit Jahresbeginn 2012 können Anträge gestellt werden. Eine pauschale finanzielle Entschädigung für ehemalige Heimkinder wurde damit jedoch nicht geschaffen. Vielmehr geht es darum, die Auswirkungen der Folgeschäden auf ihren Alltag zu mildern oder auszugleichen.

      100 Millionen Euro sind gemäß der Fonds-Satzung für die "Finanzierung von Leistungen für Folgeschäden", also etwa der Bezahlung von Therapien vorgesehen - und werden damit "ausschließlich als Sachleistungen erbracht". 20 Millionen Euro werden für Rentennachzahlungen aufgewendet.

      Das Verfassungsgericht betonte, der Kläger hätte zunächst versuchen müssen, vor den Fachgerichten seine zusätzlichen Entschädigungsansprüche durchzusetzen. So hätte er "Schadensersatz- und insbesondere Staatshaftungsansprüche" geltend machen können. Dies wäre nicht "von vornherein aussichtslos" gewesen, auch wenn es wohl zutreffe, dass viele Betroffene in Gerichtsverfahren "konkrete Rechtsverstöße nur schwer nachweisen könnten".

      Die Fachgerichte hätten dabei aber berücksichtigen können, dass die Verantwortung für die Beweisschwierigkeiten bei den damals für die Kinder und Jugendlichen verantwortlichen Personen und Institutionen, liegen könne. Die Kinder und Jugendlichen hätten sich "in einer Situation besonderer Schutzlosigkeit und Ausgeliefertheit" befunden, "in der unmittelbarer Rechtsschutz nicht erreichbar war", heißt es in dem Karlsruher Beschluss (Az. 1 BvR 3023/11)

      So sieht „Heimkinder-Entschädigung“ im Vaterland aus !

      .
      Verfassungsbeschwerde eines ehemaligen Heimkindes abgelehnt.

      re Bundesverfassungsgerichtsurteil BVerfG, 1 BvR 3023/11 vom 23.3.2012, Absatz-Nr. (1 - 23)

      Die „VERFASSUNGSBESCHWERDE“ von FRIEDHELM MÜNTER letzten Jahres – Aktenzeichen 1 BvR 3023/11 – wurde vom Bundesverfassungsgericht „NICHT ANGENOMMEN

      mit einstimmiger schriftlicher umfassender
      BEGRÜNDUNG dreier Richter des Bundesverfassungsgerichtes in diesem Fall und dieser BEURTEILUNG: BVerfG, 1 BvR 3023/11 vom 23.3.2012, Absatz-Nr. (1 - 23)

      @ http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rk20120323_1bvr302311.html ( Richter: Gaier und Paulus; und Richterin: Britzs )

      Die Urteilsbegründung im Original vom Gericht selbst ist, m.E., immer der beste Bericht.

      .
      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!

      So sieht „Heimkinder-Entschädigung“ im Vaterland aus ! --- bzw. in diesem Beitrag ist darüber die Rede wie „eine wirklich angemessene Heimkinder-Entschädigung“ aussehen sollte.

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      EHEMALIGE HEIMKINDER bezüglich Entschädigungsforderungen vertrauen und richten sich nach den Aussagen von Prof. Dr. iur. Elmar Giemulla.


      Donnerstag, 5. April 2012 [ Schreiben von Martin MITCHELL in Australien ]

      Sehr geehrter Herr Giemulla.

      Eine Bitte an Sie von einem Australier in Australien.

      Sie gaben am *edit* 03.08.2010 auf einem deutschen, „öffentlich-rechtlichen Sender“, namentlich auf ARD / DAS ERSTE, ein für viele Menschen sehr wichtiges Interview, das sehr wertvollen Rat enthielt, ein Interview, das hier aufgezeichnet gewesen war @ http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/content/5048798, das aber leider seither gelöscht worden ist, weil irgendwelche deutschen Gesetze es so vorschreiben und die „öffentlich-rechtlichen Sender“ dazu verpflichten ( „Gesetze“, die für mich als Australier in Australien überhaupt nicht nachvollziehbar sind --- ich persönlich finde diese seither eingeführten Lösch-Aktionen wichtiger Information einfach nur blöd. ).

      Meine Fragen an Sie sind:
      Gibt es noch irgendwo eine Kopie, d.h. eine Video-Aufzeichnung dieses Interviews ?
      Besitzen Sie das Copyright und Nutzungsrecht zu diesem Interview ?
      Wäre es möglich dieses Interview auf YouTube hochzuladen, sodass es für immer für die allgemeine Öffentlichkeit in aller Welt für nichtkommerzielle Zwecke frei zugänglich ist und bleibt ?

      Herzlichen Dank für Ihre Mühe.

      Mit freundlichen Grüßen aus dem Land Down Under.

      Martin Mitchell



      Mein diesbezüglicher Beitrag in Dierk Schaefers Blog @ http://dierkschaefer.wordpress.com/2010/08/27/losungsvorschlage-von-dr-wiegand/

      Martin MITCHELL said, on 3. September 2010 at 06:04 hours

      Liebe „Heimkindergeschwister“ alle !

      Der Blog-Betreiber von DIERK SCHAEFERS BLOG, Dierk Schäfer selbst, war so freundlich ( am 28.08.2010, um 10:12 Uhr — siehe seinen Kommentar [ oben ! ] @ http://dierkschaefer.wordpress.com/2010/08/27/losungsvorschlage-von-dr-wiegand/ ansehen sollten…

      …damit uns ein und für alle male klar ist was die „Rechtslage“ ist; denn „dieser Rechtsanwalt [ in diesem Interview, Prof. Elmar Giemulla ] weiß nicht nur bescheid, wie Versicherungen und andere HAFTUNGSPFLICHTIGE arbeiten, sondern er kennt auch die menschliche Tragik auf der Opferseite. Es geht hier zwar nicht direkt um Heimopfer, doch alle Heimkinder sollten sich dies Interview anschauen, damit sie fundiert erfahren, wie sie über den Tisch gezogen werden.“, meint jetzt Dierk Schäfer.

      Die Empfehlung selbst sich dieses Video anzusehen kam von dem Fachanwalt, dem Münchener Opferjurist, Entschädigungsexperte, Rechtsberater und Advokat Michael Witti – wurde mir von ihm persönlich am 04.08.2010 zugeschickt, um mir zu ermöglichen Euch alle, einschließlich Dierk Schäfer, darauf aufmerksam zu machen. Honorarproffessor und Fachanwalt Prof. Elmar Giemulla spricht dort auf diesem Video.

      Und der juristische Kollege von Fachanwalt Prof. Elmar Giemulla, der Münchener Fachanwalt Michael Witti, der uns allen dieses Video empfielt, steht in keinem Verhältnis zur jetzigen ( seit dem 30.11.2009 ) Bundesministerin für Arbeit und Soziales Ursula von der Leyen ( die sich erst schon garnicht mit der Frage betreffend einer „Entschädigung für ehemalige Heimkinder“ befassen wollte ! ); das sollte von Anfang an schon mal jedem klar sein.

      Ich selbst sage ja auch schon seit über einem Jahr – besonders was die „Rechtslage“ betrifft !!! – überall im Internet, und dies ist auch MEINE Signature ( in Deutsch UND in Englisch :(

      Meine [ d.h. Martin MITCHELLs ] eigene momentane Unterschrift: Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus, und ein Armutszeugnis für jede "Demokratie" und angeblichen "Rechtsstaat", wo versucht wird dies einzuschränken.

      My [ ie. Martin MITCHELL’s ] own current signature: Negotiation with the perpetrators, your detractors and opponents without QUALIFIED legal counsel present and by your side throughout and at all times, and without reliance upon the law and jurisprudence, is like a building without a foundation – a house of cards, and any attempt at curtailment of these rights is clear evidence of incompetence, incapability and incapacity of a country’s "constitutionality" and it’s "democracy".

      Martin – Eurer „Heimkind-Bruder“
      ( Martin MITCHTELL der Australier, „Ehemaliges Heimkind“, Jg. 1946, ex Freistätter u.a. )



      BESONDERER HINWEIS: Ich hatte derzeit – im Herbst 2010 – diesen Sachverhalt sofort auch an vielen verschiedenen weiteren Stellen im Internet aufgezeichnet und auf diese, m.E., wichtige Video-Aufzeichnung @ http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/content/5048798 hingewiesen.

      Und auch an all diesen Stellen im Internet läuft dieser Mediathek-Link jetzt ins Leere.

      meinerseits veröffentlicht und darauf hingewiesen am 22.09.2010 @ http://heimkinderopfer2.blogspot.com.au/2010/09/kirche-und-staat-in-der-bundesrepublik.html

      meinerseits veröffentlicht und darauf hingewiesen am 23.09.2010, 00:56 @ http://www.kindergarten-workshop.de/phpBB3/viewtopic.php?p=538968&sid=e2adb8370c170bebf80c607c97892eaf#p538968

      meinerseits veröffentlicht und darauf hingewiesen am 23.09.2010, 01:26 @ http://www.politik-forum.at/post403322.html#p403322

      meinerseits veröffentlicht und darauf hingewiesen am 23.09.2012, 01:42 @ http://www.elo-forum.org/news-diskussionen-tagespresse/albtraum-erziehungsheim-13370/index6.html#post683243

      meinerseits veröffentlicht und darauf hingewiesen am 23.09.2010, 03:28 @ http://heimkinder-forum.de/v3/board3-heim-talk/board7-offener-talk-heime/11506-

      meinerseits veröffentlicht und darauf hingewiesen am 23.09.2010, 05:40 @ http://www.kinder-heim.de/board1818-virtuelle-stadt-der-heimkinder/board1819-rathaus/board3290-missbrauch-in-heimen-jwhs-und-entsch-digungen/1681-verein-ehemaliger-heimkinder-reicht-selbst-heimkinder-entsch-digung-l-sungsvorschl-ge-beim-runder-tisch-heimerziehung-ein/#post9646

      meinerseits veröffentlicht und darauf hingewiesen am 23.09.2010, 07:00 @ http://www.erzieherin-online.de/diskussion/brett/viewtopic.php?p=7496&sid=190e2c4c669705036bfa0aa3a276f6c6#p7496

      meinerseits veröffentlicht und darauf hingewiesen am 23.09.2010, 10:52 @ http://www.troll-forum.de/Forum03/viewtopic.php?p=24193&sid=269877f47fc23ec98d8b0781fffdcff4#24193

      meinerseits veröffentlicht und darauf hingewiesen am 23.09.2010, 12:55 @ http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?p=1544423&sid=7911f95327322974f527ba5aaef406b7#1544423





      *edit* Jahreszahl korrigiert. (siehe nachfolgenden Beitrag)
      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!

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      So sieht „Heimkinder-Entschädigung“ im Vaterland aus ! --- bzw. in diesem Beitrag ist darüber die Rede wie „eine wirklich angemessene Heimkinder-Entschädigung“ aussehen sollte.

      .
      KORREKTUR.

      Das Datum des Interviews mit
      Prof.Dr. iur. Elmar Giemulla auf ARD / DAS ERSTE ist natürlich der 3. Augsut 2010 ( 03.08.2010 ) – nicht der 03.08.2012.

      Das Datum 03.08.2012 im vorhergehenden Beitrag is nicht korrekt.

      .





      *edit* korrigiert ...
      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!

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      So sieht „Heimkinder-Entschädigung“ im Vaterland aus !

      .
      Sind die Verbrechen begangen gegen Heimkinder „verjährt“ ?

      HEIMKINDER. – Es gibt eigentlich gar keine „Verjährung im Zivilrecht“, es sei denn ein Beklagter oder eine Beklagte stützt sich speziell darauf und macht Gebrauch von der „Einrede der Verjährung“.


      THEMA: Zur Frage der „Verjährung“ im Zivilrecht generell in Fällen wo Kinder und Jugendliche in Heimen ( kath., ev., staatlich und privat ) vom Aufsichtspersonal misshandelt und missbraucht worden sind und für ihre Arbeitskraft ausgebeutet worden sind --- d.h. schwer geschädigt worden sind.



      Trier / Katholische Kirche / Dr. Stephan Ackermann
      Der heuchlerische Bischoff Ackermann will verhindern dass es an die Öffentlichkeit dringt

      Bishop Ackermann does not want it to be known

      Bischof Stephan Ackermann ist der besondere Beauftragte der Bischofskonferenz für alle Fragen im Zusammenhang des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich.

      Bischof Ackermann antwortet Opferanwalt:
      Kein Verzicht auf die Einrede der Verjährung

      Mit Schreiben vom 20.2.2012 hatte Rechtsanwalt Dr. Christian Sailer, der seit Jahren Opfer sexueller Gewalt durch katholische Priester in Deutschland und Österreich berät und vertritt, dem Beauftragten der Bischofskonferenz folgendes geschrieben:

      „Ich erlebe gegenwärtig zum Beispiel, dass einer heute 50-jährigen Frau, die als Kind und junges Mädchen von einem katholischen Priester jahrelang sexuelle Gewalt zugefügt wurde, Schadensersatz für den größten Teil ihrer Leidenszeit von vornherein deshalb vorenthalten bleibt, weil sich der Würzburger Bischof auf Verjährung beruft. Wie wollen Sie derartiges mit den wiederholten Beteuerungen Ihrer Kirche, Wiedergutmachung zu leisten, vereinbaren? Wäre es nicht ein Gebot des Anstands und der Ehrlichkeit, auf die Verjährungseinrede grundsätzlich zu verzichten, um die restlose Aufklärung und Entschädigung aller Missbrauchsfälle möglich zu machen?“ [ Wiedergabe des vollständigen Schreibens, u.a., auch hier @ http://www.kinder-heim.de/board1818-virtuelle-stadt-der-heimkinder/board1819-rathaus/board3290-missbrauch-in-heimen-jwhs-und-entsch-digungen/8456-so-sieht-heimkinder-entsch-digung-im-vaterland-aus/#post114348
      ]

      Es handelte sich um einen offenen Brief mit der Bitte um eine öffentliche Antwort. Nun erhielt der Anwalt ein Schreiben der Deutschen Bischofskonferenz/Büro für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich vom 15.3.2012 mit der Bemerkung „persönlich/vertraulich“ und der Bitte, „von einer Veröffentlichung meines Schreibens abzusehen.“ Doch Sailer hatte nicht privat gefragt, sondern öffentlich, weshalb es auch nicht angeht, dass die Antwort in der Schublade verschwindet, weil sie der Bischofskonferenz peinlich ist.

      Die an den Bischof gerichtete Bitte, „auf Priester und alle verantwortlichen kirchlichen Einrichtungen einzuwirken, bei Ansprüchen aufgrund von Fällen sexuellen Missbrauchs auf die Einrede der Verjährung zu verzichten“, geht das Schreiben gar nicht ein. Stattdessen wird behauptet, der Vorschlag des Anwalts liefe darauf hinaus, die Opfer anstatt unbürokratischer Hilfe „auf die gerichtliche Durchsetzung von Ansprechung zu verweisen“. Sailer: „Davon kann natürlich keine Rede sein; aber viele Opfer müssten eben klagen können, weil ihnen die unbürokratische Hilfe der Kirche nur Almosen bietet.“

      Doch die klerikale Verdrehung der klaren Anfrage des Anwalts geht noch weiter: Wenn man die Opfer auf den Gerichtsweg verweise, seien sie doch voll beweispflichtig und es bestehe die große Gefahr, „dass sie mit ihren Ansprüchen vor Gericht scheitern“. Sailer: „Welch scheinheilige Fürsorge! Die meisten Opfer scheitern nicht, weil es keine Beweise gibt, sondern weil die Kirche den Opfern sagt, ‚ihr kommt zu spät, eure Ansprüche sind längst verjährt’. Und dies müsste sie nicht sagen, denn die Einrede der Verjährung steht in ihrem freien Ermessen!“

      Dr. Christian Sailer
      Max-Braun-Straße 2
      97828 Marktheidenfeld

      QUELLE: aus der diesbezüglichen Berichterstattung vom „Verein ehemaliger Heimkinder“ ( „VEH e.V.“ / „VEH“ / „VEHeV“ ) @ http://veh-ev.info/ ( momentan auf der Eingangsseite zu finden )

      Seither wird dieser Sachverhalt auch überall anderswo im Internet und per Rundmail von dem Australier Martin MITCHELL weiterverbreitet.
      .
      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!
      Von Burga Kalinowski 05.04.2012 / Inland
      Aber heidschi bumbeidschi bum bum
      Opfer von Missbrauch in westdeutschen Kinderheimen kämpfen noch immer um angemessene Entschädigung

      Wirklich schön hier. Wasser, Wald, Vogelzwitschern. Ein Riesengelände. 85 000 Quadratmeter mit Blick auf den Wannsee, tief im Westen Berlins. Rainer Redup zeigt mir ein Stück seiner Vergangenheit: ein parkartiges Anwesen, Schätzwert 40 bis 50 Millionen Euro. Es gehörte den Salesianer-Brüdern Don Bosco. Weltweit der drittgrößte katholische Männerorden mit Tätigkeitsfeldern wie Jugendseelsorge, Jugendsozialarbeit, Heimerziehung.

      »Hier war das Heim.« 100 Plätze für als Problemfälle geltende Kinder wie Rainer Redup. Er geht auf die Toreinfahrt zu. Der Weg zum Heim - kein Heimweg. »Da oben war das geschlossene Haus. Nee, da kam man nicht raus. Ich war ja drin. Da gab es alles. Fixen, Dealen, Arschfingern - anale Untersuchung angeblich wegen Drogenverdachts. Was denken Sie denn? Entweder du warst der Liebling vom Pfarrer oder das letzte Stück Dreck.«

      Er zeigt auf Stadtvillen. Früher standen hier Werkstätten; da war ein Sportplatz und dort die Kirche. »Morgens um sechs raus zum Beten. Runter auf die Knie. Sonntags zweimal und 'ne Andacht. Und wehe, wenn nicht. Das gab ein Nachspiel. Da war nix christlich.« Aber kulturvoll. Er hätte auch Trompete lernen können.

      Mit knapp 14 Jahren kommt Rainer Redup zu den Don-Bosco-Brüdern. Da hat er schon vier Jahre Heim hinter sich. Verlorene Kindheit. Kaum eine Zukunft. Er wächst in Neukölln auf, in der Gegend am Richardplatz. Leben mit Schlägen, auf Pump und in Armut. »Die goldenen Zeiten des Wirtschaftswunders gab es bei uns nicht.«
      Sklaven eines Wirtschaftswunders

      1969 kommt er mit Untergewicht in das Kinderheim Schloss Britz. Die erste Station. Er ist zehn Jahre alt. Es könnte nun besser für ihn werden. Wird es aber nicht. Und schön schon gar nicht. Es bleiben wütende Erinnerungen wie an die 18-jährige Praktikantin, die ihn an den Haaren zwölf Meter über den Flur schleifte, um ihm klarzumachen, dass »lange Haare hier verboten sind«. Wie an den Erzieher, der »ein alter Nazi war. Der hat stolz davon erzählt. Bei den Panzern war er gewesen. Der stellte einen nachts im Winter nackig raus - wegen der Abhärtung.« Außerdem gab es Prügel - »reichlich«.

      Was hatten Sie denn für eine Kindheit, fragt mich Redup - eine schöne? Ja. »Na, ich nicht. Das ganze Leben nur die Arschkarte.«

      Rainer Redup gehört zu den über 800 000 Mädchen und Jungen, die von 1949 bis Mitte der 70er Jahre in staatlichen und kirchlichen Kinder- und Erziehungsheimen in der Bundesrepublik untergebracht waren. 65 Prozent der etwa 3000 Heime mit mehr als 200 000 Plätzen wurden von der Kirche betrieben. Mindestens die Hälfte der Kinder war zwei bis vier Jahre in solchen Heimen, wenn nicht gar ihre ganze Kindheit und Jugend.

      Von all den Betroffenen leben noch etwa 500 000 Frauen und Männer. Überlebende einer sozialen Katastrophe. Zeitzeugen für politisches Unrecht, gesellschaftliches Versagen und moralische Schande. Heimkinder: gedemütigt, gequält, geschlagen. Sexuell missbraucht, isoliert, als Zwangsarbeiter ausgebeutet. Würde, Wohl und eigener Wille dieser Kinder wurden permanent verletzt. Die Hölle auch im Namen des Herrn.

      Was Menschen auch passiert - die Bilder der Kindheit bleiben erhalten. Vielleicht verblassen sie, vielleicht werden die Konturen schärfer. Auf jeden Fall sind es wichtige Markierungen auf der Landkarte des Lebens: Von dort komm ich her, das war ich. Kindheit ist der Anfang von allem: wie man fühlt, was geachtet wird und was geliebt. Angst und Freude, Enttäuschung und Glück. Vertrauen und Selbstvertrauen. Das ist für jeden anders - und immer einzigartig. Für die Heimkinder sind die Bilder ihrer Kindheit ein Horrortrip. Erinnerungen: wuchernde Schlingpflanzen mit giftigen Blüten.

      Tabu und Stigmatisierung bis heute. Schwer für alle der Weg ins Leben. Manche haben ihn verpasst. Manchen war er zu anstrengend. Andere haben ihn gefunden. Immer hat es Kraft gekostet. Jahrzehntelang haben sie darüber geschwiegen, aus Scham. 2004 gründeten sie den Verein ehemaliger Heimkinder. Halfen sich beim Erinnern. Begannen zu reden.

      Über Orte.

      Verbrechen.

      Täter.

      Die Orte: Mädchen-Heim mit Großwäscherei, betrieben von den Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vincenz in Dortmund. Heim Zum guten Hirten in Münster. Diakonie Freistatt der Bodelschwinghschen Anstalten Bethel. Sankt Hedwig in Lippstadt. Salvator-Kolleg in Klausheide. Der Kalmenhof, mitbeteiligt an den Euthanasie-Morden der NS-Tötungsanstalt Hadamar. Margaretenheim in Leonberg. Jugendhof Berlin. Fürsorgeheim Glückstadt, in dem Insassen teilweise als Strafe KZ-Kleidung tragen mussten. Hier fand im Mai 1969 ein Aufstand gegen unmenschliche Verhältnisse statt. Das ist übrigens nur eine kleine Auswahl der Tatorte.
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      Der katholische Orden Don Bosco geht auf den italienischen Priester Johannes Bosco zurück. Er ist weltweit aktiv und betreibt in Deutschland, vor allem im Westen, zahlreiche Kinder- und Jugendeinrichtungen.
      Foto: epd/Barbara Boensch

      Die Verbrechen: Nie wird Siegfried S. das vergessen. Ende der 60er Jahre kommt er nach Dorlar ins evangelische Martinswerk. Schon nach zwei Wochen würde er lieber sterben, als hier zu leben. Eine Erzieherin schadet ihm für alle Zeit. Prügel wegen kleinster Vorkommnisse. Folter im Vorratskeller. Er sieht auf eine hellgraue Metalltür. Stockschläge auf den nackten Hintern. Vergewaltigung mit einem Besenstiel. Regelmäßig. Alle zwei Wochen samstags vor der TV-Serie Raumschiff Enterprise. Anschließend müssen er und andere Kinder dieser Erzieherin Füße und Rücken massieren.

      Er schreit nicht. Er weint nicht. Er sagt nichts. Manchmal dudelt das Radio eine der beliebten sentimentalen Melodien: Heidi oder Mamatschi oder Aber Heidschi bumbeidschi. Zuckerguss für die Wirklichkeit. Vielleicht summten die Schwestern sogar mit.

      Oder: Psychoterror. Von 1965 bis 1970 erlebt Marion Z. im Diakonissenheim vom Zionsberg den permanenten Versuch, sie zu brechen. Das Mädchen wird mit körperlicher Gewalt und Valium ruhig gestellt, zum Baden zwischen Blutegeln im Flüsschen Diemel gezwungen und zu tagelangem Dunkelarrest verurteilt. Sie träumt von Selbstmord.

      Menschenrechtsverletzungen in Serie. Unvorstellbare körperliche und psychische Grausamkeiten, heißt es in einer späteren Studie über die Zustände in Heimen. Von 1967 gibt es die Beschreibung so genannter Besinnungszellen in Nordrhein-Westfalen: circa 3 Meter lang, 1,50 breit und 2,50 hoch. Keine Belüftung, ein an die Wand geschlossenes Klappbett, ein Wandtisch und ein Wandsitz, kaum Licht.

      Noch ein Oder: Zwangsarbeit. Ob Torf stechen, ob als Dienstmädchen an private Haushalte ausgeliehen, ob Schwerstarbeit in der katholischen Großwäscherei, ob Minderjährige in Don-Bosco-Heimen, die in zehnstündigen Schichten pro Tag 4000 Kugelschreiber herstellen müssen für fünf Zigaretten oder zwei Flaschen Cola - Profit pur, fast immer ohne Lohn und Rentenpunkte für die Kinder und Jugendlichen.

      »Der allergrößte Teil des innerbetrieblichen Wirtschaftens in diesen Heimen ist durch Kinderarbeit abgedeckt worden«, sagt der Erziehungswissenschaftler Manfred Kappeler. »Wenn man das mal auf 30 Jahre bezieht und die Hunderttausende betrachtet, die in den Heimen gewesen sind, müssen die Beträge in die Milliarden gehen.« Auch so entsteht ein Wirtschaftswunder.
      Im Neandertal der Spießer

      Die Täter profitieren und kassieren. Sie haben Gesichter und Namen. Trotzdem sind sie nicht einfach zu finden. Sie tauchen unter in der Bruderschaft und in institutionellen Strukturen, verstecken sich hinter dem Kreuz, tarnen sich mit öffentlich ins rechte Licht gesetzter Nächstenliebe und reden sich raus mit verwaltungsrechtlichen Vorschriften. Kleinbürgerliche Moral und konservative Gewohnheiten fanden Schutz im Bürgerlichen Gesetzbuch. So wird die Prügelstrafe in Westdeutschland erst 1973 per Gesetz abgeschafft, in Bayern sogar erst 1980, das Züchtigungsrecht der Eltern im Jahr 2000.

      Ein krudes Familienbild. Sogenannte uneheliche Kinder und ihre Mütter - im bigotten Wertesystem ganz unten und rechtlich benachteiligt - sind Bastarde und Schlampen, unrein und wertlos. So werden sie beschimpft. So werden sie auch behandelt. Oft sind Jugendämter und Amtsrichter dabei fürsorgliche Handlanger. Im Neandertal der westdeutschen Spießer krähte kein Hahn danach, wenn Heimkinder grün und blau geschlagen, wenn ihnen Bildung und Kultur vorenthalten wurden, wenn der überwiegende Teil von ihnen keine qualifizierte berufliche Ausbildung erhielt. Wo kein Kläger, da kein Richter - die Täter waren fein raus. Die Kinder saßen in der Falle.

      »Ich kenne viele, die da drin geblieben sind, auch als sie dann draußen waren«, sagt Dirk Friedrich, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Ehemalige Heimkinder. Wir reden über den aktuellen Stand der Dinge. Der ist unerfreulich. Denn seit der Bundestag den Empfehlungen des Runden Tisches Heimerziehung folgte und im Juli 2011 die Einrichtung und Finanzierung des Fonds »Heimerziehung« beschloss, seit dem kann man getrost von einem Skandal sprechen.

      Es geht um Geld. Die ehemaligen Heimkinder haben eine pauschale Entschädigung vorgeschlagen: Monatsrente von 300 Euro oder wahlweise eine Einmalzahlung von 54 000 Euro. Bekommen haben sie die seit dem 1. Januar 2012 praktizierte Fondslösung von 120 Millionen Euro, die auf Sachhilfe, Rentenausgleich und Therapie orientiert. Das klingt zunächst gut, geht aber an der Lebenswirklichkeit vieler Betroffener vorbei. Deshalb hat die Leiterin der im Januar eröffneten Berliner Beratungsstelle ihren Job dieser Tage schon wieder gekündigt. Sie halte es für unverantwortlich, Hoffnungen zu wecken »und sie dann nicht zu erfüllen«, sagte die Sozialpädagogin. Zu den untauglichen »Hilfe«-Mitteln gehört unter anderem, dass der Antragsteller seinen Verzicht auf weitere Forderungen an den Fonds erklären und unterschreiben muss. Damit verzichtet er gleichzeitig auf jeden anderen Anspruch im Sozial- und Rentensystem. Unwiderruflich.
      Krank an Leib und Seele

      Eine ausgebuffte juristische Finte. Ein böser Schacher. Eigentlich Nötigung. Der Verein Ehemaliger Heimkinder warnt davor und lehnt den Fonds ab. Knapp 400 Opfer streiten um eine höhere Entschädigung. »Notfalls gehen wir bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte«, sagt Dirk Friedrich. Aber das könne dauern. »Hier rufen Leute an, die sind verzweifelt und wütend. Sie leben am Existenzminimum, von Hartz IV, Grundsicherung oder einer geringen Rente, weil sie nichts mit auf den Weg bekamen. Null. Viele sind krank an Leib und Seele. Wir haben eine Scheißangst, irgendwann in einem Alters- oder Pflegeheim zu landen.« Pendeln zwischen Angst und Hoffnung - das haben alle schon mal erlebt.

      Rainer Redup könnte sich aufregen. »Erst Menschenrechte mit den Füßen treten, dann paar Mille in den Pott schmeißen und sich dann auf die Kohle draufsetzen.« Das meint auch die Kirchen, die jeweils mit lediglich 20 Millionen am Fonds beteiligt sind.

      Vorige Woche habe ich Rainer Redup angerufen, wegen Fotos zu diesem Artikel. Er klang nicht gut. Wie geht's, frage ich. Schlecht. Haben Sie denn mal wegen Geld für eine schöne Reise gefragt? »Nee, zum Bittsteller habe ich keine Lust. Und Zeit zu warten auch nicht.« Im Januar hat der Doktor ihm gesagt, dass er Krebs habe - und etwa ein Jahr noch. Inzwischen hat sich Rainer Redup im Hospiz angemeldet. Sein letztes Heim.

      Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/223437.aber-heidschi-bumbeidschi-bum-bum.html
      Oldenburger Heinrich Gäfecke wird nach 60 Jahren für Unrecht im Heim entschädigt
      Heimkinder Am Ende einer langen Lebensreise
      Geprügelt, missbraucht, zur Arbeit gezwungen: Heinrich Gäfecke (80) hat im Waisenstift Varel und im berüchtigten Stephanstift nahe Hannover eine Jugend voller Gewalt und Schmerz erlebt.

      von Frank Jungbluth

      Oldenburg - „Wenn man nur dieses eine Leben hat, dann waren es zu viele dunkle Stunden“, sagt der alte Mann mit dem traurigen Blick. Heinrich Gäfecke sitzt auf einem Stuhl in seinem Wohnzimmer.

      Das Zimmer ist eines von dreien in seiner kleinen Wohnung in einem Schlichtbau aus den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Oldenburger Süden unweit des Drielaker Sees. „So hatte ich mir mein Leben nicht vorgestellt“, sagt Heinrich Gäfecke. Er hat Tränen in den Augen, wenn er erzählt.

      „Ich bin angekommen am Ende meiner langen Lebensreise“, weiß der schwer kranke Rentner, der von der staatlichen Grundsicherung leben musste. Solange, bis in Berlin vor einigen Monaten entschieden wurde, die überlebenden Opfer der „schwarzen Pädagogik“ in vielen Heimen der damals jungen Bundesrepublik doch noch zu entschädigen, ihnen für einen würdigen Lebensabend wenigstens Geld zu geben für das Leid, das sie bis heute belastet.


      Das erste Fest
      Vor wenigen Tagen hat Heinrich Gäfecke nach vielen Jahren wieder gefeiert. In der alten Schule in Neuenwege haben sich jene Menschen versammelt, die Heinrich Gäfecke, dem geprügelten und missbrauchten Heimkind der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, nahe stehen. „Es war ein schönes Fest“, sagt er und die Erinnerung an diese ausgelassenen Stunden erhellt für kurze Zeit die dunklen Bilder der Vergangenheit.

      Heinrich Gäfecke war die ersten 20 Jahre seines Lebens ein Heimkind und ist es irgendwie heute immer noch – 60 Jahre später.

      Man sagt, die ersten sieben Jahre prägen einen Menschen. Für Heinrich Gäfecke, geboren am 25. März 1932 in Oldenburg, gilt das ganz besonders. Schon vor dem zweiten Weltkrieg stecken die Nazis ihn ins Heim. Vorher hatten SA-Schläger seinen Vater fast zu Tode geprügelt. „Er war Ausfahrer in einem Oldenburger Porzellangeschäft und ein Gegner der Nazis. Das haben die ihn spüren lassen.“

      Im Waisenstift Varel, vor und in den ersten 20 Jahren nach dem Krieg berüchtigt für die menschen- und vor allem kinderunwürdigen Verhältnisse, steckt er die ersten Schläge ein. Die Prügel werden härter mit jedem Jahr, das der kleine Heinrich heranwächst. Es ist die Zeit, in der er den Glauben an Gott und an das Gute im Menschen verliert, denn die meisten Misshandler schlagen im Namen des Herrn zu.


      Wer heute auf der Internetseite des Stephanstifts in Kleefeld bei Hannover zur Geschichte der Einrichtung des evangelischen Diakonischen Werkes liest, der findet keinen Hinweis auf das Leid, den Missbrauch und Misshandlungen, die Menschen wie Heinrich Gäfecke dort erfahren mussten. Darüber berichtet wird in einem Internet-Blog, den ein Opfer der sadistischen Erzieher und Diakone, „Brüder“, wie sie damals hießen, ins Netz gestellt hat. Dort wird angeprangert, was auch Heinrich Gäfecke kritisiert. „Es wird bis heute geschwiegen und vertuscht, so habe ich es auch vom Runden Tisch Heimerziehung gehört.“

      Zwei Jahre lang, vom Februar 2009 bis zum Januar 2011 haben die Mitglieder des „Runden Tisches Heimerziehung“ sich unter dem Vorsitz der ehemaligen Bundestags-Vizepräsidentin Antje Vollmer getroffen, um mit fast 50 Jahren Verspätung die Folgen der Schicksale wie dem des Heinrich Gäfecke aus Oldenburg zu diskutieren. Ein Ergebnis ist, dass es für die wenigen Überlebenden Geld gibt. „Jene, die damals Täter waren, wurden allerdings nie zur Rechenschaft gezogen“, sagt Heinrich Gäfecke bitter.

      Ein paar tausend Euro pauschal und vielleicht noch eine kleine Zusatzrente – das ist das kleine Bisschen Gerechtigkeit, das Gäfecke am Abend seines Lebens erfährt. „In der kirchlichen Erziehungsanstalt Freistatt bei Sulingen haben wir im Moor Zwangsarbeit geleistet. Uns sind fast die Hände abgefroren, die Ärzte wollten mir einmal einen halb erfrorenen Fuß amputieren.“


      „Ich dachte, ich sterbe“
      Heinrich Gäfecke hat das alles überstehen müssen, bis das Geld geflossen ist, das kaum helfen wird, seine schwer verletzte Seele zu heilen. „Als der Abschlussbericht des Runden Tisches veröffentlicht wurde, habe ich gehofft, es ginge schnell mit der Entschädigung. Ich hatte Angst, dass ich das nicht mehr erleben würde. Ich habe in Berlin angerufen und gesagt: Beeilt euch, sonst bin ich tot“ – damit müssen sie rechnen, war die Antwort. Heinrich, das Heimkind, hat es überlebt.

      Quelle:NWZ Online
      hallo micky ,es ist ja schön das die gute frau geschrieben hat das es auf das wort politisch in den spezialheimen nicht mehr ankommt .die realität sieht leider anders aus .nach wie vor -wird gerade in brandenburg weder sachfremd noch haftähnliche bedingungen anerkannt .LG.Norda
      Opfer von DDR-Heimerziehung erhalten in Sachsen zügig Hilfe -

      Dresden - Sachsen will den Opfern von DDR-Heimerziehung zügig helfen. Das Kabinett stimmte dem geplanten Fonds des Bundes und der ostdeutschen Länder zu und gab den sächsischen Anteil von sechs Millionen Euro frei. Bis Juli soll im Freistaat eine Anlauf- und Beratungsstelle für Betroffene die Arbeit aufnehmen. Sozialministerin Clauß sagte, staatliche Institutionen könnten das Erlittene nicht wieder gut machen, aber finanzielle Unterstützung geben. Am Abend eröffnete Clauß im ehemaligen Jugendwerkhof Torgau eine Sonderausstellung zur Geschichte der DDR-Heimerziehung.

      Quelle:MDR Radio Sachsen