Beiträge von Seppel

    Christopherus-Haus e.V.

    Kinderwohnheim
    Rüsbergstr. 60
    58456 Witten
    Telefon: 02302-97990-0


    Hier kannst du alles posten, an was du dich aus deiner Heimzeit erinnerst, zum Beispiel wann du dort gewesen bist, was du dort so alles erlebt hast, an wen du dich noch erinnerst, wen du gerne wieder treffen möchtest oder zu wem du vielleicht noch Kontakt hast. Klicke dazu am Besten auf "Antworten"! Alles was du hier schreibst, kann dann auch über die Suchmaschinen gefunden werden. Einer muß wohl den Anfang machen, also trau dich! Denn somit könnte man auch dich finden!

    Hallo Micky,

    Ich habe mir das Video zur Hälfte angeschaut dann habe ich ausgemacht.
    Die Realitätsferne der Politik ist erschütternt.....

    Man schlägt Dinge vor die Erwieseenerweise nicht funktionieren.

    Die Beratungsstellen sollen helfen beim Auffinden der Unterlagen damit man seinen Heimaufenthalten beweisen kann ?
    Bevor oder nachdem die Verantwortlichen Richter am Obelandesgericht die Unterlagen Jahrelang gesucht, gefunden und geschreddert haben um sagen zu können Beweiß mal dass du im Heim warst, und selbst wenn bist du ja selber schuld.......?

    Es ist grauenhaft mit wieviel Mühe und Aufwand von der Politik so Offiziell und Öffentllich gelogen wird.

    Seppel

    Waren manche unter uns als Kinder zu recht im Heim ?

    Entschuldigt bitte diese Frage, jedoch muss ich diese mal neutral in den Raum werfen.....aber wie komme ich darauf.....

    Zunächst sei gesagt, dass die Richter welche über Entschädigungen entscheiden gern so argumentieren, mir gegenüber hat man dies getan und meinte ich sei selber schuld.
    Aus aktueller Sicht sei zu sagen, dass alle ehemaligen Heimkinder absolut verschiedene Lebenswege gegangen sind. Man kann noch nicht einmal hingehen und sagen, die welche im Heim schwach waren haben es danach zu was gebracht oder umgekehrt.
    Oder die welche sich nur Rüpelhaft von der besten Seite zeigten im Heim haben was auf die Beine gestellt oder umgekehrt.

    Ich selbst habe lange Jahre immer wieder versucht meinen eigenen Werdegang mit meiner Kindheit und meinen Heimaufenthalt in einem Spezialheim zu begründen.
    Auch Ich litt bis vor 4 Jahren an Schlafstörungen und hatte immer mal wieder sich des Nachts häufende Atemnot Anfälle. Diese habe ich auch auf Heimzeit und Kindheit geschoben und die aktuelle Umgebung dabei ausgeblendet.

    Ganz bestimmt möchte ich mit meinen Aussagen niemanden zu nahe treten, denn nur jeder selbst weiß genau was wie gewesen ist und kann einschätzen welche Ursachen aktuelle Gegebenheit haben, immer vorausgesetzt man ist ehrlich zu sich selbst.

    Seit einige Zeit habe ich keine Atemnot Anfälle des Nachts mehr, und ich bin gezwungen einzusehen, dass dies damit zusammenhängt, dass ich keine Wirtschaftliche Not seit 4 Jahren mehr habe und mein Leben inzwischen viel leichter geworden ist.
    Auch muss ich erkennen, dass ich dass was ich bis zum heutigen Tag erreicht habe, ohne den Heimaufenthalt wohl nicht geschafft hätte.
    Im Spezialheim habe ich dinge gelernt wie regelmäßiger geordneter Tagesablauf, Selbstdisziplin und Früh aufstehen wenn nötig sowie die Überwindung des inneren Schweinehunds.
    Ohne dies hätte ich viele Dinge im laufe meines Lebens nicht erreicht.

    Nun gab es bei mir jedoch nicht nur den Heimaufenthalt, der nebenher für mich die absolute Hölle war, nichts was ein Kind erleben sollte.....sondern da war auch noch mein relativ Asoziales Elternhaus.
    Dieses so denke ich war es was mich nach meiner Volljährigkeit noch einige Jahre aufgehalten hat. Da wo ich Heute bin hätte ich im Grunde schon 10 Jahre früher sein können, wenn mein Elternhaus intakt gewesen wäre, und ich viel früher die nötige Reife selbst entwickelt hätte.

    Um es also zusammenzufassen, es war mein Elternhaus welches mir fast die Zukunft damals geraubt hätte und sogar eine zeitweilige Obdachlosigkeit verursacht hatte.
    Ohne Spezialheim jedoch wäre ich nicht in der Lage gewesen die Situation im Nachhinein doch noch zu meistern und aus meinem Leben etwas zu machen.

    Ich wünschte nur ich hätte die Lektion die mir im Heim beigebracht wurde mit etwas weniger Gewalt lernen dürfen, befürchte jedoch dass dies wegen meinem Elternhaus nicht funktioniert hätte.
    So verdanke ich dem Heimaufenthalt dass ich aus meinem Leben doch noch etwas machen konnte und es mir Heute gut geht.
    Ich muss mir nur meine 5 Geschwister ansehen, dann sehe ich deutlich wie es auch hätte laufen können................

    Heute jedoch denke ich ein relativ realistisch denkender Mensch geworden zu sein, mit einem kleinen Maß an Güte und doch vernunftbegabt.

    Jetzt kommt sicher von euch die Frage, wie kommt der auf so ein Thema.......

    Ja es sollte mal zur Debatte in den Raum geworfen werden weil mir das schon eine Zeit lang durch den Kopf geht.

    Schlussendlich kam auch die Erkenntnis dass jede Fähigkeit die ein Heimkind ausgebildet hat in der Heimzeit zumindest vorher schon mit Potenzial versehen gewesen sein muss. Damit will ich sagen, auch ein Spezialheim macht nicht automatisch schlechte Menschen. Es hängt davon ab welche Eigenschaften dieser Mensch sonst noch hat, ob Er/Sie sich darüber hinaus entwickeln kann, drüber stehen. Man sagt ja, schau in die Zukunft, auf die hast du noch Einfluss, mach das beste draus, an der Vergangenheit kannst du nichts mehr ändern, aber du kannst dir von Ihr die Zukunft zerstören lassen, wenn du bereit dazu bist.

    Wie seht Ihr das ??

    Seppel

    Die haben die Akten bei dir nur heruasgegeben weil die dachten dass die für das Jugendamt sind.

    Schicke den Antrag direkt an das Landgericht Chemnitz. Du kannst Ihn aber auch bei einem Gericht in deiner Nähe einfach in den Briefkasten stecken. Die werden das dingen dann an das zuständige Gericht weiterleiten und dich darüber schriftlich informieren, nur dauert das dann etwas länger.

    Seppel

    Und noch etwas,

    Erwarte nicht zu viel von den Behörden, die stellen sich alle dumm, die wollen dir nicht helfen um nicht Zahlen zu müssen.
    Wenn Möglich werden Akten gesucht, gefunden und vernichtet, damit dem Betroffenen die Beweise fehlen und dann Wortreich abgelehnt, so war es bei mir.
    Dein Vorteil ist dass du die Akten hast...
    Manchmal schreibt man auch sowas wie selbst Schuld, oder, deine Familie war ja Asozial oder, beweisen Sie dass....und so sachen.....

    Seppel

    Ein guter Inhalt, in einer schlampigen oder nachlässigen Verpackung, kann das gute Wollen in das Gegenteil verkehren. Hilfen gibt es im Internet genug. Man muß aber auch bereit sein diese Hilfen anzunehmen.
    Wenn ich aber die Signatur einiger User zu dieser Problematik ansehe, dann zweifle ich am guten Willen.

    Man muss mutmassen, du hättest es viel besser gemacht, oder auch gar nicht.
    Jedoch darf man nicht von sich auf andere schließen, da am Ende der Inhalt zählt und was dabei herauskommt.

    Seppel