Es könnte, sollte es, nur ist die Praxis wohl eine andere. Die Theorie, daran scheiterte schon Siegmund Freud, s. unterdrückte Gefühle. Es ist wie mit ihnen. Unterdrückung, auch Gewalt, produziert Neurosen, die man salopp gesagt, nur "besiegen" kann, in dem man sich dem Problem durch Ursachenerforschung stellt. Vereinfacht man, unterdrückt nicht, lässt man zu, löst das ein Problem kurzzeitig, doch du kannst keine Menschen dazu erziehen, Gewalt Gewalt sein zu lassen, wenn sie gefühlt auf jedem Schulhof gelebt wird und keiner eingreift. Von zu Hause kennen viele Gewalt. Mit denen kannst du eben nur nicht reden, weil sich da doch gar keiner rantraut. Lehrer werden eingeschüchtert und es ist nicht deren Aufgabe, infiltrierte Probleme zu lösen.
Natürlich. Gerade wir sollten prädestiniert sein, eingreifen zu können, nur ist das praktisch nicht umsetzbar, siehe staatliche Gewaltenteilung bzw. -monopol. Das ist jetzt etwas theoretisch, nur wenn Worte nicht helfen, was hilft dann, wenn du jene nicht erreichst, die du erreichen müsstest? Wie oft wird in Talkshows darüber sinniert?! Was wird erreicht? Siehst du meine Skepsis?
Wir sind keine Sozialarbeiter, nur weil wir wissen, wie sich Gewalt anfühlt. Gewalt, richtig, ist Alltag, überall. Sie löst unkonventionell ein Problem, zu wessen Gunsten auch immer, jedoch traumatisiert sie jene nicht selten, die sie erleben. Solche Probleme kannst du nur in zivilisierten Ländern angehen. Niemals dort, von woher sie alle kommen. Deutschland kann sie nicht therapieren, umerziehen, aus ihnen Menschen wie wir sie sind, machen. Ich bin auch kein gutes Beispiel.
Das ist doch genau das, was sich Gutmenschen und Missionare der Kirchen immer schon vorgestellt haben. Missionare und deren Vertreter i. A. von Kirchen setzten früher oft Gewalt ein, um zu bekehren. Heute findet Bekehrung, Umerziehung mit Worten statt. Trotzdem führt es zu nichts oder wo sind die Erfolge bitte?
Noch ein Vergleich. Früher wurde der Staat respektiert. Menschen, die ihn verkörperten, geachtet. Lehrer waren Personen, die man achtete, ja fürchtete. Diametral betrachtet haben sich sämtliche Verhältnisse ins Gegenteil verkehrt. Wie auflösen, wenn du keine Gewalt jenen gegenüber hast, die den Staat ablehnen und ihre eigenen Regeln schreiben? Schau dich um in Europa. Frankreich und und und. Das ist zwar eine bildungspolit. Betrachtung, doch ist die hochaktuell wenn es heißt: "Gewalt hat bei uns keinen Platz." Sie hat überall Platz genommen. So sieht es leider aus.
Nachtrag. Der Junge aus der Klasse, der mich dort 2 x sogar auf dem Schulhof vertrimmte, mit ihm sprach ich auf dem Klassentreffen. Es war mutig von ihm. Ich hatte ihm lange Jahre zuvor verziehen, eben, auch weil wir beide das Schicksal Spezialkinderheim teilten. Außerdem waren wir Jungs... 
Der Andere, ihn sah ich nie wieder, der, der sich für etwas Besseres hielt und mich anstachelte. Immer, wenn ich dort vorbeifahre, denke ich, das ist doch der Fahrradladen, der seinem Vater gehörte. Ob er ihn heute führt? Nur eine Idee am Abend... 