Ja. Matze 2706 Das stimmt. Wir Noch-Kinder hatte keine Arrestzellen, nur das wenige, was sie uns zur Verfügung haben stellen können. ![]()
Du weißt es selbst. Die DDR war sparsam, weil sie nicht viel hatte. Weder Rohstoffe, noch Freiheiten. Es mangelte an allem. Man sah es, spürte es. Man war arm dran.
Korrekt. Weniges reichte aus, um jmd. nach Torgau bringen zu können. Ich lernte Ende der 2000-er einmal eine Person als ehem. Erzieher/in kennen, die/der mir genau das später bestätigte, wie sie selbst hat jemanden dorthin bringen müssen. Mir wurde genau beschrieben, wie das ablief, aber das ist ein anderes, priv., Thema.
Unser Thema, du hast es erwähnt, wie jene, die dort waren, wie wir sie teils selbst erlebten, damit fertig wurden, wie sie "fertig gemacht" wurden. Nur, mir sagte es jemand während einer Veranstaltung in unserer damaligen Aula, wie sie ihn gebrochen hatten. Er nannte Namen und sie hatten mit Torgau nichts zu tun. Mir sind Schilderungen bekannt, dass sich größere Jungs aus dem Nachbarhaus schon mal mit jemandem von uns näher beschäftigt hätten. Selbsterziehung war so ein Stichwort. Keiner wußte, was das war oder lernte sie selbst unfreiwillig kennen. Auch das gehört zum Wissen, was geschah, weswegen sich viele von uns heute nicht mögen können, was ich verstehen kann. Noch heute verurteile ich mich manchmal selbst, jemandem nicht ausreichend Beistand geleistet zu haben. Und ich habe wahrlich nur einen Bruchteil erlebt.
Fakt ist. Sie drillten uns, teils bei Kleinigkeiten auf dem Sportplatz, beim Treppenauf- und Abgang, immer wieder, oder im Rondell beim 400 m Rundenlaufen oder einmal vor dem Heimgelände auf der Rödgener Landstraße wie kleine Strafgefangene.
Mehrmals besuchte ich EB nach der Wende, um zu spüren, was genau war da eigentlich los. Ich fühlte 1992 nichts, denn ich hatte ein Herz aus Stein. Das este Mal als ich dort mit der Regionalbahn aus Leipzig eintraf, ein später Nachmittag, ich lief dort herum wie im Trance. Alles sah wie einst aus. Ich schaute mir alles an und spürte nichts.
Eilenburg war schon 20 Jahre zurückliegend, verschlossen und exakt zu dem Zeitpunkt, wie es mir Jahre später ein Mitzögling aus meiner Gruppe am Tele erzählte, verließ die Erzieherin, die mir besonders "am Herzen lag" diese Erde. Ich haßte sie wie die Pest. Ein Buch reicht nicht aus.
Was eigentlich muss jemanden antreiben, sich dort nach 21, 22 vielleicht und nach 35 Jahren blicken zu lassen und dann noch mit Anderen, die teilweise auch dort waren? Was haben wir gesucht und was wollten wir finden? Ich fand FOTOS aber nicht Gefühle.
War es 2008, -09, keine Ahnung, ich müßte Archivar sein, ich fuhr aus der Saale Stadt Halle die 60 KM über Delitzsch auf den unendlichen sommerlichen Landstraßen mit dem Fahrrad noch einmal und das vorletzte Mal in den Ort, in dem mein ehem. Heim war/liegt. Es war wie eine Wallfahrt. Nach einer längeren Pause in Delitzsch traf ich dort ein.
Verrückt, wurde mir attestiert, bist du sowieso. Ich schloss mein Rad an, ging umher wie fremd gesteuert. Kaum ein Mensch dort, wie ausgestorben. Der einzige, der dort war, ein kleiner Junge, der Ball dribbelnd herumwuselte, vor Haus 1. Noch jemand, der mich ansprach, war eine Art Hausmeister, Blaumann und so. Sie fragten mich, was ich hier mache und so. Ich zu Beiden: ich war hier vor X Jahren Heimkind. Beide wurden hellhörig, quasselten eine Stunde, während sie mich herumführten. Ich zu ihnen: ich kenne alles hier, machte Fotos und sah exakt das noch unsanierte Haus auch von innen, in dem ich 2 Jahre lang lebte und diese zwei Jahre müssen mich geprägt haben. Eigentlichtl. waren es Zweieinhalb Jahre aber wen interessiert das?
Völligt verrückt war ich/muss ich gewesen sein, nachdem ich die Stunde/n auf meinem ehem. Heimgelände in Eilenburg/Mulde zubrachte, danach weitere 30 KM mit dem Rad auf der Landstraße nach Torgau/Elbe zu fahren. Ich kam dort und und war ziemlich fertig, schaffte es wie halb zerschlagen gerade noch zum Bahnhof. Die letzte Bahn brachte mich dann endlich über Leipzig zurück nach Halle.
Liebe Grüße
Axel