Beiträge von Leser

    Ja. Las ich schon, Christel. Alles sehr bescheiden gewesen diese Forenleben. Erfahrungen wie diese machten so Einige und wer da allein da steht, hats schwer. Kennen viele diese auch alte Heimerfahrungen und daher meine jahrelangen Vergleiche, über die ich oft schrieb aber selten verstanden werden wollten.


    Lies den Eingangsartikel, den ersten also. Da siehst du, um welches es geht. Ich bin nur in diesem Forum. Welche sollte es noch geben? :)


    Kumpeline. Mitbekommen heißt nicht, als Zuschauer glauben, inhaltlich alles verstanden zu haben, aber auch hier seis drum. Kapitelabschluss, wenn nur nicht immer jemand aufwärm`würde. :rolleyes:

    Das siehst du vollkommen falsch, zumal du diese alten Geschichten so gar nicht richtig mitbekommen hattest. Der Ton machte drüben Musik und die spielte sehr schlechte Töne.


    Man las davon, dass sich frühere jahrelange Bekanntschaften, ja Freundschaften lange zerstritten hatten. Das war für so Einige der Supergau. Für mich weniger, aber dafür sehr lehrreich.


    DAS ist mit diesem Forum hier NIEMALS zu vergleichen. Glaub es mir, ich weiß, worüber ich schreibe. :|

    Das mit dem Respekt, Kumpeline, hätte Bons mir gegenüber auch haben dürfen. Wir waren später dann teilweise spinnefeind und es ging bis hin zu Bedrohungen mir gegenüber, aber lassen wir die alte Wäsche. Die Schmähungen und Bezeichnungen habe ich von ihm noch heute im Kopf. Am Ende habe ich ihm verziehen und wir uns ausgesprochen, per Mail zumindest.


    Ich traf ihn Jahre zuvor auf dem damals und größten Heimkindertreffen das es jemals gegeben hat. Es war das Jahr 2010, ein Treffen bis zum Brandenburger Tor beginnend hinter der Friedrichstraße in Berlin. Ich war damals wirklich stolz, dabei gewesen zu sein und mit Transparent bewaffnet traten wir für uns ehemalige Heimkinder in der Öffentlichkeit auf. Davon gibt es noch heute auf Youtube Videos zu sehen. Diese Demo hatte etwas bewirkt. Bei der Demo lernte ich user kennen, die auch hier im Forum bis vor kurzem zumindest aktiv waren, egal. Es ist lange her.


    Dort flogen die Fetzen auf dem anderen Board/Forum und das will ich nie wieder erleben, wie ehem. Heimkinder untereinander sich so sehr angehen konnten, brachte bei mir das Fass zum Überlaufen. Teilweise war es wie Krieg und ich übertreibe nicht. 8|


    Ob das in der Heimkindercommunity nicht nachhaltigen Schaden angerichtet hatte, vermag ich gar nicht zu sagen, denn solche Sachen waren im Forum teilöffentlich und registrierte user zumindest bekamen mit, was da los war. Der Sache uns als Ehemalige war das dennoch abträglich. Davon bin ich überzeugt, denn es trug zur Entfremdung durch uns bei.


    Erledigt, aus und vorbei und schon deshalb werde und kann ich mich dort nie wieder anmelden. Wieso, wenn Wunden immer noch schmerzen können?

    Bei mir ist das inzwischen völlig anders. Je länger die Jahre dort zurückliegen, desto mehr merkte ich, dass es keine ernsthaften Verbindungen mehr gab, denn sonst hätte man sie doch entweder selbst gehalten oder andere hätten sie aufrechterhalten wollen. Wie überhaupt anzumerken ist, dass der eigentliche Kitt Stück für Stück aus den Fugen geraten ist. Schon seit Langem hatte ich dort persönlich zu niemandem mehr Kontakt, der in meinem Heim war und so war das auch irgendwie logisch, dass sich alles immer mehr verlor. Hier kenne ich gar niemanden, der in meinem Heim war, jedoch gab es auch hier früher Leute, die in meinem, wenngleich sie auch nicht in meiner Gruppe, waren. Hier kannte ich nur eine userin, die hier mal aktiv war, mit der ich gleichzeitig im Heim war. Ich wüßte also auch nicht, wieso ich mich dort noch einmal neu registrieren sollte. Die letzten Wochen hab ich daran gar nicht mehr gedacht und werde wohl auch bald nicht mehr daran denken. Was jedoch interessant wäre, wäre mal zu wissen, wer sich von dort, wie ich mich auch, sich hier angemeldet hat, weil sich dort doch gar nichts zu tun scheint. Ein paar kenne ich ja, aber manche haben vielleicht einfach nur neue Nicknamen verwendet. Bitte outet euch doch mal! 8o

    Es ist so lange her und wenn ich nur wüßte, ob wir noch etwas gespielt hatten, doch je länger ich drüber nachdenke, meine ich mich daran zu erinnern, dass wir bei schlechtem Wetter oder im Winter im Aufenthaltsraum, der zugleich auch Essensraum war, Schach gespielt hatten. Ich konnte schon ein wenig Schach bevor ich ankam und ein paar Spiele ein paar Mal sogar hatten wir auch gespielt. Ich weiß nicht mehr, mit wem und es kann auch sein, dass sogar Mensch-ärgere-dich-nicht Steine dort herumschwirrten.


    Komisch, manchmal kommt immer wieder ein Stückchen zum Vorschein und ich wollte, ich hätte damals alles fotografiert. Nur ganz wenige Bilder aus der Heimzeit liegen mir vor, die ich selbst gemacht habe und auch bei einem Besuch entstanden sind, doch den Alltag fotografisch festhalten - das wäre es gewesen. Irgendwie ging das nicht, entweder, weil es nicht gestattet war, solche Sachen festzuhalten oder auch, weil keine Fotoapparate erlaubt waren. Ich kann es wirklich nicht sagen, aber Fotos wären genial gewesen. Wie gesagt, einige, ganz wenige habe ich, die ich selbst gemacht hatte während eines Besuchstages entstanden, aber wieso danach keine Fotos mehr durch mich gemacht wurden, kann nur die Erklärung beinhalten, dass es nicht erlaubt war. Wahrscheinlich gab es schon damals Datenschutz. :/

    Bevor ich den Tag sinnvoll nutzen muss, Schnell noch das. In Erinnerung blieb mir nur in der wenigen Freizeit, die sie uns zugestanden, Tischtennis. Fussball spielten sie/wir natürlich auch, doch machte ich bis auf den ersten oder zweiten Tag nach der Ankunft im Heim dann nicht mehr mit. Völkerball spielten wir regulär während des Sportunterrichts und ich erinnere mich jetzt gerade sogar noch an eine Fahrradtour mit einem Teil der Gruppe. Der andere Teil durfte wohl gerade nicht diesen Teil der Freizeit mitmachen. Apropos machen. Ich muss dann mal was tun. ;)

    Dann viel Freude dir bei weitere Recherchen. Vielleicht kam es zu Besitzwechseln? Hier steht doch irgendwo dass auf dem Gelände ein Autohaus sein Domizil hat. Also kann das dann nicht bedeuten, dass die Stadt, der das damalige Heimgelände gehört haben dürfte, es nicht zum Teil durch Veräusserung sprich Verkauf verwertete? Entscheidend wäre Einsichtnahme in die Grundbucheinträge.


    Dass überall nach 1990 in den Neuen Ländern viel kapitalisiert wurde, versteht sich von selbst. Was hätte die Stadt mit der Immo auch anfangen sollen? Vieles stand so viele Jahre lang in Leipzig leer. Ob im Leipziger Osten oder auch in Plagwitz im Südwesten. Selbst noch in Gohlis.

    So sehen das die Franzosen neuerdings auch, wie ich erst vorhin in einem meiner Lieblingsblätter habe lesen dürfen. Dort wurde bekanntlich im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern ein etwas anderes Vehältnis zur Kindererziehung gepflegt und der berühmte Klaps galt als weniger geächtet als wie es bspw. in Schweden oder auch in Deutschland der Fall ist. Der Artikel ist etwas länger und hat mit Heimthemen nichts gemein, aber er paßt dennoch hier hinein, weil er so einiges zeigt, was bisher falsch gemacht wurde. Er beinhaltet auch sonst noch recht interessannte Gedankengänge. Insbesondere die zahlreichen Lesermeinungen haben es in sich und werfen gar manche auch abenteuerliche Frage auf. Wer Zeit hat und schauen möchte, worum es in dem Artikel geht, klickt einfach mal hier hinein.


    https://www.zeit.de/kultur/201…t-newtab&page=28#comments

    Stimmt haargenau, @Johnny ich kenne die Gegend aus meiner Zeit noch gut, als ich jahrelang in den 90-igern in Leipzig gearbeitet habe und dort sowohl mit dem PKW als auch viel mit dem Fahrrad herumgefahren bin. Ich war dort häufiger, weil ich dort einen Reifendienst aufsuchte und immer mal wieder dort auftauchte.


    Mich interessierte das auch nur deshalb, weil aus meiner Gruppe aus meinem Heim zwei Jungs in genau dieser Heiterblick-Einrichtung zuvor waren, die unmittelbar nach deren Entlassung von dort zu uns nach Eilenburg, geografisch gerade mal 14, 15 km entfernt, kamen und in meiner Gruppe landeten. Der eine hieß übrigens auch Axel. Bitte melde dich doch endlich einmal. :)

    Wenigstens liest sich das weniger stupide als wie ich es erlebt habe. Oberhausen, liegt das nicht im Ruhrpott? Da war ich noch nie.


    Du schreibst, freies Heim. Das hört sich gleich noch besser an. Gabs denn keine klaren gerelten Abläufe? Bei uns schien jedenfalls immer eine Stoppuhr mitgelaufen zu sein. Alles wurde kontrolliert, wenn man nicht gerade Freizeit hatte. Jeder musste sowieso spuren, sonst konnte das bedeuten, dass man ein Problem bekam, s.o.


    Ich will das mit dem Thema Selbsterziehung jetzt gar nicht so sehr ansprechen und das läse sich auch nicht so gut. Angedeutet hab ich es schon.


    Natürlich mussten wir alle funktionieren weil es eben bedeutete dass alle Nachteile gehabt hätten. Am einfachsten war da noch Einzelbestrafung. Andere blieben dann wenigstens verschont.


    Ich hoffe trotzdem, dadurch irgend etwas gelernt zu haben. Irgend was Positives.

    Jan wird das wissen, es gab den sogenannten Schüler vom Dienst (SvD). Diese Rolle musste jeder ab und an mal übernehmen. Das bedeutete, dass jemand dazu bestimmt wurde, die Gruppe zu leiten. Ganz besonders, als es darum ging, wenn Erzieherinnen auch mal nicht anwesend waren, vermutlich weil sie die Beine hochlegten oder keine Lust hatten. :rolleyes:


    Es bedeutete, dass der SvD die Mitschüler-Kinder ermahnen mußte, wenn sie gerade irgend etwas taten, was sie zu dem Zeitpunkt nicht tun sollten/durften, bspw. in der Reihe miteinander quatschen/reden/sprechen. Dann wurde er darauf hingewiesen, zunächst. Später konnte es bedeuten, dass er diesem Schüler-Kind einen Punkteintrag einbrachte. Dieser Punkt landete abends in einem speziellen Gruppenbenotungsheft, nach Namen sortiert. Es konnte auch sein, dass jemand völlig aus der Reihe tanzte und man gezwungen war, jemanden zur Ordnung zu rufen und natürlich musste dieser SvD dem/der diensthabenden Erzieher/in Meldung machen, also auch irgendwie wie später in der Army. Ganz besonders bescheuert waren Disziplinierungsmaßnahmen, die ein SvD zu begleiten hatte, wenn es mal wieder hieß, Antreten zum Appell und vor allem dieses auf dem Sportplatz in der Freizeit in Reih und Glied marschieren müssen und mit dem Sportzeug bekleidet sogar draußen vor dem Heim auf der Landstraße. Jeder, der dort dann mal vorbeikam, sah, dass wir irgendwas ausgefressen haben müssen, sonst würde man ja nicht draußen vor dem Heim marschieren müssen. Das hab ich mind. 3 x selbst so erlebt. Der SvD musste das leiten, so kein Erzieher den Blödsinn leitete. So weit bis hierhin.


    Der zweite Teil war eben der, dass man auch Noten vergeben musste, die dann durch Erzieh. hübsch ins Heft eingetragen wurden. Da standen dann am Abend Punkte und je nach dem, wurde abgerechnet. Die Anzahl der Punkte brachte dir dann oft auch sofort Strafarbeiten ein bis hin zum Wochenendausgehverbot. Kino- oder Badeverbot. Ja, das konnte sogar bedeutet haben, keinen Besuch empfangen dürfen im schlimmsten Falle.


    In dem anderen Heimforum postete ich das vor Jahren schon einmal, wie sehr ich diesen Job SvD haßte! Ich KONNTE und WOLLTE niemanden benoten, diese eine ganze Woche lang. Nie wieder machte ich das, wohl auch, weil ich nicht willens war, ließ man davon ab, dass ich erneut SvD wurde. Man kam unweigerlich in Zwiespalt und im Alter zwischen 11-13 fühlte ich mich dafür zu unreif und überhaupt nicht geeignet. Ich weiß nicht, ob man mich jetzt versteht, weshalb das Punktetheater bei mir so ankommt, wie ich es beschrieb, aber eigentlich sollte mir das wiederum auch egal sein. Nur, kann man das wirklich nach diesen Prägungen und Mustern mit denen wir schon früh aufwuchsen? Vielleicht aber auch war ich nur ein wenig zu sensibel, um das alles zu schlucken. :whistling:

    @conan Du musst wissen, dass das vormilit. Training nenn ich es mal für uns Jungen dazu diente, uns schon lange vor der Einziehung in die Armee (NVA) vorzubereiten. Für ältere Kinder und Jugendliche gab es spaeter dann die "Gesellschaft für Sport und Technik", wo es damit weiterging. Alles diente einem Ziel, uns auf den Frieden, oder doch dem Krieg? in jedem Fall der Verteidigung der Heimat als "sozialistische Persönlichkeiten" heranzubilden. ....

    Wir waren 16 oder 18 Jungen. Das nur mal nebenbei. Du hast schon recht, aber der gesamte Tagesablauf sah sehr viel trostloser aus als das morgendliche Aufstehen. Wenn wir nur mal an den Bettenbau vor den Frühstück vor dem Appell auf dem langen immer frisch durch uns gebohnerten Flur denken, wenn der nicht klappte...


    Den ganzen Tag zu beschreiben, ja, das konnte schon sehr nervig sein. @Pierre1976 hats super beschrieben. Das war schon irgendwie auch Zucht und Ordnung. Wie oft Kollektivstrafen erfolgten, wie viel Freizeit uns die kostete, wie oft man sinnlos Strafarbeiten verrichten mußte, es gab sogar noch Prügel, obwohl offiz. gar nicht mehr statthaft, wie mir auch andere bestätigten, die ich auf einem Besuch im Heim vor etwa 9 oder 10 Jahren zurückliegend wiedertraf. Ich habs selbst einmal erlebt. Das war zwar hart aber die Summe aller Arten von Zwang prägte, was uns widerfuhr. Dann schien aber zwischendurch auch nicht mal so selten die Sonne. Lichtblicke in grauer Vorzeit. Spass hatten wir selten. Zeit dafür gabs kaum. Es war schließlich ein Erziehungsheim, eben ein Spezialkinderheim und wir alle waren wohl sehr speziell.


    Sicher, wir waren unterschiedlichst wie Kinder sein können. Manche auch sehr schwierig zu erziehen. Manche gehörten dort nicht hinein, waren trotzdem dort.


    Mag mag das sehen wie man will. Strukturen brauchen Kinder immer. Da geb ich dir auch Recht, aber sie hätten in diesen sparsamen Zeiten auch weniger streng sein können. Wer weiß, weshalb man selbst so wurde, wie man ist.


    @JW1HAL Erinnerst du dich noch an die Henry Bonbon Fabrik nahe deinem Heim gleich praktisch um die Ecke? Da gab es für uns sogar mal was Süßes. ;)

    Ich sags mal so. In den späten 60igern bis frühen 70igern kannten die Erzieherinnen wohl selbst kaum was anderes, als uns zu disziplinieren. Mit einer Art vormilit. Drill kann man das nicht machen. Da das Zwang beinhaltete, und man sich unter Androhung von Strafe fügen musste, heisst das nicht, dass man das unbewusst gutheissen konnte, was sie mit uns machten. Mich "erzog" das nur zu Widerspenstigkeiten und Trotzreaktionen. Andere auch.


    Vor vllt. 12 Jahren erfuhr ich dadurch, als ich die Heimzeit begannn, aufzuarbeiten, dass in meinem Heim die höchste Erzieherfluktuation aller DDR Spezialkinderheime bestanden haben soll. Das wussten bereits Praktikanten bevor sie sich als Erzieher entscheiden sollten, wo sie tätig sein möchten. Das Heim galt als besonders rot ideologisch ausgerichtet. Weshalb nun wollten viele dort auch nicht lange arbeiten? Wahrscheinlich, weil sie mit den Methoden von Erziehung nicht einverstanden waren.

    Das ist tatsächlich so, im Alter von 11 bis 13, in dem Alter war ich dort - lernte man das schnell, sonst hatte man es schwer und das war es auch. Schwer auch, sich diesen Regeln zu fügen, diesen oktroyierten Abläufen, stupiden, sich täglich wiederholenden frustrierenden Geschehnissen, auch wenn es hier und dort Lichtblicke gab, empfand auch ich es, wie du schon geschrieben hast, in unserem Heim als eine Art Kinderkaserne mit eben diesen streng geregelten mir sinnlos erschienenen Tagesabläufen. Es war, als wenn man wie eine Marionette an einer Strippe hing, man kam da nicht raus, festgebunden.


    Der vormilitärische Drill, das Strafmarschieren müssen, wenn die Gruppe nicht spurte, war eine Art gruppendynamische Erpressung, denn wer nicht in der Gruppe mitspielte, wußte in etwa, wie die Konsequenzen aussehen würden.


    Was mir in den Jahren immer wieder auffel, war die Frage, woher all die Melancholie und Traurigkeit kam, die Suche vor allem danach, wie das alles dazu kam und dazu bedurfte es der Suche nach Ursachen, die sehr viel später begann und vor mindestens 10, 12 Jahren auch Erfolge zeitigte. Das war eigentlich alles, was blieb. Sie machten aus uns etwas. Ob es das war, was sie wollten, wie wir sein sollten oder ob sie uns später Chancen nahmen, so sein zu können, wie wir es wollten. Diesen Schlüssel habe ich nur noch immer nicht gefunden und wer die Frage stellt, weshalb sich immer mit der Vergangenheit beschäftigen - ich mache das eig kaum noch - dem sage ich auch jetzt, dort liegen die Wurzeln, die uns zu dem haben werden lassen, ob es uns paßte oder nicht. Wir sind, was sie aus uns gemacht haben.


    Ich habe heute dummerweise wieder meinen schreibenden Sonntag gehabt. Ob das gut war, ich hoffe es und ich hoffe auch, dass irgendwann einmal alles sein Ende findet.

    Vielleicht hat der Eine oder andere hier noch ein Paar Erinnerungen?


    Bei uns im Spezialkinderheim ging es immer millitärisch vor. der ganze Tagesablauf bestand aus Antreten und geschlossen im Gänsemarsch zur nächsten Aktivität, ganz egal, ob es Waschen, Frühstücken oder der Gang zur Schule war. Einer war der SVD (Schüler vom Dienst), der eben in dem Moment der Gruppenführer, die rechte Hand des Erziehers war. Also alles schon stark an die Armee gelehnt. Aber es funktionierte.


    Wie war es bei dir?


    Du weißt aber schon, dass ich nur in etwa 1.500 Metern Entfernung in dem anderen Spezialkinderheim im gleichen Ort wie du warst, war und wenn ja, hast du eine Ahnung, dass das sehr sehr ähnlich ablief, wie bei dir auch und dem @Pierre1976 mag ich mal ganz besonders danken, denn das, was er dort beschrieben hat, erinnert mich sehr genau daran, was wir das auch alles erlebten. Eine Uhr hatte ich nämlich auch. Kann man das alles schadlos überstanden haben? Diese Routine, dieser dröge Alltag, diese Disziplin? Kar, das hatte nach außen alles funktioniert, nur welchen Zielen diente es und was wurde dabei falsch gemacht und wem ist das vielleicht alles gar nicht so gut bekommen? :whistling:

    Ich weiß nur, dass ich mir sehr viel später, also erst, als das möglich war, Rolling Stones Platten gekauft habe, dabei hatte ich das Meiste eh schon auf Tonbandern gespeichert, doch das reichte natürlich nicht, um seine Idole zu hören. Bisher hörte ich die Bänder nur in schlechterer Stereo-Qualität. Die Platten, auch viele, die ich noch nicht auf Band hatte, hatten nun eine ungleich besere Qualität, die ich dann verrückterweise auch wieder auf Tonband, dieses Mal Kassetten umgeschnitten hatte, damit man sie auch unterwegs hören konnte. Natürlich hatte die Musik auch etwas damit zu tun, wie man nach dem Heim klar war, denn der Inhalt einer Reihe der songs reflektierte einen Teil der Kindheit und Jugend und nach der Entlassung lebte ich diese Musik, so wie Musik nach wie vor ein wesentlicher Bestandteil meines Wesens blieb.


    Ansonsten gab es auch so einige Konflikte, die nach der Heimzeit sporadisch immer wieder einmal mitschwangen und das Leben einerseits leichter machten, andererseits aber auch in Konflikte gerieten ließ, die vielfach auch mit dem früheren familiären Umfeld und damals unbewältigter Konflikte zu tun hatten. Erst gestern musste ich dazu wieder einmal bei jemandem auf den Tisch hauen, denn Lügen ertragen, nie wieder! Manches wäre nie geschehen, wenn es Konflikte derer nicht gegeben hätte, die uns in die Welt setzten, sie uns einerseits fesselten, mit Liebe erdrückten, manipulierten und andere Teile von ihnen logen, sie sich die Welt schön redeten, dabei war vieles falsch und innerlich war man doch nie frei.


    Der Weg, sich seine vermeintliche Freiheit zu nehmen, der war lang und nie einfach. Für andere war das hart doch woher die eigene Härte kam, danach wurde nie gefragt. Am Ende, wenn alles immer nur verdrängt wurde, kommt doch alles auf den Tisch und dann ist es zu spät.