Hallo Zusammen,
ich bin relativ neu hier, kann aber bei so ziemlich allen Themen mit reden, da ich erst in verschiedenen Kinderheimen und zu guter letzt auch noch im JWH war.
Persönlich kann ich zu diesem Thema nur so viel sagen, wer etwas aus seinem Leben machen möchte und diesen ganzen Schund hinter sich lassen wollte, hatte dies zum größten Teil selbst in der Hand. Wichtig sind dabei aber auch Freunde, Bekannte und Verwandte die hinter einem stehen.
Das Leben im JWH war kein Zucker schlecken, die, die es betrifft, wissen wovon ich rede.
Im Kinderheim, zumindest da wo ich war, war es Gang und Gebe, das die Entlassenen unterstützt wurden, sei es bei der Lehrstellensuche, Wohnungssuche nach der Lehre und vorallem beim Kauf der ersten Wohnungseinrichtung. Das war im JWH nicht der Fall! Nach dem Aufenthalt im JWH bekam man eine Stelle zugewiesen, egal ob es einem passte oder nicht. Ich habe diese Stelle dankend angenommen, da ich von da an mein Leben fast selbst bestimmen konnte. Auch habe ich die Chance genutzt meinen Abschluss der zehnten Klasse nachzuholen und meinen Facharbeiter gemacht. Wie schon erwähnt hatte ich gute Freunde um mich herum, die mir Rückhalt gegeben haben, dafür bin ich sehr dankbar. Mit meiner Mutter allerdings habe ich ab dem Zeitpunkt meiner Entlassung gebrochen, für`s erste. Sie war es, weswegen ich ins Kinderheim kam und der Rattenschwanz wurde immer länger. Ich habe mir so oft gewünscht adoptiert zu werden und hechelte nach Aufmerksamkeit und Liebe, vergebens. Jahre später meldete sich meine Mutter bei mir, warum weiß ich nicht, doch wie sich später heraus stellte wegen Geld.
Mein Sparbuch hatte sie ja zu DDR Zeiten, da ich noch keine achtzehn Jahre war komplett geplündert(6000 Ostmark).Ich dachte mir aber, okay vielleicht möchte sie ja auch über das Geschehene reden, falsch gedacht, kein Wort der Reue, keine Entschuldigung nichts. Sie ließ es zu, das mein Stiefvater mich mißbrauchte als ich sechs Jahre alt war, sie ließ es zu, das 10 von 13 Kindern ins Heim kamen und adoptiert wurden( was wohl auch besser war), nur ich nicht. Auf die Frage nach dem Warum?, antwortete sie nur lapidar, ich sei ihr Erstgeborener und da könne sie schlecht die Einwilligung zur adoption geben. Hat das was mit Liebe zu tun? Ein ganz klares NEIN! Nun ja, lange Rede kurzer sinn, nach mehreren Jahren beim Psychologen habe ich für mich entschieden und auch auf Grund meiner Heimakten, die sich lesen wie ein Buch, den Kontakt zu meiner Mutter zu beenden. Man weiß nie wann und wie der richtige Zeitpunkt ist zu so einem Handeln, für mich war er jetzt, mit 49 Jahren. Meine Mutter hat alles um mich herum was Familie betrifft zerstört ohne Rücksicht auf Verluste. Sie hat in ihrem Leben nie gearbeitet, beschwert sich aber über dies und das, vorallem darüber das sie zu wenig Rente bekommt. Ist schon irre oder? Ich bin froh nicht Teil ihres Lebens zu sein und fernab von ihr mit meiner Familie glücklich zu leben. Fazit: " Besinnt man sich auf das Wesentliche und hat ein wenig Glück, was wahre Freunde betrifft, so kann das Leben schöner nicht sein. Dafür bin ich allezeit dankbar"!