Beiträge von Die Andere

    Lieber Leser, kein Kind hat es verdient, im Kinderheim leben zu müssen! Kein Kind trägt die Verantwortung dafür! Es sind immer die Eltern / Erziehungsberechtigten, die die Verantwortung für ein Kind übernehmen müssen. Wenn sie es nicht können, wenn sie erziehungsunfähig sind, ist auch das ihr Problem! Niemals ist ein Kind dafür verantwortlich!

    Ich habe selbst erlebt, wie ich im Kinderheim massiv beschimpft wurde, weil ich mit Läusen und Krätze von meiner Mutter und ihrem Mann ins Heim kam.

    Zum Glück weiß ich heute, wer da wirklich hätte zur Rechenschaft gezogen werden müssen!

    Auch hatte das Personal im Kinderheim überhaupt keine pädagogische Ausbildung. Zudem mangelte es ihnen oft an Empathie. Im Gegenteil, sie haben sich mächtig gefühlt und ihre Macht an uns ausgelassen. Wir Kinder hatte keine Rechte und auch keine Fürsprecher!

    Wenn wir heute etwas erreicht haben, mit unserem Leben zufrieden sind, dann ist das ganz allein unser Verdienst! Auch wenn vielleicht niemand an uns geglaubt hat, sind wir unseren Weg gegangen!

    Ich schreibe das mit so viel Vehemenz, weil ich ähnliche Erfahrungen gemacht habe wie du.

    Heute weiß ich, dass ich stolz auf mich sein kann - auch wenn ich das immer mal wieder vergesse! 😉

    Leser, deine Geschichte berührt mich sehr. So ähnlich hatte ich mir das gedacht, nachdem ich deine Beiträge über deinen Rehaantrag gelesen habe.

    Ich vermute, vielen Mitgliedern haben ähnliche Erfahrungen machen müssen.

    Wir alle hier haben unsere vollen, schweren Rucksäcke, die wir vermutlich unser ganzes Leben tragen werden. Wobei jeder von uns seine eigene Art hat, damit umzugehen.


    Du fragst, was suchen wir wirklich…

    Meine Antwort darauf: dass ein einziger Mensch sagt, so wie du bist, bist du genau richtig!

    Ich glaube, diesen Wunsch, diese Sehnsucht schleppen wir seit unseren Kindertagen mit uns rum!

    Wahrscheinlich werden wir erst wirklich frei sein, wenn wir uns das selbst sagen können und auch glauben!

    Leser: Macht und Willkür beherrschen auch heute noch viele Behörden!

    Doch wichtiger als das Bild, das die Behörden von dir haben, ist das, was du selbst von dir hast!

    Lass dich nicht unterkriegen!

    Leser, wenn ich eins im Leben gelernt habe, dann: aggressive Kinder sind ängstliche Kinder!

    Solltest du tatsächlich aggressiv gewesen sein, hat das gute Gründe gehabt!


    Was ich noch immer lernen will: lass los, was du nicht ändern kannst! Das gelingt mir mal mehr, mal weniger 😉

    Wir können die Vergangenheit nicht ändern. Aber wir können unsere Gegenwart aktiv gestalten. Dazu wünsche ich dir die Kraft!

    Leser, als ich noch in einer Stadt wohnte, bin ich zum Schluss gar nicht mehr mit dem Rad gefahren. Kaum Radfahrwege, zu viele Autos und LKWs. Jetzt lebe ich in einem Dorf an der Nordsee. Das ist natürlich gaaaaanz anders! Hier gibt es sehr viele Radwege. Und am Meer entlang zu fahren ist unbeschreiblich schön. Für mich das größte Glück in meinem Leben!

    Gestern habe ich mit einer Gemeindekirchenrätin / Presbyterin über dieses Thema gesprochen. Sie versteht nicht, warum sich unsere Gemeinde nicht mal damit beschäftigt. Sie möchte gerne einen Artikel für den Gemeindebrief schreiben, um vielleicht andere Betroffene ansprechen zu können. Gemeinsam könnten wir möglicherweise auf die Missstände in der evangelischen Kirche aufmerksam machen…

    Sowohl der Staat als auch die Kirche sind mit der Verantwortung ehemaliger Heimkinder/ Opfer sexueller Gewalt gegenüber völlig überfordert!

    Mir fehlen die Worte angesichts solcher Ignoranz!

    WOW!

    Lieber Leser, das finde ich echt stark! Diese Kraft habe ich nicht. Ich kämpfe, doch irgendwann bin ich so frustriert und kraftlos, dass ich aufgebe. Zumindest dann, wenn ich keine Hoffnung mehr sehe.

    Dir wünsche ich gute Gedanken, klare Worte, Ausdauer und Überzeugungskraft!

    Liebe Grüße

    die Andere, die zumindest Konsequenzen aus ihren Erfahrungen zieht 😉

    Auch ich war in dem Kinderheim Schloss Schwansbell, von 1967 bis 1974.

    Leider kann ich mich nur an sehr wenige Namen erinnern, weil ich meist nur in meiner Fantasiewelt gelebt habe.

    Doch Familie Pfeiffer mit Tochter Dorle, Frau Decke und Frau Mooney sind mir in Erinnerung geblieben.

    Es wäre schön, wenn ihr mehr über eure Erfahrungen besonders mit der Heimleitung berichten könntet!

    Hallo zusammen,

    auch ich bin Opfer sexueller Gewalt im kirchlichen Kinderheim geworden. Habe bei der zuständigen Landeskirche einen Antrag auf „Anerkennung des Leids“ gestellt - und soll nun Beweise für die erlittene Gewalt bringen.

    Leider gab es noch keine Handys, so dass ich es nicht filmen konnte.

    Auch war ich so verängstigt und eingeschüchtert, dass ich mit niemandem darüber gesprochen habe.

    Was mache ich jetzt?

    Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht? Entweder mit dem selben Heimleiter oder mit dem aktuellen Umgang der Kirche mit diesem Thema?

    Ich würde mich sehr über Antworten von euch freuen!


    Liebe Grüße

    Karo

    Meine Erfahrungen mit diesem Thema sind gerade hochaktuelle und machen mich fast sprachlos. Ich habe deinen Antrag bei der Landeskirche RWL gestellt. Und muss nun beweisen, dass der sexuelle Missbrauch tatsächlich stattgefunden hat.

    Leider habe ich gab es noch kein Smartphone, womit ich es hätte filmen können.

    Dummerweise habe ich auch niemandem davon erzählt, weil ich viel zu große Angst hatte.

    Ich bin einfach nur fertig…