Beiträge von JW1HAL

    Du warst noch 20 Jahre vor mir im Heim und dann auch noch in Bayern, wo die doch alle so kirchlich sind. Beide Faktoren machen das Ansehen der Heimkinder noch schlimmer.

    Ich war in den 80ern in Sachsen im Heim, da war das mit dem Ansehen sicher nicht mehr ganz so schlimm oder ich habe oder wollte es nicht wirklich wahrnehmen. Uniformen hatten wir nicht, jedoch liefen wir schon fast einheitlich in den selben Klamotten rum, so dass man schon sehen konnte, dass die aus dem Heim sind. Beim Einkaufen gab es ja nun nicht so viel unterschiedliche Klamotten, so dass es vorkam, dass eben 4 oder 6 von 15 die gleiche Jacke, Hose oder Schuhe hatten. Uniformen hatten wir nicht, abgesehen von der Pionier- und FDJ-Kleidung, die allerdings nicht für Spaziergänge, sondern zu besonderen Anlässen getragen wurde. Aber das trugen auch Nicht-Heimkinder.

    Mir geht es aber hier genau darum, dass dieses Anstellen und in Einer- oder auch Zweierreihe laufen viele Heimkinder hassen, obwohl das eigentlich nicht unbedingt eine Heimmethode ist, sofern es nicht übertrieben wird, sondern eine ganz einfache pädagogische Maßnahme, um viele Kinder gut beaufsichtigen und lenken zu können. Das ist übersichtlich und man hat als Erzieher oder Lehrer alles im Griff. Die müssen ja auch ständig durchzählen, ob alle da sind, sind verantwortlich beim über die Straße gehen usw.

    Heimkinder benennen das öfter als was ganz Schlimmes. Und das ist es, was mich daran immer ein wenig stört, wo meiner Meinung nach sehr übertrieben wird. Ich benenne das zwar auch öfter, weil es bei uns Gang und gebe war, eben zum Tagesablauf dazu gehörte und am Tag bestimmt um die 10 Mal gemacht wurde. Aber als besonders schlimm sehe ich das nicht, so dass man sagen könnte, dass einem auch damit Freiheit beraubt wurde oder dass es unmenschlich ist. Das habe ich aber schon bei einigen herausgehört, weil sie sich wahrscheinlich noch nie Gedanken darüber gemacht haben, warum das so ist und war.

    Ich kenne das sogar vom Kindergarten. Nicht selbst, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber wenn mal ein Kindergarten einen Ausflug macht und spazieren geht, laufen die auch in Zweierreihe und müssen sich sogar anfassen. Ich kenne das auch noch mit diesen Großen Wagen, wo die ganz kleinen immer drin saßen.

    Da waren an der Seite noch Griffe, da mussten die anderen anfassen und nebenher laufen.

    Aber auch da wurde schon in "Marschordnung" :) marschiert

    Antreten und Stillgestanden!

    Die Überschrift ist nun etwas übertrieben, aber ich wusste nicht so richtig, wie man das benennen sollte.

    Ich bin ja nun vor einer Weile umgezogen und hier hinter meinem Haus ist eine Kindergarteneinrichtung, wo wohl auch ein Hort integriert ist. Nun kann ich fast täglich beobachten, wie die Kinder aus der Schule kommen, sich in 4 einzelnen Reihen vor dem Eingang aufstellen und dann Reihe für Reihe einzeln rein gelassen werden. Vermutlich sind das 4 verschiedene Gruppen und damit nicht alle durcheinander rennen, gehen sie eben Gruppe für Gruppe ins Haus. Das finde ich irgendwie genial, wie perfekt das klappt. Die laufen da alle sehr diszipliniert wie am Schnürchen rein. Ich finde das jedes Mal erstaunlich.

    Und jetzt kommt´s! Es erinnert mich irgendwie immer an das Spezialkinderheim. Da mussten wir das auch machen. Im Heimgebäude, zu jeder Gelegenheit und auch außerhalb des Heimgebäudes, also auf den Heimgelände zu jeder Gelegenheit. Und natürlich auch wenn man auch mal das Heimgeländer verlassen hat. Ich weiß gar nicht mehr, wie das im Normalheim und in der Schule war, wo ich noch nicht oder nicht mehr im Heim war. Aber ich denke, da musste man sich auch ab und an mal so aufstellen.

    Nur im SKH war das eben zu jeder Gelegenheit, egal ob es zum Zähne putzen, zum Waschen, zum Schuhe putzen oder zum Essen ging. Jedes Mal in einer oder Zweier-Reihe aufstellen und erst wenn alle da waren und der SVD (Schüler vom Dienst) oder der Erzieher grünes Licht gaben, konnte man los marschieren. Nicht wirklich marschieren, aber dann ging es eben geschlossen zu der jeweiligen Sache.

    Nun will ich euch nicht weiter auf die Folter spannen, schaut selbst und sagt anschließend mal, wie ihr dazu steht. Ich bin ja der Meinung, das muss bei vielen Kindern so sein.


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    Anscheinend wurde mein Account nach langer inaktiver Zeit gelöscht aber ich habe mich wieder angemeldet um mich zu melden :)

    Was war dein Account?

    Der hiess auch Nordlicht. Ich musste den neu anlegen

    Ich frage deshalb, weil es hier schon im Thread ein Nordkind gab. Sind das deine Beiträge? Oder warst du definitiv unter Nordlicht da? Hattest du da schon Beiträge geschrieben?

    Um zu vermeiden, dass ein und die selbe Person hier mit mehreren (auch unregsistrierten) Accounts herum rennen und Beiträge schreiben, bzw. viele Beiträge von ein und der selben Person unter verschiedenen Usernamen zu finden sind, ordnen wir lieber alte Beiträge wieder zu. So hat jeder seine alte Beiträge wieder und wir haben hier ein paar Beiträge von unregistrierten User weniger.

    Es wäre also schön, wenn du uns dies mitteilen würdest.


    Gruß jw1hal

    Wie war der Tagesablauf bei dir im Heim?

    Hallo,

    ich weiß, dass wir das Thema irgendwann schon mal hatten. Für die älteren User mag das bekannt vorkommen, für die neueren User wäre das aber Neuland.
    Und immer wieder uralte Threads heraus zu kramen ist auch nicht immer gut.

    Von daher die Frage an euch, wie der Tagesablauf so in deinem Heim strukturiert war.

    Ging es eher locker zu oder war es richtig streng.
    War es eher etwas durcheinander oder gab es täglich richtig feste Zeiten?

    Ich werde mich später sicher auch noch dazu äußern, da ich hier sicher auch noch einige Erinnerungen habe, wenn auch nicht Viele.

    Also Mutige voran, wie war es bei dir so?

    Wann und wie wurde zum Beispiel aufgestanden, gewaschen, Betten gemacht, gefrühstückt, Zimmer aufgeräumt, in die Schule gegangen, von der Schule wieder ins Heim gegangen, Mittag gegessen, Schulaufgaben gemacht, wann und was gab es zum Vesper, wann und wie war die Freizeit, wann und was gab es zum Abendbrot, wann und wie lange durfte man Fernsehen, wann und wie wurde sich gewaschen, Zähne geputzt, Schuhe geputzt und wann wurde ins Bett gegangen und wann war Nachtruhe?

    Wie war das, als du von einem Heim zum Anderen kamst?

    Hallo,

    wie war das genau, als du von einem Heim zum Anderen kamst?
    Hast du daran noch genaue Erinnerungen?
    Wurdest du abgeholt?
    Bist du von den Erziehern dort hin gebracht wurden?
    Wie war der Abschied in dem verlassenen Heim und wie die Aufnahme in dem neuen Heim?
    Wie wurdest du von Erziehern und Heimkindern empfangen?
    War es danach besser oder schlechter?

    Ich kann mich daran auch leider nicht erinnern. Ich kam von der 3., zur 4. Klasse von einem Normalheim, in ein Spezialkinderheim und habe aber daran leider absolut keine Erinnerung. Ich hätte euch gerne davon berichtet.

    Kannst du dich noch an deine erste Heimeinweisung erinnern?

    Hallo,

    wie ist es dir bei deiner ersten Heimeinweisung ergangen?
    Kannst du dich da noch an alle Details erinnern?
    Wurdest du aus der Schule oder von zu Hause weggeholt oder haben dich deine Eltern höchstpersönlich dahin gebracht?

    Wie ging es dir in diesem Moment?
    Wie wurdest du im Heim aufgenommen, von den Erziehern und auch von den anderen Heimkindern?
    Was war besonders gut und was besonders schlecht?
    Hattest du Heimweh?
    Hattest du auch Heimweh, obwohl es dir zu Hause schlechter ging?

    Ich persönlich kann mich daran leider nicht erinnern und weiß nur so viel, dass ich wegen Schläge der Eltern ins Krankenhaus kam und vermutlich direkt von dort aus in der 3. Klasse ins Heim nach Krosigk verbracht wurde. Aber wie das genau war, weiß ich absolut nicht mehr.

    Nach dem Kinderheim / Spezialkinderheim / Jugendwerkhof auf eigen Füßen stehen, auf sich allein gestellt

    Hallo,

    Ich bin ja nun nach dem Heim in der 7. Klasse zu meinen Großeltern gekommen und stand nicht alleine da.

    Aber wie ist es dir ergangen, als du aus dem Kinderheim / Spezialkinderheim / Jugendwerkhof raus gekommen bist, dann auf eigen Füßen stehen musstest und auf dich allein gestellt warst?

    Ich spreche hier ganz speziell die Leute an, die aus der jeweiligen Einrichtung direkt in die "Freiheit" entlassen wurden.

    Wie ging es dir da?
    Was hattest du für Probleme?
    Wie hat man dir geholfen, dich unterstützt?
    Was gab es für Hürden?

    Wie sah es finanziell aus?
    Wie war das mit einer Wohnung, Klamotten und Arbeit?

    Was ist 'Plenken'?

    Dazu brauche ich eigentlich nicht viel zu schreiben, weil das andere bereits getan haben.

    Grund, warum ich das mal hier einstelle ist, dass ich des Öfteren das Plenken hier im Forum bemerke. Dies soll ein kleiner Gedankenanstoß dazu sein, sich damit mal etwas zu beschäftigen und vielleicht auch zu erkennen, dass man beim Schreiben etwas falsch macht. Solche Fehler schleichen sich im Laufe der Zeit schnell ein und man bemerkt es zunächst nicht, sofern man nicht darauf aufmerksam gemacht wird. Mir persönlich fällt das Plenken immer auf und mich stört es ehrlich gesagt auch ganz gewaltig. Aber da hat wohl jeder seine eigene Meinung darüber. Es verursacht zudem auch unschöne Formatierungseffekte, woran man das dann letztendlich ganz deutlich erkennen kann. Das wird aber in diversen Artikeln ganz gut beschrieben, die ich euch nun nicht vorenthalten möchte.

    http://www.sockenseite.de/usenet/plenken.html

    http://de.wikipedia.org/wiki/Plenk

    Zitat

    Hörer machen Programm | 24.02.2013

    Gehen DDR-Heimkinder leer aus?

    Seit Sommer 2012 gibt es einen Hilfefonds für DDR-Heimkinder. 40 Millionen Euro stecken darin, doch die sind bald alle. Die Politik streitet seit Monaten, wie es mit dem Fonds weitergehen soll. MDR-INFO-Hörer Mike Then aus Wernigerode will wissen, warum Betroffene, die sich erst jetzt bei den Beratungsstellen melden, vertröstet werden. Werden sie vielleicht gar nichts mehr bekommen? "Warum dauert das so lange mit der Bearbeitung? Manche haben ihr Erstgespräch Anfang 2015. Und da der Fonds jetzt wohl alle ist, hören wir: Alle Termine ab April werden abgesagt." - Große Verunsicherung bei vielen Betroffenen. Wir haben nachgefragt.

    von Angela Tesch


    Weiterlesen: http://www.mdr.de/nachrichten/he…s-6c4417e7.html

    Dein Heim ist nun hier: Kinderheim Graal-Müritz Tannenhof

    Ich habe auch gleich deinen Suchbeitrag da hin verschoben.

    Du kannst ja dort noch etwas dazu schreiben, an was du dich so alles erinnerst. Das ist dann in den Suchmaschinen zu finden. Alle Informationen könnten Wichtig sein, damit sich andere ehemalige Heimkinder aus dieser Einrichtung auch angesprochen fühlen und sich melden.


    Gruß jw1hal

    ich würde erst fotos machen, und dann fragen ob sie dir es kopieren. :)


    Das kommt immer darauf an, wie es abläuft und wie viel das ist. Frag mal Bambi, es gibt Stellen, da sitzen die hinter dir und passen genau auf. Es gibt aber auch Stellen, da bekommste eben alles bereitwillig, wie es bei mir war.

    Mit der Verjährungsfrist ist auch so eine Sache. Es gibt fristen, die scheinbar überall etwas abweichen und auch unterschiedlich eingehalten werden. Manchmal hat es auch eben einfach mal gebrannt und alles ist weg. Manchmal haben sie es vielleicht auch nicht so genau genommen und es könnte noch alles da sein. Also Verjährungsfrist hin oder her, einfach alles versuchen um da was zu bekommen und gut ist. Sich mit Verjährungsfristen zu beschäftigen, bringt einem ja nun auch nicht wirklich weiter.

    Zitat

    Nahaufnahme, Do 30.01.14 09:45 Uhr
    Keine Entschädigung mehr für Ost-Heimkinder?

    Seit 2012 bekommen frühere Heimkinder der DDR eine Art Entschädigung - für erlittenes Unrecht wie Prügel, Zwangsarbeit oder mangelnde Schulbildung. Der Bund und die fünf ostdeutschen Länder richteten einen Fonds ein, der bis 2017 reichen sollte. Doch vor Weihnachten stellte sich heraus: Der Fonds ist jetzt schon praktisch aufgebraucht. Sylvia Tiegs berichtet aus einer Beratungsstelle in Berlin.

    Weiterlesen oder auch anhören: http://www.inforadio.de/programm/schem…401/200480.html

    Zitat

    Maria Neuendorff 31.01.2014 09:20 Uhr
    Hilfsfonds für Heimkinder ist aufgebraucht

    Potsdam (MOZ) Ehemaligen Heimkindern, denen zu DDR-Zeiten körperliche und seelische Gewalt angetan wurde, sollen finanzielle Hilfen bekommen. Doch der Fonds in Höhe von 40 Millionen Euro ist aufgebraucht, und der neue soll nun gedeckelt werden. Eine Benachteiligung gegenüber West-Heimkindern, empören sich Experten.

    Weiterlesen: http://www.moz.de/nachrichten/br…dg/0/1/1242460/

    Zitat

    02.02.2014 17:56 Uhr
    Fonds für DDR-Heimkinder

    Leistungen für traumatisierte Opfer sollen stark eingeschränkt werden

    von Matthias Schlegel

    Die Leistungen für die Opfer der Heimerziehung in der DDR sollen stark eingeschränkt werden – daran entzündet sich heftiger Streit. Der Ombudsmann der Betroffenen droht mit Rücktritt.

    Weiterlesen: http://www.tagesspiegel.de/politik/fonds-…en/9422100.html