Ich nehme jetzt einfach mal das hier heraus:
Doch alles, was man über dieses [...] schreibt, trifft auf mich zu.
Vor Jahren hat mich meine Schwägerin mit dem Thema Depression konfrontiert. Sie hat von einer Freundin erfahren, dass ihre Probleme Depressionen sind und hat doch auch prompt ein Buch dazu bekommen oder es sich selbst gekauft. Nun habe ich irgendwann mal auch dieses Buch in die Finger bekommen und darin gelesen. Ich konnte feststellen, dass so ziemlich alles, was darin stand, auch auf mich, wie wahrscheinlich vielen anderen, wenn nicht allen Mensch zutrifft, die aber wissen oder von sich behaupten, dass sie keine Depressionen haben. Da stelle ich mir doch die Frage, ob man sich das alles annehmen muss. Es ist für mich eine Frage der inneren Einstellung. Ich persönlich bin nicht auf der Suche nach Antworten. Ich bin so zufrieden, ich habe Probleme, wie jeder andere Mensch auch und kann es allein regeln und damit umgehen. Andere sind da wohl eher hilflos und suchen ein Leben lang nach Antworten auf tausend Fragen. allein geregelt bekommen sie das nicht und umgehen können sie damit auch nicht, wie sehr sie sich auch bemühen. Also sind sie auf der Suche nach dem endgültigen Ausweg, die richtige Antwort, die all ihre Fragen beantwortet, die richtige Lösung, die eben alles erklärt. Nun ja, der Mensch ist ja nicht dumm. Für alles gibt es ein Heilmittel. Also auch für solche Dinge. Man nimmt sich also solche Menschen und testet aus, mit was sie sich so zufrieden geben. man präsentiert ihnen ein Name einer Krankheit, der vielversprechend klingt und reicht dazu gleich Erklärungen, welche Verhaltensweisen auf diese Krankheit zutreffen. Die Menschen gehen Punkt für Punkt durch. Sie finden sich wieder, in all den Punkten. Alles Übereinstimmungen, nur positive Erlebnisse. Das Rätsel ist gelöst, man weiß nun, was man für ein Problem hat und ist der Lösung doch so nah. Schließlich beschäftigt man sich ausgiebig damit und macht eben alles, was andere in der Situation auch machen. ist eine Therapie fällig, macht man sie. Wird beschrieben, dass es aussichtslos ist, merkt man sich das ganz genau, lehnt sich zurück und ist erleichtert, dass man doch nichts dagegen machen kann. es ist einfach aussichtslos, jedoch gleichzeitig auch erfolgreich, weil man nun genau weiß, was man hat. Es ist ähnlich wie mit dem Placeboeffekt. Man glaubt an eine Sache und die Heilung tritt ein. Das sind eben alles so Dinge, die ich nicht wirklich verstehen kann. um auf die Depressionen zurück zu kommen, leide ich laut dem Buch auch daran und muss mich wohl nun an deren Empfehlungen halten, mich krank und schlecht fühlen, weil ich ja nun laut dem Buch unter Depressionen leide. Es mag vielleicht Leute geben, die wirklich Depressionen haben und auch richtig darunter leiden. Aber ich glaube auch fest daran, dass sich sehr viele Menschen selbst, also künstlich so ein Krankheitsbild erschaffen, weil sie für alles eine Erklärung haben möchten, weil sie nicht stark genug sind, weil sie keine Lust mehr haben, weil ihnen das leben zu leicht gemacht wird usw. ...
Vielleicht verbringen viele Menschen einfach viel zu viel Zeit damit, in der Vergangenheit zu wühlen und nach Fragen zu suchen, wo sie später auch nach Antworten und Lösungen suchen können. Vielleicht machen viele den Fehler sich hinter Ausreden zu verstecken, statt nach wirklichen effektiven Lösungen zu suchen und sie auch umzusetzen. Ich habe auch manchmal so eine Depriphase, wie sie jeder irgendwann mal hat. da hat man eben zu nüscht Lust und trödelt so vor sich hin. Aber irgendwann nützt es alles nichts. Durch Unlust und trödeln geht es nie weiter. Es müssen Taten folgen. Das Leben geht weiter, es geht immer weiter, somit nutzt es absolut gar nichts, hinter irgendwas hinterher zu trauern oder eben in der Vergangenheit zu schwelgen, wenn man doch daran rein gar nichts mehr ändern kann. Jetzt haben wir den Istzustand, das ist der derzeitige Zustand. Die Vergangenheit ist der Warzustand, also was mal war, was mal gewesen ist und woran man auch nichts mehr ändern kann. Schließlich kann man die Zeit auch nicht mehr zurückdrehen. Das was folgt ist vielleicht der Sollzustand, also resultierend aus den Wünschen, aus den Zielen, wie es einmal werden soll. Und Allein das ist es, was überhaupt interessiert und woran man etwas ändern kann. Genau darauf hat man Einfluss. Man kann mitbestimmen, wie es werden wird. Und genau dafür sollte man seine Energie einsetzen. Das ist das Leben, das ist die Zukunft, die noch gelebt werden muss.
Wozu sollte man sich also mit toter Materie beschäftigen, die doch nur aus Gedanken, Erinnerungen, Erzählungen, Wahrheiten oder auch Unwahrheiten besteht. was kann man letztendlich damit erreichen? Man findet vielleicht seinen inneren Frieden, mehr aber auch nicht. Das kann man nebenbei mal machen, wenn man die Zeit dazu hat. Man sollte das aber nie in den Vordergrund rücken und dafür andere Dinge vernachlässigen. Denn dann ist man ganz schnell in einem Teufelskreis, wo man so schnell nicht wieder herauskommt. Was habe ich nun letztendlich davon zu wissen, was ich für Erinnerungslücken im Kindesalter habe und wie man das auch noch fachlich nennt? Was habe ich davon? Kann ich das essen? Hilft mir das weiter im Leben. Nein. Ich kann mich ein wenig damit beschäftigen, sollte jedoch nicht mein ganzens Leben davon beeiflussen lassen.
Letztendlich wird man eh nie so richtig herausfinden können, wasd wer genau für ein Problem hat, weil die Konstellationen bei jeden immer unterschiedlich und nie ganz gleich sein wird. Es ist wie mit den Genen, mit den Fingeabdrücken und den Schneeflocken. Es gibt nie zwei Gleiche davon. Also wird man eh nie erfahren, was nun genau ist bzw. was genau war und wo genau das Problem liegt.