Hallo Monika,
ich bin ja nun wahrlich kein Freund von solchen Zeilen, wobei es mich, wie jetzt zum Beispiel, doch hin und wieder bewegt. Als ich meine Oma und auch mein Opa in gewisser Weise leiden sehen habe, ob es nun krankheits- oder einsamkeitsbedingt war, stellte ich mir oft die Frage, wie es mir in genau solch einer Situation gehen würde. Würde ich auch einmal an einem Punkt angelangen, wo es für mich einfach keinen Sinn mehr ergibt? Würde ich dann auch ernsthaft aufgeben wollen? Was hätte das Leben in solche einer Situation noch für einen Sinn für mich? Würde ich weiter leben wollen? Würde ich es den anderen, also der Familie noch zumuten können, das alles mit machen zu müssen? Ich glaube ich würde in solch einer Situation noch viel viel mehr darüber nachdenken.
Die Antwort ist aber doch ganz einfach. Wenn man aufgibt hat man bereits verloren. Also gib nicht auf. Es gibt sicher sehr viele Menschen, die das nicht wollen, die noch sehr lange etwas von dir haben wollen, die sicher sehr traurig sein würden, wenn du aufgeben würdest. Ja, was sollte man in solch einer Situation machen. Ich glaube ich schrieb das schon mal irgendwann. Ich würde mir wohl kleine Wünsche erfüllen, kleine Ziele setzen und genau auf diese hin arbeiten. Es gibt sicher immer genug Dinge, die man noch erledigen möchte, Dinge, die man noch tun möchte, Leute, die man noch mal sehen möchte, mit denen man noch mal reden oder auch etwas Besonderes erleben möchte. Vielleicht möchte man auch, wenn man doch so an das Bett gefesselt ist, auch so oft es geht nach draußen. Das wäre wohl ein Ziel, was ich mir dann setzen würde. Einfach so oft es geht raus oder eben so viel wie es eben geht noch irgendwelche Dinge machen, die eben irgendwie realisierbar sind.
Du schriebst mir erst heute wieder bei Facebook, dass ich stark sein soll, weil ich einen für mich witzigen Text einstellte, der mit einer Beziehung zu tun hatte, die in die Brüche ging. Da es bei mir gerade so ist, dachtest du vielleicht, es hätte damit etwas zu tun und ich will vielleicht auf meine Lage drauf aufmerksam machen. Den ist allerdings nicht so. Ich stolperte heute morgen nur über diesen Text, fand ihn witzig und postete ihn. Ich sehe aber, dass du ständig anderen Leuten Mut machst, obwohl du selbst Mut brauchst. Ich bin nun nicht der Typ, der es drauf hat, jemanden Mut zu machen. Meistens lese ich mir solche Dinge nur kurz durch und weiß nicht so richtig, was ich damit anfangen soll, was ich davon halten soll und wie ich am besten darauf reagieren sollte. Meistens geht´s mir auf den Sack, ich weiß auch nicht warum. Ich weiß auch, dass es sicher falsch sein könnte, entweder falsch oder gar nicht darauf zu reagieren. Meistens sehe ich auch keine ernste Absicht dahinter, ich erkenne den Hilferuf nicht und sehe erst viel später, wenn andere darauf reagieren, dass es ein Hilferuf sein könnte. Nun gut, so bin ich nun mal. Meist werde ich vor genau solchen Themen abhaun und ganz schnell das Weite suchen, weil ich´s einfach nicht so richtig verstehen kann oder will.
Hier möchte ich dir aber dann doch mal Mut machen und dir sagen: "Sei stark und gib nicht auf." Es lohnt sich immer. Wer aufgibt, hat bereits verloren und wird auch nie erfahren, ob es sich denn lohnen würde, nicht aufzugeben. Nur wer immer weiter macht, stark ist und eben nicht aufgibt, wird auch erfahren, wofür er das tut. Das Leben ist früher oder später eh vorbei. Aber bis dahin sollte man wohl um jeden Tag kämpfen und sich über jeden Tag erfreuen, wo man wieder die Augen geöffnet hat und noch ein wenig da sein und das Leben Tag um Tag noch etwas "geniesen" kann. Man sollte wohl auch nicht zu viel Zeit damit verschwenden, darüber nach zu denken, warum man nicht mehr leben möchte oder was es denn überhaupt noch für einen Sinn hat. das ist wirklich kostbare Zeit, die man für nützliche Dinge nutzen und nicht verschwenden sollte. Ich weiß, das ist alles leicht gesagt, als getan. Vor allem, wenn man nicht die Schmerzen und das Leiden des Anderen hat. Aber ich bin nun mal ein Mensch, der ganz sicher auch in solchen Situationen nie den Humor verlieren und immer einfach weiter machen wird, immer positiv denkt und immer weiß, dass das Leben immer weiter geht, auch wenn es irgendwann mal zu ende sein wird. Aber das Ende bekomme ich doch dann eh nicht mit. Da schlafe ich doch oder bin in was weiß ich für einen Zustand. Also warum sollte ich mir darüber Gedanken machen. Was geht mich das Ende an. Also mache ich immer und immer weiter.
Also nochmal, lass dich nicht unterkriegen, gib nicht auf und sei stark. Scheiß auf das Aussehen, die Umstände die Schmerzen, das Leid usw. Schau positiv nach vorne und nie zurück. Gib dir selbst Aufgaben und versuche sie zu erfüllen. Ich glaube damit hat man immer genug zu tun. Erfreue dich an Fortschritte, auch wenn sie noch so klein sind und ignoriere einfach die Rückschläge. Die sind es nicht Wert, sich darüber zu ärgern. Vielleicht gelangt man auch durch positive Erlebnisse und kleine Fortschritte etwas mehr Lebensfreude und kann somit auch etwas gesünder werden und sich einfach besser fühlen. Denn nur der, der nicht ständig an die schlimmen Krankheiten denkt und sie einfach ausblendet und statt dessen doch lieber die positiven Momente mehr in den Augenschein nimmt, ist letztendlich auch viel gesünder.
Gruß Jan