aber mal ganz ehrlich ist das nicht eine Selbstverständlichkeit,
Da gebe ich dir insofern Recht, weil ich es sicher auch selbstverständlich so machen würde. Jedoch bin ich der Meinung, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, so etwas über einen sehr langen Zeitraum zu tun, letztendlich sein Leben dazu opfern. Das ist eine große Herausforderung, die sicher nicht jeder durchsteht. Ich habe mir schon öfter darüber Gedanken gemacht, was denn wäre, wenn meine Oma zum Beispiel gepflegt werden müsste. Würde ich das machen? Sicherlich würde ich ersteinmal JA sagen. Es ist ja meine Oma und sie war für mich als Kind auch da. Aber ich muss ja noch arbeiten gehen, habe meine Familie, mein Leben usw. ... Es wäre dann nicht mehr das Leben, was ich eigentlich Leben möchte. Wenn es eine Art des Begleitens der letzten Jahre sein würde, würde ich ihr sicher auch den Gefallen tun. Nun kommt aber auch dazu, dass es sehr schwierig sein kann, dass eine Demmenz oder sonstwas eintreten kann und man es letztendlich sehr schwer hat und sich unter Umständen sehr fertig machen kann damit. Es könnte sein, dass man rund um die Uhr da sein muss, das schon als Strafe empfindet, teilweise denkt, sie schikaniert einen, sie macht alles mit Absicht, damit man nur noch bei ihr ist, so dass man gar kein eigenes Leben mehr hat. Denn genau dann ist es keine Selbstverständlichkeit mehr. Dann gehört die gute Frau, so böse wie es klingt in ein entsprechendes Heim mit professioneller Hilfe.
Anderes Beispiel: Wenn meiner Frau was passieren würde, würde ich sofort ja sagen. Aber auch da kommt es auf die Umstände drauf an. Ist der Einschnitt in meinem Leben zu tief, würde ich früher oder später auch hier aufgeben und eine andere Lösung dafür suchen. Vielleicht würde ich es mir aber auch aus Liebe zur Lebensaufgabe machen, ich weiß es nicht. Vielleicht würden Kinder und Verwandte auch mithelfen und auch ihre Zeit und natürlich auch ihr Geld dafür opfern, weil sie genau wissen, wofür sie es machen.
Wenn ich mich selbst in so einer Lage sehe, würde ich es nicht als selbstverständlich sehen, dass andere, auch wenn es Frau, Kinder und Verwandte sind, ihr Leben für mein Problem opfern. Ich würde es durchaus verstehen, auch wenn es schwer sein wird, dass sie damit nicht klar kommen, weil sie ihr eigenes leben und ihre eigenen Probleme haben und mich irgendwo hin abschieben.
Ich würde aber mehr als dankbar sein, wenn sie doch alle für mich da sind, ihre Zeit und auch ihr Geld opfern, damit ich ein lebenswertes Leben in der Familie leben kann und eben meine Familie um mich habe. Denn es ist einfach so, dass eine Krankenkasse in dem Moment zwar viel bezahlt, das aber bei weitem nicht für alles ausreicht. Ich will gar nicht wissen, wie viel die Familie da mit rein buttert, um alles schön zu machen. Und ich denke mal, in genau so einer ähnlichen Situation befindet sich Monika. Klar ist es richtig, dass das Geld in erster Linie für sie allein da ist. Aber es ist den Umständen entsprechend auch nicht verkehrt, wenn sie ihren Lieben als gute Geste einen Teil zurück geben möchte und sich einfach für all das bedanken möchte.
Ich weiß nicht, ob ich das verkehrt sehe, aber so denke ich darüber, wenn ich mich mal versuche in ihre Lage zu versetzen. Ich weiß auch gar nicht, wie ich das machen würde. Eines Teils bin ich in der Hinsicht egoistisch und würde alles für mich behalten. Andererseits könnte so eine Lage alles verändern, so dass man dann ganz anders darüber denkt und sich einfach überlegt, wen man alles was gutes tun kann, weil man ja alles hat, was man braucht.