Beiträge von JW1HAL

    @Moicke

    Auch ich gebe dir mit deinen letzten Beitrag völlig Recht.

    Zu den Heimen, bin ich zuerst ein Jahr in einem "normalen" Heim gewesen bin und dann erst in ein "Spezi" gekommen bin, weil ich dort wohl nicht artig war.

    Sicher liegt es immer ersteinmal an den Eltern. Aber es ist nicht jeder fähig dazu ein Kind zu erziehen und könnte schon überfordert werden, wenn das Kind allem entgegenwirkt.

    Und was, ich sage mal vor meiner Zeit abgegangen ist oder auch in Westdeutschland anders lief, kann ich nicht sagen. da kann ich nur aus eigener Erfahrung sprechen.

    Ich habe auch kein wirkliches Problem mit Leuten, die mit ihren Leben (Vergangenheit) nicht fertig werden, kann sie aber, sicher auf Grund meiner fehlenden Erfahrungen, absolut nicht wirklich verstehen. letztendlich muss aber jeder selbst sehen, wie er sein Leben meistert. Jeder macht das auf seine Art. Ich auf meine und die anderen auf ihre Art. Und das ist auch ion Ordnung für mich.

    Ich versuche dann einfach Konflikte, die auf Grund der Meinungsverschiedenheit vorhanden sind, zu vermeiden und toleriere das dann einfach, solange man mir damit nicht zu nahe tritt.

    Letztendlich haben wir eine ähnlich gemeinsame Vergangenheit. Und genau deswegen bin ich hier und will auch hier sein. Vielleicht wird es mir eines Tages zu viel, dann verschwinde ich eben. Aber bisher ist alles im Grünen Bereich.

    Ich bin auch immer noch am überlegen, ob ich auch den Antrag auf Reabilitation stelle, den ich hier liegen habe, scheitere aber dann doch an meiner Einstellung und auch an der Angst abgelehnt zu werden. Ich gebe auch zu, dass ich das dann nur wegen dem Geld machen würde, weil ich keine Wiedergutmachung in dem Sinne haben möchte und auch keine professionelle Hilfe brauche, um irgendwas zu verarbeiten. Denn ich schätze mich so ein, dass ich keine Probleme mit meinen Heimaufenthalt habe. Und Geld passt auch in meine Tasche.

    Ich finde es ungerecht, dass sie mich in ein Spezi gesteckt haben, obwohl mich meine Großeltern dort mehrmals rausholen wollten, dazu auch eine Staatsratseingabe gemacht haben und mich nach 3 Jahren Spezi trotzdem bekommen haben. Das ist meiner Meinung nach der einzige Grund womit ich die Reabilitierung begründen könnte. Mal sehen, ob ich das noch mache. Zur Zeit habe ich keine Lust dazu.

    und ich habe auch kein schlechtes Gewissen dabei.

    Also ich habe ein schlechtes Gewissen dabei. Das hätte ich auch, wenn es mir nicht so gut im Heim ging, da ich damit nicht die die Peiniger schädige, sondern ganz andere, womit ich wieder bei der Frage bin, wer das bezahlt. Ich habe übrigens auch ein schlechtes Gewissen, wenn ich nichts für die Gesellschaft tun würde, mir aber von der Gesellschaft mein Leben finanzieren lassen würde. Aus dem Grund möchte ich möglichst ohne Harz4 auskommen. Wenn mir das auf Grund von Krankheiten nicht mehr möglich ist, ist es wieder eine ganz andere Geschichte.

    Nur glaube ich auch,das es dem Großteil in den Einrichtungen schxxxe ging. :( Liebe Grüße Micky

    Daran glaube ich nicht!
    Kannst du das mit Zahlen belegen?
    Wieviele Einrichtungen gab es?
    Von wie vielen Kindern ist die Rede?
    Wie viele Ex-Heimkinder haben sich bisher in was für einer Form auch immer gemeldet?
    Wie viele davon haben Negatives und wie viele haben positives berichtet?
    Wer meldet sich überhaupt in den Foren oder auch damit sie eine Entschädigung erhalten?

    Ich kenne die Zahlen auch nicht, bin auch zu faul danach zu suchen. Mein ganz gesunder Menschenverstand sagt mir aber, wenn ich mal pauschal von einer Zahl 1000 ausgehe, ging es vielleicht 100 oder 200 davon schlecht in den Heimen. Ich glaube da an ca. 10-20%. Und genau davon melden sich eh nur ein Viertel oder ein Fünftel. Vielleicht ist es auch noch viel weniger. Und von den Viertel haben wiederum nur ein Virtel den Mut einen Antrag auf Entschädigung zu stellen.

    Ich würde das ganz einfach damit begründen, dass zum einen sich ein großer Teil der Geschädigten gar nicht meldet, weil sie die Vergangenheit einfach ausblenden und damit abgeschlossen haben, weil sie genau wissen, dass es absolut nichts bringt, in der Vergangenheit festzustecken. Damit kommt man im Leben letztendlich nicht weiter.

    Der andere sehr große Teil der Ex-Heimkinder ging es gut in den Heimen. Es war für sie ein ganz normales Leben, so als wenn sie in einem ganz normalen Elternhaus aufwuchsen. Auch sie haben absolut keinen Grund sich mit dieser Thematik zu beschäftigen, ausser Ehemalige wegen einem Treffen zu finden. Ich vergleiche das auch gerne mit Klassentreffen. Auch da ist es oft so, dass sich viele gar nicht darum kümmern. Man muss die Leute ermitteln und einladen, da sie ansonsten gar nicht erst auf die Idee kommen. Da spreche ich aus Erfahrung.

    Da kommen natürlich die Umstände in den unterschiedlichen Jahren und den damit verbundenen Jahrgängen dazu, also dass es einfach nicht jeden möglich ist, sich überhaupt zu melden.

    Naja, ich kenne deinen Fall nicht und weiß nicht was da gelaufen ist, aber ich bin mir mehr als 100% sicher, dass Entscheidungen zur Herausnahme eines Kindes aus seiner Familie heute längst nicht mehr so schnell getroffen werden wie damals in den 50ern, 60ern und 70ern. Hinzu kommt, dass es meines Wissens nach solche Heimformen wie ich sie noch von innen kennen gelernt habe, heute nicht mehr existieren und sowas wie Jugendwerkhöfe, Spezialkinderheime usw. auch nicht. Heute gibt es Kinder- und Jugendpsychiatrien, wobei ich das jetzt nicht unbedingt als positiv hervor heben möchte.

    Bei mir war es so und das spielte sich von zwischen 71 und 80 ab, dass mehrere Schriftstücke von Ärzten über festgestellte Mißhandlungen vorlagen und ich nicht bei der ersten Mißhandlung in ein Heim gesteckt wurde. Es fanden mehrere Aussprachen mit dem Jungendamt statt, bis das Jungendamt eines Tages die Schnauze voll hatte und handelte. Es kann also in diesem fall keine Rede davon sein, dass das Jugendamt zu schnell und unbegründet handelte. Wie es allerdings in anderen Fällen oder auch in anderen Jahren war, kann ich nicht beurteilen. Ich finde aber, dass man hier nicht alles schlecht reden sollte. Es gab auch damals sicherlich keine Unmenschen in den Jugendämtern, die nur ungerecht handelten.

    Ist das dein Bild von dir selbst? Du warst schwer erziehbar? Hast du da die Meinung deiner Erzieher übernommen? Dann hat dir diese Zeit mehr geschadet, als dir bewußt ist. Meiner Meinung nach gibt es in diesem Sinne keine schwer erziehbaren Kinder, sondern nur ungeeignete Erziehungsmethoden, aber das steht auf einem anderen Blatt. Schön, dass du trotzdem heute ein zufriedenstellendes Leben leben kannst.

    Ich bin der Meinung, nicht schwererziehbar gewesen zu sein. Aber wo ist genau die Grenze, dies einzustufen? Ich bin der Meinung dass es schon schwererziehbare Kinder gibt, die einfach erziehungsresisdent sind, bei denen man machen kann, was man will. Und genau da braucht es besondere Erziehungsmethoden. Entweder brauchen die Kinder mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung oder man muss sie ganz und gar etwas härter rannehmen, natürlich ohne sie zu mißbrauchen und sie zu mißhandeln. Und wie soll man denn solche Kinder einstufen? Man kann da verschiedene Bezeichnungen dafür finden, die vom Prinzip egal sind. Fakt ist, dass da etwas schief läuft und eben anders damit umgegangen werden muss.

    Ich bin auch nie geschlagen worden, gedemütigt oder gar schlimmeres, aber trotz allem hat diese Zeit mich sehr geprägt. Ohne diese ganzen Erfahrungen der Herausnahme und des Herum-gereicht werdens zwischen verschiedenen Einrichtungen und Pflegeeltern wäre ich vermutlich ein ganz anderer Mensch geworden als der, der ich heute bin.

    Auch das sind, wenn man es genau nimmt, schlimme Erfahrungen, weil man eben anders ist, wie Andere. Ja, aber auch bei den Anderen gibt es Unterschiede. Mache haben keinen Vater oder keine Mutter. Manche haben Stiefelternteile. Letztendlich ist das alles Vergangenheit, wo man sich nicht dahinter verstecken sollte. Jeder ist ein eigenes Wesen, der auch selbst in der Pflicht und auch in dser Verantwortung ist etwas aus sich zu machen. Da kann man die Verantwortung keinem Anderen übertragen. An dem jetzigen Handeln eines Jeden, können nun mal keine Anderen Schuld sein!

    Darüber hinaus können du und ich uns glücklich schätzen, dass wir keine solchen schlimmen Erfahrungen machen mußte wie andere Kinder. Das bedeutet leider aber nicht automatisch, dass das bei allen anderen Heimbewohnern genauso war.

    Sicherlich können wir uns glücklich schätzen. Aber auch wir haben unsere Probleme. Jeder hat seine Probleme und muss selbst damit fertig werden.

    Wenn gar nichts mehr geht, wie wäre es mit den Mormonen. Ich habe da zwar irgendwie ein ungutes Gefühl bei dieser Gruppierung, jedoch habe ich den Eindruck, dass die eine enorme Ansammlung von Daten haben. Selbst da hin würde ich mich trotz unguten Gefühl wenden.

    Ich würde einen Brief aufsetzten, wo man den Sachverhalt so genau wie möglich beschreibt und alle relevanten Daten angibt, die dafür wichtig sind. Dann würde ich alle dafür in Frage kommenden Einwohnermeldeämter, Stadt- oder Staatsarchive, Jugendämter, Kirchen, Rotes Kreuz, Heimen und was man noch so alles findet, mit diesen Brief anschreiben und auch darum bitten, dass man andere Stellen dazu benennt, wo man sich hinwenden kann.

    Dann gibt es auch diverse Suchportale im Netz, wo man einen Eintrag hinterlassen kann.

    Ich habe es auch so verstanden, dass diverse Privatpersonen und sogar auch ein Verein das mit einem solchen Vertrag so machen soll, den man dann wohl unterzeichnen soll, wenn man deren Hilfe in Anspruch nimmt, so dass sie sich dann 10% von der Kohle einstreichen. Da ist keine Rede davon, dass man bei den Anlaufstellen derartige Verträge unterzeichnen soll.

    Für mich stellt sich die Frage, ob das eigentlich alles so stimmt. Nicht dass sich hier jemand bei jemand anders rächen oder schaden möchte. Ich würde so etwas solange anzweifeln, bis sich hier Betroffene einfinden, die solche Verträge unterschrieben haben oder aber auch zur Unterschrift vorgesetzt bekamen.

    Na ja, es sind ja nicht immer prügelnde Eltern,


    Hab ich nicht behauptet, war lediglich ein Beispiel. Was solche Dinge betrifft, kann ich ja in erster Linie nur von mir selbst reden, da ich andere Verhältnisse nicht wirklich kenne und mir vom Erzählen kein eintgültiges Bild machen kann.

    In meinem Fall war es also durchaus berechtigt, das Kind, also mich von den Eltern wegzunehmen, um das Kind vor Schlimmeren zu bewahren, da es bewiesener Maßen auch nicht das erste Mal vorkam. Was dann später in den Heimen passiert, ist eine ganz andere Geschichte. Das hat mit dieser Entscheidung des Jugendamtes absolut nichts zu tun. Und so wie mir, ging es vielen Kindern und da kann ich sagen, war die Entscheidung des Jugendamtes völlig korrekt! Genau so würde ein Jugendamt heute auch entscheiden! Und ich persönlich würde auch so entscheiden.

    Abgesehen davon habe ich in den Heimen auch nichts weiter auszustehen gehabt. Ich wurde nicht mißbraucht, mißhandelt und die Verhältnisse waren der Zeit auch entsprechend gut. Es war kein Zuckerschlecken, da auch wir, wie es sich für Schwererziehbare gehört, härter rangenommen wurden. Aber ich lebe noch, habe keine Schäden davon getragen, aus mir ist auch ein relativ ordentlicher Mensch geworden und gut ist. Ich könnte jetzt auch nichts daran ändern, wenn ich nun alles genaustens analysiere und rechtlich dagegen angehe, was vielleicht im Umgang mit den Kindern Unrecht war oder nicht. Mir hat es nicht geschadet und ich habe keine Probleme.


    Gruß Jan

    Hallo allerseits,

    gestern hat sich ein User zu folgenden Thema in der Shoutbox geäussert, hinterlies unter anderem den folgenden Text und war auch gleich wieder weg.

    Zitat

    Möchte alle ehemaligen Heimkinder vor einer bundesweiten Abzocker Vereinigung warnen. Diese bittet sich als Helfer bei den Anlaufstellen an und verlangen 10 bis 15% von der Rentenersatzleistungen und vom Fond.
    [...]
    BUNDESVEREINIGUNG der Heimkinder - BvdH - Deutschland e.V (http://bvdh-deutschland.de)
    [...]
    und "Warnung vor Abzocke!" (siehe nächstes Zitat) . bitte seit vorsichtig.
    [...]


    Auf dieser Seite ist noch etwas dazu zu lesen.


    Ist ja ganz schön heftig, wenn jetzt ganz "pfiffige" Menschen das Leid und die Unwissenheit Anderer so ausnutzen ...

    So richtig, weiß ich noch nicht ganz, was ich davon halten soll.

    Was sagt ihr dazu?


    Nachtrag: Ich habe gerade etwas in einem anderen Forum dazu gefunden, für das wir natürlich keine Werbung machen möchten, jedoch ein Link dazu sehr nützlich sein könnte, wenn es dem Thema dient und man dazu sehr nützliche Informationen lesen kann. Seinerzeit, etwa vor 1,5 Jahren wurde die Thematik mit dieser Abtrittserklärung, diesen Verein und auch den Leuten dazu dort diskutiert. Vielleicht kann der eine oder andere noch etwas dazu sagen.
    Hier der Link dazu: http://heimkinder-forum.de/v3/board3-heim…9C-bla-bla-bla/

    Weiterhin ist zu beachten, das die damaligen Jugendämter nur im interesse des DDR Staates gearbeitet haben und nicht im interesse der Familien, somit wurde erreicht, das eine Politische umerziehung damit erreicht wurde. Dieses entspricht nicht den heutigen gesetzgebungen und ist mit diesen auch nicht vereinbar.


    Aha, ich lasse mir das mal auf der Zunge zergehen. Kinder, die zu Hause verprügelt wurden, wurden im Interesse des DDR-Staates, aber auch mehr im Interesse des Kindes von zu Hause weggeholt und in ein Heim gesteckt. Es entspricht nicht dem Interesse der Peiniger. Dem Stimme ich ja zu, jedoch finde ich daran nichts Verwerfliches! Und ich sehe da auch kein Grund, dass die Kinder NUR in das Heim gesteckt wurden, um politisch erzogen zu werden.

    Nun frage ich mich, warum das nicht der heutigen Gesetzgebung entspricht. Warum werden denn heute Kinder von zu Hause weggeholt und in ein Heim gesteckt, wenn sie beispielsweise zu Hause verprügelt werden? Es ist doch genau so, wie in der DDR. Die Kinder werden auch hier nicht im Interesse der prügelnden Eltern in ein Heim gesteckt, sondern im Interesse des Staates, der heute nicht mehr DDR heißt, der aber immer noch im Interesse des Kindes handelt.

    So, und ich wurde weder sexuell mißbraucht, noch gab es verwahrloste Zustände in meinen Heimen! Gut, Strafen gab es, aber die gab es auch wo anders, zum Beispiel im Elternhaus.

    Wer soll das denn bezahlen, dass alle entschädigt werden, auch denen es gut im Heim ging? Denn letztendlich geht es doch hier nur um Geld ...

    Hallo Hasi Doreen,

    schön dass du her gefunden hast.

    Vielleicht möchtest du noch etwas posten, an was du dich aus deiner Heimzeit erinnerst, zum Beispiel wann du dort gewesen bist, was du dort so alles erlebt hast, an wen du dich noch erinnerst, wen du gerne wieder treffen möchtest oder zu wem du vielleicht noch Kontakt hast. Alles was du hier schreibst, kann dann auch über die Suchmaschinen gefunden werden. Einer muß wohl den Anfang machen, also trau dich! Denn somit könnte man auch dich finden!

    Gruß jw1hal

    Hallo Thomas Recker,

    vielleicht möchtest du mal alles posten, an was du dich aus deiner Heimzeit erinnerst, zum Beispiel wann du dort gewesen bist, was du dort so alles erlebt hast, an wen du dich noch erinnerst, wen du gerne wieder treffen möchtest oder zu wem du vielleicht noch Kontakt hast. Alles was du hier schreibst, kann dann auch über die Suchmaschinen gefunden werden. Einer muß wohl den Anfang machen, also trau dich! Denn somit könnte man auch dich finden!

    Gruß jw1hal

    Hallo Sabine,

    was hast du denn bisher unternommen, um an deine Akten zu kommen?

    Suche doch mal hier im Forum nach Akte/Akteneinsicht/Jugendamt usw.

    Hast du das schon alles versucht?

    Ansprechpartner wären da auf jeden Fall immer das Heim selbst, das Jugendamt, Stadt- und Staatsarchiv. Immer auch dort wo dein Wohnsitz vor, während und nach der Heimzeit war.

    Einfach alle möglichen Stellen raussuchen und einen Standartbrief überall hinsenden, wo Angaben zu deiner Person, Eltern Geschwister und den Heimen drin stehen und fragen, ob sie Akten über dich haben, weil du deine Vergangenheit aufarbeiten möchtest. Und auch fragen, falls sie nichts haben, wo du dich hinwenden sollst. Ich habe auf dieser Art und Weise Erfolge erzielt, bin allerdings ein paar Jahre jünger wie du.


    Gruß Jan