Beiträge von JW1HAL

    Kreisjugendheim Heisterberg
    Am Weiher
    35759 Driedorf

    Telefon: 02775/953199

    http://www.gruppenhaus.de/kreisjugendhei…orf-hs4280.html


    Hier kannst du alles posten, an was du dich aus deiner Heimzeit erinnerst, zum Beispiel wann du dort gewesen bist, was du dort so alles erlebt hast, an wen du dich noch erinnerst, wen du gerne wieder treffen möchtest oder zu wem du vielleicht noch Kontakt hast. Alles was du hier schreibst, kann dann auch über die Suchmaschinen gefunden werden. Einer muß wohl den Anfang machen, also trau dich! Denn somit könnte man auch dich finden!

    Jugendheimstättenwerk e.V.
    Thyssenstr. 179
    46535 Dinslaken

    Telefon: 02064/6099-0


    Hier kannst du alles posten, an was du dich aus deiner Heimzeit erinnerst, zum Beispiel wann du dort gewesen bist, was du dort so alles erlebt hast, an wen du dich noch erinnerst, wen du gerne wieder treffen möchtest oder zu wem du vielleicht noch Kontakt hast. Alles was du hier schreibst, kann dann auch über die Suchmaschinen gefunden werden. Einer muß wohl den Anfang machen, also trau dich! Denn somit könnte man auch dich finden!


    Ich verstehe die Frage nicht richtig, " War ich zu recht im Heim "


    Hier müsste man wohl die Schuldfrage bzw. die Schuldzuweisung klären.

    Meiner Meinung nach ist die Frage gegen das damalige System gerichtet. Man könnte auch fragen; "Hat das Jugendamt richtig entschieden?"

    Der andere Punkt wäre, ob man sich selbst oder den Eltern die Schuld geben möchte. Ich denke mal, da kann man nie wirklich einem kleinen Kind die Schuld geben. Da sind wohl immer die Eltern schuld.

    Aber warum sind die Eltern schuld?

    Diese Frage stelle ich mir öfter!

    Ich würde sie einfach so beantworten, dass sie einfach alle viel zu jung sind, ihnen einfach die Erfahrung fehlt und sie Menschen sind, die auch Fehler machen, die wiederum fatale Folgen haben können.

    Aber das kann man nun mal nicht wieder rückgängig machen!

    Fehler sind dazu da, dass sie gemacht werden. Die Folgen sind traurig aber nicht zu ändern. Da heißt es immer wieder, das Beste daraus zu machen.

    Damals versuchte dies das Jugendamt!

    Heute muss es jeder selbst tun!

    Danke erst einmal zu deinen Zeilen, direkt auf meinen Beitrag bezogen.

    Ich z.B. gehöre zu den Frauen, die ihr Hauptaugenmerk nicht auf liebe Worte legt. Oder vielmehr gesagt: liebe Pauschalisierungen! Blicke und Gestiken sagen für mich viel mehr aus! Als Beispiel nenne ich mal die Aussage: Ich wünsche dir alles Gute - das kann ich mit freundlichem Ton Menschen wünschen die mir sympathisch sind, aber auch meinen Feinden.

    Erst einmal, wie meinst du das genau "liebe Pauschalisierungen!"? Denn ich mag Pauschalisierungen genau so wenig, wie ein um den heißen Brei gerede. Auch zwischen den Zeilen gibt es bei mir nichts zu lesen, weil da keine für mich sichtbaren Buchstaben stehen.

    Was die Gestiken betrifft, bin ich genau der Meinung. Generell sind solche Aussagen nur gesprochene Wörter, die man eben so sagt, weil es so üblich ist und die jeder hören will! Ich bringe es zum Beispiel auch nicht fertig, ständig oder auch ab und zu zu meiner Frau zu sagen, dass ich sie liebe. Wenn sie es hören will, sage ich es, aber dann klingt es eh nicht echt, eher albern und gezwungen und sie gibt mir immer einen Brustpuffer, weil es dann doch nicht das war, was sie sich erhoffte. Da bin ich nämlich auch der Meinung, dass man es nicht sagen/hören, sondern spüren muss!

    Ich hasse es auch wenn sich Leute mit den übelsten Kosenamen anreden. Platz Eins ist wohl "Schatz" ... :) Da bekomme ich Plag ...

    Du hast halt eine andere Art es zu zeigen und diese Art sagt viel mehr aus als ein riesiger Rosenstrauß, Liebesbriefe und was sich sonst noch Frauen so alles von Männern wünschen :rolleyes:

    Meiner Frau schrieb ich bisher einen Liebesbrief, den sie sich aufhob und auch ernst nimmt. Das was da steht, meine ich im Gegensatz zu daher Gesprochenen auch genau so.

    Blumen gibt es von mir gar nicht! Auf jeden Fall nicht zu den vorgeschrieben Tagen! Es könnte zum Geburtstag mal vorkommen, dass ich an so etwas denke und auch der Meinung bin, sie sollte mal ne Blume bekommen. Lieber würde ich einen Blumentopf holen, weil der länger hält. Was hat man von einen Straus, den man nach 3 Tagen wieder in die Tonne kloppt? Das ist Verschwendung und Tötung von Blumen! :) Klingt doof, aber so denke ich. :)

    Wenn ich mal das Gefühl habe, sie hat sich ne Blume verdient und würde sich darüber freuen, bringe ich ihr mal ganz spontan eine mit. Das ist aber eben dann, wenn sie gar nicht damit rechnet. Das ist auch sehr sehr selten, vielleicht ein oder zwei Mal im Jahr.

    Was die Geburtstagsgeschenke betrifft: Ich denke, daß man aus dem Alter raus ist wo man vor Freude euphorisch rumsprang! Wirkliche Freude kommt von innen und ist nicht das was man sieht! Mir bringt es garnichts wenn sich jemand ausgeprägt sichtbar über ein Geschenk von mir freut, sich dann aber letztendlich nicht damit befaßt!

    Da komme ich mir richtig blöd vor, so dass ich nicht weiß, wie ich mich verhalten soll. Da es so üblich ist, gehe ich hin und umarme meist den Menschen, zu den ich etwas innigeren Kontakt habe und bedanke mich mit einem "Danke" dafür. Mehr kommt da nicht. Ich weiß, das ist doof, könnte auch undankbar sein, aber es ist so.

    Zum Thema Emotionen - Himmel, warum müssen Menschen immer emotional sein? Mir ist es ein Rätsel wie man emotionsgeladen ein Problem lösen kann! Mir ist auch ein Rätsel warum Menschen als kalt und arrogant eingestuft werden die rational an eine Sache rangehen.

    Ich hasse es, wenn Menschen bei einem Sachverhalt gleich an die Palme gehen und den Gegenüber am liebsten gleich an die Gurgel wollen.

    Ich für meinen Teil nehme das ganz gelassen zur Kenntnis, analysiere und denke in aller Ruhe darüber nach. Erst dann mache ich was, meist nichts, weil es eh nichts bringt. Das kommt aber immer auf die Situation drauf an.

    Ich erinnere mich, wie mein Opa damals nach meiner Heimzeit in Hauslatschen und Unterhemd im Winter zur Starssenbahnhaltestelle lief, weil ich nicht pünktlich zu Hause war. So etwas ist völlig sinnlos. Ich könnte ja auch nicht mit der Strassenbahn kommen.

    Ich erinnere mich auch, wie meine Frau die unmöglichsten Dinge machen wollte, wo die Kinder mal nicht pünktlich waren. Auch sinnlos. Es bringt wenig Punkte unkontrolliert in der Gegend herum zu rennen, wo doch auch sehr viele andere Möglichkeiten in Frage kommen könnten.

    Ich sehe es auch immer wieder, wie sich allgemein Menschen an Dinge hochschaukeln, die man eh nach einer bestimmten Zeit wieder vergisst und die es gar nicht Wert sind, einen Aufstand daraus zu machen. So etwas ist in meinen Augen einfach nur Krank. Manche Menschen verfallen dann auch in so einen Wahn, dass sie sich Scheuklappen anlegen und völlig emotionengeladen und unkontrolliert durch die Gegend rennen und irgendwelchen Mist machen. Es geht dann so weit, dass man sogar andere Menschen Schaden zufügt. Ich glaube, so entstehen auch Kriege, ob im ganz großen oder auch ganz kleinen Stil. Also völlig sinnlos.

    Manchmal, eher ganz selten, mache ich aber auch so etwas, denn so ganz frei davon bin ich auch nicht. Oder ich kündige etwas an und überlege es mir meist anders, weil es eben völlig krank wäre. Ich will einfach nur meine Ruhe haben. :)

    Wenn man weiß was man kann, wenn man weiß wohin man gehört, wenn man weiß was man will und was man nicht will, mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen steht, dann hat man es mit einem selbstbewußten Menschen zu tun. Manchmal sogar mit einem durch und durch selbstbewußten Menschen. Ich glaube nicht, daß man Selbstbewußtsein mit Arroganz vergleichen sollte. Obwohl der Grad manchmal schmal ist - aber dennoch gibt es dort Unterschiede!

    Ist es auch nicht, kommt jedoch so rüber, wenn man einen Menschen nür flüchtig kennt und ihn auch nicht näher kennenlernen möchte oder darf. Ich muss sagen, es ist auch oft ein Schutz, der einem unliebsame Zeitgenossen vom Hals hält. Ob es immer Selbstbewusst ist, weiß ich selbst nicht. Ich bin ein genereller großer Zweifler und zweifle selbst das ständig an und weiß oft selbst nicht so richtig, was ich will, was richtig und falsch ist. Das kann man so und dann mal so sein. Man lernt auch ständig dazu und bidet sich aus den Erfahrungen seine Meinung und auch seinen Standpunkt zu gewissen Dingen. Dazu gleich mehr, zum Thema verbiegen.

    Gewisse Eigenschaften werden einem schon in die Wiege gelegt! Woher auch immer sie kommen - sie müssen nicht immer gentechnisch sein! Und mit Erziehung oder Vorleben muß es auch nichts zu tun haben. Wobei ich die These vertrete, daß es rein garnichts damit zu tun hat!

    Da frage ich mich auch und bin mir absolut unsicher, ob so etwas gen- oder erziehungstechnische Hintergründe hat. Ich glaube, es spielen beide Faktoren eine kleine, hauptsächlich aber der Faktor "Umfeld" eine sehr große Rolle. Ich habe zwei Töchter. Die ältere hat einen anderen Vater, hat ihre Lehre abgebrochen und ist arbeitsscheu. Seit der Lehre keine wirkliche Arbeit. Die Kleine ist von mir, und macht gerade ihre Lehre. Man sollte also nicht den Abend vor dem Morgen loben. Es kann noch viel passieren. Aber warum ist es so? Beide wurden gleich erzogen, hatten unterschiedliche Gene und unterschiedliche Umfelder. An was liegt es? Ich weiß es nicht. Es wird mir immer ein Rätsel bleiben.

    Um es mal auf den Punkt zu bringen: Du bist ein Mensch und Mann wie es leider nicht mehr viele gibt! Einer der sich nicht verbiegen läßt von dieser Gesellschaft die der Meinung ist, Männer müssen Gefühlsdusel sein, Weinen, Emotionen zeigen usw. und letztendlich damit überfordert sind.

    Das mit dem Verbiegen behaupten böse Zungen ganz anders! da müsste man sich fragen, was verbiegen ist? Natürlich passe ich mich in gewisser Weise an. Das macht jeder in irgend einer Form. Natürlich ändere ich auch mal meine Meinung. Auch das macht jeder, wenn er neue Erkenntnisse gewinnt und plötzlich der Meinung ist, es ist ganz anders. Ich gebe auch oft klein bei, wenn es mir nicht ganz so wichtig ist und man gerade in einer Gruppe oder auch anderen Gegebenheiten, wo man in gewisser Weise in einer Abhängigkeit ist, eben für mich am sinnvollsten ist. Wenn das alles verbiegen ist, dann verbiege ich mich eben. Ich sehe das jedenfalls nicht als so ein verbiegen, wie es immer gerne dargestellt wird. Das Thema "Verbiegen" ist für mich eine völlig sinnfreie Diskussion.

    Und ich denke, daß deine Frauen - wie ich es mal benenne - wissen es sehr wohl schätzen, daß du so bist wie du bist! Was dann auch heißt, daß deine Art Liebe zu zeigen sehr wohl ankommt! ;)

    Darüber bin ich mir nicht ganz im Klaren, ob denen das gefällt. Ich gleube eher nicht. Aber sie akzeptieren das und wissen ganz genau, dass sie das nie ändern werden! Also können die damit leben oder auch nicht. Das ist, so hart wie das klingt, nicht mein Problem. Gut, das könnte mein Problem sein, wenn mich Frau deswegen verlässt. Aber dann passt es eben nicht. Ich werde mich deswegen nicht verstellen (oder auch verbiegen :))!

    Sollte sich mein Geschreib'sel nach einer Liebeserklärung anhören - ja, es ist eine! Aber - es wird nichts weiter passieren, denn ich bin mit meinem Partner außerordentlich glücklich, denn er ist noch ein paar Takte krasser als Jan. Ein sogenannter Indianer der so gar keinen Schmerz kennt :D

    Ich behaupte von mir, dass ich schon ein komischer Vogel bin. Viele kommen mit mir nicht klar, das ist auch gut so. Vielleicht will ich das auch so ... Aber ganz so krass bin ich wohl auch wieder nicht.

    Ich habe schon als Kind die negativen Konsequenzen getragen die sich ergeben könnten und daran hat sich bis heute nichts geändert! Ich bin durch und durch ein Rebell und bis auf meine Leute (Mann u. Kinder) kann sich niemand meiner sicher sein mich zu kennen :D

    Als Rebell würde ich mich nicht bezeichnen, da ich Widerstand, aus Gründen der Sinnfreiheit vermeide, wo es nur geht. Man könnte sagen, ich schwimme mit dem Strom. Das kann gut sein. Ich toleriere viele Dinge, habe jedoch auch meine Grenzen und wäge für mich genau ab, was sinnvoll ist und was nicht. Das mag jetzt etwas egoistisch klingen, aber es ist so. An erster Stelle denke ich immer an mich selbst. Erst dann denke ich an andere und mache vielleicht auch persönliche Abstriche bei mir selbst. Ich weiß, dass es Menschen gibt, die erst an andere Denken. Aber ob das ausnahmslos so ist, bezweifle ich.

    Und wann kennt man jemanden richtig? Meine Frau kennt mich nun schon ziemlich genau 20 Jahre. Sie kennt mich gut. So gut kennt mich keiner. Aber auch wenn sie oft schon genau weiß, was ich sagen will oder was ich denke, weiß sie nie alles ...

    Und noch etwas. Wenn ich mich einer Sache anschließe und davon überzeugt bin, bleibe ich dabei und setze mich solange dafür ein, wie es sinnvoll für mich erscheint. Natürlich spielen da auch rein persönliche Gründe eine Rolle. Denn wenn ich eines Tages kein Bock mehr dazu habe, mache ich etwas anderes. Ich war damals in der DDR für den Pionier- Und FDJ-Kram. Das habe ich gern gemacht, fand ich gut und finde ich auch heute noch gut. Es war nicht alles schlecht. Heute setze ich mich zum Beispiel für dieses Forum ein und lasse mich nicht so schnell davon abbringen.


    Ich glaube jetzt bin ich nicht mit besten Beispiel voran gegenagen und habe weit vom eigentlichen Thema abgeschweift.


    Kommen wir zurück zum eigentlichen Thema: Waren manche unter uns als Kinder zu recht im Heim ?

    Ich galube auch die Kinder, die wegen politischen Gründen ins Heim kamen, waren nach damaliger Sicht berechtigt im Heim. Das Jugendamt hat im Sinne des Staates, des damaligen Systems gehandelt. Ich hätrte damals wohl genau so gehandelt, weil ich ein überzeugter DDR-Bürger war. Aus heutiger Sicht, war es wohl doch eher ungerecht. Aber die Zeiten ändern sich nun mal. Was damals Recht und Mittel zum Zweck war, ist heute ungerecht.

    Aber all die Kinder, die ins Heim kamen, weil zu Hause etwas nicht in Ordnung war, weil sie eben geprügelt oder vernachlassigt wurden, waren meinert Meinung nach berechtigt ins Heim gekommen. Denn ich persönlich würde wohl auch so entscheiden, wie das Jugendamt.

    Was allerdings in den Heimen, gerade mit dem Thema Missbrauch ablief, steht auf einem ganz anderen Blatt. Da denke ich, dass damals vieles nicht so bekannt war, wie es heute alles ans Tageslicht kommt.


    Gruß Jan

    Ich würde mal von mir behaupten, dass ich zu Recht ins "Normal"-Heim gekommen bin, weil ich von meinen Eltern geschlagen wurde. Laut meinen Jugendamtakten, ist das mehr als einmal vorgekommen, so dass ich die Entscheidung des Jugendamtes zu meiner Heimeinweisung durchaus verstehe. Ich hätte genau so entschieden.

    Die Entscheidung, mich in ein Spezialkinderheim für Schwererziehbare einzuweisen, halte ich jedoch für fragwürdig. Das Kinderheim Krosigk wurde derzeitig renoviert und so mussten alle Kinder in andere Heime verlegt werden. Ich vermute, dass die Anzahl der "Normal"-Kinderheimstellen begrenzt war und somit ausgesiebt wurde, wer in die "Normal"-Kinderheime eingewiesen wurde und wer nicht. Sicherlich war ich kein Weisenknabe, doch was soll ich in der 3. Klasse für einen Blödsinn gemacht haben, was das Jugendamt berechtigt, mich in ein SKH zu stecken. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass ich zu diesem Zeitpunkt andere verprügelt, geklaut oder sonst was für schlimme Sachen gemacht haben soll. Das einzige, an was ich mich erinnere, ich habe eine Lampe und ein Bett kaputt gemacht bzw. wurde dabei erwischt. Ob ich´s wirklich war, weiß ich auch nicht genau. Das sollte mein Vater bezahlen, wurde mir berichtet. Dazu kommt, dass sich meine Großeltern um mich bemühten und dies abgelehnt wurde. Das ist genau der Punkt, was eventuell eine Entschädigung rechtfertigen könnte.

    Nun kam ich ins SKH nach Eilenburg, wo ich mit Kindern zusammen war, die eben viel viel schlimmer waren, als ich. Ich kann mich erinnern, dass dort welche waren, die zum Beispiel in Kaufhallen eingebrochen haben. Da war ich dann wirklich ein Weisenknabe dagegen!

    Aber nun gut. Es war sicher nicht einfach für mich, jetzt plötzlich völlig eingesperrt zu sein und sehr streng, fast millitärisch, erzogen zu werden. Ich fand mich aber damit ab und kam recht gut damit zurecht, weil ich von je her Regeln akzeptieren kann und auch die Konsequenzen akzeptiere, da ich die ja vorher kannte. Ich fügte mich den Bestimmungen und war auch fest integriert, so dass ich sehr oft Aufgaben, wie dem SVD (Schüler vom Dienst - rechte Hand des Erziehers) übernahm und auch sehr gerne machte. Gruppenratsvorsitzender war ich auch mal ein Jahr.

    Was ich damit sagen möchte, ich war sicherlich kein besonders schwieriges Kind und passte mich den System völlig und problemlos an, da mir ja auch nichts anderes übrig blieb und das eben das sinnvollste war.

    Schließlich nach einem Jahr "Normal"-Heim und drei Jahren SKH nur mit Jungs (!), ist meine Kindheit doch sehr geprägt!

    Heute frage ich mich öfter, ob verschiedene Verhaltensweisen von mir auf die Heimvergangenheit zurückzuführen sind.
    Zum Beispiel habe ich ein Problem damit liebe Worte zu finden, Liebe zu geben und sie auch zu zeigen. Über Geburtstagsgeschenke kann ich mich nicht wirklich freuen oder es eben zeigen.
    Allgemein kann ich mit Emotionen nicht viel anfangen, so dass ich oft sehr kalt, direkt und arrogant wirke.
    Ich sehe auch vieles sehr real und weiche wenig von dieser Linie ab.
    Gleichgültigkeit und Sturheit könnten auch trotz Konsequenzen ein Problem werden.


    Nun frage ich mich öfters, ob es wirklich am Heim liegt? Haben "Nicht"-Heimkinder nicht auch solche Eigenschaften? Ich denke mal schon!


    Natürlich gab es nicht nur Negatives im Heim!
    Was hat das Heim aus mir gemacht?
    Was habe ich für Werte vermittelt bekommen?

    Ein strenger geregelter Tagesablauf gibts es jetzt zwar nicht mehr in meinem Leben, jedoch weiß ich genau wie es geht! Ich weiß, dass man Dinge erledigen muss und nichts liegen bleiben darf. Das habe ich im Heim gelernt.

    Ich weiß, wie man Ordnung im Schrank hält, ob ich das heute so mache, ist eine andere Sache.
    Ich weiß, wie man ein Bett macht, musste ich ja oft genug tun.
    Ich weiß, wie man sich richtig verhält gegenüber verschiedenen Leuten, ob ich das heute anwende, kommt auf die Situation an.
    Ich weiß auch, wie man sich in einer Gemeinschaft verhält, ohne ständig aus der Reihe zu tanzen. Ich kann auch zurückstecken und Kompromisse zu gunsten der Gemeinschaft eingehen. Ich habe zwar meine eigene Meinung, muss sie aber nicht immer und mit aller Macht durchsetzen, nehme mir auch ab und zu das Recht heraus, sie zu ändern.
    Ich weiß auch, dass es nicht immer sinnvoll ist bockig und nachtragend zu sein, vor allem wenn man mit Menschen zusammen arbeiten muss oder will.

    Nun frage ich mich aber, ob mir diese Werte auch vermittelt würden, wenn ich im Elternhaus geblieben wäre?
    Und natürlich werden anderen Kindern, die nicht im Heim waren solche Werte vermittelt.

    Ich komme immer wieder zu dem selben Schluß.

    Ich bin meinen Weg gegangen, woran ich mit Reabilitierung und Entschädigung überhaupt nichts mehr ändern kann. Ich erinnere mich zwar oft zurück, trauere aber nichts hinterher. Das Leben geht vorwärts und nicht zurück. Also schaue ich nur voran und mache das Beste daraus.

    Ich bin auch so wie ich bin und kann nie wissen, ob ich durch das Heim so geworden bin. Aber auch das ändert nichts an meinem zukünftigen Leben.

    Ich denke zwar oft darüber nach, mache mich aber nicht fertig damit, weil es mich ehrlich gesagt, kein Stück im Leben weiter bringt.

    Ich bin auch stolz auf mein Leben, auch auf die Heimzeit (!), nicht auf Dinge, die ich falsch gemacht habe, obwohl ich auch dazu stehe, sondern eher zu den Dingen die ich in meinen Augen ganz gut gemacht habe. Ich habe die Heimzeit ganz gut gemeistert, habe auch anschließend meine 10 Klassen und auch die Lehre, sowie den Führerschein im ersten Durchlauf absolviert, worauf ich stolz sein kann.


    Die eingangs gestellte Frage kann ich abschließend nochmal mit JA beantworten, auch wenn ich das nicht auf meine gesamte Heimzeit beziehe.

    Hallo Detlev,

    ich kann dir nur den Rat geben, alle Quellen anzuzapfen und es erst einmal freundlich zu versuchen. Wenn das alles nicht hilft, kann man immer noch härtere Geschütze auffahren und mit Paragraphen drohen oder auch letztendlich durch einen Rechtsbeistand seine Rechte durchsetzen.

    Ich habe zum Beispiel die Erfahrung gemacht, dass ich vom Stadtarchiv Halle die gesamte Akte (ca. 300 Blätter) bekommen habe, wogegen ich vom Jugendamt Halle und auch vom Stadtarchiv Leipzig nur ein paar Blätter erhielt, die dann auch noch teilweise geschwärzt waren. Genauers kannst du in meinem Profil nachlesen (Links am Ende des langen Textes).


    Gruß jw1hal

    Da muss man eben warten, bis die Tmepelhöfer und Mistlauer ins Forum kommen.

    Von meinem Heimen sind auch weiter keine da. Es hat sich zwar Einer hier registriert, aber das Interssse scheint wohl nicht all zu groß zu sein. Und erzwingen kann man ja da auch nichts.

    Da heißt es nur abwarten und (Tee) Kaffee trinken ... :) Kommt Zeit, kommt Rat ...