Ich meinte jetzt so die Startschwierigkeiten.
..... denen die Bildung ( Schule ) verweigert wurde,
......sie mussten Kinderarbeit , die es in der BRD angeblich nicht gab, leisten , statt zur Schule zu gehen.
...... viele bekamen keinen Pfennig Geld bei der Entlassung, und sie wußten auch nicht wohin, denen blieb nichts anderes übrig als stehlen zu gehen, oder auf den Strich zu gehen , wenn sie überleben wollten, oder als Mädchen den Erstbesten zu heiraten der ihnen über den Weg lief.
Lehrstelle ? Wie denn, ohne Schulabschluß ?
Und wenn sie den hatten, in einigen Heimen gab es Unterricht, dann ging die Bürokratie los:
.......Ohne Arbeit keine Wohnung, ohne Wohnung keine Arbeit.
.......Legte man den Entlassungsschein vor, winkten sowieso alle ab.
Wie ich hier heraus lese gab es das so nicht im Osten, da haben doch alle eine Ausbildung machen können ?
Also war die Gesellschaft wohl toleranter ?
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Yepp, wenn du es so im Detail beschreibst (obwohl ich hier einiges nicht ganz nachvollziehen kann, siehe Schlußsatz), dann kann man wohl doch sagen, im Osten lief das wesentlich zivilisierter ab.
1. In der Sache gab es im Heim immer einen Schulabschluss, entweder 7. Klasse (das war dann ganz übel, bedeutet maximal Beruf als irgend ein Hilfsarbeiterjob), oder 8. Klasse (Ich z Bsp habe nur die 8. Klasse, mir wurde empfohlen, nicht bis zur 10. zu gehen, weil ich dort vermutlich fürchterliche Zensuren hätte und besser mit einem guten Zensurdurchschnitt in der 8. Klasse raus zu gehen, .....aber auf dieser Basis konnte man schon einen vernünftigen Facharbeiterberuf erlernen, bei der die Ausbildung dann statt 2,5 Jahre, eben 3 Jahre gedauert hat, ...bei mir war es ein perfekter Universalberuf, alsTiefbaufacharbeiter, der hatte 4 Berufe in sich vereinnahmt: Erdbau, Strassenbau, Mauerwerksbau, Vermessung), wenige haben in Heimen die 10. Klasse abgeschlossen.
2. Ausbildung zu einem Beruf gab es in Heimen nicht. Wenn Ausbildung, dann im Jugendwerkhof (war ich nicht, kann da nichts genaues berichten, ausser, das es eine sehr eingeschränkte Berufsfeldauswahl gewesen ist/Maurer, Schlosser, Transportarbeiter, Lagerarbeiter usw usw).
3. Geld hat niemand bekommen, wie auch, wenn man Schule macht. Wir haben aber auch tatsächlich ein paar Wochen im Jahr in Fabriken gearbeitet (bei mir war es das Antennenwerk Bad Blankenburg). Ich meine aus der Erinnerung, wir haben ein paar Pfennige Taschengeld dafür bekommen. Ich habe vor ein paar Jahren für diese Arbeit aber eine Entschädigung im Zuge der Heimentschädigung erhalten, weil uns Rentenpunkte entgangen sind, was für mich aber kein wirklicher Verlust ist. (Auf Stystemrente pfeiff ich, die ist eh nur bis 2025 sicher, wenn sie es überhaupt bis dahin schafft)
4. In der Regel hat sich das Heim, das Jugendamt und die Eltern um eine Ausbildung gekümmert (bei mir war das so und auch bei anderen Kindern in meinem Heim), so das ich nahtlos aus dem Heim, nach Hause und in eine vollwertige Facharbeiterausbildung gekommen bin. (In der ich dann Probleme mit meinem Lehrmeister bekommen habe, weil durch gedrungen ist, das ich aus dem heim komme (siehe Posting 2,3 Posts höher.))
Also von daher haben wir im Osten sicher eine bessere Startchance bekommen als die Kinder im Westen.
Allerdings muss man diese Chance auch als solche Erkennen und sie vor allem nutzen, so lange sie sich bietet.
Task Nr 1 war, egal wie, die Ausbildung in jedem Fall zu ende zu bringen, denn mit abgebrochener Ausbildung nimmt dich niemand.
Ich heute auch nicht (bin bis auf 3 Jahre Ausbildung damals und 1 Jahr im Angestelltenverhältnis auf Phuket, selbstständiger Unternehmer), ....wer abgebrochen hat, ist bei mir als Bewerber komplett unten durch, kann nicht bei mir arbeiten, weil es deutlich zeigt, das die Person nicht einmal wirklich wichtige Dinge zu ende bringen kann. Klingt hart, ist aber so. Eine abgebrochene Ausbildung in der Vita ist fast ein Todesurteil auf dem Arbeitsmarkt.
Was mich jedoch extrem verwundert ist, das eure Jugendämter im Westen, bei der Entlassung nicht aktiv wurden, denn so liesst sich dein Text. Das kann ich mir kaum vorstellen, da das genau der Job von denen ist, die Heimkinder wieder in den Alltag (Arbeit, Wohnung, normales oder betreutes Leben) einzugliedern.