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  1. Treffpunkt ehemaliger Heimkinder | Regenbogenstadt
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Kinderfernsehen der DDR und der BRD

  • Jahny
  • 1. Oktober 2026 um 02:25
  • 269 Mal gelesen
  • 9 Kommentare

Angeregt durch das Thema „Womit habt ihr als Kinder zu Hause oder in den Heimen gespielt?“ (von Trullaplu, 10. April 2019) fielen mir ein paar Sendungen des Kinderfernsehens ein, die zu meiner Kindheit ganz aktuell waren. Welche Kindersendungen habt ihr im Heim oder zu Hause denn so geguckt, vorausgesetzt man hatte kein „Fernsehverbot“? Gab es irgendeine Lieblingssendung? Oder gab es Sendungen die Euch überhaupt nicht interessierten? Ich habe mal einige aufgelistet, die mir so ad hock einfielen und die ich gerne gesehen habe.


Was ist denn heut bei Findigs los?

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Link zum Intro und Extro des Hörfunk zu Sendung: ▶ „Was ist den heut‘ bei Findigs los“

Das war eine Hörspielreihe des „Berliner Rundfunk“. Die Themen wurden dem Alltag einer DDR- Familie mit vier Kindern entnommen. Die Serie wurde montags bis freitags jeweils von o6:55 Uhr bis o7:oo Uhr ausgestrahlt. Das letzte Mal war die Sendung am 28. September 199o zu hören. Die Rollen: Vater und Mutter Findig, die 12- jährige Tochter Janni Finding, der 15- jährige Sohn Jockl Finding und die die 9- jährigen Zwillinge Pit Finding und Peggy Finding.


Bei Professor Flimmrich

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Die Sendung „Bei Professor Flimmrich“ war eine Kindersendung des 1. Programms des DDR- Kinderfernsehens. Die Sendung, die vom 14. September 1959 bis zum Ende des DDR- Fernsehens ausgestrahlt wurde, hatte ihren festen Sendeplatz: samstags um 14:oo Uhr. Professor Flimmrich (Walter Eberhardt Fuß) berichtete am Anfang einer jeden Sendung über die neuesten und noch in Arbeit befindlichen Kinderfilme und zeigte Ausschnitte. Danach zeigte er, neben Reportagen und Dokumentationen, einen Spielfilm. Nachdem sich Walter Eberhardt Fuß 1980 aus gesundheitlichen Gründen vom Fernsehen zurückgezogen hatte, führte Helmut Schreiber durch die Sendung. Sie wurde dann in „Flimmerstunde“ umbenannt. In späteren Jahren beschränkte sich das Angebot nur noch auf den Spielfilm.


Abendgruß

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Link zu der 1000 Sendung im Jahr 1962: ▶ „Abendgruß“

Der „Abendgruß“ (kurz auch Sandmann) ist eine DDR- Kindersendung, die seit 1959 produziert wird und die Fernsehserie mit den meisten Folgen ist. Von 1959 bis 1990 wurde sie in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), beim DFF (Deutscher Fernsehfunk), der später in „Fernsehen der DDR“ (DDR TV) umbenannt wurde, gesendet. Seit dem Ende der DDR wird im Auftrag der ARD (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich- rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland) unter dem Titel „Unser Sandmännchen“, weiter produziert und in den Vorabendprogrammen einiger Sender gesendet. Das Sehen dieser Sendung war und ist für Kleinkinder in vielen Haushalten ein Ritual vor dem Zubettgehen. Die literarische Figur des Sandmanns ist seit Jahrhunderten aus verschiedenen Erzählungen bekannt. Zum Beispiel „Der Sandmann“ von Ernst Theodor Amadeus Hoffmann sowie „Ole Lukøje“ von Hans Christian Andersen. Entsprechend der literarischen Vorlage ist die Trickfilm- Puppe ein kleiner Mann mit weißem Bart. Es erscheint in einer Rahmenhandlung vor und nach einem kindgerechten Kurzfilm und streut am Ende jeder Sendung seinen Schlafsand, um den Kindern angenehme Träume zu schenken. Der Komponist Wolfgang Richter hatte, wegen der großen Eile, in der die Sendung vorbereitet wurde, sich den Text, der von Walter Krumbach stammt, am Telefon diktieren lassen und die Melodie an nur einem Abend in drei Stunden geschaffen. Von Experten wurde das Lied als zu kompliziert für Kinder angesehen und war daher eigentlich nur als Notlösung gedacht. Das Lied hatte zu Zeiten des DFF und des DDR TV vor dem Abendgruß zwei, nach dem Abendgruß eine Strophe. In heutiger gekürzter Fassung ist die 2. Strophe entfallen; also nur noch eine Strophe vor und nach dem Abendgruß.


Zu Besuch im Märchenland

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Link zu einem Sendungsausschnitt: ▶ „Zu Besuch im Märchenwald“

In Anlehnung an "Das tapfere Schneiderlein" wurde Mitte der 50er- Jahre die Kunstfigur des "Meister Nadelöhr" entwickelt. Eckart Friedrichsohn vom Deutschen Theater, damals 26 Jahre alt, spielte diese Rolle bis zu seinem Tode (im Jahre 1976). Meister Nadelöhr erzählte Märchen oder sang Lieder. Die eigentlichen Stars der Sendung waren aber Schnatterinchen (eine Ente), der kleine Pittiplatsch (ein Kobold) und Bummi (ein Bär). Später wurde Bummi gegen Mischka ausgetauscht. In meiner Erinnerung gab es da eine Geschichte, in der Bummi in das Land unserer Freunde (UdSSR) ging und dafür Mischka aus der UdSSR zu uns in die DDR kam. Die fröhliche Kindersendung am Sonntagnachmittag lief von 1954-1991 im DFF beziehungsweise im DDR TV. Nach dem Tod von Meister Nadelöhr (Eckart Friedrichsohn) wurde dann diese Rolle, ein bis zwei Jahre später, mit Fabian (Klaus-Peter Plessow) besetzt.


Clown Ferdinand

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Link zum Intro von : ▶ „Clown Ferdinand“

"Clown Ferdinand", der von den beiden Tschechen Jiří Vršťala und Jindřich Polák schon in den Fünfzigern erfunden wurde, lief seit 1973 in insgesamt dreizehn pantomimischen Folgen auf den Fernsehschirmen der DDR. Er fuhr in seinem Wohnwagen, mit der markanten riesigen Sonnenblume am Revers, durch die Republik und meisterte die schwierigsten Situationen. Begleitet von Papagei Robert flog er auch mal mit einer Rakete ins All. "Clown Ferdinand" wurde später auch im Westen vom WDR ausgestrahlt.


Mach mit, mach's nach, mach's besser

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Link zu einem Sendeausschnitt : ▶ „Mach mit, mach’s nach, mach’s besser“

Gerhard "Adi" Adolph war eine echte Legende im DFF und DDR TV, ein richtiger Straßenfeger. Seit 1964 lockte er einmal im Monat sonntags um 10:00 Uhr die Zuschauer zu einer einstündigen Spielshow vor die Fernseher. Schulklassen aus verschiedenen Orten traten in Schulsporthallen gegeneinander an, sollten in sportlichen, spielerischen Wettkämpfen den olympischen Gedanken fördern und den Spaß am Leistungssport entdecken. Die Mannschaften mussten sich für die im Fernsehen stattfindende Endrunde qualifizieren. Adi, selber ehemaliger erfolgreicher Leistungssportler, trat immer im Trainingsanzug auf. Bis zum Ende des DFF insgesamt 333 Mal. Dem Sieger winkte ein Pokal des Nationalen Olympischen Komitees der DDR.

Kommentare 9

Axel Li
11. Oktober 2026 um 18:23

Jahny

das mit dem Pioniernachmittag fiel bei mir schon mal völlig aus, denn ich wurde erst ab der 5. Klasse Pionier. Zu Hause wollte man das nicht aus ideol. Gründen und im Heim haben sie mich einfach in den Verein hineingesteckt. Hätte ich mich geweigert, wäre der Ärger im Heim riesengroß gewesen und ich war noch so klein. :(

Zu den AG`s. Elektrontechniker hatten sie nicht bei uns im Angebot, jedoch die AG Fotogarfie und dort war ich drinnen, wurde trotzdem kein Fotograf. 📸

Liebe Grüße, Axel Li

Axel Li
1. Oktober 2026 um 22:42

Jahny die aufgelisteten Sendungen kenne ich auch alle, bin aber sehr sicher, kaum etwas davon gesehen zu haben. Wenige Male nur. Zu Hause wurde geschaut, was mein Stiefvater schauen wollte. Ich war auch sehr oft draußen unterwegs und ich hatte auch mehrfach 4 Wochen TV Sperre oder Stubenarrest. Im Heim, ich weiß, das lief da alles, was du listest, und wer es sich verdient hat, durfte das schauen und irgendwie war auch ich oft mit Abwasch, Revierdienst "beschäftigt" oder las ein Buch.

Zu Hause schon vor dem Heim wurde nur West TV geschaut, weswegen ich Umstiegsprobleme ins Ostfernsehen hatte.evilgrin.

Ich könnte von wenigen West TV Sendungen schreiben, wenn ich sie denn schauen durfte. "Daktari:", "Bonanza" fallen mir grad ein... oder "Familie Feuerstein".. ;)

Jahny
2. Oktober 2026 um 01:20
Autor

Hallo Axel Li und ein Hallo an alle.

Westfernsehen ... als Kleinkind sah ich DDR- Kinderfernsehen. Ich hätte auch Westfernsehen sehen können. Habe ich auch ein paar Male. War aber nichts für mich. Mir fehlte da das Lehrreiche. Zum Beispiel: "The Pink Panther". Der löst ja immer irgendein Problem, nach seiner Art. In einem Teil von "The Pink Panther" will er ein Haus aus Holz bauen (ich glaube der Teil hieß: "Pink via With" oder ... eigentlich müsste er "Pink Blueprint" heißen, wegen des Bauplans). Er will nach einem rosanen Bauplan eine rosa Villa bauen, sein Widersacher aber nach einem blauen Bauplan ein weißes bürgerliches Haus. Durch allerlei Tricks tauscht er die Pläne aus, aber sein Widersacher tauscht immer wieder zurück. Sein Durchbruch ist, dass er den Blueprint, also den Bauplan, rosa einfärbt. Sein Widersacher baut nun wie wild. Am Ende steht auch augenscheinlich eine rosa Villa da. Aber in der Schlusssequenz holt ihn das Problem in irgendeiner Weise immer wieder ein. Als er die rosa Villa betritt, kippt der Giebel um und dahinter steht das weiße bürgerliche Holzhaus. Sein Ziel hat er nicht durchgesetzt.

Ich war schon im Kindergarten der "Professor Allwissend". Wenn wir Burgen im Sandkasten bauten, legte ich Gras mit rein. Dadurch wurden sie stabiler und höher. So ein Wissen habe ich in dem Alter aber nicht aus Bücher, sondern durch beobachten der Umwelt und durch beobachten der Arbeiten anderer erlangt. Das wollte ich auch beim Fernsehen. Nehmen wir die Szene aus "Zu Besuch im Märchenwald", die ich in diesem Beitrag verlinkt habe. Das Thema ist Verkehrserziehung. Also was Lehrreiches für's Leben. Naja ... und Westfernsehen im Heim kam nicht in die Tüte.

Liebe Grüß, Jahny.

(PS: Wunder dich nicht über die Uhrzeit, befinde mich gerade in einer anderen Zeitzone)

Axel Li
2. Oktober 2026 um 07:58

IDanke auch hier wieder. Das Glück hatte ich dann doch nicht, ein kl. "Professor Allwissend" werden zu können. Cool das mit dem Burgenbau. Denn wir hatten erst einen Fernseher als ich acht war und das Wenige, was ich dann schon einmal sah, reichte nicht, einen Titel wie "Professor Allwissend" zu ergattern. Hihi.

D.h., erst als dann mein 2. Stiefvater kam, tauchte bei uns ein TV auf. Wer hatte schon das Geld?Da konnte man ja noch dankbar sein. ...

Danke. I wundere mich über nichts mehr. Das mit der Zeitverschiebung dachte ich mir schon. 🌏️

Liebe Grüße

Axel Li

Axel Li
1. Oktober 2026 um 18:58

Eine Super Sache, Jahny Ich habe im Heim nur ganz ganz wenig geschaut. Absolute Ausnahme war mal ein ital. TV Mehrteiler über David Copperfield von Charles Dickens. Flimmrich? Nadelöhr? Ich war wohl mit 11 bis fast 14 schon zu alt für solche Sachen. :)

Jahny
1. Oktober 2026 um 21:54
Autor

Hallo Axel Li und ein Hallo an alle.

Das sind Sendungen aus meiner Kindheit. Ich sah sie vor meinem Heimaufenthalt, während meines Heimaufenthalts und nach meinen Heimaufenthalt. Natürlich nicht alle durchweg. Im SKH Sigrön sah ich sogut wie kein Sandmännchen, hatte ja meinen Revierdienst zu machen und wollte die 19:oo Uhr Sendung nicht verpassen. Aber zu Besuch im Märchenwald sah ich schon öfter. Mit 10, 11 und 12 Jahren fühlte ich mich noch nicht zu alt dafür. Um vom Alltag abzuschalten, der ja stark regelementiert war, gab es nur diese Möglichkeit: Ablenkung durch Fernsehen. Ich hatte ja auch kein Vergleich zu Gleichaltrigen; wir waren immer in einer Truppe zusammen und machten alle das Gleiche. Nach meiner Entlassung ins Elternhaus, im Alter von 12 Jahren, war für mich dann Fernsehen nur bei bestimmten Sendungen interessant: beispielsweise "Bei Professor Flimmrich".

Krumi63
1. Oktober 2026 um 14:29

Oh man.. Da schießen Erinnerungen hoch. Schöne Erinnerungen an Freizeit und Gemütlichkeit. Warum kann man nur als Kind so unbeschwert Leben, wenigstens einige Momente. Heute gelingt mir das nicht mehr, irgendwas ist immer im Kopf. Oder zu tun.

Axel Li
1. Oktober 2026 um 18:52

Meister Nadelöhr - neulich lief im TV eine Dokumentation über das echte vom Schicksal gebeutelte Leben des Schauspielers, Alles-Könners und Machers wie es seinerzeit nur ganz wenige seines Schlages gab. Ein TV Pionier.

Jahny
1. Oktober 2026 um 22:32
Autor

Hallo Krumi63 und ein Hallo an Alle.

Wir konnten bestimmt deswegen unbeschwert leben, weil wir uns frei bewegen konnten; also nicht im Heim, sondern im Elternhaus. Wir gingen Nachmittags zu unseren Klassenkameraden und verbrachten unsere Freizeit mit ihnen. Die Eltern wußten gar nicht wo wir sind. Wir organisierten unsere Freizeit selbst. Natürlich gab es auch Pflichten. Im höheren Alter war das sowas wie "Mülleimer-rausschaffen" oder "Einkaufen-gehen" oder "Kinderzimmer-in-Ordnung-halten" und, und ... und. Hatten wir größere Aufgaben, wie zum Beispiel "Kohlen-in-den-Keller-schaffen" dann halfen einige Klassenkameraden meinen Eltern und mir dabei. Meine Eltern lohnten es auch meinen Klassenkameraden und mir in Form von "Taschengeld-für-die-nächste-Disko". So haben wir was sinnvolles geschaffen und nebenbei die nächste Disko gesichert. Meine Eltern verlangten nicht viel von mir, aber ganz ohne Pflichten ging es auch nicht von statten. Hausaufgaben wurden gemacht, immer. "Erst die Hausaufgaben, dann die Hauspflichten und dann hast du Zeit für dich, bis die Straßenlampen angehen", so sagte mein Vater immer. Außerschulische Pflichten hatten wir auch. Den "Pioniernachmittag" am Mittwoch in einer "AG" (Arbeitsgemeinschaft) beispielsweise. Ich war in der "AG Junge Elektroniker", das war die Weichenstellung meines späteren Berufs.

Und heute ... nun ja ... jeder erwartet irgentetwas von Einem. Der Beruf, die Familie, die Kinder (obwohl schon außer Haus), die Enkelkinder ... und, und ... und. Das schlaucht. Der Erwerb um den Lebensunterhalt beschwert uns wohl am meißten. Aber nun genug gejammer. Geniße die Zeit in der du an deine Kindheit zurück denkst und lass den Vergleich zu Heute fallen.

Liebe Grüße, Jahny.

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