Angeregt durch das Thema „Womit habt ihr als Kinder zu Hause oder in den Heimen gespielt?“ (von Trullaplu, 10. April 2019) fielen mir ein paar Sendungen des Kinderfernsehens ein, die zu meiner Kindheit ganz aktuell waren. Welche Kindersendungen habt ihr im Heim oder zu Hause denn so geguckt, vorausgesetzt man hatte kein „Fernsehverbot“? Gab es irgendeine Lieblingssendung? Oder gab es Sendungen die Euch überhaupt nicht interessierten? Ich habe mal einige aufgelistet, die mir so ad hock einfielen und die ich gerne gesehen habe.
Was ist denn heut bei Findigs los?
Link zum Intro und Extro des Hörfunk zu Sendung: ▶ „Was ist den heut‘ bei Findigs los“
Das war eine Hörspielreihe des „Berliner Rundfunk“. Die Themen wurden dem Alltag einer DDR- Familie mit vier Kindern entnommen. Die Serie wurde montags bis freitags jeweils von o6:55 Uhr bis o7:oo Uhr ausgestrahlt. Das letzte Mal war die Sendung am 28. September 199o zu hören. Die Rollen: Vater und Mutter Findig, die 12- jährige Tochter Janni Finding, der 15- jährige Sohn Jockl Finding und die die 9- jährigen Zwillinge Pit Finding und Peggy Finding.
Bei Professor Flimmrich
Die Sendung „Bei Professor Flimmrich“ war eine Kindersendung des 1. Programms des DDR- Kinderfernsehens. Die Sendung, die vom 14. September 1959 bis zum Ende des DDR- Fernsehens ausgestrahlt wurde, hatte ihren festen Sendeplatz: samstags um 14:oo Uhr. Professor Flimmrich (Walter Eberhardt Fuß) berichtete am Anfang einer jeden Sendung über die neuesten und noch in Arbeit befindlichen Kinderfilme und zeigte Ausschnitte. Danach zeigte er, neben Reportagen und Dokumentationen, einen Spielfilm. Nachdem sich Walter Eberhardt Fuß 1980 aus gesundheitlichen Gründen vom Fernsehen zurückgezogen hatte, führte Helmut Schreiber durch die Sendung. Sie wurde dann in „Flimmerstunde“ umbenannt. In späteren Jahren beschränkte sich das Angebot nur noch auf den Spielfilm.
Abendgruß
Link zu der 1000 Sendung im Jahr 1962: ▶ „Abendgruß“
Der „Abendgruß“ (kurz auch Sandmann) ist eine DDR- Kindersendung, die seit 1959 produziert wird und die Fernsehserie mit den meisten Folgen ist. Von 1959 bis 1990 wurde sie in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), beim DFF (Deutscher Fernsehfunk), der später in „Fernsehen der DDR“ (DDR TV) umbenannt wurde, gesendet. Seit dem Ende der DDR wird im Auftrag der ARD (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich- rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland) unter dem Titel „Unser Sandmännchen“, weiter produziert und in den Vorabendprogrammen einiger Sender gesendet. Das Sehen dieser Sendung war und ist für Kleinkinder in vielen Haushalten ein Ritual vor dem Zubettgehen. Die literarische Figur des Sandmanns ist seit Jahrhunderten aus verschiedenen Erzählungen bekannt. Zum Beispiel „Der Sandmann“ von Ernst Theodor Amadeus Hoffmann sowie „Ole Lukøje“ von Hans Christian Andersen. Entsprechend der literarischen Vorlage ist die Trickfilm- Puppe ein kleiner Mann mit weißem Bart. Es erscheint in einer Rahmenhandlung vor und nach einem kindgerechten Kurzfilm und streut am Ende jeder Sendung seinen Schlafsand, um den Kindern angenehme Träume zu schenken. Der Komponist Wolfgang Richter hatte, wegen der großen Eile, in der die Sendung vorbereitet wurde, sich den Text, der von Walter Krumbach stammt, am Telefon diktieren lassen und die Melodie an nur einem Abend in drei Stunden geschaffen. Von Experten wurde das Lied als zu kompliziert für Kinder angesehen und war daher eigentlich nur als Notlösung gedacht. Das Lied hatte zu Zeiten des DFF und des DDR TV vor dem Abendgruß zwei, nach dem Abendgruß eine Strophe. In heutiger gekürzter Fassung ist die 2. Strophe entfallen; also nur noch eine Strophe vor und nach dem Abendgruß.
Zu Besuch im Märchenland
Link zu einem Sendungsausschnitt: ▶ „Zu Besuch im Märchenwald“
In Anlehnung an "Das tapfere Schneiderlein" wurde Mitte der 50er- Jahre die Kunstfigur des "Meister Nadelöhr" entwickelt. Eckart Friedrichsohn vom Deutschen Theater, damals 26 Jahre alt, spielte diese Rolle bis zu seinem Tode (im Jahre 1976). Meister Nadelöhr erzählte Märchen oder sang Lieder. Die eigentlichen Stars der Sendung waren aber Schnatterinchen (eine Ente), der kleine Pittiplatsch (ein Kobold) und Bummi (ein Bär). Später wurde Bummi gegen Mischka ausgetauscht. In meiner Erinnerung gab es da eine Geschichte, in der Bummi in das Land unserer Freunde (UdSSR) ging und dafür Mischka aus der UdSSR zu uns in die DDR kam. Die fröhliche Kindersendung am Sonntagnachmittag lief von 1954-1991 im DFF beziehungsweise im DDR TV. Nach dem Tod von Meister Nadelöhr (Eckart Friedrichsohn) wurde dann diese Rolle, ein bis zwei Jahre später, mit Fabian (Klaus-Peter Plessow) besetzt.
Clown Ferdinand
Link zum Intro von : ▶ „Clown Ferdinand“
"Clown Ferdinand", der von den beiden Tschechen Jiří Vršťala und Jindřich Polák schon in den Fünfzigern erfunden wurde, lief seit 1973 in insgesamt dreizehn pantomimischen Folgen auf den Fernsehschirmen der DDR. Er fuhr in seinem Wohnwagen, mit der markanten riesigen Sonnenblume am Revers, durch die Republik und meisterte die schwierigsten Situationen. Begleitet von Papagei Robert flog er auch mal mit einer Rakete ins All. "Clown Ferdinand" wurde später auch im Westen vom WDR ausgestrahlt.
Mach mit, mach's nach, mach's besser
Link zu einem Sendeausschnitt : ▶ „Mach mit, mach’s nach, mach’s besser“
Gerhard "Adi" Adolph war eine echte Legende im DFF und DDR TV, ein richtiger Straßenfeger. Seit 1964 lockte er einmal im Monat sonntags um 10:00 Uhr die Zuschauer zu einer einstündigen Spielshow vor die Fernseher. Schulklassen aus verschiedenen Orten traten in Schulsporthallen gegeneinander an, sollten in sportlichen, spielerischen Wettkämpfen den olympischen Gedanken fördern und den Spaß am Leistungssport entdecken. Die Mannschaften mussten sich für die im Fernsehen stattfindende Endrunde qualifizieren. Adi, selber ehemaliger erfolgreicher Leistungssportler, trat immer im Trainingsanzug auf. Bis zum Ende des DFF insgesamt 333 Mal. Dem Sieger winkte ein Pokal des Nationalen Olympischen Komitees der DDR.
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