Eine der wichtigen Fragen, die ich gern jenen gestellt hätte, so ich sie gefunden hätte, war die, wie sie den/unseren Heimaufenthalt empfanden. Drei fand ich und telefonierte sogar vor vielen Jahren mit ihnen einmal. Mit einem mehrfach, doch es kam zu keinem Wiedersehen-Treffen.
Ein weiterer Junge, ich beschrieb es entweder im ginopilo Thema Gesche Str. oder Weisswasser, es ist vllt. 15 J. her, was ich fühlte, als ich einen ehem. Heimkameraden aus meiner Gruppe, der sogar eine Zeitlang im gleichen 3-Bett Raum schlief wie ich, hier in meiner Stadt, aus der wir Beide kamen, antraf.
Ich konnte ihn nicht ansprechen, denn er war nicht allein unterwegs, hier, an einem nahen Bahnhof. Er war ziemlich angetrunken, deutlich anzusehen wie sein Kumpel auch. Ich musste unbedingt zum Zug und schon deswegen blieb keine Zeit der Kontaktaufnahme.
Es ist der Junge, der mich exakt nach nur einem Jahr der Entlassung in meiner elterl. Wohnung aufsuchte und fragte, ob ich nicht mit ihm noch einmal nach Eilenburg fahren würde wollen, innerhalb weniger Tage. Ich war gerade erst 15, verneinte und vertagte meine Zusage auf evtl. später. Ich hatte weder Zeit noch das Geld, denn wir hätten ja irgendwo schlafen müssen usw. Es ging mir einfach zu schnell mit der Entscheidung. Zwei Jahre etwa später, er ließ sich nicht mehr blicken, ging ich zu ihm, unweit von hier, wollte ihm vorschlagen, dass ich jetzt Zeit und Geld hätte, nach Eilenburg, also in unser eh. Spezialkinderheim zu fahren. Er war nicht zu Hause, doch einer seiner älteren Brüder öffnete, die ich bat, dass Michael sich bitte bei mir melden möchte. Er kam nicht und das Thema versackte sprichwörtlich. Mein Leben nahm seinen Lauf, mit Höhen und Tiefen, doch natürlich stellen sich Fragen, auch die was aus ihm wohl geworden ist oder eben auch nicht.
Einmal erlebte ich es in der Garderobe, er muss irgend etwas angestellt haben, er sollte sich ausziehen, weigerte sich und wir sollten ihn gewaltsam ausziehen, ich machte aber nicht dabei mit; hielten ihn fest, zerrten ihn auf den langen Holztisch, er wehrte sich und ich griff nicht ein, wendete mich ab und verließ den Garderobenkeller. Was dann geschah, ich weiß es nicht, doch etwas sagte mir später, dass ich hätte bleiben sollen. Hätte ich eine Antwort, weil ich mich aus Feigheit abwendete, bekommen? Weshalb bleiben so viele Fragen unbeantwortet?