Na, da ist mir doch aber etwas Phänomenales geglückt. Jemand ist also tatsächlich sogar
Zitat
Jahny
auf den Boden in die Mansarde gegangen
der gleich noch sein altes Spielzeug mal wieder rausgewühlt hat.
Nee. Ernsthaft. Ich finde das bemerkenswert und dachte mir bereits heute Nacht schon all das lesend, wie fängst du es an, jemandem zu antworten, ohne ihn zu verletzen. 
Das Geniale bei dir - du kitzeltst Sachen heraus, die tatsächlich verstaubt sind, denn diese Diakiste ist so etwas, eine leicht modernere hatte ich tatsächlich auch, aber das hatte dann mit Spielen nichts mehr zu tun., Egal, was ich sagen will, wenn ich dich lese, hattet ihr ebenso beengte Lebensräume mit wenig Spielraumfläche. Denn drei Brüder, da gab es doch hoffentlich auch einmal ordentlich Stress oder wart Ihr alle immer nur lieb und nett? 
Ich bin etwas aufmüpfig und möchte zum Spielen noch etwas sagen. Bei dir siehts so aus, als wenn du schon sehr früh bekamst, was du dir gewünscht hast? Das wäre das Optimale, etwas, was man nur jedem wünschen kann und nicht, dass du dachtest, ich wäre auf etwas oder wem auch immer, neidisch gegenüber (gewesen), weil ich das vielleicht nicht hatte. Dem ist nicht so, jedoch, Scheidungskinder sind finanziell schlechter gestellt, was bedeutet, dass sie auf Manches verzichten müssen/mussten. Meine Mutter war schon froh, wenn genug zu essen da war, weil die Wohnung abbezahlt werden musste und überhaupt genug Essen ranzuschaffen, was als Alleinerziehende in den 60th schwierig genug war, am Abend Brauchbares aufzutreiben, wenn es denn noch etwas gab. Sie arbeitete bis zum frühen Abend und ich war das Allerletzte, Spielkind im Kindergarten. Sie holte mich nie vor 18:00 Uhr ab. Da war immer Ärger programmiert, "warum komm`Se denn nicht früher?"
Arbeit, nur darum gings und da war weder Zeit zum Spielen noch gab es ausreichend Material mit dem man um die 6, 7 Lenze hätte spielen können. Sicher, sie tat, was sie konnte, aber wenn so ein erster Stiefvater ständig Probleme bereitete, oder war ich es, der sie bereitete, dann gabe es keine Spiele, sondern Hiebe, vom Stiefvater. Verstehst du, wenn die Atmo nicht die ist, die man zum Spielen hätte vorfinden müssen. Ich hasste das alles und war nicht etwa zum Spielen draußen, sondern weil das bedeutete, bloß raus und die Welt erkunden.
Und dem ist mitnichten so, wie du schreibst, dass man als Kind sich doch mit den Gegebenheiten arangiert und nach diesen Möglichkeiten seinen "Spaß" erlebt. Du schreibst, dass das Positive bei allem aber doch überwiegen würde. Das wäre auch zu schön. 
Du hast auch über das Fernsehen geschrieben. Nicht einmal Fernseher gab es. Also sah ich keinen Sandmann und Co. Keinen Professor Flimmrich, nicht so früh. Ich sah keine "heile Welt". TV und Radio auch kamen erst, als ein zweiter Stiefvater auftauchte, was für ein Glück, doch er hatte bereits drei Kinder aus erster Ehe und nun war gar keine Kohle mehr im Haus. Noch mehr Glück und das war alles nicht so brauchbar für eine gesunde frühkindliche Spielatmosphäre. Ich gönne das alles und jedem, der all das hatte. In meinem Umfeld gab es all das auch, gut situierte scheinbar stabilere Beziehungen. Man war gesellschaftl. aktiv und auch im Haus passte man auf. Auch auf mich. Die lieben Nachbarn.
Zurück zu dir. Du bist dir aber jetzt hoffentlich im Klaren darüber, dass du nicht vielleicht doch hochbegabt warst, wenn du um die 4 bis 4,5 Jahre schon einigermaßen gut lesen konntest? Das ist beachtlich, denn diese Fähigkeit kann man sich schlecht selbst beibringen. Das würde Einiges erklären, nur willl ich nicht spekulieren, sondern versuchen einzuordnen.
Im Zusammenhang mit meiner Heimaufarbeitung und dem Drum-Herum zuvor bin ich zu dem Schluss gekommen, dass vor allem die soziale Frage die entscheidende ist und wenn Kinder de facto ohne einem zweiten Elternteil aufwachsen, weil bspw. der Vater fehlt, dann fehlen entscheidende Grundlagen für die weitere Entwicklung des Nachwuchses. Vieles ist kaum aufzuholen, wenn Grundlagen fehlen. Das wissen wir Beide, wir Alle wissen es.
Eigentlich hatte ich noch viel mehr Gedanken "vorbereitet", aber es gibt Privilegiertere und jene, die es nicht sind. Das war schon zu DDR Zeiten so. Hm. Was wollte ich nicht noch alles schreiben?
Ja. Mit Büchern hatte ich es alternativ und ich ging auch im Kinderflme, selbst in ein Puppentheater. Bücher waren meine Schätze. Es waren sogar welche, die ich so früh nie hätte lesen dürfen, aber ich las sie. Sie ersetzten Manches und Erklären Einiges. Wenigstens hatte ich einen 🧸.
Liebe Grüße
Axel Li