Beiträge von Axel Li

    Wer durch die Welt läuft, auch wenn sie noch so klein geworden ist - man sieht sie überall, Muttis und Vatis - scheinbar mehr mit ihren großen Smartphones beschäftigt, als mit ihren kleinen Sprößlingen. Sind das unsere Werte?

    Man könnte ein neues Thema aufmachen und hier muss man womöglich auch wieder NUR den Ort / das Land bzw. den Kontinent wechseln, denn wenn man den Bericht über Holland liest, kann man nahezu spiegelgleich in der nachfolgenden WELT.de Verlinkung von den gleichen Gräueltaten derer lesen, die vorgaben, im Namen des Herrn Kinder auf den rechten Pfad führen zu wollen.

    Ich musste zweimal lesen und natürlich verfolge ich die jahrelangen Versuche der nordamerikanischen indigenen Völker in Kanada, um Aufklärung ins Dunkle zu bringen. Vor einiger Zeit wurden wieder Berichte bekannt, die auf dem Gelände ehemal. Internate, in denen die Kinder der First Nations zwangsweise untergebacht wurden, um aus ihnen rechtschaffende Amerikaner zu machen. Ihr Preis - die Aufgabe ihrer Identität, das Verlernen ihrer Sprachen, Gewaltweitergabe in ihren eigenen Familien, Traumata, Alkohol, die Zerstörung von Millionen Menschen. Ob in Kanada oder wie hier, in den USA, es waren die selben Muster, immer die gleichen Ziele, die systematisch betriebene Umerziehung von Menschen mit aller Härte.

    Indigene in den USA: „Es gab eine Rinderpeitsche und eine, die ‚Jesus-Seil‘ hieß“ - WELT
    In US-Internaten litten Generationen indigener Kindern unter staatlich verordneter Grausamkeit – alles im Namen des Glaubens. Auch die Familie der…
    www.welt.de

    Das ist alles sehr schlimm, was sie dir und vielen Anderen antaten, dass es in der Folge zu solchen gravierenden Lebensbrüchen mit Langzeitfolgen kam, denn das ist ein ganz zentrales aber auch aktuelles Thema - erlebte sexuelle Gewalt hinterläßt Spuren, die sich einbrennen, die je nach dem einen ein Leben lang nicht mehr loslassen können.

    Ich denke gerade wieder daran, was eigentlich mit jenen geschehen ist, die das alles wie du erlebt haben, sie jedoch niemals irgend eine entspr. psychotherap. Betreuuung hatten. Was hat das mit ihnen gemacht, wenn sie nicht zerbrochen sind und was ist im Alter, wenn sie in die Jahre kommen, wenn mehr und mehr Medikamente ihr Leben bestimmen, die sie vielleicht schon länger nahmen. Auch das hinteräßt Spuren und wem es gelungen ist, keine nehmen zu müssen, sollte sich glücklich schätzen.

    Über die Puzzleteile, von denen du schreibst, stolperte ich auch schon, denn tatsächlich muss man nach ihnen suchen bzw. wird - in welchen Momenten auch immer - fündig. Man muss sie entschlüsseln, in dem man sie zusammensteckt. Erst so entsteht ein oder gar das gesamte Bild.

    Stück für Stück braucht es Zeit. Am Ende kann es hilfreich, aber eben auch schmerzhaft sein. Man muss dazu bereit, sich im Klaren sein, was man wirklich will. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Wissen, das man sich dazu verschafft, hilfreich ist in der Aufarbeitung, aber jede/r arbeitet mit verschiedenen Mitteln auf. Die Skills hast du nicht umsonst erwähnt. Ich stellte ja die Frage danach. Danke.

    Ich finde es gut, wie du dabei bist auf dem Weg - weg von Psychopharmaka, denn wenn man ehrlich ist, sind Medikamente auf den ersten Blick sicherlich hilfreich, doch in Dauer verabreicht, vielleicht mit anderen dazu, sollte es nicht wundern, wenn mit ihnen am Ende nichts besser wird. Medikamente sind letztendlich eine Art Droge, - man wird mir widersprechen - die sicherlich Schmerzen lindern helfen, doch man bedenke, es steht in jedem Beipackzettel, was sie anrichten können. Wer liest sie?

    Paracelsus hatte sehr wohl Recht mit dem, was er auch sagte, dass es immer die Dosis ist, die ein Gift macht. :thumbup:

    Zu dieser Art von Gewalt, über die du schreibst , wunderte auch ich mich schon mehrfach, wie es dazu kam, dass Frauen an ihr beteiligt waren, es sein können, denn wie war/ist das eigentlich möglich? Psychologisch scheint das ein interessantes Betätigungsfeld zu sein. Ich könnte mir Einiges erklären, doch würde es den Rahmen dieses Themas sprengen. Das will sicherlich niemand.

    In jedem Fall - da hatten Kirchen sogar Recht - sexuelle Gewalt gegenüber Minderjährigen unter dem Dach der Kirche/n verübt, waren Sünde.

    Weltlich betrachtet gehören sie zur Kategorie Verbrechen oder Menschenrechtsverletzungen. So klar und deutlich muss man das aussprechen dürfen.

    Danke für deine Ausführungen, JW1HAL

    Im Grunde bestätigt monkey38 was wir alle wissen. Ehemal. Heimkinder wie wir es waren, können gar nicht zueinander finden, weil sie zwar - für den Osten gesprochen - den gleichen Bedingungen in den Einrichttungen unterworfen waren, aber trotz alledem sich mehr oder weniger spinnefeind gegenüberstanden. Wenn - wie hier gerade erlebt - ich nehme das gar nicht krumm - wir uns so "mißverstehen", weil der Eine denkt, dass der Andere keine Ahnung hätte usw., dann sagt mr das nur, dass wir auf unterschiedl. Ebenen der Aufarbeitung stehen. Als ich 2006 mit ihr begann, stand ich auch nicht dort, wo ich heute stehe. Es braucht alles Zeit.

    monkey38 schrieb es ja, er wäre 12 Jahre!! lang nicht hier gewesen? Ich wünschte er hätte ab und an versucht, sich blicken zu lassen. Vielleicht sähe er manches heute anders, wenn er sich MIT Anderen, Zitat: "arme Würschtl, für‘s Leben geprägt von dieser „schlimmen“ Kindheit" darüber einmal mit ihnen in dieser Zeit ausgetauscht hätte, vorausgesetzt, man hätte sich gefunden. :rolleyes: Das war ja schon einmal ein Problem an sich. Ich weiß nicht, ob dieser Austausch geschehen ist, aber aus meinem Blickwinkel wirkt es wie eine Anklage gegenüber jenen, die NICHT in Lehnin waren? Vielleicht verstehe ich das auch nicht. Wie auch immer, er hat sich entschuldigt. Ich nehme das an. Wessen Leben dort zerstört wurde, der kann nicht anders reagieren. Das verstehe ich. Mein Leben haben sie nicht zerstört und das sollte bitte auch nicht ihre Absicht gewesen sein.

    Lehnin wird durchaus schlimm gewesen sein. Ich bezweifele das gar nicht, denn das Stahl- und Walzwerk, wenn ich das richtig lese, in dem er und jene schuften mussten, war mit Sicherheit nicht der richtige Ort für sie. Schön wäre es, sich einmal in UNS hineinzuversetzen, denn wir ALLE saßen im gleichen Boot. Auch wenn ICH z. Bsp. jünger als er war, denn ich musste nicht dort arbeiten und mit jenen Leuten, die Monkey beschrieb, möchte ich auch nichts zu tun gehabt haben.

    Wir waren wohl doch alle völlig verschieden - Kinderheim - Spezialkinderheim - Jugendwerkhof. Alle etwas Besonderes und nichts Gemeinsames. Wie sollte das auch gehen? Wir faselten in den Forem immer von Gemeinsam wäre man stark. Nichts davon war wahr. Reine Illusion war es.

    Erst neulich schrieb ich es hier - ich habe den Grund längst herausgefunden, weswegen wir NICHT zueinanander finden konnten, weil viele von uns - wir - sogar in Internetforen GEGENEINANDER arbeiteten. Der wichtigste ist und bleibt jedoch der, dass es ihnen schon in den Heimen und wohl auch Jugendwerkhöfen gelungen ist, sie/uns zu spalten und gar keine Freundschaften oder gar Solidarität entstehen zu lassen. Das habe ich teils selbst so erlebt. Wir sollten einfach NUR umerzogen werden und da konnten oder sollten gar keine Freundschaften entstehen, weil das gar nicht gewollt war. Wer bitte hätte auch Interesse daran gehabt haben sollen?

    So weit zu Lehnin. Ich kenne dort nur das Kloster. Es ist einen Ausflug wert. Sicher nicht für jene, die als Jugendliche dort waren und auf die Trilogie zurückzukommen, wieso fand ICH mich ein Stück weit in ihr wider? Das muss ja wohl einen Grund gehabt haben. :whistling:

    Das ist sicher schade für dich. Wär ich in der Lage, würd ich dich mitnehmen, aber s. o. Ich werde dort nicht mehr als Interessierter einst einmal hinfahren. Wenn ich wollte, wäre ich in nur 1 h dort, wenn ich jetzt losfahren würde. Es sind nur 90 km und von dort weiter nach Berlin. Eine schöne Fahrt wäre es jetzt, wenn auch mit einem Umweg.

    Als ich Dienstag Abend die Elbe überquerte, staunte ich nicht schlecht über den akt. Wassermangel, den man auch in Torgau mitkriegen wird.

    Ich hoffe auf rege Beteiligung und nicht dass das Thema austrocknet. Nicht, dass nur wieder ein kleiner Haufen ehem. Heimkinder dort aufschlägt.

    Eigentl. ist die allgemein niedrige Resonanz unter ihnen seit Langem kein schöner Zug. Würden sich mehr unter ihnen miteinander solidarisieren, wäre womöglich Einiges besser gelungen doch das Wichtigste und das ist auch zentrales Anliegen der Einrichtung - sie durch Öffentlichkeitsarbeit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und gleichzeitig zu mahnen, dass es solche Werkhöfe nie wieder in der Form geben darf.

    Demokratien sind fragil und schnell könnten auch wieder andere Strukturen entstehen. Wir leben gerade in einem sehr merkwürdigen Klima und damit meine ich nicht etwa den vielzitierten Klimawandel.

    Dobro utro,

    Es wird dauern und wir alle werden dann erst so richtig die Folgen zu spüren bekommen. Wie also verdrängen, wenn ganz real der Krieg fast bei uns angekommen ist?

    Gestern Abend, mal wieder, hochkarätig geladenes Volk das sich als Experten bei Maibrit Illner im ZDF gibt, uns täglich wie das Murneltier den Lauf der Dinge erklärt. Man hört von Durchhalteparolen wie schon einmal, bis zum Sieg, man hört davon, dass mehr geliefert wird als es andere tun. Wiederum gibt es Staaten, die das Gegenteil behaupten, ganz offen verbal gegen Deutschland und sogar Frankreich schießen. Ein Experte gestern Abend, Herr Weber von der EU, sagte, wenn die Ukraine verliert, wird man Deutschland die Schuld dafür geben, weil es nicht lieferte, was verlangt wurde/wird und somit stehen wir an der Spirale der Ausweitung des Krieges. Wir verdrängen? Ja. Ein großer Teil mag das tun, doch wenn dir jeden Tag, wie letzten Abend dann auch wieder bei Markus Lanz im ZDF die mediale Lawine zum Krieg im Osten auf uns zurollt, dann hat das irgendwann Folgen und man sollte tatsächlich abschalten. Sonst entsteht nachher noch ein Gefühl der Ohnmacht.

    Das ist ja ein mediales Dauerbeschallen in die Gehirne Gemetzele und irgendwie auch eine Art von Selbstgeißelung.

    Es heißt, dort verteidigt man unsere Werte. Welche? Meinungen, die man kaum noch sagen darf, weil man gezwungen wird, sie für sich zu behalten, weil sie unerwünscht sind, es besser ist, mit dem Strom zu schwimmen als gegen ihn? Nein. So entsteht ein Klima der Angst und das hat mit offener liberaler Gesellschaft nichts mehr zu tun, denn so beginnt die unausgesprochene Diktatur des Schweigens. Es wird nicht lange dauern, dann schweigen sie nicht mehr, denn ganz real geht es auch hier jeden Tag abwärts und jeden Tag mehr wird sich zeigen, welche Fehler in der Vergangenheit gemacht wurden.

    Ja. Genauso ist es. Wir Deutsche waren immer schon historisch gut im Verdrängen, wenn es um Schuld und Schaden geht. Das sieht man in jeder 3. TV Dokumentation auf ZDF Info oder Phönix.de, die ich mir oft reinziehe, weil ich nichts Anderes zu tun habe....

    Aktuell werden wir pausenlos aus allen Rohren mit Vorwürfen torpediert, wir tun dies nicht, sollten mehr tun, usw. Die Ukraine hätte schon längst gesiegt, wenn die bösen Politikerinnen endlich das Geforderte liefern täten. Der ukrain. Botschafter in D hat sich nun an der ex- Kanzlerin abgearbeitet und auch ihr Vorwürfe gemacht.

    Dieses verdammte Land darf sich wie ein dummer Schuljunge von jedem X Beliebigen alles Mögliche vorwerfen lassen und es schweigt kollektiv. Nur wenige bieten jenen Dauerforderern Paroli. Jenen, die zu vergessen haben scheinen, dass Politik zunächst einmal die ureigensten Interessen zu vertreten hat und darüber hinaus europäische als auch Weltpolitik im Blick behalten muss, sei gesagt, es gibt einen verfassungsgemäßen Eid, den jeder Politiker kennt, der ein Amt übernimmt, alles für das wohl des Deutschen Volkes zu tun.

    Wer sich mit Politik befasst, weiß das auch, auch, dass blinder unüberlegter Eifer mehr schadet als dass er nutzt.

    Und trotzdem darf man nach Monaten Krieg auch einmal daran denken, das alles einmal zu verdrängen oder -vergessen. Nur, kann das jeder, wenn er Zeitung liest? Gestern stand in einer Tageszeitung etwas davon, dass für die Deutschen der Ukraine Krieg so etwas wie der 11. September für die USA wäre. So ganz genau kann ich dem nicht folgen aber ich folge nie jenen, die fordern, nötigen, verlangen. Da hat sich unsere Politik in jüngster Zeit auch schon dran versucht und im Herbst geht der Zinober schon wieder los.

    Wir werden das Problem nicht los und wenn der Krieg im Osten beendet ist, dann wird es nicht lange dauern und der nächste Konflikt bricht offen aus. Das zieht sich seit Jahren wie ein roter Faden hin. Es scheint, als wenn alles so kommen soll, wie es kommt. Wer das alles zurecht verdrängen will, weil man es sonst nicht aushielte, hat gute Gründe dafür.

    Danke für deine Antwort. Hassen würde uns Allen nichts bringen, sondern es würde unser eigenes Leben nur zerstören. Ich versteh auch, was du mit Stockholm S. geschrieben hast, das letztendlich eine andere Form von Verdrängung darstellt. Wir alle tragen Momente des Verdrängens in uns, weil Verdrängung eine Methode des Selbstschutzes darstellt. Ich habe mit meiner Verarbeitung richtig erst in 2006 begonnen, zuvor habe ich gut verdrängen können. Erst danach brach in mit etwas auf.

    Ich schrieb es schon, die Ursachen, weswegen sie uns in diese Einrichtungen verbrachten, waren sehr vielschichtig. Wir als noch Kinder funktionierten nicht, wie wir sollten und deshalb waren wir in Heimen u. JWH.

    Wie gesagt, nicht jede Einrichtung war gleich, wenngleich auch das Erz. System der DDR einheitlich strukturiert war. Auch ich hatte wahrlich nicht nur gute Momente im Heim, doch es war wahrlich auch nicht alles die Hölle. Somit hat jeder seine eigene Sichtweise und die ist immer individuell zu betrachten. Übermorgen kann es sogar sein, dass ich die Dinge anders sehe, als ich sie bisher sah. Vielleicht triggert etwas und bricht auf? Somit entstehen dann wieder neue Fakten. Ich denke du verstehst, wie das gemeint ist. Ich wollte auch nichts in Abrede stellen, was du bisher gepostet hast aber du siehst. Die sogenannte Heimkindercommunity ist völlig divers, was die Ansichten und Sichtweisen anbetrifft, weil wir alle unsere eigenen Wahrheiten mit uns herumschleppen. ;)

    Lieber Schreiber monkey38

    Das mag ja sein, dass ich aus deinem Blickwinkel närrisch bin oder es so scheint. Ich behaupte, man muss das ganze Bild sehen - die Dinge nicht nur schwarz - Weiß zu sehen und zu denken. Wenn ich eine Kiste Äpfel oder Birnen kaufe, kann es durchaus sein, dass unten in der Kiste auch faule unter denen liegen und etwas differenzierter solltest auch du versuchen, die Zeit zu reflektieren. Würdest du alle meine heimspezif. Themen gelesen haben, würdest du einen anderen Eindruck haben.

    Im Übrigen behaupte ich, dass das, wie ich die Zeit im Heim erlebt habe, womöglich nicht genau dem entsprochen hatte, wie du die Dinge in Lehnin erlebt hast. Ich habe ja nicht behauptet, dass das alles nicht geschehen ist und du mit den genannten Personen durchaus schlechte Erfahrungen hast machen müssen. Ich hatte auch welche, aber eine Verallgemeinerung hilft weder dir noch Anderen.

    Ich behaupte, nicht jeder Erzieher war so ein Mensch wie du über sie hier schreibst. Das mag aus deiner Wahrnehmung ja alles stimmen. Meine Lehrer waren völlig i. O. Im Heim. Was die Heimerziehung anbetraf. Auch da muss man die Spreu vom Weizen trennen. Was nun? Gilt nicht, was Andere schreiben oder nur, was du postest?

    Wenn ich Entschuldigungsbrief(e) schreibe, wird es schon einen Grund gehabt haben. Hättest du ihn inhaltlich verstanden, kämst du nicht darauf, dass es scheint, dass ich ein Narr wäre.

    Lesen und Verstehen, Differenzieren. Das gehört zur persönl. Aufarbeitung dazu. Ebenso wie man Geschichte differenziert betrachten muss. Ohne Hass. Alles Gute!

    Kreisi

    Tippe in die Suchhilfe die genannten Stichworte und du gelangst an die Beiträge, die du suchst. Viel Erfolg und Grüße !

    So eine Mutter den Antrag stellt/e, dann kann man es nur als Versagen oder gar Scheitern bezeichnen. Mehr oder weniger - so schrieb es meine - gestand sie mir mündl. aber auch schriftlich - sie hätte Sorge gehabt, dass ich auf die "schiefe Bahn" im Umfeld geraten könnte bzw. es schon war - und deshalb der Heimeinweisung zugestimmt hat. Ich fragte mich oft, wie kann eine dich angeblich liebende Mutter solch einen einschneidenden Schritt befürworten oder ihn gar selbst anstreben? Jede/r aber auch wirklich jede/r in den 60-igern wußte es, was mit Kindern, die in Heime oder gar in DDR Spezialkinderheime kamen, dort auch geschah.

    Dieses naive ***** - rief soeben schon wieder an - wußte es ganz genau, denn die Verhaltensweisen zeigten es immer und immer wieder, sie selbst muß im einem gewesen sein und befürwortet dann die Heimeinweisung ihres eigenen Kinders, das nicht nur ihr sonden vor allem dem neuen Lebenspartner im Wege stand. Beide wollten ihre Ruhe haben. Nur das war der Grund. Kein anderer. Sie hätte doch der seitens des Jugendamtes angestrebten Einweisung ohne sich einen Zacken aus der Krone brechen zu müssen, widersprechen können. Weshalb tat sie es nicht, diese angeblich dich liebende Mutter, die auch nie ein Problem damit zu haben schien, bei nahezu jeder körperlichen Züchtigung anwesend zu sein, ihr zuzuschauen, Egal ob man etwas anhatte oder nackt war! Das war und ist das Demütigende! Nicht die Schläge mit dem Lederriemen o. A. taten weh, sondern die Erniedrigung, dass eine Frau zugegen war!! "Ich habe dich doch immer nur mit Liebe erzogen" und wie sehr ich Lügen hasste.

    Diese Frau hatte sich alles schön geredet, verdreht, manipuliert, wie noch immer. Man kann sie doch nicht einfach so sterben lassen...

    Dann bleibt Stephpeff nur zu hoffen, dass er durch deine, R.H.M. Hinweise zum Erfolg kommt. Diese Wechselburg schien ja sowieso eine furchtbare Einrichtung gewesen zu sein. Wie also könnten Eltern die Einweisung ihres Kindes befürwortet haben, wenn keine persönl. Interessen im Vordergrund standen!?!!

    Nun, ein paar Tage ist es her, darüber sinniert, was du geschrieben hast, will ich ein paar Gedanken loswerden.

    Weshalb ich das mit den Wolfskindern erwähnte, deshalb, weil sie sich in den letzten Monaten des Krieges durchschlagen mussten und das im wahrsten Sinne des Wortes. Egal, woher und wohin sie kamen, sie waren immer auch "Freiwild", mussten sich teils verdingen, durchbeißen, stahlen auch, um überleben zu können und wurden teils auch mißbraucht. Dabei wollten sie sich durchschlagen, zu ihren Eltern, die sie hofften, im inzwischen zerstörten Deutschland wiederzufinden, sie sich oft auf den Trecks aus dem Osten verloren oder hofften, irgendwie in Deutschland anzukommen. Was sich oft als Trugschluß herausstellte.

    Natürlich, es ist mit deinem jahrelangen Martyrium so nicht zu vergleichen, weil das systematisch geschah, mit kriminellem Vorsatz. Mehr kann ich als Nichtbetroffener dazu nicht schreiben und habe auch kein Recht dazu.

    Ich wünsche dir beim Sortieren den Durchblick zu behalten oder ihn überhaupt erst zu bekommen.

    Ich will noch einmal an mein post vom 4. Dez 2021 anknüpfen und daran erinnern, dass es womöglich doch wieder in diesem Jahr noch ein weiteres Klassentreffen geben wird, wie mir mitgeteilt wurde von jenen, die es organisieren wollen. Vielleicht kommst du ja auch noch einmal und ich schätze, wir hätten uns noch so Einiges mitzuteilen. Du steuerst etwa noch immer die Straßenbahn und ich fahre nie mit ihr, so dass wir uns seit Jahren nicht mehr sahen.

    Wenn ich so daran zurückdenke, dass wir beide damals in der 4. Klasse jeweils in der ersten Bank saßen, Du an der Wand, ich am Fenster, zwischen uns eine weitere Reihe und du plötzlich gleichzeitig mit mir ins Heim kamst - in ein anderes als ich, in Sandersleben - dann ist es schon merkwürdig auffällig.

    Wir prügelten uns auf dem Schulhof, ich weiß nicht, wer anfing, weil wir selbst geprügelt wurden und landeten, wo viele landeten - in Heimen. Das hatten wir nun davon oder woran genau lag es, weswegen sie uns dorhin bringen ließen? Das kann ja nicht der einzige Grund gewesen sein. Es gab immer Vorgeschichten und von ihnen hörten nicht einmal Eltern etwas gern.

    Schuldig waren immer nur wir, weil wir nicht so funktionierten, wie man sich das wünschte und ich redete mir lange ein, dass "es" an mir lag, ich Schuld hatte und für diese Schuld büßen mußte.

    Hallo Snoopy &Woodstock

    Ich las, was du in Riedel erlebt hast und wer das erlebt hat, kann gar nicht anders, als sich aus dem zu befreien, wie du es dort in dem Thema beschrieben hast. Ich kann dir nur weiterhin auf dem Weg dahin alles Gute wünschen, denn irgendwann bricht sich so etwas einmal Bahn.

    Wir laufen viele Jahre durch das Leben und sind doch zumeist verschlossen oder spielen eine Rolle, kaschierten. Umso wichtiger ist es, wenn man an dem Punkt angekommen ist, alles raus muss, das man dann Mittel und Wege sucht und findet, die immer individuell zu treffen sind.

    Dein "inneres Kind" - eine so völlig andere Person als die du wahrscheinlich im Alltag bist, sagt es dir, wahrscheinlich immer wieder bei dich triggernden Situationen, dass du das auflösen musst.

    Ich weiß das, auch, weswegen ich einerseits den Briefblog hier post(et)e, was ich auflösen musste. Viele Jahre konnte das dauern aber ich weiß, ich kann niemandem allein die Schuld dafür geben, in ein Spezialkinderheim gekommen zu sein aber ich weiß, was Reinszenierungen sind und ich weiß, das du es weißt, was sie beinhalten und bewirken sollen. Ob sie immer die besten Möglichkeiten darstellen?

    Jeder muß seinen eigenen Weg finden und es hat immer mit dem Auflösen von Konflikten zu tun. Wer diesen Weg geht, kann es schaffen. Garantien gibt es nicht.

    Liebe Grüße

    Axel

    müsste es nicht heißen "auf mir sitzen lassen"?

    Also, wo bitte nehme ich jemanden in Schutz?? Soll ich vielleicht die Jugendlichen in Schutz nehmen, die euch schlugen, die ja so unschuldig waren? Wieso waren unten ihnen Schläger, die ihresgleichen Gewalt antaten? Könnte man darüber auch einmal nachdenken? Was veranlasste Kinder und Jugendliche z. Bsp. in dieser Einrichtung, andere Kinder und Jugendliche mit Schlägen zu bedrohen, sie zu schlagen oder auch zu missbrauchen?

    .... morgens im Winter mit kurzer Hose raus in den Schnee Frühsport zum Wachwerden.. Das waren aber noch die harmlosen Sachen,von Misbrauch und Schlägen unter den Jugendlichen,klauen Erniedrigung usw.. ich denke heute noch mit Grausen zurück an die Zeit.....

    Übrigens, auch wir mußten im Winter im kurzen Sportzeug raus aus dem Haus, Runden drehen beim Frühsport und man stelle es sich vor, wir duschten kalt.

    Für mich ist nun auch geklärt, weshalb sich kaum jemand dazu äußert, denn wer von ihnen, der das tat, worüber hier geschrieben wurde, würde sich dazu bekennen wollen? Genau das ist der Schlüssel, weswegen es so ruhig ist.

    monkey38

    Zwei Fragen hätte ich dann aber doch gern noch beantwortet bekommen.

    1. Wieso soll ich "Erleuchteter" sein und

    2. Wieso sollte ich vermeintliche Täter in Schutz nehmen, die ich nur vom Telefon her kenne und ein Buch von ihnen bzw. einem von einem angeblichen Täter gelesen habe?

    In Deutschland gilt immer noch die Unschuldsvermutung, so lange jemandem kein Unrecht gegenüber nachgewiesen wurde. Das könnte irgendwann jeder für sich einmal in Anspruch nehmen müssen, denn schnell kann es geschehen, dass jemand jemanden für was auch immer beschuldigt, obwohl man unschuldig ist. Einen Verdacht dann zu entkräften ist dann schwer und möge niemand zu Unrecht für etwas verdächtigt werden.

    Du hast z. Bsp. gerade behauptet, ich würde Täter in Schutz nehmen. Das kann ich so nicht auf mich sitzen lassen. Dazu müsste ich sie ja persönlich kennen. Tue ich es?

    Es mag ja sein, dass du mit diesen Personen sehr schlechte Erfahrungen hast machen müssen aber mich deshalb danach fragen, ob mir das Stockholm Syndrom bekannt wäre, ist in dem Zusammenhang schon etwas recht vermessen.

    Andere wiederum lenken sich ab oder werden kalt wie Stein.


    Hallo,

    Nur eine Frage interessehalber.

    Wie bitte sehen deine Skills aus, um Triggern zu begegnen? Ich frage, weil Gewalt in Medien ein dauerpräsentes Thema ist. Gerade auch jetzt wieder wie der Krieg.

    2.Frage, wenn gestattet. Was hätte einfacher sein können, wie die Thersp. sagt?

    Ich lese seit einigen Tagen erneut nicht wenig über die Kriegskindergeneration, Opfer des 2. Weltkrieges und ihren traumatischen Erfahrungen, die fast nie therap. begleitet wurden, ihren "Macken" heute. Ich denke da an unsere Eltern oder Grosseltern, die eigentl. nie offen darüber sprachen.

    Was du erlebt hast über lange Zeit offenbar, gleicht jenen Erlebnissen der Kriegskinder oder auch von jenen der so genannten "Wolfskinder".

    Alles Gute dir weiterhin mit der Therap. und danke für eine eventuelle Antwort.

    Das Wetter ist heute eh bescheiden und daher musste ich mal wieder hier etwas hinzufügen, wenn es schon sonst niemand tut. :rolleyes:

    Aufgrund neuer hinzugekommener "Erkenntnisse" auch nur und die Fakten sprachen schon länger eine deutliche Sprache, denn wer solche Einrichtungen erlebte, wird manches wie auch Gewalt bestätigen können. Dennoch konnten durch Betroffene teils völlig unterschiedl. Erfahrungen auch in der Hinsicht gemacht werden. Es "traf" nicht jeden. D. h., obwohl Kinder gleichzeitig in Einrichtung X, Y, Gruppe Z waren, machten sie möglicherweise aus ihrer Perspektive betrachtet differentere Erfahrungen als ihresglichen, die mit ihnen dort waren. Ein Phänomen und trotzdem interessant zugleich, Beleg darüber, wie unterschiedlich Menschen Erlebnisse aufnehmen und diese verarbeiten können.

    Was mich lange drängte, war die Auflösung der Frage, wie es dazu hat kommen können, dass sich so viele ehemal. Heimkinder nicht wiederfinden/-fanden. Lag es vielleicht auch daran, dass Kinder unter ihreesgleichen nicht nur "nett" zueinander waren, sondern man sie sogar seitens des erziehenden Personals benutzte? :/

    In der Forschung wird von "Selbsterziehung" geschrieben, die Teil eines pädagogischen Konzeptes war, mit dem Ziel, aus ihnen "sozialistische Persönlichkeiten“ heranzubilden. Dazu gehörte Unterricht, der entsprechend angelegt war, der - s. o. - aus heutiger Sicht nicht nur Falsches zum Inhalt hatte. Dazu kann man stehen wie man will, denn wir haben alle unsere eigenen Perspektiven.

    Das DDR - Heimkinder Erziehungssystem basierte auf das Makarenko`sche Prinzip der Selbsterziehung, also Erziehung im Kollektiv, was bedeutete, dass Kinder Kindern helfen sollten, sich gegenseitig zu erziehen. Wie immer das geschah oder aussah. Es geschah meist zwar unter Aufsicht des Personals, das für sie verantwortlich war und trotzdem Erziehung teils auch abgab. Ich selbst erinnere mich an mind. zwei solcher bleibender Eindrücke, kann allerdings auch einiges vergessen haben.

    Ich wurde vor vielen jahren einmal gebeten, mehr über die Zeit damals zu berichten, weil das, was ich bereits schrieb, zwar als autentisch galt, nur hätte ich auch "dies" und "jenes" noch erwähnen sollen. Was bedeutete, dass ich mich entweder nicht erinnerte oder nicht habe wissen können, von was ich hätte noch schreiben sollen. Peter, ich habe eben doch nicht alles damals behalten, obwohl ich einfache Tagesnotizen anfertigte, die mir halfen, das Wenige nicht vergessen zu haben. :(

    Hier wurde gestern die Frage in den Raum geworfen, ob das Stockholm Syndrom bekannt wäre. Erst jetzt wurde mir klar, weshalb sie auftauchte, denn sie hat mit diesem Thread zu tun. Da bin ich mir sicher und muss trotzdem nichts von dem zurücknehmen, was hier bisher gepostet wurde.

    Diese Einrichtungen der DDR Erziehungshilfe - wie sie sich nannten - waren "nur" die Fortsetzung oder Alternative zu dem, von woher Kinder kamen. Das zeigte sich oft an dem, worüber in Heimkinderforen zu lesen war.

    Viele verbinden mit ihnen völlig unterschiedl. Erlebniswelten. Es gab die Einen, die diese Erziehungshilfen zurecht verurteilten, weil in ihnen teils sehr unfeines, inkompetentes Personal tätig war, jene die relativierten und wiederum andere, die sie als notwendig sahen, da sie sich für sie als Vorteil erwiesen, wenn die Verhältnisse zu Hause schrecklich waren, aus denen sie doch kamen. Das alles galt es zu berücksichtigen und trotzdem kann jeder Einzelne von uns recht behalten mit dem, wie er die Dinge betrachtet, denn Wahrheit ist universell. Es gibt nicht eine selig Machende. ;)

    Diese Erzieher_innen mochten gewesen sein, wie sie waren und obwohl ich als schwererziehbar hineinkam, weil die Bedingungen aus denen ich kam, auch nicht leicht waren, wie bei vielen von uns, machten sie "nur" ihren Job und ich stelle mir das heute vor, schwierige Kinder aus schwierigen Verhältnisse werden mir anvertraut und ich muss mit ihnen arbeiten. Wüßte ich, was richtig wäre? Nein. Ich wüßte so vieles und genau das wüßte ich nicht, nur dass man Liebe braucht, um mit Menschen zu arbeiten, sich auf sie einzustellen, um mit ihnen das Beste aus dem zu machen, was ihnen gut tut. Nur, Liebe, was ist das? Woher sollte welche kommen? Konnte man die kaufen?

    In dem Sinne verletze ich schon wieder meine neulich gut gemeinten Ratschläge durch Dritte, wie lass` alte Zeiten ruhen und tue etwas Sinnvolleres, denn auch Dein Leben ist endlich. Nutze es sinnvoller, als jene mit Texten zuzutexten, die sich doch nicht dafür interesieren, weil sie sie u. U. nicht verstehen und sich auch nicht der Mühe machten, die Zeiten und Beweggründe, weshalb jemand Ding wie diese postet, zu verstehen.

    Dir - an mich gerichtet - wird auch niemand nachtrauern, weil du Axel heißt oder was auch sonst getan hast. Es wird dir auch niemnd danken, weil sich niemand erinnern wird.

    Wie recht man damit hat, denn was ich die letzten Wochen noch einmal refelektieren musste nach dem Studium weiterer aufschlussreicher psycholog. Literatur - meine Selbstwahrnehmung, oder -überschätzung im Zusammenspiel mit Andereren war wohl eingetrübt, denn diese eine aufgelöste Frage in der endgültigen Beantwortung erklärt, wieso wir uns untereinander so schlecht verstehen und kaum finden (konnten).

    Sie beruht auch auf unserem früheren gegenseitigen Umgang in den Heimen untereinander. Wem z. Bsp. durch Seinesgleichen im Rahmen der unbeaufsichtigten Selbsterziehung Unrecht widerfahrten ist, gar Gewalt erfahren hat, wird jene kaum wiederfinden wollen.

    Was für eine Erkenntnis und was für eine einfache Antwort! Wieso kam man darauf nicht schon früher? Einsicht ist der Wille, es wissen zu wollen und kein Tag vergeht ohne Zugewinn. :)

    Danke für das Lesen und Entschuldigung für diesen Brief oder, wie man heute schreibt, Post. Es ist ja nicht ganz kurz...

    Grüße, Axel

    Wenn ich dem Hr. Härtel Glauben schenke, weil ich mit ihm eine Std. lang am Telefon sprach, dann werde ich mir schon einen Eindruck habe müchen dürfen über ihn und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass du ihn, er war Lehrer, in so schlechter Erinnerung haben kannst. Wäre er wirklich einer von denen der Sorte, über die du sicherlich zurecht klagst, hätte er niemals so eine Trilogie veröffentlicht, oder? Wer Dreck am Stecken hat, wird doch nicht noch einen Roman schreiben und sich damit öffentlich angreifbar machen.

    Selbstverständlch kenne auch ich es bzw. weiß was das ist - das Stockholm-Syndrom. Doch es bedeutet nicht, dass ich etwas beschönige und vielleicht verdrängt man auch etwas. Das kann alles sein und spricht auch nicht dafür, dass ich vielleicht darunter leiden würde. Das wäre sicherich auch etwas zu viel Ferndiagnose oder? ;)

    Nichts für Ungut und wenn dir danach ist, dann schreibe doch einmal über genau das, was dir auf dem Herzen liegt. Wenn du schon dabei bist, über Sadisten zu schreiben, *edit* usw. Das möchten sicherlich alle gern lesen, Danke und Grüße.

    *edit* Bitte möglichst keine Kraftausdrücke oder persönliche Beleidigungen verwenden! Siehe dazu auch § 3.1 der Nutzungsbestimmungen.

    *edit* Private Daten von Tätern bitte per PN (private Nachricht), E-Mail oder auf anderen privaten Wegen austauschen. Siehe dazu auch § 3.1.9 der Nutzungsbestimmungen. In dem Fall haben auch Täter ihre Rechte, was in gesetzlichen Bestimmungen so festgelegt ist und woran auch wir uns halten müssen.

    Danke fürs Löschen! Das war auch gut so, denn ich las den gelöschten Beitrag trotzdem. Wenn monkey38 schon so unpassenderweise über den Buchautoren herzieht, als wenn er persönlich mit ihm etwas zu kären hätte, ohne sich nicht einmal ansatzweise darüber zu beschäftigen, um wen es sich handelt, dann ist das absolut nicht in Ordnung, wie er sich ihm gegenüber äußerste.

    Was geht mich das Thema eigentlich an, jemand, der es "wagte", hier einmal etwas einzustellen, das all jenen vielleicht so gar von Nutzen sein könnte, die selbst in einem DDR Spezialkinderheim - wie ich es auch war - waren?!

    NIEMAND hat auch nur das geringste Recht, sich unflätig öffentlich über Personen zu äußern, die er selbst gar nicht kennt oder kannte, nicht einmal seine Beweggründe zu kennen, aus welchem Grunde jemand Bücher schreibt.

    Dass es überall auch Sadisten gegeben hat, steht außer Frage und dass jemand, der erlebt hat, was Leute dort erlebten, die in Lehnin und andernorts waren, sich so äußert, ist zwar verständlich, aber es gibt ihnen trotz alledem keiner das Recht, ihren persönl. Frust über die Zeiten von damals auf Kosten Anderer heute abzulassen.

    Das mag gut bei Gleichgesinnten ankommen und trotzdem ist es unpassend und deshalb ist es richtig, dass man Dinge so nicht stehen lassen kann, die Menschen in ihrer Ehre verletzen.

    Dieser Buchautor war Lehrer und mitnichten jemand, an dem man sein persönliches Mütchen kühlen kann. Es tut mir schrecklich leid, aber was geschrieben werden muss, muss geschrieben werden, ebenso wie etwas gesagt werden muss, wenn man etwas zu sagen hat. Es kommt IMMER auf die Form an.