Fakten über Fakten bekommen wir hier zu lesen und auch ich bin dankbar, sie lesen zu dürfen, vergleichen zu können, anzuschließen. Eigentl. hatte ich schon beschrieben, in wiefern ich mit dem Thema konfrontiert bin, denn seit zwei, drei Jahren habe ich mir nichts mehr extrem angetan. Weswegen das alles geschehen ist, hab ich "studiert".
Ich habe auch Gewalt im Heim und zu Hause erlebt und über mich ergehen lassen müssen. Ein Gedanke hat mich später immer wieder aufrecht gehalten, "so soll es meinen Kindern nie ergehen". Bis heute bin ich froh, das ich alles anders mit meinen Kindern gemacht habe, auch wenn nicht immer alles leicht war.
So ergings den Meisten und auch ich habe mein Kind, bis auf ein einziges Mal, ihm 4, 5 Mal als 5 Jährigen auf den Nackten geschlagen. Er war so nervig. Ich so gestresst, dass mir sozusagen nur dieses Mal die Hand ausrutschte. Das hat er wahrscheinlich nie registriert, aber ein anderes Geständnis habe ich auch noch und relativiert ein wenig eine meiner Aussagen mit wie der, "keiner Fliege etwas zu leide tun könnte".
Nun. Es ist gut ein halbes Leben zurückliegend. 30, 31 war ich schon und perplex, an einer Straßenbahnhaltestelle wartend. Eine Bahn fuhr ein, die ich gar nicht nehmen wollte. Zwei Jünglinge, 7., 8. Klasse schauten aus dem Fenster, schnitten mir durch die Scheibe Grimassen, zeigten beide den "Stinkefinger" und deuteten an, wie als wenn sie masturbieren würden. OK. Dachte ich. Jungs, aber bitte nicht mit mir, die Bahn fuhr grad an, Türen schon verschlossen, ich sprang auf, zerrte die Tür auf, war wie der Blitz drinnen und zog meinen Gürtel aus der Hose und schlug auf Beide ein, die völlig verdattert waren, sich duckten, versuchten, sich zu schützen. Das ging bis zur nächsten Haltestelle so. Ich stieg aus und war froh, ihnen die Abreibung verpasst zu haben.
Lustig war, die wenigen Fahrgäste schienen das toleriert zu haben. Einer klatschte sogar. Man weiß ja nicht, wie sich die Beiden zuvor schon in der Bahn verhielten.
Was ich sagen will. Manchmal juckt es, es wieder zu tun, doch schneller als du denkst, hättest du ein Messer im Bauch.
Wir dürfen es nicht, werden eingeschüchtert, zensieren uns selbst, dass wir es doch nicht dürfen und werden Opfer.
Die These, dass Gewalt latent sogar vorhanden ist, weil sie Alltag abbildet, sie bleibt bestehen. Es gibt so viele Momente, wo man einfach nur zuschlagen könnte...