Zum neulich nicht zu Ende Gebrachtem, Krumi63 kennt die Geschichte, in meiner Gruppe im Heim, ich war gerade 'mal 11, erst ein paar Monate dort, wurde wie die Jungfrau zum Kinde Jungpionier. Jemand machte mich zum Freundschaftsratsvorsitzenden. Ich muss wirklich gerade sehr freundlich gewesen sein oder noch, weswegen ich es wurde. Nur einer kann es werden und einer der traumatischeren Tage oder auch ein Abend vor dem Einschlafen geschah - wir erlebten, ich unmittelbar im Nachbarraum, den Tod eines Kameraden, eines kleinen Kobolden mit der Nummer 10, sympathisch, keiner Fliege ein Leid antuend. Drei Jungen nebenan spielten ein böses Spiel, das auch wir Drei nebenan spielten, ich auch - "wer hält am längsten die Luft an?".
Der kleine Kobold hielt sie für immer an, knallte aus dem Eisendoppelstockbett mit dem Kopf zuerst auf den sehr harten Fußboden. Der Schock für die Zimmergenossen nebenan muss gewaltig gewesen sein. Wir Drei von nebenan und die Anderen auch hörten den Aufprall, sofort zu ihrem Zimmer rein sind und das ist unvergessen, der Kopf, blutverschmiert, jemand sagte, das Gehirn und später hörten wir, ein Drittel lag offen und das viele Blut auf dem Boden. Ich hasste Blut und später gar nicht. Minuten darauf Erzieher kommend, dieser Rest ist weg.
Es war surreal und nicht etwa wie heute, Psychologen, Betreuung, unser Gruppenleben ging einfach weiter. Stille. Was schon ist auch geschehen? War es Apathie? Angst, Falsches zu sagen?
Er verstarb Tage darauf im nahen Krankenhaus und Ironie des Schicksals, Wochen darauf, ich hatte gerade erst mit 10 die Beerdigung meines leiblichen Vaters am offenen Sarg in Berlin miterlebt, den ich nie in der Wohnung erlebte, später nur die Stiefvaeter, und was geschah jetzt?
Wurden wir zwei Jungen gebeten, als Gruppenabordnung mit Pionieruniform zu seiner Beerdigung zu fahren oder wurde es bestimmt?
Jürgen und ich fuhren im Auto nach Dresden, die Elbe aufwärts, an Meißen vorbei. Die nächste Beerdigung.
Zurück von der Reise am Abend im Heim fragten sie vor dem zu Bett gehen: "wie war es denn:?" Ich kannte keine Tränen mehr und erst viel später bin ich aus diesem Traum des Lebens erwacht...
Die Frage der Schuld bleibt ungeklärt, wir waren Kinder. Jemand von uns sechs Jungen brachte das Spiel ins Heim mit.
Kann der Tod als Spiel zum Schicksal Überlebender werden?
Axel Li
Nummer 11