• Hallo liebes Forum, ich hab mal eine Frage an euch.
    Ich habe drei wundervolle Kinder die ich zur Zeit alleine großziehe, und über alles liebe.
    Ich stelle mir die Frage ob ich gut genug als Vater bin, ob ich alles richtig mache und meine Kinder mich tatsächlich lieben…
    Versteht mich nicht falsch meine Kinder sind gerne bei mir und springen mir jeden Tag in die Arme wenn ich sie nach der Arbeit vom kindi abhole, ich gebe mir die größte Mühe….


    Doch wenn ich mich so zurück erinnere an meine Kindheit, meine „Eltern“ waren der absolute Albtraum! Und trotzdem habe ich sie geliebt mich gefreut sie zu sehen und jeden noch so seltenen Moment des Friedens genossen als wäre nie etwas gewesen…


    Was ich sagen will ist das ich Angst habe etwas falsch zu machen oder meinen Kinder nicht genug zu sein ohne das ich es merke weil sie es mir nicht sagen können…

    Ich wünsche meinen Kindern das Beste Leben und die besten Chancen für die Zukunft die ich nie hatte und ich geben alles dafür und trotzdem habe ich so viele Zweifel…

  • Lieber Timo-B.

    Danke für die Öffnung deines derzeitigen "Innenlebens"! Die Antwort - ohne dich pers. zu kennen - hast du dir bereits schon gegeben, nur ist es auch wirklich die einzige wahre Antwort?

    Du hast nicht gefragt, woher deine Sorgen kommen, Ängste, etwas mit den Kids falsch zu machen. Das ist tiefgründiger zu betrachten.

    Ferndiagnosen sind sowieso nicht möglich, jedoch erkennt man ein Muster. Was genau wäre nun die alles entscheidende Frage? Ich schätze, es ist die, woher deine Sorgen kommen.. ...?

    Du zweifelst, bist wahrscheinlich auch sonst sehr kritisch mit dir selbst gegenüber, denn die Frage im Thema leitet sich daraus erkennbar ab.

    Nicht gut genug sein, womit hat das zu zun? Du sprichst es an - die "Urkatastrophe" liegt im Elternhaus.

    Wurdest du geschätzt, abgewertet, ständig kritisiert, verletzt? Wenn das so ist, entwickeln sich oft Ängste vor dem Versagen, wachsen Minderwertigkeitskomplexe. Die Angst, unzulänglich zu sein kann lähmen, durch sich zurückziehen, nicht erneut versagen zu wollen und wenn man es tut, vielleicht sogar erneut bestraft zu werden...

    Man will als Kind geliebt werden und tut alles, um geliebt zu werden. Wenn das jedoch nicht geschieht..

    Das führt zu Strategien von Verteidigungen wie der ständigen Selbstkritik, "woran liegt es?" Und "Bin ich schuld?" "Ich kann ja doch nichts, ich mache doch nur alles falsch. Ich lass es lieber sein" usw.

    Man wird sein strengster Kritiker und härtester Richter, der immer nur darauf aufpasst, bitte alles richtig zu machen und nur keine Fehler, weil man die Konsequenzen doch früh kennengelernt hat.

    Diese Vermeidungsstrategien können aber im günstigsten Falle auch das Gegenteil bewirken wollen - die Flucht nach vorne antreten wie du es doch getan hast durch deine ständigen Weiterbildungen, '"ich muss besser sein, härter arbeiten als die Anderen". Es ist ein Wettlauf, ein Wettkampf wie beim Sport.

    Was tun wir also? Kämpfen, nicht aufgeben, weitermachen, nicht unfallen, alles immer nur besser machen wollen als man es vorgelebt bekam.

    Leben bedeutet genau das - nicht aufgeben, immer Vorwärts, immer weiter, nicht aber nur: ich werde es euch Allen zeigen. ..

    Du zeigst es dir doch längst, mit drei Kids allein, Fels in der Brandung sein. Wer macht dir das bitte nach??!

    Du bist, wie du bist, machst gar nichts falsch, denn falsch kann sich etwas nur dann herausgestellt haben, wenn man grundlegend vor dem Handeln nicht nachgedacht hat. Selbst dann sind Fehler entschuldbar, weil es nichts gibt, woraus man wirklich und am gründlichsten lernen kann.

    Liebe Grüße

    Axel Li

    Das Ziel im Lebens ist nicht, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern aus den Reihen der Wahnsinnigen auszubrechen. Mark Aurel

    Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur. Jean Paul

    Einmal editiert, zuletzt von Axel Li (28. September 2026 um 11:07)

  • Axel Li

    Hallo und vielen lieben Dank für deine Antwort. Es sind nicht nur viele Worte sondern viel Inhalt der mich aufbaut und auch zum nachdenken bringt. Es liegt viel Wahrheit in deiner Einschätzung.

    Weist du wenn ich meine kleinen Monster Abend ins Bett bring und sie friedlich schlafen sitze ich oft noch im Gute Nachtgeschichten Sessel und stelle mir als diese Fragen…

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