Kannst du dich noch an deine erste Heimeinweisung erinnern?

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      Leser,muss mich erst an den Nahmen gewöhnen. :D
      Hast recht falscher Zeitpunkt aber man kann es sich ja nicht auswählen.Heutzutage wird man sogar von den Lehrern gezwungen die Schule zu schwänzen, einmal die Woche Freitags.
      Es kann nur einen geben, nur der BVB. :thumbsup:
      Ich kann mich an meine Heimeinweisung überhaupt nicht erinnern. Bin Baujahr 1964, und die erste Einweisung war so ca. 1966. Endgültig aus dem Elternhaus wurde ich 1967 genommen, und 1968 dann in ein Kinderdorf verfrachtet.
      Schule geschwänzt habe ich schon mit 7 Jahren :D . Heute lache ich drüber, aber ich hatte damals panische Angst, und habe mich dann immer versteckt.
      Ohja ich weiß es noch ganz genau als meine Pflegeeltern mir sagten Kiki wir müssen dich ins Heim bringen.
      Ich war 10 Jahre und wußte nicht einmal was ein Heim ist.Ich habe den ganzen Tag nur geheult und wollte
      nicht weg von zu Hause.Meine Frage war dann warum?Warum muß ich weg.Mir sagte man es soll aus mir etwas vernünftiges werden.Da ich von Schule nichts wissen wollte,hab ich die Schule oft geschwänzt ich wußte echt nicht was Schule war hab alles nicht so ernst genommen.Und heute? Ja heute würde ich alles anders machen.Aber wißt ihr aus mir ist....ich lob mich mal, etwas geworden ans Heimleben hatte ich mich gewöhnt und wie ich es voher mal
      erwähnt hatte war es ein gutes Heim.
      Der beliebteste Grund damals war immer: beginnende Verwahrlosung. Es wurde nicht richtig hingeschaut, die Kinder, und auch Jugendliche wurden einfach aus den Familien rausgerissen.
      Ich habe ja keine Heimakten in dem Sinne bekommen. Es waren nur ein paar Blätter. Da stand auch der Grund, warum meine Geschwister und ich aus der Familie genommen wurden. Beginnende Verwahrlosung.

      @christel,
      ich erinnere mich noch, dass ich alles angestellt habe, um ins Heim zu kommen. Damals als Kind wusste ich ja nicht, dass ich womöglich vom Regen in die Traufe komme.
      1979 kam ich dann zu anderen Pflegeeltern, und auch in eine andere Stadt. Da ging es dann langsam bergauf. Noten wurden deutlich besser.
      Heute lebe ich zwar nicht mehr in dieser Stadt, aber es sind nur knapp 10 Autominuten dorthin. Mit dieser Stadt verbinde ich nur positives, denn ich hatte mich nach einer gewissen Eingewöhnungszeit dort sauwohl gefühlt. Freunde gefunden, die mich so angenommen haben, wie ich war. Wir waren schon eine lustige Mädchenclique, und ich denke manchmal an diese tolle Zeit zurück.
      Ich hatte das alles schon einmal vor vielen Jahren veröffentlicht und diesen einen ersten Tag insb. auf der Plattform jahrhundertkind.de gepostet. Es war/ist ein etwa 1 DIN A4 Schreibmaschinenseiten langer Text, den ich nicht noch einmal abschreiben möchte. Ich könnte ihn natürlich auch hier hineinkopieren, was sehr viel einfacher wäre, aber wer interessiert sich heute noch für so lange Texte? Das wurde mir schon einmal auf einer anderen Heimkinderplattform vorgehalten. Also lasse ich es artig bleiben. 8o

      @Kumpeline Also ich habe nicht extra etwas angestellt, um ins Heim zu kommen. Darauf muss man auch erst einmal kommen, doch alles hat natürlich Gründe, wie man auch bei dir lesen kann. Meine Noten wurden übrigens im Heim auch besser, doch natürlich nicht gleich am ersten Tag. Gut Ding will Weile haben. Ich habe übrigens auch schon im Heim sehr gern und viel gelesen. Später viel auch über andere Heime. wayne
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel
      Ja Leser, es hatte viele Gründe, warum ich unbedingt ins Heim wollte.
      Durch Zufall bekam ich die Adresse meiner Mutter in die Hand. Ich schrieb ihr einen Brief, und bettelte förmlich drum, dass sie mich da rausholt. Ich bekam nie eine Antwort.
      Damals dachte ich, das es im Heim besser ist, als bei diesen brutalen Pflegeeltern. Allerdings war der brutale Part eher die Pflegemutter. Es schien ihr Spaß zu machen, uns Kinder zu quälen.
      Hallo erst mal

      bei mir war es die Auswirkung eines Thraumas, was mich mit gut 8 Jahren für 6 Monate in ein Heim brachte. Ich war damals 5 jahre alt und habe meinen Papa tot im Bett gefunden, da habe ich vor schreck in die hosen gepieselt und auch nachts wurde es immer wieder nass. Ich hätte damals eine Therapie gebraucht, aber das hat kein Arzt in Betracht gezogen, weil angenommen wurde, dass das Bettnässen mit der Zeit wieder verschwindet, wenn die Erinnerungen verblassen. Die erinnerungen an den Tod habe ich bis heute und ich weiss sogar noch den ganzen Tagesablauf von damals, obwohl das schon über 50 Jahre her ist. Also als ich dann das zweite schuljahr hinter mir hatte und immer noch nicht trocken war, war das Jugendamt der Meinung, man sollte mich docch mal eine gewisse Zeit in einem Heim unterbringen, vielleicht verliert sich dann ja das Bettnässen. In der Ganzen Zeit hat sich aber nichts geändert, ich habe weiterhin jede Nacht eingenäßt und so bin ich nach 6 monaten ohne "Erfolg" wieder nach Hause entlassen worden. In dem Heim gab es auch keinen Stress wegen der nassen Betten, da der Hintergrund und damit der Auslöser des Problems ja bekannt war. Ich kann da also nichts schlimmes berichten wie die meisten hier.

      LG Andreas
      Danke für deine Begründung weswegen du da drinnen warst. Einen kausalen Zusammenhang gab es auch bei mir, der Tod meines leiblichen Vaters, den ich fast abgöttisch liebte. Die Beerdigung am offenen Sarg muss mir nicht bekommen sein. Vllt. sogar die frühe Scheidung? Es war ein Schock, den ich auch kaum verarbeiten konnte. Dazu hatte ich schon einige andere Probleme. Nun waren meine Eltern schon viele Jahre geschieden und ich sah ihn bis zum 10. Lebensjahr nur sehr selten. Ab dem 6. Lebensjahr kam dann der erste Stiefvater. Viel Stress und Gewalt. Alles schon geschrieben. Zuhause kam dann mit mir keiner mehr klar. Völlig überforderte Mutter, die das Glück hatte, mich ins Heim bringen zu dürfen. Der Tag war für sie sicher auch nicht leicht. Der erste von so vielen anderen. Einige Jahrzehnte ist das auch schon her. ;)
      LG
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel

      manndick schrieb:

      Heutzutage wird man sogar von den Lehrern gezwungen die Schule zu schwänzen, einmal die Woche Freitags.


      Übrigens war das anscheinend dauerschwänzende grüne Klimagretelchen heute in der Reichshauptstadt und las uns Klimasündern ordentlich die Leviten. Die Kanzlerin in ihrem engsitzenden knallroten Blazer hat über sie in ihrer Pressekonferenz vor ihrem Urlaub auch gesprochen. :hutab: Nun ist sie ganz oben angekommen.

      Wenn ich mir das alles so vorstelle, unsereins kam auch für das Schule schwänzen ins Heim. Das stand klar beschrieben in den Einweisungsunterlagen. Weshalb jmd. schwänzte, danach fragte eigentlich niemand und heute muss man nur sagen, ich tue was fürs Klima und geh dafür nicht zur Schule. Je mehr dabei mitmachen desto weniger kann ihnen geschehen denn nur gemeinsam ist man stark, oder so. Klares gruppendynamisches Verhalten. Der Mensch ist eben doch ein Herdentier.
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      Ich kann mich noch gut an meine Heimeinweisung erinnern. Ich lebte vom 2. bis zum 4. Lebensjahr bei einer Pflegeoma. Sie hatte ihre drei Enkel, die im gleichen Haus wohnten, tagsüber da und mich Tag und Nacht. Ungefähr ein halbes Jahr bevor ich ins Heim kam, wurde ich von ihr darauf vorbereitet, indem sie es mir als Kinderparadies schmackhaft machen wollte. Für mich war es eine Katastrophe, ich wollte nicht weg von ihr. Ca. einen Monat vor meinem 5.Geburtstag im August 1968 war dann der Tag gekommen. Morgens sollte ich mein Spielzeug in Kartons packen, ich habe mich geweigert, mir war einfach nur schlecht. Meine Mutter, die im gleichen Ort wohnte, kam zu Besuch. Wir gingen spazieren und ich sagte ihr, dass ich heute ins Heim muss. Sie verneinte es, und sagte, sie werde dafür sorgen, dass das nicht geschieht Ich habe mir so im stillen gedacht "Ach Mama wieder, sie kann sowieso nichts tun". Danach ist sie wieder gegangen. Abgeholt wurde ich von meiner Fuersorgerin in einem weißen Käfer. Meine Pflegeoma und ihre dreijährige Enkelin fuhren mit. Die Kleine schenkte mir ihren schönsten Ring. Den wollte sie aber nach kurzer Zeit wieder zurück haben, dafür bekam ich ihren zweitschoensten Ring. Mir war es so egal. Ich hatte eine Puppe auf dem Schoß, die ich noch nie vorher gesehen hatte. Die Fahrt dauerte nicht lange, wir hielten vor einem Kinderheim. Es stellte sich heraus, daß es das falsche war (in dem Ort gab es drei davon). In mir keimte neue Hoffnung auf, ich betete, daß wir es nie finden würden. Nach weiteren 5 Minuten waren wir dann angekommen. Nach der Anmeldung im Haupthaus gingen wir mit dem Heimleiter in die Kindergartengruppe. Ich hatte meinen Roller dabei und meine Oma forderte mich auf ein bisschen darauf zu fahren, um den anderen Kindern zu zeigen wie schön ich Roller fahren kann. Ich wollte nicht. Ich hatte die ganze Zeit nicht geweint, aber als meine Oma sich verabschiedete, da konnte ich nicht mehr. Ich konnte es nicht glauben, dass sie mich einfach so alleine ließ. Mein Spielzeug musste sie auch wieder mitnehmen. Im Tagesraum habe ich mich auf den Boden gesetzt und alles verweigert. Erst hat die Erzieherin versucht mich zu beruhigen. Irgendwann nach ein paar Stunden hat sie mich am Arm gepackt, durch den Raum geschleift und auf einen Stuhl gesetzt. Es gab Abendbrot, aber ich wollte nicht essen. Was mich dann getröstet hat, war das Kinderbett. So eines hatte ich mir immer gewünscht, ein weißes mit Gitterstaeben. Bei meiner Oma hatte ich immer neben ihr im Ehebett geschlafen, während alle anderen Kinder ein Kinderbett hatten. Als Symbol, um mein Handtuch usw. wiederzufinden bekam ich den Schneemann. Er ist bis heute meine Lieblingsfigur.
      Eine wahrlich traurige Geschichte,, die du voller verständlicher Emotionen gut beschrieben hast. Ich wollte, dein Gedächtnis zu haben, denn in dem Alter habe ich natürlich auch schon intensive Erinnerungen, doch noch nicht die vom ersten Tag. Das war später. Da fällt mir auch vieles ein. Sogar einen Tag vor dem ersten Tag, also der der Einweisung. Lang ists her. Ich war mit meinem Stiefvater auf dem Grundstück bzw war dort in der Nähe mit ein paar befreundeten Jungen am Kanal baden. Der Sommer ging gerade zu Ende und ich sagte ihnen dass ich jetzt ein paar Jahre nicht mehr hier sein werde. Auch nicht in den Ferien, weil ich morgen ins Heim muss. Sie staunten ziemlich und schienen schon gewusst zu haben, wie es dort so ist. Jahre später war ich mal wieder dort aber wir kannten uns kaum wieder. Eig sah ich sie dann nicht mehr. Ein Abschied am Tag vor dem grossen Tag.
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