Heimakten

    Es gibt 38 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von MeeneKleene.

      jan,

      ich schreibe das nicht einfach nur mal so, sondern aus eigener erfahrung. ich habe so eine ähnliche mitteilung wie angi bekommen. als ich aber meine eigenen rentenbescheide und meine meldungen vom einwohnermeldeamt dort vorlegte, ( hat mir ein befreundeter notar aus dem weiteren familienclan besorgt ) waren auf einmal fast alle akten von mir vorhanden..komisch nicht.?.es mag ja wohl unterschiede ost - west in der archivierung gegeben haben..fakt ist aber nunmal, daß man sich in meinen fall damit entschuldigt hat, daß ein mitarbeiter wohl leider etwas übersehen hat, indem er genau die stelle, wo sich unterlagen über mich befanden, nicht kontaktiert hat...dewegen meinte ich auch...auf jeden fall dranbleiben..

      außerdem braucht angi eigentlich auch garnichts nachweisen, sondern die auf dem amt müssen das gegenteil beweisen.

      lg...klaus
      Nach langen rechachieren habe ich doch noch ein paar Beschlüsse zur Heimeinweisung erhalten. Mich hats glatt umgehaun. Der 1. Beschluß ist von 7.2.1968 mit merkwürdigen Begründungen. Auf jeden Fall steht sehr viel drin, das mich meine Stiefmutter sehr oft geschlagen hat. Meine leibliche Mutter hätte mich in der Zeit wo mein Vater bei der Armee war vernachlässigt hätte. Oh man in meinen Kopf dreht sich alles. Der 2. Beschluß ist von 20.4.1971. da steht drin, das meine Eltern sich 1965 scheiden ließen und das ich schwere Verhaltensstörungen hatte. Naja und wie soll es anders sein? Meine Stiefmutter hat sich gegen alles verwehrt und hat auch nicht der gleichen getan als das Jugendamt sie zur regelmäßigen Zusammenarbeit aufforderte. Und jetzt kommts......die gute Dame vom Archiv schrieb mir, das ich im Jugendamt anrufen kann, sie schrieb Name und Telefonnummer dazu, ich die Heimakte von Wickersdorf einsehen kann. Man mir ist vor Aufregung so schlecht, das es doch noch was von mir gibt. Einen Zettel bekam ich noch dazu wo meine Eltern jeder 40 Mark für die Heimunterbringung bezahlen mussten. Nun komme ich bloß nicht dahinter, was das mit Münchenbernsdorf auf sich hat. Das bekomme ich noch raus. Da die Dame merkte, das ich an meiner Aufarbeitung der Heimaufenthalte bin, hat sie mir keine Kosten auferlegt. Auf jeden Fall habe ich jetzt was in der Hand und ich muss das erstmal sacken lassen.
      Wer jedes Wort auf die "Goldwaage" legt, bekommt seelisches Übergewicht.
      -Fred Ammon-

      Wirklich weise ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann!
      -Unbekannt- Indianerweisheit
      Hallo Angi


      ich kann es mir gut vorstellen ,das es dich glatt umgehauen hat ,das du doch noch einige Informationen von dir bekommen hast,
      was in deiner kindheit zur Heimeinweisung geführt hat.Es kommen immer mehr fragen auf ,die man beantwortet haben möchte ,
      nur antworten bekommt man keine mehr ,von wem auch? ich bin auch gespannt was von mir so ans tageslicht noch kommen wird.



      lg eicki1961
      Hi Angi90,

      so richig weiß ich nicht, ob ich mich für Dich freuen soll oder eben nicht.
      Eine solche Offenbarung ist immer auch ein Schlag ins Gesicht.
      Schwer erziehbar, verhaltendsgestört, dumm usw., was sind das für Begriffe?

      Es ging und es geht auch heute noch um GELD, sonst nichts.

      Wir waren als Kinder Ware, auf die man sich freudig gestürzt hat. Die Eltern waren uns quitt, die Jugendämter entlastet und die Betreiber der Heime, entweder konfessionelle oder freie Träger, wie z.B. der Landschaftsverband Rheinland (LVR) haben sich eine goldene Nase an uns verdient, denn sie bekamen für unsere Heimunterbringung eine Menge Geld und haben nur einen Teil davon an die Heime weitergeleitet.
      Aber auch die Heime haben kräftig an uns verdient.
      Die Tagessätze pro Kind por Tag waren deutlich höher als das, was tatsächlich verbraucht wurde.
      An der Nahrung wurde gespart, ander Kleidung wurde gespart und an der Bildung und Ausbildung sowieso. Es wurden auch keine ausgebildeten Erzieher installiert, sondern Leute, die keine Ahnung hatten, dafür aber günstiger waren.
      Jedes Mal, wenn ich in ein anderes Heim verlegt wurde, gab es sinngemäß folgenden Eintrag in meine Akte: "Das Kind wurde heute nach hier eingeliefert. Taschengeld besass es nicht. Seine Kleidung war arg heruntergekommen und im wesentlichen besass der Junge nur das an Kleidung, was er am Körper trug".

      Toll oder?

      Bei einem angenommenen Tagessatz von 90 DM macht das im Monat immerhin 2.700 DM.
      Was ist mit dem Geld passiert?

      Einem Hartz 4 Empfänger rechnet man heute Lebenshaltungskosten von 150 Euro rein nur für Lebensmittel vor. Das macht dann in die damalige Währung gerechnet rund 300 DM.
      Bedenkt man jetzt noch, dass sich dieses Szenario in den 60er und 70er Jahren abspielte, kann man sich leicht vorstellen, dass die damaligen ebenshaltungskosten deutlich geringer waren.

      Es bleibt also dabei, wir waren Teil eines gigantischen Geschäftes.

      SchauDir mal die Links an, da wird Dir schlecht.

      http://www.t-online.de/eltern/familie/id_73019698/tv-reportage-mit-kindern-kasse-machen-.html

      https://derhonigmannsagt.wordpress.com/2013/01/22/das-geschaft-mit-dem-kindeswohl/

      http://equapio.com/de/kultur/kinderklau-haben-jugendaemter-dreck-am-stecken/

      Viele Grüße

      Peter
      Schlimm, Pitterchen, wenn man solche Erfahrung machen musste, nur hin-und hergereicht wurde und sich als "Ware des Staates" gefühlt hat. Bei mir war es nun nicht so. Jedem Kind stand Bekleidungsgeld von1000 Mark zu im Jahr. Taschengeld war gestaffelt in jeder Altersgruppe. Auch in Sachen Kultur wurde viel unternommen. Davon profitiere ich heute noch.. Ausbildungsmäßig wurden wir unterstützt und Berufswünsche berücksichtigt.
      Wütend macht mich, daß in der heutigen Zeit nur noch das Geld für die Heimunterbringung zählt und nicht die Belange der Kinder und Jugendlichen. Hat man denn aus der Vergangenheit nichts gelernt? Ich möchte hier auch nicht alle Heime anprangern.
      Bevor man die Welt verändert, wäre es vielleicht doch wichtiger,
      sie nicht zu grunde zu richten.
      Paul Claudel
      Hallo Zwilli


      für mich steht eindeutig fest ,das die bundesrepublik deutschland vor den europäischen gerichtshof für menschenrechte gehört.
      beispiel: brandenburg ,es ist erst an die öffentlichkeit gekommen ,weil jugendliche abgehauen sind ,sonst wäre nichts geschehen.
      kinder sind immer ein Instrument der gesellschaft,an den kann man ja alle seelischen und körperlichen grausamkeiten auslassen.
      wenn es um wieder Gutmachung geht,ist der staat blind auf die augen,geweige das jugendamt, keiner will schuld haben.


      lg eicki1961
      Naja jeder hat seine Erfahrungen machen müssen. Da spielt das keine Rolle ob positiv oder negativ. Wie heißt das Sprüchwort eine Krehe kackt der Anderen kein Auge raus.
      Ich bin mir nicht sicher ob ich meine Heimakte überhabt sehen will,da ich schon genug dagegen ankämpfe um nicht noch sogenannte Verlustängste zu haben oder noch schlimmer. Ich weis schon das ich nach außen stark sein will,aber tief in mir sieht es leider anders aus. ;(

      Pitterchen schrieb:

      Hi Angi90,

      so richig weiß ich nicht, ob ich mich für Dich freuen soll oder eben nicht.
      Eine solche Offenbarung ist immer auch ein Schlag ins Gesicht.
      Schwer erziehbar, verhaltendsgestört, dumm usw., was sind das für Begriffe?

      Es ging und es geht auch heute noch um GELD, sonst nichts.

      Wir waren als Kinder Ware, auf die man sich freudig gestürzt hat. Die Eltern waren uns quitt, die Jugendämter entlastet und die Betreiber der Heime, entweder konfessionelle oder freie Träger, wie z.B. der Landschaftsverband Rheinland (LVR) haben sich eine goldene Nase an uns verdient, denn sie bekamen für unsere Heimunterbringung eine Menge Geld und haben nur einen Teil davon an die Heime weitergeleitet.
      Aber auch die Heime haben kräftig an uns verdient.
      Die Tagessätze pro Kind por Tag waren deutlich höher als das, was tatsächlich verbraucht wurde.
      An der Nahrung wurde gespart, ander Kleidung wurde gespart und an der Bildung und Ausbildung sowieso. Es wurden auch keine ausgebildeten Erzieher installiert, sondern Leute, die keine Ahnung hatten, dafür aber günstiger waren.
      Jedes Mal, wenn ich in ein anderes Heim verlegt wurde, gab es sinngemäß folgenden Eintrag in meine Akte: "Das Kind wurde heute nach hier eingeliefert. Taschengeld besass es nicht. Seine Kleidung war arg heruntergekommen und im wesentlichen besass der Junge nur das an Kleidung, was er am Körper trug".

      Toll oder?

      Bei einem angenommenen Tagessatz von 90 DM macht das im Monat immerhin 2.700 DM.
      Was ist mit dem Geld passiert?

      Einem Hartz 4 Empfänger rechnet man heute Lebenshaltungskosten von 150 Euro rein nur für Lebensmittel vor. Das macht dann in die damalige Währung gerechnet rund 300 DM.
      Bedenkt man jetzt noch, dass sich dieses Szenario in den 60er und 70er Jahren abspielte, kann man sich leicht vorstellen, dass die damaligen ebenshaltungskosten deutlich geringer waren.

      Es bleibt also dabei, wir waren Teil eines gigantischen Geschäftes.

      SchauDir mal die Links an, da wird Dir schlecht.

      http://www.t-online.de/eltern/familie/id_73019698/tv-reportage-mit-kindern-kasse-machen-.html

      https://derhonigmannsagt.wordpress.com/2013/01/22/das-geschaft-mit-dem-kindeswohl/

      http://equapio.com/de/kultur/kinderklau-haben-jugendaemter-dreck-am-stecken/

      Viele Grüße

      Peter


      Woher hast du diesen Tagessatz von 90 DM? Und aus welcher Zeit soll das sein? I Ost oder West? Ich habe von deutlich niedrigeren Tagessätzen gelesen - im Westen. Mal schauen ob ich noch finde, wo ich das gelesen habe. Deine Links... naja, sehr seriöse Quellen sind das nicht gerade. Und einiges ist auch widersprüchlich in der Argumentation. Die Artikel beziehen sich aber im Westenlichen auf die Jetzt-Zeit. Vor 30-50 Jahren sah die Sache da noch ganz anders aus.

      Hey Angie,

      Glückwunsch! Irgendwie hat es trotz der Dinge, die man teilweise in solchen Akten lesen muss, doch auch etwas gutes, wenn man es endlich lesen kann. Irgendwann kann man dann mal mit der Sache abschließen. Ich drücke dir die Daumen, dass du Antworten bekommst auf deine Fragen!
      Lieben Dank MeeneKleene für deine tröstenden Worte. Es ist für mich unfassbar das es nach langen Suchen (10 Jahre) doch noch etwas über mich gibt. Jetzt muss ich nur noch heraus bekommen was es mit Münchenbernsdorf auf sich hat. In den Beschlüssen werden Münschenbernsdorf, Wickerdorf und Ranis erwähnt. Also muss ich vor Wickersdorf in einen Heim in Münchenberndorf gewesen sein. Mir läufts kaltt den Rücken runter was sich so auf tut. Naja, wenn ich nächste Woche mich mit der Dame im Jugendamt kurz schließe und in meine Wickersdorfakte einsehen kann, werde ich hoffentlich mehr wissen. Ich bin so durch den Wind momentan. Frage mich gerade, warum es eine einzelne Akte von einen Heim gibt und wo sind die anderen Akten? Oh man Fragen über Fragen.
      Wer jedes Wort auf die "Goldwaage" legt, bekommt seelisches Übergewicht.
      -Fred Ammon-

      Wirklich weise ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann!
      -Unbekannt- Indianerweisheit
      Falls du das noch nicht versucht hast: Frag doch mal in Münchendingsbums (vermutlich Archiv) an, ob du da zu der im Beschluss erwähnten Zeit gemeldet warst. Zumindest in den "alten Bundesländern" war es so, dass bei längerfristiger Unterbringung auf richterliche Anordnung das Kind am jeweiligen Unterbringungsort polizeilich gemeldet wurde. Bei Kurzzeit-/ vorübergehenden Unterbringungen unterblieb die polizeiliche Anmeldung - zumindest bei mir. Und ich habe gelesen, dass es bei Fällen, in denen die Eltern ihre Einwilligung zur Fremdunterbringung gaben (oft genug nur unter der Drohung, dass man sonst gerichtlich das Sorgerecht entziehen würde), die Kinder weiterhin am Familienwohnort gemeldet blieben.

      Also, wenn du dort polizeilich gemeldet warst, dann hättest du schonmal die genaue Einrichtung.

      Viel Erfolg!
      Hi Meene Kleene,

      ich habe von einem angenommenen Tagessatz gesprochen. Das bedeutet nicht, dass es exakt so war.
      Fakt ist aber, dass ALLE prächtig verdient haben und es ist so, wie Eicki schreibt, keiner will von nix wissen.

      Wirtschaftsfaktor Heimkind....

      Und grundsätzlich alle von mir angegebenen Quellen als nicht gerade seriös zu bezeichnen, finde ich unseriös.
      Es sei denn, Du hast besser recherchiert und kannst es beziffern und belegen.
      Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Fernsehteam unseriös recherchiert, warum auch?

      Zudem fällt es auf dieses Team zurück und sie würden in der Luft zerrissen werden.

      Viele Grüße

      Peter

      P.S. Wäre alles so toll gewesen, gäbe es wohl kaum Foren dieser Art.
      Und es gäbe auch nicht Berichte in diesem Forum, die von menschlicher Grausamkeit erzählen, welche ihresgleichen sucht.
      Ganz ehrlich? Mich interessiert es nicht mehr, was in meinen Heimakten steht. Angeblich gibt es eh keine mehr. Damals habe ich mir vom Kinderdorf was zuschicken lassen, und da stehen die bekannten Gründe für eine Heimeinweisung drin, beginnende Verwahrlosung, evtl. Scheidung der Eltern etc.
      Ich habe mit der Vergangenheit einigermaßen abgeschlossen, also was interessieren mich dann noch geschriebene Worte, Sätze in einer Heimakte. Meine Fragen können auch nicht mehr beantwortet werden, da meine Eltern nicht mehr leben. Tja, und ob auch alles so stimmt, was in den Akten steht? Keine Ahnung.

      -Von Leuten, die immer alles besser wissen, können wir nichts lernen.-

      von Ernst Ferstl

      -Wer selbst keinen inneren Frieden kennt, wird ihn auch in der Begegnung mit anderen Menschen nicht finden-
      -Denke daran, das Schweigen manchmal die beste Antwort ist.-
      von Dalai Lama

      Pitterchen schrieb:

      Hi Meene Kleene,

      ich habe von einem angenommenen Tagessatz gesprochen. Das bedeutet nicht, dass es exakt so war.
      Fakt ist aber, dass ALLE prächtig verdient haben und es ist so, wie Eicki schreibt, keiner will von nix wissen.

      Wirtschaftsfaktor Heimkind....

      Und grundsätzlich alle von mir angegebenen Quellen als nicht gerade seriös zu bezeichnen, finde ich unseriös.
      Es sei denn, Du hast besser recherchiert und kannst es beziffern und belegen.
      Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Fernsehteam unseriös recherchiert, warum auch?

      Zudem fällt es auf dieses Team zurück und sie würden in der Luft zerrissen werden.

      Viele Grüße

      Peter

      P.S. Wäre alles so toll gewesen, gäbe es wohl kaum Foren dieser Art.
      Und es gäbe auch nicht Berichte in diesem Forum, die von menschlicher Grausamkeit erzählen, welche ihresgleichen sucht.


      Hi Pitterchen,

      bitte komm wieder runter von der Palme. Ich habe nicht dich persönlich angegriffen.

      Klar sind Heime immer an Vollbelegung interessiert. Diese Heime werden aber (heutzutage) überwiegend von freien Trägern betrieben, die von den Jugendämtern und teilweise den Eltern der dort untergebrachten Kinder finanziert werden. Einweisungen werden aber vom Jugendamt und Richtern verfügt. Oberflächlich betrachtet haben weder Jugendämter noch Richter einen wirtschaftlichen Vorteil davon, wenn sie Kinder in ein Heim einweisen. Wer was anderes behauptet, sollte das schon hieb- und stichfest beweisen können. Die bloße Behauptung allein genügt mir persönlich da nicht.

      Ich bin ganz sicher aufgrund meiner eigenen Geschichte keine Freundin des Jugendamts - ganz im Gegenteil. Vieles läuft da nicht rund und müßte verbessert werden in / an diesem System. Erschreckend viel läuft immer noch genauso wie vor 50 Jahren. ABER: Die Mitarbeiter der Jugendämter, die für Herausnahmen aus den Familien verantwortlich sind, stehen heutzutage immer mit einem Bein vor Gericht und werden für Fehlentscheidungen persönlich haftbar gemacht. Einerseits hat es in den letzten Jahren wegen der Untätigkeit der Jugendämter einige Todesfälle gegeben, für die Mitarbeiter des Jugendamts als Personen sich vor Gericht verantworten mußten, andererseits hat es richterliche Urteile gegeben, dass das Jugendamt schadenersatzpflichtig wurde, weil ein Kind ohne genaue Prüfung vorschnell und unbegründet aus der Familie genommen wurde. Die Mitarbeiter des Jugendamts stehen zwischen Baum und Borke - das ist ein wahrer Scheißjob. Das sollte man auch sehen, wenn man über diese Behörde spricht oder schreibt.

      Ich bin immer offen für Beweise. Gesehen habe ich aber bisher keine.

      Nichts für ungut Pitterchen - nicht alles, was in der Presse oder auf irgendwelchen Internetseiten veröffentlicht wird, entspricht den Tatsachen. Das ist nun mal so.

      Mein Einwand bezog sich auf die drei von dir in Post 24 genannten Links. Sehr seriös sind die nun mal meiner Meinung nach nicht. Weitere Links habe ich nicht angesprochen.

      Ach ja... die Tagessätze - ich hatte automatisch angenommen, dass du von der Zeit bis 1975 gesprochen hast. Ich habe hier einige Graubücher (so eine Art Telefonbücher von soziale Einrichtungen in Berlin) durchgesehen. In einem waren Tagessätze aufgeführt. Die bewegten sich aber im Jahr 1971 in Pflegestellen je nach Alter des untergebrachten Kindes zwischen 195 und 255 DM im Monat. Wie der Tagessatz in Heimen aussah, steht aber zumindest in diesem Graubuch von 1971 nicht. Ich bin mir aber fast sicher, dass es keine 90 DM Tagessatz waren.

      In einem Graubuch von 1960 steht in einem Fall ein Tagessatz von 7,50 DM für Selbstzahler. Ein anderes Heim gibt einen Monatssatz von 190 DM an. Ich gehe mal davon aus, dass das eher realistisch war - zumindest für diese Zeit. Deswegen auch mein Erstaunen über die von dir genannten 90 DM, da ich ja davon ausgegangen war, dass du von dieser Zeit geschrieben hast.
      Also mein Vati hatte zu der Zeit im November1969 einen Nettoverdienst von 400 Mark und davon musste er für die Heimunterbringung 40 Mark bezahlen, soviel musste auch meine Mutter bezahlen. Insgesamt sind es ja dann 80 Mark gewesen.
      Wer jedes Wort auf die "Goldwaage" legt, bekommt seelisches Übergewicht.
      -Fred Ammon-

      Wirklich weise ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann!
      -Unbekannt- Indianerweisheit
      Hallo Meene Kleene,

      ich bin auf keiner Palme oder so. Ist alles ok.
      Wir diskutieren ja nur.
      In meinem Gespräch mit dem Menschen vom LVR, bei dem ich meine "Vereinbarung" mit dem Fonds besprochen habe, wurde unter anderem exakt die Thematik der damaligen Tagessätze besprochen. Er nannte mir diese Zahlen und sprach auch von ca. Angaben, die er machen könne.
      Es ging nämlich darum, dass wir Kinder auf den heimeigenen Feldern arbeiten mussten und es ging darum, dass damit Geld verdient wurde.
      Er meinte dann, dass das bei den Tagssätzen unverschämt gewesen sei, denn die Heime hätten ausreichend finanzielle Mittel pro Kind erhalten. In diesem Zusammenhang wurde dann der Tagessatz von rund 90 DM erwähnt.
      Es ging um den Zeitraum 1969 - 1973.

      Natürlich darf man nicht alles glauben, was die Presse so von sich gibt, man darf sich aber seine Gedanken machen und versuchen, selbst zu recherchieren.
      Es macht wohl auch einen Unterschied, ob Du in einem "normalem" Kinderheim warst, oder in einer sonderpädagogischen Einrichtung.

      Aber Kumpeline hat recht, so furchtbar interessant ist das alles nicht mehr.
      Seit Dezember befinde ich mich in psyschologischer Behandlung (Traumatherapie).
      Meinem Therapeuten habe ich eine komplette Kopie meiner Akte überlassen.
      Er war entsetzt über die Tatsache, dass dort z.B. steht "Peter nascht gerne".

      Welches Kind nascht nicht gerne?

      Die gesamte Akte ist äußerst oberflächlich geschrieben und nicht einer der Schreiberlinge ist auf meine Person eingegangen.
      Würde man auf dem Aktendeckel den Namen ändern, wäre sie auf jedes andere Kind übertragbar gewesen.

      Viele Grüße

      Peter
      Na denn is ja jut, wenn du nicht auf der Palme bist :).

      Mich interessiert das schon ein wenig. Mich interessieren einfach die gesamten Zusammenhänge. Ich verschaffe mir gerne einen Gesamtüberblick, wenn möglich.

      Zahlen zu den Tagessätzen aus Berlin West habe ich dir ja schon genannt. Mag sein, dass das in eurem Bundesland besser aussah. Darüber habe ich keine Zahlen. Ich weiß nur, dass im Abschlussbericht des "Runden Tisch Heimerziehung" u.a. damit argumentiert wurde, dass die Bezahlung in Form von Tagessätzen dermaßen lächerlich war, dass eben nur ungeschultes Personal eingestellt werden konnte und die Heime sich die Ernährung usw. noch nebenbei (auf Kosten der Kinder und Jugendlichen) irgendwie erwirtschaften mußten. Das mag auch kurz nach dem Krieg tatsächlich so gewesen sein und man hat es eben beibehalten, weil es so praktisch war.

      Sie werden schon daran verdient haben vermutlich, darüber allerdings schweigt sich der Abschlussbericht aus.

      Habe vorhin mal versucht zu recherchieren, wieviel man wohl von einem angenommenen Tagessatz von 7,50 DM (225 DM im Monat) so kaufen konnte. Der durchschnittliche Verdienst in 1960 war etwa 800 DM im Monat, wovon das Familienoberhaupt seine Familie zu ernähren hatte und das ist meist gelungen. Also scheinen 225 DM nicht gar so wenig gewesen zu sein. Das ist jetzt aber nur aufgrund von Informationen, die ich irgendwo im Web zusammengeklaubt habe (bis auf den Tagessatz von 7,50 DM, den ich ja wie schon geschrieben einem Originaldokument jener Zeit entnommen habe).

      Und ja, sicherlich gab es je nach "Zielgruppe" des Heimes auch unterschiedliche Tagessätze.
      Ja, sie haben verdient und zwar kräftig.

      Schau mal hier:

      http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6lntriangle

      Der neue Sitz des LVR (Landschaftsverband Rheinland) Der Turm hat eine Höhe von etwas über 100m und die Baukosten betrugen 80 Mio. Euro.

      Das hier war / ist das alte Gebäude. Viele von uns kennen es, weil sie dort ihre Gspräche zum Fonds geführt haben.

      http://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.baukunst-nrw.de%2Fbilder%2Ffull%2F2306_030802.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.baukunst-nrw.de%2Fobjekte%2FLVR-Landeshaus-Koeln--2306.htm&h=450&w=600&tbnid=QqjQw6utfdVFEM%3A&zoom=1&docid=J91y7EkVvCyhCM&ei=SqZQVd24BYersgHXy4HQCQ&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=2126&page=1&start=0&ndsp=20&ved=0CCoQrQMwAw

      Sie haben erst 1999 umfangreich saniert und dann war es ihnen doch nicht mehr gut genug.

      Hier die Seite vom LVR

      "Qualität für Menschen" ich muss echt lachen.

      Pitterchen schrieb:



      "Qualität für Menschen" ich muss echt lachen.



      Aber es liest sich so schön und vertrauenerweckend... Papier und Internet sind geduldig. Die Realität sieht oft nicht annähernd so gut aus :|

      Ansonsten... verdienen ist ja nicht verboten. Die Frage ist nur: legal oder nicht? - und das müsste bewiesen werden.