Jugendwerkhof Gerswalde Neues Leben / 1955-89

    Es gibt 31 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von anho1971.

      hallo simone,

      ja es ist in der tat traurig, wenn man in so jungen jahren rente beantragen muss und man dann noch verar... und hingehalten wird von ämtern. dass sich fremde menschen mit in diesem falle meinem schicksal befassen hab ich mir freiwillig ausgesucht. ich merkte vor einiger zeit, dass ich es allein nicht mehr packe. ich hasse lügen und ich hasse es auch, mich selbst zu belügen nach dem motte: alles klaro, hab alles im griff, mir gehts gut. nur damit die fremden mich in ruhe lassen oder nicht reden. scheißegal sag ich mir mittlerweile, sollen se reden wenn ihr schandmaul es so will. wer mich kennt weiß wer ich bin und wer mich nicht kennt und über mich urteilen will, bitte. aber bisher ist mir nichts negatives im umfeld aufgefallen, es weiß ja keiner direkt darüber bescheid, nur meine wahren freunde.

      der therapeut den ich nun aufsuche ist ein wundervoller mensch, auch seine kollegin ist ne liebe perle. ich fühl mich bei ihnen gut aufgehoben, es kommt kein gefühl des vermarktens oder des unverständnisses auf. ich hab einfach keine lust mehr, mich selbst zu zerstören, stück für stück weiter kaputt zu gehen, weil ich mir einrede ich pack das schon irgendwie. das leben ist so verdammt schön aber kurz, ich will keine zeit mehr mit experimenten vergeuden.

      liebe grüße zicklein
      :herz: "Einen Menschen lieben,heißt einzuwilligen,mit ihm alt zu werden." :herz:

      Albert Camus(1913-1960) frz.Erzähler und Dramatiker

      Jugendwerkhof-Gerswalde

      Hallo meine lieben aus Gerswalde
      An mir haben Sie sich die Zähne ausgebissen in Gerswalde.ich war von April 1972 bis März 1975 dort.Habe in der Schlosserei gearbeitet die Stunde für 80 Pf.Mein Meister war Bierhals Zecher Kalenowski Kliwa und Holzer der war der Boss in der Dreharei.War auch zwei mal in Torgau von Juni73 bis September73 in Gruppe 2 bei Noack und Spengler.und dann von September74 bis März75 in Gruppe 1 bei Jonas und Hinze.Das alles konnte ich dem Doofen Schotke und Stefani verdanken das waren meine Erzieher und der blöde Direktor Bukowski hat die Einweisung unterschrieben.Bin dann 1976 Ausgewiesen worden nach West-Berlin zum Glück.Habe heute noch mit Frau Höfner kontakt,da Sie die einzige war die mich verstanden hat.Ihr Mann Spitzname Klempo war auch ein Arschloch den Namen hat er bekommen weil er niemanden einen Wunsch erfüllt hat und uns immer den Hahn abgedreht hat.Wie ich weis hat Ihn Bimbo mal in die Schnauze gehauen dafür war er auch in Torgau.Ich fahre aber jedes Jahr zu Frau Höfner nach Gerswalde und wir sprechen viel über alte Zeiten.Wer fragen hat über Erzieher oder Lehrmeister ich bin auf den neusten Stand schreibt mir dann eine Pn oder eure Telefonnummer
      Fegelein

      MichaDD schrieb:

      ja ja die kokskoerbe und das "raffen" im liw, um dem exner zu zeigen, dass man besser ist... traeum ich selbst heute noch davon...

      dem "chemnitzer" kann ich aber hier nur zustimmen...

      gruesse an alle
      micha aus dresden.
      hallo namensvetter!

      man, beim lesen schoß mir grade wieder ne gänsehaut ... der exner, der mich verpfiffen hat, weil mir ein lagerarbeiter ne flasche "rostocker hafenbräu" zugesteckt hatte an meinem geburtstag juni 83.
      der schottke stand dann schon am tor und hat mich dann abgefischt, ab gings in die zelle. einer der geburtstage, die ich wohl nie vergessen werden.

      nach langer zeit - wie man sieht - habe ich mich heute wiedermal hier her gewagt.

      ich schreibe das so, weil in der zwischenzeit einiges passiert ist bei mir und weil ich mit dem "aufarbeiten nach jahrelangem verdrängen" mehr schwierigkeiten als erwartet hatte und habe.
      als damals vor rund 2 jahren plötzlich quasi über nacht alles wieder aus den hintersten ecken meines gedächnisses quoll und ich von dieser flut nahezu erschlagen worden bin, hatte ich mir dann
      gedacht ´holst dir psychologischen beistand´ und bin zu einem psychologischen psychologen gegangen. schon mit der berufsbezeichnung hatte ich schon so meine schwierigkeiten ...

      jedenfalls hat mir der clown nach der 4. sitzung mitgeteilt, ich solle doch mit meinen erlebnissen nicht so übertreiben - und als krönung wurde mir dann mitgeteilt, dass er nicht mein "seelischer mülleimer" wäre.
      ABER - was macht man, wenn man dringend "hilfe" braucht und termine bei psychologen bis zu einem jahr wartezeit lagen?!
      also habe ich das ausgesessen da, in der hoffnung, der typ kommt dahinter, dass ich ihm keine geschichten erzähle ...
      mein problem war einfach, dass nach über 30 jahren kinderheimzeit und werkhof völlig ungeordnet und faktisch auf einmal ausm kopf wollten und ich mit dieser flut eben einfach überfordert war.

      jedenfalls habe ich glaube nach der 10. sitzung dann das internet durchforstet und u.a. sachen wie
      http://www.fonds-heimerziehung.de/fileadmin/user_upload/dokumente/bericht_web.pdf

      und andere ausm internet gezogen, ausgedruckt und meinem psychologen einfach mitgenommen zum lesen ...

      mit für mich damals erschlagendem ergebnis - denn wie sich im nachhinein dann herausstellte, war der mensch ein "wessi", hatte von kinderheimen, spezialheimen und jugendwerkhöfen in der ehemaligen DDR
      noch nie wirklich was gehört und begründete dann nach dem lesen der diversen publikationen, die er von mir hatte, seine ersten reaktionen.
      begriffen, was ich am aufarbeiten bin, hat er aber wohl bis abschluss der sitzungen nie wirklich.

      und so habe ich den versuch gestartet, mein hirn wieder in alte bahnen zu bringen in der hoffnung, das aufgekommene langsam wieder "vergessen" zu können.
      der oder die eine oder andere hier kennt vielleicht das ganze auch aus eigener erfahrung ... der verdrängungsmechanismus, den man als kind oder jugendlicher damals entwickelt hat, scheint im "alter"
      nicht mehr zu funktionieren.

      heute habe ich dann endlich, nach wochen und monaten des einredens von allen seiten, freunden, familie meinen antrag in leipzig formuliert und nachdem ich wirklich da am telefon jemanden
      erreicht hatte, dann formell per email hingeschickt.
      antwort kam auch schon - das es sehr lange dauern könnte, bis meine angelegenheit bearbeitet werde.
      auch diese wartezeit werde ich nun noch überbrückt bekommen.
      interessanterweise hatte ich trotz vorherigem telefonat und dem wissen, dass ich gleich noch ne email schreiben muss, eine fette schreibblockade - wie immer, wenns um schreibkram zur alten zeit geht.

      vielleicht liest der eine oder andere das jetzt und fühlt sich nicht mehr so allein, weil zu sehen ist, dass möglicherweise andere wie ich die gleichen probleme wälzen.
      ich habe immer noch massive schwierigkeiten, mit jetzt 48 manchmal das gefühl der hilflosigkeit mit mir rumzuschleppen, weil ich meine vergangenheit nicht wirklich "bewältigt" bekomme.
      mit sarkastischem zynismus denke ich dann manchmal an den namen überm gerswalder tor = "NEUES LEBEN " ... herzlichen dank dafür.

      haltet die ohren steif, freunde - und wagt euch an den antrag zum fonds heimerziehung!
      am 30.09. ist stichtag, danach besteht keine möglichkeit mehr auf ansprüche.
      lasst eure rechte nicht verfallen.

      mit besten grüßen aus chemnitz
      micha
      Auch ich erinnere mich an gute und an schlechte zeiten.z. B. an einen Kuß von Uwe aus Schwedt, der so gerne Gitarre spielte so wie Uria Hiep( bestimmt falsch geschrieben) aber ihr wißt wen ich meine.Und dann an das Pärchen Gabi und Reiner.
      Ernsthaft natürlich auch an andere Sachen.Herr Bukowski und Frau Stier sind mir in Erinnerung geblieben. Und dann war da noch der Lehrer Herr Guth.Jedenfalls war nicht jeden Tag Sonnenschein, aber wir haben alle was gelernt. :( Kann sich einer an das altes Haus im Gebüsch Richtung See erinnern ?
      Ich war hier von September 1973 bis Ende August 1974.Ich habe in der Gärtnerei bei Herrn Schulz gearbeitet.Wer erinnert sich an mich. karin *edit* aus berlin ?

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Johnny“ ()

      hallo auch war ,leider , in der zeit von 87 bis 90 ,in Gerswald . war zuerst in der Schlosserei und dann in der Maler Truppe , vieleicht gibt es ja hier leute die auch in dieser zeit noch dort waren , ich weis zwar bis heute , leider immer noch nicht warum ich da war , da es leut Jugendamt , keine unterlagen gibt , und mir daher die zeit nicht auf meine rente anerkannt wird .

      Lg Bolle1972


      hoffe das ich noch paar leute finde die auch zu meiner zeit da waren :)
      Hallo Bolle 72 ,
      ich war in der Zeit 72-74 in Gerswalde .Ich habe mich an den Hilfsfond Heimerziehung gewandt und dort wurde mir Hilfe zugesagt ,Akteneinsicht zu erhalten .Gelagert werden diese wohl in Köln .
      Ich bin am 26.06.2015 ,also nach 41 Jahren meiner Entlassung in Gerswalde gewesen ,ich war leider nicht stark genug diese Erlebnisse ohne weiteres zu verkraften .Es hat sich einiges dort verändert ,vielleicht sieht man es heute auch mit anderen Augen ,aber die Vergangenheit kam wieder hoch .

      Gruss Andreas57
      wie anfangs schon angekündigt - hier bin ich wiedermal und werde euch nen kurzen abriss in der zwischenzeit passiertem und geschehenem geben ...

      interessant und auch irgendwie "hilfreich" (entschuldigt bitte diese formulierung) zu lesen, was ihr anderen alle so an erinnerungen beigetragen habt bisher. hilft mir, weiter zu sortieren.

      bei mir gibts auch neuigkeiten, wenn man das ganze denn so bezeichnen kann.
      mittlerweile habe ich den 2. therapeuten, der sich weit mehr mühe gibt als der erste, aber auch irgendwie überfordert zu sein scheint, weil "heim- oder werkhofinsassen" so gar nicht in das alltägliche bild der sonstig depressiven patienten passen wollen?!
      zwischenzeitlich noch ne ambulante therapie in einer tagesklinik hinter mich gebracht, die mir weit mehr "geholfen" hat als meine zwei therapeuten, aber da zeitlich begrenzt eben nur als "hilfe zur selbsthilfe" dienen soll.
      naja, irgendwie gehts weiter.
      jedenfalls habe ich mir nie vorstellen können, dass ich an meiner vergangenheit mal so zu kauen haben werde und einmal wiedergekommenes nicht wieder verschwinden will ins reich des vergessens.

      jetzt sitze ich an den vordrucken für die heimfond-geschichte in leipzig, denn ich habe zum 24.05.2016 nach 2 jahren wartezeit fast meinen ersten termin für ein "persönliches erstgespräch" erhalten!
      im nachhinein bin ich froh, kurz vor anmeldeschluss doch noch den schritt getan zu haben, mich da registrieren zu lassen. irgendwie hab ichs mir verdient, dass ich meinen anspruch geltend mache. ... irgendwie ...

      beruflich bin ich immer noch dabei, meine neuen startlöcher zu suchen, komme selbst einfach nicht in die gänge und oftmals merke ich richtig, wie ich neben mir stehe und innerlich kopfschüttelnd nicht begreifen mag, wie mich das ganze doch so viele jahre später aus der bahn geschoben hat.
      wie ich jetzt grad so an den formularen sitze, merke ich direkt, wie der kopf wieder blockieren möchte ...

      das wars erstmal wieder von mir.
      ihr alle da, haltet die ohren steif, lasst euch nicht unterkriegen nach all den jahren.
      irgendwie muss es ja weitergehen.
      ich werde weiter berichten und immer mal nen kurzen abriss liefern, was sich bei mir so tut und welche fortschritte es gibt in sachen "heimfond" und deren "wiedergutmachungs"-bestrebungen.
      grauts mir jetzt schon wieder ...

      liebe grüße aus chemnitz,
      micha
      Hallo Simmi13 oder besser Simone,

      ich weiß nicht ob Du mich noch kennst, aber ich glaube ich kenne Dich. Mein Name ist Andreas *edit* und ich war von 1986-1988 in Gerswalde, Gruppe Hans Beimler, habe auch schlosser gelernt. Wenn Du Lust hast kannst Du mich gerne mal kontaktieren,würde mich sehr freuen.



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