Meine Suche nach den Heimakten / meine Akteneinsicht

    Es gibt 61 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von JW1HAL.

      Und doch…ist es unser aller „Vita“ deren wir in unzähligen Stunden, Anrufen oder Anschreiben auf der Spur waren. Nicht immer ist dies gut und doch hat man die Vergangenheit deren so manches Mal im Stillen be/gedacht. Für mich war dies auch sehr viele Jahre uninteressant aber doch… ich hatte unerklärliche Träume, Albträume in welchen ich ängstlich aufgewacht bin und bemerkte, dass in meiner Vergangenheit sehr vieles nicht Wirklichkeit sein konnte. Von meiner Familie, Mutter und Geschwistern hatte ich ausser Lügen zu meiner Vergangenheit nichts zu erwarten. Als ich meine Frau kennen gelernt habe…meine Biographie war so sehr falsch, nichts habe ich richtig erzählen können vom Uwe, Freunden und Familie. Es war ein Konstrukt einer sehr wirren Vita. Ein Anwalt bei dem ich damals gearbeitet habe, fing an meine Geschichte zu verstehen, die wenigen Gedanken und so kam es zu einer Aufarbeitung meiner letzten Station vor der Wende. Hier war ich in Bautzen Haus 2 untergebracht. Also sagte mir besagter Anwalt… ob er sich Mal um etwas kümmern sollte. Also bekam ich nach sehr viel Arbeit seitens der Anwaltschaft eine Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland. Hier gab es plötzlich eine hohe Abfindung für jeden Monat den ich in Bautzen in der Stasihaft eingesessen habe. Ab diesen Augenblick hat sich mein Verhältnis zu meiner Familie sehr verschlechtert. Meine Frau wollte immer wissen was dem kleinen Uwe geschehen war, dass man mich mein ganzes Leben in Institutionen belassen hat deren kein Mensch gehört hätte. Dann haben wir angefangen zu Forschen und haben Archive aufgesucht, angeschrieben und mit unzähligen Telefonaten überhäuft. 2013 kam es dann zur strafrechtlichen Reha welche ich auch ohne Probleme erhalten habe. Mein Anwalt hat neben unserer Arbeit die Kernloch Akten gefunden welche man schon seit dem 13 Lebensjahr über mich führte. Da ich zu Zeiten der DDR Arbeitsverbot hatte und einen geringen Teil an Arbeitslosengeld erhielt, war dies dann der endgültige Beweis für eine sehr auffällige Biographie. Heute bin ich im Besitz unzähliger Akten über mich und doch… na es hat mir geholfen verzeihen zu können. Auch wenn all dies Irrelevant ist, so ist es ein Teil des Menschen Uwe über welche sich andere Menschen Gedanken gemacht haben auf unzähligen Blättern welche völlig Sinn frei sind. Ich lese heute nicht mehr in diesen wirren fremden Gedanken aber doch… ich konnte meine Geschichte erzählen und was sehr wichtig ist, mein Leben hat eine Chronologie erfahren deren ich ohne diese Zeugnisse nicht mehr richtig sortieren hätte können. Und 17 Jahre Institutionen kann man nicht einfach so hinter sich belassen, wenn es keine Gedanken nach dem „Warum“ gibt. Heute schlafe ich bis auf wenige Träume wieder gut… zwar habe ich nicht loslassen können aber doch habe ich gelernt zu verzeihen.

      Herbert 1960 schrieb:

      Ich hab meine Akten erst gar nicht angefordert. Weil ich möchte mich über der damaligen Zeit nicht mehr auf regen wollen.
      Ich sage mir was bringt mir das? Es ist auch besser das man nicht alles weiß aus der damaligen Zeit.


      Hier geht es aber um die Suche nach Heimakten und nicht um die Grundsatzfrage, ob man sie anfordern solle oder nicht.

      Ich hasse generell Beiträge von Leuten, die absolut nicht ins Thema gehören. Hauptsache ersteinmal reinhängen wie ein Tauchsieder und seinen Senf dazu abgeben, ob es passt oder nicht.

      Dies habe ich auch schon so oft erlebt, wo User speziell nach einem Problem fragen und andere User darauf keine Antwort wissen, aber eine Alternative vorschlagen. Es wurde aber nun mal nicht nach einer Alternative, sondern genau nach der Lösung dieses Problemes gefragt.

      So ist es hier auch, hier geht es darum, wie man an die Heimakte kommt, eingeleitet mit einem Bericht eines Users, in dem Falle ich, wie er es genau angestellt hat, als Art Anleitung oder Motivation für die anderen, an seine Heimakte zu kommen.

      Dabei ist es absolut kontraproduktiv, zu schreiben, dass man seine Heimakte erst gar nicht angefordert hat, weil man von der Zeit nichts wissen möchte.

      Man muss sich also nicht zwangsläufig überall wie ein Tauchsieder oder Teebeutel reinhängen, nur damit man auch was zu sagen hat. Wenn man direkt zu einem Thema nicht beizutragen hat, darf man sich auch gern mal etwas zurückhalten und eben nichts schreiben oder um es mal sprichwörtlich, aber auch ganz deutlich und unmissverständlich zu sagen, "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten!".
      Wer lesen kann ist klar im Vorteil!

      Um es nochmals auf den Punkt zu bringen…
      Die Akten sind für einen jeden „Ehemaligen“ wichtig. Dabei spielt es keine Rolle ob Ost oder West. Da die Politik, die einzelnen Länder noch nicht abgeschlossen haben und es für einen jeden zu einem späteren Zeitpunkt wichtig ist, Nachweise zu erbringen über die einzelnen Zeiträume in den Institutionen, wäre es fatal zu sagen – „Ich benötige dies nicht“! Wie heute gerade die/der Bundestag/Debatte – zu sehen auf Phönix …auf die einzelnen Schicksale verweist, ist es nur eine Frage der Zeit wann die Akten wichtig sind. Und hier geht es dann um genaue Beweislagen und diese hat man nur durch den Bestand seiner eigenen Akten. Und wie die Zeit der vergangenen Jahre im Umgang mit den Akten… na es verschwindet immer mehr.
      Es gibt tatsächlich sehr viele Heimkinder, denen es NICHT wichtig ist. Diese haben die Vergangenheit hinter sich gelassen und wollen damit absolut gar nichts mehr zu tun haben. Sie wollen weder etwas aufarbeiten, noch Ehemalige finden oder irgendwelche Wiedergutmachungen haben. Und da behaupte ich einfach mal, dass dies ein sehr großer Teil aller ehemaliger Heimkinder ist. Und die, die hier her kommen, machen dies aus allen oder eben auch nur aus einem der genannten Gründe. Und die sind tatsächlich nur ein Bruchteil aller ehemaliger Heimkinder, die Spitze des Eisberges sozusagen.

      Und davon wiederum wissen so einige noch nicht was sie wollen oder wie sie es am besten anstellen sollten. und genau denen soll ein Thread wie dieser eben Mut machen, sie motivieren, ermuntern ihre Akten zu besorgen, statt lieber davon abzulassen.
      Wer lesen kann ist klar im Vorteil!

      NEIN...dies sehe ich aber nicht so. Viele "Ehemalige" sind nicht virtuell unterwegs oder wie man auch sagt, im www online. Gerade hier in unserem Arbeitskreis sind Foren oder Bezugsquellen aus dem Internet nicht von Belangen. Und dann kommt auch noch die Gruppe hinzu, welche seit der Wende Ihr Ziel aus den Augen verloren haben, die Menschen welche sehr viel an der Zahl und im Schatten leben. Gerade die, welche als Analphabeten entlassen und von niemanden beachtet. Da gibt es allein hier in Thüringen…man schätzt durch die wissenschaftliche Aufarbeitung, ca. 4000 „Ehemalige“ Analphabeten im Alter zwischen 55 und 70 Jahren. Und für diese suchen wir natürlich in der Realität.
      Und die ersten Anlaufpunkte sind dann gerade;
      - Staats und Stadtarchive der jeweiligen Städte
      - das Jugendamt bzw. die Institution vor Ort
      - Anlaufstelle Eilenburg
      - Bezirksstätten Jugendamt/ehemalige Kreisämter/Behörden
      - Akteneinsicht der heutigen Behörden für Stasi/Akten
      zu erfragen bei den jeweiligen Anlaufstellen
      Auskunft über einen guten Rechtsanwalt und Suche in den Kernlochakten/was nur über einen Anwalt funktioniert
      Und da es in den meisten Fällen keine Rechtsnachfolge gibt, ist es oder klingt es sehr schwierig an seine Akten zu kommen…aber doch, so manches Mal hat man etwas gefunden was eigentlich nicht da war.Und und und…oder wie auch immer
      Nach drei Jahren intensiver Aktensuche habe ich fast aufgegeben. Bis auf wenige Informationen konnten meine wichtigsten Fragen auch behördlicherseits nicht beantwortet werden. Dazu hätte es der Akteneinsicht bedurft.
      Ich habe mich auch an das Staatsarchiv gewendet und da ich nicht weiß, wie viele Jahre man u. U. warten muss, besteht hier noch eine ganz kleine Hoffnung.
      Wikipedia schreibt: "Zschöppichen ist ein Ortsteil der Stadt Mittweida im Landkreis Mittelsachsen. Er wurde 1973 in die Stadt Mittweida eingemeindet". Da dürftest du dich vermutlich auch erst einmal an das örtliche Jugendamt als erste Adresse wenden. Ich hatte als letzte Adresse auch mein Jugendamt angeschrieben und dort immerhin das gefunden, worüber ich oben schrieb. Mindestens dort beim Jugendamt wird man dir weiterhelfen.

      Im Prinzip steht aber auch alles für dich zutreffende auf der ersten Seite dieses Threads, gepostet von @JW1HAL Mehr Infos gehen nicht.

      Die Wendejahre könnten auch dazu beigetragen haben, dass noch einiges auffindbar ist. So lange ist das alles ja bei dir noch gar nicht zurückliegend. Viel Erfolg dabei und
      LG
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel
      @ZeiMacer
      Da gehen unsere Meinungen wohl auseinander. leider kann und will ich dies auch nicht belegen.

      Halten wir mal fest, es könnte 2 Lager geben, von denen sich 1 Lager in 2 Lager aufteilt. So gibt es Ehemalige, die sich für ihre Heimvergangenheit interessieren, wovon ein Teil im Internet und der andere Teil nicht im Internet tätig ist. Und dann gibt es noch das Lager, was sich gar nicht interessiert

      Ich würde es aus dem Bauchgefühl mal so einschätzen, dass es eventuell immer etwa 3 geteilt ist. Zwei Drittel interessieren sich gar nicht und ein Drittel interessiert sich. Von diesem einem Drittel sind wieder zwei Drittel im Netz unterwegs und ein Drittel ohne Netz.

      Um dies zu belegen, müsste man wissen, wie viele ehemalige Heimkinder es überhaupt gibt und davon auch noch leben und auch vor etwa 10 Jahren noch gelebt haben, wo es alles voll im Gange war. Und dann müsste man wissen, wie viele mit oder ohne Internet mit dieser Thematik unterwegs sind.

      @R.H.M.
      Ich wollte auch fragen, ob du überhaupt diesen Thread gelesen hast?
      Es kommt noch dazu, dass es auch Ehemalige gibt, welche jünger wie ich sind und die absolut keine Heimakten gefunden haben und auch umgekehrt. Also ein versuch ist es immer Wert. Entweder bekommt man was, oder auch nicht. Ich sage da immer wieder, alle mögliche Quellen anzapfen, auch wenn es noch so sinnlos oder hoffnungslos erscheint.
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      @'R.H.M.
      Vielleicht kann ich dir auch helfen. Ich hab damals das Archiv in Lübben angerufen weil das Heim im heutigen Land Brandenburg ist. Weil jedes Bundesland hat sein Archiv. Ich hab dort selber angerufen. Nur für die Unterlagen für meinem Heim Aufenthalt hab ich 10Euro zahlen müssen. Wiederrum beim Archiv in Erfurt nicht. Die Dame vom Archiv in Lübben sagte mir wenn ich aus meiner Heim Akte mehr brauche das wird teuer. Mir ging es nur um einem Auszug der Heim Akte.
      Die Wahrheit bringt einem an seinem Ziel.
      .

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Johnny“ () aus folgendem Grund: Überflüssiges Vollzitat aus Vorbeitrag entfernt

      Vielleicht klappt es ja auch bei dir? Ich hatte damit bereits vor 12, 11 Jahren begonnen, mich durch die verschiedenen Stellen/Ämter in den verschiedenen Orten durchgearbeitet, was auch mit Fristen verbunden war und im Laufe von etwa drei oder doch vier Jahren hatte ich dann, was ich an anderer Stelle und oben auch bereits beschrieb. Ich hatte so ich das korrekt widergebe, fünf Stellen kontaktiert, habe telefoniert und eben dieser Schriftverkehr beinhaltete eine halbe Akte. Nur habe ich eben leider keine Heimkindakte erhalten, weil die angeblich aufgrund von Archivbestimmungen und Lagerungsfristen nicht mehr vorhanden sein soll. An anderer Stelle wurde einmal behauptet, ein Hochwasser hätte viele Unterlagen in dem Ort, in dem ich im Heim war, vernichtet. Allerdings konnte das stimmen, denn der Ort wurde mehrfach von solchen Hochwassern heimgesucht. Nur seien die Akten im Ort unten am Fluss ausgelagert worden. In das Archiv der Stadt, was merkwürdig vorkam. Das Heim selbst oben im Ort wäre nie von Hochwasssern erreicht worden. Der untere Teil des Ortes aber schon. Der lag sehr nahe am Fluss. Ich hatte mich davon auch noch einmal nach dem letzten Hochwasser überzeugen können. Ganz glaubwürdig war das dann doch nicht, weil mir eine andere Stelle schrieb, dass zum Bsp. das Familienamt in Chemnitz, in das die Akten nach der Auflösung des Heimes gegangen sein sollen, schrieb, ich sollte mich an das Landesarchiv wenden, das wiederum sagte, ich sollte es im Bundeszentralarchiv Berlin versuchen und erst am Ende wurde ich so schlau, es im ehemaligen Jugendamt meiner Heimatstadt zu versuchen, wo ich zumindest etwas befriedigt wurde. Ein Restzweifel bleibt natürlich dennoch.

      Wer sagte, Versuch macht klug und dümmer wirst du nimmer? Nicht alles, was wir tun, muss von Erfolg gekrönt sein. Es war am Ende dennoch nicht umsonst, denn nur durch eigenes Zutun verschaffst du dir Gewissheit darüber, ob etwas aus einer Sache werden kann oder nicht. Andere können nur Tipps geben, anregen, Handeln muss ein jeder selbst. 8o
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      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „Leser“ ()

      Ja bei mir geht es nicht nur um die Heim Akte. Ich hab da viel Lehrgeld zahlen müssen. Weil ich war auch in Rummelsburg wegen meiner Politischen Einstellung gegen über der DDR. Meine Wut hat auch was mit meiner Kindheit zu tun.
      Die Wahrheit bringt einem an seinem Ziel.
      .

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Johnny“ () aus folgendem Grund: Überflüssiges Vollzitat aus Vorbeitrag entfernt

      Was man wiederum gut verstehen kann. Das Eine kam zum anderen und was am Ende für dich herauskam, sieht man nun. Dennoch würde ich das Geld an deiner Stelle dafür versuchen aufzubringen und wie es aussieht, hast du gute Gründe dafür, denn bis Rummelsburg, mehr geht kaum noch, denn wenn du das alles wissen möchtest, zumal es dir auch um entsprechende Entschädigungen geht - versteh ich das richtig ?- solltest du das Geld im Vorfeld dafür erübrigen.

      Ich sag es mal aus meiner Sicht. Freunde/user eines Forums, in das ich nicht mehr Zugang habe, klappt halt nicht mehr technisch oider was weiß ich, woran das wirklich liegt, ist aber auch egal, rieten mir einst, da auch mir das zustand aus dem Fond, nicht auf irgend etwas zu verzichten und notfalls für Auslagen aufzukommen, die man ohnehin schnell wieder herein bekommen hatte.

      Natürlich liegt es auch an jedem selbst, zu schauen, was bringen einem die Akteneinsichten wirklich. Der eine erhofft sich dies, der andere das und jeder Fall ist unterschiedlich.
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      Claro. Das erklärt sich von selbst. Du hast es aber auch wahrlich schlimmer erlebt. Bei mir war das am Ende eher die komplette Neugierde, denn ich bin echt nervig und gehe den Leuten auf den Keks, quassele sie förmlich zu und gebe erst dann Ruhe, wenn ich weiß, was ich wissen wollte. Das ist so eine Marotte, die auch mit damals zu tun hatte. Schließlich lebten wir in geschlossenen Systemen und um zu verstehen, weshalb das so war, kommst du unweigerlich irgendwann zur Frage, was ist ein System? Wozu gibt es das und wem dient es. Ja, und vor allem, was willl es mit dir und aus dir machen? Wer profitiert, wenn sie es geschafft haben, was sie mit dir hätten machen wollen?

      Bei uns hieß es, man wolle uns zu sozialiistisch geprägten Menschen erziehen, im Sinne des Systems also und weil auch ich nach der Heimentlassung früher oder später an Grenzen dieses Systems gestoßen bin, wollte ich das irgenwann genauer wissen. Natürlich geht das nur über Nachforschungen und dabei muss man unnachgiebig hart sein, denn sie waren es teils auch mit uns, denn Systeme prägen und wer sich Systemen widersetzt und dabei aus der Spur kommt, bekommt die ganze Härte zu spüren. Schätze, bei dir war das so.

      Dabei gingen Viele mit Vielen nicht fein um und spätestens die haben ein Recht auf die ganze Wahrheit, wobei man davon ausgehen darf, dass auch in diesen Akten nur eine Seite der Wahrheit festgehalten wurde. Andere verschwanden völlig unter den Tischen oder in Reißwölfen. Ich hatte immer ein wenig Vertrauen darauf, dass in einem Land wie Deutschland alles immer hübsch aufgezeichnet wird, wegen der preußischen Ordnung, dass sich dies und das doch noch irgendwo anfindet, denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. :whistling:
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Leser“ ()

      @Leser. Ja natürlich. Das System der DDR wollte keine Personen die zu viel nach Fragen warum ist das so. Kinder wurden ohne Vorwarnung der Familie entrissen. Und an andere Familien ab gegen oder je nach Alter ins Heim gesteckt. Viele Heimkinder suchen ihre richtigen Eltern. Und suchen seit Jahr Zehnten weil keine Akten mehr vorhanden sind. Genau so geht es aber auch Kinder aus dem Alten Bundesländern. Grad diese Kinder wurden als Lügner oder Schmarotzer dar gestellt. Nicht nur wurde das ist heute noch so. Die Regierung verspricht allen das Blaue vom Himmel. Ich hasse es wenn man irgend welche Versprechungen macht ohne dieses einzuhalten. Schon allein die Hilfestellung der einzelnen Institutionen lässt zu wünschen übrig. Du weißt ja bestimmt was ich meine.

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      ZeiMacer schrieb:

      NEIN...dies sehe ich aber nicht so. Viele "Ehemalige" sind nicht virtuell unterwegs oder wie man auch sagt, im www online. Gerade hier in unserem Arbeitskreis sind Foren oder Bezugsquellen aus dem Internet nicht von Belangen. Und dann kommt auch noch die Gruppe hinzu, welche seit der Wende Ihr Ziel aus den Augen verloren haben, die Menschen welche sehr viel an der Zahl und im Schatten leben. Gerade die, welche als Analphabeten entlassen und von niemanden beachtet. Da gibt es allein hier in Thüringen…man schätzt durch die wissenschaftliche Aufarbeitung, ca. 4000 „Ehemalige“ Analphabeten im Alter zwischen 55 und 70 Jahren. Und für diese suchen wir natürlich in der Realität.
      Und die ersten Anlaufpunkte sind dann gerade;
      - Staats und Stadtarchive der jeweiligen Städte
      - das Jugendamt bzw. die Institution vor Ort
      - Anlaufstelle Eilenburg
      - Bezirksstätten Jugendamt/ehemalige Kreisämter/Behörden
      - Akteneinsicht der heutigen Behörden für Stasi/Akten
      zu erfragen bei den jeweiligen Anlaufstellen
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      Und da es in den meisten Fällen keine Rechtsnachfolge gibt, ist es oder klingt es sehr schwierig an seine Akten zu kommen…aber doch, so manches Mal hat man etwas gefunden was eigentlich nicht da war.Und und und…oder wie auch immer

      Genau so ist es.


      *edit* Bitte Beiträge innerhalb einer Stunde [Bearbeiten], statt mehrere Beiträge direkt hintereinander zu posten, sofern noch niemand darauf geantwortet hat!
      (1. Beitrag = 21:07 Uhr; 2. Beitrag = 21:13 Uhr; = 6 Minuten Differenz ...) Beim nächsten Mal wird wirklich gelöscht ...
      PS: Moderatoren sind nicht dazu da, den Usern ständig nahezu jeden Beitrag hinterher zu editieren. Siehe auch Punkt 17 der Netiquette oder auch dieser Beitrag.

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      .

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „JW1HAL“ () aus folgendem Grund: 2 Beiträge zusammengeführt

      Ich kan dir teilweise zustimmen, was das zu viele Fragen stellen angeht usw. und natürlich macht/e jede/r seine/ihre eigenen Erfahrungen. Auch wenn man selbst seine eigenen hat machen müssen, macht es wenig Sinn, zu verallgemeinern. Ein wenig lese ich das aus Deinen Zeilen heraus, möchte das aber auch nicht weiter bewerten. Manchmal neigen wir eben doch dazu, etwas, was uns betrifft, auf die Gesellschaft zu übertragen.

      Ich zum Beispiel behaupte, was meinen "Fall" anbetrifft, nicht ohne Vorwarnung der Familie entrissen worden zu sein. Das lief eher "normal" ab. Ich habe das bereits angedeutet. So ist eben doch immer wieder jeder Fall unterschiedlich und was die Alten Bundesländer anbetrifft, kann ich kaum etwas sagen, woher auch, außer das, was ich durch Euch erfahre/n habe. Klar ist aber auch, dass man uns ehemalien Heimkindern eben oft nicht glaubte. Wir hatten schließlich keine Lobby und waren gang ganz böse, weswegen sie uns dort hineinsteckten. ...

      Ich glaube auch nicht, dass uns die Regierung irgend etwas versprochen hat, sondern die dafür notwendigen Institutionen, die zumindest, wenn ich das korrekt widergebe, teilweise erfüllt haben, was zumindest Beihilfen, Anerkennung dessen, was uns geschehen ist, aus den Fonds angeht und hier kann ich zumndest sagen, dass aus meiner Sicht die notwendigen Prüfungen erfolgt sein müssen, denn es lag/liegt doch an uns, etwas nachzuweisen. Um die Beschaffung notwendiger Unterlagen mussten wir uns natürlich selbst kümmern und worauf ich hinauswollte, in vielen Fällen, - auch in meinem Fall - wurde mit relativer Großzügigkeit agiert, denn wie ich mehrfach schrieb, fand/findet sich keine Heimakte an. Dafür kann der/die Betreffende natürlich nichts und dennoch ging die Auszahlung unkompliziert über die Bühne, was nicht heißt, dass das bei Allen auch so war.

      Diese Regelung mit den Fonds war richtig und vorausetzend, dass es überhaupt dazu gekommen ist, mussten wir alle mindestens nachgewiesen haben, in Einrichtung X, Y gewesen zu sein, auch wenn das aus (scheinbar) nicht mehr vorhandenen Akten alles hervorgegangen ist.

      Ob man das glauben soll oder nicht, ich habe soweit alles versucht, was möglich war und möglicherweise hat die Wende um 89/90 dazu beigetragen, dass manches verschwand. Sollte es mal eine weitere Wende geben, wird sich mit Sicherheit gar nichts mehr anfinden. Damit kann man zufrieden sein, muss man aber nicht und je nachdem, wie lang der Weg Vieler von uns damals war, die Länge der Unterbringungen, die verschiedenen Heime, mögen Spuren in Form von Akten hinterlassen haben. Ironie der Geschichte, wenn also jemand in mehreren Einrichtungen war, müßten sich die Chancen, Unterlagen ausfindig zu machen, erhöhen, nur, man muss das natürlich wollen, denn ohne Fleiß kein Preis.
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel